
Hinweise zu Stadlers Heiligen-Lexikon
Abkürzungen
S. Arbogastus, Ep. (21. Juli). Altd. = nach Wachter: telipotens, mit
Geschossen (arf) mächtig (gast). - Der hl. Arbogast - gewöhnlich Sanct Algast
genannt - Bischof von Straßburg im Elsaß, wurde von vornehmen christlichen
Eltern in Aquitanien (dem südlichen Theile von Frankreich) geboren. Einige
Schriftsteller lassen ihn in Schottland, Andere in Irland geboren werden; allein
die Geschichtschreiber vom Elsaß, denen auch der Bollandist Boschius folgt,
behaupten, Aquitanien sei dessen Vaterland. Ueber die Geschichte seiner Jugend,
dann warum er nach Elsaß gegangen, und endlich wie er vor seiner Erhebung zur
bischöflichen Würde daselbst gelebt habe, hierüber enthält die Vita, die
wahrscheinlich vom Bischof Utho von Straßburg herrührt und im 10ten Jahrhundert
verfaßt zu seyn scheint, keine Aufschlüsse; allein aus andern Schriftstellern
erfahren wir, daß unser Heiliger von frühester Jugend an den Uebungen der
Gottseligkeit sich ergeben, daß er seine Eltern, weil sie ihm auf alle Weise den
Geschmack am Irdischen einzuflößen suchten, um das Jahr 667 verlassen habe und
nach dem Elsaß gegangen sei, wo er sich unweit Hagenau niedergelassen, um hier
ein einsiedlerisches Leben zu führen etc. Der Ort, wo er hier in
Abgeschiedenheit verweilte, war der Heiligen-Forst
, ein Wald, so genannt wegen
der vielen Wunder, die der hl. Arbogast daselbst wirkte, wie auch wegen der
vielen hhl. Einsiedler, die ihn bewohnten, und der Klöster, die da erbaut wurden.
Wie lange er da gelebt habe, ehe er auf den bischöflichen Stuhl von Straßburg
erhoben wurde, läßt sich mit Gewißheit nicht angeben. Nach Butler fällt diese
Erhebung zur bischöflichen Würde in die Zeit Dagoberts II. und wurde der hl.
Arbogast im J. 673 Rothars Nachfolger. Der Fürst
, sagt Butler, traf diese
Wahl, um seine Verehrung für die Tugenden Arbogasts, wie auch seine
Erkenntlichkeit an den Tag zu legen, weil sein Sohn Siegbert, der auf der Jagd
im Walde von Ebersheimmünster durch einen Sturz vom Pferde eine tödtliche Wunde
erhielt, durch das Gebet des Dieners Gottes geheilt worden.
Damit nun, daß der
hl. Arbogast von Dagobert II., König von Austrasien, zum Bischof von Straßburg
erwählt worden, sind die Bollandisten ganz einverstanden; aber bezüglich der
Zeit weisen sie nach, daß diese Wahl in's Jahr 670 falle. Ferner sei nicht ganz
richtig, was Butler von der Errettung Siegberts sagt. Denn nach der Vita, von
der oben die Rede gewesen, war Siegbert in Folge des Schreckens und der Wunden,
die er erhalten hatte, wirklich gestorben und durch unsern Heiligen zum Leben
erweckt worden, und das geschah zu einer Zeit, als Arbogast schon Bischof war.
Seine bischöfliche Verwaltung war von kurzer Dauer; denn er starb schon am 21.
Juli 678 und wurde nach seinem Wunsche außerhalb der Stadt auf einem Hügel, wo
man die Verbrecher hinrichtete, begraben. Sein Nachfolger, der hl. Florentius,
erhob seinen Leichnam und stellte ihn zur öffentlichen Verehrung aus, wie denn
auch eine Kapelle unter Anrufung des hl. Michael auf
seine Begräbnißstätte erbaut wurde. Vor dem zehnten Jahrhundert kamen seine
Gebeine in das von Arbogast erbaute Kloster Surburg und wurden nach zwei Jahren
in soweit getheilt, als ein Theil in diesem Kloster blieb, wo er bis zum Jahre
1632 aufbewahrt wurde, jedoch im schwedischen Kriege verloren ging; der andere
aber ward dem Kloster des hl. Arbogast gegeben, das eben zu Straßburg für die
regulirten Chorherren des hl. Augustin gestiftet
worden war. Auch diese Ueberreste gingen verloren, als die Lutheraner von
Straßburg dieses Kloster im Jahre 1530 niederrissen. Unser Heiliger ist Patron
des Bisthums Straßburg und wird sein Fest daselbst, wie es in der deutschen
Ausgabe von Butler heißt, am Sonntag vor dem 25. Juli begangen. - Am 21. Juli
wird sein Name auch im Mart. Rom. aufgeführt.

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