
Hinweise zu Stadlers Heiligen-Lexikon
Abkürzungen
S. Remigius, Ep. Conf. (28. al. 29. Oct., 16. Mai, 16. Dec.) Das Hinscheiden
dieses Erzbischofs von Lyon wird ins J. 875, seine Geburt ins Ende des 8. oder
den Anfang des 9. Jahrh. gesetzt. Weder Geburtsort noch Familiennamen sind von
ihm bekannt. Seine gänzliche Losschälung von der Welt fällt hiedurch desto mehr
in die Augen. Mit dem Eintritt ins Kloster begrub er allen Anspruch auf
menschliche Auszeichnung. Er wurde aber zum Abt von Condat (St. Oyend, auch
Groß-St. Cloud genannt) erwählt und dadurch dem Kaiser Lothar
empfohlen. Es war für ihn zuversichtlich eher eine Abtödtung als die Erfüllung
eines Wunsches, wenn er an den kaiserlichen Hof gerufen wurde, um die Ausgaben
für die Armen, die Spitäler und Krankenhäuser zu besorgen. Im J. 831, nach dem
Tode des Bischofs Amolonius von Lyon, der am 31. März d. J. erfolgt war, wurde
er zu dessen Nachfolger bestimmt. Die Abtei behielt er aber unter seiner Leitung,
da sie ohnehin in seinem Sprengel lag. Auch jetzt war und blieb der Kaiser ihm
allezeit gewogen und schützte ihn in seinen Rechten und Einkünften gegen die
Habgier und den Neid der Adeligen in der Nachbarschaft. Er hielt strenge
Kirchenzucht und forderte von den Klöstern neben genauer Einhaltung der
Ordensregel ununterbrochene Thätigkeit in Kirche und Schule. Seine Liebe gegen
Irrende zeigt sich in dem strengen Tadel, welchen er gegen den Erzbischof
Hincmar von Rheims wegen der harten Behandlung
des Mönchs Gottschalk auf der SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten.
In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet.
zu Quercy i. J. 819 aussprach (de tribus
epistolis). Er zeigte, daß einige seiner Lehren von den hl. Vätern selbst
gelehrt wurden, andere keine Glaubenssätze, sondern nur Meinungen betrafen, und
nur ein Satz: daß der Mensch den freien Willen nur zum Bösen, nicht aber zum
Guten besitze, offenbar ketzerisch sei. Als Hincmar i. J. 853 auf einer neuen
Synode zur Quercy sur Oise in vier Artikeln Einsprache erhob, schrieb der heil.
Remigius ein Buch über die Nothwendigkeit, der Wahrheit der hl. Schrift
unentwegt sich anzuschließen und hiebei der Autorität der Kirchenväter
getreulich zu folgen
, das er i. J. 854 herausgab, und auf der im darauf
folgenden Jahre zu Valence abgehaltenen Synode die Gutheißung der versammelten
Bischöfe fand. Das Gleiche geschah i. J. 859 auf der Synode zu Langres, deren
Beschlüsse Papst Nicolaus I. bestätigte.
Er war überhaupt ein außerordentlich thätiges Kirchenhaupt. Wir finden ihn i. J.
860 auf der Synode von Touzy bei Toul; i. J. 866 auf der von Soissons; i. J. 869
zu Verberies; i. J. 870 zu Attigny, endlich i. J. 871 zu Douzi bei Mouzon. Er
schrieb nächstdem noch theologische Werke, arbeitete für die Erhaltung des
Friedens zwischen Kirche und Staat, und ordnete das gemeinsame Leben der
Geistlichkeit. Seine Ruhestätte erhielt er in der Kirche St. Justus. Im Jahr
1287 am 16. Dec. wurde aber der hl. Leib in die Kathedralkirche übertragen. In
den großen Litaneien der Kirche von Lyon wird er seit unvordenklicher Zeit mit
den andern Heiligen des Bisthums angerufen. Bei Ferrarius ist er auch am 16. Mai,
im Martyrol. von Frankreich am 29. Oct. genannt.
