
Hinweise zu Stadlers Heiligen-Lexikon
Abkürzungen
S. S. Tiburtius et Soc. M. M. (11. Aug.), Dieser hl. Tiburtius war der Sohn
eines heidnischen Römers aus dem Beamtenstande, Namens Chromatius. Als dieser
bei der Vernehmung des hl. Martyrers Tranquillinus
hörte, daß ihn der Empfang der hl. Taufe von der Gicht geheilt hatte, verlangte
er, da ihn dieselbe Krankheit quälte, die hl. Taufe. (Vater und Sohn gehören zu
dem Triumphzuge des hl. Sebastianus.) Seit dieser
Zeit fanden die Christen in seinem Hause einen sichern Zufluchtsort. Sein hl.
Sohn widmete sich dem geistlichen Stande, wurde entdeckt, gefoltert, und
verurtheilt, mit bloßen Füßen auf glühenden Kohlen zu gehen. Als der hl.
Tiburtius über die glühenden Kohlen ohne Schmerz einherschritt, sprach er: Es
scheinen nicht Kohlen, sondern Blumen zu sein.
Zuletzt wurde er an der
Lavicanischen Straße enthauptet. Sein Vater starb eines natürlichen Todes auf
seinem Landgute, wo er in der Ausübung christlicher Tugenden seine letzten Tage
zubrachte. Die von ihm, als er noch Heide war, verurtheilten Christen sind bei
den Boll. nicht namhaft gemacht. Gegen diejenigen, welche diese Martyrgeschichte
aus dem Grunde anzweifeln, weil der Kaiser Alexander Severus den Christen
günstig gewesen sei, ist zu bemerken, daß die Statthalter in dessen Abwesenheit
desto grausamer gegen sie vorgingen. (II. 613.)
