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Ökumenisches Heiligenlexikon

Anicet Koplinski

Taufname: Adalbert Koplin

Gedenktag katholisch: 16. Oktober
in Polen als Märtyrer der deutschen Besatzung 1939 bis 1945: 12. Juni
nicht gebotener Gedenktag im Kapuzinerorden: 16. Juni

Name bedeutet: der Unbesiegte (griech.)

Priester, Mönch, Märtyrer
* 30. Juli 1875 in Preußisch-Friedland in Westpommern, heute Debrzno in Polen
16. (?) Oktober 1941 in Auschwitz, heute Oświęcim in Polen


Adalbert Koplin war Sohn einer Arbeiterfamilie; sein Vater war polnischer Abstammung und katholisch, die Mutter war deutschstämmig und Mitglied der lutheranischen Kirche. Mit 18 Jahren trat er am 23. November 1893 im Kloster in Kientzheim im Elsass in den Kapuzinerorden ein und erhielt den Ordensnamen Anicet. 1900 wurde er in Krefeld zum Priester geweiht.

Kloster der Kapuziner in Dieburg
Kloster der Kapuziner in Dieburg

Ende 1901 kam Anicet Koplin ins Kloster der Kapuziner nach Dieburg, schließlich 1913 wieder ins Kloster nach Krefeld, wo er als Seelsorger unter den polnischen Arbeitern im Ruhrgebiet wirkte. 1918 wurde er nach Polen gesandt, um mitzuhelfen bei der Reorganisation des katholischen Lebens und des Kapuzinerordens in Warschau.

Die meiste Zeit widmete Koplin nun den Armen, Arbeitslosen und Notleidenden, vor allem im Industrieviertel Annapol, wo die Kapuziner eine Armenküche eingerichtet hatten, die täglich bis zu 8000 Essen austeilte. Als Almosensammler sorgte er für die notwendigen Lebensmittel. Zugleich verfasste er viele Gedichte in lateinischer Sprache, die er zu Ehren hochgestellter Persönlichkeiten vortrug, dadurch wurde er in Warschau immer populärer und Gast bei vielen Feierlichkeiten von Bedeutung. Als Vater der Armen und Bettler von Warschau gelang es ihm, die Herzen der Menschen für ihre Mitmenschen und für Gott zu öffnen. Täglich nahm er mehrere Stunden lang die Beichte ab; zu seinen Beichtkindern zählten auch die Apostolischen Nuntien - darunter Achille Ratti, der spätere Papst Pius XI. - sowie die Bischöfe von Warschau. Um das Jahr 1930 legte er die deutsche Staatsbürgerschaft ab, nahm die polnische an und nannte sich sich nunmehr Koplinski.

Andachtsbild
Andachtsbild

Beim Beginn des 2. Weltkrieges blieb Pater Anicet in Warschau und sah nun das deutsche Volk, in dessen Geist und Kultur er aufgewachsen war, im Krieg gegen das polnische Volk, für das er sich entschieden hatte. Wieder war es ihm wichtig, Armen und Notleidenden Hilfe zu bringen, deren Zahl unter der deutschen Besetzung unglaublich gewachsen war; er kümmerte sich auch um evangelische Christen und um die Juden, wobei ihm die Kenntnis der deutschen Muttersprache von großem Nutzen war. Im Juni 1940 wurden er und der Guardian des Kapuzinerklosters erstmals von der Gestapo verhört. In der Nacht zum 27. Juli 1941 wurde das Kloster von der Gestapo umstellt und alle 22 Kapuziner verhaftet, am 4. September 1941 wurde Pater Anicet zusammen mit den anderen in einem Viehwaggon ins KZ in Auschwitz - das heutigen Oświęcim - transportiert und dort - ob seines Alters von 66 Jahren - im Block der Invaliden untergebracht, was gleichbedeutend mit dem Todesurteil war.

Pater Anicet starb wahrscheinlich am 16. Oktober 1941. Die genaue Todesursache ist heute nicht mehr genau feststellbar: eine Quelle spricht vom Tod in der Gaskammer; eine andere berichtet, dass die SS-Männer ihn mit anderen Häftlingen bei lebendigem Leibe in eine Grube warfen und ungelöschten Kalk über die Opfer streuten, was ein qualvolles Sterben wie beim Verbrennen bei lebendigem Leibe bedeutet.

Kanonisation: 1999 sprach Papst Johannes Paul II. in Warschau 108 Frauen und Männer selig, die in den Konzentrationslagern des 2. Weltkrieges als Zeugen des katholischen Glaubens gestorben sind. Einer von ihnen war Anicet Koplinski.

Martyrologium Romanum Flori-Legium

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 07.02.2021

Quellen:
• Bruder Paulus Terwitte vom Kapuzinerkloster in Dieburg, E-Mail vom 2. Juni 2008

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.


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