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Ökumenisches Heiligenlexikon

Dag Hammarskjöld

Gedenktag evangelisch: 17. September (EKD)
                                            17. September (ELCA)

Name bedeutet: der Tag (altnordisch)

Politiker, Glaubenszeuge
* 29. Juli 1905 in Jönköping in Schweden
† 18. September 1961 bei Ndola in Sambia


Dag Hammarskjöld war der jüngste Sohn des schwedischen Politikers Hjalmar Hammarskjöld, der von 1914 bis 1917 auch Ministerpräsident war. Die Familie war eng befreundet mit Nathan Söderblom. Hammarskjöld studierte bis 1928 Philosophie und bis 1930 Jura und Wirtschaftswissenschaften, seine Doktorarbeit verfasste er über das Problem der konjunkturellen Ausschläge. 1930 wurde er Sekretär der Arbeitslosenkommissio, 1933 Dozent in Stockholm, 1936 Staatssekretär im Finanzministerium und von 1941 bis 1949 als bevollmächtigter Minister Vorsitzender des Direktoriums der Reichsbank. Ab 1949 war er Staatssekretär im Außenministerium, dann stellvertretender Außenminister und ab 1951 Finanzminister. 1953 wurde er zum Generalsekretär der Vereinten Nationen gewählt. In den Stationen seiner weltlichen Karriere erkannte er die bewusste Hinführung zur unmittelbaren Christuserfahrung. Am Anfang dieses Jahres hatte er in sein Tagebuch notiert: Bald naht die Nacht … Dem Vergangenen Dank, dem Kommenden Ja!

Als 20-jähriger verfasste Hammarskjöld dieses Gedicht:
Weiter treibe ich
hinaus in fremdes Land.
Beinhart die Erd'
Eisluft beißender kalt.
Berührt vom Winde
meines unbekannten Ziels
zittern die Saiten
im Warten.

Immer ein Fragender
werde ich dort sein
wo das Leben verklingt -
ein klar schlichter Ton
im Schweigen.

1954 gelang es Hammarskjöld in hartnäckigen Gesprächen in Peking / Beijing, amerikanische Kriegsgefangene aus dem Koreakrieges freizubekommen. Als 1956 der Konflikt um den Suezkanal zum Weltkrieg zu eskalieren drohte, gelang es ihm, innerhalb weniger Stunden eine internationale Friedens- und Polizeitruppe zu schaffen, 6000 Soldaten aus allen Kontinenten zu rekrutieren und so den Konflikt zu entschärfen. Auch beim Aufstand in Ungarn im selben Jahr bemühte er sich um den Erhalt des Friedens. Im Sezessionskrieg von 1960 im Kongo machte er seinen Einfluss geltend und wollte den Konflikt befrieden, was erfolglos blieb; umstritten ist Hammarskjölds Rolle beim Sturz der Regierung des Kongo und der Ermordung des Ministerpräsidenten Lumumba durch die Aufständischen, die mit Unterstützung der früheren belgischen Kolonialmacht, des britischen Geheimdienstes MI6 und Wissen der US-amerikanischen CIA erfolgte.

Hammarskjöld starb bei dem ungeklärten Absturz seines im Auftrag der UN gecharterten Flugzeuges an der Grenze zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Nordrhodesien - dem heutigen Sambia, 17 Kilometer östlich des Flugplatzes von Ndola, als er unterwegs war zu einem Treffen mit dem Präsidenten der abtrünnigen Kongo-Provinz Katanga, Moïse Tschombé, wo er im Auftrag der Vereinten Nationen vermitteln wollte. Mit ihm starben auch die anderen 15 Insassen der Maschine. Bis heute ist umstritten, ob der Absturz durch einen Navigationsfehler, einen technischen Defekt oder einen Abschuss durch ein fremdes Flugzeug, durch katangische Truppen oder durch Söldner - wohl mit Beteiligung der US-amerikanischen CIA, des britischen MI6 oder Belgiens - erfolgte. Jedenfalls berichteten Augenzeugen, dass Hammarskjölds Flugzeug von einem zweiten Flugzeug angegriffen und beschossen wurde; andere bezeugten, dass die Maschine brennend abstürzte; der leitende Wartungstechniker der schwedischen Fluggesellschaft stellte fest, dass das Wrack mehrere Löcher aufwies, unter anderem im Bereich des Cockpits, die von einem Beschuss stammen könnten. 2014 berichtete die britische Zeitung The Guardian, dass der belgische Söldner Jan van Risseghem, der als Pilot in Diensten der katangischen Luftwaffe stand, Hammarskjölds Maschine abschoss. Der US-amerikanische Botschafter im Kongo informierte seine Regierung über den Abschuss, noch bevor das UN-Flugzeug offiziell gefunden wurde.

Hammarskjöld hinterließ ein spirituelles Tagebuch, das nach seinem Tod unter dem Titel Vägmärken, Zeichen am Weg, veröffentlicht wurde. 1961 wurde Hammarskjöld postum der Friedensnobelpreis verliehen - bis 1972 konnte dieser auch an einen erst nach dem Stichtag der Nominierung Verstorbenen vergeben werden. Sein Grab liegt im alten Teil des Friedhofs von Uppsala; in der Friedenskapelle im Dom in Uppsala wurde eine Gedenkstätte errichtet. An der Absturzstelle östlich von Ndola wurde eine Straße, ein Denkmal und ein Museum errichtet. Seit 2015 ist er auf den neuen schwedischen 1000-Kronen-Schein abgebildet.

Hammarskjölds spirituelle Tagebuch   Zeichen am Weg, eine Sammlung von gedanklichen Konzentraten





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 06.09.2016

Quellen:

• Karlmann Beyschlag: Dag Hammerskjöld. In: Gerhard Ruhbach (Hg.): Große Mystiker - Leben und Wirken. Ex Libris, Zürich 1986

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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