Ökumenisches Heiligenlexikon

Engelmar Unzeitig

Taufname: Hubert

Gedenktag katholisch: 2. März
nicht gebotener Gedenktag im Erzbistum München-Freising: 12. Juni

Name bedeutet: E: berühmt wie ein Engel (althochdt.)
H: der durch Verstand Glänzende (althochdt.)

Priester, Märtyrer
* 1. März 1911 in Greifendorf bei Zwittau, heute Hradec nad Svitavou bei Svitavy in Tschechien
2. März 1945 in Dachau in Bayern


Engelmar Unzeitig
Engelmar Unzeitig

Hubert Unzeitig, Sohn einer Bauernfamilie, arbeitete zunächst in der Landwirtschaft. Im Alter von 17 Jahren schloss er sich der Gemeinschaft der Mariannhiller Missionare in Reimlingen bei Augsburg an und erhielt den Ordensnamen Engelmar. Nach dem Studium der Theologie und Philosophie in Würzburg wurde er 1939 zum Priester geweiht und Pfarrer in Glöckelberg bei Krummau - dem heutigen Český Krumlov im Böhmerwald. Dort wurde er im April 1941 wegen tückischer Äußerungen und Verteidigung von Juden von der Gestapo verhaftet und ins KZ Dachau gebracht. Als 1944 eine Flecktyphus-Epidemie ausbrach, meldete er sich freiwillig zur Pflege der Kranken. Hunderten Sterbenden, darunter vielen Russen, spendete er die Sterbesakramente, zusammen mit anderen Priestern übersetzte er für sie den Katechismus auf Russisch. Andere Häftlinge rettete er vor dem Hungertod, indem er ihnen sein Essen gab. Als Engel von Dachau und Maximilian Kolbe der Deutschen wurde er verehrt, bis er selbst am Flecktyphus starb.

Engelmar Unzeitigs Asche wurde auf abenteuerliche Weise aus dem KZ geschmuggelt und auf dem städtischen Friedhof in Würzburg beigesetzt. 1968 übertrug man die Urne in die Kapelle der Mariannhiller Herz-Jesu-Kirche in Würzburg und richtete dort eine Gedenkstätte ein. Ungefähr 60 Briefe, die er aus dem KZ Dachau schrieb, sind erhalten.

Kanonisation: Das Seligsprechungsverfahren wurde 1991 eingeleitet. Am 3. Juli 2009 unterzeichnete Papst Benedikt XVI. das Dekret, das Engelmar Unzeitig als Märtyrer anerkennt, am 24. September 2016 wurde er im Kiliansdom in Würzburg im Auftrag von Papst Franziskus seliggesprochen.

Worte des Seligen

Liebe verdoppelt die Kräfte, sie macht erfinderisch, macht innerlich frei und froh. Es ist wirklich in keines Herz gedrungen, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben. Freilich trifft auch sie die raue Diesseitswirklichkeit mit all dem Hasten und Jagen und mit dem ungestümen Wünschen und Fordern, mit ihrer Zwietracht und mit ihrem Hass wie ein beißender Frost, aber die Strahlen der wärmenden Sonne der Liebe des allgütigen Vaters sind doch stärker und werden triumphieren, denn unsterblich ist das Gute und der Sieg muss Gottes bleiben, wenn es uns auch manchmal nutzlos erscheint, die Liebe zu verbreiten in der Welt.

Wenn man dem Getriebe der Welt etwas fern ist und mit Menschen aus allen Gegenden und Himmelsrichtungen zusammenkommt, weitet sich der Blick, man dann merkt wie kurz, wie geringfügig dieses Leben ist im Vergleich mit der Ewigkeit, mit ewigem Glück oder Unglück des Menschen, wovon der Mensch schon auf Erden ein Stück im Herzen trägt, je nachdem, ob er von Gottes oder des Teufels Absichten erfüllt ist.

Quelle: Brief vom 9. Juli 1944. In: Pater Andreas Rohring CMM (Hrsg.): Worte der Freiheit - Briefe aus der Haft: Pater Engelmar Unzeitig (1911-1945). München 2011
Brief vom 21. Mai 1944. In: ebd.

Zitate von Engelmar Unzeitig:

Gott lenkt alles mit wunderbarer Weisheit. Wir wissen nur nicht sofort, wozu alles gut ist. …
Wenn die Menschen wenigstens innerlich den Weg zum Frieden finden möchten, wenn sie schon äußerlich dieses Glückes entbehren müssen. Dafür wollen wir gern im neuen Jahr alles aufopfern und Gott darum anflehen. Wir dürfen ja nie vergessen, dass alles, was Gott schickt oder zulässt, alles zu unserem Besten gereichen soll.


Wie viel Trost gibt uns doch das Wort der Schrift: Die Leiden dieser Zeit sind gar nicht zu vergleichen mit der Himmelsseligkeit, die Gott denen bereitet hat, die ihn lieben und mit dem Frieden eines guten Gewissens.

Über seine Kräfte lässt ja Gott keinen versucht werden. Wir wollen daher mit Gottvertrauen in die Zukunft schauen und uns wie auch hier gegenseitig stützen, denn wahre Bruderliebe überwindet alle Bosheit der Welt.

Quelle: Brief vom 14. Januar 1944. In: Pater Andreas Rohring CMM (Hrsg.): Worte der Freiheit - Briefe aus der Haft: Pater Engelmar Unzeitig (1911-1945). München 2011
Brief vom 20. Mai 1942. In: ebd.
Brief vom 12. Juli 1942. In: ebd.

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 28.10.2019

Quellen:

• http://de.radiovaticana.va/news/2016/09/24/d_ordensbruder_%E2%80%9Epater_engelmar_ist_vorbild_f%C3%BCr_die_liebe%E2%80%9C/1260097

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.








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