Erkembodo von Thérouanne
Gedenktag katholisch: 12. April
in Thérouanne: Übertragung der Gebeine: 6. September
mit anderen aus Saint-Omer / Saint-Bertin: 26. Oktober
Name bedeutet: der schnelle Bote (althochdt.)
Erkembodo kam 696 zusammen mit Luglius und Luglianus aufs Festland. Sie besuchten den Bischof von Thérouanne und Erkembodo wurde Mönch im damaligen Kloster in Sithiu - dem heutigen Saint-Omer - unter Abt Bertin. Er wurde dann selbst der fünfte Abt des Klosters und 733 gleichzeitig Bischof von Thérouanne.
Erkembodo wurde in der Kirche des damaligen Klosters in Sithiu, der damaligen Kathedrale, bestattet. Eine Reliquie wird in der heutigen Kathedrale in Saint-Omer bewahrt, eine kleine Reliquie in der Pfarrkirche in Thérouanne, die anderen Reliquien wurden in der Französischen Revolution zerstört.
Das um 639 gegründete Bistum Thérouanne verschwand 1553, als Kaiser Karl V. die Stadt vernichtete; die offizielle Aufhebung erfolgte 1567. Von der Kathedrale und dem Bischofskomplex zeugen heute nur noch - sehr spärliche - Ausgrabungen. Seit 2009 gibt es wieder ein Titularbistum Thérouanne.
Im 11. Jahrhundert wurde das Kloster Sithiu nach Abt Bertin in Saint-Bertin umbenannz. Im 12. Jahrhundert wurde es dem Verband der Benediktinerklöster von Cluny angegliedert und reformiertDie Reformen von Cluny gingen im 10. Jahrhundert aus vom Benediktinerkloster Cluny in Burgund. Ziel war die strenge Beachtung der Benediktinerregel und Vertiefung der Frömmigkeit des einzelnen Mönches sowie eine neue Gewissenhaftigkeit bei der Feier des täglichen Gottesdienstes. Die Klosterwirtschaft sollte selbständig zum Erhalt des Klosters dienen können und die Klöster aus dem Herrschaftsanspruch der weltlichen Herren aber auch der Bischöfe herausgenommen und direkt dem Schutz des Papstes unterstellt werden.. Im Mittelalter stand es in hoher Blüte, seine Kirche war ein herausragendes Bauwerk der Gotik des 14. Jahrhunderts. 1791 wurde das Kloster in der Französischen Revolution aufgelöst und verfiel, die Steine wurden zum Bau des Rathauses verwendet. Heute sind Mauerreste erhalten und der Grundriss der Klosterkirche ist im Boden markiert.
Die spärlichen Ausgrabungen von
Kathedrale und Bischofskomplex in Thérouanne sind
verschlossen, sie können nach Voranmeldung beim Tourismusbüro in Thérouanne im Rahmen einer Führung besucht werden. (2026)
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Autor: Joachim Schäfer
- zuletzt aktualisiert am 06.06.2026
Quellen:
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl.,
Bd. 3. Herder, Freiburg im Breisgau 1995
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Liste_des_%C3%A9v%C3%AAques_de_Th%C3%A9rouanne - abgerufen am 06.06.2026
• https://pop.culture.gouv.fr/notice/merimee/PA00132967 - abgerufen am 06.06.2026
• Infotafel in der Pfarrkirche in Thérouanne
korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der
Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über
https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.