Ökumenisches Heiligenlexikon

Heinrich Planchat und Gefährten

französischer Name: Henry

Gedenktag katholisch: 26. Mai

Name bedeutet: der reiche Schützer (althochdt.)

Priester, Märtyrer
* 8. November 1823 in La Roche-sur-Yon bei Nantes in Frankreich
26. Mai 1871 in Paris in Frankreich


Emanuele Guardascione: Portraitbild, 2022
Emanuele Guardascione: Portraitbild, 2022 Foto: Yvon Sabourin

Heinrich Planchat, Sohn eines Richters, studierte dem Wunsch seines Vaters entsprechend Jura. Gleich nach Abschluss dieses Studiums trat er in Issy-les-Moulineaux ins Priesterseminar St-Sulpice ein. Während des Theologiestudiums nahm er an einer der Konferenzen der Gesellschaft des heiligen Vinzenz von Paul teil, entdeckte seine Berufung zur Armenfürsorge, kümmerte sich um die Pfarrbibliothek und beteiligte sich an der Schirmherrschaft der Brüder des heiligen Vinzenz von Paul. 1850 wurde er zum Priester geweiht und trat umgehend als erster Priester der neuen Kongregation bei, die bis dahin nur Laienbrüder hatte. Nach Diensten in verschiedenen Gemeinden wurde er 1863 zum KaplanEin Kaplan (von lateinisch capellanus, „der einer Hofkapelle zugeordnete Kleriker”) ist im deutschen Sprachraum ein römisch-katholischer Priester in den ersten Jahren nach seiner Weihe, der in der Regel noch einem erfahrenen Pfarrer unterstellt ist. In manchen Bistümern wird er Vikar genannt - dies ist die Bezeichnung des kanonischen Kirchenrechts von 1983 - in anderen Kooperator. des Patronats Sainte-Anne in Paris ernannt, das die Brüder von St-Vincent de Paul im März 1862 gegründet hatten. Er fand dafür neue Räume, wo es nun eine Turnhalle, Werkstätten für die Ausbildung von Lehrlingen und vor allem eine große Kapelle für die fast 500 Jungen und Lehrlinge gab.

Am 18. März 1871, am Tag des Beginns des Aufstandes der Pariser Kommune - einem während des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/1871 gebildeten revolutionären Stadtrat für Paris -, kamen Milizionäre, um Planchats Institut - erfolglos - nach Waffen zu durchsuchen. Am Gründonnerstag, dem 6. April, wurde Plancha verhaftet, dann verhört und am 13. April zusammen mit anderen religiösen Gefangenen ins damalige Gefängnis Mazas gebracht. Am 26. Mai verschärften sich die Kämpfe zwischen den Aufständischen und der konservativen Stadtregierung, die sich den deutschen Besatzern unterworfen hatte; Planchat wurde von Anhängern der Kommune zusammen mit neun weiteren Geistlichen und etwa vierzig Zivilisten aus dem Gefängnis geholt und zur damaligen Villa Vincennes gebracht. Von einer Menschenmenge beleidigt, geschlagen und zur Mauer des unbebauten Grundstücks gedrängt, gab ein Revolverschuss das Signal zum Massaker, das fast eine halbe Stunde dauerte und dem auch Heinrich Planchat sowie die Arnsteiner Patres Ladislas Radigue, Polycarpe Tuffier, Marcellin Rouchouze und Frezial Tardieu zum Opfer fielen.

Die Getöteten wurden in ein Massengrab geworfen. Der Aufstand der Kommune endete zwei Tage später, am 28. Mai, mit der Erschießung der vermutlich letzten aktiven 147 Kommunarden. Die Gebeine von Heinrich Planchat ruhen heute in der Kirche Notre-Dame-de-la-Salette in Paris.

Kanonisation: Der Prozess zur Seligsprechung von Heinrich Planchat wurde 1897 eingeleitet, kam dann aber zum Erliegen. Schließlich wurde er am 22. April 2023 durch durch Kardinal Marcello Semeraro, dem Präfekten der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsverfahren, im Auftrag von Papst Franziskus, in der Kirche des Priesterseminars St-Sulpice in Paris seliggesprochen.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 29.07.2023

Quellen:
• https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2023-04/frankreich-seligsprechung-fuer-5-martyrer-der-pariser-kommune.html - abgerufen am 20.06.2023
• https://fr.wikipedia.org/wiki/Henri_Planchat - abgerufen am 20.06.2023

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.


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