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Ökumenisches Heiligenlexikon

Isidor von Pelusium

auch: der Reiche

Gedenktag katholisch: 4. Februar

Gedenktag orthodox: 4. Februar

Gedenktag koptisch: 4. Februar
bedacht in der Basilius-Anaphora

Gedenktag armenisch: 4. Februar

Gedenktag syrisch-orthodox: 4. Februar

Name bedeutet: Geschenk der Göttin der Naturkraft Isis (griech.)

Priester, Mönch
* um 360 in Pelusium, heute Ruinen bei Tell el-Farama in Ägypten
† zwischen 431 und 451 in Ägypten


Isidor war verwandt mit == Theophilos, dem Patriarchen von Alexandria, und dessen Neffen Cyrill. Wohlhabend und gebildet, wurde er Priester und Mönch, dann Abt im Kloster von Pelusium / Pelusion - heute Ruinen bei Tell el-Farama. Ihm war die Bekämpfung des Missbrauchs im KlerusEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien., von den Diakonen bis zu den Bischöfen, ein Anliegen, das er mit vielen Briefen verfolgte. Von den etwa 3000 Briefen sind etwas mehr als 2000 erhalten geblieben, in denen Isidor neben Missständen in der Kirche auch biblisch-exegetische Probleme wie auch moralisch-asketische Fragen behandelt. Taten galten ihm mehr als Predigten.

Worte des Heiligen

Isidors Äußerungen sind bildhaft-konkret, wie hier, wo er das christliche Leben mit dem von Sportlern bzw. Kämpfern in der Arena vergleicht, wie in folgenden Briefausschnitten:

An den Lektor Timotheus: Was die Wettkämpfe betrifft, in die du, Bewundernswerter, verwickelt bist, so sei überzeugt: Das gegenwärtig Anstehende gleicht einem unsichtbares Sportstadium, in dem wir nicht mir sinnlich wahrnehmbaren Tieren, sondern mit geistigen Begierden zu kämpfen haben. Wenn diese nun unsere innere Kraft besiegen, dann gefährden sie nicht nur unseren Körper, sondern sie bringen selbst unserer Seele den Tod. Wenn sie aber besiegt und in die Flucht geschlagen werden, werden wir in aller Öffentlichkeit ruhmvolle Siegeskränze erlangen, und zwar hier [auf Erden] recht häufig, danach aber [im kommenden Leben] auf jeden Fall, Denn dem künftigen Äon [Zeitalter] sind die Siegespreise anvertraut, so wie dem hiesigen Äon die Kampfplätze.

An den Priester Archontios: Wenn solche, die von den scharfen Stacheln des irdischen Ruhms angetrieben werden, aus freien Stücken gewaltige Mühen auf sich nehmen, wäre es dann nicht recht, dass die, die von den Pfeilen des überirdischen Ruhms verwundet wurden, viel mehr noch von Jugend an sich zum mühevollen Kampf bereit machen?

An den Priester Aphrasios: Auch wenn unser Kampf sich nicht gegen Fleisch und Blut richtet, soll man doch von denen, die gegen Fleisch und Blut kämpfen, [inspiriert,] die Gesetze des Wettkampfs lehren. Wie also die Wettkämpfer nicht nur ihre Kleider ausziehen - das Ausziehen der Kleider geht nämlich dem Wettkampf voraus -, sondern auch ihre Haare abschneiden und den Körper mit Öl einreiben, um nicht an den Haaren gepackt zu werden und um durch das Öl die Hände des Gegners abgleiten zu lassen, und sie erst dann zum Wettkampf schreiten, so sollen auch wir, wenn wir den Siegeskranz erringen wollen, zuerst den alten Menschen zusammen mit seiner ganzen Aktivität ausziehen, die äußeren Dinge abschneiden und für Almosen verwenden und so aller Sorge und Kleidung ledig in die Arena der Tugend treten, um den olympischen Wettkampf um diese Seele auszufechten. Wenn wir aber nichts Derartiges tun und uns trotzdem einbilden zu kämpfen und uns dieser Bezeichnung auch rühmen, dann werden wir erstens im Diesseits von klugen Leuten ausgelacht werden; nachher [im Jenseits] aber werden wir mit Sicherheit erfahren, dass wir von uns selbst getäuscht worden sind, dann nämlich wenn wir ohne Siegeskränze bleiben und sogar noch zur Abbüßung der Strafen abgeführt werden.

Quelle: Sancti Isidori Pelusiotae: Epistolarum libri quinque, Buch 1, Brief 4. In: Patrologia Graeca, t. 78, Sp. 181f
Sancti Isidori Pelusiotae: Epistolarum libri quinque, Buch 5, Brief 27. In: Patrologia Graeca, t. 78, Sp. 1339f
Sancti Isidori Pelusiotae: Epistolarum libri quinque, Buch 2, Brief 161. In: Patrologia Graeca, t. 78, Sp. 615f

Zitate von Isidor von Pelusium:

Man beschreitet den Weg des geistlichen Lebens eher durch das Handeln als durch das Reden. Wenn dir also ungeschmälerter Lohn am Herzen liegt, dann schätze das Schön-Reden für gering ein und kümmere dich um das Recht-Handeln!

Es ist überaus schandbar, über die dir Untergebenen herrschen zu wollen, wenn du dabei ertappt wirst, dass du nicht einmal dich selbst beherrschen kannst.

Wenn du Epikur [d. h. hier: einen genusssüchtigen Lebemann] bewunderst und im Blick auf ihn dein Leben einrichtest, wie kannst du da behaupten, ein Christ zu sein? Wenn du dich Christ nennen willst, weshalb führst du dann einen epikureischen Lebensstil?

Halte die Lesung der Heiligen Schriften für eine Wegzehrung [für den Weg] zum Heil! Denn sie nährt mit trefflichen Beispielen die Liebe zum Schönen und den Mut derer, die sie mit Eifer hören.

Quelle: Sancti Isidori Pelusiotae: Epistolarum libri quinque, Buch 1, Brief 14. In: Patrologia Graeca, t. 78, Sp. 189f
Sancti Isidori Pelusiotae: Epistolarum libri quinque, Buch 2, Brief 111. In: Patrologia Graeca, t. 78, Sp. 465f
Sancti Isidori Pelusiotae: Epistolarum libri quinque, Buch 2, Brief 22. In: Patrologia Graeca, t. 78, Sp. 471f
Sancti Isidori Pelusiotae: Epistolarum libri quinque, Buch 2, Brief 53. In: Patrologia Graeca, t. 78, Sp. 515f

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 24.10.2019

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• http://ocafs.oca.org/FeastSaintsViewer.asp?FSID=100422
• http://198.62.75.1/www1/ofm/mad/discussion/139discuss.html

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.