Ökumenisches Heiligenlexikon

Joseph Louis Bernardin

Gedenktag katholisch: 14. November

Name bedeutet: J: Gott hat hinzugefügt (hebr.)
L: berühmter Krieger (althochdt.)

Erzbischof von Cincinnati und von Chicago, Kardinal
* 2. April 1928 in Columbia in South Carolina in den USA
14. November 199 in Chicago in den USA


Joseph Louis, Sohn von Joseph Bernardin und Maria Simion, einem italienischen Einwandererpaar, verlor seinen an Krebs erkrankten Vater im Alter von sechs Jahren; seine Mutter arbeitete dann als Näherin. Er studierte dann Philosophie in Baltimore in Maryland und Theologie an der Katholischen Universität in Washington. 1952 wurde er in Charleston in South Carolina zum Priester geweiht und war dann dort als Pfarrer tätig. 1966 wurde er Titularbischof von Lugura - dem heutigen Aïn-Laoura bei Rehia in Algerien - und Weihbischof von Atlanta und war der jüngste katholische Bischof der USA. 1968 trat er als Weihbischof von Atlanta zurück, um der erste Generalsekretär der Nationalen Konferenz der katholischen Bischöfe zu werden; in diesem Amt war er maßgeblich beteiligt an der Gründung der Kampagne zur Bekämpfung der Armut und für menschliche Entwicklung. 1972 wurde er Erzbischof von Cincinnati, dann auch zum Präsidenten der Nationalen Konferenz der katholischen Bischöfe gewählt; als solcher setzte er sich ein für die ökumenische Beziehungen zu Juden und Protestanten. 1982 wurde er Erzbischof von Chicago, wo er die zuvor wegen Willkür und finanziellem Fehlverhalten angeschlagene Verwaltung ordnen musste. 1983 wurde er von Papst Johannes Paul II. zum Kardinal mit der Titelkirche Gesù Divino Lavoratore ernannt.

Bernardin entwickelte die Consistent Ethic of Life, die Konsequente Lebensethik, wonach Themen wie Abtreibung, Todesstrafe, Militarismus, Sterbehilfe, soziale Ungerechtigkeit und wirtschaftliche Ungerechtigkeit eine konsequente Anwendung moralischer Prinzipien erfordern, die die Heiligkeit des menschlichen Lebens bewerten. 1985 richtete er eine AIDS-Task Force zur unterstützung von AIDS-Kranken ein, 1989 eröffnete er ein Haus für davon Betroffene. Besonderes Anliegen war ihm die Ökumene; 1984 gründete er den Rat der Religionsführer der Metropole Chicago, 1993 besuchte er das Weltparlament der Religionen in Chicago. 1995 leitete er eine interreligiöse Pilgerreise ins Heilige Land und forderte die katholische Kirche auf, eine Friedenskirche zu werden.

Bernardin gehörte zu den ersten Bischöfen, die sich in den USA mit dem Thema sexuellen Missbrauchs durch Geistliche befassten und setzte die stärkste und umfassendste Politik gegen solche Priester um, denen sexuelles Fehlverhalten gegenüber Minderjährigen vorgeworfen wurde. Seine Reformen zu diesem Thema dienten bald als Vorbild für andere Diözesen im ganzen Land, seine Erzdiözese startete 1992 eines der ersten Programme des Landes zur Unterstützung des Opfers. Bernardin wurde, wie er in einer Pressekonferenz offenbarte, selbst wegen sexuellen Fehlverhaltens angeklagt, aber sein Ankläger widerrief später seine Aussage. 1995 wurde bei ihm eine Krebserkrankung festgestellt, an der er schließlich starb.

Der konservative katholische Publizist George Weigel nannte Bernardin den wohl mächtigsten katholischen Prälaten in der amerikanischen Geschichte.

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 16.06.2020

Quellen:
• https://en.wikipedia.org/wiki/Joseph_Bernardin
• https://en.wikipedia.org/wiki/Sexual_abuse_scandal_in_the_Catholic_archdiocese_of_Chicago

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/1175439177 und http://d-nb.info/969828497 abrufbar.








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