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Ökumenisches Heiligenlexikon

Karl Mez

eigentlich: Carl Christian

Gedenktag evangelisch: 28. Mai

Name bedeutet: der Tüchtige (althochdt.)

Fabrikant, Wohltäter
* 20. April 1808 in Kandern im Schwarzwald in Baden-Württemberg
† 1877 in Freiburg in Baden-Württemberg


Karl Mez, Sohn des gleichnamigen Besitzers einer erfolgreiche Seidenbandweberei, besuchte in Freiburg das Polytechnische Institut, absolvierte eine Lehre in einem Schweizer Handelshaus erwarb er sich in Italien umfassende Kenntnisse in der Seidenraupenzucht und Seidenfabrikation. In Freiburg konstruierte er 1828 eine Maschine, die erstmals einen fortlaufenden Faden automatisch zwirnen konnte; daraus wurde die mit Wasserkraft betriebene Nähseidenfirma in Freiburg, die zeitweise mehr als 1200 Menschen beschäftigte. Mez war erschüttert von den Zuständen in seiner Zeit: Unzucht, Ungehorsam, Fresserei, Luxus und Armut nimmt zu. Genusssucht wächst, Enthaltsamkeit verschwindet. In seinen Betrieben stand ihm das Wohl der Arbeitenden über Wirtschaftlichkeit und Gewinn: Der Mensch muss höher geachtet werden als die Maschine. In ihm wohnt die Seele, die zum ewigen Leben bestimmt ist. Viele soziale Versorgungs- und Schutzleistungen für Arbeiter und Angestellte gab es in seinen Fabriken erstmals in Deutschland: Für die lohnabhängigen Mädchen gab es Kurse in Nähen, Flicken, Stricken und Kochen, um sie vor lasterhaften Kneipenbesuchen zu bewahren. Einen Teil ihres Lohnes legte Mez auf die firmeneigenen Sparkasse und verzinste das Geld mit fünf Prozent. Im Krankheitsfall trug die Firma 40 Prozent der Spitalkosten. Auch behinderte Arbeiterinnen wurden eingestellt, die sonst übliche Kinderarbeit war in seinem Unternehmen abgeschafft.

Karl Mez' Nähseidenfirma</a> in Freiburg, Lithographie, 1904; an ihrer Stelle steht heute das Gebäude des Südwestrundfunks
Karl Mez' Nähseidenfirma in Freiburg, Lithographie, 1904; an ihrer Stelle steht heute das Gebäude des Südwestrundfunks

Als Mitglied des Badischen Landtag ab 1844 prangerte der erfolgreiche Seidenfabrikant die ungerechte Vermögensverteilung an: Groß ist die Kluft zwischen Armen und Reichen, und täglich wird sie noch größer. Durch den Übermut der einen wächst stündlich das Elend der andern. 1848 vertrat er die Schwarzwaldbezirke als Abgeordneter in der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche. Mit dem radikaldemokratischen badischen Politiker Friedrich Hecker war Mez gut befreundet, distanzierte sich aber von ihm, als dieser 1848 in Baden zum gewaltsamen Aufstand aufrief.

Das Scheitern des Kampfes für einen freiheitlichen Rechtsstaat war für Carl Mez dennoch eine große Enttäuschung, er unterstützte die beim Aufstand gefangen Genommenen. Auch auf der Weltausstellung 1864 in Paris setzte er sich für das leibliche und geistige Wohlergehen der Arbeiterschaft ein. In Schopfheim erwarb er 1872 eine Baumwollweberei und wandelte sie um in eine Bundesfabrik mit Beteiligung der Arbeiterschaft am Eigentum; nach fünf Jahren scheiterte das Projekt, weil leitende Angestellte Geld veruntreut hatten.

In Freiburg spendete Karl Mez den Grundstock zur Gründung des Evang. Stiftes als Altenhilfeeinrichtung, die heute noch besteht. Die Firma Mez ging auf in der Handelsfirma Coats Deutschland in Kenzingen bei Freiburg, der Markenname Mez blieb erhalten.

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 09.12.2016

Quellen:
• http://www.glaubenszeugen.de/kalender/m/kalm100.htm
• http://www.badische-zeitung.de/gundelfingen/was-carl-mez-mit-gundelfingen-verbindet--8246491.html
• http://www.badische-zeitung.de/freiburg/carl-mez-einst-eine-firma-von-weltruf--73745429.html

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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