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Ökumenisches Heiligenlexikon

Pierre Chanel

ganzer Name: Pierre-Louis-Marie

Gedenktag katholisch: 28. April
nicht gebotener Gedenktag
Fest in Neuseeland und bei den Maristenpatern
gebotener Gedenktag in Australien und bei den Maristenbrüdern
Messe an einigen Orten
nicht gebotener Gedenktag im Erzbistum Mailand und im Ambrosianischen      Die Ambrosianische Liturgie entstand im 8. Jahrhundert unter orientalischem Einfluss, sie wird auf Ambrosius von Mailand zurückgeführt, von dem wohl die meisten Texte auch stammen. Sie wird v. a. in der Kirchenprovinz Mailand und im Bistum Lugano benutzt. Karl Borromäus förderte diese Sonderform, im Mittelalter wurde aus ihr auch die Gleichwertigkeit des Mailänder Erzbistums gegenüber Rom abgeleitet. Teil des Bistums Lugano: 26. April
nicht gebotener Gedenktag im Bistum Bilbao: 27. April

Gedenktag anglikanisch: 28. April

Name bedeutet: der Fels (griech. - latein.)

Glaubensbote in Ozeanien, Märtyrer
* 12. Juli 1803 in La Potière, Ortsteil von Foissiat im Département Ain in Frankreich
† 28. April 1841 auf der Insel Futuna in Ozeanien, heute zu Frankreich gehörig


Pierre Chanel wurde als Sohn eines Schäfers geboren, aber schon bald von seinem Bischof ob seiner Intelligenz und Glaubensstärke beachtet. Er wurde Priester und 1831 Mitglied im neuen Orden der => Maristenpatres. 1837 wurde er - möglicherweise durch Papst Gregor XVI. persönlich - als Missionar in die Südsee geschickt. Missionsarbeit auf Tahiti und Tonga wurde von Protestanten verhindert, deshalb wirkte er als Glaubensbote auf der Insel Futuna in Westozeanien.

Statue in der Karmeliterkirche in Avignon
Statue in der Karmeliterkirche in Avignon

Als er den Sohn des Häuptlings Niuliki zum Glauben bekehrte und taufte, fürchtete der König um seine Herrschaft und ließ Pierre ermorden. Dennoch wurde schon bald die ganze Insel katholisch. Pierre war der erste Märtyrer Ozeaniens.

Kanonisation: Pierre Chanel wurde am 13. Juni 1954 durch Papst Pius XII. heiliggesprochen.

Worte des Heiligen

In einer Predigt über Matthäusevangelium 11 ,6 (Selig, wer an mir keinen Anstoß nimmt) aus dem Jahr 1827 spricht Chanel über die Menschenfurcht. Offensichtlich war es in einer Zeit, die noch stark von der Aufklärung geprägt war, nicht leicht, entschieden nach dem Glauben zu leben und sich dazu auch zu bekennen.
Jesus Christus hat sich nicht geschämt, aus Liebe zu euch nackt zu erscheinen: Und ihr schämt euch, euch zu Füßen seines Kreuzes niederzuwerfen und euch in seinem heiligen Tempel bescheiden zu zeigen, die Augen gesenkt, die Hände gefaltet, in andächtiger und demütiger Haltung!
Um euch der Macht des bösen Geistes zu entreißen, hat Jesus Christus sein ganzes Blut vergossen: Und ihr wagt es nicht, bloß aus Angst vor einer kleinen spöttischen Bemerkung, den Mund zu seiner Verteidigung zu öffnen, wenn man über seine Heilsgeheimnisse spottet und seine Religion lästert.
Anbetungswürdiger Jesus! Du wirst es eines Tages diesen feigen Seelen vergelten; wenn sie sich deiner vor den Menschen schämten, wirst du dich ihrer vor deinem himmlischen Vater schämen: Ihr Undankbaren, wird er zu euch sagen: Ihr habt euch geschämt, zu mir zu gehören! Bei tausend Gelegenheiten habt ihr den Anschein erweckt, mich nicht zu kennen; auch ich kenne euch nicht mehr, weg von mir …!
Sagt mir, meine lieben Brüder, schämt ihr euch ein Ehrenmann zu sein? Rühmt ihr euch nicht im Gegenteil eurer Ehrenhaftigkeit und Rechtschaffenheit? Warum schämt ihr euch dann, Christ zu sein und als solcher zu erscheinen?
Schämt ihr euch, dem Kaiser zu geben, was dem Kaiser gehört, und den Menschen das, was ihr ihnen schuldet? Warum schämt ihr euch dann, Gott öffentlich die Ehre eurer Anbetung, eurer Liebe, eurer Dankbarkeit, eures Eifers und aller Gefühle, die ihr ihm schuldet in vielerlei Hinsicht, zu geben? Ist Frömmigkeit denn ein Verbrechen, die Andacht ein Schandfleck, der Leute von Welt diffamiert und entehrt?
Ach mein Gott, wie viele sind es, die sich schämen, dir zu dienen! Doch was sage ich, wie viele sind es, die es sich als Verdienst anrechnen und als Ehre, dir nicht zu dienen! Das nenne ich ein Übermaß an Blindheit und Torheit! …
Selig, mein Erlöser, selig, wer an dir und deinem Evangelium keinen Anstoß nimmt und nicht daran zu Fall kommt! Selig, wer den unschätzbaren Wert und den schönen Namen Christ jedem Ruhm dieser Welt vorzieht; selig, der hoch erhobenen Hauptes angesichts deiner Weisungen geht; der öffentlich deinen heiligen Namen bekennt: nicht nur in der Versammlung von Gerechten, sondern vor allem in der Versammlung von Sündern; selig, wer die Frömmigkeit laut lobt, wo immer er sich befindet; der im Geheimen wegen seiner Schwäche seufzt und ein heiliges Verlangen nach solchen trägt, deren sittliches Leben über dem seinen steht; selig, wer sich nicht fürchtet, dich inmitten deiner Feinde zu verteidigen und denen, die die Lüge und die Maximen der Welt predigen, den Mund zu stopfen. Du wirst ihm in diesem Leben mit einem Zuwachs an Weisheit vergelten, und ihn nach seinem Tod als treuen Diener in die ewige Seligkeit der Heiligen aufnehmen.

Quelle: Écrits du Père Pierre Cganel, établis, présentés et annotés par C. Rozier. Paris 1960, S. 86f

Zitate von Pierre Chanel:

Wir müssen Gott dienen; denn nichts ist ruhmvoller, nichts gerechter, nichts freudvoller, nichts angenehmer.

Je höher gestellt ein Mensch über seinesgleichen gestellt ist durch seinen Rang oder durch seine Geburt, umso höher ist auch die Ehre, wenn man ihm dienen darf. Wer wird dann das unermessliche Gewicht der Ehre ermessen können, die diejenigen erwerben, die das unschätzbare Vorrecht haben, dem dienen zu dürfen, der nicht nur über den größten Machthabern steht, sondern der der souveräne Herr, das Sein schlechthin, der Ich-bin-der-ich-bin [so die sinngemäße Übersetzung des hebräischen Gottesnamens Jahwe] ist?

Wir müssen Gott dienen, weil er uns geschaffen, erlöst und geheiligt hat. … Ihr jungen Kinder, ich wende mich an euch, sagt mir: Wer hat euch das Dasein geschenkt? Wer hat bewirkt, dass ihr, die ihr nicht wart, zu existieren begannt? Ihr antwortet mir alle mit eben solcher Wahrheit wie Treuherzigkeit, dass es Gott ist, das souveräne Sein und der Schöpfer aller Dinge: Er hat uns geschaffen und nicht wir uns selbst. Ich fahre fort und frage euch: Warum hat er euch dieses Dasein geschenkt? Ihr antwortet mir nochmals: um in zu lieben und ihm zu dienen. Ja, meine lieben Brüder, um ihm zu dienen, und - die Schöpfung vorausgesetzt - Gott kann uns zu keinem anderen Zweck das Dasein geben, denn er selbst ist das Ziel von allem wie auch der Ursprung.

Quelle: Écrits du Père Pierre Cganel, établis, présentés et annotés par C. Rozier. Paris 1960, S. 78 - 81; eigene Übersetzung

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB,
Benediktinerabtei Schäftlarn,
für die Katholische SonntagsZeitung

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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 11.11.2019

Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 8. Herder, Freiburg im Breisgau 1999

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel
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