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Ökumenisches Heiligenlexikon

Heiliger Abend

Gedenktag katholisch: 24. Dezember
Vigil von Fest der Geburt des Herrn

Gedenktag evangelisch: 24. Dezember

Gedenktag anglikanisch: 24. Dezember

Das weltweit wohl bekannteste Weihnachtslied nach der ältesten erhaltenen Handschrift von Joseph Mohr, um 1823, heute gekürzt im Gotteslob Nr. 249 und im Evangelisches Gesangbuch Nr. 46

Stille Nacht! Heil'ge Nacht!
Alles schläft. Einsam wacht,
Nur das traute heilige Paar,
Holder Knab’ im lockigten Haar;
Schlafe in himlischer Ruh!
Schlafe in himmlischer Ruh!

Stille Nacht! Heil'ge Nacht!
Gottes Sohn! O! wie lacht
Lieb' aus Deinem göttlichen Mund,
Da uns schlägt die rettende Stund;
Jesus! in Deiner Geburth!
Jesus in Deiner Geburth!

Stille Nacht! Heil'ge Nacht!
Die der Welt Heil gebracht,
Aus des Himmels goldenen Höh’n,
Uns der Gnade Fülle läßt seh’n
Jesum in Menschengestalt!
Jesum in Menschen-Gestalt!

Stille Nacht! Heil'ge Nacht!
Wo sich heut alle Macht
Väterlicher Liebe ergoß,
Und als Bruder Huldvoll umschloß
Jesus die Völker der Welt!
Jesus die Völker der Welt!

Stille Nacht! Heil'ge Nacht!
Lange schon uns bedacht,
Als der Herr vom Grimme befreyt,
In der Väter urgrauer Zeit
Aller Welt Schonung verhieß!
Aller Welt Schonung verhieß!

Stille Nacht! Heil'ge Nacht!
Hirten erst kundgemacht
Durch der Engel Hallelujah!
Tönt es laut bey Ferne und Nah
Jesus der Retter ist da!
Jesus der Retter ist da!

Der Heilige Abend ist kein Feiertag: es gibt nichts zu gedenken, nichts zu feiern. Aber als Vorabend des Festes der Geburt Christi ist er zur Vorbereitung auf das Fest bestimmt.

Die katholische Kirche hat traditionell mit Tagesbeginn um 0 Uhr am 25. Dezember die Geburt Christi gefeiert, da er ja in der Nacht geboren sei (Lukasevangelium 2, 8). Auf diesen Vespergottesdienst haben sich die Gläubigen vorbereitet, um diese Vorbereitungen herum hat sich ein immer reicheres Brauchtum entwickelt. Die Gottesdienste in der Christnacht wurden teilweise inzwischen zeitlich vorverlegt, auch in der Evangelischen Kirche hat sich der Brauch, am Vorabend von Weihnachten Gottesdienste zu feiern, immer mehr eingebürgert. So entstand die heute übliche Form der Feiern am Heiligen Abend - daraus folgte dann leider eine Entwertung des eigentlichen Festes der Geburt Christi am 25. Dezember.

Weil der Heilige Abend noch zur Adventszeit gehört, ist er eigentlich noch ein Fastentag; daher die Tradition, dass fleischlose Speisen auf den Tisch kommen: Fisch in allen Variationen, vor allem Karpfen oder Pasteten, Gemüse und Backwaren. Das am heiligen Abend den Kindern zunächst verschlossene Weihnachtszimmer geht auf das verschlossene Paradies zurück: beim Öffnen der Tür wird der Wiedereinzug dorthin sinnbildlich vorweggenommen.

Bauernregel: Wenn's zu Heiligabend schneit, / ist das Weihnachtsfest nicht weit.
Ist's Heiligabend hell und klar, / folgt ein höchst fruchtbares Jahr.
Christnacht im wachsenden Mond / gibt ein Jahr, das sich lohnt.
Wer sein Holz um Christmett fällt, / dem sein Haus wohl zehnfach hält.





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Autor: Joachim Schäfer - zuletzt aktualisiert am 04.12.2018
korrekt zitieren:
Joachim Schäfer: Artikel
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.info/969828497 abrufbar.

Quellen: