Ökumenisches Heiligenlexikon

Einführung Verzeichnis der Übersichten

15. September

1. † Gedenktag der allerseligsten Jungfrau Maria als der Schmerzreichen, Schmerzhaften Mutter, die unter dem Kreuz Jesu stehend, dem heilbringenden Leiden des Sohnes zuinnerst und wahrhaftig verbunden worden ist und so die neue Eva geworden ist, damit, weil der Ungehorsam der ersten Frau und Mutter aller Lebenden, Eva zum Tod geführt hatte, Maria in ihrem bewundernswerten Gehorsam das Leben gebracht hat. Verehrt werden, als die Sieben Schmerzen:
1. das Wort vom Schwert, das Simeon bei Jesu Darstellung im Tempel sprach: (Lk 2, 35)
2. die Flucht nach Ägypten: (Mt 2, 13)
3. das Suchen nach dem Zwölfjährigen in Jerusalem: (Lk 2, 48)
4. die Begegnung auf dem Kreuzweg: (vgl. Klgl 1, 12)
5. das Stehen unter dem Kreuz: (Joh 19, 25)
6. das Empfangen des Leichnams: (Joh 19, 38; Klgl 2, 13)
7. die Grablege: (Joh 19, 42; Lk 23, 35).
Das Marienfest "Dolores", das Fest zum Gedächtnis der "Sieben Schmerzen Mariens" war in Köln schon 1423 bekannt, vom 15. Jahrhundert an stellte die Kunst die volkstümliche "Mater dolorosa" mit den Schwertern in der Brust dar. Von Papst Pius VII. wurde das Fest 1814 zum Dank für seine geglückte Heimkehr aus der fünfjähigen, durch die Franzosen verhängten Gefangenschaft für die ganze Kirche verfügt.

2. † zum 15. September wurde in Rom der Gedenktag eingeführt, für den heiligen Märtyrer Nicomedes, zu dessen Ehren, nach der Auffindung seiner Reliquien auf dem Coemeterium an der Via Nomentana, Papst Bonifatius V. die Grabmal-Basilika errichtet hat.
Der heilige Nikomedes, Νικομεδης Nikomedier, war nach der Überlieferung, Priester in Rom um 100. In der domitianischen Verfolgung begrub er die heilige Märtyrin Felicula (13. Juni/2), die junge Glückliche, und wurde dabei verhaftet. Er weigerte sich, das vorgeschriebene Götzenopfer darzubringen: Ich opfere niemandem, außer dem allmächtigen Gott, der im Himmel regiert! Daraufhin wurde er mit Bleigeißeln zu Tode geprügelt und in den Tiber geworfen. Geborgen und begraben wurde er von einem KlerikerEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien. namens Justus, Gerechter, vor der Porta Nomentana in einer kleinen Katakombe; dort wurde ihm zu Ehren eine Kapelle errichtet.
Die Kirche mit dem Titulus Nicomedis innerhalb der Stadtmauern, die später Petrus und Marcellinus geweiht wurde, hat mit diesem Heiligen nur den Namen gemeinsam, nämlich den des Stifters dieses Versammlungshauses der Christen für den Gottesdienst.

3. † an einem 15. September um 178, wurde in Tournus am Fluss Héraut bei Lyon, enthauptet, der heilige Märtyrer Valerian, Saint Valérien, der dem großen Märtyrersterben von Lyon (2. Juni 177/2) entronnen, nach Tournus in die Bourgogne geflohen, dort auf einem Markt sehr einfach leben konnte, bis er entdeckt, gefoltert und getötet wurde, nach der Überlieferung von demselben Richter, der für das Massaker von Lyon verantwortlich war.

4. † am Dienstag, dem 15. September 319, wurden in Tomi in Skythien, heute Tomisvar in Rumänien, um Christi willen ermordet, die dorthin verbannten heiligen Märtyrer Straton, Valerius, Makrobius und Gordianus unter Kaiser Licinius.

5. † am Samstag, dem 15. September 372, wurde der heilige Märtyrer Nicetas der Gothe, auf Befehl des arianischen Königs der Ostgoten Athanaric, um des katholischen Glaubens willen lebendig verbrannt.

6. † am Dienstag, dem 15. September 358, entschlief in Lyon in Gallien, der heilige Bischof Alpinus, der des heiligen Justus (2. September/6) Nachfolger gewesen ist.

7. † am Samstag, dem 15. September 507, entschlief in Toul bei Nancy, ebenfalls in Gallien, der heilige Bischof Aper. Aper, Eber, Aprus, Saint Evre, war Bischof von Toul. Er erbaute vor der Stadt die Mauritiuskirche. Er wurde in seiner Kirche begraben. Über seinem Grab entstand die Abtei Saint Evre.

8. † am Sonntag, dem 15. September 687, entschlief im Kloster Jumièges in der Normandie, der heilige Abt Aichadrus, Saint Achard, der, ein Schüler des heiligen Gründerabtes Philibert (20. August um 684/4), von diesem zu seinem Nachfolger bestimmt, vierzig Jahren im Kloster Saint-Jean d’ Ansiou, Poitou, als aufmerksamer Vater und Meister des geistlichen Lebens, gelebt hat.

9. † am Donnerstag, dem 15. September 852, wurden in Cordoba in Andalusien, enthauptet, die heiligen Märtyrer Emilas, Emila, ein Diakon, und Jeremia, denen, in der Verfolgung durch die Mauren, nach langer Quälerei im Kerker, schließlich für Christus die Hälse abgeschnitten worden sind und die so ihr Martyrium vollendet haben.
Siehe auch 3. Juni, 9/24 - 25

10. † am Samstag, dem 15. September 1386, entschlief in Bargone, Borgo San Domnino, Busseto im Gebiet Salseto-Fidentino, Salsomaggiore, in der Emilia, der selige Anachoret Roland de Medici de Salsomaggiore, der 26 Jahre lang an gefährlichen und einsamen Stellen in höchster Abstinenz gelebt hat, mit Gott allein in Verbindung, und in den Wäldern bei Borgo San Domnino, entkräftet und sterbend aufgefunden worden ist.

11. † am Sonntag, dem 15. September 1510, entschlief in Genua in Ligurien, die heilige Witwe Catharina Fieschi, gebürtig aus vornehmer genueser Familie, fühlte sich von Jugend an zum klösterlichen Leben hingezogen, wurde aber 16-jährig gezwungen zur Ehe mit einem gewalttätigen reichen Mann; 26-jährig lebte sie konsequent aszetisch und bekehrte ihren Mann, der als Drittordensmitglied der Minderbrüder lebte und starb. Sie wurde berühmt durch ihre Weltverachtung, ihre harte Fastenübungen, ihre Liebe zu Gott und Zuneigung zu Bedürftigen und Kranken.

12. † am Donnerstag, dem 15. September 1622, wurde in Omura auf der Insel Hirado vor Nagasaki, lebendig langsam verbrannt, der selige Priester und Märtyrer Camillo Costanzo, 50 J., ein Italiener, aus der Gesellschaft Jesu, der, auf Befehl des höchsten Führers Hidetada, im Feuer verbrannt worden ist, der sogar auf dem Scheiterhaufen nicht aufgehört hat, Christus zu predigen.
Siehe 10. September, 11/110

13. † am Mittwoch, dem 15. September 1700, wurden für Christus grausam ermordet, in San Pedro am Tanga-Hügel, Mexiko, die beiden Brüder, die seligen Märtyrer Juan Bautista und Jacinto de los Ángeles, etwa 40 J., Angehörige des Stammes Zapoteca in Oaxaca. Sie waren eine Art Aufseher, die im Auftrag der Kirche und der Regierung, darüber wachten, dass die Neubekehrten nicht in heidnische Praktiken zurückfielen. Am 14. September wurde ihnen berichtet, dass im Privathaus eines Indios in San-Francisco-Cajonos, mehrere Personen an einem Ahnenkult-Götzendienst teilnahmen. Sie überraschten die Feiernden bei ihrem Kult. Am Tag darauf wurden der Provinzial der Dominikaner von Oaxas und der Verantwortliche für die Ordnung in Villa Alta do San Ildefonso informiert, aber die Ertappten rotteten ich bereits zusammen um schnell Rache zu nehmen. Die beiden Brüder, beide auch Familienväter, suchten Zuflucht im Dominikanerkloster. Die Götzendiener erzwangen schließlich deren Auslieferung, schleppten sie an einen Hügel Tanga, stürzten sie hinab und ermordeten sie mit Messern und Keulen; ihr Herz wurde herausgerissenen und Hunden vorgeworfen. Die Stätte des Martyriums heißt seitdem Monte Fiscal-Santos, Hügel der Heiligen Aufseher. Ihre Seligsprechung durch Papst Johannes-Paul II. erfolgte am 1. August 2002 in Mexiko-City, Ciudad Mexico.

14. † am Sonntag, dem 15. September 1929, entschlief in Wien, der selige Priester Antonius Maria Schwartz, der für die Seelsorge der Rekruten, der Jugendlichen und der Arbeiter, besonders auch um deren Rechte zu verteidigen, eine Kongregation nach dem Vorbild des heiligen Joseph von Calasanz (25. August 1648/2), gegründet hat, das Liebeswerk vom heiligen Joseph Calasanctius, zum Wohl der christlichen Arbeiter.

15. † am Dienstag, dem 15. September 1936, wurde im Dorf Llosa de Ranes im Gebiet Valencia, erschossen, der selige Priester und Märtyrer Pascual Penadés Jornet, 52 J., der zur Zeit der Verfolgung, durch seinen irdischen Kampf zur Fülle des ewigen Heile gelangt ist.
Siehe auch 29. Dezember, 11/111

16. † am Dienstag, dem 15. September 1942, wurde im Konzentrationslager Dachau bei München umgebracht, der selige Priester und Märtyrer Ladislaus, Wladislaw Miegon, 50 J., Militärpfarrer, der, aus Polen durch das Regime, das Gott und den Menschen Feind war, um des Glaubens willen gezwungenermaßen verschleppt worden ist und der dort durch Folterung zur glorreichen Siegeskrone gelangt ist.
Siehe auch 28. Mai, 14/73

17. † am Montag, dem 15. September 1952, entschlief in Neapel, der selige Paolo Manna, 80 J., geboren in Avellino, der 19-jährig in das Seminar des Istituto Missioni Estere, Institut für Auswärtige Missionen, in Mailand eintrat und 1894 im Dom zu Mailand die Priesterweihe empfing. Im folgenden Jahr wurde er in die Mission nach Ost-Birma ausgesandt, musste aber, nach 10 Jahren, aus gesundheitlichen Gründen nach Italien zurückkehren. Er blieb im Herzen Missionar und gründete 1916 die Unione Missionaria del Clero, der Pius XII. 1956 den Titel Pontificia, Päpstliche Vereinigung des Klerus für die Mission, verlieh, weil sie so segensreich sich über so viele Länder verbreitet hatte. 1909 war er bereits Direktor der Le Missioni Cattolice, gründete 1914 die Propaganda Missionaria. Besonders wirkte er für die Erneuerung des Glaubenslebens in Italien; dazu gründete er 1919 die Italia Missionaria. 1924 wurde er Generaloberer seines Instituts in Mailand, das zwei Jahre später von Pius XI. den Titel Pontificio I. M. E. erhielt. 1943 gründete er einen Zweig seines Päpstlichen Instituts in Süd-Italien und verlegte das Generalat nach Ducenta; dort gründete er die Monatsschrift Venga il tuo Regno, dein Reich komme. Er veröffentlichte sehr viele Kleinschriften. Nach seinem Tod in Neapel wurde er nach Ducenta überführt; dort ehrte ihn Papst Johannes-Paul II. am 13. Dezember 1990 durch seinen Besuch am Grab. Am 4. November 2001 erfolgte seine Seligsprechung.


aus dem MARTYROLOGIUM ROMANUM 2004 übersetzt und in vielen Teilen ergänzt
von † Klaus Martin Reichenbach, Priester der Erzdiözese Köln




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Autor: Klaus Martin Reichenbach - zuletzt aktualisiert am 13.08.2015
korrekt zitieren:
Klaus Martin Reichenbach: Artikel
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