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Ökumenisches Heiligenlexikon

Einführung Verzeichnis der Übersichten

20. August

1. † am Donnerstag, dem 20. August 1153, entschlief in seiner Gründung Clairvaux der heilige Abt Bernhard von Clairvaux, 63 J. Gebürtig aus burgundischem Adel, der Vater war Tescelin, ein Ritter des Herzogs von Burgund, die Mutter Aleth von Montbard, ging er zur Schule bei den Stiftsherren von Saint-Vorles, bei Châtillon-sur-Seine. Im April 1112 ging er, 23-jährig, mit 30 Freunden, darunter vier seiner fünf Brüder, ins Reformkloster Citeaux und festigte dort den Reformorden der Benediktiner, der nach diesem Kloster Zisterzienser genannt werden. Am 25. Juni 1115 gründete er als junger Abt das Kloster Clairvaux, das Mutterkloster für 69 Tochterklöster zu seinen Lebzeiten werden sollte. Später entstanden aus insgesamt 80 Tochterklöstern von Clairvaux weitere 276 Quasi-Enkelklöster. Er stand in geistlicher Verbindung mit dem Großkloster Cluny und seinem heiligen Abt Petrus Venerabilis (25. Dezember 1156/5), dem Gründungskloster Prémontré und dem heiligen Norbert (6. Juni 1134/1), oft in Paris in Saint-Pierre-de-Montmartre und dem Abt Hugo von Saint-Victor und vielen geistig führenden Männern seiner Zeit. Sein Schüler Papst Eugen III. forderte ihn 1146 auf zur Kreuzzugspredigt und er überzeugte den König Louis VII. von Frankreich in Vézelay und den deutschen König Konrad III. in Speyer, mit zu ziehen, in ihrem Gefolge alle abhängigen Fürsten. Im Jahr seines Todes gab es in Europa 343 Zisterzienser-Abteien. Viele seiner Predigten sind erhalten und finden Verwendung im Stundengebet der Kirche.

2. † im 11. Jahrhundert vor Christus lebte der heilige Prophet Samuel, שׁמואל, der Erbetene (1. Sam 1, 27), der letzte der biblischen Richter, der als 3-Jähriger im Heiligtum der Bundeslade in Silo dem Hohenpriester Eli dargebracht (1. Sam 1, 26) und von ihm erzogen wurde, vom Herrn gerufen und berufen (1. Sam 3, 4. 6. 8. - 9) Prophet des Herrn wurde (1. Sam 3, 19 - 21), ein Richter in Israel (1 Sam 7,6), der Saul zum König gesalbt hat (1. Sam 10,1) und später, nachdem Gott diesen wegen Untreue verworfen hatte (1 Sam 15, 23), den jungen David in seinem Vaterhaus in Bethlehem zum neuen König salbte (1 Sam 16,13), aus dessen Nachkommen Jesus der Christus (Mt 1, 1 - 17) als Ewiger König (Lk 1, 32 - 33) hervorgegangen ist.

3. † an einem 20. August um 470 entschlief in der Abtei auf Burg Chinon, bei Tours in der Aquitaine, der heilige Abt Maximus, Saint Maxim, ein Schüler des heiligen Martin von Tours (11. November 397/1), der zuvor Mönch im Kloster auf der Insel Ile-Barbe bei Lyon gewesen, dann gründete er am Fluss Vienne diese Abtei Chinon.

4. † am Samstag, dem 20. August 684, entschlief in Noirmoutier, dem Inselkloster auf Hério, in der Vendée, der heilige Abt Philibert, 66 J. Sein Vater Filibaudis, Filibald, arbeitete in der königlichen Verwaltung, wurde danach aber Bischof von Aire. Er verließ den Hof König Dagoberts, an dem er erzogen worden war 21-jährig, um Mönch zu werden. Zuerst trat er ein in das vom heiligen Agilus (30. August um 650/4) gegründete Kloster Rebais in der Landschaft Brie, und wurde dort Abt nach dem Tod des Gründerabtes. Wegen der vielen Widerstände seiner Mönche dankte bald ab und reiste zu einigen bekannten Klöstern, u. a. Luxeuil und Bobbio, um dort die Mönchsregeln des heiligen Columban (23. November 615/2) zu studieren. 654 gründete er selber auf einem ihm vom König Chlorwig II. und seiner Gattin Balthilde geschenkten Grund und Boden, das Kloster Jumièges bei Rouen und wurde sein erster Abt. In der Abtei baute er drei Kirchen, Sainte Marie, Saint-Pierre und Saint-Germain. Dann baute er das Frauenkloster Pavily, gefördert vom heiligen Bischof Audoin, Ouen (24. August 680/3), Bischof von Rouen. Als der Hausmaier Dagoberts, namens Ebroin, den heiligen Leodegar, Saint Léger (2. Oktober 678/4), den Bischof von Autun, hatte ermorden lassen, ging er tapfer an den Hof und klagte den Schuldigen an; dieser beauftragte daraufhin den heiligen Ouen, Audoin, den zuständigen Orts-Bischof von Rouen, ihn, Philibert zu beseitigen. Zwar ließ der Bischof den Abt verhaften, aber die Haft dauerte nur kurze Zeit, dann ließ der heilige Bischof von Rouen den heiligen Abt wieder laufen. Philibert bedankte sich bei Audoenus für seine Gastfreundschaft und zog weiter weg, zum Bischof Ansoald von Poitiers, der ihm großzügig half zur Gründung 677 des Klosters Noirmoutier (Schwarzmünster) auf der Insel Heriou. Mit großem Eifer missionierte er in der ganzen Vendée. Er kehrte nach Ebroins Tod, 684, wieder nach Jumièges in der Normandie zurück, starb aber im Jahr darauf in Noirmoutier.
Im Jahr 836 wurden seine Gebeine vor den Normannen geflüchtet nach Déas, das nach ihm Saint-Filibert-de-Grandlieu benannt wurde. Noch weitere drei Kirchen in der Vendée erhielten Reliquien. So wird er dort besonders verehrt.

5. † am Samstag, dem 20. August 852, wurden in Cordoba durch Enthauptung hingerichtet,
• der heilige Märtyrer Leovigildis, ein Mönch aus Granada, weil er sich respektlos über den Islam geäußert hatte, und
• der heilige Märtyrer Christophorus, gebürtig aus Cordoba, der sich auch öffentlich als Christ bekannte und dafür die Krone des Martyriums durch seine Enthauptung erwarb.
Siehe auch 3. Juni, 9/22 - 23

6. † am Mittwoch, dem 20. August 1348, entschlief in Siena, der selige Abt Bernardo Tolomeo, 76 J., gebürtig von Siena, sein Taufname war Giovanni. Er war Mitglied einer Laienvereinigung, der Disciplinanti di Santa Maria, die das Gebetsleben und die Caritasdienste pflegte. 40-jährig zog er sich in die einsame Gegen Accona vor der Stadt zurück und lebte dort allein in einer Grotte; bald folgten ihm Gleichgesinnte und lebten in Nachbargrotten als Eremiten. 1319 wurde er am Monte Oliveta, Ölberg, nahe Buonconvento bei Siena, der Gründer der Mönchsgemeinschaft Santa Maria del Monte Oliveti, Olivetani, der Seligen Jungfrau von Monte Oliveti, Olivetaner, nach der Regel des heiligen Benedikt (21. März 547/5), von der im Lauf der Zeit etwa zehn Tochtergründungen ausgingen. Als er sich in Siena aufhielt, brach dort plötzlich die Pest aus; er konnte noch in eines der Klöster gehen, dort ereilte auch ihn die Seuche und er erlag ihr.

7. † am Mittwoch, dem 20. August 1794, erlagen auf dem Sklavenschiff Deux-Associées vor Rochefort ihren Entbehrungen
• der selige Priester und Märtyrer Louis-François Le Brun, 50 J., Benediktinermönch der Mauriner-Kongregation, und
• der selige Priester und Märtyrer Gervais-Protais Brunel, 50 J., Prior aus dem Trappistenorden.
Siehe auch 27. August, 16/38 - 39

8. † am Montag, dem 20. August 1866, entschlief in Rom, die heilige Jungfrau Maria de Mattias, 61 J., geboren in Vallecorsa, Frosinone, dem letzten Dorf des Kirchenstaates, aus vornehmer Familie. Als Kind und Jugendliche erlebte sie die Überfälle der Briganten, die mit Mord und Terror gegen den Kirchenstaat wüteten. So war es für sie nicht möglich, alleine überhaupt auch nur das schützende Elternhaus ungefährdet zu verlassen. 1822 fand in ihrem Dorf eine Volksmission statt, die der tapfere heilige Kaspar von Bufalo (28. Dezember 1837/6) predigte, der zwei Ordensgemeinschaften zu Ehren des Kostbaren Blutes gegründet hat, der aber auch die Rechte der Kirche auf Erden leidenschaftlich verteidigte. Das Dorf veränderte sich zum Guten und auf die 17-jährige Maria war der Funken übergesprungen. Am 4. März 1834 wurde sie in Acuto, Frosinone, zur Gründerin der Suore Adoratrice del Sangue di Christo in Acuto, der Anbetungs-Schwestern des Kostbaren Blutes von Acuto. Der Bischof von Anagni hatte sie, die nie eine Schule besucht hatte und auch nicht Lesen und Schreiben gelernt hatte, gerufen, eine Mädchenschule zu eröffnen; sie tat dies und lehrte nebenbei die Erwachsenen, besonders die abends heimkehrenden Hirten. Sie begeisterte so viele Frauen und Mädchen, dass sie, bis zu ihrem Tod, etwa 70 Gemeinschaften gründen konnte, die in ihrem Sinne der Kirche und den Dorfbewohnern dienten, alle in abgelegenen Dörfern gelegen, mit Ausnahme des Hauses in Rom, wohin sie Pius IX. (7. Februar 1878/16) ins Ospedale San Luigi und an die Schule von Civitavecchia berufen worden war. Der Papst suchte für sie auf dem Friedhof Verano die Grabstätte aus und ließ als Denkmal ein Relief aufstellen, auf dem als Relief die Vision Ezechiels von der Auferweckung Israels dargestellt ist Ossa arida, audite Verbum Domini, Ihr ausgetrockneten Gebeine, höret das Wort des Herrn (Ez 37, 4). Sie wurde von Papst Pius XII. am 1. Oktober 1950 seliggesprochen. Ihre Heiligsprechung erfolgte durch Papst Johannes-Paul II., am 18. Mai 2003 in Rom.

9. † am Donnerstag, dem 20 August 1914, entschlief in Rom, an Sankt Peter, der heilige Papst Pius X., 79 J., dessen Gedenktag morgen gefeiert wird, 21. August/1.
Geboren in Riese, Treviso, als Giuseppe Sarto, wurde er 23-jährig zum Priester geweiht, 1875 Spiritual am Priesterseminar, 1984 Bischof von Mantua und 1893 Patriarch von Venedig. Am 4. August 1903 wurde er zum Papst gewählt, nachdem die Wahl von Kardinal Rampolla durch das Veto des Kaisers von Österreich hinfällig geworden war. Seinem Wahlspruch omnia instaurare in Christo, alles in Christus ordnen (Eph 1, 10) entsprechend, wurde er ein Reformpapst. In politischen Dingen hatte er eine wenig glückliche Hand, dafür bewegte er desto mehr im Leben der Kirche. Für die Klerusausbildung erließ er strenge Weisungen, sowohl was theologische als aszetische Fragen angeht. 1905 hat er den Pfarrer von Ars programmatisch seliggesprochen (den Pius XI. 1925 heiliggesprochen und 1929 zum Patron der Pfarrer bestimmt hat). Die vollständige Erneuerung des Kirchenrechts hat er begonnen und gefördert, aber es konnte erst von seinem Nachfolger 1917 veröffentlicht und dann zu Pfingsten 1918, für die ganze Weltkirche geltend, verpflichtend eingeführt werden. In der Liturgie revidierte er Missale und Brevier. Besonders fruchtbar waren in seiner Zeit die Folgen seiner Kommuniondekrete, nach denen die häufige, ja tägliche Kommunion, als volle Teilnahme am heiligen Messopfer, empfohlen und das Alter für den Empfang der Erstkommunion deutlich herabgesetzt wurde. Der Misserfolg seiner Bemühungen um das Verhindern des Ersten Weltkriegs, durch die Kriegserklärungen vom 1. - 4. August 1914, haben ihm das Herz gebrochen. Papst Pius XII. hat ihn 1951 selig- und 1954 heiliggesprochen.
Siehe auch 29. Juni, 1/86

10. † am Donnerstag, dem 20. August 1936, wurde in Vallibona, an der Küste bei Castália, umgebracht, der selige Priester und Märtyrer Mattias Cardona Meseguer, Mitglied des Piaristenordens.
Siehe auch 25. Juli, 18/8

11. † am selben Tag wurde in Xátiva, ihrem Geburtsort bei Valencia, für Christus ermordet, die selige Jungfrau und Märtyrin Maria Climent Mateu, 49 J., eine sehr eifrige Helferin der Katholischen Aktion in ihrer Pfarrei; mit ihr zusammen wurde ihre Mutter umgebracht.
Siehe auch 29. Dezember, 11/73

12. † am Donnerstag, dem 20. August 1942, wurde im Konzentrationslager Dachau ermordet, der selige Priester und Märtyrer Wladyslaw Màczkowski, ein Priester des Erzbistums Gnesen, Gniezno.
Siehe auch 28. Mai, 14/63


aus dem MARTYROLOGIUM ROMANUM 2004 übersetzt und in vielen Teilen ergänzt
von † Klaus Martin Reichenbach, Priester der Erzdiözese Köln




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Autor: Klaus Martin Reichenbach - zuletzt aktualisiert am 06.08.2015
korrekt zitieren:
Klaus Martin Reichenbach: Artikel
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