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Ökumenisches Heiligenlexikon

Einführung Verzeichnis der Übersichten

30. August

1. † an einem 30.August um 304, wurden in Rom zu Blutzeugen, die heiligen Märtyrer Felix und Adauctus; sie wurden begraben auf dem Coemeterium der Commodilla an der Via Ostiense. Felix, der Glückliche, wurde, nach der Überlieferung, zum Martyrium abgeführt, da bekannte sich ein namentlich Unbekannter unterwegs zum Christentum und wurde gleich mitgenommen und mit hingerichtet; daher der Name Adauctus, Hinzugekommener; eine andere Überlieferung nennt den Zweiten Audactus, Mutiger. Seine Grabstätte in der Coemeterial-Basilika über der Commodilla-Katakombe wurde 1904 aufgefunden, zusammen mit der Damasus-Grabschrift, die im Lateranmuseum (heute Teil der vatikanischen Museen) aufbewahrt wird:

O semel atque iterum vero de nomine Felix
qui intemerata fide contempto principe mundi
confessus Christum coelestia regna petisti
o vere pretiosa fides cognoscite fratres
qua ad caelum victor pariter properavit Adauctus
presbyter hic Verus Damaso rectore iubente
composuit tumulum sanctorum limina adornans.
Du immer wieder mit recht deinem Namen entsprechend Felix/Glücklicher Genannter,
mit unverletzter Treue, den Fürsten der Welt verachtend,
hast du dich zu Christus bekannt und das Himmelreich gewonnen;
erkennt auch, ihr Brüder, den wahrhaft kostbaren Glauben,
in dem Adauctus ebenfalls als Sieger zum Himmel enteilte;
ihnen errichtete der Priester Verus, auf des Papst Damasus Geheiß,
diese Gruft und schmückte der Heiligen Schwelle.

Dieser Verus, Wahrer, war wohl der für das Coemeterium und seine Instandhaltung zuständige Titularpriester. Die Krypta war schon 1720 wiederentdeckt worden, aber kurz darauf wieder eingestürzt. Diese Coemeterial-Basilika war von Papst Siricius (26. November 399/1), dem Nachfolger von Papst Damasus, errichtet worden. Über dem Grab befindet sich ein lebensgroßes Fresko der Muttergottes mit Jesuskind und daneben, gleich groß, an der einen Seite eine Darstellung mit Überschrift +SCS ADAVTVS und an der anderen Seite eine mit Überschrift SCS FELIS. Dazu, bedeutend kleiner im Fresko, eine Mutter Turtura, die der hl.Adauctus der Muttergottes empfiehlt, wie die elfzeilige Versinschrift von deren einzigem Sohn bezeugt. Dazu eine ebenfalls aus der Zeit der Renovierungsarbeiten unter Siricius gefertigte Inschrift eines Priesters namens Felix, der diese durchführte:

HIC FAMVLOS DOMINI NOV eris requiescere sanctos
QVI DVLCES ANIMAS SOLVE runt sanguine fuso
VT PARITER POSSENT VIV orum regna tenere
FELICEM TEGIT HIC TVM ulus tegit alter Adauctum
OCCVRRIT CRADIBVS SANC to qui in limine primus
SALVO SIRICIO PAPA R enovavit utrumque
MARTYRIBVS FELIX P resbyter votum solvit
Hier ruhen, das sollst du wissen, die Diener des Herrn,
die ihre liebenswürdigen Seelen dahingaben und ihr Blut vergossen,
um gemeinsam das Reich der Lebenden zu erlangen.
Den Felix bedeckt diese Gruft, den Adauctus die andere,
der als erster an der heiligen Schwelle den Schritten (des hier Eintretenden) begegnet.
Zu Lebzeiten des Papstes Siricius erneuerte beide,
und löste so sein Gelübde den beiden Märtyrern ein, der Priester Felix.

2. † am Dienstag, dem 30. August 399, wurden im damaligen Colonia Suffetulana, Sufetula, heute Sbeitla in Tunesien, sechzig Christen zu heiligen Märtyrern, als sie, nachdem sie das Götzenbild des Hermes gestürzt und zerstört hatten, von der wütenden heidnischen Volksmenge niedergemacht wurden. Heute findet sich in den Ausgrabungen von Sbeitla noch die Ruine der Bellator-(Krieger-)Basilika, deren Baptisterium, eine Kapelle, das Grab des katholischen Ortsbischofs und Märtyrers Jucundus, der dort im frühen 5. Jahrhundert lebte, enthält.

3. † am Dienstag, dem 30. August 410, entschlief in Rom, der heilige Senator Pammachius, 70 J., hervorragend durch Glaubenseifer und Mildtätigkeit, der die nach ihm benannte Basilika auf dem Coelimontanus gestiftet hat. Er war ein Studienfreund des heiligen Hieronymus (30. September 420/1), vom heiligen Augustinus (28. August 430/1) ist ein Brief an ihn erhalten, der heilige Paulinus von Nola (22. Juni 431/1) nennt ihn Ecclesiae Munerarius, Spender der Kirche; 397 Witwer geworden, verwandelte er seinen Palast in ein Kloster und vervielfältigte er noch seine Wohltätigkeit. Seine Basilika wurde früh umbenannt nach den heiligen Märtyrerbrüdern Johannes und Paulus (26. Juni, wohl 371 unter Julian Apostata) und ist heute Kirche des Generalats der Passionisten-Patres.

4. † an einem 30. August um 650, entschlief im Kloster Rebais-en-Brie, der heilige Agilus, der erste Abt dieses Klosters, der zwischendurch auch als Missionar in Bayern umhergezogen ist.

5. † an einem 30. August um 670, entschlief in seiner Einsiedelei im Wald bei Brie, der heilige Fiacrius von Meaux, Saint Fiacre, der aus Irland stammte und vom heiligen Bischof Faro von Meaux (28. Oktober, um 670/7) aufgenommen wurde. Nach der Überlieferung hatte er einen großen Obst- und Gemüsegarten, von dessen Erträgen er den Armen, die zu ihm kamen, zu Essen gab. Er war lange Zeit in Frankreich sehr verehrt. Ein altes, kleines aber wohl sehr gemütliches Hotel in Paris trug um 1650 groß sein Bild an der Wand und seinen Namen, Saint-Fiacre, in ihm hatten die Lohnkutscher der zweispännigen Pferdekutschen ihre Zentrale; wegen der lebhaften Kontakte zwischen Paris und Wien, durch die ehelichen Verbindungen Bourbon und Habsburg im 18. Jhdt, kam es, dass die Wiener Pferdekutschen bis heute nach dem Heiligen benannt sind, nämlich Fiaker.

6. † wohl an einem 30. August um 980, entschlief in Saloniki, der heilige Eremit Fantinos, der Jüngere genannt, der ein Leben in Fasten, Wachen und Mühen für Christus gelebt hat, im griechischen Merkurioskloster in Tauriani, heute Deminara, in Kalabrien; entschlafen ist er im Exil in seiner griechischen Heimat. Seines Namensvetters, Fantinos des Älteren, der im 4. Jahrhundert im selben Kloster gelebt hat, wird gedacht am 24. Juli/4.

7. † am Dienstag, dem 30. August 1026, entschlief in Lucedio bei Vercelli, der heilige Abt Bononius, Bologneser, sehr jung Benediktiner in der Abtei San Stefano in seiner Heimatstadt Bologna, der, vom rastlosen Pilger Sankt Romuald (19. Juni 1027/1) aufgefordert, zum Pilger wurde, nach Ägypten und ins Katharinenkloster auf dem Sinai, wo er jeweils einige Zeit als Mönch lebte; er kehrte zurück und ließ sich in San Lucedio nieder, wo er Abt wurde und schließlich seine irdische Pilgerschaft vollendet hat.

8. † an einem 30. August um 1050, entschlief in Trevi, der heilige Petrus, ein Experte in der Literatur, der in der Einsamkeit sich der Weisheit des Evangeliums ganz gewidmet hat.

9. † am Dienstag, dem 30. August 1588, wurden in Tyburn bei London, unter der Regierung der Königin Elizabeth I., gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt
• die heilige Märtyrin Margret Ward, eine Ehefrau, die einen Priester aus dem Gefängnis befreite, sie wurde 1929 selig- und 1970 heiliggesprochen
• der selige Priester und Märtyrer Richard Leigh, 27 J., der zwei Jahre zuvor in Rom die Priesterweihe empfangen hatte und zweimal als Heimatmissionar nach England eingereist war
• der selige Märtyrer Edward Shelley, 58 J., der vier Jahre vorher verhaftet und zu langjähriger Haft verurteilt worden war
• der selige Märtyrer Richard Martin, der verbotenerweise Priestern geholfen hatte
• der selige Märtyrer John Roche, Neale, ein Ire, der Margret Ward bei der Befreiung des Priesters geholfen hat.
• der selige Märtyrer Richard Lloyd, Flower genannt, 21 J., der dem befreiten Priester Unterschlupf gegeben hat
Siehe auch, ausführlicher: Margret Ward: 4. Mai, 6/14
Richard Lloyd: 12. Februar, 8/26
die übrigen Vier: Seligsprechung 1929; siehe 4. Januar, 10/41 - 44

10. † am Montag, dem 30. August 1604, entschlief in Saluzzo, an der Südseite der Alpen, der selige Bischof Giovanni Giovenale Ancina, ehemals Arzt, der als einer der Ersten in das Oratorium des heiligen Philipp Neri (26. Mai 1595/1) eingetreten ist.

11. † am Dienstag, dem 30. August 1853, entschlief in Zaragoza, Saragossa, die selige Jungfrau Maria Rafols, die beim Krankenhaus der Stadt die Schwesterngemeinschaft Hermanas de la Caridad de Santa Ana, Caritas-Schwestern von der heiligen Anna, gegründet hat, die sie lange Jahre, gegen viele Widerwärtigkeiten standhaltend, starkmütig geleitet hat

12. † in der Nacht vom Sonntag 30. auf Montag 31. August 1936, wurden nahe Almería, an der Küste von Andalusien, erschossen:
• 1. der selige Bischof und Märtyrer Diego Ventaja Milán, 56 J., geboren in Ohanes, Almería, er studierte an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom und wurde 1902 in Rom zum Priester geweiht. Er erfüllte seine Dienste als Priester, Erzieher und Verwalter in Granada in der Abtei Sacromonte, zuerst als als Chor-kaplanEin Kaplan (von lateinisch capellanus, „der einer Hofkapelle zugeordnete Kleriker”) ist im deutschen Sprachraum ein römisch-katholischer Priester in den ersten Jahren nach seiner Weihe, der in der Regel noch einem erfahrenen Pfarrer unterstellt ist. In manchen Bistümern wird er Vikar genannt - dies ist die Bezeichnung des kanonischen Kirchenrechts von 1983 - in anderen Kooperator., dann als Kanoniker und schließlich als Propst des Kapitels. Am 1. Mai 1935 wurde er zum Bischof von Almería ernannt und am 29. Juni 1935 konsekriert; zweiter Mit-Konsekrator war der selige Bischof Manuel Medina y Olmos. Ein Jahr später wurde ihm geraten, die Gefahrenzone zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen; dies lehnte er mehrmals ab und betonte, dass der Hirt bei seiner Herde bleiben muss. Damals hielt er sich im bischöflichen Haus in Granada auf, als dieses bschlagnahmt wurde, er konnte in der Wohnung des Generalvikars unterkommen. Am 22. Juli wurde er nach Almería geführt und in der Nacht vom 30. auf den 31. August 1936, zusammen mit dem Bischof von Guadix und 15 Gefangenen, erschossen.
• 2. der selige Bischof und Märtyrer Manuel Medina Olmos, 67 J., geboren in Lanteira, Guadix, wurde am 19. Dezember 1891 zum Priester geweiht, am 14. Dezember 1925 zum Weihbischof von Granada und Titularbischof von Amorium ernannt und am 23. Mai 1926 konsekriert; am 2. Oktober 1928 wurde er zum Bischof von Guadix ernannt. Am 22. Juli 1936 wurde er, mit seinem Mitbruder, verhaftet. Er starb als Märtyrer mit seinem Mitbruder.

Zusammen mit ihnen wurden als Märtyrer von Almeria am 10. Oktober 1993 sieben Schulbrüder von La Salle (gegründet 1680; 7. April 1719/1) seliggesprochen. Sie waren Erzieher an der Schule Colegio San José in Almeria. Am 22. Juli 1936 kamen Vertreter des örtlichen Revolutionskommittees und verhafteten fünf Brüder in der Schule, dazu zwei auf der Straße, als diese eben zum Briefkasten gingen um Post einzuwerfen.

† am Montag, dem 31. August/7, spät in der Nacht, wurden in den Außenbezirken von Tabernas, bei Almeria, erschossen, danach wurden ihre Leichen in eine tiefe Grube geworfen:
• 3. der selige Bruder und Märtyrer Edmigio, Isidoro Primo Rodriguez Gonzales, 55 J., geboren in Adalia, der 17-jährig bei den Schulbrüdern eingetreten war
• 4. der selige Bruder und Märtyrer Amalio, Justo Zariquiegui Mendoza, 50 J., geboren in Salinas de Oro, der 16-jährig bei den Schulbrüdern angenommen wurde
• 5. der selige Bruder und Märtyrer Valerio Bernardo, Marciano Herrero Martinez, 27 J., geboren in Porquera, der 16-jährig eintrat

† am Dienstag, dem 8. September/14, wurden nahe Almeria am Straßenrand erschossen und ihre Leichen liegengelassen
• 6. der selige Bruder und Märtyrer José Cecilio, Bonifacio Rodriguez González, 51 J., geboren in La Molina de Ubierna, der 16-jährig bei den Schulbrüdern eintrat
• 7. der selige Bruder und Märtyrer Teodomiro Joaquin, Adriano Sáinz Sáinz, 29 J., geboren in Puentedey, wurde 16-jährig Bruder von La Salle; er wurde an seinem Geburtstag erschossen
• 8. der selige Bruder und Märtyrer Evencio Ricardo, Eusebio Alonso Uyarra, 29 J., geboren in Viloria, der ebenfalls 16-jährig bei den Schulbrüdern eintrat

† am Sonntag, dem 13. September/13, wurde ermordet
• 9. der selige Bruder und Märtyrer Aurelio Maria, Bienvenido Villalón Acebrón, 46 J., geboren in Zafra de Záncara, der ebenfalls 16-jährig Schulbruder wurde; er war der Direktor des Colegio San José

Zu Beginn des Bürgerkrieges wurden in den von der Frente Popular beherrschten Gebieten die Feinde der Kommunisten, vor allem Priester und Ordensleute, verhaftet und ermordet. So wurden am 22. Juli fünf Brüder in ihrer Schule, dem Colege San José, die beiden anderen auf der Straße, verhaftet und mit vielen anderen in zu Gefängnissen umgewandelten Häusern festgesetzt.In der Nacht des 30 August wurden die beiden Bischöfe und 15 weitere Häftlinge abgeholt, aufgestellt und erschossen; in der folgenden Nacht wurden drei Schulbrüder hinausgeführt in die Gegend von Tabernas, erschossen und in eine tiefe Grube geworfen; am 8. und 13. September wurden in der Nähe der Landstraße die übrigen Brüder erschossen und ihre Leichen liegen gelassen, dann auch in Gruben geworfen. Keiner von diesen Märtyrern war vor Gericht gestellt oder irgendwie quasi legal verurteilt worden, sondern sie waren nur aus Hass gegen die Kirche umgebracht worden.

13. † am Sonntag, dem 30. August 1936, wurde bei Castellón, unterwegs von Puebla Tornesa nach Villafamés, erschossen, der selige Priester und Märtyrer Joaquin de Albocácer, José Ferrer Adell, 57 J., ein Kapuzinermönch.
Siehe auch: 29. Dezember, 11/95

14. † am selben Sonntag, dem 30. August 1936, starb, an seinen Schussverletzungen, in Bilbao, der selige Priester und Märtyrer Vicente Cabanes Badenas, 28 J., ein Drittordens-Kapuziner von der Schmerzreichen Muttergottes.
Siehe auch 29. Dezember, 11/96

15. † am Montag, dem 30. August 1954, entschlief in Rho bei Varese, der selige Kardinal Alfred Alois, Alfredo Luigi, Ildefons Schuster, 74 J., der 18-jährig in Rom bei den Benediktinern an Sankt Paul vor den Mauern, San Paolo fuori le mure, eingetreten ist, 1904 dort zum Priester geweiht wurde, 1908 Novizenmeister und 1918 Abt geworden ist. 1929 wurde er Erzbischof von Mailand und einen Monat später Kardinal. Er hat sich besondere Verdienste für die Liturgiewissenschaft erworben. 1945 hat er vergebens versucht, Mussolini zur Kapitulation zu bewegen. Nach dem Krieg hat er viel getan für die materielle und moralische Wiederaufbauarbeit in seinem Erzbistum.

Metz: Adelphus: 29. August/4
Köln: Heribert: 16. März/5
Straßburg: Guarinus: 27. August/10
Fribourg, Genf, Lausanne: Amadé: 27. August/11


aus dem MARTYROLOGIUM ROMANUM 2004 übersetzt und in vielen Teilen ergänzt
von † Klaus Martin Reichenbach, Priester der Erzdiözese Köln




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Autor: Klaus Martin Reichenbach - zuletzt aktualisiert am 11.08.2015
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