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Ökumenisches Heiligenlexikon

Einführung Verzeichnis der Übersichten

4. Mai

1. † am Dienstag, dem 4. Mai 258, wurden in Cirta in Numidien, Constantine, Kustantina in Ost-Algerien, zu Blutzeugen,
• die heiligen Bischöfe und Märtyrer Agapius und Secundinus, die, nach langem Exil in Cirta, in der Verfolgung unter Kaiser Valerian, in der damals vor allem die wütende Gehässigkeit der Heiden ausbrach, um den Glauben der Gerechten zu prüfen, nachdem sie hochverehrte Hohenpriester waren, zu siegreichen Märtyrern wurden; in ihrer Gesellschaft erlitten gleicherweise das Martyrium
• der heilige Märtyrer Aemilianus, ein Soldat,
• die heiligen gottgeweihten Jungfrauen Tertulla und Antonia,
• und eine heilige Mutter und Märtyrin mit ihren Zwillingen.

2. † an einem 4. Mai, um 300, wurde in Nikaia in Bithynien, Iznik, lebendig verbrannt, die heilige Märtyrin Antonina, die, grausam gefoltert und mancherlei Quälereien unterworfen, drei Tage lang aufgehängt, zwei Jahre eingekerkert, vom Statthalter Priscillian zuletzt, wegen ihres Bekenntnisses des Herrn, von Feuerflammen verbrannt worden ist.

3. † am Donnerstag, dem 4. Mai 304, wurde in Lorch in der Enns ertränkt, der heilige Märtyrer Florian, ein Veteran des Römischen Heeres, der in Cetium, Zeiselmaur in Nieder-Österreich, der, unter Kaiser Diokletian und dem Statthalter Aquilinus, mit einem an den Hals gebundenen Stein beschwert, von der Brücke kopfüber in den Fluss gestürzt worden ist.
Florian, Blühender, von Noricum, war Kanzleivorsteher des römischen Provinzstatthalters. Als er vierzig verhafteten Mitchristen in Lorch zur Hilfe kommen wollte, wurde er selber verhaftet und am 4.Mai 304 mit einem Stein um den Hals in der Enns ertränkt. Über seinem und seiner Gefährten Grab steht das Chorherrenstift Sankt Florian. Er ist einer der beliebtesten Volksheiligen. Seit etwa 800 wird seiner in bayrischen Litaneien gedacht. Er ist Diösesanpatron von Linz, zweiter Patron von Österreich, Passau und St.Pölten.

4. † am selben Donnerstag, dem 4. Mai 304, wurden in Phenna, in der Wüste im Negev, Südland, Israels, enthauptet, der heilige Bischof un Märtyrer Silvanus, Bischof von Gaza, und 39 Gefährten, alle vorher zur Zwangsarbeit in den dortigen Erzgruben verurteilt, in der diokletianischen Verfolgung, auf Befehl des Kaisers Maximinus Daza; vor ihrer Hinrichtung wurden sie arbeitsunfähig gemacht, indem mit einem glühenden Eisen ein Auge ausgebrannt und ein Fuß angebrannt wurde.

5. † am Sonntag, dem 4. Mai 1505, entschlief in Warschau, Warszawa, der selige Priester Ladislas de Gielniów, 65 J., aus Gnielniow im Bistum Gnesen, Gniezno, der 22-jährig in Krakow, Krakau, bei den Franziskaner-Observanten eintrat, 47-jährig dort Guardian und zugleich Vize-Provinzial wurde, berühmt durch seine weiten Märsche barfuß von Kloster zu Kloster zur Visitation in Polen und Litauen, der mehrere Konvente neu gründete, 1504 Guardian des Klosters in Warschau wurde und dort im Jahr darauf entschlafen ist. Von ihm sind Predigten, besonders über das Leiden des Herrn, und zum selben Thema auch Lieddichtungen erhalten. Papst Benedikt XIV. hat ihn am 11. Februar 1750 seliggesprochen und am 19. August 1753 zum Patron von Polen und Litauen ernannt.

Fortsetzung nach dem Einschub

6. † am Dienstag, dem 4. Mai 1535 wurden, in Tyburn bei London, hanged, drawn and quartered - gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt, die heiligen Priester und Märtyrer John Houghton, Robert Lawrence und Augustine Webster aus dem Orden der Kartäuser, Prioren in London, Beauvale, Axholme, dazu der heilige Richard Reynolds aus dem Orden der heiligen Brigitta, außerdem der selige Priester und Märtyrer John Haile, Pfarrer von Isleworth bei London, die dem Glauben der Väter furchtlos die Treue gehalten haben, zur Zeit des Königs Henry VIII., Heinrichs des Achten.

Von den über 600 katholischen Märtyrern unter der englischen Krone 1535 - 1681 sind
seliggesprochen worden 54 im Jahr 1886 durch Papst Leo XIII.,
9 im Jahr 1895 durch denselben Papst,
137 im Jahr 1929 durch Papst Pius XI.,
85 im Jahr 1987 durch Papst Johannes-Paul II.,
17 Iren, im Jahr 1992 durch Papst Johannes-Paul II.,
heiliggesprochen wurden 22 im Jahr 1929 durch Papst Pius XI.,
40 im Jahr 1970 durch Papst Paul VI.
Viele der bekannteren Märtyrer sind als Einzelne selig- und heiliggesprochen worden, wie John Fisher und Thomas More im Jahr 1935. Der Seligsprechung folgt normalerweise nach ungewisser Zeit eine Heiligsprechung Es liegen noch viele Namen englischer Märtyrer vor, deren Seligsprechung mehr oder weniger intensiv vorbereitet wird.
Hier sind in chronologischer Reihenfolge ihres Martyriums aufgelistet:
• die 40 Heiligen von England und Wales, die 1970 heiliggesprochen sind heute am 4. Mai/6
• die 85 Seligen, die am 22. November 1987 seliggesprochen worden sind am 12. Februar/7
• die 17 Seligen, die 1992 seliggesprochen worden sind.
Am 4. Mai, dem Gedenktag der ersten Märtyrer unter Heinrich VIII., war gemeinsamer ein Gedenktag vorgesehen jener 40 Märtyrer von England, Schottland und Wales (Wales war 1536 von Heinrich VIII. incorporated, einverleibt worden), die Papst Paul VI. am 25. Oktober 1970 gemeinsam heiliggesprochen hat. Sie sind ausgewählte Märtyrer aus den Verfolgungen 1535 - 1679. In das neue Martyrologium Romanum 2001 ist ein gemeinsamer Gedenktag für diese heiligen Märtyrer nicht aufgenommen worden. Wenn bei der Hinrichtung von Heiligen außerdem seliggesprochene Märtyrer vom selben Tag und selben Ort mit genannt werden, sind diese hier mit vorgestellt, aber mit einem oder mehreren * zur Nummer des Tagesheiligen in der 40-er-Liste.
Da es in der Verfolgungszeit kaum möglich war in England Priester auszubilden, sind auf dem Festland Priesterseminare, English College genannt, für englische Seminaristen gegründet worden, zuerst 1568 in Douai, in den damaligen spanischen Niederlanden (seit Louis XIV. 1677 in Frankreich), 1579 in Rom, 1578 in Reims und 1588 in Valladolid; die beiden in Rom und Valladolid bestehen noch heute. Das English College in Douai wurde an der am 31. Juli 1559 von Philipp II. gegründeten Universität 1568 vom damaligen Lizentiaten und regius professor of divinity an der dortigen Universität, dem späteren Kardinal, William Allen gegründet, von der katholischen spanischen Krone, gegen die protestantische britische Krone, finanziell unterstützt, vom Papst genehmigt und mit monatlich 100 Gold-Kronen über William Allen gefördert. Ärger gab es, da sich englische Spione eingeschlichen hatten und die dort Ausgebildeten später in England enttarnten, außerdem Spanien missliebige Äußerungen von patriotischen Engländern bekannt geworden waren. Daraufhin wurden 1578 die englischen Seminaristen ausgewiesen und ihr College in Douai vorübergehend geschlossen und nach Reims verlegt, wo der französische König finanziell half. 1593 wurde Douai wieder eröffnet und erst 1793 in der Französischen Revolution endgültig aufgehoben. In Rom wurde von William Allen das Kolleg gegründet, als drittes Nationalkolleg (nach dem Collegium Germanicum vom 31. August 1553 für Deutschland und dem Kolleg für die Griechen am 19. Januar 1577), zuerst 1576 als English Hospice, in das William Allen von Douai aus die zehn ersten Seminaristen nach Rom schickte, mit einem englischen Rektor und Jesuiten als Helfer, dann am 25. Dezember 1578 als päpstliches English College, aber als Geburtstag gilt der 23. April 1579, nachdem der Rektor des bisherigen Hospice, der aus Wales stammte und die ihm nahe stehenden Walliser Seminaristen gegenüber den Engländern ungerecht bevorzugt hatte und nun abgesetzt wurde, Rektor wurde dann ein Jesuit und es übernahmen diese das Ganze; die päpstliche Gründungsurkunde, bulla, kam erst am 23. Dezember 1580. Das Kolleg besteht noch heute und steht unter der Leitung eines englischen Rektors. Ebenfalls noch heute besteht das Royal English College Valladolid, das vom englischen Jesuiten Kardinal Robert Persons 1588 mit Hilfe der spanischen Krone gegründet wurde; ein von demselben Persons gegründetes College in Sevilla, ein weiters in Madrid, dazu noch eines in Saint-Omer in Frankreich, waren bald am Ende. Kardinal Persons übernahm 1595 die Rektorenstelle am englischen Kolleg in Rom. Das College in Valladolid rühmt sich 6 Heilige und 16 Selige hervorgebracht zu haben, das College in Douai brachte England über 300 Priester, von diesen erlitten etwa 100 das Martyrium, wahrscheinlich sogar etwa 160.

† am Dienstag, dem 4. Mai 1535 wurde in London auf dem Tyburn-Hill gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt
• 1. der heilige Priester und Erst-Märtyrer John Houghton, geboren in Essex, 48 J., in Cambridge promoviert im Zivilrecht und im Kirchenrecht, er wurde 1501 zum Priester geweiht und war vier Jahre Pfarrer, trat 1505 in London in den Kartäuserorden ein, professt erst 1516, diente im Kloster als Sakristan und später als Procurator, wurde im Juni 1531 Prior im Beauvale Cartusian Charterhouse in Northampton, kurz danach, im November 1531, Prior der Kartause in London, ab 1532 auch Provinzialoberer und Visitator. Am 23. März 1534 verabschiedete das Parlament das vom König gewünschte erste Act of Succession: Erbfolgegesetz, das Maria, die Tochter der Katharina von Aragon, zum Bastard erklärte und Elizabeth, die Tochter der Anna Boleyn, zur Erbin der Krone erklärte, also eine Anerkennung der Ungültigkeit der Ehe des Königs mit Katharina. Der König verlangte sofort von jedem Untertan ab 16 Jahre alt dessen Anerkennung durch den Oath of Succession: Eid auf das Erbfolgegesetz. John Houghton und sein procurator Humphrey Middleton verweigerten diesen Eid und wurden deswegen etwa einen Monat im Tower eingesperrt. Am 29. Mai 1534 legten sie und noch einige wenige Kartäuser diesen Eid ab, allerdings mit dem Vorbehalt quatenus licitum esset: sofern er vor Gott erlaubt sei, am 6. Juni folgten ihnen alle Mönche der Kartause unter äußerem Zwang seitens der Behörden. Der Prior der Londoner Kartause war Ende des Jahres 1534 der allererste, der den, zuerst nur von Männern in leitender Stellung, neu von Heinrich VIII. geforderten Eid, Oath of Supremacy, auf den am 3. November 1534 vom Parlament verabschiedeten Act of Supremacy, Suprematsakte (der die Anerkennung der Oberhoheit des Königs über die Kirche in geistlichen Angelegenheiten zum Inhalt hatte: only Supreme Head in Earth of the Church of England, called Ecclesia Anglicana .einziges Oberhaupt auf Erden für die Kirche von England. sei der König, also die Ablehnung der Oberhoheit des Papstes über die Kirche in geistlichen Angelegenheiten mit bedeutete) abgelehnt hat. Daraufhin wurde er wieder verhaftet und eingekerkert, mit ihm zusammen wieder sein procurator, der selige Humphrey Middlemore (19. Juni 1535/9). Als die Eidesformel kurzfristig abgemildert wurde durch die Erlaubnis des Zusatzes quatenus licitum esset: in so far as the law of God permits: insofern das Gesetz Gottes es zulässt, meinte der Prior John und einige Mönche mit ihm, den Eid ablegen zu dürfen und so ihre Loyalität mit beiden, mit der Krone und mit dem Papst, zu zeigen. Er wurde aus der Haft entlassen, aber wenige Tage danach besetzten Truppen die Kartause und zwangen auch die übrigen Mönche zur Eidesablegung nach der milderen Formel. Am 1. Februar 1535 aber fasste das Parlament den Beschluss, der Eid sei in seiner ursprünglichen Form von allen zu verlangen zu leisten. Der Prior, begleitet von Prior Robert Lawrence und Prior Augustine Webster, begab sich zu Thomas Cromwell, der eben zum vicar general, Stellvertreter des Königs ernannt worden war, um für sich und alle ihre Mönche eine Ausnahmegenehmigung zu erreichen, dass sie diese Eidesformel nicht zu leisten brauchten. Sie wurden sofort verhaftet und im Tower eingekerkert. Die Richter konnten keinerlei königsfeindliche Äußerungen der Angeklagten feststellen, einfach weil diese sich auf ihr Ordensgelübde des ewigen Schweigens zurückgezogen hatten und auch nichts Schriftliches niederschreiben oder unterschreiben wollten. Als die Richter allerdings daraufhin unter Druck gesetzt wurden, verurteilten sie die drei Angeklagten zum Tode wegen Hochverrats. Sie wurden vom Gericht aus zur Hinrichtungsstätte nach Tyburn durch die Straßen geschleift, dort dann gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt, schließlich ihre Leichenteile zu Abschreckung durch ganz London zur Schau gestellt. Sie waren die ersten Märtyrer nach dem neuen königlichen Gesetz. Noch auf dem Schafott erklärte John laut, dass er sterbe für seine Treue zur Lehre der katholischen Kirche und dass er seinen Henkern vergebe. Als seine letzten Worte auf der Hinrichtungsstätte sind überliefert: And what wilt thou do with my heart, o Christ? - Christus, was wirst du mit meinem Herzen machen?
• 2. der heilige Priester und Märtyrer Robert Lawrence, Laurence, war als Priester Hausgeistlicher beim Herzog von Norfolk, wurde Kartäuser in London und dann Nachfolger des seligen John Houghton als Prior der Kartause von Beauvale in Nottinghamshire, war zufällig in der Kartause von London zu Besuch, wurde mit John Houghton zusammen von Cromwell empfangen und im Tower eingesperrt, aber am 20. April zwecks Eidesleistung herausgeholt und vorgeladen, nach seiner Verweigerung wieder ins Gefängnis zurückgebracht und am 28. April mit verurteilt, schließlich mit hingerichtet.
• 3. der heilige Priester und Märtyrer Augustine Webster. Er studierte in Cambridge, wurde Priester, schloss sich dem Kartäuserorden an, war Mönch im Kloster Sheen, dann Prior der Kartause Our Lady von Melwood in Epworth auf der Insel Axholm in Lincolnshire, war zufällig zu Besuch in der Londoner Kartause, als er, mit dem Prior von Beauvale, zusammen mit John Houghton bei Thomas Cromwell vorstellig wurde, sofort verhaftet und eingesperrt, am 20. April mit Robert Lawrence zur Eidesleistung abgeführt, nach Verweigerung in den Kerker zurückgebracht und am 28. April mit verurteilt, schließlich mit zum Märtyrer gemacht.
• 4. der heilige Priester und Märtyrer Richard Reynolds, geboren in Devon, 45 J., wurde 1510 im Corpus Christi College in Cambridge zum fellow gewählt, dort Bachelor of Divinity und 1513 Universitätsprediger. Im selben Jahr trat er bei den Mönchen von der heiligen Brigitta in der Syon Abbey in Isleworth ein. Weil er berühmt war wegen seines heiligmäßigen Lebens und seiner Gelehrtheit, wurde er aufgefordert den Suprematseid zu leisten, lehnte dies ab und wurde daraufhin im Londoner Tower zu den Gefährten eingesperrt, mit verurteilt und als letzter, nach den anderen vier (der vierte, der selige John Hale, wird gleich erwähnt) hingerichtet.
• der selige und Märtyrer John Hale, Haile, ein bereits älterer Priester, hatte studiert in Cambridge, war dort fellow of King’s Hall, wurde Priester, war seit dem 11. September 1505 rector in Cranford, Middlesex, seit dem 13. August 1521 vicar von Isleworth in Middlesex, wurde am 20. April 1535 zusammen mit dem Priester Robert Feron, dem perpetual curate of Teddington in Middlesex, in London angeklagt, schuldiggesprochen und verurteilt. Der Mitverurteilte wurde begnadigt, John Haile aber mit den übrigen vier Märtyrern hingerichtet. John Haile wurde von Papst Leo XIII. 1886 mit seliggesprochen.

† am Dienstag, dem 23. Dezember 1539/7, in Canterbury auf dem Dane-John, wurde gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt
• 5. der heilige Priester und Märtyrer John Stone, Augustinermönch, Doktor der Theologie, Professor und Prior im Augustinerkloster Droitwich, weil er nicht bereit war, den Suprematseid abzulegen.

Zwischen dem 5. und dem 6. der 40 Heiligen liegen 38 Jahre voller Ereignisse. Heinrich VIII. hat seinen am 23. März 1534 vom Parlament gebilligten Act of Succession, zu Ungunsten seiner Tochter Maria, deren Mutter Katharina von Arragon war, und zu Gunsten seiner Tochter Elizabeth, der Tochter von Anna Boleyn, im Jahr 1536 geändert und das Parlament veranlasst zu beschließen, dass der Thronfolger Edward, der Sohn der Jane Seymur, sein sollte. Außerdem hatte er, als vermeintlich Zuständiger für den christlichen Glauben seiner Untertanen, 1536 in den Ten Articles einige Glaubenslehren Luthers, mehr oder weniger verwässert, übernommen, aber 1539 in den Act of Six Articles das meiste davon wieder rückgängig gemacht, ausgenommen fast nur die Anerkennung des Papstes; die Transsubstantiation und die Ohrenbeichte wurden ausdrücklich anerkannt und vorgeschrieben, dazu sogar die Priesterehe, früher gestattet und hier und da ein wenig eingesickert, wieder streng verboten, was seinem Hof-Erzbischof Cranmer von Canterbury gar nicht passte, da dessen Ehe ein allgemein bekanntes öffentliches Geheimnis war. Die Auflösung der Klöster 1538 wurde, abgesehen von ganz wenigen, die dann hingerichtet wurden, im allgemeinen widerstandsarm hingenommen, da der König zwar den ganzen Klosterbesitz für die Krone einzog, aber die gottgeweihten Männer und Frauen (etwa 5.000 Mönche, 1600 Minderbrüder und 2.000 Nonnen) relativ großzügig durch Zuweisung von Renten sich mit der Lage abfinden ließ - ausgenommen die vielen armen Laien, die in den Klöstern ihre Arbeit verloren hatten und die überhaupt gar nichts als Abfindung zum Ausgleich erhielten. Bis zum Tod des Königs im Jahr 1547 blieb die gesetzliche Lage so, dass praktisch die katholische Lehre geschützt war und weiterhin (fast) nur die papal supremacy durch die des Königs ersetzt blieb. Nach dem Tod des Königs trat die von ihm gesetzlich geregelte Erbfolge ein und sein neunjähriger Sohn Edward VI. wurde dem Namen nach König, stand aber unter Vormundschaft und starb schließlich am 6. Juli 1553 im jugendlichen Alter von 15 Jahren an Tuberkulose. Durch seine Berater beeinflusst förderte er antikatholische Tendenzen. Lady Jane, als von Edward auf dem Sterbebett ernannte Nachfolgerin, war nur neun Tage Königin. Als der Sieg der Leute von Mary Tudor klar war, verzichtete sie auf den Thron, wurde aber im Tower eingekerkert, zum Tode verurteilt, begnadigt, überredet ihre Freiheit zu erkaufen durch ihre Konversion zur katholischen Kirche, nach Ablehnung des Angebotes am 11. Februar 1554, unter ihrem tieffrommen Beten, in Tower Green enthauptet. Es war also der 1534 enterbten Mary gelungen, den Thron am 9. Juli 1553 zu übernehmen. Sie hatte von Kind an viel gelitten, auch wegen ihrer Treue zur römisch-katholischen Kirche. Sie hatte Philipp II. von Spanien geheiratet, konnte ihm aber kein Kind schenken. Als Königin war sie anfangs recht beliebt und die meisten der vor ihrer Zeit Mächtigen schwenkten um und waren zur Mitarbeit bereit. Sie aber riss sie sofort das Ruder herum und versuchte mit Gewalt die römisch-katholische Ordnung total wiederherzustellen. Aber im Volk waren 20 Jahre reformierte Einflüsse und der allgemein verbreitete Hass auf die Spanier und andere Ausländer so stark, dass sie ihre Ziele mit äußerster Grausamkeit durchzusetzen versuchte. Rechtlich ließ sie das Parlament schon 1553 den First Statute of Repeal erlassen, nach dem die staats-kirchen-rechtliche Situation der letzten Jahre ihres Vaters, also nach den sechs Artikeln, zur Geltung verholfen wurde, außerdem wurde der Papst wieder in seine Rechte eingesetzt, vor allem auch in Zusammenhang mit dem Second Statute of Repeal 1555. In ihrer kurzen Regierungszeit ließ sie 277 Personen auf dem Scheiterhaufen verbrennen. Als sie am 17. November 1558 fromm verstarb, schlug die Stunde für ihre Konkurrentin, Elizabeth I.. Sie hatte unter ihrer Halbschwester und Vorgängerin mehrmals heucheln müssen katholisch zu sein, war im Tower eingekerkert und unter Hausarrest im Hampton Court, der Residenz Mary’s, hatte manche bange Stunde überstanden. 1559 erließ sie den zweiten Act of Supremacy, Supremationakt, stellte damit die Anglican Church ihres Vaters wieder her, milderte aber u. a. die Kernformel only Supreme Head in only Supreme Governor. Sie war in den ersten Jahren auffallend tolerant ihren katholischen Untertanen gegenüber, in späteren Jahren aber ließ sie immer mehr Katholiken hinrichten. So auch ihre Verwandte Maria Stuart, die, 1542 - 1567 katholische Königin von Schottland, 1558 nach Frankreich gezogen war und dort Gemahlin König Franz II. wurde, drei Jahre später als Witwe nach Schottland zurückkehrte und feststellte, das in ihrer Abwesenheit 1560 die Staatskirche nach englischem Muster durchgesetzt worden war, 1565 katholisch neu heiratete und die Rekatholisierung betrieb, 1567 nach England zu Elisabeth I. flüchtete, von dieser unter Hausarrest gestellt wurde und schließlich am 8. Februar 1587 hingerichtet wurde. Im nächsten Jahr, 21. Juli - 8. August 1588, errang ihre Flotte einen großen Sieg über die viel größere und stärkere, aber schlecht geführte, Armada ihres Schwagers Philipp II., der als Gottesurteil zugunsten des Staatskirchentums gedeutet wurde. Sie erkrankte und starb schließlich am 24. März 1603. Ihr Nachfolger, James I., war der Sohn der Maria Stuart.

† am Samstag, dem 30. November 1577/6, im Saint Stephen’s Fan in Launceston im Cornwall, wurde gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt
• 6. der heilige Priester und Märtyrer Cuthbert Mayne, geboren in Barnstaple in Devonshire, 34 J., erzogen in seinem Heimatort, bei seinem Onkel, der anglikanischer Geistlicher war, ebendort auch im Alter von etwa 19 Jahren ordiniert, studierte in Oxford in St. Albans Hall, danach am St. John’s College, erhielt den Titel M. A. Master of Arts. Damals war in Oxford die katholische Richtung noch sehr stark, von den acht namhaften katholischen Professoren sei hier nur der selige Edmund Campion (1. Dezember 1581/10) und der Professor Gregory Martin genannt. Letzterer schrieb einen Brief an Cuthbert, der dem anglikanischen Bischof von London in die Hände fiel; dieser ließ daraufhin sofort alle in diesem Brief Genannten verhaften; Cuthbert war auf dem Land, wurde vom seligen Thomas Ford (28. Mai 1582/11) gewarnt und flüchtete zuerst nach Cornwall, dann 1573 aufs Festland nach Douai ins English College. Dort wurde er katholisch und empfing 1575 die Priesterweihe. Am 24. April 1576 kehrte er als home missioner nach England zurück, zusammen mit dem seligen John Payne (2. April 1582/8). Cuthbert wohnte bei dem Bekenner Francis Tregian, einem Laien, in der Pfarre St. Probus in Golden, Cornwall. Am 8. Juni 1577 erfolgte seine und seines Gastgebers Verhaftung durch den Ober-Sheriff Grenville, der für diese Heldentat geadelt wurde. Sein Gastgeber wurde eingesperrt und enteignet, er wurde im Gefängnis unter den härtesten Bedingungen festgehalten. Alle fünf Anklagepunkte gegen ihn ließen sich widerlegen oder nicht beweisen, das änderte aber nichts daran, dass er in allen diesen fünf Punkten schuldig erklärt und als Hochverräter verurteilt wurde. Dann aber sprang einer der Richter ab und legte seine Gründe dafür schriftlich dar, was zur Folge hatte, dass der ganze Prozess noch einmal aufgerollt werden musste, obwohl das Ergebnis nach wie vor feststand. Schließlich erfolgte seine grausame Hinrichtung. Er war der erste Märtyrer des englischen Auslands-Seminars Douai.

† am Freitag, dem 1. Dezember 1581/10, wurde auf dem Tyburn-Hügel in London gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt
• 7. der heilige Priester und Märtyrer Edmund Campion, geboren in London, 41 J., sein Vater war ein katholischer Buchhändler, aber betrachtete sich neuerdings als Anglikaner. Edmund hat als Schuljunge die Feierlichkeiten zur Krönung der May Tudor 1553 mit einer lateinischen laudatio mitgestaltet. Er studierte in Oxford im St. John’s College unter dem Patronat der Königin Mary Tudor, dann ab 1558 der Elisabeth I., die ihm, nach einer glänzenden Karriere in Oxford, die Stelle eines Diakon anbot, so dass er, ein bekennender Katholik, von Schmeicheleien blind, den Suprematseid ablegte und sich nach dem neuen Ritus zum Diakon der Anglikanischen Kirche weihen ließ. Nach einer Weile bereute er diese Schritte und flüchtete nach Irland, um in Dublin, einer uralten päpstlichen Universität, sein Glück zu versuchen und schrieb dort eine Geschichte Irlands, die aber wegen ihres englischen Blickwinkels sehr kritisiert wurde. Unter guter Tarnung kehrte er zurück nach England und erlebte in London Prozess und Hinrichtung des seligen Dr. John Storey (1. Juni 1571/15) eines seiner früheren Kollegen von Oxford. Er flüchtete auf das Festland nach Douai, pilgerte nach Abschluss seiner Studien zufuß nach Rom und bat dort 1573 um die Aufnahme in den Jesuitenorden. Da eine englische Provinz des Ordens noch nicht existierte, wurde er nach Prag in Böhmen ins Noviziat und nach Brünn in Mähren zum Studium geschickt. Zurück in Prag wurde er Lehrer im College der Jesuiten und schrieb einige Dramen. 1578 zum Priester geweiht kehrte er als home missioner nach England zurück, getarnt als Edelstein-Kaufmann. Mit ihm arbeitete der heilige Jesuitenbruder Nicholas Owen (22. März 1606/7). Er verfasste eine Schrift, Decem rationes: zehn Gründe, die spöttisch als The Pope’s Campions Brag: Selbstruhm des Päpstlichen Campion sehr schnell Verbreitung fand, in der er seine nicht politisch, sondern rein glaubensstarke Haltung betonte und viele Leser zum Festhalten am katholischen Glauben veranlasst. Er wurde von einem Spion entdeckt am 17. Juli 1581 in Berkshire, verhaftet und gefoltert; er wurde, rückwärts reitend, durch die Straßen seiner Stadt getrieben, auf dem Hut stand Seditious Jesui: aufständischer Jesuit; vor Gericht gestellt sagte er u. a.: Was unsere Gesellschaft betrifft, soll euch bekannt gegeben sein, dass wir, nämlich alle Jesuiten in der Welt, verbindlich daran festhalten, dass wir voller Freude das Kreuz, dass ihr uns auflegt, tragen und nie an eurer Heilung zweifeln, solange wir nur einen einzigen Mann übrig haben, den euer Tyburn erfreut, ebenfalls das Erleiden eurer Folter oder das Verschmachten in euren Kerkern. Die Kosten lohnen sich und das Unternehmen hat begonnen; es ist Gottes Werk, das jeden Widerstand bricht. So ist einst der Glauben eingepflanzt worden, so soll er auch wiederhergestellt werden. Was den mir vorgeworfenen Hochverrat betrifft, dessen ich angeklagt werde, und für den zu leiden ich hierher gekommen bis, ich wünsche sehnlich, dass ihr alle mit mir Zeugen seid dafür, dass ich vollkommen unschuldig bin. Ich bin Katholik und Priester. In diesem Glauben habe ich gelebt, in diesem beabsichtige ich zu sterben. Insofern ihr meine Religion als Hochverrat anseht, bin ich schuldig, was anderen Verrat betrifft, habe ich nie welchen begangen, Gott ist mein Richter. Daraufhin hat der Richter der Königin ihn verurteilt und er wurde in Tyburn gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt, seine Körperteile wurden an den vier Toren Londons zur Abschreckung aufgehängt. Sein Märtyrertod löste in London große Sympathien und eine Flut von Konversionen zur katholischen Kirche aus.
• 8. der heilige Priester und Märtyrer Ralph Sherwin, geboren in Derbyshire, 31 J., studierte in Oxford mit großem Erfolg, am 2. Juli 1574 mit dem Zeugnis scharf philiophischer Denker und ausgezeichnet in Griechisch und Hebräisch. Im folgenden Jahr flüchtete er nach Douai, wurde dort am 23. März 1577 vom Bischof von Cambrai zum Priester geweiht, reiste am 2. August ab nach Rom ins englische Kolleg, wo er fast drei Jahre lang studierte. Am 18. April 1580 verließ er Rom mit 13 Gefährten auf dem Weg nach England. In Mailand waren sie Gäste des heiligen Karl Boromäus (4. November/1 + 3. November 1584/17). Am Ziel angekommen wurde er bereits am 9. November 1580 in Marshalsea eingesperrt, wo er viele Mitgefangenen bekehrte, wurde am 4. Dezember in den Tower eingeliefert, dort gefoltert, im Schnee ausgesetzt, wieder tagelang gefoltert und gequält. Erst nach fast einem Jahr wurde ihm der Prozess gemacht, am 20. November 1581 in Westminster Hall, verurteilt wegen verräterischer Verschwörung, und schließlich in Tyburn hingerichtet.
• 9. der selige Priester und Märtyrer Alexander Briant, geboren in Somerset, 25 J., studierte in Oxford, wegen seiner jugendlichen Schönheit und Lauterkeit wurde er dort the Oxford beautifull youth : der hübsche Oxforder Junge genannt. Schüler des treu katholischen Priesters Dr. Robert Persons und Freund des Richard Holtby, konvertierte er zur katholischen Kirche und reiste nach Reims, zusammen mit seinem Freund, und wurde dort am 29. März 1578 zum Priester geweiht. Im August 1579 wurde er für die Heimatmission bestimmt und wirkte segensreich in seiner Heimat Somersetshire, wo ihm die Konversion des Vaters seines geliebten Lehrers Persons gelang, was ihre Freundschaft noch vertiefte. Die Verfolgungsleute, die nach Robert Persons fahndeten, erwischten ihn, Alexander, verschleppten ihn nach London in das Counter Prison und folterten ihn, um dessen Aufenthaltsort und die Namen weiterer Priester heraus zu pressen. Wegen ihres Misserfolgs überbrachten sie ihn in den Tower und folterten ihn dort weiter. In einer Pause der schrecklichsten Folter schrieb Alexander einen leidenschaftlichen Brief an die Jesuitenniederlassung in London mit de Bitte um Aufnahme in den Orden. Seiner Bitte wurde entsprochen, aber seine Zeit sollte bald vorüber sein. Zusammen mit sechs Priestern wurde er am 16. November 1581 in Queen’s Bench in Westminster, des Hochverrats angeklagt und verurteilt. Er wurde vor der Hinrichtung ohne Grund unsäglich gequält, vielleicht weil sein hübsches Gesicht durch das Leiden eine verklärte Schönheit erhielt, die alle faszinierte, die ihn in seinem Leiden und Sterben noch sahen.

† am Montag, dem 2. April 1582/8, wurde in Chelmsford gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt
• 10. der heilige Priester und Märtyrer John Paine, Payne, geboren im Bistum Petersborough, war Konvertit, der 1574 zum Studium nach Douai ging und am 7. April 1576 vom Erzbischof von Cambrai zum Priester geweiht wurde. Bereits am 24. dieses Monats verließ er, zusammen mit dem seligen Cuthbert Mayne (30. November 1577/6), das Festland und fuhr über nach England. Die meiste ihm verbleibende Zeit wohnte er bei einer Witwe, Tochter eines ehemaligen Bürgermeisters von London, in Ingatestone in Essex, aber auch in London. Im Frühjahr 1577 verhaftet, wurde er freigelassen und konnte im November nach Douai zurückkehren. Vor Weihnachten 1579 kehrte er nach England zurück, wahrscheinlich nach Ingatestone, wurde Anfang Juli 1581 von dem berüchtigten Verräter Eliot verraten, verhaftet und am 14. Juli in den Tower gebracht, dort schwer gefoltert, besonders am 14. August und am 31. Oktober auf der Streckfolter. Am 23. März 1582 wurde er in Chelmsford angeklagt, ein Mordkomplott gegen die Königin und drei ihrer engsten Berater geplant zu haben, wofür es, außer der Anklage des Verräters, keinerlei Spur von Beweisen gab und wurde daraufhin verurteilt. Die Zuschauer griffen bei seiner Hinrichtung tatkräftig ein, so dass es dem Henker nicht möglich war vor seinem Tod die Vollstreckung qualvoll zu vollenden.

† am Mittwoch, dem 30. Mai 1582/8, wurde in London gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt
• 11. der heilige Priester und Märtyrer Luke Kirby, geboren in Nordengland, 33 J., konvertierte in Leuven in Belgien, begann 1576 seine Studien in Douai, wurde im September 1577 in Cambrai zum Priester geweiht, ging noch mit nach Reims, wurde am 3. Mai 1578 als home missioner nach England gesandt, kehrte aber schon im Juli von dort zurück und reiste nach Rom ins Englische Kolleg zur Fortsetzung seiner Studien, legte dort am 23. April 1579 den College Oath ab und reiste wieder nach England. Bei seiner Landung im Juni 1580 in Dover wurde er sofort verhaftet und nach London in das Gatehouse in Westminster gebracht, am 4. Dezember in den Tower verlegt, am 9. Dezember dort grausamst gefoltert, wurde am 17. November 1581 zum Tode verurteilt und bis zu seiner Hinrichtung in Ketten gelegt. Mit ihm zusammen wurden drei selige Priester hingerichtet:
• 11.*- der selige Priester und Märtyrer William Filby, Firby, geboren in Oxfordshire, 23 J., studierte in Oxford, danach in Reims seit dem 12. Oktober 1579, wurde dort am 25. März 1581 zum Priester geweiht, nach England ausgesandt, dort bereits im Juli verhaftet und in London im Tower eingesperrt und am 17. November zum Tode verurteilt, blieb er bis zu seiner Hinrichtung mit Handfesseln gefesselt.
• der selige Priester und Märtyrer Lawrence Johnson, Richardson, gebürtig aus Lancashire, studierte 1569 in Oxford, 1573 in Douai und wurde am 23. März 1577 zum Priester geweiht in Chateau-Cambresis; bereits im Juli darauf nach England ausgesandt wirkte er in Lancashire; in London verhaftet wurde er im Newgate eingekerkert, am 16. November 1581 wurde er ins Queen’s Bench Prison verlegt, am nächsten Tag verurteilt und in den Tower zurückgeführt, wurde ihm zwei Monate lang nicht einmal ein Liegeplatz gestattet.
• der selige Priester und Märtyrer Thomas Cottam, Cottom, Mitglied des Jesuitenordens, geboren aus protestantischen Eltern in Lancashire, 33 J., schloss sein Studium in Oxford, Brasenose, ab mit dem M. A. Master of Arts, und wurde Lehrer in einer grammar school in London. Nach seiner Konversion ging er nach Douai und wurde in Cambrai im Dezember 1577 zum Diakon geweiht. Er wollte Missionar in Indien werden und reiste deswegen nach Rom, bat um Aufnahme in den Jesuitenorden und begann sein Noviziat dort am 8. April 1579. Er wurde krank, zur Erholung nach Lyon und Reims geschickt, am 28. Mai 1580 in Soissons zum Priester geweiht und reiste nach England, um seine für Indien erforderliche Gesundheit zu prüfen. Mit ihm reisten vier Gefährten. Durch einen englischen Spion verraten, wurde er sofort bei Landung in Dover verhaftet, konnte aber, durch die List eines Mitreisenden, heil nach London entkommen, aber, als er merkte, wie sehr sich dieser in Gefahr begeben hatte, hat er sich den Behörden gestellt und wurde in Marshalsea als close prisoner inhaftiert; er hat wahrscheinlich dort im Gefängnis seine Primiz, die erste heilige Messe, still gefeiert. Nach Folterungen wurde er in den Tower verlegt, wo er besonders grausamen Folterungen unterworfen wurde. Zusammen mit dem heiligen Edmund Campion (1. Dezember 1581/10) wurde er am 16. November 1581 zum Tode verurteilt, aber die Hinrichtung wurde verzögert bis zum 30. Mai, als er die Märtyrerkrone errang zusammen mit seinen drei seligen Gefährten. Alle vier wurden von Papst Leo XIII. am 29. Dezember 1886 seliggesprochen. Diese Seliggesprochenen siehe auch 4. Januar, 10/zum heutigen Datum

† am Mittwoch, dem 17. Oktober 1584/10, wurde in Wrexham, Denbigshire, in Wales, wurde gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt
• 12. der heilige Märtyrer Richard Gwyn, White, geboren in Llanilloes in Montgomeryshire, 47 J., studierte in Oxford und Cambridge, wurde Schulmeister an verschiedenen Orten in Wales, war berühmt wegen seiner Kenntnisse des Wallisischen. Seine Frau hat ihm sechs Kinder geboren, von denen drei ihn überlebten. Religiös hielt er sich an seine Umgebung, konvertierte aber sofort, als die Heimatmissionare nach Wales kamen. Er wurde mehrmals kurz verhaftet, dabei wurde ihm 1579 die Freiheit angeboten im Tausch gegen seine Anpassung an die geltenden Gesetze. Nach seiner Ablehnung wurde er 1580 nach Wrexham überführt, im Gefängnis oftmals gequält, in den protestantischen Gottesdienst geschleppt, wurde 1583 kurz in andere Gefängnisse verlegt und dort auch gefoltert, schließlich am 9. Oktober 1584 wegen Hochverrat angeklagt, am nächsten Tag auch verurteilt; wieder wurde ihm die Freiheit angeboten, gegen Anerkennung der Königin als Oberhaupt der anglikanischen Kirche. Seine Frau tröstete und ermutigte ihn bis zum Ende.

† am Dienstag, dem 25. März 1586/11, wurde in York hingerichtet: peine forte et dure: zerquetscht
• 13. die heilige Märtyrin Margaret Clitherow, genannt die Pearle of York, 30 J., die Tochter des Thomas Middleton, eines Wachs-Kaufmanns, der 1564 - 65 Sheriff von York war; sie war schon mit 15 Jahren verheiratet worden, mit dem reichen Metzger und städtischen Ratsherrn John Clitherow, getraut am 8. Juli 1571 in der St. Martins-Kirche. Drei Jahre später konvertierte sie zur katholischen Kirche und wurde eine sehr eifrige Katholikin. Immer wieder nahm sie Priester auf. Mehrmals wurde sie deswegen verhaftet und zu Haftstrafen verurteilt, einmal zu zwei Jahren, nach denen sie aber wieder freigelassen wurde. Ihr Mann blieb zwar Mitglied in der offiziell verordneten Kirche, hatte aber einen Bruder, der Priester war und oft bei ihnen insgeheim zu Gast war. Vorsichtshalber hatte sie stets zwei Zimmer, je eins an einem anderen Ort, als Priesterversteck zur Verfügung, das eine in ihrem Haus und das andere anderswo, öfter wechselnd, in der Stadt. Viele ihrer Gäste wurden in jener Verfolgungszeit zu Märtyrern. Margaret selber sehnte sich danach, auch Blutzeugin werden zu dürfen; öfter pilgerte sie nachts nach London, um in Tyburn unter dem Galgen still zu beten. Schließlich ging ihr Wunsch in Erfüllung. Am 10. März 1586 wurde sie verhaftet, vier Tage später in York vor Gericht angeklagt, sie habe immer wieder Priester aufgenommen und die katholische Messe gehört; sie verzichtete auf jeden Versuch der Verteidigung, um zu vermeiden, dass ihre noch jungen Kinder oder die Hausangestellten als Zeugen vorgeladen und dann möglicherweise als Mitwisser angeklagt würden. Sie wurde am Fest Maria Verkündigung hingerichtet: ein großer scharfer Stein wurde unter ihren Rücken gelegt, die Arme, kreuzweise ausgestreckt, am Pfosten festgebunden, wurde sie mit einer schweren Tür belastet, die stufenweise immer mehr belastet wurde, bis sie ganz zerquetscht war. Ihr Todeskampf dauerte 15 Minuten. Ihre letzten Worte waren: Jesus! Jesus! Jesus ! have mercy on me ! - erbarme dich meiner! Ihr Söhne Henry und William wurden Priester, ihre Tochter Anna wurde Ursuline im Kloster in Löwen in Belgien. Sie selber wurde 1929 seliggesprochen.

† am Dienstag, dem 30. August 1588/9, wurde in Tyburn hingerichtet, gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt
• 14. die heilige Märtyrin Margaret Ward, über die nur wenig bekannt ist. Sie stammte aus vornehmer Familie in Cheshire und war in London Hausdame bei einer vornehmen Dame Whitall. Sie besuchte öfter im Gefängnis Bridewell den Priester William Watson, den damals bekannten Verfasser eines Büchleins Quodlibets. Sie überlistete den sonst wachsamen Kerkermeister und schmuggelte ein Seil in die Zelle, außerdem vereinbarte sie einen genauen Fluchttermin mit dem noch gefangenen Priester. Da die Gefängnismauer teilweise am Wasser lag und dieser Teil des Gefängnisses am wenigsten überwacht war, bestellte sie dorthin einen Helfer mit einem Kahn zur vereinbarten Zeit. Dieser kam aber nicht. Der Priester wartete oben am Seil und sie musste sich schnellstens nach anderer Hilfe umsehen. Es gelang ihr einen jungen, katholischen, irischen Arbeiter John Roche zu gewinnen, der sich rasch einen Kahn besorgte. Dann glückte alles für den Moment recht gut: der Gefangene seilte sich ab und wurde vom Kahn aufgenommen, er tauschte mit John seine Kleider und flüchtete dann in Zivil zufuß. Aber John fiel auf durch seine Sträflingskleidung und wurde verhaftet. Der Kerkermeister fand das Seil und verdächtigte sofort die treue Besucherin. Sie wurde verhaftet und gefoltert, damit sie den Aufenthaltsort des entsprungenen Häftlings preisgebe. Schließlich wurde ihr die Freiheit angeboten schon nur gegen ihre Anerkennung der anglikanischen Kirche. Als sie beides ablehnte, wurde sie am 29. August 1588 zum Tode verurteilt und tags darauf grausam hingerichtet. 1929 wurde sie seliggesprochen.
• mit ihr zusammen starb ihr Helfer, der selige Märtyrer John Roche, Neale, ein katholischer Ire, Arbeiter in London, der wegen seiner Beihilfe zur Flucht des Priesters William Watson aus dem Gefängnis Bridewell verhaftet wurde, zusammen mit Margaret Ward. Bei seinem Prozess wurde ihm angeboten, ein Gnadengesuch an die Königin zu stellen und zu versprechen den protestantischen Gottesdienst zu besuchen. Er lehnte ab mit der Begründung, er habe sich gegen die Königin nie etwas zuschulden kommen lassen und in die anglikanische Kirche könne er aus Gewissensgründen nicht gehen. Warum ihm ausdrücklich streng verboten wurde, vor seiner Hinrichtung auch nur ein Sterbenswörtchen öffentlich zu sagen, ist nicht bekannt; es wurde wohl befürchtet, nur wenige Worte des einfachen Mannes könnten einen ungewollt günstigen Eindruck machen. Er wurde hingerichtet und erhielt so die Märtyrerkrone. Seine Seligsprechung erfolgte 1929, zugleich mit der von Margaret Ward.
außerdem starben zugleich in Tyburn auf dieselbe grausame Weise die seligen Märtyrer
• der selige Priester und Märtyrer Richard Leigh, geboren in Cambridgeshire, also ein Engländer, 27 J., der in Reims und Rom sich auf die Priesterweihe vorbereitete, in Rom im Februar 1586 diese Weihe empfing, noch im selben Jahr als Heimat-Missionar nach England zurückkehrte, dort sofort verhaftet und ausgewiesen wurde, aber, wieder zurückgekehrt, im Juni 1588 in London im Tower eingekerkert wurde, dann im Old Bailey zum Tode verurteilt, schließlich in Tyburn auf die übliche grausame Weise hingerichtet wurde. Er wurde 1929 seliggesprochen.
• der selige Märtyrer Edward Shelley, geboren in Sussex, also auch ein Engländer, 58 J., der im April 1584 verhaftet wurde, nur weil bei ihm das verbotene Buch My Lord Leicester’s Commonwealth gefunden wurde, dazu kam, dass er dem seligen Priester William Dean (28. August 1588/11) geholfen und mehrere Priester aufgenommen hatte. Zuerst wurde er nur zur langjährigen Haft verurteilt, schließlich aber am heutigen Tag mit den Gefährten hingerichtet. Auch er wurde 1929 seliggesprochen.
• der selige Märtyrer Richard Martin, geboren aus einer vornehmen Familie in Shropshire, also auch Engländer, wurde ebenfalls deswegen verurteilt, weil er Priestern Unterschlupf gewährt hatte, konkret warf man ihm vor, dass er für Robert Morton (28. August 1588/11) für ein Abendessen sixpence ausgegeben habe. Das reichte für das Todesurteil und die grausame Hinrichtung. Auch er wurde 1929 seliggesprochen.
• der selige Märtyrer Richard Lloyd, Flower genannt, war gebürtig aus Anglesey in der Diözese Bangor in Nord-Wales, ein jüngerer Bruder des Priesters Owen Lloyd, wurde mit verurteilt, weil er einem Priester William Horner Unterschlupf geboten hatte. So wurde auch er mit den Gefährten hingerichtet. Er wurde 1987 seliggesprochen, siehe 12. Februar, 7/26.

† am Dienstag, dem 10. Dezember 1591/6 - 7, wurde in London, zwei in der Gray Inn’s Lane, die fünf übrigen in Tyburn, gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt
• 15. der heilige Priester und Märtyrer Edmund Gennings, Jenigs, geboren in Lichfield, 24 J., war schon als Junge fromm und ernst, konvertierte 16-jährig zur katholischen Kirche, reiste nach Reims ins Englische Kolleg, wurde 1590 zum Priester geweiht, kehrte als home missionar zurück nach England, wurde schon am 7. November 1591 in London während der Feier des heiligen Messopfers überraschend verhaftet, verurteilt und am heutigen Tag in Gray’s Inn Fields auf die übliche Weise hingerichtet. Sein um drei Jahre jüngerer Bruder John trat bei den Franziskanern ein und ihm gelang die Neugründung der Provinz der Minderbrüder in England; er starb 90-jährig am 12. November 1660 in Douai.
• 16. der heilige Märtyrer Swithun, Smithin, Wells, geboren in Hampshire, 55 J., war Schulmeister, religionsmäßig angepasst empfing er viele Jahre die Kommunion in der anglikanischen Kirche, leitete sechs Jahre eine Privatschule für junge Herren in Wiltshire. Dort ordneten die Behörden am 25. Mai 1582 eine Überprüfung seiner Gesinnung an; dies brachte ihn zur Besinnung und er konvertierte zur katholischen Kirche. 1585 zog er um nach London und kaufte ein Haus in der Gray’s Inn Lane und erteilt dort eine Art Privatunterricht. Er kam wieder unter Beobachtung und wurde am 4. Juli 1586 von Newgate gegen von seinem Neffen erlegte Kaution freigelassen. Am 9. August kam er schon wieder in Untersuchungshaft und wurde erst am 30. November aus dem Fleet Street Prison wieder entlassen. Am 5. März 1587 wurde er wieder verhört und wieder freigelassen. Am 1. November 1591 wurde in seinem Haus, in seiner persönlichen Abwesenheit, der heilige Edmund Gennings bei der Feier der heiligen Messe überraschend verhaftet, mit ihm der heilige Polydor Plasden, wahrscheinlich auch der heilige Eustace White, sicher auch die seligen Brian Lacy, Sidney Hodson und John Mason; Swithun wurde sofort bei seiner Heimkehr verhaftet. Alle wurden am 4. Dezember vor Gericht gestellt in Westminster und am Tag darauf verurteilt. Auch die Ehefrau Wells, die bei der Messfeier anwesend war, wurde mit verhaftet und eingekerkert; sie ist erst 1602 im Gefängnis gestorben. Gennings und Wells wurden in der Gray Inn’s Lane, genau gegenüber seinem Haus, hingerichtet, die übrigen fünf in Tyburn. Seine letzten Worte waren an seinen Henker gerichtet: God pardon you and make you of a Saul a Paul, I heartily forgive you - Gott verzeihe dir und mache dich aus Saulus zum Paulus, ich vergebe dir von Herzen.
• 17. der heilige Priester und Märtyrer Polydor Plasden, Oliver Palmer, 28 J., studierte in Reims und Rom, wurde dort am 7. Dezember 1587 zum Priester geweiht; er blieb noch ein Jahr in Rom und dann einige Monate in Reims, ging 1588 zurück nach England, wurde dort am 8. November 1591 im Haus des seligen Schulmeisters Swithin, Smithin, Wells, während der selige Edmund Gennings die heilige Messe dort feierte, zusammen mit diesen verhaftet, verurteilt und hingerichtet.
• 18. der heilige Priester und Märtyrer Eustace White, geboren in Lincolnshire, 31 J., wurde von seinem protestantischen Vater verflucht, als er konvertierte; 1584 ging er nach Reims, 1586 nach Rom zum Studium, wurde dort zum Priester geweiht, kehrte 1588 zurück als Heimatmissionar und wirkte meist im westlichen England. Am 1. September 1591 wurde er in Blandford, Dorset, von einem Rechtsanwalt, mit dem er über Religion gesprochen hatte, verraten, konnte aber noch zwei Tage öffentlich vor nur Protestanten mit einem ihrer Geistlichen ein Streitgespräch über den Glauben führen, das bei vielen der Zuhörer einen tiefen Eindruck hinterließ. Am 18. September kam er in London ins Bridwell-Gefängnis und musste 46 Tage auf Stroh liegend die engen Handfesseln tragen. Ab 25. Oktober wurde er gefoltert, sieben Mal an seinen Handfesseln aufgehängt, ohne Nahrung und Kleidung erniedrigt. Am 6. Dezember wurde er mit seinen fünf Gefährten angeklagt und verurteilt, schließlich , nachdem er seinen Henkern laut und öffentlich vergeben hatte, hingerichtet.
• der selige Märtyrer Brian Lacy, Vetter und Gefährte des seligen Montford Scott (1. Juli 1591/9), mit dem zusammen er verhaftet wurde, danach grausam gefoltert um herauszupressen, wer alle sie beide in ihre Häuser aufgenommen hatte, danach verurteilt und hingerichtet, weil er Priestern geholfen hatte.
• der selige Märtyrer John Mason, Masson, war Hausdiener in dem Haus, in dem der selige Edmund Gennings die heilige Messe feierte; er wollte helfen, als die Häscher zur Verhaftung erschienen, hing sich an einen von diesen und fiel mit ihm zusammen fest umschlungen die ganze Treppe hinunter, wurde daraufhin nur deswegen als Helfer eines ungesetzlichen Priesters mit verhaftet, angeklagt, verurteilt und hingerichtet.
• der selige Märtyrer Sidney Hodgson, oder nur Sidney genannt, war ein Konvertit, der angeklagt wurde, weil er Priestern geholfen hat, deswegen wurde er verurteilt und auf die übliche grausame Weise hingerichtet. Er wurde 1929 von Pius XI. seliggesprochen. Zu diesen Seligen siehe 4. Januar, 10/66 - 68

† am Sonntag, dem 24. Juli 1594/18, wurde in Dryburn bei Durham hingerichtet
• 19. der heilige Priester und Märtyrer John Boste, gebürtig aus gut katholischer Familie in Dufton, Westmoreland, 50 J., studierte erfolgreich in Oxford, reiste 1580 nach Reims, wurde am 4. März 1581 zum Priester geweiht und ging schon im April als Heimatmissionar nach England zurück. Da er sehr erfolgreich war wurde er besonders eifrig gejagt, aber konnte immer wieder knapp entkommen. Einer seiner Helfer war der selige Märtyrer John Speed (4. Februar 1594/11 und 4. Januar/10 zum Todestag) gelang es lange Zeit, für ihn Verstecke von Haus zu Haus zu finden. Bis er schließlich am 5. Juli 1593 in Durham verraten und verhaftet wurde; nach London verbracht wurde er im Tower grausam gefoltert, kam aber 1594 wieder ins Gefängnis nach Durham zurück; dort traf er auf den neubekehrten bisherigen anglikanischen Geistlichen George Swallowell (26. Juli 1588/9), der vor Angst eben den Widerstand gegen die Verfolger aufgegeben hatte, der mit ihm vor Gericht stand, sich durch sein Beispiel gestärkt zur katholischen Kirche bekannte, von seinem Mitangeklagten im Gerichtssaal in aller Offenheit die Absolution erhielt und ihm zwei Tage später ins Martyrium folgte. Mit ihm vor Gericht stand auch der selige Priester und Märtyrer John Ingram (26. Juli 1594/8 und 4. Januar/10 zum Todestag, seliggesprochen 1929), der ihm zwei Tage später in den Martertod folgte.

† am Dienstag, dem 21. Februar 1595/5, wurde in Tyburn hingerichtet
• 20. der heilige Priester und Märtyrer Robert Southwell, geboren in Norfolk, 34 J., der, katholisch erzogen, sehr jung sein Studium in Douai aufnahm, dort von seinem Professor Leonard Lessius, einem Jesuiten, sehr beeindruckt wurde, kurz in Paris war um dort um seine Aufnahme in den Jesuitenorden zu bitten, seine Enttäuschung - er war erst 17 - in einem leidenschaftlichen Gedicht niederschrieb, nach Rom pilgerte und dort Erfolg hatte, am 17. Oktober 1578 sein Noviziat beginnen konnte, zwei Jahre später die ersten Gelübde ablegen durfte, nach kurzem Studienaufenthalt in Tounay in Belgien seine Studien in Rom vollenden konnte. 1584 zum Priester geweiht wurde er Studienpräfekt am Englischen College. 1586 ging er mit dem bekannten Jesuitenpater Henry Garnett auf Englandmission. Er wurde aufgenommen von Lord Vaux von Harrowden, zwei Jahre später Hausgeistlicher bei der Gräfin von Arundel; er verfasste in Poesie und Prosa viele Texte. Sechs Jahre lang wirkte er sehr aktiv in der Seelsorge, auch in London, immer wieder gut aufgenommen bei tapferen katholischen Familien. 1592 wurde er in Harrow verhaftet, weil die sonst gut katholische Tochter seines Gastgebers ihren Mund nicht halten konnte. Unter grauenhaften Bedingungen wurde er dreizehn Mal gefoltert, nach fast drei Jahren Kerker erst verurteilt und hingerichtet. Seine Werke waren zu seiner Zeit sehr bekannt und beliebt.

† am Freitag, dem 7. April 1595/10, wurde in York hingerichtet: gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt
• 21. der heilige Priester und Märtyrer Henry Walpole, Mitglied der Gesellschaft Jesu, geboren in Norfolk, 37 J., studierte in Cambridge, konvertierte durch das Vorbild des heiligen Märtyrers Edmund Campion (1. Dezember 1581/10), reiste über Rouen und Paris nach Reims, wo er am 7. Juli 1582 ankam; am 28. April 1583 wurde er in Rom ins Englische College zugelassen, am 2. Februar 1584 wurde er auf Probe in die Gesellschaft Jesu aufgenommen, setzte in Frankreich seine Studien fort, besonders in Pont-à-Mousson, wurde in Metz zum Subdiakon und Diakon geweiht, empfing in Paris am 17. Dezember 1588 die Priesterweihe. Er war vorübergehend Militärseelsorger. 1590 wurde er als home missioner nach England gesandt, aber schon bei der Landung verhaftet und in York eingekerkert. Im Februar 1591 wurde er nach London in den Tower gesteckt und dort öfter gefoltert. Erst im Frühjahr 1595 wurde er nach York zurückgebracht um vor Gericht gestellt zu werden. Dort traf er den seligen Alexander Rawlins, mit dem er von da an Verhör, Verurteilung und Hingerichtetwerden teilte.
• der selige Priester und Märtyrer Alexander Rawlins, geboren in Worcestershire, wurde 1586 zweimal ins Gefängnis Newgate gesteckt wegen seines feurigen katholischen Bekenntnisses; am 23. Dezember 1589 kam er nach Reims in Englische Seminar, wurde schon am 18. März 1590 in Soissons zum Priester geweiht und kehrte im April 1591 nach England zurück. Er wirkte im Untergrund, bis zu seiner Verhaftung und wurde mit dem heiligen Henry Walpole hingerichtet.

† am Donnerstag, dem 19. Oktober 1595/14, starb im Tower in London
• 22. der heilige Märtyrer Philip Howard, Earl, Graf von Arundel, geboren in London am 28. Juni 1557, 38 J.; sein Großvater, Henry Graf von Surrey, war 1547 unter Heinrich VIII., sein Vater, Thomas Herzog von Norfolk, 1572 von Elizabeth I. hingerichtet worden, sein Taufpate war, der durch seine Ehefrau Mary Tudor damals auch König von England, Philip II. von Spanien. Er wurde der neuen Zeit angepasst erzogen. Am 24. Februar 1580 erbte er von der mütterlichen Linie den Titel Graf von Arundel und verkehrte oft am Hof der Königin. 1581 war er am Gericht im Tower an den Verhören des heiligen Edmund Campion beteiligt, wurde infolge mehrmals katholisierender Tendenzen verdächtigt, vor allem nach der Konversion seiner Frau, wurde schließlich am 30. September 1584 vom Jesuitenpater William Weston in die Kirche aufgenommen und war von da an ein feuriger katholischer Bekenner. Als er sich zur Flucht gezwungen sah, schrieb er einen ausführlichen Brief zur Erklärung an die Königin. Am 14. April 1585 gelang ihm zwar die Flucht, aber er wurde noch auf dem Schiff verraten und verhaftet; am 25. April wurde er im Tower eingekerkert und blieb dort in Haft bis zu seinem Tod. Anfangs musste er 10.000 Pfund Sterling Strafe zahlen und die Königin erkundigte sich immer wieder danach, ob es ihm auch schlecht genug ging. 1589 im März-April, im Zusammenhang mit dem Sieg über die spanische Armada, wurden besonders viele Märtyrer hingerichtet und er erneut vor Gericht gestellt unter dem Vorwurf, er habe die päpstliche Exkommunikation der Königin gutgeheißen, dafür wurde er zu lebenslänglicher Kerkerhaft verurteilt. Sein letzter Wunsch vor seinem Sterben, nämlich seine Frau und seinen einzigen Sohn noch einmal sehen zu dürfen, wäre nur erfüllt worden, wenn er dafür bezahlt hätte mit dem Übertritt zur protestantischen Kirche. Er wurde begraben in demselben Grab im Tower, das bereits seinen Vater 1572 und seinen Großvater 1547 aufgenommen hatte. Zu den Märtyrern der Familie Arundell of Lanherne siehe zu 4. Januar/10 zum 19. August 1642.

† am Sonntag, dem 12. Juli 1598/9, wurde in Tyburn gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt
• 23. der heilige Priester und Märtyrer John Jones, Buckley, gebürtig aus Carnarvonshire in Wales, aus einer Familie, die katholisch geblieben war; als junger Mann trat er in Greenwich bei den Minderbrüdern ein, nach der Auflösung des Klosters 1559 ging er auf das Festland und wurde in Pontoise in Frankreich professt. Nach mehreren Jahren ging er nach Rom und trat dort in den Konvent an Ara caeli ein bei den Observatinen, obwohl er eigentlich den Conventualen angehörte, 1591 trat er den Reformati fest bei, da er sich mit den Idealen der strengen Observanz angefreundet hatte. Er bat um Aussendung nach England, erhielt dazu einen besonderen Segen des Papstes Clemens VIII. und erreichte London Ende 1592. Zuerst fand er Zuflucht im Haus für Missionspriester von Father John Gerard, dann wirkte er in verschiedenen Gegenden Englands und wurde von seinen franziskanischen Mitbrüdern zu ihrem Provinzialoberen gewählt. 1596 meldete ein Spion, John habe die Messe gelesen im Haus von zwei Katholiken; Nachforschungen aber ergaben, dass die beschuldigten Gastgeber zu der fraglichen Zeit schon im Gefängnis einsaßen. Trotzdem wurde Jones eingefangen und auf vielfältige Weise grausam gefoltert. Zwei Jahre wurde er im Gefängnis festgehalten, schließlich am 3. Juli 1598 vor Gericht gestellt, angeklagt, er habe im ersten Regierungsjahr der Königin (1558) das Land verlassen mit der Absicht als römischer Priester zurück zu kehren, daraufhin verurteilt und wenige Tage später hingerichtet. Da das Volk der vielen blutrünstigen Hinrichtungen überdrüssig wurde, war die Hinrichtung für den frühen Morgen und zwar auf dem St. Thomas’s Watering Place, heute die Old Kent Road auf der Kreuzung Old Roman Road, Watling Road vorgesehen, an einem Ort, der seit unvordenklichen Zeiten als Hinrichtungsstätte benutzt wurde. Tyburn war zweite Wahl, lag aber auch an einer Kreuzung Old Roman Road, Watling Road. Unter dem Galgen bekannte er laut dem umstehenden Volk, dass seine Hinrichtung keinerlei politischen Hintergrund hatte, sondern ausschließlich Glaubensgründe. Die Zuschauer zeigten ihre Sympathie für den Märtyrer; nach der Hinrichtung wurden einige öffentlich zur Schau gestellte Glieder von Katholiken entwendet und bestattet; einer der Barmherzigen wurde ermittelt und erhielt eine lange Haftstrafe. Die Seligsprechung fand 1886 durch Papst Leo XIII. statt, die Heiligsprechung durch Paul VI..

† am Mittwoch, dem 21. Juni 1600/7, wurde in London, an St. Thomas Waterings, hingerichtet
• 24. der heilige Märtyrer John Rigby, geboren in Lancashire, 30 J., vertrat vor Gericht im Old Bailey als Diener der Familie des Sir Edmund Huddleston, dessen kranke vorgeladene Tochter Mrs. Fortescue, die Rechenschaft über ihren Glauben ablegen sollte; da sich herausstellte, was er auch bekannte, dass er selber Katholik war, wurde er in Newgate eingesperrt; dort unterschrieb er am nächsten Tag, es war der 14. Februar 1600, dass er von dem Franziskaner John Jones, der zwei Jahre vorher das Martyrium vollendet hatte, der Kirche zugeführt worden war; er wurde in Ketten wieder nach Newgate geführt, dann am 4. März nach White Lion, dort verurteilt, aber seine endgültige Verurteilung hinausgezögert, am 19. Juni dann erneut verurteilt und zur Hinrichtung bestimmt. Unterwegs zum Galgen wurde der Zug aufgehalten durch einen Captain Whitlock, der ihm vorhielt, er würde bestimmt nachgeben und sich anpassen, wenn er verheiratet wäre und Familie hätte, worauf John antwortete: I am a bachelor, and more than that I am a maid: Ich bin Junggeselle und, mehr noch, ein jungfräulicher. Der Captain bat um sein Gebet und der Märtyrer starb an derselben Stelle wo sein Vorbild am 12. Juli 1598 das Martyrium erlitten hatte.

† am Dienstag, dem 27. Februar 1601/8, wurde in London gehenkt
• 25. die heilige Märtyrin Anne Line, Lyne, war die Tochter eines reichen feurigen Calvinisten, William Heigham, Higham, aus Dunmow in Essex; als sie und ihr Bruder ihre Konversion zur katholischen Kirche ankündigten, wurden beide enteignet und enterbt. Sie heiratete Roger Line, einen Konvertiten wie sie, der, kurz nach ihrer Heirat verhaftet wurde, weil er die katholische Messe gehört hatte, und ausgewiesen; sie zogen nach Flandern ins Exil, wo er 1594 verstarb. Sie kehrte als Witwe zurück nach London und übernahm dort die Sorge für das von dem Jesuitenpater John Gerard († am 27. Juli 1636 im Alter von 73 Jahren, nach einem abenteuerlichen Leben für die Kirche, der 1607 ins Ausland flüchten musste und den Rest seines Lebens in Englischen Colleges auf dem Festland verbrachte; er hat mehrere Standardwerke über seine Erlebnisse in der englischen Katholikenverfolgung geschrieben) für Untergrundpriester gegründet hatte. 1597, nach der gelungenen Flucht Father Gerard’s aus dem Tower, gründete sie ein zweites Haus in London, das demselben Zweck diente. Am 2. Februar 1602, dem Fest der Darstellung Jesu im Tempel, Maria Lichtmess, stürmten Priesterjäger das Haus, in dem der selige Jesuit Francis Page (10. April 1602/17) die Feier der heiligen Messe unterbrechen musste und sich schnell als Zivilist getarnt mit mehreren Messbesuchern durch die Flucht retten konnte; gefunden wurde nur der Altar mit allem für die hl. Messe gebrauchten Geräten, das reichte aus für ihre Verhaftung. Am 26. Februar wurde sie angeklagt, Priester in ihr Haus aufgenommen zu haben, aber diese Anklage konnte auf keine Weise bewiesen werden; sie wurde verurteilt und hingerichtet, mit ihr zusammen wurden hingerichtet die beiden seligen Priester Mark Barkworth, Benediktiner, und Roger Filcock, Jesuit. Sie wurde seliggesprochen 1929.
• der selige Benediktiner, Priester und Märtyrer Marc Barkworth, geboren in Lincolnshire, 29 J., studierte in Oxford, konvertierte, ging 1594 nach Douai, studierte ab 16. Dezember 1596 am English College in Rom, dann am Royal College of St. Alban in Valladolid und wurde 1599 zum Priester geweiht. Auf seiner Reise nach England blieb er kurze Zeit in der Benediktinerabtei Hyrache in Navarra, wäre gern dort eingetreten, aber wurde nur als Oblate aufgenommen, mit der Zusage, falls er in England zum Märtyrer würde, dürfe er vor seiner Hinrichtung die Gelübde ablegen und würde so in den Orden aufgenommen. Er kehrte zurück nach England, zusammen mit dem heiligen Thomas Garnet (23. Juni 1608/9). Sofort bei der Landung wurde er entdeckt, verhaftet und in Newgate eingekerkert, nach sechs Monaten verlegt nach Bridewell, verurteilt und nach Tyburn gebracht, unterwegs sang er die österliche Antiphon aus dem 117. (118.) Psalm, Vers 24: Haec dies quam fecit Dominus, exultemus et laetemur in ea: an diesem Tag, den der Herr gemacht hat, lasset uns an ihm jauchzen und uns freuen. An der Hinrichtungsstätte angekommen küsste er das Gewand der Anne Line, die bereits tot noch am Galgen hing, und sagte: Ah, sister, thou hast got the start of us, but we will follow thee as quickly as we may: Ach, Schwester, du hast für uns den Anfang gemacht, wir werden dir sobald möglich nachfolgen. Dann wandte er sich an das umstehende Volk und sagte: I come here to die, being a catholic priest and a religious man, belonging to the order of saint Benedict; it was by that same order that England was converted: Ich komme hierher zu sterben, als katholischer Priester und Ordensmann des Benediktinerordens, durch denselben Orden ist England bekehrt worden. Dann wurde er gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt. Er wurde seliggesprochen am 15. Dezember 1929. Siehe auch 4. Januar, 10/88
• 25.*- der selige Jesuit, Priester und Märtyrer Roger Filcock, Arthur Nayler, geboren in Sandwich in Kent, 31 J., studierte in Reims und Valladolid, wurde dort 1597 zum Priester geweiht, wurde, 1598 in England zurück, Mitglied der Gesellschaft Jesu, wurde verhaftet, verurteilt und dann in Tyburn gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt. Seine Seligsprechung erfolgte 1987 durch Papst Johannes-Paul II. im Rahmen der Seligsprechung der 85 Märtyrer. Siehe auch dort am 12. Februar 7/66.

Von den vierzig Heiligen vom 25. Oktober 1970 sind noch 15 kurz zu beschreiben, die nach dem Tod von Königin Elizabeth I. das Martyrium erlitten haben. Bei allen, den 25 vorigen und den nun folgenden, spielen nicht nur der in der englischen Bevölkerung damals herrschende Hass gegen die katholische Kirche, sondern auch die Religionspolitik des jeweiligen Herrschers eine entscheidende Rolle.
• Vier der heiliggesprochenen Märtyrer starben in der Regierungszeit James I., Jakobs I. (1603 - 1625) und zwar in den Jahren 1606 - 1612.
• Vier der Heiliggesprochenen opferten ihr Leben unter Charles I., Karl I. (1625 - 1649).
• Ein Märtyrer starb unter dem grausamen Oliver Cromwell, in den Jahren der Republik Commonwealth of England (1649 - 1658)
• Sechs Märtyrer gaben ihr Leben hin im Jahr 1679, unter Charles II., Karl II., (1660 - 1685) infolge der von Titus Oates verleumderisch den Katholiken, besonders den Jesuiten, angedichteten popish plot: Papistenverschwörung.
• James I. von England war der Sohn der katholischen Maria Stuart, der Königin von Schottland, die am 8. Februar 1587, nach langer Gefangenschaft und einem antikatholischen Schauprozess, verantwortet von ihrer Verwandten der Königin Elizabeth I., als Märtyrin hingerichtet worden ist. Er war am 19. Juni 1566 in Schottland geboren, wurde im Alter von zwei Jahren nominell König von Schottland, als seine Mutter nach England geflüchtet war, übernahm im Alter von 12 Jahren die königliche Macht in Schottland, übernahm 1603, nach dem Tod Elizabeth I., in Personalunion die Königsherrschaft auch über England und Irland. Er war Anhänger der anglikanischen Staatskirche und überaus selbstbewusst in der Durchsetzung seines vermeintlichen Divine Right of the Kings: des Gottgegebenen Rechts der Könige. Der Versuch vom 5. November 1605 das House of Parliament mitsamt dem tagenden Oberhaus und dem dies eröffnenden König in die Luft zu sprengen, wurde den Katholiken angelastet und Guy Fawkes mit vier weiteren Schuldigen hingerichtet.
• Charles I. war der zweite Sohn von James I., geboren am 19. November 1600. Im Jahr seines Regierungsantritts heiratete er die fromme katholische Tochter des Königs von Frankreich, Henriette-Marie, die ihm vier Söhne und zwei Töchter schenkte. Ihr Einfluss bei Hof war relativ groß, auch dadurch, dass sie aus Frankreich viele katholische Männer an den Hof holte. Der König war tief frommer Anhänger der anglikanischen Kirche, besonders ihrer liturgischen Feierlichkeiten. Wegen seiner Selbstherrlichkeit (er herrschte 1629 bis 1640 ganz ohne Parlament, das er aufgelöst hatte, ab 1640 mit einem Long Parliament, das praktisch machtlos war) provozierte er Missachtung des Königtums und Überbewertung des Parlamentarismus, was zu seiner Absetzung 1646 und schließlich zum Hochverratsprozess und seiner Hinrichtung durch Enthauptung am 30. Januar 1649 führte.
• Oliver Cromwell, geboren 1599, war die treibende Kraft gegen den König, seitdem er 1640 Mitglied des Parlaments geworden war. Er lebte als überzeugter Puritaner und bekämpfte die Katholiken und die Anglikaner. Am 7. Februar 1649, nach der Hinrichtung des seit 1646 machtlosen Königs, erklärte er das Königtum für abgeschafft und rief die Republik Commonwealth of England aus, deren Vorsitzender des Staatsrats er wurde; 1653 löste er das Parlament auf und regierte diktatorisch als Lord Protector. Er starb am 3. September 1658 in London Whitehall.
• Charles II., der älteste Sohn Charles I., geboren in London am 29. Mai 1630, lebte bei seiner Mutter in Frankreich, als sein Vater die Herrschaft verlor; ein Versuch an die Macht zu kommen scheiterte 1651, als er von Cromwell besiegt wurde; 1660 wurde er von den herrschenden Kräften der Restauration zurückgerufen und kam am 25. Mai in Dover an. Seine Regierungszeit ist von religiöser Toleranz geprägt, aber er vertrat als Oberhaupt der Kirche von England die anglikanische Auffassung. Allgemeine Ausländerfeindlichkeit auf der Insel, besonders gegen Frankreich und Spanien, die katholischen Länder, gegen die Katholiken und besonders die Jesuiten, waren im Volk so weit verbreitet, dass 1673 das Parlament und der König den Test Act erließ, das Katholiken von der Mitgliedschaft in beiden Häusern des Parlaments ausschloss; das Gesetz richtete sich auch besonders gegen James, den jüngeren Bruder des Königs, der 1672 katholisch geworden war, auch als König von Schottland anerkannt war, aber in England besonders geschätzt wurde, weil er die englische Flotte mehrmals zum Sieg geführt hatte. Die Hetze wurde auf die Spitze getrieben durch die Erfindung von Titus Oates, der, ein anglikanischer Geistlicher, sich als junger Mann 1677 hinterlistig als Konvertit ausgab und es schaffte, in den Jesuiten-Colleges in Valladolid und Saint-Omer Aufnahme zu finden, um diese auszuspionieren; er wurde jedoch aus beiden bald entlassen, weil er sich verdächtig machte. 1678 trat er dann in London plötzlich ganz groß auf und warnte vor einer Jesuiten-Verschwörung, die zur Ermordung des Königs Charles II., zur Einsetzung von dessen 1672 katholisch gewordenen Bruders James II. (Jakobs II.), zur zwangsweisen Rekatholisierung Englands führen sollte, den Oates Plot, auch fälschlich popish plot, von 1678 genannt. Er hatte alles erfunden und gab also als seine einzige Quelle an, er habe in seiner Zeit bei den Jesuiten deren Geheimversammlungen ausspioniert. Er fand leicht Glauben, zwar nicht beim König, wohl aber bei einem Teil des Parlamentes und vor allem in der Masse des Volkes, obwohl das ganze seine Erfindung und Verleumdung war. Die Folge war eine heftige Verfolgung der Katholiken und besonders der Jesuiten, die zu neuen Märtyrern führte. Zu diesem Hintergrund gehören die letzten sechs der von Papst Paul VI. am 25. Oktober 1970 Heiliggesprochenen, von denen übrigens nachweislich keinem einzigen auch nur die Spur politischer Auflehnung nachgewiesen wurde, abgesehen von der katholischen Ablehnung der königlichen Oberhoheit über die Kirche und ihre Priester. Titus Oates wurde von James II., der aber erst nach dem Tod Charles II. im Jahr 1685 den Thron in London bestieg und sich nur gut drei Jahre halten konnte (1685 - 1688, geflohen und 1689 vom Parlament abgesetzt), wegen Meineids verurteilt und eingesperrt, aber von seinem Nachfolger, dem König William III. dem Oranier (1689 - 1702) aus dem Gefängnis geholt und mit einer Pension belohnt; er starb in London 1705.

† am Mittwoch, dem 22. März 1606/7, in London, im Tower, starb unter der Folter
• 26. der heilige Jesuitenbruder und Märtyrer Nicholas Owen, der vor 1580 in die Gesellschaft Jesu aufgenommen, zuvor vielleicht Schreiner, sicher treuer Diener der Jesuiten, war und berühmt dafür wurde, dass er, in aller Bescheidenheit und Freundlichkeit, ein besonderes Geschick hatte, in ganz England, für verfolgte Priester Verstecke zu organisieren. Anlässlich des Todes des heiligen Jesuiten Edmund Campion (1. Dezember 1581/10) wurde er verhaftet, weil er öffentlich dessen Unschuld erklärt hatte, aber wieder entlassen. Er half den Jesuiten-Patres Henry Garnett und John Gerard (vgl. Anne Line 27. Februar 1601/9) achtzehn Jahre lang; zusammen mit John Gerard wurde er gefangen und im Tower eingesperrt, zuerst flüchtete er allein und dann verhalf er Pater Gerard zu dessen Flucht. Bei seiner letzten Verhaftung in Hindlipp Hall, Worcestershire, gab er sich den Häschern als Pater Garnett aus. Als seine wahre Identität herauskam war die Freude der Behörden überaus groß, denn sie fahndeten schon viele Jahre ergebnislos nach ihm und hofften nun unter der Folter viele seiner geheimen Verstecke zu erfahren. Er wurde im Tower auf die verschiedensten Arten grausamst gefoltert, gab aber keines seiner Geheimnisse preis. Da die erfolglosen Folterer zu maßlos quälten, starb er ihnen unter den Händen weg.

† am Montag, dem 23. Juni 1608/8, wurde in Tyburn gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt
• 27. der heilige Priester und Märtyrer Thomas Garnet, aus der Gesellschaft Jesu, geboren in Southwark, 33 J.; sein Vater, Richard Garnet, war 1569 in Oxford im Balliol College, ein vorbildlicher katholischer Mann, der viele zur Konversion und einige zum Martyrium begeisterte, z. B. Campion und Persons. Der Bruder des Vaters war der berühmte Jesuit Henry Garnet (vgl. u. a. zu Anne Line - 27. Februar 1601/9), Oberer der Jesuiten in England, der Thomas auch in die Gesellschaft aufzunehmen sich bereit erklärt hat. Thomas lernte zuerst in Horsham in der grammar school, war danach Page bei der Familie Arundel, bei einem konformistischen Halb-Bruder des heiligen Philip Howard von Arundel (19. Oktober 1595 / 14). Er studierte 1592 in St. Omer, als einer der ersten Studenten bei der Eröffnung des dortigen Seminars, dann sollte er in Valladolid seine Studien fortsetzen; dies gelang jedoch erst nach zehn Anläufen: beim ersten Versuch zur Überfahrt von Calais aus nach Spanien, traf er mit noch fünf Gefährten auf dem Schiff den Jesuiten William Baldwin, der verkleidet und unter anderem Namen reiste. Wegen schwerer See mussten sie in The Downes Schutz suchen; dort wurde ihr Schiff von Häschern auf Schiffen der Königin Elizabeth I. durchsucht und in einem Versteck aufgestöbert, sofort verhaftet und nach London gebracht und dort verhört. Pater Baldwin wurde ins Bridewell-Gefängnis gesteckt und hatte dort die Gelegenheiten, den Bekenner James Atkinson auf seine Märtyrerkrone vorzubereiten. Seine sechs jungen Reisegefährten wurden dem Erzbischof von Canterbury übergeben, der, da sie gemeinsam zusammenhielten, voneinander trennte und jeden einzelnen zu einem anderen Bischof oder Doktor der Theologie schickte; nur einer, der jüngste von ihnen, ist daraufhin abgefallen, die fünf übrigen haben auf abenteuerlichen Wegen schließlich ihre Ziele, die Seminare auf dem Festland, erreicht. Als Thomas krank wurde, wurde er unter Auflagen nach Hause geschickt und sollte an einem festgelegten Tag von einem Bewacher wieder abgeholt werden; da dieser sich verspätete, ergriff Thomas die Gelegenheit zur Flucht und konnte sich nicht einmal seinem eigenen Vater anvertrauen. Es gelang ihm wieder nach St. Omer zu kommen und von dort kam er am 7. März 1596 in Valladolid an. 1599 wurde er zum Priester geweiht. Als home missioner kehrte er nach England zurück und wirkte von Ort zu Ort. Als er chaplain beim Herrn Thomas Rokewood in Coldham Hall war, wurde dieser, nach dem gunpowder plot 1605, in das er unglücklicherweise verwickelt war, gesucht und statt seiner Thomas Garnet verhaftet und nach London geschleppt, zuerst ins Gatehouse, dann in den Tower. Da in sieben Monaten Verhören keinerlei Anhaltspunkt für eine Beteiligung an der Verschwörung gefunden werden konnte, wurde er, zusammen mit 46 anderen Priestern, auf ein Schiff gebracht, sie mit der Todesstrafe bedroht für den Fall der Rückkehr und in Flandern an der Küste ausgesetzt. Garnet ging nach St. Omer, dann nach Brüssel zu Pater Baldwin, der dort Oberer der Jesuiten war; dieser schickte ihn ins Noviziat der englischen Novizen nach Leuven, Louvain, in das er als allererster aufgenommen wurde; aber er wurde bald nach England zurückgesandt; dort konnte er nur sechs Wochen sich frei bewegen, dann wurde er von einem abgefallenen Priester verraten und verhaftet. Ihm wurde die Freiheit angeboten, wenn er den 1606 von James I. gegen halsstarrige Katholiken neu formulierten Oath of Allegiance: Ergebenheitseid der Untertanen ablegen würde, in dem jeglicher Bindung an die Autorität des Papstes abgeschworen werden musste. Da er dies zu schwören ablehnte, wurde er in Tyburn hingerichtet.

† am Freitag, dem 10. Dezember 1610/8, wurde in Tyburn gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt
• 28. der heilige Benediktinermönch, Priester und Märtyrer John Roberts, gebürtig aus Nord-Wales, 35 J., studierte 1595 in Oxford, verließ es ohne Abschluss und studierte an einem der Gerichte weiter die Rechte. 1598 reiste er nach Paris, konvertierte, ging an das Seminar nach Valladolid, tauschte es aber bald ein gegen die Benediktinerabtei ebenfalls in Valladolid, wurde ins Noviziat nach Compostella geschickt und legte die Gelübde ab gegen Ende 1600, beendete seine Studien und wurde zum Priester geweiht. Am 26. Dezember 1602 wurde er nach England ausgesandt Im April 1603 kam er an, wurde aber beobachtet und verhaftet und ausgewiesen. Nur kurz war er in Douai, dann kehrte er nach England zurück und wirkte in London. 1604 wollte er sich mit vier Postulanten nach Spanien einschiffen, wurde verhaftet, nicht als Priester erkannt und ausgewiesen, kehrte aber sofort wieder zurück. Am 5. November 1605 sollte ein verdächtiger Mr. Percy in seinem Haus festgenommen werden, aber die Häscher fanden nur seine Frau im Haus und den Priester John Roberts, der sofort verhaftet wurde; sechs Monate lang wurde er im Gatehouse in Westminster verhört, aber irgendwelche Beteiligung am Komplott war ihm nicht nachzuweisen; so wurde er wieder einmal ausgewiesen, es war Juli 1606. Diesmal blieb er vierzehn Monate fort; er gründete in Douai eine Abtei für englische Benediktiner, die er aus mehreren spanischen Klöstern sammelte; dies waren die Anfänge des Klosters St. Gregory, das später nach England verlegt wurde und noch besteht in der Downside Abbey, in der Nähe von Bath. Im Oktober 1607 kehrte er nach London zurück, wurde im Dezember verhaftet und ins Gatehouse eingeliefert, konnte fliehen und unbehelligt ein Jahr in London versteckt leben, wurde im April 1609 nochmals verhaftet und nach Newgate gebracht; dort wäre er hingerichtet worden, wenn nicht der französische Botschafter, durch seine Fürsprache eine Umwandlung des Todesurteils in das der Verbannung erreicht hätte. Roberts besuchte wieder Spanien und Douai, kam aber innerhalb eines Jahres schon wieder. Er war sich darüber im Klaren, dass eine erneute Verhaftung seine Hinrichtung bedeuten würde. Am 2. Dezember 1610 fanden ihn seine Häscher, als er eben die heilige Messe beendet hatte; noch in seinen Messgewändern wurde er mitgenommen und in Newgate abgeliefert. Am 5. Dezember erfolgte seine Verurteilung, fünf Tage später in Tyburn seine Hinrichtung, dann 1886 seine Seligsprechung und 1970 die Heiligsprechung dieses Märtyrers.
• 28.*- der selige Priester und Märtyrer Thomas Somers, geboren in Westmoreland, er war Schulmeister, studierte in Douai und wurde zum Priester geweiht, kam zurück nach London, wurde verhaftet und verurteilt, nur weil er katholischer Priester war, und mit dem heiligen John Roberts zusammen hingerichtet. 1929 wurde er seliggesprochen.

† am Mittwoch, dem 5. Dezember 1612/6, wurde in London grausam hingerichtet
• 29. der heilige Priester und Märtyrer John Almond, geboren nahe Liverpool, 35 J., kam als Jugendlicher nach Irland, dann 20-jährig nach Rom ins englische Kolleg, beendete dort mit großem Erfolg seine Studien, so dass er mit einem Festakt unter dem Vorsitz der Kardinäle Baronius und Tarugi verabschiedet wurde. Er empfing die Priesterweihe und ließ sich als Heimatmissionar aussenden. Zurück in England konnte er fast zehn Jahre im Untergrund wirken. Er wurde zweimal verhaftet, in 1608 und dann wieder 1612. Da im November dieses Jahres sieben Priestern die Flucht aus dem Gefängnis gelang, wurden die in Haft verbleibenden besonders scharf bewacht. Dr. King, ein protestantischer bishop of London, war ihm in dem Verhör so unterlegen, dass er ihn bevorzugt schnell zum Tode verurteilte. John Almond hatte immer gerne anderen eine Freude gemacht, so brachte er es fertig, noch vom Galgen herab einige wenige Almosen zu verstreuen. Er starb mit dem Heiligen Namen auf seinen Lippen.

† am Montag, dem 28. August 1628/12 wurde in Lancaster gehenkt
• 30. der heilige Priester und Märtyrer Edmund Arrowsmith, geboren in Haddock, 43 J., erlebte schon als Kind die grausame Katholikenverfolgung, als er nachts mit seinen Eltern überfallen und zum Gefängnis Lancaster geschleppt wurde, aber unterwegs, zitternd vor Kälte in seinem Nachthemd, weggejagt und laufengelassen wurde. 1605 fing er seine Studien in Douai an, musste sie aber aus gesundheitlichen Gründen unterbrechen, wurde jedoch 1612 zum Priester geweiht und als home missioner in seine Heimat Lancaster gesandt. 1622 wurde er aufgegriffen und vor den protestantischen bishop Bridgeman gebracht; eine kluge Disputation mit ihm und seinen Geistlichen brachte ihm die Freilassung ein. Im nächsten Jahr bewarb er sich bei den Jesuiten um Aufnahme und begann sein Noviziat in Essex. 1628 wurde er verraten und eingekerkert. Sein Mitgefangener war der heilige John Southworth (28. Juni 1654/6), der einzige unserer Liste der unter Cromwell zum Märtyrer wurde; dieser erteilt Edmund vor seinem letzten Gang zum Schafott die Absolution, bevor er die übliche grausame Hinrichtung über sich ergehen ließ.

† am Dienstag, dem 10. September 1641/11, wurde in Tyburn gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt
• 31. der heilige Benediktinermönch, Priester und Märtyrer Edward Ambrose Barlow, geboren in Barlow Hall bei Manchester, 56 J., wurde in der Benediktinerabtei St. Gregory in Douai erzogen, trat 1610 in das Englische Kolleg in Valladolid ein, kehrte aber zurück nach Douai, wo sein Bruder professter Mönch war. 1616 legte auch er die Ordensgelübde ab und empfing im Jahr darauf die Priesterweihe. Nach England gesandt wirkte er in Süd-Lancashire und in der Umgebung von Manchester. Am Ostersonntag, dem 25. April 1641, wurde er verhaftet, zum fünften und letzten mal; verhaftet hat ihn feierlich der vicar von Eccles, der im Rochett an der Spitze der Quasi-Prozession mit dem Gefangenen schritt, in der etwa 400 Männer mit Schwertern und Knüppeln mitliefen. Er hätte in der Menge flüchten können, aber ließ sich zum Gefängnis in Lancaster so begleiten. Nach viermonatiger Haft wurde er verhört, am nächsten Tag verurteilt und drei Tage später hingerichtet.

† am Dienstag, dem 21. Januar 1642/9, wurde in Tyburn gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt
• 32. der heilige Benediktinermönch, Priester und Märtyrer Alban Bartholomew Roe, geboren in Suffolk, 58 J., der in Suffolk und Cambridge studierte, als er in St. Albans einen katholischen Gefangenen aufsuchte, um ihn zum Protestantismus zu bekehren, ließ er sich von ihm die kirchliche Lehre erklären, daraufhin war er es der konvertierte; dann wurde er ins Englische Seminar in Douai aufgenommen, 1611 aber wieder entlassen wegen insubordination: Ungehorsam, darauf trat in die englische Benediktinerabtei Saint-Laurence Dieulward im Elsass ein, legte 1612 die Gelübde ab, empfing die Priesterweihe und nahm die Aussendung nach England 1615 an. Verhaftet saß er 1618 - 1625 in London im New Prison, Maiden Lane, wurde dann ausgewiesen und ging in Douai in das dortige Benediktinerkloster, aber kehrte bereits vier Monate später nach England zurück. 1627 wurde er wieder verhaftet, konnte zwischendurch öfter entfliehen, aber wurde immer wieder bald eingefangen; nach 17 Jahren im Kerker, wurde er schließlich verurteilt, traf im Todeskerker Thomas Green und konnte ihn trösten und stärken, zusammen wurden sie hingerichtet.
• der selige Priester und Märtyrer Thomas Green, Reynolds, der aus Oxford stammte, studierte in Reims, Valladolid und Sevilla, empfing 1592 die Priesterweihe, kehrte als Heimatmissionar zurück, wurde 1606 verhaftet und mit 46 anderen Priestern ausgewiesen, kehrte wieder zurück und wirkte segensreich, wurde 1628 wieder verhaftet und eingekerkert, zum Tode verurteilt, aber erst nach 14 Jahren Haft, als Achtzigjähriger, nochmals verurteilt und, zusammen mit Alban Roe, hingerichtet. Unter dem Galgen vergab er seinen Henkern, dann gaben Roe und er einander die Absolution und beten im Wechsel den Psalm 50/ 51 Miserere. Als der Boden unter ihren Füßen weggezogen wurde und sie zum Hängen kamen, riefen beide zugleich als ihr letztes Wort laut Jesus! Seine Seligsprechung erfolgte 1929.

† am Mittwoch, dem 1. Februar 1645/14, wurde in Tyburn auf die übliche Weise hingerichtet
• 33. der heilige Priester aus dem Jesuitenorden und Märtyrer Henry Morse, geboren in Norfolk, 49 J., wurde am 5. Juni 1614 in Douai in die katholische Kirche aufgenommen, nach verschiedenen Studienorten in Rom zum Priester geweiht und erhielt am 19. Juni 1624 den Auftrag nach England zu gehen. Dort wurde er in Heaton in die Gesellschaft Jesu aufgenommen, dann verhaftet und für drei Jahr im York Castle eingesperrt, wo er auch sein Noviziat vollendete, unter der Leitung seines Mitgefangenen, des Jesuiten John Robinson. Nach der Ablegung der Kleinen Gelübde ging er in die Niederlande als Missionar. Ende 1633 kehrte er nach England zurück und wirkte in London. 1636 wird berichtet, dass er etwa neunzig protestantische Familien wieder in die Kirche aufgenommen hat. Am 27. Februar 1627 wurde er verhaftet und in Newgate eingesperrt, am 22. April vor Gericht gestellt unter der zweifachen Anklage, Priester zu sein und protestantische Familien zum Eidbruch gegen den oath of allegiance: Treueid der Untertanen (des Königs, in dem sie seine Oberhoheit über die Kirche anerkannten) veranlasst habe; er wurde nur zum ersten Punkt schuldig erklärt, zum zweiten nicht. Am Tag darauf, dem 23. April, hat er seine Feierlichen Gelübde im Jesuitenorden abgelegt, in die Hände des Jesuitenpaters Edward Lusher. Am 20.Juni 1637 wurde er, auf heftiges Betreiben der katholischen Königin Henriette-Marie, freigelassen, mit der Auflage ein Bußgeld von zehntausend Gulden zu zahlen, sobald er dazu in der Lage sei. Um diese Schuldforderung los zu werden und wegen des allgemeinen Befehls an alle Priester, vor dem 7. April 1641 das Land zu verlassen, ging er freiwillig ins Exil, setzte über auf den Kontinent und wurde Militärgeistlicher der unter der spanischen Fahne stehenden Engländer. 1643 kehrte er wieder nach England zurück und wurde dort, nach etwa anderthalb Jahren, verhaftet und in Durham, dann in Newcastle und schließlich in London eingekerkert. Das Gericht in seinem Prozess am 30. Januar 1644 sprach ihn diesmal in beiden im vorigen Prozess erhobenen Anklagepunkten für voll schuldig und verurteilte ihn zu Tode. Als er zur Hinrichtungsstätte gekarrt wurde, begleiteten ihn ostentativ, in ihren großen Kutschen mit Gefolge, der Botschafter des Königreichs Frankreich, der Botschafter des Königreichs Portugal und der Count of Egmont; es war durchgesetzt worden, dass sein Körper erst zur Auswaidung geöffnet werden durfte, nachdem sein Tod durch Erhängen festgestellt worden war; danach traten Männer aus dem Gefolge von Portugal und Egmont zum Leichnam und tauchten ihre Taschentücher voller Ehrfurcht in das Blut des Märtyrers.

† am Sonntag, dem 28. Juni 1654/6, wurde in Tyburn gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt
• 34. der heilige Priester und Märtyrer John Southworth, geboren in Lancashire, 62 J., der in Douai zum Priester geweiht worden war und am 13. Oktober 1619 wieder in England ankam. 1627 wurde er aufgegriffen, vor Gericht gestellt und zum Tode verurteilt, inhaftiert zuerst in Lancaster und dann nach London in die Clink zur Hinrichtung überstellt. Es traten Verzögerungen ein und am 11. April 1630 wurde er mit 15 Schicksalsgefährten dem Botschafter Frankreichs überlassen zum Abtransport ins Ausland. Er kehrte zurück und wurde wieder eingesperrt, diesmal im Gatehouse in Westminster. 1636 wurde er freigelassen in den Wirren der Pestzeit, wohnte in Clerkenwell und besuchte immer wieder in Westminster die Pestkranken. Dort wurde er am 28. November 1637 wieder verhaftet und wieder im Gatehouse festgesetzt, dort saß er lange ein, wurde verlegt in den Clink und dann 1640 nur kurz den Commissionares for Causes Ecclesiastical: Kommissare für kirchliche Angelegenheiten vorgeführt, die ihn, es war der 24. Juni, wieder in die Clink zurückbringen ließen; am 16. Juli wurde er zwar freigelassen, aber am 2. Dezember fand er sich schon wieder im Gatehouse. Ob man ihn in den Wirren um die Entmachtung und Absetzung des Königs und der Errichtung der Republik unter dem Diktator Oliver Cromwell im Gefängnis vergessen hatte? Erst 1654 wurde er wieder hervorgeholt, vor Gericht gestellt, trotz mangelnder Überzeugung vom Gericht verurteilt und schließlich halbherzig - er durfte unter dem Galgen eine Rede halten so lange wie er nur wollte und hielt seine lange Predigt über den Vergleich seines Galgens mit dem Kreuz Jesu Christi - aber ganz nach den grausamen Vorschriften, hingerichtet.

† am Mittwoch, dem 19. Juli 1679/10, wurde auf dem Barrows Hill in Boughton, Cheshire, hingerichtet
• 35. der heilige Priester und Märtyrer John Plessington, geboren in Lancashire, 42 J., aus einer katholischen und königstreuen Familie; er wurde erzogen von den Jesuiten in Scarisbrick Hall, dann im St. Albans College in Valladolid und dann im Kloster St. Omer in Frankreich; die Priesterweihe empfing er in Segovia am 25. März 1662. Im folgenden Jahr kehrte er nach England zurück in die Gegend Holywell und Cheshire, reiste umher, oft unter falschem Namen, zuletzt als Hauslehrer in Puddington Hall bei Chester. Er wurde verhaftet, verurteilt und zur Hinrichtung abgeführt. Als ihm erlaubt wurde, ein paar Worte an die Anwesenden zu richten, sagte er: But it will be said, that a priest ordayned by the authority derived from the See of Rome is, by the Law of the Nation, to die as a Traytor, but if that be so, what must become of all the Clergymen of the Church of England, for the first Protestant Bishops had their Ordination from those of the Church of Rome, or not at all, as appears by their own writers, so that Ordination comes derivately from those now living - Aber ich weiß, dass gesagt werden wird, dass ein Priester, der die Weihe empfangen hat durch die Autorität, die abgeleitet ist vom (Heiligen) Stuhl in Rom, wegen des Gesetzes der Nation als Verräter sterben muss, aber, falls dies so ist, was muss dann aus all den KlerikernEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien. der Church of England werden, denn deren erste protestantischen Bischöfe hatten ihre Weihevollmacht von denen (Bischöfen) von der Römischen Kirche (übernommen), oder (sie) überhaupt nicht (empfangen), was aus ihren eigenen Schriften deutlich hervorgeht, genauso ist es mit der Weihevollmacht, die von den jetzt Lebenden (weitergegeben) kommt. Danach wurde er gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt.

† am Samstag, dem 22. Juli 1679/12, wurde in Cardiff in Wales,gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt
• 36. der heilige Jesuit, Priester und Märtyrer Philip Evans aus Wales, 34. J., wurde erzogen in Saint-Omer, trat 20-jährig, am 7. September 1665 in den Jesuitenorden ein und empfing in Lüttich die Priesterweihe. 1675 ging er in die Heimatmission. Er wurde am 4. Dezember 1678 verhaftet und ins Gefängnis in Cardiff eingeliefert. Dort traf er auf den ebenfalls gefangenen Priester John Lloyd, mit dem zusammen er Prozess, Verurteilung und Hinrichtung erlitten hat.
• 37. der heilige Priester und Märtyrer John Lloyd, ebenfalls ein Walliser, der in Valladolid am 16. Oktober 1649 den Heimat-Missions-Eid abgelegt hatte, wurde, nach Jahren eifriger Seelsorge im Untergrund, am 20. November 1678 verhaftet und in Cardiff eingekerkert. Zwei Wochen später kam hinzu der Jesuit Philip Evans. Beide wurden am 5. Mai 1679 zusammen vor Gericht gestellt, verurteilt und schließlich grausam hingerichtet.

† am Dienstag, dem 22. August 1679/9, wurde nahe Worcester gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt
• 38. der heilige Priester aus dem Orden der Minderbrüder und Märtyrer John Wall, geboren in Lancashire, 59 J., der noch sehr jung war, als er am 5. November 1641 in Douai seine Studien begann; am 3. Dezember 1645 empfing er die Priesterweihe und wurde knapp drei Jahre später auf Heimatmission ausgesandt. Zurück in Douai empfing er im dortigen Fraterherrenkloster St. Bonaventura am 1. Januar 1651 die Ordenskutte der Franziskaner. Fünf Jahre blieb er in Douai, als Vikar und als Novizenmeister. 1656 kehrte er nach England zurück und konnte über zwanzig Jahre lang in Worcester fleißig wirken. Im Dezember 1678 wurde er zufällig entdeckt, als die Polizei einen bestimmten Mann suchte, der viele Schulden gemacht hatte; der Verdacht, dass ein Priester gefangen war, verdichtete sich, als er mit dem Suprematseid konfrontiert wurde; da er diesen zu schwören ablehnte, gab er sein Priestersein zu und wurde ins Worcester Gefängnis eingeliefert. Am 25. April 1679 fand die Gerichtsverhandlung statt. Er wurde zwar verurteilt, aber nach London überstellt wegen eines bei einem Priester wahrscheinlichen Anfangsverdachts der Teilnahme am Oates plot. Dort bot man ihm an, nachdem er von jedem Verdacht der Teilnahme an der Verschwörung freigesprochen war, sein Leben gegen die Abschwörung seines Glaubens einzutauschen. Als er dies ablehnte, wurde er nach Worcester zurückgebracht und dort auf dem Redhill hingerichtet. Tags vorher wurde William Levison erlaubt, ihm die Absolution in der Beichte zu erteilen und ihm die heilige Kommunion zu reichen; unter dem Galgen durfte dieser Priester nochmals die letzte Absolution geben. Nach der Vierteilung wurden seine Leichenteile zur Beerdigung freigegeben. Die lange Rede, die er für seine Hinrichtung vorbereitet hatte, wurde gedruckt verbreitet.

† am selben Tag, Dienstag, dem 22. August 1679/10, wurde in Widemarsh Common in Herefordshire gehenkt
• 39. der heilige Priester und Märtyrer John Kemble, geboren in Herefordshire, 80 J., der in Douai, nach seinen Studien, am 23. Februar 1625 die Priesterweihe empfing, am 4. Juni danach als home missioner ausgesandt wurde, lange eifrig als Priester tätig gewesen war und nun in seinen alten Tagen bei seinem Neffen auf Pembridge Castle lebte. Im November 1678 wurde er verhaftet und ins Gefängnis Hereford Gaol eingesperrt, im darauf folgenden März vor Gericht gestellt und verurteilt, zusammen mit Charles Baker nach London ins Newgate überführt im Zusammenhang mit dem Verdacht der Teilnahme am Oates plot, als in diesem Punkt unschuldig wurden sie zurückgeschickt und bis zur Hinrichtung wieder eingekerkert. Berühmt wurde, dass John Kemble, der achtzigjährige Beinahe-Märtyrer, auf dem Weg zum Schafott seine Pfeife rauchte und sich einen Becher guten Südwein reichen ließ, seitdem ist in Herefordshire sprichwörtlich die Kemble-pipe und der Kemble-cup, wenn etwa von einem Abschiedsschluck die Rede ist.

† am Sonntag, dem 27. August 1679/15, wurde in Usk in Wales, wurde gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt
• 40. der heilige Priester aus dem Jesuitenorden und Märtyrer David Henry Lewis, Charles Baker, geboren in Monmountshire, 63 J., protestantisch erzogen in der Royal Grammar School in Abergavenni, die von seinem Vater, einem lauen Katholiken, geleitet wurde; seine Mutter war eine sehr fromme katholische Frau. Im Alter von 16 Jahren war er mit einem Begleiter in Paris und ließ sich dort von dem Jesuitenpater Talbot in die Kirche aufnehmen. In England zurück blieb er bei seinen Eltern bis zu deren Tod. Danach reiste er, 22 Jahre alt, um Priester zu werden, nach Rom und wurde dort im Englischen Kolleg angenommen am 3. November 1638. Seine Priesterweihe erfolgte 1642, seine Aufnahme ins Noviziat der Jesuiten am 16. April 1644. Drei Jahre später wurde er in die England-Mission ausgesandt, aber bald wieder zurückgeholt und zum Spiritual am Englischen Kolleg ernannt. 1648 kehrte er endgültig nach England zurück und wurde der Provinz Süd-Wales zugeteilt. Dort hat er 28 Jahre eifrig gewirkt. Um es seinen Verfolgern schwer zu machen wanderte er meist bei Nacht von Ort zu Ort. Im Sommer 1678 lösten die Hirngespinste des Titus Oates einen blindwütigen Hass gegen Katholiken und insbesondere gegen Jesuiten aus. Am 17. November 1678 wurde er Opfer dieses Wahns; ein mit ihm gut bekannter bigotter Calvinist namens Arnold hatte ihn in Llantarnam in Monmountshire verhaften lassen; daraufhin wurde er von einer brüllenden Volksmenge in einer Art Prozession nach Abergavenny begleitet, immer wieder vorgestellt als der nach dem Putsch vorgesehene neue Bischof von Llandaff. Nun sollte der Prozess folgen und auf den musste er im Gefängnis warten, zuerst in Monmouth, dann in Usk. Am 16. März 1679 war es soweit. Trotz aller Anstrengungen war es unmöglich, auch nur die geringste Spur einer Beteiligung an der ominösen Verschwörung aufzuzeigen. So blieb nichts anderes übrig als - da ja das Todesurteil herauskommen musste - ihn wegen römischer Umtriebe und Messelesens zu verurteilen, was dann auch geschah. Als letzte Hoffnung des Gerichts wurde er nach London überstellt um dort entweder eine Spur zu den Verschwörern zu finden oder ihn zum Glaubensabfall zu bewegen. Als dies misslang, wurde er zurückgebracht und das Urteil in Usk vollstreckt. Seine Seligsprechung wurde im Dekret vom 4. Dezember 1886 eingeleitet unter dem Doppelnamen: David Lewis, alias Charles Baker.


7. † am Samstag, dem 4. Mai 1793, entschlief in Trier, der selige Priester Jean-Martin Moyë, 63 J., geboren in Cutting in Lothringen, der 20-jährig in Metz ins Priesterseminar eintrat und 1754 die Priesterweihe empfing, in mehreren Pfarreien als KaplanEin Kaplan (von lateinisch capellanus, „der einer Hofkapelle zugeordnete Kleriker”) ist im deutschen Sprachraum ein römisch-katholischer Priester in den ersten Jahren nach seiner Weihe, der in der Regel noch einem erfahrenen Pfarrer unterstellt ist. In manchen Bistümern wird er Vikar genannt - dies ist die Bezeichnung des kanonischen Kirchenrechts von 1983 - in anderen Kooperator. wirkte, außerdem einige religiöse Schriften veröffentlichte, 1765 in Dieuze wurde; damals begann er mit der Gründung der Sœurs Filles de la Providence, Vorsehungsschwestern, zur christlichen Mädchenerziehung; 1767 wurde er für ein Jahr Direktor des Kleinen Seminars in Saint-Dié war, dann am 1. Oktober 1768 sich in Paris der Société des Missions Etrangères anschloss: 1772 wurde er als Missionar nach China ausgesandt, landete auf Macau und reiste illegal über Kanton nach China ein. Im März 1773 erreichte er Chengdu in der Provinz Sichuan, wurde vier Jahre später an seinem dritten Wirkungsort verhaftet und aus jener Provinz ausgewiesen; er blieb schriftstellerisch tätig und veröffentlichte in Frankreich. Im Winter 1782 entschied er sich, nach Frankreich zurückzukehren, kam aber erst zwei Jahre später in Paris an und reiste von dort aus wieder nach Dieuze. 1785 fand in China eine schwere Christenverfolgung statt, die ihn sehr berührte. Aber 1791 begann die Französische Revolution den Klerus zu maßregeln; er verweigerte den geforderten Eid und zog sich ins Exil nach Trier zurück. Er wurde dort auf dem Sankt-Laurentius-Friedhof, heute Konstantinsplatz, begraben. Papst Pius XII. hat ihn am 21. November 1954 seliggesprochen.

Linz: Florian, Hochfest: 3
Speyer: Guido Abt von Pomposa: 31. März 1046/4
Metz: Jean-Martin Moyë: 7


aus dem MARTYROLOGIUM ROMANUM 2004 übersetzt und in vielen Teilen ergänzt
von † Klaus Martin Reichenbach, Priester der Erzdiözese Köln




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Autor: Klaus Martin Reichenbach - zuletzt aktualisiert am 04.08.2016
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Klaus Martin Reichenbach: Artikel
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