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Ökumenisches Heiligenlexikon

Einführung Verzeichnis der Übersichten

19. Juni

1. † am Montag, dem 19. Juni 1027, entschlief im Kloster Val di Castro bei Ancona, der heilige Abt Romuald, 75 J., ein Anachoret und der Vater der Kamaldulensermönche, gebürtig aus Ravenna, der sich nach Leben und Disziplin der Eremiten sehnte, mehrere Jahre Italien durchstreift hat, kleinere Mönchsklöster erbaute und ein Leben nach dem Evangelium unter den Mönchen überall in unermüdlichem Eifer förderte, bis er, in seinem Kloster Val di Castro, seine Mühen glückselig vollendet hat.
Als hoffnungsvoller Sohn aus vornehmer Familie in Ravenna, erlebte er 20-jährig die Ermordung seines Vaters. Er trat bei den Benediktinern in San Apollinare in Classe ins Kloster ein, verließ es aber nach drei Jahren, weil es ihm nicht streng genug war. Er lebte als Eremit in der Lagune von Venedig. 978, 26-jährig, zog er mit einigen Gleichgesinnten in die Pyrenäen und lebte dort etwa zehn Jahre als Eremit in der Gegend des Klosters Saint Michel von Cuxa. Dann wurde er nach Ravenna zurückgerufen, um Familienanglegenheiten zu erledigen. Er durchzog dann als Eremit Italien und fand viele Schüler die er lehrte, die Regel des heiligen Benedikt (21. März 547/5) als Grundlage für ihr Eremitenleben anzunehmen. Um 1012 schenkte ihm ein Herr ein großes Gelände bei Camalduli in der Toskana, dort gründete er die erste Mönchsgemeinschaft der Kamaldulenser. Der heilige Bischof und Kirchenlehrer Petrus Damiani (22. Februar 1072/5) war sein Schüler und wurde sein Biograph.

2. † am Freitag, dem 19. Juni 386, wurden in Mailand feierlich beigesetzt, die Reliquien der heiligen Märtyrer Gervasius und Protasius, die aus Ravenna stammten und in Mailand zu Märtyrern geworden waren, deren Leiber der heilige Ambrosius (4. April 397/3) aufgefunden, am 17. Juni erhoben und am heutigen Tag in die von ihm neu erbaute Basilika, in feierlichem Festzug übertragen hat.
Gervasius und Protasius waren nach der Überlieferung Söhne des heiligen Märtyrers Vitalis (28. April/5) und der heiligen Märtyrin Valeria (ebenfalls 28. April/5) und opferten um 300 ihr Leben in Mailand. Der heilige Ambrosius hat ihre Leiber am 17. Juni 386 in der Basilika Felix und Nabor aufgefunden. Diese, Felix und Nabor (12. Juli, um 304/3), waren römische Soldaten aus Afrika und wurden bei Lodi zu Märtyrern, ihre Reliquien kamen nach Mailand und wurden durch den Bau der ihnen geweihten Basilika geehrt. Gervasius und Protasius sind die Stadtpatrone von Mailand. Nach dem Fall von Mailand 1164 gerieten auch Teile dieser Reliquien, Gervasius und Protasius und auch Felix und Nabor, in die Kriegsbeute, zusammen mit denen der heiligen Drei Könige (6. Januar/1) und des heiligen Apollinaris (23. Juli, um 2. Jahrhundert / 3). Die Translation nach Köln fand statt unter großen Schwierigkeiten. Der Papst war sehr gegen die Verschleppung der Mailänder Reliquien und beauftragte die ihm ergebenen Machthaber auf der Reiseroute Mailand-Köln, besonders die Burgunder und den Bischof von Reims, sie dem Kanzler und Kölner Erzbischof Rainald von Dassel abzujagen und nach Mailand zurückzugeben. Der Kölner Erzbischof war dankbar für jede Hilfe unterwegs und schenkte dem ihm gastfreundlichen Breisach einen Anteil seines Teils der Reliquien von Gervasius und Protasius. Die buchstäblichen Rest-Reliquien des Märtyrerpaares Felix und Nabor werden im Kölner Dreikönigenschrein mit aufbewahrt. Der Großteil der Reliquien von Gervasius und Protasius befindet sich aber doch noch in Mailand und wird dort in der Basilika San Ambrogio unter dem Hochaltar verehrt.

3. † an einem 19. Juni, um 665 oder 679, entschlief in den Bergen der Vogesen in Burgund in Austrasien, heute im Elsass, der heilige Bischof Deodatus, an-Gott-Gegebener,Saint Didier, Saint Dié, Bischof von Nevers, von dem die Überlieferung berichtet, er habe in den Vogesen die Abteien Ebersmünster und Jointures, letztere später nach seinem Namen Saint-Dié genannt, gegründet. An dem Regionalkonzil von Sens 657 hat er teilgenommen, ebenfalls die heiligen Audoénus (24. August 684/3), Eligius (1. Dezember 660/7) und Faro (28. Oktober 670/7), wie ihre Unterschriften bezeugen.

4. † an einem 19. Juni, um 682, entschlief in der Abtei Fécamp in Neustrien, heute eine Pfarrei nördlich von Le Havre, die heilige Äbtissin Childemarcha, die den heiligen Leodegar (2. Oktober 679/4), der vom Hofmann Ebroinus verstümmelt worden war, gütig aufgenommen und gesund gepflegt hat.

5. † an einem 19. Juni, im 8. Jahrhundert, wurde in Saragossa zum Blutzeugen, der heilige Märtyrer Lambertus.

6. † an einem 19. Juni, um 1271, entschlief in Calatagirone auf Sizilien, der selige Gerlandus, ein Ordensritter der Johanniter von Jerusalem, der sich für Witwen und elternlosen Knaben in wohltätiger Gesinnung eingesetzt hat.

7. † am Dienstag, dem 19. Juni 1341, entschlief in ihrer Geburtsstadt Florenz, die heilige Jungfrau Juliana von Falconieri, die zusammen mit dem heiligen Philippus Benitius (22. August 1285/4), den weiblichen Zweig, den Orden der Servitinnen, der Schwestern der Dienerinnen Mariä, wegen ihres Ordensgewandes Mantellatae, Radmantelschwestern, genannt, gegründet hat.

8. † am Sonntag, dem 19. Juni 1356, entschlief in Pesaro, bei Ancona, die selige Witwe Michaelina Mitelli, die 12-jährig verheiratet mit dem Herzog Malatesta von Rimini, 20-jährig Witwe geworden, kurze Zeit später ihr einziges Kind durch den Tod verlor, dann all ihre Güter an die Armen verschenkt hat und, nachdem sie in das Habit des Dritten Ordens des heiligen Franziskus eingekleidet worden war, um Brot bettelnd, ein demütiges Leben geführt und sich mit der Geißel gezüchtigt hat. Ihre Verwandten ließen sie festnehmen und sperrten sie, mit Fußfesseln versehen, in einen Turm ihres früheren Schlosses ein, unter dem Vorwand, sie sei verrückt und dies sei die einzige Möglichkeit sie zu heilen. Schließlich wurde sie doch freigelassen. Sie lebte noch 30 Jahre. Heimgekehrt von einer Pilgerreise ins Heilige Land, erkrankte sie und vollendete ihre irdische Pilgerfahrt.

Fortsetzung nach dem Einschub


9. † am Samstag, dem 19. Juni 1535 wurden auf dem Tyburn Hill in London gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt:
die seligen Märtyrer Sebastian Newdigate, Humphrey Middlemore und William Exmew, Priester des Kartäuserklosters dieser Stadt, die unter König Henry VIII., Heinrich VIII. in den Kerker geworfen wurden, weil sie als treue Gläubige der katholischen Kirche Jesu Christi, starkmütig im Bekennen durchgehalten hatten, die siebzehn Tage lang an Pfosten, durch Armspangen gefesselt, stehen mussten, danach durch das Erleiden der Hinrichtung am Tyburn-Galgen, ihr Martyrium vollendet haben.

Hier sei die Gelegenheit wahrgenommen, der seligen Märtyrer zu gedenken, die unter König Heinrich VIII. hingerichtet worden sind, die 1886 und 1895 von Papst Leo XIII. seliggesprochen wurden, sofern sie nicht 1970 von Papst Paul VI: heiliggesprochen wurden (jene Vierzig Heilige siehe unter dem 4. Mai/6).
Am 9. Dezember 1886 erließ Leo XIII. das Dekret der Seligsprechung von 54 englischen Märtyrern, publiziert wurde es unter dem 29. Dezember 1886, dem Gedenktag des heiligen Bischofs und Märtyrers Thomas Becket von Canterbury (29. Dezember 1170/1), unter ihnen 18 Kartäuser aus der Londoner Kartause, die 1535 - 1537 zu Märtyrern geworden sind. Hier sind die im Martyrologium Romanum 2004 enthaltenen seliggesprochenen Märtyrer in der Reihenfolge ihres Martyriums aufgezählt. Die Heiliggesprochenen sind unter dem 4. Mai/6 zu finden und hier nur * bezeichnet, sofern sie am selben Tag und am selben Ort wie die Seligen die Siegespalme errungen haben.

† am Dienstag, dem 4. Mai 1535/6 wurden, in Tyburn bei London, gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt,
• der heilige Priester und Märtyrer John Houghton, 48 J. aus dem Orden der Kartäuser, Prior in London, Provinzialoberer und Visitator
• der heilige Priester und Märtyrer Robert Lawrence aus dem Orden der Kartäuser, Prior der Kartause von Beauvale bei Nottingham, zufällig zu Besuch in der Londoner Kartause
• der heilige Priester und Märtyrer Augustine Webster aus dem Orden der Kartäuser, Prior von Melwood in Epworth auf der Insel Axholm
• der heilige Priester und Märtyrer Richard Reynolds, 45 J., aus dem Orden der heiligen Brigitta aus dem Kloster Isleworth
• 1. der selige Priester und Märtyrer John Haile, Pfarrer von Isleworth bei London, die dem Glauben der Väter furchtlos die Treue gehalten haben, zur Zeit des Königs Henry VIII., Heinrichs

† am Samstag, dem 19. Juni 1535, dem heutigen Tag, wurden in Tyburn hingerichtet
• 2. der selige Priester des Kartäuserordens und Märtyrer Sebastian Newdigate, geboren als jüngerer Sohn von John Newdigate von Harefield Place in Middlesex, einem Offizier des Königs, einer gut katholischen Familie, dessen Schwester im Dominikanerinnenkloster Dartford eintrat, studierte in Cambridge, kam an den Hof und wurde dort ein enger Freund und persönlicher Berater des Königs Henry VIII. Er heiratete und hatte eine Tochter. Als seine Fraau 1524 starb trat er in die Kartause in London ein und wurde dort Mönch. Am 6. Juni 1534 legte er den Oath of Succession, Erbfolgeeid ab unter der Bedingung in as far as the law of God permits - sofern Gottes Gesetz es erlaubt. Den Suprematseid, Oath of Supremacy, im November 1534 vom Parlament als verpflichtend beschlossen, abzulegen lehnte er ab. Darum wurde er, mit vielen seiner Mitbrüder, am 25. Mai 1535 verhaftet und ins Marshalsea-Gefängnis gesteckt, wo sie siebzehn Tage lang, an Pfeiler gefesselt, aufrecht stehen mussten, ein eisernes Halsband umgelegt und an Händen und Füßen mit Eisenfesseln gebunden. Dort hat ihn damals der König persönlich aufgesucht und ihm Freiheit und Reichtum versprochen, falls er nur ihm zustimmen wollte. Auf seine Weigerung hin wurde vor den Rat gestellt und zur Strafe in den Tower gebracht. Dort besuchte ihn der König ein zweites Mal und machte ihm das gleiche Angebot. Sein Prozess fand statt am 11. Juni, er wurde verurteilt und in den Tower zurückgebracht. Am 19. Juni erfolgte seine und seiner zwei Mitbrüder Hinrichtung.
• 3. der selige Priester, Kartäusermönch und Märtyrer Humphrey Middlemore, stammte aus einer der ältesten Familien in Warwickshire. Als junger Mann trat er in die Londoner Kartause ein, legte die Ordensgelübde ab und wurde zum Priester geweiht. 1534 bekleidete er in der Kartause das Amt des procurator unter dem heiligen Abt und Märtyrer John Houghton (4. Mai 1535/6). Als sein Abt und er 1534 den Erbfolge-Eid abzulegen sich weigerten, wurden sie im Tower eingesprerrt, aber nach einem Monat wieder freigelassen, da sie sich bereit erklärt hatten, den Erbfolgeeid abzulegen unter der Bedingung, sofern er dem Gesetz Gottes nicht widerspreche. Als aber 1535 der Suprematseid gefordert wurde und der Abt ihn ablehnte, wurde er mit zwei Mitbrüdern verurteilt und hingerichtet. In der Kartause übernahm Pater Humphrey als vicar, Stellvertreter, seine Aufgaben. Auf verschärften Druck der königlichen Kommission in der Kartause hin, blieben die Mönche der Kirche treu. Daraufhin wurden, auf Befehl des Thomas Cromwell hin, der Vikar und zwei Mönche verhaftet und im Gefängnis grausam gequält, indem sie zwei Wochen lang, an Hals, Armen und Beinen in Eisen gelegt, an Pfeiler gefesselt, Tag und Nacht stehend aushalten mussten. Dann wurden sie vor den königlichen Rat geführt und sollten den Suprematseid ablegen. Sie weigerten sich nicht nur, sondern wiesen aus Schrift und Kirchenrecht nach, dass der Papst dem König gegenüber im Recht war. Das führte zu ihrer Verurteilung und schließlich zur Hinrichtung
• 4. der selige Priester, Kartäusermönch und Märtyrer William Exmew, der in Cambridge studiert hat, wurde ein Gelehrter in den klassischen Sprachen. Er trat in die Londoner Kartause ein und wurde dort bald Sub-Prior, 1534 auch Procurator. Zwei Tage nach der Hnrichtung des Abtes und zweier Mitbrüder, also am 6. Mai 1535, wurden sie bereits der königlichen Commission gemeldet als halsstarrig und nicht bereit ihre Meinung zu ändern. Drei Wochen später folgte ihre Verhaftung und ihre tagelange Quälerei in ihren Fesseln an den Pfeilern. In den Tower überstellt wurde ihnen am 11. Juni der Prozess in Westminster gemacht, wo sie zum Tode veurteilt wurden; wenige Tage später wurden sie zusammen in Tyburn hingerichtet. Alle drei wurden 1886 von Papst Leo XIII. unter den 54 englischen Märtyrern seliggesprochen.

† am Freitag, dem 11. Mai 1537/9, wurde in York an Ketten bis zum Tode aufgehängt
• 5. der selige Kartäusermönch, Priester und Märtyrer John Rochester, gebürtig aus Essex, 39 J., der in die Londoner Kartause eingetreten, dort Chormönch wurde; er war mit seinem Konvent, entschiedener Gegner der königlichen antipäpstlichen Politik. Darum wurde er zuerst verbannt in die Kartause Hull, dann in York eingekerkert, schließlich an Ketten aufgehängt bis sein Tod eintrat.
Sein älterer Bruder Sir Robert Rochester (1494 - 1557) war ein eifriger katholischer Mann. 1551 wurde er Finanzverwalter von Mary Tudor, weigerte sich einzumischen in deren Ausübung ihres katholischen Glaubens, wurde ein Jahr im Tower deswegen eingesperrt, danach aus gesundheitlichen Gründen freigelassen und kurz darauf wieder in seine Amtsausübung eingesetzt. Als Mary I. Königin wurde, machte sie ihn zum Kanzler des Herzogtums Lancaster, in dieser Stellung vertrat er Essex mit im Parlament in London. Er starb am 28. November 1557 und wurde in de Kartause Sheen begraben.
• 6. der selige Kartäusermönch, Priester und Märtyrer James Walworth war mit ihm Kartäuser in London und wurde mit ihm verurteilt und in York hingerichtet; über ihn ist sonst fast nichts bekannt. Beide wurden 1886 seliggesprochen.

Zu den folgenden Märtyrern der Londoner Kartäuser: am 18. Mai 1537 kam eine königliche Kommission in die Kartause und verlangte von den noch dort übriggebliebenen zwanzig Chormönchen und achtzehn Brüdern die Ablegung des Suprematseides. Nur vier Mönche und sechs Brüder verweigerten diese Eidesleistung. Diese wurden am 29. Mai in das Gefängnis Newgate eingeliefert und dort, die Hände auf den Rücken gefesselt, stehend an Pfosten angekettet und dem Hungertod ausgeliefert. Aber eine tapfere Frau, Margaret Clement geborene Gibbs, die vor ihrer Heirat im Haus des heiligen Thomas More (6. Juli 1535/7 und 22. Juni/2) gedient hatte, konnte den Aufseher bestechen und sich so Zutritt zu den Gefangenen verschaffen; als Milchmädchen mit einer großen Kanne ins Gefängnis eingelassen, holte sie bei den Gefangenen aus der Kanne lauter beste Fleischspeisen heraus und fütterte sie, den einen nach dem anderen, so gut es eben ging. Aber, als der König sich erstaunt zeigte, dass nicht alle diese Gefangenen längst verhungert waren, bekam dieser Aufseher Angst, aber seine Geldgier war größer; so half er der Frau auf das Dach, wo sie einige Ziegel beiseiteschieben konnte und dann versuchte, die Verhungernden mit Speisestücken in einem herabgelassenen Korb, den sie möglichst nahe an deren Mund zu bringen versuchte, zu füttern, was allerdings meistens misslang. Der Aufseher befürchtete Entdeckung und gab seine Hilfe auf und so konnte die Helferin ihre Hilfsversuche nicht mehr fortsetzen.

† am Mittwoch, dem 6. Juni 1537/15, starb In London im Gefängnis Newgate vor Hunger
• 7. der selige Kartäuser und Märtyrer William Greenwood, Bruder in der Londoner Kartause, der wegen seiner Treue zum Papst ins Gefängnis eingesperrt, dort nach acht Tagen an Elend und Hunger zugrundegegangen ist.

† am Freitag, dem 8. Juni 1537/7, starb in London im Gefängnis
• 8. der selige Diakon, Kartäuser und Märtyrer John Davy, aus der Londoner Kartause, der wegen seiner Treue zur Kirche, nach zehn Tagen an Hunger zugrundegegangen ist.

† am Samstag, dem 9. Juni 1537/8, starb in Newport im Gefängnis
• 9. der selige Kartäuser un Märtyrer Robert Salt, aus der Londoner Kartause, der wegen seiner Kirchentreue eingesperrt, der nach elf Tagen vor Hunger umgekommen ist.

† am Sonntag, dem 10. Juni 1537/8, starb im Kerker Newport in London
• 10. der selige Priester, Kartäusermönch und Märtyrer Thomas Green, Londoner Kartäuser, der, wegen seiner Glaubenstreue eingesperrt, im Gefängnis nach zwölf Tagen an Hunger und Krankheit, aber unbesiegt, zugrundegegangen ist.
• 11. der selige Kartäuser und Märtyrer Walter Pierson, aus der Londoner Kartause, der die Kirchenpolitik des Königs ablehnte und deswegen eingekerkert, nach zwölf Tagen an Hunger und Krankheit zugrundegegangen ist.

† am Freitag , dem 15. Juni 1537/10, starb im Kerker in London
• 12. der selige Londoner Kartäuser und Märtyrer Thomas Scryven, der wegen seiner Treue zur Kirche im Gefängnis nach siebzehn Tagen Hungers gestorben ist.

† am Samstag, dem 16. Juni 1537/10, starb in London im Gefängnis
• 13. der selige Kartäusermönch und Märtyrer Thomas Reding, der wegen seiner Treue zum Papst, im Gefängnis so gefesselt wurde, dass er sich nicht mehr bewegen konnte, der dort im Schmutz nach achtzehn Tagen an Hunger und Krankheit zugrundegegangen ist.

Kurz danach kümmerte sich der mächtige Vertraute des Königs, Thomas Cromwell, um die noch überlebenden Kartäuser und ließ ihnen ein wenig Nahrung geben, damit sie öffentlich auf dem Tyburnhügel, hingerichtet werden könnten.

† am Donnerstag, dem 9. August 1537/9, starb im Gefängnis von London
• 14. der selige Priester, Kartäusermönch und Märtyrer Richard Bere, der wegen seiner Treue zum Papst und zur Heiligkeit der Ehe, ins Gefängnis geworfen, dort im Schmutz vor Hunger gestorben ist.

† am Donnerstag, dem 20. September 1537/6, starb in London im Gefängnis Newgate
• 15. der selige Kartäuser und Märtyrer Thomas Johnson, der schließlich auch den Hungertod gestorben ist.

† am Mittwoch, dem 4. August 1540/10, wurde in Tyburn gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt
• 16. der Londoner Kartäuser und Märtyrer William Horne, der, seit dem 29. Mai 1537 in Newgate gefangen, seine Mitbrüder um drei Jahre überlebte, aber das Gefängnis nicht mehr verlassen hat, bis er schließlich öffentlich hingerichtet wurde. Mit ihm zusammen wurden fünf weitere Männer hingerichtet, die aber noch nicht seliggesprochen sind,
• der Märtyrer Robert Bird, eine Laie
• der Ordensmann, Priester und Märtyrer Lawrence Cook, Prior im Karmeliterkloster in Doncaster
• der Benediktinermönch und Märtyrer Thomas Epson
• der Laie und Märtyrer Giles Heron
• der Priester und Märtyrer William Bird, Rector von Fittleton und Vicar von Bradford, Wiltshire

Um die Reihe der 18 Kartäuser nicht vor ihrem Ende zu unterbrechen, wurden andere selige Märtyrer aus den Jahren 1538 und 1539, zeitlich überschlagen, sie seien jetzt nachgetragen.

† am Mittwoch, dem 22. Mai 1538/11, wurde in London auf dem Smithfield gehenkt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt
• 17. der selige Priester und Märtyrer John Forest, geboren in Oxford, 67 J., Mitglied des Franziskanerordens der strengeren Observanz in Greenwich, der als Priester königlicher HofkaplanEin Kaplan (von lateinisch capellanus, „der einer Hofkapelle zugeordnete Kleriker”) ist im deutschen Sprachraum ein römisch-katholischer Priester in den ersten Jahren nach seiner Weihe, der in der Regel noch einem erfahrenen Pfarrer unterstellt ist. In manchen Bistümern wird er Vikar genannt - dies ist die Bezeichnung des kanonischen Kirchenrechts von 1983 - in anderen Kooperator. wurde, 1525 zum Provinzialoberen seines Ordens gewählt wurde, aber auch am Hof tätig blieb, so war er Beichtvater der Königin Katharina von Arragon. 1529 konnte er es nicht verhindern, dass der König seinen Orden aufhob und ihn verhaften ließ. Bald freigelassen konnte er weiter als Prediger wirken, zum Beispiel als er im November 1532 auf einem öffentlichen Platz in London, Paul’s Cross, gegen den Verfall der Autorität des Königs und die Zerstörung der Autorität der Kirche auftrat. 1534 wurde er wieder verhaftet, konnte aber, aus dem Gefängnis heraus, insgeheim mit der verstoßenen Königin und mit dem seligen Thoma Abel (30. Juli 1540/7) korrespondieren. Schließlich wurde er am 8. April 1538 nach Lambeth vor Cranmer gebracht, der von ihm einen Reue-Eid verlangte, da er dies ablehnte wurde er verurteilt und am 22. Mai grausam hingerichtet. Er wurde gehenkt und dann verbrannt; das Feuer wurde genährt mit der hölzernen Heiligenfigur des heiligen Derfel (englisch), Darvell Gatheren (wallisisch) die aus seiner Kirche in Wales genommen und nach London gebracht wurde, als Zeichen des Abereglaubens der Katholiken; der Heilige ist dargestellt mit Speer und Schild; es wurde eigens ein Spottgedicht gemacht: David Darvell Gatheren/As said the Welshmen/Fetched outlaws out of hell/Now is he come with spere and shield/In harness to burn at Smithfield/For in Wales he may not dwell/And Forest the Friar/That obstinate liar/That wilfuly shall be dead/In his contumacy/The gospel doth denie/The king to be supreme head. - David Darvel Gatheren, wie der Walliser ihn nennt, fing Verbrecher aus der Hölle heraus, jetzt ist er gekommen mit Speer und Schild und Rüstung auf dem Smithfield zu brennen, denn in Wales mag er nicht wohnen; und Forest der Minderbruder, der starrköpfige Lügner, der eigensinnige, wird tot sein in seiner böswilligen Behauptung, das Evangelium würde ablehnen, dass der König oberstes Haupt ist. - Seine Seligsprechung erfolgte am 9. Dezember 1886.

† am Mittwoch, dem 9. Juli 1539/3, wurde im Tower von London enthauptet
• 18. der selige Märtyrer Adrian Fortescue, ein englischer Adliger, Vetter von Anne Boleyn, 63 J., häufig im Dienst am Hof Heinrichs VIII., zweimal verheiratet, Vater von sieben Kindern, Ritter des Johanniterordens. In seinem Stundenbuch schrieb er viele Sprichwörter und Volksweisheiten in den Rand. Der König ließ ihn am 29. August 1534 ohne Grund anzugeben verhaften und einige Monate festsetzen. Am 3. Februar 1539 wurde er erneut verhaftet und in den Tower gebracht, dort ohne Gerichtsverhandlung am 28. April zum Tode verurteilt und am 9. Juli durch Enthauptung hingerichtet. Er wurde seliggesprochen am 13. Mai 1895.
• Mit ihm zusammen wurde hingerichtet der ehrwürdige Märtyrer Sir Thomas Dingley, der Prior der Ritter des Johanniterordens von Jerusalem in London, der auch am selben Tag im April ohne Prozess zum Tode verurteilt worden war.

† am Samstag, dem 15. November 1539/11, wurden in Reading gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt
• 19. der selige Abt und Märtyrer Hugh Faringdon, Cook, seit 1520 Abt der Benediktinerabtei Reading, der Henry VIII. am 30. Januar 1521 einen Besuch abstattete; er wurde später auch einer der royal chaplains, HofkaplanEin Kaplan (von lateinisch capellanus, „der einer Hofkapelle zugeordnete Kleriker”) ist im deutschen Sprachraum ein römisch-katholischer Priester in den ersten Jahren nach seiner Weihe, der in der Regel noch einem erfahrenen Pfarrer unterstellt ist. In manchen Bistümern wird er Vikar genannt - dies ist die Bezeichnung des kanonischen Kirchenrechts von 1983 - in anderen Kooperator.; er war von 1523 bis 1539 Mitglied des Parlamentes im Oberhaus, hat 1536 die vom König geforderte Unterschrift geleistet. Am 4. November 1537 feierte er ein Requiem für Königin Jane Seymour und nahm an deren Berdigung am 12. November teil. Noch 1538 wurde er vom König geehrt. Als aber 1539 das Gesetz zur Aufhebung der Klöster vor seiner Abtei nicht halt machte, wurde er zum Hochverräter erklärt. Als Abt war für ihn das Parlament als Richter zuständig, aber Thomas Cromwell überging dieses Privileg und setzte sofort die Todesstrafe fest. Außer ihm wurden zugleich verurteilt
• 20. der selige Priester und Märtyrer John Eynon, Präbendar, Inhaber einer Pfründe, der Abtei und Priester an der St. Giles-Kirche in Reading, und
• 21. der selige Priester und Märtyrer John Rugg, ebenfalls Präbendar einer berühmten Präbende in Chichester, der 1532 Dispens von der Residenzpflicht (Pflicht am Ort der Amtsausübung ständig zu wohnen) erhalten hatte und in der Abtei Reading wohnte; beide werden oft als Benediktinermönche angesehen.

† am selben Tag, Samstag, dem 15. November 1539/12, wurden oben auf dem Toe Hill, der Glastonbury überragt, gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt
• 22. der selige Abt und Märtyrer Richard Whiting, erzogen in der Abteischule Glastonbury, der in Cambridge seine Grade, 1483 den M. A. Master of Arts und dann 1505 seinen D. D. Doctor of Divinity, Dr. theol. bestanden hat, wahrscheinlich bereits als Benediktinermönch; zum Priester geweiht wurde er 1501; er war viele Jahre chamberlain, Kämmerer der Abtei, 1525 wurde er ihr Abt. 1535 gab es erste Schwierigkeiten, als der königliche Visitator in der Abtei zwar alles in Ordnung fand, aber trotzdem dem Abt die Jurisdiktion über die weltliche Macht über die Stadt entzog und allerlei Auflagen über die Verwaltung der Klostergüter befahl, jedoch betonte, von Auflösung der Abtei könne keine Rede sein. Im Januar 1539 war Glastonbury schließlich die einzige Abtei in Somerset, die noch übrig war. Aber am 19. September kam unangemeldet eine dreiköpfige königliche Kommission, beauftragt von Thomas Cromwell, fand den Abt nicht vor, reiste ihm nach in seine Außen-Residenz Sharpham, nahm den Abt mit in seine Abtei, verhaftete ihn und verschleppte ihn in den Tower nach London. Am 2. Oktober wurde Cromwell schriftlich seitens der Kommission mitgeteilt, dass mehrere verräterische Delikte des Abtes aufgedeckt worden seien, in Anlagen einige Namen von Zeugen hierzu. Der Abt war Mitglied des Oberhauses, House of Peers, und konnte nach dem Gesetz nur vom Parlament gerichtet werden. Trotzdem stand sein Todesurteil fest, bevor das Parlament überhaupt zur Sache zusammen gekommen war. Der Abt wurde nach Somerset zurückgeleitet und kam am 14. November in Wells an; dort muss irgendein Prozess stattgefunden haben, denn tags darauf wurde er nach Glastonbury gebracht und mit zwei seiner Mönche,
• 23. dem seligen Mönch und Märtyrer Dom Roger James, der jüngste Mönch und der Sakristan der Abtei, und
• 24. dem seligen Mönch und Märtyrer Dom John Thorne, der Kämmerer der Abtei, der sich weigerte die Kasse auszuliefern,
auf den Hügel gekarrt und hingerichtet; der Kopf des Abtes wurde über dem Eingangsportal des kurzfristig endgültig geräumten Kloster angenagelt und seine Körperteile in Wells zur Schau gestellt. Am 13. Mai 1895 hat Papst Leo XIII. den Abt seliggesprochen.

† am Montag, dem 1. Dezember 1539/9, wurde in Colchester hingerichtet
• 25. der selige Benediktinerabt und Märtyrer John Beche, Thomas Marshall, der in Oxford 1515 den Titeil D. D. Doctor of Divinity, Dr. theol. erhielt, dann 15 Jahre als Abt die Abtei St. Werburgh in Chester leitete, am 10. Juni 1530 zum Abt von Colchester gewählt wurde und am 7. Juli 1534 mit 16 seiner Mönche den Thronfolge-Eid abgelegt hat. Im folgenden Jahr hat ihn und seine Mönche das Vorbild des Martyriums der heiligen Märtyrer, der drei Kartäuseräbte (4. Mai 1535/1), des Erzbischofs von Canterbury (22. Juni 1535/2) und des Lordkanzlers (6. Juli 1535/7 und 22. Juni/2) so beeindruckt, dass er in der Abtei, offen auch für Außenlebende, die Hochschätzung der Märtyrer immer wieder hervorhob. So konnten königliche Spione ihn anzeigen, aber er blieb einstweilen trotzdem unbehelligt. Erst im November 1538, als er offen dem König das Recht absprach die Abteien zu konfiszieren, kam es zu seiner Verhaftung; er wurde ein Jahr lang im Tower in London festgehalten, zwischendurch aber auch kurze Zeit freigelassen, dann wieder verhaftet. Am 1. November 1539 fand der Prozess statt, in dem es Zeugenaussagen gab, dass der Abt gesagt habe, die Hinrichtung der Märtyrer würde Gottes Rache auf den König herabrufen. Er gab seine grundsätzlich romtreue Haltung zu und wurde deswegen verurteilt und hingerichtet. Am 13. Mai 1895 hat Papst Leo XIII. ihn seliggesprochen.

† am Freitag, dem 30. Juli 1540/8, wurden im Smithfield, London gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt
• 26. der selige Priester und Märtyrer Edward Powell aus Wales, 62 J., ein hochgelehrter Theologe, D. D. Doctor of Divinity, Dr. theol., zeitweise Hofprediger, der auf Weisung Heinrich VIII. einen Entwurf zur Antwort auf Luthers Lehre anfertigte: Propugnaculum summi Sacerdotii Evangelici, ac Septem Sacramentorum, aeditum per virum eruditum, sacrarum literarum professorem Edoardum Poelum, adversus Maratinum Lutherum fratrem famosum et Wiclifstan insignem, Steitschrift in drei Bänden, London 1523, angelegt als Dialoge zwischen Luther und Powell. Wenige Jahre später war er einer der vier Theologen, die beauftragt waren mit der Verteidigung der Unauflöslichkeit der ersten Ehe des Königs mit Katharina von Arragon, die ihren Niederschlag fand im sehr seltenen Werk Tractatus de non dissolvendo Henrici Regis cum Catherina matrimonio - Traktat über die Gründe der Unauflöslichkeit der Ehe zwischen dem König Heinrich und Katharina. Da er als Gegner der Ehe mit Anna Boleyn sichselber treu blieb, fiel er bei Hof in Ungnade und wurde im November 1534 zusammen mit dem heiligen Bischof und Märtyrer John Fisher (22. Juni 1535/2) im Tower eingekerkert unter harten Bedingungen. Ausgeführt wurde das Urteil gegen ihn und zwei Gefährten erst sechs Jahre später. Zusammen wurden hingerichtet drei katholische und drei protestantische Glaubenszeugen, unterwegs vom Tower zum Smithfield wurden auf drei schlittenähnlichen Fahrzeugen je ein Katholik und ein Protstant aneinander gefesselt transportiert; die Katholiken wurden als Hochverräter gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt, die drei Protestanten als Ketzer auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
• 27. der selige Priester und Märtyrer Richard Featherstone, D. D. Doctor of Divinity, Dr. theol., Erzieher der Prinzessin Mary Tudor, der späteren Königin Mary I., HofkaplanEin Kaplan (von lateinisch capellanus, „der einer Hofkapelle zugeordnete Kleriker”) ist im deutschen Sprachraum ein römisch-katholischer Priester in den ersten Jahren nach seiner Weihe, der in der Regel noch einem erfahrenen Pfarrer unterstellt ist. In manchen Bistümern wird er Vikar genannt - dies ist die Bezeichnung des kanonischen Kirchenrechts von 1983 - in anderen Kooperator. der Königin Katharina von Arragon, Gegner der Ehescheidung von Heinrich und Katharina, nach langjähriger Haft als Hochverräter mit den seligen Edward Powel und Thomas Abel hingerichtet.
• 28. der selige Priester und Märtyrer Thomas Abel, 43 J., D. D. Doctor of Divinity, Dr. theol. war HofKaplanEin Kaplan (von lateinisch capellanus, „der einer Hofkapelle zugeordnete Kleriker”) ist im deutschen Sprachraum ein römisch-katholischer Priester in den ersten Jahren nach seiner Weihe, der in der Regel noch einem erfahrenen Pfarrer unterstellt ist. In manchen Bistümern wird er Vikar genannt - dies ist die Bezeichnung des kanonischen Kirchenrechts von 1983 - in anderen Kooperator. der Königin Katharina von Arragon, zugleich ihr Lehrer in modernen Fremdsprachen und Musik. Nach einer Reise für diese nach Spanien, erhielt er die Pfarrei Bradwell in Sussex. Auch er blieb bei seiner Ansicht, dass die erste Ehe des Königs unauflöslich sei und schrieb dazu seine Streitschrift Invicta Veritas, unbesiegte Wahrheit, an answer to the determination of the most afmous Universities, that by no manner of law it may be lawful for King Henry to be divorced from the Queen’s grace, his lawfull and very wife. Dies brachte ihm 1532 die Einkerkerung im Beauchamp Tower ein, dann nach kurzer Freiheit, 1533 die erneute Einkerkerung unter verschärften Haftbedingungen, seine Verurteilung zum Tode wurde allerdings erst nach sieben Jahren vollstreckt, zwei Tage nach der Hinrichtung von Thomas Cromwell. Er wurde am 29. Dezember 1886 als einer der 54 englischen Märtyrer seliggesprochen, zusammen mit Edward Powell und Richard Featherstone.

† am Samstag, dem 28. Mai 1541/9, wurde in London, im East Smithfield Green, innerhalb des Tower, enthauptet
• 29. die selige Margaret Pole, Plantagenet, Countess of Salisbury, Herzogin von Salisbury, geboren auf Schloss Castle Farley, 68 J., Tochter des Herzogs von Clarence, Nichte der König Edward IV. und Richard III., 1491 verheiratet mit Sir Richard Pole, 1505 Witwe und Mutter von fünf Kindern, unter ihnen der Erzbischof von Canterbury Kardinal Reginald Pole, am Hof Heinrich VIII., von diesem ernannt zur Gräfin von Salisbury, Taufpatin, Firmpatin und Erzieherin der Prinzessin Mary, der späteren Königin Mary I. von England; als sie Stellung bezog gegen die Eheschließung des Königs mit Anne Boleyn, fiel sie in Ungnade und wurde von Hof vertrieben; als ihr Sohn, der Kardinal, sich schriftlich und öffentlich gegen des Königs Suprematseid äußerte, rächte der König sich an der Familie. Zwei ihrer Söhne wurden 1538 hingerichtet, nur weil sie Brüder des Kardinals waren; zwei Tage danach wurde die alte Dame verhaftet und im Tower eingekerkert, unter dem Vorwurf der Verschwörung, schließlich im Tower enthauptet, auf eine plötzliche Aufwallung des Königs gegen sie hin. Sie wurde 1886 seliggesprochen.

† am Dienstag, dem 12. Juli 1541/8, wurde in St. Thomas’ Waterings in Southwark bei London gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt
• 30. der selige Märtyrer Sir David Gunston, Gonson, geboren als Sohn eines englischen Vize-Admirals, aus alter verdienter Familie der Kriegsmarine, übernahm 1533 den Dienst für die Mittelmeer-Flotte auf Malta und wurde am 20. Oktober 1533 in den englischen Zweig des souveränen Malteserordens aufgenommen. Als er 1540 nach England zurückkehrte, wurde er verhaftet, denn der König hatte am 10. Mai 1540 den englischen Zweig aufgehoben und dessen Vermögen beschlagnahmt. Er wurde im Tower von London eingesperrt und 1541 vom Parlament zum Tode verureilt, weil er die Oberhoheit des König in geistlichen Angelegenheiten ablehnte. Papst Pius XI. hat ihn am 15. Dezember 1929 seliggesprochen.

† am Freitag, dem 7. März 1544/10, wurden in Tyburn die letzten Märtyrer unter Heinrich VIII. hingerichtet, gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt, hanged, drawn and quartered
• 31. der selige Priester und Märtyrer John Larke, rector von St. Ethelburga, Bishopgate in London 1504 - 1542, rector von Woodford in Essex 1526 - 1527, rector in Chelsea, ernannt durch den damaligen Lord-Kanzler Thomas More, dessen Freund er war, der damals in dieser Pfarrei seinen Wohnsitz hatte, wurde zusammen mit diesem heiligen Thomas More (6. Juli 1535/6 und 22. Juni/2) verhaftet, bald wieder entlassen, schließlich am 15. Februar 1544 zum Tode verurteilt als Hochverräter, weil er den Suprematseid nicht ablegen wollte, und schließlich hingerichtet. 1886 seliggesprochen.
• 32. der selige Priester und Märtyrer John Ireland, chaplain John Larke’s und Thomas More’s, 1535-1536 chaplain der Roper chantry an St. Dunstan’s in Canterbury, rector in Eltham in Kent, dem ehemaligen Wohnort des heiligen Lord-Kanzlers und Heimatpfarrei von dessen Schwiegersohn William Roper, weigerte sich den Suprematseid abzulegen und wurde deswegen, mit den beiden Gefährten, verurteilt und hingerichtet. 1929 seliggesprochen.
• 33. der selige Märtyrer German Gardiner, Schüler in Cambridge, Sekretär seines Onkels, Stephen Gardiner, des Bischofs von Winchester, weil er den Suprematseid nicht ablegen wollte und sich auch schriftlich in einem Traktat 1534 und 1543 gegen die Oberhoheit des Königs in geistlichen Angelegenheiten geäußert hat, wohnte in Southwark und verurteilt und hingerichtet. Seliggesprochen 1886.
• ein zweiter Laie wurde mit vor Gericht gestellt, John, Thomas, Haywood, Hayward aus London, er wurde auch mit verurteilt, aber auf dem Weg zur Hinrichtungsstätte widerrief er laut vom Hinrichtungskarren aus, wurde sofort entlassen und bekräftigte öffentlich seine königstreue Haltung am 6. Juli auf der Londoner Straßenkreuzung Paul’s Cross.
• ein weiterer Priester, Robert Singleton, wurde aus unbekanntem Grund mit zum Tode verurteilt und auch mit hingerichtet. Alle vier Köpfe wurden unter dem Galgen begraben.


10. † am Freitag, dem 19. Juni 1573, wurde in London grausam umgebracht,
der selige Märtyrer Thomas Woodhouse, ein Priester der Gesellschaft Jesu, der unter der Königin Maria der Katholischen zum Priester geweiht, danach in der Verfolgung durch die Königin Elizabeth I., über zwölf Jahre lang um des Glaubens willen in Gefangenschaft, sich dort tatkräftig eingesetzt hat, um die Mitgefangenen mit der katholischen Kirche wieder zu versöhnen, bis er am Tyburn-Galgen mit dem Martyrium gekrönt worden ist.
Siehe auch 4. Januar, 10/5

11. † am Dienstag, dem 19. Juni 1900, wurden im Dorf Wuyi, nahe der Stadt Sciensciensene, in China in der Provinz Hebei, zugrundegerichtet,
• der heilige Priester und Märtyrer Remigius Isoré, 48 J., geboren in Bambecque in Nordfrankreich, aus dem Jesuitenorden, dem das Apostolische Vikariat Xinxian anvertraut war, und
• der heilige Priester und Märtyrer Modestus Andlauer, 53 J., geboren in Rosheim im Elsass, ebenfalls aus der Gesellschaft Jesu, die in der Verfolgung durch die üble Partei der Yihetuan, Boxer, im sogenannten Boxeraufstand, vor dem Altar betend, ermordet worden sind.
Siehe auch 9. Juli, 1/34 - 35

In Limburg: die heilige Ordensfrau Elisabeth von Schönau: 18. Juni 1164/6
In Straßburg: der heilige Märtyrer Modest Andlauer: 11


aus dem MARTYROLOGIUM ROMANUM 2004 übersetzt und in vielen Teilen ergänzt
von † Klaus Martin Reichenbach, Priester der Erzdiözese Köln




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Autor: Klaus Martin Reichenbach - zuletzt aktualisiert am 05.06.2015
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Klaus Martin Reichenbach: Artikel
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