Ökumenisches Heiligenlexikon

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28. April

1. † am Mittwoch, dem 28. April 1841, wurde auf Futuna, einer der Fiji-Inseln, Ozeanien, ermordet, der heilige Priester und Märtyrer Pierre, Petrus Channel, 38 J., geboren in Cuet bei Belley, der 33-jährig in die 12 Jahre vorher gegründete Societas Mariae, Gesellschaft der Maristen, eintrat und als erster Missionar auf Futuna das Evangelium predigte; als sich unter den wenigen Taufbewerbern auch ein Sohn des Königs einfand und dieser mit den ersten Christen sich taufen ließ, hat der König Niuliki den Missionar ermorden lassen; kurz darauf bekehrte sich die ganze Bevölkerung der Insel. Der Erstmissionar und Erstmärtyrer von Futuna wurde 1954 von Papst Pius XII. heiliggesprochen.

2. † am Dienstag, dem 28. April 1716, entschlief in Saint-Laurent-sur-Sèvre bei Nantes, in der Vendée, der heilige Priester Louis-Marie Grignion de Monfort, 43 J., geboren am 31. Januar 1673 in Montfort-sur-Meu in der Bretagne, als ältestes von 18 Kindern, der 27-jährig, nach dem Studium an Saint-Sulpice, in Paris die Priesterweihe empfing, er ging nach Poitiers als Krankenhausseelsorger, wollte aber lieber als Missionar in die Ferne gesandt werden; darum pilgerte er nach Rom und meldete sich beim Papst, dieser sandte ihn aus, aber nach Frankreich und zwar als Volks-Missionar; er durchwanderte unaufhörlich Frankreich um zur wahren Marienverehrung aufzurufen; 1703 gründete er in Poitiers die Filles de la Sagesse, Töchter der Weisheit, die durch ihre caritativen Aktivitäten bei Armen, Blinden und Behinderten die wahre Weisheit Gottes, entgegen der damals modernen Philossophie der Aufklärung, philosophies de la Lumière, aufzeigen wollte; er veröffentlichte 1712 sein berühmtes Buch über die Marienverehrung Traité de la vraie dévotion à la Sainte Vierge, Über die wahre Verehrung der Allerseligsten Jungfrau, und gründete 1815 die Missionare von der Compagnie de Marie, Gesellschaft Mariä, aus der nach seinem Tod die Pères Montfortains, Montfortaner entstanden sind. Siehe unten: die selige Mitgründerin Marie-Louise de Jésus Trichet (28. April 1759/10). Er liegt begraben in der Pfarrkirche von Saint Laurent. Er wurde 1888 selig- und am 20. Juli 1947 von Papst Pius XII. heiliggesprochen.

3. † an einem 28. April, im 1. Jahrhundert entschlief in Béziers, der heilige Bischof Aphrodisius, der als erster Bischof dieser Stadt gilt.

4. † wohl an einem 28. April, wurden in Nikomedien, Izmit, zu Blutzeugen, die heiligen Märtyrer Eusebios, Charalampos und ihre Gefährten.

5. † am heutigen 28. April ist in Ravenna der Gedenktag des heiligen Märtyrers Vitalis, auf den Tag der Einweihung der nach ihm genannten außerordentlich berühmten Basilika; er wird, zusammen mit den heiligen Märtyrern Valeria, Gervasius und Protasius, und Ursicinus, wegen ihres ausdauernd furchtlos bekannten Glaubens, seit unvordenklichen Zeiten verehrt. Im Jahr 386 hat der heilige Ambrosius (4. April 397/3) in Bologna Reliquien von Märtyrern entdeckt und die ihm wichtigsten, nämlich die heiligen Märtyrer Gervasius und Protasius, (19. Juni 386/2) nach Mailand mitgenommen und für sie eine große Kirche gebaut. Nach der Überlieferung waren sie die Söhne des heiligen Märtyrers Vitalis und der heiligen Märtyrin Valeria. Reliquien von Vitalis und Valeria sind nach Ravenna gekommen und der heilige Bischof Maximianos (22. Februar 556/4) hat die prächtige Basilika San Vitale am 17. Mai 548 feierlich eingeweiht (oder am heutigen Datum? s.o.); in Rom stand schon 499 eine Kirche San Vitale und zwar auf dem Titulus Vestinae. Ein Vitalis, mit Agricola, wird in Bologna noch verehrt (4. November 304/2); dieser wird leicht gleichgesetzt mit dem in Ravenna Verehrten. Hier wird dazu noch Ursicinus erwähnt, nach dem Vermerk im Index Martyrium Romanum 2004 wohl identisch mit dem Martyrer aus Illyrien (14. August/2). Die beiden überlieferten , relativ späten, Legenden verlegen das Martyrium der Familie Vitalis, Valeria, Gervasius und Protasius, die eine in die Zeit des Nero, die andere in die Zeit des Diokletian.

6. † am Mittwoch, dem 28. April 303, wurden zu Blutzeugen in Dorostorum in Moesien, Silistria in Bulgarien, die heiligen Märtyrer Maximus, Dada und Quintilianus zur Zeit der diokletianischen Christenverfolgung.

7. † an einem 28. April, um 680, entschlief in Osma, bei Tarazona in Aragon, der heilige Bischof Prudentius, Prudencio, der lange Eremit bei seinem Lehrmeister, dem heiligen Saturius von Numancia (2. Oktober 606/3) gewesen ist, Bischof von Tarazona wurde.

8. † an einem 28. April um 700, entschlief in Sulmona in den Abruzzen, der heilige Bischof Pamphilius, Pamfilo, Panfilo, Bischof von Corfino.

9. † am Mittwoch, dem 28. April 1260, entschlief in Poggibonsi in Etrurien, der selige Luchesius, Lucchese, 60 J., ein erfolgreicher Kaufmann, der eine gute Ehefrau namens Bonadonna hatte und eine ganze Reihe Kinder; 1221 begegnete er dem heiligen Franziskus (4. Oktober 1226/1) und bekehrte sich sofort zur Armut, zu einem persönlich anspruchslosen Leben und soweit möglich zum Spenden für die Armen; er gilt als das erste Mitglied es Dritten Ordens des heiligen Franz, weil er das grobe Gewand und den Strick von Franziskus übernahm; seine Frau machte nur teilweise mit und lebte längst nicht so anspruchslos wie ihr Mann; sie blieben in der Nähe voneinander; als sie erfuhr, dass er sterbenskrank war, ging sie zu ihm um ihn zu pflegen, starb aber wenige Tage vor ihm. Er wurde in der Minderbrüderkirche beigesetzt.

10. † am Samstag, dem 28. April 1759, entschlief in Saint-Laurent-sur-Sèvres, in der Vendée, die selige Jungfrau Marie-Luise de Jésus Trichet, 75 J., die 17-jährig in Poitiers den heiligen Louis-Marie Grignion de Montfort (siehe oben: 28. April 1716/2) kennenlernte und 19-jährig, 1703, als erste Schwester der geplanten Sœurs de la Sagesse, Schwestern von der Weisheit, sich verbindlich band und im Hospital von Poitiers, wo er Hausgeistlicher war, sich als Arme Dienstmagd fest einstellen ließ; es dauerte gut zehn Jahre, bis sich eine zweite Schwester meldete, dann folgte zwei Jahre später der plötzliche Tod des Gründers; aber es kamen mehr Schwestern und Sœur Marie-Louise hat dann 43 Jahre allein die wachsende Gemeinschaft klug und liebevoll geleitet. Bei ihrem Tod waren es 1174 Schwestern in 36 Häusern. Beide Gründer liegen begraben in der Pfarrkirche von Saint-Laurent. Papst Johannes-Paul II. hat sie am am 16. Mai 1993 seliggesprochen.

11. † am Dienstag, dem 28. April 1840, wurden in Hanoi in Tonkin enthauptet,
• der heilige Priester und Märtyrer Paul, Phaolo Pham Khac Khoan, 69 J., Priester des Apostolischen Vikariates West-Tonkin,
• der heilige Katechet und Märtyrer Petrus, Phero Nguyen VanHieu, 57 J.,
• der heilige Katechet und Märtyrer Johann-Baptist, Gioan Bautixta Dinh Van Thanh, 44 J.,
die nach ihrer Verhaftung , unter Kaiser Minh Mang, drei Jahre lang im Gefängnis gefoltert worden sind, damit sie dem Glauben abschwören sollten, dann endlich ihr Martyrium als Krönung vollendet haben.
Siehe auch 24. November, 1/50 - 52

12. † am Montag, dem 28. April 1941, wurde im Konzentrationslager Mauthausen, bei Linz in Ober-Österreich, erschossen, der selige Priester und Märtyrer Józef Cebula, 39 J., einem gebürtigen Oberschlesier, der in Posen bei den Oblaten von der Unbefleckten Empfängnis eintrat und 1927 die Priesterweihe empfing. Er wurde Lehrer und Erzieher im Juvenat, dann Novizenmeister. Am 4. Mai 1940 wurden alle seine Novizen verhaftet und in ds Lager Dachau verbracht. Am 2. April 1941 wurde auch er verhaftet und in den Steinbruch des Lagers Mauthausen verschleppt, wo er bei grausamen Schikanen erschossen worden ist.
Siehe auch 28. Mai, 14/18

13. † am Samstag, dem 28. April 1962, entschlief in Monza, Mailand, die heilige Gianna Beretta Molla, 39 J., geboren in Magenta, Provinz Mailand, als 10. von 13 Kindern des Ehepaares Beretta. Im Alter von 5 Jahren empfing sie die Frühkommunion mit großer Freude und ihr ganzes Leben war geprägt vom Leben mit Christus. Als Jugendliche und Universitätsstudentin war sie eifriges Mitglied der Katholischen Aktion. 1949 promovierte sie in Medizin un Chirurgie an der Universität Pavia und gründete im Jahr darauf eine medizinische Ambulanzstation in Mesero bei Magenta. 1952 spezialisierte sie sich an der Universität Mailand in der Pädiatrie, Kinderheilkunde. 1955 heiratete sie den Ingenieur Pietro Molla in der Basilika San Martino in Magenta. Sie verband ihr Familienleben mit ihrem Berufsleben und wurde glückliche Mutter von drei Kindern, 1956 von Pierluigi, Ende 1957 von Mariolina und 1959 von LauraEine Laura (von griech.„Λαύρα, enge Gasse”) ist eine Art Einsiedlergemeinschaft, bei der die Mönche während der Wochentage jeweils für sich alleine in Höhlen lebten und nur am Wochenende zur Feier der „Göttlichen Liturgie”, zum Gebet, zum gemeinsamen Mahl und zum brüderlichen Beisammensein zusammenkommen.. Im September 1961, im zweiten Monat ihrer Schwangerschaft, wurde ein Geschwulst an ihrer Gebärmutter entdeckt. Sie bestand unbedingt auf der Rettung ihres werdenden Kindes; mit unverbrüchlichem Gottvertrauen und äußerstem Einsatz ihrer Ärzte erreichte sie ihr Ziel: am 21. April 1962 wurde ihre Gianna Emanula geboren, eine Woche darauf gab sie ihr Leben dem Schöpfer allen Lebens zurück. Unter großer Anteilnahme wurde sie auf dem Friedhof in Mesero beigesetzt. Am 24. April 1994, im Jahr der Familie, wurde sie seliggesprochen. Am 16. April 2004 wurde sie heiliggesprochen.

Lüttich: Übertragung der Reliquien des heiligen Lambert (17. September, um 705/3) von Maastricht nach Lüttich: um 715.


aus dem MARTYROLOGIUM ROMANUM 2004 übersetzt und in vielen Teilen ergänzt
von † Klaus Martin Reichenbach, Priester der Erzdiözese Köln




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Autor: Klaus Martin Reichenbach - zuletzt aktualisiert am 13.04.2015
korrekt zitieren:
Klaus Martin Reichenbach: Artikel
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