Ökumenisches Heiligenlexikon

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15. Juni

1. † Gedächtnis des heiligen Propheten Amos, עמוס, Αμως, der in Tekoa, östlich von Bethlehem an der Wüste Juda, Besitzer einer Rinderherde und Sykomorenzüchter war (1, 1), um 750 vor Chr., den der Herr zu den Söhnen Israels gesandt hat, damit er seinem Anspruch auf Gerechtigkeit und Heiligkeit, ihren religiösen Pflichtverletzungen gegenüber, Geltung verschaffe. Seine Predigt in Bethel, einem Kultort des Nordreiches als Ersatz für den Tempelkult in Jerusalem brachte ihm die Ausweisung von dort ein (7, 12 - 14). Der heilige Stephanus (26. Dezember/1) zitiert aus ihm (5, 25 - 27) vor dem Hohen Rat (Apg 7, 42f.). Der heilige Jakobus, der erste Bischof von Jerusalem (3. Mai/1) zitiert ihn (9, 11 - 12) auf dem Apostelkonzil (Apg 15, 16 - 17).

2. † am Montag, dem 15. Juni 302, wurde in Durostorum im damaligen Moesien, heute Silistra an der Donau in Bulgarien, zum Blutzeugen, der heilige Soldat und Märtyrer Hesychios, der zusammen mit dem heiligen Julius (27. Mai 302/2) festgenommen, unter dem Statthalter Maximus, kurze Zeit später hingerichtet und so auch mit dem Märtyrium gekrönt worden ist.

3. † an einem 15. Juni, wurde in Lukanien in Süditalien, der heilige Märtyrer Vitus, Veit, zum Glaubenszeugen. Der heilige Vitus, von vita Lebendiger, vgl. Joh 14, 6, oder von vitis Weinstock, vgl. Joh 15, 1, war, nach der Überlieferung, Sohn heidnischer Eltern, und wurde als (7-jähriger oder 12-jähriger?) Knabe durch seinen Lehrer Modestus, Mäßiger, und seine Amme Crescentia, Erwachsende, dem Glauben und der Taufe zugeführt. Als der Vater dies erfuhr, ließ er alle Drei auspeitschen. Nach der Legende flüchteten sie nach Lukania, von dort weiter nach Rom. Dort befreite Vitus den Sohn des Kaisers Diokletian von einem bösen Geist. Daraufhin zum Dankesopfer zum Götzenaltar geführt, verweigerte er dies mitzumachen. Zusammen mit Modestus und Crescentia wurde er zuerst den wilden Tieren vorgeworfen, die sie aber nicht anrührten, dann in siedendes Öl geworfen. Im Augenblick ihres Märtyrertodes zerstörte ein gewaltiger Sturm mehrere Heidentempel. Ihr Martyrium wird auch nach Lukania verlegt. Seine Reliquien wurden 756 nach Saint-Dénis und 836 nach Korvey übertragen. Um 920 kam eine Armreliquie nach Prag in den nach ihm benannten Veitsdom; er ist auch Stadtpatron von Prag. Nicht weit von Prüm liegt im heute deutsch-belgischen Gebiet liegt der Ort St. Vith

4. † am Sonntag, dem 15. Juni 480, entschlief in Clermont in der Auvergne, der heilige Mönch Abraham, der, gebürtig aus dem Ufergebiet des Euphrat, sich zum Besuch von Eremiten nach Ägypten begeben hat, aber von Heiden aufgegriffen, fünf Jahre lang in Ketten festgehalten worden ist; danach ist er in Gallien bei den Bewohnern der Auvergne angekommen, hat sich zuerst als Eremit zurück gezogen, danach das Kloster Saint-Cirgues, Sankt Cyricus, gegründet, ist dort Abt gewesen und schließlich, erfüllt an Tagen, entschlafen.

5. † an einem 15. Juni, um 686, entschlief in Crespin im Hennegau, Hennegouwen, Hainaut, heute in Belgien, der heilige Abt Landelin, Landolinus, 61 J.; er stammte aus adliger fränkischer Familie, war aber in seinen jungen Jahren ein gefürchteter Raubritter; durch den heiligen Bischof Autbert von Cambrai (13. Dezember, um 670/6) vom Straßenräuber zur Tugendübung bekehrt, machte er dreimal die Pilgerreise nach Rom, gründete dann 655 das Zönobitenkloster Lobbes, wo er zeitweise als Rekluse lebte, dann 656 Aulne bei Charleroi, 657 Wallers-en-Fague und schließlich Crespin bei Valenciennes, wo er sich auch aus dem Erdenleben verabschiedet hat. In Paderborn werden Reliquien von ihm verehrt, die am 28. November 836 dorthin übertragen worden sind, zugleich mit den Reliquien des heiligen Liborius (9. April 397/5), die der Bischof Alderich von Le Mans (7. Januar 856/9) persönlich überbrachte. In Boke bei Paderborn ist die Pfarrkirche Landolinus geweiht und in ihr werden noch heute seine Reliquien verehrt, besonders auch von der dortigen Schützenbruderschaft, die 1986 eine schöne neue Fahne mit seiner Figur und den Wappen von Crespin und Boke zeigt.

6. † am Dienstag, dem 15. Juni 756, entschlief in Sées, westlich von Paris, der heilige Bischof Lothar, Bischof von Sées, der, gebürtig aus Lothringen, nach seinem Amtsverzicht, nach der Überlieferung, ein Sterben in der Einsamkeit, in der Nähe seines Bischofssitzes, angestrebt und erreicht hat.

7. † am Donnerstag, dem 15. Juni 853, wurde in Cordoba in der Provinz Andalusien in Spanien, enthauptet, die heilige Märtyrin Benildis, die, in bereits fortgeschrittenem Alter, in der Verfolgung durch die Mauren als Opfer gefallen ist.
Siehe auch 3. Juni, 9/32

8. † am Dienstag, dem 15. Juni 1081, entschlief auf dem Großen Sankt-Bernhard im Wallis in der Schweiz, der heilige Diakon Bernard, Bernhard von Menthone, von Montjou in Savoyen, auch genannt Bernhard von Aosta. Er war 40 Jahre Generalvikar des Bischofs von Aosta, Archidiakon von Aosta, der über viele Jahre über Berg und Tal die Pfarreien visitiert hat; schließlich hat er unter den höchsten Jochen der Alpen gewohnt und dort sein weithin berühmtes Kloster erbaut, dazu zwei Hospize für Reisende, und zwar auf den Passhöhen zwischen zwei Gipfeln, das eine auf dem Großen Sankt-Bernhard und das andere auf dem Kleinen Sankt-Bernhard, die bis heute seinen Namen rühmend tragen. Zur Betreuung der Reisenden hat er eine Mönchsgemeinschaft gegründet, denen er die Ordensregel des heiligen Augustinus gegeben hat. Er hat auch die Rettung Verunglückter durch besondere Hunde eingeführt, der berühmten Bernhardiner.

9. † am Dienstag, dem 15. Juni 1204, entschlief in Ratzeburg in Holstein, der heilige Bischof Isfried, der weiter nach der Prämonstratenserregel lebte und sich der Evangelisierung der Wenden gewidmet hat.

10. † am Freitag, dem 15. Juni 1537, verhungerte im Kerker in London, der selige Märtyrer Thomas Scryven, Kartäusermönch dieser Stadt, der unter König Heinrich VIII., der Kirche die Treue gehalten hat, deswegen im Kerker, vom Hunger verzehrt, die Krone des Martyriums verdient hat.
Siehe auch 19. Juni, 9/12

11. † am Montag, dem 15. Juni 1598, wurden in York in England, auf die damals übliche grausame Weise umgebracht,
• der seligen Priester und Märtyrer Peter Snow, und
• der selige Märtyrer Radulph Grimston,
die, unter Königin Elizabeth I. zum Tode verurteilt, der eine weil er ein Priester war, der andere weil er versuchte hatte diesen den Häschern zu entreißen, ihre Strafe am Galgen erlitten haben.
Siehe auch 12. Februar, 7/56 - 57

12. † am Freitag, dem 15. Juni 1601, entschlief in Pibrac, einem Dorf bei Toulouse, die heilige Jungfrau Germana, Germaine, die, unbekannter Eltern Kind, deswegen von Kindheit an ein Sklavendasein und dazu viele Krankheiten erlitten hat, aber allerart Quälereien mit Starkmut und heiterer Miene ertragen hat, bis sie schließlich, in ihrem 22. Lebensjahr, fromm und zufrieden zur Ruhe gefunden hat. Sie wurde im Jahr 1867 heiliggesprochen.

13. † am Dienstag, dem 15. Juni 1886, entschlief in seiner Geburtsstadt Bergamo in Italien, der selige Priester Luigi Maria Palazzolo, 59 J., der 23-jährig die Priesterweihe empfangen hat, sich in einem Armenviertel besonders der Jugendseelsorge widmete und dort die Genossenschaften der Suore Poverelle, Kleinen Schwestern der Armen und die der Fratelli della sacra Famiglia, Brüder von der Heiligen Familie, gegründet hat. Papst Johannes XXIII. hat ihn am 19. März 1963 seliggesprochen.

14. † am Freitag, dem 15. Juni 1900, wurde im Dorf Quianshengzhuang bei der Großstadt Liushuitao in der Provinz Hebei in China, zur Blutzeugin, die heilige Märtyrin Barbara Cui Lianzhi, die, nachdem ihr Sohn bereits getötet worden war, bei Nacht ihr Heil in der Flucht gesucht hat, von den Feinden der Christen aber aufgegriffen und äußerst grausam gefoltert, zugrundegerichtet worden ist.
Siehe auch 9. Juli, 1/64

In Sitten, Sion: der heilige Bernhard, Archidiakon von Aosta: 8


aus dem MARTYROLOGIUM ROMANUM 2004 übersetzt und in vielen Teilen ergänzt
von † Klaus Martin Reichenbach, Priester der Erzdiözese Köln




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Autor: Klaus Martin Reichenbach - zuletzt aktualisiert am 05.06.2015
korrekt zitieren:
Klaus Martin Reichenbach: Artikel
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