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Ökumenisches Heiligenlexikon

Einführung Verzeichnis der Übersichten

3. Mai

1. † Heute feiert die Kirche das Fest der heiligen Apostel Philippus und Jacobus.
• Philippus, Φιλιππος, Pferdefreund, war, wie Simon Petrus und Andreas, Johannes und Jacobus, geboren in Betsaida und, wie Simon Petrus und Andreas, am Jordan Jünger des heiligen Johannes des Täufers (24. Juni/1 und 29. August/1). Philippus wurde als erster der Jünger direkt von Jesus berufen (Joh 1, 43 - 44). Außer in den Apostellisten, ist er nur aus dem Johannesevangelium bekannt: seine Berufung durch Jesus und seinen Bericht über Jesus an Natanael, Bartholomäus (1, 43 - 46. 48), seine Worte an Jesus vor der wunderbaren Brotvermehrung (6, 5 - 7), seine Vermittlung griechischer Pilger in Jerusalem zu Jesus hin (12, 20 - 22) und seine Bitte an Jesus, den Vater betreffend (14, 8 - 9). Polykrates überliefert, dass er sich, mit seinen 12 prophetischen Töchtern, in Hierapolis in Phrygien, heute Pamukkale, niedergelassen habe. In dieser Kybele-Kult-Stadt (Kybele galt als Erdgöttin der Fruchtbarkeit) ist eine starke frühchristliche Kirche bezeugt. Dort soll er als Märtyrer sein Leben gegeben haben. Am 1. Mai 570 wurde in Rom die Zwölf-Apostel-Kirche eingeweiht, in ihr wird aber bis heute namentlich nur Philippus und Jacobus gedacht.
• der Apostel Jacobus, יעקב, Fersenhalter (1. Mos 25, 26), Sohn des Alphäus (Mk 3, 18), genannt μικρος minor, der Jüngere (Mk 15, 40), wird seit dem heiligen Hieronymus (30. September 420/1) verwechselt und als ein und derselbe gesehen, mit dem gleichnamigen ersten Bischof von Jerusalem, im Martyrologium Romanum 2004 als Jacobus Justus bezeichnet, der bei den Lateinern mit dem Sohn des Alphäus identifiziert werde, der schließlich sein Apostolat, apostolatum mox martyrio coronavit, durch das Martyrium gekrönt hat. Außer dem Zebedäus-Sohn Jacobus (25. Juli/1) ist im Index dieses Martyrologium Romanum kein zweiter Apostel Jacobus vorgesehen, obwohl in allen Apostellisten zwei dieses Namens genannt werden.
In Jerusalem, Patriarchat und Custodie, wird am 3. Mai ausschließlich das Fest des heiligen Jakobus, des ersten Bischofs von Jerusalem gefeiert; des Apostels Philippus wird dort am 13. November gedacht; der Apostel Jakobus der Jüngere wird nicht erwähnt.

Fortsetzung nach dem Einschub


† am 3. Mai gedenkt die Kirche auch
• 1. des heiligen Erst-Bischofs von Jerusalem und Märtyrers, des heiligen Jakobus (Griechen 23.Oktober). Nach alter Überlieferung war dieser Jakobus, der erste Bischof von Jerusalem, nicht Sohn des Alphäus, sondern der Sohn des Klopas, קליופס Κλωπας, des Ehemannes der von Johannes (19, 25) genannten Maria, der Schwester der Gottesmutter Maria, die mit einer dritten Maria, der von Magdala, Magdalena (22. Juli/1), neben ihm, Johannes dem Evangelisten (27. Dezember/1), am heiligen Karfreitag unter dem Kreuz Jesu, Zeuge Seines Sterbens war. Auch Mk 15, 40 wird Maria erwähnt als Mutter des Jakobus des Kleinen, Μικρου Minor, Hegesippos, der judenchristliche antihäretische Kirchenschriftsteller aus der 2. Hälfte des 2. Jahrhundert, überliefert, Klopas sei ein Bruder des heiligen Josef gewesen; so könnte sich erklären, dass die von zwei Evangelisten namentlich genannten vier Brüder Jesu, nämlich Jakobus, Josef, Judas und Simon (Mk 6, 3), Jakobus, Josef, Simon und Judas (Mt 13, 55), in doppelter Beziehung Jesu Vettern waren, einmal über ihre Mutter Maria, der Schwester der Gottesmutter, und außerdem über ihren Vater Klopas, Bruder des Pflegevaters Josef; Brüder אחים genannt, weil es im Hebräischen, Aramäischen und Griechischen kein eigenes Wort für unser Wort Vettern, Cousins, gibt, wohl wegen der damals üblichen Großfamilie, aber die Bezeichnung Brüder und Schwestern weit über den Kreis von Blutsverwandten hinaus üblich war und ist. Außerdem hätten wir dann in Mt 13, 55 und Mk 6, 3 gleich die Nennung der beiden ersten Bischöfe von Jerusalem, nämlich Jakobus als den ersten, und dessen Bruder Simon, der Bruder des Herrn genannt, der dessen Nachfolger war (27. April 107/1). Dieser Jakobus wird, immer in Jerusalem, genannt in der Apostelgeschichte: 12,17 nach der wunderbaren Befreiung des Petrus, 15, 13 als der entscheidende Wortführer zum Beschluss des Apostelkonzils, 21, 18 - 26 als Hauptperson in Jerusalem, dem Paulus sich vorstellt, und dessen Rat zum Tempelopfer als Beweis seines treuen Judentums er befolgt, 1. Kor 15, 7 als ein Zeuge, dem der Auferstandene erschienen ist, Gal 1, 19 als jener Jakobus, Bruder des Herrn, Ιακωβον τον αδελφον του Κυριου, dem Paulus sich bei seinem Kurzbesuch in Jerusalem vorgestellt hat, Gal 2, 9 beim Apostelkonzil, als ihm, dem Paulus, Jakobus, Kephas und Johannes, die als die Säulen angesehen werden, mir und Barnabas die Hand zum Zeichen der Gemeinschaft gegeben haben, Gal 2, 12 als in Antiochien, wo Petrus weilte, Leute aus dem Kreis um Jakobus eintrafen (nämlich aus Jerusalem). Im kurzen kanonischen Judasbrief stellt de Verfasser sich vor als Judas, Knecht Jesu Christi, Bruder des Jakobus. Dieser wäre also der dritte der vier Mt 13, 55 und Mk 6, 3 genannten Brüder Jesu. Nach des Hieronymus (30. September 420/1) hat Jesus Christus vor seiner Himmelfahrt den elf Aposteln empfohlen, diesen Jakobus zum Bischof der Heiligen Stadt zu wählen und die Apostel hätten dem entsprechend ihn zum ersten Bischof von Jerusalem bestimmt. Das könnte im Jahr 43 geschehen sein, als Jakobus enthauptet wurde und Petrus, nach seiner wunderbaren Befreiung aus dem Gefängnis, Jerusalem verlassen hat (Apg 12, 2. 17). Eusebius († 339), Bischof von Caesarea, zitiert in seiner Kirchengeschichte, Texte des Hegesippos, dass Jakobus zwei jüdische Ehrentitel hatte, nämlich צדיק Zaddiq Δικαιος Gerechter, und Ωβλας Oblias, von Ophel, Höhe der Tochter Zion (Micha 4, 8). Weiter berichtet Hegesippos, dass zu Ostern 62 Jakobus als Märtyrer sein Leben gegeben hat. Im Jahr 62 fiel der christlichen Ostersonntag, der 11. April, zwei Tage vor den jüdischen Pesachtag, Dienstag, den 15. Nisan = 13. April, der am Abend des 14. Nisan mit dem Sender-Mahl begann; tags davor muss noch heute von den Israeliten alles Chamez, Gesäuerte, Unreine, im Haus gesucht, gefunden und verbrannt werden, damit Pesach reinen Hauses und Herzens zu feiern möglich wird (2. Mos 12, 15; 1. Kor 5, 6 - 8). Der Hohepriester Ananos, Sohn des Hannas (Joh 18, 12 - 14), erreichte des Jakobus Verurteilung durch den Hohen Rat; er wurde auf dem Tempelplatz von der Tempelzinne hinabgestürzt und unten gesteinigt, schließlich mit einer Walkerkeule erschlagen und über seinem Leichnam ein Steinhaufen als Schand-Grabmal errichtet.

† am Dienstag, dem 27. April 107/1, gab unter Kaiser Trajan sein Leben hin,
• 2. der heilige Bischof und Märtyrer Simeon, der Bruder des Herrn (Gal 1,19), der zweite Bischof von Jerusalem und Nachfolger seines Bruders Jakobus. Origenes nennt den zweiten der beiden Emmausjünger (Lk 24, 18) Simeon, also wären dann wohl der spätere Bischof und sein Vater unterwegs vom Auferstandenen aus der Heiligen Schrift belehrt worden und abends in Emmaus Seine Gäste beim Brotbrechen gewesen. Hegesippos berichtet, er sei nach dem Märtyrertod des Jakobus zum 2. Bischof von Jerusalem gewählt worden. Sein Gegenkandidat sei ein gewisser Thebutis gewesen, wohl ehemaliger Essener, der in Jerusalem der erste Judenchrist war, der extreme häretische Ansichten gehabt und nach seinem Wahl-Misserfolg die Kirche verlassen und eine judenchristliche Sekte, wohl die Ebioniten, gegründet hat. In diese Zeit fiel die Belagerung durch die Römer 66 und schließlich 70 die Eroberung und die Zerstörung der Stadt und des Tempels. Es wird überliefert, dass die Christen, im Gedenken an Jesu Weissagung (Mt 24, 16) aus der Stadt geflüchtet sind und zwar nach Pella, jenseits des Jordan. Diese Flucht fand schon zu Beginn der Belagerung, also im Jahr 66 statt. Simeon hatte also die schwere Aufgabe, seine Jerusalemer Christen in den Einöden um Pella, also im Gilead und Baschan, zu suchen, zu besuchen und sie zum gläubigen Warten auf die Wiederkunft Christi zu bewegen (Mk 13, 14 ff.) Etwa 73/74 kamen sie wieder zurück in ihre Stadt und, soweit möglich, in ihre Häuser. Damals errichteten sie auf dem Zion genannten Hügel, auf den Trümmern des Abendmahlssaales, die kleine Synagogalkirche, deren Gebetsnische auf die Grabeskirche ausgerichtet ist, in der sich heute die Synagoge mit dem leeren Davidsgrab, genau unter dem Obergemach des Abendmahlssaales, befindet. Im hohen Alter von etwa 120 Jahren wurde er gequält und gefoltert und schließlich gekreuzigt, wohl außerhalb der Stadtmauern vor Jerusalem; sein Grab wurde am Abhang des Ölbergs, im Tal Josaphats, verehrt.

In Jerusalem, Patriarchat, wird am 17. Mai aller heiligen Bischöfe der Heiligen Stadt gedacht. Da dieser Termin in der Gesamtkirche nicht so einprägsam ist, wie der Gedenktag des Erst-Bischofs Jakobus, seien seine Nachfolger hier genannt.

Nach ihm zählt Eusebius, Bischof von Caesarea am Meer († Mai 339) noch 14 judenchristliche Bischöfe von Jerusalem auf, als ersten den heiligen Simon, den Bruder des Jakobus (27. April 107/1), der 120-jährig entschlafen ist. Aus dieser 15-er-Liste werden vier Bischöfe als Heilige verehrt, nach den ersten beiden, Jakobus (heute 3. Mai/3) und Simon (27. April 107/1), der 4. Zachäus (23. August/2) und der 8. Matthias (30. Januar, um 120/1) Diese Liste endet, als, nach der zweiten Eroberung und Zerstörung der Stadt durch die Römer, im Jahr 135, Kaiser Hadrian das Gesetz erließ, dass, unter Androhung der Todesstrafe, kein Jude die Stadt Jerusalem, nun in Aelia Capitolina umbenannt, noch betreten, geschweige denn bewohnen, durfte. Der letzte judenchristliche Bischof von Jerusalem, Judas Quiriacus, 134 erst gewählt und geweiht, musste die Heilige Stadt verlassen und ist um 148 entschlafen, wahrscheinlich in Caesarea am Meer. Er nahm den Ehrentitel Mutter- und Urkirche mit nach Kaisareia; die ab Markus heidenchristlichen Bischöfe von Jerusalem hatten diesen Ehrentitel nicht und unterstanden der Metropolie Kaisareia, waren auch über Caesarea weisungsgebunden an Antiochien.

- Caesarea am Meer, Caesarea Paralios, Καισαρεια Παραλιος, Στρατωνος Πυργος, Turris Stratonis, Stratons Turm, das als die Jerusalem nahe Bischofsstadt auch als Metropolis galt und in der Apostelgeschichte genannt wird: 8, 40 zur Ankunft des Diakons Philippus; 9, 30 als Fluchthafen des neubekehrten Paulus; 10, 1; 10, 24 und 11, 11 als Wohnort der Familie des Hauptmanns Cornelius, des ersten in die Kirche von Petrus durch Taufe und Firmung aufgenommenen Heiden; 12, 19 als Ziel des Herodes; 18, 22 als Ankunftshafen des Paulus; 21, 8 wieder als Ankunfthafen von Paulus und Lukas, die gastfreundlich aufgenommen wurden vom Diakon Philippus, dessen vier Töchter Jungfrauen und Prophetinnen waren; 21, 18 als Wohnort weiterer Christen, die Paulus hinauf nach Jerusalem begleiteten; 23, 23 als Ziel des Paulus in römischer Schutzhaft; 23, 33 zur Ankunft des Paulus im dortigen Gefängnis; 25, 1 als Residenz des Statthalters Festus; 25, 4 als Haftaufenthaltsort des Paulus; 25, 6 als Ort des Richterstuhls des Landpflegers Festus; 25, 13 als Zielort des Höflichkeitsbesuchs von Herodes und Berenike beim römischen Landpfleger. Kaisareia war ursprünglich ein kleiner Handelshafen, vom Phönizier Strato gegründet, wurde von den Römern als Militärhafen, Militärstützpunkt und Residenz des römischen Statthalters ausgebaut und hatte, seit Petrus die Familie des Nicht-Israeliten Cornelius getauft hatte (Apg 10, 1 - 11. 18), eine christliche Ortskirche. Diese unterstand Jerusalem, später zeitweise auch Antiochien. Im Jahr 135 wurde Caesarea Zufluchtsstadt des judenchristlichen Bischofs von Jerusalem und hatte Vorrang vor dem neuen heidenchristlichen Bischof von Jerusalem.

† Von 107 bis 113 war
• 3. Judas, der Gerechte, Zaddiq, צדיק Justus, der dritte Bischof von Jerusalem.

† wohl an einem 23. August/2, entschlief in Jerusalem,
• 4. der heilige Zachäus, der vierte Bischof der Heiligen Stadt des Todes und der Auferstehung Jesu Christi (Mt 27 - 28; Mk 13 - 14; Lk 23 - 24; Joh 19 - 21) und Seiner Sendung des Heiligen Geistes (Apg 2).

† am 30. Januar, um 120/1, entschlief in Jerusalem,
• 5. der heilige Bischof Matthias, der achte Bischof der Heiligen Stadt, der viel für Christus erlitten hat und schließlich friedlich entschlafen ist.

Nach Eusebius wurden nach 135, bezw. dem Todesjahr des letzten judenchristlichen Bischofs von Jerusalem Judas Quiriacus im Exil, die nachfolgenden Bischöfe von Jerusalem aus den Heidenchristen gewählt, damit sie weiter in der Heiligen Stadt wohnen durften. Als deren erster wird der heilige Markus (22. Oktober 156/1) genannt. Eusebius, Bischof von Caesarea zählt dann 14 Nachfolger auf, bis zur Zeit des Kaisers Commodus (193), von denen nur der erste und der 15. als Heilige verehrt werden: Markus (22. Oktober 156/1) und Narcissus, Narkissos (29. Oktober 222/1).

† am Donnerstag, dem 22. Oktober 156/1, entschlief in Jerusalem,
• 6. der heilige Bischof Markus, der erste nicht aus den Judenchristen, sondern aus den Heidenchristen gewählte Bischof der Heiligen Stadt, da seit der zweiten Zerstörung Jerusalems durch die Römer, unter Kaiser Hadrian im Jahr 135, als auf den Ruinen eine ganz neue Stadt, nach dem Quadrate-Muster, Viertel-Muster, einer römischen Kolonie, gebaut und der Name in Aelia Capitolina geändert wurde, als kein Jude mehr die Heilige Stadt betreten durfte, die Kirche aber in Jerusalem, ihrer Geburtsstadt, präsent bleiben wollte. So sammelte der neue Bischof um sich möglichst viele fromme Heiden-Christen, denen es auch insgeheim gelang, die mit einer Auffüllung aus Trümmerschutt bedeckten und mit einem großen Aphroditetempel überbauten Heiligen Stätten, den Golgothafelsen und das Lebenspendende Heilige Grab, durch verborgene unterirdische Tunnel mit Hohlräumen zu besuchen und zu verehren, auch die ankommenden Pilger dorthin zu führen. So wurde bei Restaurierungsarbeiten 1971 im Bereich der Armenier, in deren Sankt-Vartan-Kapelle, unten hinter der Helena-Kapelle, neben Steinen des hadrianischen Aphrodite-Tempels, ein Graffito aus der Mitte des 2. Jahrhundert entdeckt, das ein Segelschiff auf dem Mittelmeer zeigt und die Einritzung Domine ivimus, Herr wir sind angekommen, Kurzfassung des Anfangs des Pilgerpsalms 122 (121), 1 - 2: Laetatus sum in his quae dicta sunt mihi: In domum Domini ibimus; stantes erant pedes nostri, in atriis tuis, Jerusalem. Wie freute ich mich, als man mir sagte, zum Hause des Herrn wollen wir gehen; unsere Füße standen in deinen Vorhöfen, Jerusalem.

† am Dienstag, dem 29. Oktober 222/2, entschlief in Jerusalem
• 7. der heilige Bischof Narcissus, Narkissos, im hohen Alter von 116 Jahren. Er war seit etwa 180 Bischof von Jerusalem, mit einer relativ kurzen Unterbrechung, in der er sich in die Einsamkeit zurückgezogen hatte, bevor er wieder auf seinen Bischofsstuhl zurückkehrte. Er hat mit dem heiligen Papst Victor I. (28. Juli, um 200/2) in Verbindung gestanden, im Zusammenhang mit dem Osterfeststreit. Er hat 195 in Caesarea am Meer den Vorsitz geführt auf der SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet., die der erste dort bezeugte Bischof, der heilige Theophilos (5. März 195/1), dorthin einberufen hatte, damit auch judenchristliche Bischöfe, die Jerusalem nicht betreten durften, teilnehmen konnten. Die beiden heiligen Bischöfe Narcissus und Theophilus zusammen, Narkissos leitete die und Theophilus war guter Gastgeber, bezeugten allen und überzeugten alle Mitbischöfe, dass Ostern gemäß apostolischer Überlieferung, an einem Sonntag zu feiern sei, wie es in Alexandrien und Rom auch Brauch sei, im Gegensatz zur Kirche von Antiochia, in der die Quartodecimaner Ostern zugleich mit den Juden, am Vierzehnten Nisan, Vorabend des ersten Frühlings-Vollmonds (2. Mos 12, 6) zu feiern gewohnt waren. So war die Kirche von Jerusalem und im Heiligen Land enger mit Rom verbunden, als mit Antiochien, was die Feier des Hauptfestes der Christenheit betrifft. Im hohen Alter wurde er vom heiligen Alexandros, dem Bischof von Caesarea in Kapadozien, Eskikaisarje, besucht, der als Pilger in Jerusalem weilte; sofort bat er ihn darum, in Jerusalem zu bleiben und sein Coadjutor zu werden; er ließ sich wählen, wurde 214 zum of Coadjutor, Hilfsbischof, gewählt und wurde nach Narcissus’ Tod 222 zum Ortsbischder Heiligen Stadt gewählt.

† am 18. März 250 oder 251/2, wurde in Caesarea am Meer zum Blutzeugen,
• 8. der heilige Bischof Alexandros, der 16. Bischof von Jerusalem. Er besuchte die Theologenschule in Alexandrien und war befreundet mit Origenes. Als Bischof von Caesarea in Kappadozien, Eskikaisarja, erlebte er die Verfolgung unter Septimius Severus und war 211 eingekerkert. Nach seiner Freilassung machte er eine Pilgerfahrt zu den Heiligen Stätten und wurde vom uralten Bischof Narkissos von Jerusalem gebeten, ihm als Coadjutor zu helfen; er stimmte zu und ließ sich 214 zum Coadjutor wählen. Zusammen mit Theoktistos von Caesarea weihte er 230 den Origenes zum Priester. In Jerusalem gründete er eine reichhaltige Bibliothek, die Eusebius mit benutzte. In hohem Alter erlebte er die große Verfolgung unter Kaiser Decius noch mit, wurde verhaftet und in Caesarea eingekerkert, dort hat er auch sein Martyrium vollendet, nach einer Überlieferung als Märtyrer ohne Blutvergießen.

† am Sonntag, dem 10. März 334/3, entschlief in Jerusalem,
• 9. der heilige Bischof Makarios I., seit etwa 313 der 21. Bischof der Heiligen Stadt, der 325 mit Konzilsvater in Nikaia war. Auf diesem Konzil wurde im 7. Kapitel festgelegt, dass der Bischof von Jerusalem, wegen der Gründung der Kirche durch Christus in dieser Heiligen Stadt, einen Ehrenvorrang, aber keinen Jurisdiktionsvorrang, vor den anderen Bischöfen hat und den Titel Ober-Metropolit trägt, der später, durch Juvenalis auf dem Konzil von Chalkedon 451, in den, auch jurisdiktionsmäßig höheren, Titel Patriarch umgewandelt wurde. In Jerusalem zeigte er der heiligen Helena (18. August 329/4) das unter dem Aphroditetempel verborgene Lebensspendende Heilige Grab und den Kalvariafelsen, nach späteren Berichten auch den alten Stadtmauergraben, in dem sie das Heilige Kreuz aufgefunden hat, dessen Identifizierung. Er leitete die Bauarbeiten der drei Konstantinischen Basiliken, der Grabes- und Auferstehungskirchen, Sanctissimi Salvatoris, Omnium Urbis et Orbis Mater et Caput, deren Titel zugleich in Rom der konstantinischen Schenkung der Lateranbasilika Sanctissimi Salvatori gegeben wurde; dann der Ελεονα Eleona, Ölbergkirche der Himmelfahrt Christi, und dann der Geburtsbasilika in Bethlehem, die unter dem hadrianischen Jupitertempel verdeckt gewesen; er erlebte noch die Einweihung 333, aber nicht mehr die Fertigstellung und spätere Einweihung des ganzen großen Heiligtums, am 13. September 336, in Beisein von 300 Bischöfen. In seiner Zeit setzte der Zustrom christlicher Pilger, besonders von Bischöfen, nach Jerusalem ein.

† am Freitag, dem 5. Mai 349/3, entschlief in der Heiligen Stadt Jerusalem,
• 10. der heilige Bischof Maximos von Jerusalem. Er war auf dem Konzil von Nikaia einer der Begleiter des heiligen Makarios I. und wurde 335 dessen Nachfolger. Wegen seiner orthodoxen Glaubenstreue in der Ablehnung des Arianismus, war ihm vom Kaiser Maximinus Daja ein Auge ausgestochen und ein Fuß mit feuerglühendem Eisen verstümmelt worden, dann wurde er zu den Erzgruben in Phenna in der Negevwüste verurteilt, dort aber obwohl nicht arbeitsfähig durch die Verstümmelungen, überraschenderweise nicht ermordet, sondern freigelassen. 348 bekannte er sich in einem Synodalschreiben zur Solidarität mit dem heiligen Athanasius von Alexandrien (2. Mai 373/1) und wurde daraufhin vom damaligen Metropoliten von Caesarea maritima, Akakios, seines Amtes enthoben und durch den heiligen Kyrillos, Cyrillus (18. März 386/1) ersetzt, den der arianisch gesinnte Akakios für einen Gesinnungsgenossen hielt, ernannte und konsekrierte. Darüber starb der heilige Maximos an den Folgen seiner Verletzungen und der Verschleppung und machte so den Bischofssitz frei.

† am Mittwoch, dem 18. März 387, entschlief in Jerusalem,
• 11. der heilige Bischof und Kirchenlehrer Kyrillos, Cyrillus, etwa 74 J., der 349 vom Metropoliten Akakios von Kaisareia zum 22. Bischof von Jerusalem ernannt und geweiht wurde, weil er diesem als arianerfreundlich galt. 357 aber hat Akakios ihn verurteilt; 359 hat er auf der SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. von Seleukeia in Isaurien, Selefke, arianerfreundlich abgestimmt; 360 hat ihn Akakios erneut verurteilt. Diese Verurteilungen durch den Metropoliten brachten ihm jeweils die Amtsenthebung ein; 357 - 359 trat in Jerusalem sogar ein Eutychios, Ευτυχιος Gutes Los, als Usurpator-Bischof auf, hatte aber kein so gutes Los und wurde 359 vertrieben, als Kyrillos kurzfristig, nach der von Seleukeia, zurückkehren konnte. 360 wieder vertrieben, trat als quasi Nachfolger ein Bischof Ειρεναιος, Irenaios, Friedfertiger, an seine Stelle, konnte aber schon im folgenden Jahr seinem Namen Ehre machen, als er verschwinden musste. Kyrillos nahm 362 auf der von Alexandrien endgültig die nikänische Glaubensformel an, kehrte zurück nach Jerusalem, wurde aber von Kaiser Valens 367 - 378, also 11 Jahre lang, wieder aus Jerusalem verbannt; wieder fand sich gleich 367 ein Vertreter ein, ein Bischof Ιλαριον Heiterer, der ihm 378 volens nolens, mehr oder weniger freiwillig, also eher heiser als heiter, weichen musste. Zurückgekehrt nach Jerusalem, nahm Kyrillos 381 teil am Konzil von Konstantinopel und wurde dort in aller Form als kanonisch rechtmäßiger Bischof von Jerusalem anerkannt. Erhalten sind vor allem seine 24 Katechesen, die er 348 oder 350 in Jerusalem in der neuen konstantinischen Αναστασις Auferstehungskirche, gehalten hat, davon die ersten 19 als Einführung der Katechumenen in die Grundwahrheiten des Christentums und die folgenden 20 - 24, die mystagogischen, in die Sakramente einführenden Katechesen in der Osterwoche, für die in der Osternacht Neugetauften, die mit der Taufe auch die Firmung und erstmals die heilige EucharistieDie Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi. Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23. empfangen hatten. Sie sind wichtige Zeugen für den Glauben an die Realpräsenz, wirkliche Gegenwart Christi nach der Wandlung und für den Opfercharakter der heiligen Messe, außerdem für die seinerzeit übliche Arkandisziplin, arcanum, verschlossen, die strenge Pflicht der Gläubigen, den wahren Inhalt der heiligen Taufe und der heiligen Eucharistie, keinesfalls einem Nicht-Eingeweihten, Nicht-Gläubigen, bekannt zu machen, also auch keinem Taufschüler, bis zu dessen Einweihung in das zweifache Μυστηριον, Sacramentum, Geheimnis des Glaubens. Trotz seiner etwas schwankenden Haltung in der Dreifaltigkeitslehre, vermeidet er jede klare un-orthodoxe Formulierung, aber ebenso auch die klare nikänische Formel. Trotzdem hat Papst Leo XIII. ihn 1883 zum Kirchenlehrer erhoben.

† am Mittwoch, dem 10. Januar 417/4, entschlief in Jerusalem
• 12. der heilige Bischof Johannes, der seit 387 Nachfolger des heiligen Kyrillos (18. März 387/1) war. 393 - 397 musste er sich sehr verteidigen gegen den heiligen Priester und Kirchenlehrer Hieronymus im nahen Bethlehem (30. September 420/1) und den heiligen Bischof und frommen Gelehrten Epiphanios von Salamis auf Zypern (12. Mai 403/4); beide klagten ihn des Origenesismus an. In einem Brief des heiligen Hieronymus, der Epistola 82, sind Fragmente seiner Apologia, Verteidigung, erhalten. Dazu wurde er des Pelagianismus angeklagt, als er Pelagius wohlwollend bei sich in Jerusalem aufnahm und erst recht, als er ihn auf der SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. von Diospolis, Lydda, mit der Mehrheit der Teilnehmer für unschuldig erklärte. Ein Glaubensbekenntnis des Johannes ist erhalten in einem Zitat des koptischen Patriarchen von Alexandrien Timotheos Ailuros († 477). In seiner Amtszeit fand der Priester Lukian am 3. August 415 in Kfar Gamala in Jerusalem die Reliquien des heiligen Erstmärtyrers Stephanus (26. Dezember/1 und am 3. August bis 1969 Gedenkfeier dieser Auffindung, im Martyrologium Romanum 2001 nicht mehr erwähnt) auf, was dessen Verehrung reichsweit sehr förderte. Im selben Jahr 415 weihte Bischof Johannes die eben dort vollendete Hagia Sion, Αγια Σιων, die großen Marienkirche auf dem Berg Zion, an deren Stelle heute die deutsche Benediktiner-Abteikirche Dormitio Beatae Mariae, Entschlafung der Allerseligsten Jungfrau und Gottesgebärerin Maria, Maria Heimgang, steht, ein Geschenk des deutschen Kaisers Wilhelm II. an seine katholischen Untertanen, vertreten durch den beschenkten Eigentümer, den Deutschen Verein vom Heiligen Land in Köln. Nach alter Jerusalemer Ortstradition war hier das Haus mit dem Obergemach (Mk 14, 14 - 15), in dem Jesus mit seinen Aposteln das Letzte Abendmahl feierte und in dem sich die Apostel, mit Maria und vielen Jüngern, gleich nach der Himmelfahrt versammelten und bis Pfingstsonntag im Gebet vereint blieben (Apg 1, 13 - 14) und wo sie den Heiligen Geist empfingen (Apg 2). Nach der Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 fand die Kirche das Gebäude wohl als Ruine vor und errichtete neu die judenchristliche Synagogalkirche mit der Gebetsnische in Richtung nicht des Tempelplatzes sondern der Grabes- und Auferstehungskirche, die heute noch erhalten ist und von den Israeliten als Davidsgrab verehrt wird, die genau unter dem mehrmals zerstörten, von den Kreuzfahrern wieder errichteten, Obergemach, dem Abendmahlssaal liegt (Apg 2,29). Sie wurde Kirche der Apostel genannt und war wahrlich die Mutter aller Kirchen der Erde. Zur Zeit des heiligen Kyrillos (18. März 387/1) wurde ein kleiner Anbau errichtet, Kirche des Säule genannt, zur Verehrung einer Säule, die als Geißelsäule Jesu angesehen wurde. 415 konnte Bischof Johannes die große neue Marienkirche Αγια Σιων dort einweihen, die 614 durch die Perser zerstört wurde. Die Kreuzfahrer erbauten neu ein große Kirche, die das Gelände der Hagia Sion und das der alten Apostelkirche mit dem Abendmahlssaal einbezog und nannten sie Sancta Maria in Monte Sion, Heilige Maria auf dem Berge Zion. Um 1200 haben die siegreichen Muselmanen die Marienkirche zerstört und nur jenen Teil als ihre Gebetsstätte erhalten, die als Davidsgrab galt, die Synagogalkirche aus dem 1. Jahrhundert und so blieb auch der Kreuzfahrerraum um die tragende Mittelsäule, das Obergeschoss, erhalten.

Bei seinem Besuch in Jerusalem 1898 hat Kaiser Wilhelm II. das Grundstück von der seit fast 400 herrschenden Hohen Pforte in Istanbul, dem Osmanischen Sultan Abdul Hamid, erhalten und sie seinen katholischen Untertanen geschenkt, nämlich dem Deutschen Katholischen Verein vom Heiligen Land mit Sitz in Köln, der 1895 aus der Vereinigung des 1855 gegründeten Vereins vom Heiligen Grabe und dem 1879 gegründeten Palästinaverein Deutscher Katholiken, entstanden war. Kaiser Wilhelm II. war mit Gattin Auguste Viktoria und großem Gefolge in Jerusalem, um am 31. Oktober 1898, dem Reformationstag, die Einweihung seiner den evangelischen Untertanen geschenkten Erlöserkirche, ganz in der Nähe der Grabeskirche, zu feiern, deren Grundstück sein Großvater 1869 vom Sultan übereignet erhalten hatte und die in etwa fünf Jahren erbaut worden war; Erlöser, Salvator: Wilhelm II. sah sich als Stifter der Erlöserkirche in Jerusalem, als der neue Konstantin, der die Salvatorkirche und den Lateran in Rom gestiftet hatte. Zur Einweihung der evangelischen Kirche stiftete er der katholischen Kirche das Grundstück auf dem Zion; es fand aus diesem Anlass auch ein Austausch von Telegrammen zwischen Wilhelm II. und Papst Leo XIII. statt. Zugleich schenkte der Kaiser auf dem Ölberg ein großes Gelände für das evangelische deutsche Hospital, das Kaiserin Auguste Viktoria Hospital, das zugleich mit der katholischen Sionskirche erbaut und zur gleichen Zeit im April 1910 feierlich eingeweiht wurde. In gut zehnjähriger Bauzeit ist die jetzige Basilika nebst Kloster errichtet worden. Entwurf und Planung schuf der Kölner Diözesanbaumeister Heinrich Renard; der Zentralbau bedeutet, dass die Kirche ein Mausoleum, eine Grabkirche, zur Ehren der hier entschlafenen Allerseligsten Jungfrau und Gottesgebärerin Maria, die mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen worden ist, darstellen soll; Vorbilder sollen sein die Grabkirche der Kölner Stadtpatrone Sankt Gereon (Grundriss und Außenbau) und die Pfalzkapelle des Mariendoms in Aachen (das zweigeschossige Triforium). Am Sonntag, dem 10. April 1910 wurde sie hochfeierlich eingeweiht durch den lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Filippo Camassei, der die Kirche und den Hochaltar weihte; außerdem wurden noch sieben Altäre geweiht: der Heilig-Geist-Altar in der Krypta durch den Weihbischof des Patriarchen Luigi Picardo, in der Oberkirche auf der Evangelienseite der Sankt-Josefs-Altar, durch den Bischof von Chur, der Altar Johannes des Täufers, durch den Bischof Augustinus Bludau von Ermland, der Bonifatius-Altar durch den Abt Laurentius Zeller von Seckau; geweiht wurde auf der Epistelseite der Dreikönigen-Altar, durch den Kölner Weihbischof Joseph Müller, den Antonius Kardinal Fischer delegiert hatte, der Willibald-Altar, durch den Abt Willibald Wolffsteiner von Ettal, der Benedikt-Altar durch den Erzabt Ildephons Schober von Beuron. Der Spender, der deutsche Kaiser Wilhelm II., war vertreten durch den Prinzen Eitel Friedrich mit Gemahlin, der Prinzregent von Bayern durch die beiden Prinzen Georg und Konrad von Bayern. Noch viele namhafte Würdenträger und Ehrengäste nahmen teil. Tags zuvor waren bereits im Turm vier Glocken durch den Bischof Bludau von Ermland geweiht worden; sie trugen je eine passende Inschrift in deutscher Sprache: die Cis-Glocke trug unter der Kreuzigungsgruppe die Verse Aus frommer Lieb entsprossen/In deutschem Land gegossen/Will tönend ich vermehren/des Welterlösers Ehren; die E-Glocke, geschmückt mit dem Bild der Madonna und dem bayrischen Wappen: Wo die eine Sündenreine/Ihren Heimgang fand/Lenk ich aller Erdenwaller / Gang zum Heimatland; die Fis-Glocke trägt das Relief des heiligen Bonifatius und die Verse: Sankt Bonifaz genannt/Preis ich im heiligen Land/Mit jedem Klang aufs neue/Der Deutschen Glaubenstreue; auf der Gis-Glocke wird die heilige Elisabeth als Brotspenderin dargestellt, dazu der Vers: Ich heiß Elisabeth/Für Not und Plag/Bezeigt mein Schlag/Dass Liebe nie vergeht.
Ganz so pompös hat der heilige Johannes von Jerusalem 1300 Jahre eher die Einweihung der Vorgänger-Basilika sicher nicht gefeiert, die allerdings nur 200 Jahre stand, als sie 614 von den Persern gründlich zerstört wurde. Jedenfalls war der heilige Bischof Johannes von Jerusalem in einer Zeit schwerer Glaubenskämpfe ein Förderer der Orthodoxie und des möglichst ausgleichenden Friedens.

† Von 418 bis zu seinem Tod 458 war Juvenalis Bischof von Jerusalem, ein ehrgeiziger und ränkevoller Mann, der nicht nur nicht als Heiliger verehrt wird, sondern im Gegenteil vom heiligen Papst Leo dem Großen (10. November 461/1) sogar aus den Diptychen, den Fürbitt-Tafeln, gestrichen worden ist. Aber er ist trotzdem der Nennung wert, weil er es, durch seine Intrigen, erreicht hat, dass, auf dem allgemeinen Konzil von Chalkedon 451, das Bistum Jerusalem sich nicht nur von der niedrigen Stellung unter der Metropolie Kaisareia am Meer (dem Erbe des Wechsels von 135, als der judenchristliche Bischof von Jerusalem nach Caesarea flüchten musste und aus der für Jerusalem zweitrangigen Zahl der Heidenchristen der neue Bischof von Jerusalem gewählt werden musste), sondern sogar auch von seiner Stellung unter dem Patriarchat Antiochien emanzipieren konnte, indem es die allgemeine Anerkennung als selbständiges Patriarchat Jerusalem, und als Oberhaupt von drei Kirchenprovinzen, Metropolien, Kaisareia Maritima, Skythopolis / BethShean, und Petra/Arabien, erreicht hat. So umfasste das neue Patriarchat Jerusalem das ganze Heilige Land, אדמת הקדשׁ, η γη η αγια (Secharja 2, 16; Weish 12, 3; 2. Makk 1, 7). Skythopolis hatte etwa 15 Bischöfe und Petra etwa 20 Bistümer. Anerkannt wurden 451 in Chalkedon vier Patriarchate, Rom, Alexandrien, Antiochien und Jerusalem; das nahe Konstantinopel unterstand noch der Metropolie Heraclea in Thrakien und dem Patriarchat Antiochien. Der Bischof Johannes IV. der Faster nahm erst 587 auf einer SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. in Konstantinopel einen neuen Titel an Ökumenischer Patriarch. Dem derzeitigen Patriarchen von Rom, dem heiligen Papst Gregor dem Großen (12. März 604/6) erschien das zweideutig, da er Ökumene Οικουμενη in der Bedeutung Ganzer Erdkreis verstand, also als ob der kaiserliche Bischof auch über den Nachfolger des heiligen Petrus erheben wollte, aber der neue Titel bedeutete für Ost-Rom nicht mehr, als dass Ökumene verstanden wurde als das ganze byzantinische Kaiserreich, das damals die drei älteren ostkirchlichen Patriarchate mit einschloss.

† am Freitag, dem 20. Juli 518 (Martyrologium Romanum 1956: 20. Juli, zusammen mit Flavianos, Flabianos II.) entschlief als Verbannter in Aila,
• 13. der heilige Bischof Elias, Patriarch von Jerusalem, ein gebürtiger Araber, der Einsiedler in der Nitrischem Wüste in Ägypten gewesen, 494 als Pilger in Jerusalem zum Bischof gewählt und geweiht wurde. Er war ein unermüdlicher Kämpfer für die Orthodoxie des Konzils von Chalkedon (451) im Bekämpfen des Monophysitismus und ähnlicher Irrlehren. Auf der von Sidon, im Herbst 511, gelang es ihm und dem Patriarchen Flavianos II. von Antiochien mit großer Mühe, eine Verurteilung des Konzils von Chalkedon (451) zu verhindern. Daraufhin wurde Flabianos 512 auf einer in Laodikeia abgesetzt und nach Petra verbannt, wo er bald nach Ankunft starb. Im August 516 gelang es den Gegnern Elias’ schließlich, ihn abzusetzen, zu verhaften und nach Aila zu verbannen, wo er nach zwei Jahren, als Sieger im Kampf um die Orthodoxie, sein Pilgerziel beim Herrn erreichte.

† etwa im Jahr 628, entschlief in Gefangenschaft in Persien,
• 14. der heilige Bischof Zacharias, (früher ? 21. Februar/-) Patriarch von Jerusalem seit 609, der 614 bei der nach drei Wochen Belagerung erfolgten Erstürmung von Jerusalem durch Chosrau Abharwez, den Siegreichen, als in der Heiligen Stadt und im Heiligen Land über 300 Kirchen und Klöster zerstört, über 62.000 Christen ermordet und über 3.000 Kinder zwischen 5 und 12 Jahren als Sklaven nach Persien verschleppt wurden, als Gefangener, zusammen mit dem Heiligen Kreuz und vielen Christen, nach Persien verschleppt und dort in Gefangenschaft gehalten wurde. Er schrieb einen Trostbrief an seine unter persischer Besatzung leidenden Christen, der über den Abt und Patriarchalvertreter, den heiligen Modestus (17. Dezember 634/1), veröffentlicht wurde. Als die persische Besatzung zur Neige ging, durch den 627 gelungenen Sieg des Kaisers Heraklius über Chosrau, wurde letzterer von seinem Sohn 628 ermordet. Nach der Überlieferung ist um dieselbe Zeit der heilige Zacharias im Exil entschlafen.

† am Samstag, dem 17. Dezember 634/1, entschlief in Jerusalem
• 15. der heilige Bischof Modestus, Patriarch von Jerusalem. Er war Abt der LauraEine Laura (von griech.„Λαύρα, enge Gasse”) ist eine Art Einsiedlergemeinschaft, bei der die Mönche während der Wochentage jeweils für sich alleine in Höhlen lebten und nur am Wochenende zur Feier der „Göttlichen Liturgie”, zum Gebet, zum gemeinsamen Mahl und zum brüderlichen Beisammensein zusammenkommen. des heiligen Theodosius (11. Januar 529/7) in der Wüste Judäas, Deîr Dosi genannt. Seit der Eroberung der Heiligen Stadt und der Gefangennahme des heiligen Patriarchen Zacharias durch die Perser im Jahr 614, leitete er das Patriarchat als Stellvertreter und bemühte sich um Linderung der Not und Wiederaufbau von Kirchen und Klöstern. Nach dem Abzug der Perser 628 und der Nachricht vom Tod des exilierten Patriarchen, wurde er 630 zum Patriarchen gewählt und konnte am 14. September dieses Jahres den siegreichen Kaiser Heraklius mit dem Unbesiegbaren Heiligen Kreuz feierlich in Jerusalem empfangen und das Heilige Kreuz wieder auf dem Golgothafelsen, im Bereich der Konstantinischen Basilika, aufrichten; seitdem wird dieser Gedenktag in der ganzen Christenheit als Fest Kreuz-Erhöhung (14. September 530/1) gefeiert. Er wurde in der Apostelkirche auf dem Ölberg beigesetzt.

† am Mittwoch, dem 11. März 638/4, entschlief in Jerusalem,
• 16. der heilige Bischof Sophronios, Patriarch von Jerusalem, der 634 des heiligen Modestos Nachfolger geworden war. Er war gebürtig aus Damaskus, wurde Rhetor und trat jung in der Wüste Judäas ins Kloster ein, zuerst in der Neuen LauraEine Laura (von griech.„Λαύρα, enge Gasse”) ist eine Art Einsiedlergemeinschaft, bei der die Mönche während der Wochentage jeweils für sich alleine in Höhlen lebten und nur am Wochenende zur Feier der „Göttlichen Liturgie”, zum Gebet, zum gemeinsamen Mahl und zum brüderlichen Beisammensein zusammenkommen., später ins Deîr Dosi, Theodosios-LauraEine Laura (von griech.„Λαύρα, enge Gasse”) ist eine Art Einsiedlergemeinschaft, bei der die Mönche während der Wochentage jeweils für sich alleine in Höhlen lebten und nur am Wochenende zur Feier der „Göttlichen Liturgie”, zum Gebet, zum gemeinsamen Mahl und zum brüderlichen Beisammensein zusammenkommen., unter dem Abt Modestos. Er machte weite Pilgerreisen, in die Wüstenklöster Ägyptens und nach Rom. Er war treuer Bekenner der Orthodoxie, gemäß dem Konzil von Chalkedon (451). Er verfasste theologische Schriften, von denen die meisten verloren und nur in Zitaten überliefert sind. Er erlebte die folgenschwerste Eroberung Jerusalems 637/638 durch den Kalifen Omar und konnte verhindern, dass die Heilige Stadt zerstört und geplündert wurde. Der weise Kalif verrichtete sein Gebet am verlassensten Ort Jerusalems, auf dem 70 und 135 von den Römern zerstörten Tempelplatz, der als mahnendes Ruinengrundstück belassen war, von keinem frommen Juden betreten, damit sein Fuß nicht etwa einen Stein aus dem 70 zerstörten Allerheiligsten zufällig berühre, von keinem Christen übernommen, aus Ehrfurcht vor David und Salomo, vor Esra und Nehemia, vor Jesus, der dort dargestellt (2. Februar/1) und als 12-Jähriger wieder gefunden war (Lk 2, 2 - 40 und 2, 41 - 52) und der so oft dort gelehrt und ermahnt hatte. Kalif Omar starb noch im selben Jahr 638. Der ehemalige Tempelplatz ist bis heute drittwichtigstes Heiligtum der Mohammedaner, nach Mekka und Medina. Abd-el-Malik errichtete auf dem Berg Morija (1. Mos 22 ,2 und 2 Chron 3, 1), dem Felsen Araunas (1. Chron 21, 15 - 30 und 2. Chron 3, 1) ab 684 den Felsendom, Qoubbet Es Sakra und, nach dessen Vollendung um 691, am südlichen Rand des Tempelplatzes um 700 die große Al Aqsa Moschee, über den Substruktionen des Herodes, daher sehr erdbebenanfällig; die heute verkleinerte Moschee wurde 1033 restauriert. Es gab eine kurze Unterbrechung im Besitz des Tempelplatzes durch die Muslime, von der Eroberung Jerusalems durch die Kreuzfahrer am 15. Juli 1099 bis zur verlorenen Schlacht bei den Hattins-Hörnern oberhalb des Sees Genesaret am 15. Juli 1187, als der Felsendom Templum Domini hieß und die Aqsa Moschee Templum Salomonis.

Nach dem Tod des heiligen Patriarchen Sophronios war der Bischofsstuhl von Jerusalem über 60 Jahre lang vakant. Erst im Jahr 705 wurde ein neuer Patriarch von Jerusalem gewählt, geweiht und erhoben, der sich Johannes IV. nannte und dreißig Jahre die Kirche dort leitete. Patriarch Georgios, der das Amt von 796 bis 807 bekleidete, hat im Jahr 800 Karl den Großen durch einen Mönch in einem Schreiben um Schutz und Hilfe gebeten, in Kenntnis der sich anbahnenden guten diplomatischen Beziehungen zwischen Karl und dem Kalifen Harun el Raschid von Bagdad; der Kalif sandte im selben Jahr die seit Kalif Omar 638 im Besitz einer muslimischen Familie in Jerusalem befindlichen Schlüssel der Grabes- und Auferstehungskirche an Karl den Großen, als Zeichen, dass er ihn als Protektor der Heiligen Stätten der Christen in Jerusalem anerkannte; dem Kaiser von Konstantinopel, mit dem Karl ebenfalls gute Beziehungen aufzubauen begann, mag die Westpolitik Jerusalems weniger gefallen haben. Zur Zeit des Patriarchen Theophilos zerstörte 1010 der Wüterich, Kalif Hakim Biamrillah, Sohn einer christlichen Mutter, die Grabeskirche, das Heilige Grab und alle erreichbaren Kirchen und Klöster, auch die Synagogen und jüdischen Lehrhäuser, ja er verbot sogar seinen Muslimen fast jegliches Vergnügen. 1054 brach die Kirchenspaltung zwischen Rom und Konstantinopel aus, als am 16. Juli 1054 der Legat des Papstes, der Benediktinermönch und Kardinalbischof Humbert von Silva Candida, die von ihm selbst im Namen des Papstes verfasste Exkommunikationsbulle gegen den Patriarchen Michael Kerullarius, feierlich auf dem Altar der Hagia Sophia in Konstantinopel hinlegte, ausbreitete und vorlas; der Patriarch reagierte sofort und exkommunizierte den Legaten und alle romtreuen Lateiner. Papst Leo IX. (19. April 1054/6) war kurz vorher gestorben; der Nachfolger, Victor II. wurde erst im April 1055 gewählt; ob Humbert überhaupt, besonders unter diesen Umständen, berechtigt war zu diesem so folgenschweren Schritt, ist umstritten, aber nicht mehr rückgängig zu machen. Die Kreuzfahrer eroberten Jerusalem am 15. Juli 1099 und ersetzten den nach Zypern geflüchteten oströmischen Patriarchen sofort durch den lateinischen Patriarchen; die großenteils verwüstete konstantinische Grabes- und Auferstehungskirche ersetzten sie durch einen Großbau, der in sich die Heiligsten Stätten enthielt, mit je einer Kuppel über Kalvaria und über dem Heiligen Grab. Die Weiheinschrift vom 15. Juli 1149 ist noch erhalten: Est locus iste sacer sacratus sanguine Christi, Per nostrum sacrare sacro nil addimus isti - Heilig ist dieser Ort, geheiligt durch Christi Blut, Durch unsere Weihehandlung fügen wir dieser Heiligkeit nichts hinzu. Die Eroberung und Plünderung Konstantinopels am 4. April 1204 durch die Lateiner hat die Atmosphäre so vergiftet, dass auch das Unionskonzil von Florenz 1439 praktisch ergebnislos blieb. Die drei anderen Patriarchate, Antiochien, Alexandrien und Jerusalem, betraf dieses Schisma damals nicht; in diesen aber gab es die beiden Richtungen, einmal die das Konzil von Chalkedon 451 anerkennenden, Melkiten, von Melecha מלכה Kaiserlichen, gemäß Chalkedon/Konstantinopel, die anderen die Monophysiten; Alexandrein wurde fast ganz monophysitisch, Jerusalem blieb fast ganz orthodox, rechtgläubig im römischen Sinn, Antiochien blieb in den Städten meist orthodox und wurde auf dem Land mehrheitlich monophysitisch, also anti-chalkedonensisch. 1099 war der griechische Patriarch Simeon II. vor den anrückenden Kreuzfahrern nach Zypern geflüchtet und ist kurz darauf dort gestorben. In Jerusalem wurde als dessen Nachfolger der lateinische Patriarch Dagobert von Pisa gewählt. 1142 wurde wieder ein griechischer Patriarch von Jerusalem, eher für Jerusalem, in Konstantinopel gewählt, aufgrund einer Vereinbarung zwischen dem Kaiser Manuel Comnenus und dem König von Jerusalem Fulk von Anjou; danach wurden die Patriarchen von Jerusalem durch den Kaiser und den Patriarchen von Konstantinopel ernannt. In der Kreuzfahrerzeit des Lateinischen Königreichs Jerusalem, lebten die griechischen Patriarchen, die rechtmäßigen Nachfolger des Herrenbruders Jakobus, im Exil in Konstantinopel. Das Kreuzfahrerreich, Regnum Francorum, war deckungsgleich mit dem Lateinischen Patriarchat Jerusalem, im Norden begrenzt vom Hundsfluss, Nahr el Kelb, nördlich von Beirut, gegen das Patriarchat Antiochien. Gleich nach der Eroberung Jerusalems erhielt der Sieger, Gottfried von Bouillon, den Titel Advocatus Sancti Sepulchri, Verteidiger des Heiligen Grabes, und setzte provisorisch Arnulf von der Normandie als ersten Verwalter des neuen lateinischen Patriarchates Jerusalem ein; die zu Weihnachten einberufene SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. von Jerusalem aber wählte nicht ihn, sondern Dagobert von Pisa zum 1. Patriarchen. 1100 starb Gottfried und sein Bruder Balduin trat seine Nachfolge an unter dem Titel Rex, König, also 1. König des lateinischen Königreichs Jerusalem. Die Zivilverwaltung und mit ihr die kirchliche Hierarchie wurde nach fränkischem Muster neu geordnet, die griechischen Bischöfe, sofern nicht geflüchtet, abgesetzt und alle durch Lateiner ersetzt. Das Patriarchat umfasste die Bistümer Bethlehem, Hebron und Diospolis / Lydda; dazu unterstanden ihm vier Metropolien, nämlich Palästina I. in Caesarea, mit dem Bistum Sebaste/Samaria; Palästina II. in Nazaret, mit den Diözesen Skythopolis/Beith Shean und Tiberias; Palästina III. in Petra, mit dem Sinai, ausgenommen das griechisch bleibende Katharinenkloster; Metropolie Phönizien in Tyros, mit Akko, Sidon, Beirut und Banias/Caesarea Philippi. Von den lateinischen Patriarchen ist nur ein einziger seliggesprochen und zwar der allerletzte, der 1287 nicht einmal mehr Jerusalem erreicht hat, der selige Albert von Parma.

† am Montag, dem 14. September 1215/7, dem Fest Kreuzerhöhung, wurde in Akko, Ptolemais, ermordet,
• 17. der selige Bischof Albert von Parma, 65 J., Er war Regularkleriker von Mortara, wurde 1184 Bischof von Bobbio, im Jahr darauf Bischof von Vercelli und dann 1205 zum Patriarchen von Jerusalem ernannt, das er aber, nach 1187, nicht mehr erreichen konnte; darum residierte er zuerst in Tyros, dann in Akko, Ptolemais, in der letzten Kreuzfahrerfestung des lateinischen Königreichs Jerusalem. In den Jahren 1207 - 1209 schrieb er für die auf dem Karmelgebirge lebenden Eremiten die erste Ordensregel, teilweise wörtlich nach der Regel des heiligen Augustinus (28. August 430/1). Bei der Prozession zum Jerusalemer Hochfest Kreuzerhöhung wurde er von einem, den er gerügt hatte, mit dem Schwert umgebracht.

Nach der Rückeroberung Jerusalems, am 3. Oktober 1187 durch Saladin, kehrten die griechisch-orthodoxen Patriarchen aus ihrem Exil in Konstantinopel nach Jerusalem zurück. Sofort erlaubte Saladin allen Christen, ihre Heiligtümer in Jerusalem frei zu besuchen, sofern sie auf Gewaltanwendung verzichteten. Im Lauf der folgenden Jahrhunderte wählten aber viele griechische Patriarchen von Jerusalem als ihren Wohnsitz Konstantinopel, besonders seitdem seit 1517 die Türken über Jerusalem herrschten; sie fühlten sich sicherer in der Nähe christlicher Schutzmächte; als letzter dieser starb 1844 in Konstantinopel Athanasius V.; sein Nachfolger Kyrillos II. wurde 1846 in Jerusalem gewählt von den Hagiotaphiten, Αγιωταφιτοι, der Bruderschaft vom Heiligen Grab, die um 1560 durch den Patriarchen Germanus gegründet worden war, um die Heiligen Stätten für die ganze Orthodoxie zu verwalten, also als Gegenstück zur Custodie der Franziskaner für die lateinische Kirche. Durch den Einfluss Russlands waren auch sie erstarkt, in einer Zeit, in der fast jedes der europäischen Reiche seinen religiösen und politischen Einfluss in Jerusalem geltend zu machen suchte, die Zeit in der auch der Kirchenstaat und die katholische Kirche es für opportun hielten, das lateinische Patriarchat wieder aufleben zu lassen.

Bis zum Untergang der Kreuzfahrerherrschft durch die Eroberung von Ptolemais / Akko 1291, residierten die lateinischen Patriarchen von Jerusalem, nach einigen Jahren in Tyros, dort in Ptolemais, Akko. 1225 - 1238 war Patriarch Gerold von Valence der letzte auffallend tüchtige von ihnen. 1255 - 1261 war Jacques Pantaléon als Patriarch Jacobus im Amt, bis er zum Papst Urban IV. gewählt wurde. Von 1294 bis 1305 war Radulphus II., von 1305 bis 1310 Antonius Patriarch, aber ihr Amtssitz war, seit dem Verlust von Akko 1291, nach Zypern und schließlich nach Rom verlegt worden. Ab 1310 hat der Papst nur noch Titular-Patriarchen von Jerusalem ernannt und ihnen die Residenz an der Patriarchalkirche San Lorenzo fuori le mura in Rom zugewiesen. Der letzte Titularpatriarch von Jerusalem war Agosto Forculo, der, auf Bitten des Papstes Pius IX. (7. Februar 1878/16), 1847 resignierte, um den Platz freizumachen für die Ernennung eines neuen lateinischen Patriarchen für Jerusalem.

Als der heilige Franziskus von Assisi (4. Oktober 1226/1), nachdem sein erster Versuch, ins Heilige Land zu pilgern, 1212 in einem Seesturm gescheitert war, er dann 1217 seinen Bruder Elias nach Akko sandte und zwei Jahre später persönlich den zweiten Versuch wagte, mit dem eigentlichen Ziel, die Moslems zum Christentum zu bekehren, und auf seiner Pilgerfahrt ins Heilige Land, mit 12 Mitbrüdern, im Sommer 1219 in Akko ankam, zog er allein weiter und traf in Damiette in Ägypten beim Kreuzfahrerheer ein. Dort musste er feststellen, dass diese total unchristlich lebten und nur auf Macht und Gewalt vertrauten; am 29. August erlebte Franziskus mit, dass bei einem Überfall durch die Truppen des Sultans, 6000 Kreuzfahrer umkamen. Er versuchte erfolglos, die Kreuzfahrer zu bekehren und wandte sich dann den Moslems zu. Er ging heimlich, mit nur einem Mitbruder, dem Bruder Illuminatus, durch das Niemandsland zwischen den Fronten und fragte sich zum Sultan durch. Am 26. September 1219 wurde er von Malik al-Kamil empfangen. Er konnte sich, über Dolmetscher, verständlich machen und der Sultan hörte seine christliche Glaubensverkündigung mehrere Tage lang aufmerksam an. Zu einem Religionswechsel konnte er sich nicht durchringen, weil er sonst nur Gewalttätigkeit von christlichen Feinden erlebt hatte. Aber er versprach dem Heiligen, dass dieser selber und die wie er gekleideten Brüder, in seinem gesamten Machtbereich ungehindert auftreten dürften, wenn sie nur auf Gewaltanwendung verzichteten. Franziskus zog wieder ins Heilige Land und hielt sich mehrere Monate in Jerusalem auf. Er kehrte 1220 zurück nach Italien. Er begann Brüder auszuwählen, die bereit waren, unter den bekannten Bedingungen, ins Heilige Land zu gehen und sich dort an den heiligen Stätten nieder zu lassen. So kamen die ersten Franziskaner nach Jerusalem und ließen sich am Abendmahlssaal, Coenaculum, auf dem Sionsberg nieder. Mehrmals vertrieben, konnten sie immer wieder zurückkehren und viele Heilige Stätten besiedeln. Als 1517 Soleiman für die Türkei die Heilige Stadt, für die nächsten 400 Jahre, eroberte, wurden 1551 die Franziskaner aus ihrem Kloster beim Abendmahlssaal vertrieben. Auf der Suche nach einer neuen Zentrale gelang es ihnen 1559, von den Georgiern deren altes Klostergelände zu erwerben, das im Jahr 430 dort von dem Mönch Petros dem Iberer, Georgier, gegründet worden und von Kaiser Justinian großzügig dotiert und erweitert worden war. Dieses Gelände und Kloster ist seit 1559 Mutterkloster der Franziskaner im Heiligen Land und noch heute der Sitz der Custodie vom Heiligen Land, inzwischen voll gebaut mit heiligen und praktischen Dingen dienenden Gebäuden. Der Franziskanerpater Custos war bis 1847 allein päpstlicher Statthalter und Delegat für das gesamte lateinische Patriarchat, nämlich das Heilige Land, Zypern und Unterägypten, bis Persien, Irak und Syrien; einige Aufgaben musste er 1847 an den neuen lateinischen Patriarchen abgeben. Die Grundstruktur aber der seit dem 13. Jahrhundert bestehenden Dienste als Custodes, Wächter und Schützer des Heiligen Landes bleibt bis heute. Der Pater Custos verwaltet die Custodie mit seinem Rat; der Custos ist immer ein Italiener, der Stellvertreter Franzose oder Spanier, die weiteren sechs Ratsmitglieder gehören verschiedenen Nationalitäten an (Im Jahre 2006 waren es ein Deutscher, ein Pole, ein Mexikaner, ein US-Amerikaner, ein Syrer und ein Italiener.) Von 1336 bis 1562 waren die Franziskaner die einzigen Eigentümer des Abendmahlssaales, der Grabeskirche mit Kalvaria, des Mariengrabes im Kidrontal und der Geburtskirche in Bethlehem. Die Zusammenarbeit mit den anderen orientalischen Kirchen war meist sehr gut, so dass jeder nach seinem Ritus liturgische Gottesdienste feiern konnte, unter Koordination der Custodie. Nach dem Untergang des byzantinischen Kaiserreiches 1456 begann die Herrschaft Mohammeds II., der 1463 einen Erlass erließ, nach dem der griechische Patriarch von Konstantinopel das geistliche und weltliche Oberhaupt aller Christen im neuen mulimischen Staat war. So pilgerten immer mehr Griechen nach Jerusalem und verdrängten allmählich die dort einheimischen Christen aus allen Führungsämtern. 1633 veröffentlichte Patriarch Theophanius eine gefälschte Urkunde, Firman, nach der Kalif Omar 638 den Griechen allein die Eigentumsrechte an der Geburtsgrotte in Bethlehem und in Jerusalem am Kalvarienberg und dem Salbungsstein festgeschrieben wurden. 1676 erschien ein weiterer Firman, nach dem die gesamte Grabes- und Auferstehungskirche den Griechen zustehe. Proteste halfen wenig, außer dass 1690 in einem neuen Firman den Franziskanern der Custodie ihre alten Rechte wieder zuerkannt wurden. Von der Zeit an kam sehr viel darauf an, welche Verträge die christlichen Westmächte mit der Hohen Pforte zugunsten ihrer Schützlinge im Heiligen Land abschlossen. Zwischen 1690 und 1719 erreichten die Franziskaner 7 Firmane gegen den Druck der Griechen. Ostern 1767 wurden die Franziskaner in der Grabeskirche tätlich angegriffen und zugleich beschuldigt, die Unruhen provoziert zu haben; daraufhin wurde keine Untersuchung angeordnet, sondern ein neuer Firman legte fest, dass den Griechen die Basilika in Bethlehem und das Mariengrab im Kidrontal gehörte und dass nur bestimmte Teile der Grabes- und Auferstehungskirche den Franziskanern zugesprochen wurden. Dieser festgeschriebene Zustand, Status Quo, von 1767 wurde 1862 noch einmal offiziell bestätigt. Immer wieder begonnene Versuche, alle Fragen friedlich zu klären, vor allem seit 1917 wieder eine christliche Großmacht das Mandatsgebiet übernommen hatte, scheiterten. Als die Grabes- und Auferstehungs-Basilika um 1965 so baufällig wurde, dass die statischen stützenden Gerüste, Maßnahmen der britischen Mandatsmacht, den Einsturz kaum noch verhindern konnten, fanden sich die beteiligten drei Großkirchen endlich bereit zu den notwendigen Absprachen und der zeitgleichen und ausgewogenen Durchführung der Restaurierungs- und Renovierungsmaßnahmen, letztere aber wieder jeder auf seinem Territorium, ohne Rücksicht auf das Ganze.

Die Union von Florenz, auf dem Konzil 1439, die beschlossene Wiedervereinigung von Konstantinopel und Rom, wurde auch in Jerusalem theoretisch angenommen, aber auch dort nicht verwirklicht. Seit 1724 gibt es ein griechisch-katholisches Patriarchat von Antiochien, dessen Patriarchalvikar in Jerusalem residiert und die einen Bischof in Haifa und einen in Amman hat.

Am 23. Juli 1847 errichtete Papst Pius IX. (7. Februar 1878/16) wieder neu das lateinische Patriarchat von Jerusalem mit Residenz in Jerusalem. Der Custos der Franziskaner musste einen Teil der von ihm von 1187 bis 1847 wahrgenommenen Jurisdiktionsrechte und liturgischen Repräsentationsaufgaben an den neuen Patriarchen abgeben.
Am 17.Mai 1847 ernannte Papst Pius IX. (7. Februar 1878/16) den erst 34-jährigen Priester Giuseppe Valerga und erteilte persönlich ihm die Bischofsweihe am 10. Oktober 1847. Am 16. Januar 1848 hielt er seinen Einzug in Jerusalem. Er war ein außerordentlich tatkräftiger Oberhirt, der bis zu seinem Tod, am 2. Dezember 1872, segensreich gewirkt hat. In vielen Sprachen konnte er zuhören und mitreden, von Hause aus Italienisch, dazu Französisch, Lateinisch, Griechisch, Hebräisch und Arabisch schon auf der Universität, später dazu Türkisch, Kurdisch und Chaldäisch. Von 1854 bis 1857 erbaute er in Bet-Djala bei Bethlehem sein Priesterseminar für Weltpriester und vertraute die Ausbildung den Weißen Vätern des französischen Kardinals Lavigerie an. 1860 Er übernahm etwa 100 Meter von der Custodie in der Nordwestecke der Altstadt ein Gelände, in dem er seine geräumige Residenz erbaute. Da die Grabes- und Auferstehungskirche des Herrn die Kathedrale ist, diese aber auch von vier orthodoxen Kirchen benutzt wird, von den Griechen, den Armeniern, den Syrern und den Kopten, ist eine Pro-Kathedrale nützlich; traditionell ist das die Kirche der Custodie, dem Allerheiligsten Erlöser, Salvator, geweiht, wie in Rom die Lateranbasilika auch. Am neuen Patriarchalsitz die neu erbaute Kirche, seine Kathedrale also, nannte er ebenfalls Co-Kathedrale, weihte sie aber, zum Unterschied der Franziskaner-Co-Kathedrale, dem Heiligsten Namen Jesu. Der neue Patriarch ließ die Franziskaner-Co-Kathedrale vom Heiligen Slavator im Obergeschoss der Custodie neu errichten und konnte sie 1872 noch einweihen; außerdem errichtete er fünf caritative Institute und, von 1852 bis 1869, elf neue Pfarreien, nämlich Beth-Djala, Beth-Sahur, Jifna, Lod, Ramallah, Taybeh, Bir Zeit, Nablus, As Salt, Shafamr und Yafet an-Naasera.
Sein Nachfolger wurde Vincenzo Bracco (1873 - 1889). Kaum zum Priester geweiht wurde er 1860 ins Patriarchat Jerusalem gesandt und wirkte im Priesterseminar als Philosophieprofessor und Spiritual. Am 13. Mai 1866 wurde er zum Weihbischof für Jerusalem geweiht, durch Patriarch Valerga, einen italienischen und einen armenischen Bischof. Er war aber zugleich auch Generalvikar und blieb Regens des Priesterseminars. Am 21. März 1873 erfolgte seine Ernennung zum Patriarchen. Er starb an einer Lungenentzündung und wurde neben seinem Vorgänger an der Patriarchalbasilika beigesetzt.
Dessen Nachfolger war der Franziskaner Luigi Piavi (1889 - 1905), der 1876 die Bischofsweihe empfangen hatte und am 18. Oktober 1873 zum Patriarchen ernannt wurde.
Ihm folgte Filippo Kardinal Camassei (1907 - 1919). 1904 wurde er zum Bischof geweiht für das Erzbistum Naxos, Andros, Tinos und Mykonos in Griechenland. Am 6. Dezember 1906 wurde er zum Patriarchen von Jerusalem ernannt und trat kurz darauf sein Amt an. Am 15. Dezember 1919 wurde er in das Kardinalskollegium aufgenommen, am selben Tag verzichtete er auf sein Amt als Patriarch. Er entschlief am 18. Januar 1921 in Jerusalem.
Dessen Nachfolger wurde Luigi Barlassina (1920 - 1947). Am 9. August 1918 wurde er zum Weihbischof für Jerusalem ernannt und am 18. März 1920 zum Patriarchen.
Es folgte wieder ein Franziskaner, nämlich Alberto Gori (1949 - 1970). 1914 wurde er zum Priester geweiht. Am 21. November 1949 wurde er zum Patriarchen von Jerusalem ernannt und erhielt am darauf folgenden 27. Dezember die Bischofsweihe. Er entschlief in Jerusalem am 25. November 1970. In seiner Amtszeit erlebte die Kirche den ersten Besuch eines Papstes in der Heiligen Geburtsstadt der Kirche, als vom 4. bis 6. Januar 1964 Papst Paul VI. Jerusalem und das Heilige Land besuchte.
Als letzter Italiener folgte diesem nach Giacomo Giuseppe Beltritti (1970 - 1988), der in Jerusalem die Priesterweihe erhielt am 15. April 1933. Am 21. September 1965 wurde er zum Coadjutor mit dem Recht der Nachfolge für Jerusalem ernannt und am 10. Oktober danach zum Bischof geweiht. Am 25. November 1970 trat er die Nachfolge an. Am 11. Dezember 1987 trat er in den Ruhestand. Er entschlief in Jerusalem am 1. November 1992.

Bis 1987 blieb es Tradition, dass ein Italiener zum Patriarchen ernannt wurde. Nach dem 2. Vatikanischen Konzil hat Papst Paul VI. aus Gründen der Förderung der ökumenischen Bestrebungen im Jahr 1969 mehrere alte ostkirchliche katholische Konkurrenz-Patriarchate der mit Rom Unierten abgeschafft und er überlegte auch, das lateinische Patriarchat Jerusalem, als ein Kreuzfahrerrelikt, aufzulösen. Er hat sich aber überzeugen lassen, dass besonders in Jerusalem für die lateinischen Katholiken der päpstlich ernannte Patriarch auch ökumenisch eine hohe Bedeutung hat.

Als Patriarch Giacomo Beltritti auf sein Amt verzichtete, ernannte Papst Johannes-Paul II. am 11. Dezember 1987 den in Nazaret geborenen Palästinenser Michael Sabbah zum Patriarchen. Er wurde am 6. Januar 1988 zum Bischof geweiht und leitet seine große Patriarchaldiözese, unter riesengroßen politischen Schwierigkeiten, mit großem Geschick.
Schon unter seinen Vorgängern gab es für das Gebiet des Staates Israel einen eigenen Weihbischof, der in Nazaret residierte. Am 3. Juli 1993 wurde für die israelischen Katholiken ernannt der in Nazaret residierende Weihbischof Giacinto-Boulos Marcuzzo, Titularbischof von Emmaus.
Am 9. November 2003 wurde, erstmals seit der frühen Kirchengeschichte, ein Judenchrist zum Weihbischof in Jerusalem für die hebräisch sprechenden Katholiken, die seit etwa 1955 in der Jakobusgemeinde, Oeuvre Saint Jaques, genannt nach dem ersten Bischof von Jerusalem, einem Bruder des Herrn, zusammengeschlossen waren, ernannt, nämlich der aus der Küstenstadt Oran in Algerien gebürtige Konvertit aus dem Judentum, Jean-Baptiste Gourion, der 24-jährig konvertierte, 1976 in Israel immigrierte und dort für die Jakobusgemeinschaft die Benediktinerabtei in Abu Gosh, einer uralten Kleinstadt westlich von Jerusalem, gründete und als Abt leitet, wurde konsekriert als Titularbischof von Lydda/Lod.
In seine Amtszeit fiel der zweite Papstbesuch in Jerusalem, als Papst Johannes-Paul II. vom 20. bis 26. März 2000 das Heilige Land und die Heilige Stadt als Pilger besuchte.


2. † am Montag, dem 3. Mai 286, wurden in Antinoe in der Thebäis zu Blutzeugen, die heiligen Märtyrer Timotheos und Maura. Das Ehepaar stammte aus Thebe; Timotheos war Lektor und hatte daher auch die heiligen Schriften, Bibel und Liturgie, in Ordnung zuhalten; in der Verfolgung weigerte er sich, diese, wie befohlen, zum Verbrennen abzugeben: Es wird berichtet, dass sie, nach schweren Folterungen, zu einem besonders langsamen Sterben am Kreuz verurteilt wurden, einander gegenüber am Kreuz hingen und erst nach neun Tagen ihren Geist aufgeben durften, dem Vater im Himmel und der Kirche auf Erden, so wie Christus am Kreuz (Joh 19, 30).

3. † wohl an einem 3. Mai um 115 wurden in Rom, an der Via Nomentana, am siebten Meilenstein vor der Stadt, beigesetzt, die heiligen Märtyrer Eventius, Alexander und Theodul. An der überlieferten Stelle wurden 1855 Reste einer halb unterirdischen Coemeterialkapelle mit anschließenden Grabstollen gefunden.
Eventius und Theodul, Θεου δουλος Gottes Diener, waren Priester in Rom; Theodul war nach dem Liber Pontificalis Diakon. Im römischen Messbuch wurde, bis zur neuesten Liturgiereform, am 3. Mai vierer Heiliger gedacht, der o.a. drei Märtyrer und dazu des heiligen Juvenalis, Bischofs von Nardi, der jetzt getrennt gleich folgend genannt wird.
Noch im Martyrologium Romanum 1956 wurde der hier genannte Märtyrer Alexander als Papst (107 - 116) und zwar als erster seines Namens bezeichnet; das neue Martyrologium Romanum 2004 enthält den Papst Alexander I. überhaupt nicht mehr und setzt diese drei Märtyrer ins 3. oder 4. Jahrhundert
Nach neueren Erkenntnissen werden unter dem Namen Alexander wahrscheinlich zwei gleichnamige Heilige zusammengefasst, die etwa gleichzeitig gelebt haben, nämlich Papst Alexander I. und ein Märtyrer gleichen Namens. Nach dem Liber Pontificalis war Papst Alexander von Geburt Römer, aus der Gegend am Esquilin, zur Zeit des Kaisers Trajan (107 - 116). Er führte die Segnung des zur Häuserweihe bestimmten Weihwassers ein: Wasser mit Beigabe von etwas Salz. Es ist die älteste Erwähnung einer Segnung von Wasser, abgesehen von der Taufwasserweihe. Im römischen Messkanon wird er als Märtyrer genannt. Dieser heilige Papst Alexander I. hat nach der Überlieferung den heiligen Tribun Quirinus (30. April im 3. Jahrhundert/3) und dessen Tochter Balbina (31. März/2) getauft, die beide den Martertod erlitten.
Zum Papst Alexander I. siehe auch 29. Juni, 1/3

4. † an einem 3. Mai, um 376, entschlief in Narni in Umbrien, der heilige Bischof Juvenalis, der als erster Bischof dieser Stadt genannt wird. Es wird erzählt, er sei Arzt gewesen und habe dann als Bischof 70 Jahre lang die Kirche gut geleitet.

5. † am Freitag, dem 3. Mai 519, entschlief in Kildare, in Irland, der heilige Bischof Conleth, der mit der heiligen Brigida (1. Februar 525/4) zusammenarbeite bei der geistlichen Leitung ihres Klosters, der auch anderer Klöster in seinem Bistum sich annahm und der auch bei seinen führenden Geistlichen hohes Ansehen besaß.

6. † am Freitag, dem 3. Mai 922, entschlief auf Argo in Griechenland, der heilige Bischof Petros, der höchste liebevolle Sorge für Arme und Sklaven zeigte und ständig bemüht war, der Einigkeit im Glauben zuliebe, doch gefälligst Streitereien beizulegen.

7. † am Mittwoch, dem 3. Mai 1010, entschlief im von ihm gegründeten Kloster Hohorst bei Amersfort, der heilige Bischof Ansfrid, Bischof von Utrecht, als er erblindet war und sein Amt, nach 15 Jahren, nicht mehr recht wahrnehmen konnte; er hatte auch gestiftet die Petrusabtei in Utrecht und in Thorn ein Kanonissen-Stift; begraben liegt er in seiner Kathedrale Sankt Martin in Utrecht.

8. † am Samstag, dem 3. Mai 1074, entschlief in Kiew (Kyjiv), der heilige Abt Theodosios Petsjerski, gebürtig aus Kursk, ein Schüler des heiligen Eremiten Antonios Petsjerski (7. Mai 1073/6) im von ihm gegründeten Höhlenkloster am Dnjepr, das Petchersk genannt wurde und das erste seiner Art dort war, nämlich eine LauraEine Laura (von griech.„Λαύρα, enge Gasse”) ist eine Art Einsiedlergemeinschaft, bei der die Mönche während der Wochentage jeweils für sich alleine in Höhlen lebten und nur am Wochenende zur Feier der „Göttlichen Liturgie”, zum Gebet, zum gemeinsamen Mahl und zum brüderlichen Beisammensein zusammenkommen. aus Erdgrotten, die das Vorbild für alle Lauren wurde; er reformierte dort das Klosterleben, nach der Ordnung der Studiten in Konstantinopel, wo er zuerst eingetreten war.

9. † am Freitag, dem 3. Mai 1314, entschlief in Vercelli, südlich der Alpen, die selige Jungfrau Emilia Bicchieri, die aus der Familie der Borromini stammte; als sie das Ordensleben dem Eheleben vorzog und in diesem Vorsatz Ausdauer zeigte, baute ihr Vater für sie Kloster in Vercelli und gab sie frei für das Ordensleben als Dominikanerin; sie war mehrmals Priorin, aber hat immer die niedrigsten Dienste im Hause mit größter Freude geleistet.

10. † am Sonntag, dem 3. Mai 1489, entschlief im Ort Kasimir, Kazimiercz in Polen, der selige Priester Stanislaw, ein Regular-Kanoniker, der, aus Liebe zur Seelsorge, ein eifriger Diener des Wortes Gottes, ein Meister des geistlichen Lebens und ein viel gesuchter Beichtvater war.

11. † am Sonntag, dem 3. Mai 1903, entschlief in Segusia, im Alpenvorland, der selige Bischof Eduardo Giuseppe Rosaz, 73 J., gebürtig aus der uralten Stadt Susa im gleichnamigen Tal nahe der Grenze zu Frankreich; 1854 wurde er zum Priester geweiht und gleich zum Kanoniker an der Kathedralkirche seiner Heimatstadt angestellt; 1872 ging er zufuß nach Savona, um die heilige Gründerin Maria Giuseppina Rossello (7. Dezember 1880/8) in ihrem Mutterhaus wieder, wie schon oft, zu beraten; 1877 entschlief der Bischof von Susa und am 24. Februar 1878 wurde der vom Papst Pius IX. ernannte Eduardo in der Kathedrale zum neuen Bischof geweiht. 25 Jahre lang hat er mit apostolischem Eifer die ihm anvertraute Herde geleitet, allen anderen aber die Armen vorgezogen. Noch im ersten Jahr als Bischof begann er mit der Gründung seiner Schwesterngemeinschaft, die ihm das vielfältige sozial-karitative Helfen erst ermöglichte, nämlich die Suore Terziarie Francescane di Susa, Drittordensschwestern vom heiligen Franziskus, Susa, in zwischen umbenannt in Suore Francescane Missionarie di Susa, Missions-Franziskanerinnen von Susa. So konnte er nach Aussaat guten Samens, sogar etwas von der Ernte für das Reich Gottes sehen.

12. † am Freitag, dem 3. Mai 1912, entschlief in Sherbrooke, Quebec in Kanada, die selige Jungfrau und Ordensschwester Marie Léonie Paradis, Alodie-Virginie Paradis, 72 J., geboren in L’Acadie, Quebec, die schon 13-jährig bei den Marianischen Kreuzschwestern, Marianite Sisters of the Congregation of the Holy Cross, eintrat und drei Jahre später ihre Ewigen Gelübde ablegte; 20 Jahre später, 1877, gründete sie in Memramcook, Nebraska, die Poor Sisters of the Holy Family, Kleinen Schwestern von der Heiligen Familie, die hauptsächlich die Haushaltsführung in Männerklöstern und Priesterseminaren übernehmen. Papst Johannes-Paul II. hat sie am 11. September 1984 in Montreal seliggesprochen.


aus dem MARTYROLOGIUM ROMANUM 2004 übersetzt und in vielen Teilen ergänzt
von † Klaus Martin Reichenbach, Priester der Erzdiözese Köln




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Autor: Klaus Martin Reichenbach - zuletzt aktualisiert am 04.08.2016
korrekt zitieren:
Klaus Martin Reichenbach: Artikel
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