Ökumenisches Heiligenlexikon

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22. Oktober

1. † am Donnerstag, dem 22. Oktober 156, entschlief in Jerusalem, der heilige Bischof Markos, der als erster aus den Heidenchristen die Kirche von Jerusalem begann zu leiten, die er, nachdem sie vor den Schrecken auseinander gestoben war, im Glauben und mit Eifer wieder begann zusammenzuführen.
Siehe auch 3. Mai, 1/6

2. † an einem 22. Oktober im 3. Jahrhundert, entschlief in Hierapolis in Phrygien, der heilige Bischof Aberkios, ein Schüler Christi des Guten Hirten, der in seiner eigenen Grabinschrift berichtet, dass er den Glauben als Pilger in mehreren Gegenden verbreitet hat und dass er durch geheimnisvolle göttliche Nahrung ernährt worden ist.
Diese berühmte Aberkios-Inschrift aus dem Jahr 216 ist 1883 vom britischen Archäologen W. Ramsay bei Synnada in Phrygien aufgefunden und das Original vom Sultan dem Papst Leo XIII. geschenkt worden, der sie im Lateranmuseum, heute in die Vatikanischen Museen integriert, ausstellen ließ. Aberkios beschreibt sein Leben als Christ und bezeugt die Gegenwart Christi im Altarssakrament, dem Μυστηριον Geheimnis des Glaubens.

Εκλεκτης πολεως ο πολειτης τουτ εποιησα
ζων ιν εχω καιρω σωματος ενθα θεσιν
ουνομ Αβερκιος ων ο μαθητης ποιμενος αγνου
ος βοσκει προβατων αγελας ορεσιν πεδιοις τε
οφθαλμους ος εχει μεγαλους παντη καθορωντας
ουτος γαρ μ εδιδαξε τα ζωης γραμματα πιστης
ΕΙΣ ΡΩΜΗν ος επεμψεν ΕΜΕΝ ΒΑΣΙΛειαν αθρησαι
ΚΑΙ ΒΑΣΙΛΙΣσαν ιδειν χρυσοσΤΟΛΟΝ ΧΡυσοπεδιλον
ΛΑΟΝ Δ ΕΙΔΟΝ εκει λαμπραν ΣΦΡΑΓΕΙΔΑΝ Εχοντα
ΚΑΙ ΣΥΡΙΗΣ ΠΕδον ειδα ΚΑΙ ΑΣΤΕΑ ΠΑντα Νισιβιν
ΕΥΦΡΑΤΗΝ ΔΙΑβας πανΤΗ Δ ΕΣΧΟΝ ΣΥΝΟμιλους
ΠΑΥΛΟΝ ΕΧΟΝ ΕΠΟ ΠΙΣΤΙΣ παντη δε προηγε
ΚΑΙ ΠΑΡΗΘΗΚΕ τροφην ΠΑΝΤΗ ΙΧΘΥΝ Απο παγης
ΠΑΝΜΕΓΕΘΗ ΚΑΘαρον ον ΕΔΡΑΞΑΤΟ ΠΑΡΘενος αγνη
ΚΑΙ ΤΟΥΤΟΝ ΕΠΕδωκε φιΛΟΙΣ ΕΣΘιειν δια παντος
οινον χρηστον εχουσα κερασμα διδουσα μετ αρτου
ταυτα παρεστως ειπον Αβερκιος ωδε γραφηναι
εβδομηκοστον ετος και δευτερον ηγον αληθως
ταυθ ο νοων ευξαιθ υπερ Αβερκιου πας ο συνωδος
ου μεντοι τυμβω τις εμω ετερον τινα θησει
ει δ ουν Ρωμαιων ταμειω θησει δισχιλια χρυσα
και χρηστη πατριδι Ιεροπολει χειλια χρυσα
Bürger einer auserwählten Stadt, errichtete
ich dieses Mal zu Lebzeiten, damit ich bei Zeit hier eine Ruhestatt für den Leib habe.
Ich heiße Aberkios, bin Schüler des Heiligen Hirten,
der Schafherden weidet auf Bergen und Fluren,
der große, alles sehende Augen besitzt;
dieser lehrte mich verlässliche Wissenschaft,
er, der mich nach Rom sandte, um das Reich kennen zu lernen
und die mit goldenem Gewand und goldenen Sandalen bekleidete königliche Frau zu sehen.
Ich sah aber auch das Volk dort mit strahlendem Siegel.
Auch sah ich Syriens Ebene und alle Städte, Nisibis
jenseits des Euphrat. Überall fand ich Glaubensgefährten,
Paulus, überall war der Glaube mein Führer
und reichte mir überall den Fisch aus der Quelle zur Speise,
den reinen, welchen die heilige Jungfrau fing;
und ihn gab er den Freunden zur Speise,
indem er heilsamen Wein nach dem Brot ihnen darreicht.
In meiner Gegenwart ließ ich, Aberkios, dies einmeißeln.
Ich stehe nun im 72. Jahre.
Möge jeder Weggefährte, der dies liest, für Aberkios beten.
Es soll niemand in mein Grab einen anderen legen;
tut es einer doch, so zahle er dem Schatzmeister der Römer zweitausend
und meiner lieben Vaterstadt Hieropolis tausend Denare in Gold.

3. † am Sonntag, dem 22. Oktober 304, wurden in Hadrianopolis, in Thrakien, Edirne in der Türkei, zu Blutzeugen, der heilige Bischof und Märtyrer Philippos, Bischof von Heraclea, und der heilige Diakon und Märtyrer Hermes: Als Kaiser Diokletian, zu Anfang seiner Verfolgung, die Kirche zu schließen und alle heiligen Geräte und Bücher auszuliefern und der Statthalter Justinos ihm sagte, was der Kaiser von ihm forderte, antwortete er, dass er nicht zu verschenken das Recht habe, noch er es zu erhalten; daraufhin wurde er mit seinem Diakon im Kerker ausgepeitscht und anschließend wurden beide im Feuer verbrannt.

4. † an einem 22. Oktober anfangs 4. Jahrhundert, entschlief in Rouen, der heilige Bischof Mallonus, der nach der Überlieferung, der erste Glaubensbote und der erste Bischof dieser Stadt gewesen ist.

5. † an einem 22. Oktober im 4. Jahrhundert, wurde unweit von Besançon umgebracht, der heilige Märtyrer Valerius, Diakon der Kirche von Langres.

6. † an einem 22. Oktober um 684, wurde in Châlons-sur-Marne enthauptet, der heilige Abt Lupentius, Saint Louvent, Abt an der Basilika des heiligen Privatus (21. August, um 407/8), in der Landschaft Gevaudau im Languedoc, der vom Grafen der Stadt namens Innocentius, vieles ertragen hat und schließlich enthauptet worden ist.

7. † an einem 22. Oktober im 7. Jahrhundert, entschlief in Auch, im Aquitaine, der heilige Bischof Leotadius.

8. † am Montag, dem 22. Oktober 731, entschlief in der Abtei Berceto bei Parma, in der Lombardei, der heilige Bischof Moderanus, der 15. Bischof von Rennes.

9. † am Donnerstag, dem 22. Oktober 845, kamen in Nantes, in der Bretagne, an, die dorthin übertragenen Reliquien des heiligen Mönchs Benedictus, Benoit, der die Abtei Massérac gründete und in ihr ein Eremitenleben geführt hatte nach der Regel des heiligen Columban (23. November 615/2). Er war gebürtiger Grieche aus Patras, in seiner Begleitung waren seine Schwester Avenia und neun Gefährten. Er wurde gut aufgenommen vom Bischof Alain von Nantes († um 822) und nach seinem Tod aus seinem Kloster in die Kathedrale von Nantes überführt.

10. † am Donnerstag, dem 22. Oktober 851, wurden in Huesca, in Aragon mit dem Schwert hingerichtet, die beiden Schwestern, Jungfrauen und Märtyrinnen Nunilo und Alodia, deren Vater nicht Christ war, die aber von der Mutter christlich erzogen wurden; in der Verfolgung verweigerten sie den Glaubensabfall und wurden deswegen, gemäß Dekret des Emirs Abd ar-Rahman II. von Cordoba, nach langer Kerkerhaft durch das Krummschwert hingerichtet.
Siehe auch 3. Juni, 9/nach 12

11. † an einem 22.Oktober, um 875, entschlief in Fiesole in der Toskana, der heilige Bischof Donatus Scotus, berühmt wegen seiner Frömmigkeit und seines Wissens, der aus seiner irischen Heimat als Rompilger unterwegs war und dieser Stadt durch Gottes Vorsehung als hervorragender Hirten geschenkt worden ist, der 47 Jahre seiner Kirche dort gedient hat, auch nach den schweren Zerstörungen durch die Normannen und durch die Kaiser auf ihren Kriegszügen.

Berlin: Contardo Ferrini, 17. Oktober 1902/16


aus dem MARTYROLOGIUM ROMANUM 2004 übersetzt und in vielen Teilen ergänzt
von † Klaus Martin Reichenbach, Priester der Erzdiözese Köln




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Autor: Klaus Martin Reichenbach - zuletzt aktualisiert am 24.09.2015
korrekt zitieren:
Klaus Martin Reichenbach: Artikel
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