Ökumenisches Heiligenlexikon

Einführung Verzeichnis der Übersichten

21. August

1. † am Donnerstag, dem 20. August 1914/9, entschlief in Rom an Sankt Peter der heilige Papst Pius X., 79 J. Geboren in Riese, Treviso, als Giuseppe Sarto, wurde er 23-jährig zum Priester geweiht, 1875 Spiritual am Priesterseminar, 1984 Bischof von Mantua und 1893 Patriarch von Venedig. Am 4. August 1903 wurde er zum Papst gewählt, nachdem die Wahl von Kardinal Rampolla durch das Veto des Kaisers von Österreich hinfällig geworden war. Seinem Wahlspruch omnia instaurare in Christo, alles in Christus ordnen (Eph 1, 10) entsprechend, wurde er ein Reformpapst. In politischen Dingen hatte er eine wenig glückliche Hand, dafür bewegte er desto mehr im Leben der Kirche. Für die Klerusausbildung erließ er strenge Weisungen, sowohl was theologische als aszetische Fragen angeht. 1905 hat er den Pfarrer von Ars programmatisch seliggesprochen (den Pius XI. 1925 heiliggesprochen und 1929 zum Patron der Pfarrer bestimmt hat). Die vollständige Erneuerung des Kirchenrechts hat er begonnen und gefördert, aber es konnte erst von seinem Nachfolger 1917 veröffentlicht und dann zu Pfingsten 1918, für die ganze Weltkirche geltend, verpflichtend eingeführt werden. In der Liturgie revidierte er Missale und Brevier. Besonders fruchtbar waren in seiner Zeit die Folgen seiner Kommuniondekrete, nach denen die häufige, ja tägliche Kommunion, als volle Teilnahme am heiligen Messopfer, empfohlen und das Alter für den Empfang der Erstkommunion deutlich herabgesetzt wurde. Der Misserfolg seiner Bemühungen um das Verhindern des Ersten Weltkriegs, durch die Kriegserklärungen vom 1. - 4. August 1914, haben ihm das Herz gebrochen. Papst Pius XII. hat ihn 1951 selig- und 1954 heiliggesprochen.

2. † an einem 21. August um 300, unter Kaiser Maximinian Herculeus und dem Statthalter Eutholomaios, Ευθολομαιος, wurden, an verschiedenen Orten, zur Zeit der Christenverfolgung, zu Blutzeugen Christi:
• der heilige Patrizier und Märtyrer Agathonikos, Αγαθονικος, ein christlicher Bürger von Nikomedia, Νικομηδεια, Izmit, der seine heidnischen Mitbürger feurig und überzeugend den wahren Glauben lehrte, wurde gefangen genommen und gefesselt nach Byzanz, Βυζαντιον, gebracht, von dort weiter nach Thrakien bis nach Silybria, Σιλυβρια, wo er und seine noch überlebenden Gefährten vor dem Kaiser persönlich grausam gefoltert und schließlich enthauptet wurden;
• der heilige Philosoph und Märtyrer Zotikos, Ζωτικος, wurde in Karpe, Καρπη, verhaftet, seine christlichen Studenten wurden dort gekreuzigt, er selber nach Nikomedien verbracht; weiter unterwegs nach Byzanz ist er an Erschöpfung und infolge der erlittenen Verwundungen gestorben; und ihre Gefährten
• der heilige Märtyrer Princeps, Fürst, in Nikomedien aufgegriffen, wurde mit Agathonikos in Silybria gefoltert und enthauptet;
• der heilige Märtyrer Theoprepios, Θεοπρηπιος, wurde in Nikomedien verhaftet und starb unterwegs nach Byzanz;
• der heilige Märtyrer Acyndinos, Ακυνδινος, ebenfalls in Nikomedien aufgegriffen starb ebenfalls an Erschöpfung unterwegs;
• der heilige Märtyrer Severian, Σευεριανος, ebenfalls in Nikomedien verhaftet, wurde bei Chalkedon, Χαλκεδον, ermordet;
• der heilige Märtyrer Zeno, Ζενον, und viele weitere Gefährten der heiligen Märtyrer um Agathonikos, wurden bis Silybria verschleppt und dort, vor dem Kaiser persönlich, gefoltert und schließlich mit dem Schwert enthauptet.
Im Jahr 1922 wurden die Griechen aus der Türkei vertrieben; sie nahmen die Reliquien dieser hochverehrten Märtyrer mit nach Kavala in Griechenland, wo sie weiter verehrt werden.

3. † an einem 21. August um 300, entschlief in Rom, die heilige Cyriaca, die auf dem Agro Verano beigesetzt wurde, aber an der Via Tiburtina der Kirche ein Grundstück für ein Coemeterium geschenkt hat, das ihren Namen trägt.

4. † am Sonntag, dem 21. August 259, wurde in Utica, nahe Karthago, zum Blutzeugen, der heilige Bischof und Märtyrer Quadratus, der Bischof von Uticam, den Kaiser Valens 257 verbannt und 258 eingekerkert hat, der, als guter Hirt, vier Tage nachdem er seine Herde in ihrem Martyrium ermuntert hatte (18. August/2), ihr in den Martertod gefolgt ist. Der heilige Augustinus (28. August 430/1) hielt eine Predigt zum Gedenken an die heiligen Cyprian (14. September 258/3) und Quadratus: Er hat sein Volk gelehrt, Christus zu bekennen. Er hat seine Herde vorangehen lassen und ist selber vier Tage später gestorben.

5. † an einem 21. August um 300, entschlief in Verona, der heilige Euprepius, der als erster Bischof dieser Stadt genannt wird.

6. † an einem 21. August im 4. Jahrhundert, gab sein Leben in Pordongiano auf Sardinien hin, der heilige Märtyrer Luxorius.

7. † am 21. August gedenkt die römische und die orthodoxe Kirche der heiligen Märtyrer aus der Zeit des Maximinian Galerius (305 - 311), die für Christus ihr Leben opferten
• auf der Insel Haloma, Dromi, im Marmara-Meer, die heilige Märtyrin Bassa, Βασσα, die christliche Ehefrau eines heidnischen Priesters in Edessa in Mazedonien, heute Vodena, der sie und seine und ihre drei Söhne bei den Behörden angezeigt hatte; sie musste die Folter ihrer Söhne mit ansehen, aber ermutigte sie zum Durchhalten bis zuletzt; dann wurde sie im Kerker der Folter des Hungers unterworfen, danach ins Meer geworfen; ein Schiff nahm sie auf und landete sie auf der Insel Haloma, wo sie aufgegriffen und enthauptet wurde;
• in Vodena in Mazedonien, waren vorher ihre drei Söhne Theogenes, Agapios und Pistios, Τηεογνης Αγαπιος Πιστιος zu Tode gefoltert worden; da sie sich standhaft weigerten, den Götzen ein Opfer darzubringen, wurden alle Drei mit glühenden Eisen gefoltert, bis sie unter den Foltern starben.

8. † an einem 21. August um 407, opferte sein Leben, in Javols in der Gevaudan im Languedoc, der heilige Bischof und Märtyrer Privatus, Saint Privat, Bischof von Mende. Während des Einfalls der Vandalen in Gallien wurde er in der Krypta, in der er sich durch Fasten für das Beten freihielt, entdeckt; weil er sich weigerte, seine anvertraute Herde zu verraten und den Götzen zu opfern, wurde er mit Faustschlägen zu Tode gequält.

9. † an einem 1. September um 479, entschlief in Clermont, der heilige Bischof Sidonius Apollinaris, Saint Sidoine Apollinaire, gebürtig aus Lyon. Er war der letzte römische Schriftsteller in klassischem Latein. In Rom war er Stadtpräfekt und deshalb wurde ihm zur Ehre seine Statue auf dem Forum aufgestellt. Als Hofpoet hat er acht Kaiser erlebt; er war ein so guter Diplomat, dass er keinem von ihnen zu eng verbunden war und bei keinem in Ungnade gefallen ist. Nach der Hinrichtung des letzten weströmischen Kaisers Maiorian, am 7. August 461, zog er sich klugerweise zurück auf seinen Landsitz in der Auvergne, mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen, und hatte Zeit für die Jagd, das Fischen und das Schreiben von Gedichten. Es waren die fünf schönsten Jahre seines Lebens. Da wurde er zum Gouverneur und zugleich zum Bischof von Clermont gewählt. Und da kamen die Gothen und belagerten Clermont, vier Jahre lang. Die Not war so groß, dass er Katzen zu essen bekam; nach der Eroberung litt er unter den unmanierlichen und nach Knoblauch stinkenden Barbaren. Er verschenkte seinen Hausrat, seine Frau kaufte ihn auf dem Markt zurück, er verschenkte ihn erneut an die Armen. Er blieb katholischer Vater und feinsinniger Erzieher für Stadt und Bistum. Am Kummer und an den Entbehrungen ist er verhältnismäßig jung gestorben.

10. † an einem 1. September um 1180, opferten in Alzira bei Valencia, ihr Blut die heiligen Märtyrer, der heilige Märtyrer Bernardo, ein Zisterziensermönch, der vorher Achmed geheißen hatte, ein Konvertit aus dem Islam, und seine beiden Schwestern, die eine Maria, früher Zaida, die andere Gracia, früher Zoraida. Sie wurden vom Emir wegen Glaubensabfall zum Tode verurteilt, er wurde an einen Baum festgenagelt, den beiden Schwestern das Haupt abgeschlagen.

11. † am Dienstag, dem 21. August 1838, wurde in Hung Yen, Tongkin, hingerichtet, der heilige Priester und Märtyrer Giuse, Joseph, Dang Dinh (Nien) Vien, etwa 50 J., ein Priester des Apostolischen Vikariates Ost-Tonkin, unter dem Kaiser Minh Mang.
Siehe auch 24. November, 1/26

12. † am Dienstag, dem 21. August 1894, entschlief in Tananarivo auf Madagaskar, die selige Victoria Rasoamanarivo, die Witwe eines gewalttätigen Ehemannes, die, nachdem alle Missionare von der Insel ausgewiesen worden, mit aller Sorgfalt den Christen zu Hilfe kam und vor den zivilen Behörden die Kirche verteidigte.

13. † am Freitag, dem 21. August 1936, wurde in Alberic, Valencia, hingerichtet, der selige Priester Salvador Estrugo Solves, 73 J., gebürtig aus Alzira, Krankenhausseelsorger in Alberic.
Siehe auch 29. Dezember, 11/74

14. † am selben Tag wurde in El Morrot, einem Außenbezirk von Barcelona, erschossen, der selige Priester Ramon Peiró Victori, 45 J., aus dem Predigerorden, der viele Jahre ganz für die Pflege des Ewigen Gebetes in seiner Anbetungskapelle freigestellt war; als die Verfolgung begann, wurde seine Kapelle in Brand gesteckt und er kurz darauf hingerichtet.
Siehe auch 29. Dezember, 11/75

15. † am Freitag, dem 21. August 1942, wurde im Konzentrationslager Dachau zugrundegerichtet, der selige Märtyrer, Bruder Bruno, Jan Zembol, ein Franziskanermönch, der bereits im November 1939 in Chelm Lubelski verhaftet wurde und dessen Lebenskräfte erst nach fast drei Jahren Lager erschöpft waren.
Siehe auch 28. Mai, 14/64


aus dem MARTYROLOGIUM ROMANUM 2004 übersetzt und in vielen Teilen ergänzt
von † Klaus Martin Reichenbach, Priester der Erzdiözese Köln




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Autor: Klaus Martin Reichenbach - zuletzt aktualisiert am 11.08.2015
korrekt zitieren:
Klaus Martin Reichenbach: Artikel
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