Ökumenisches Heiligenlexikon

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27. April

1. † am Dienstag, dem 27. April 107, gab unter Kaiser Trajan sein Leben hin, der heilige Bischof und Märtyrer Simeon, der Bruder des Herrn (Gal 1, 19), der zweite Bischof von Jerusalem und Nachfolger seines Bruders Jakobus. Origenes nennt den zweiten der beiden Emmausjünger (Lk 24, 18) Simeon, also wären dann wohl der spätere Bischof und sein Vater unterwegs vom Auferstandenen aus der Heiligen Schrift belehrt worden und abends in Emmaus Seine Gäste beim Brotbrechen gewesen. Hegesippos berichtet, er sei nach dem Märtyrertod des Jakobus zum 2. Bischof von Jerusalem gewählt worden. Sein Gegenkandidat sei ein gewisser Thebutis gewesen, wohl ehemaliger Essener, der in Jerusalem der erste Judenchrist war, der extreme häretische Ansichten gehabt und nach seinem Wahl-Misserfolg die Kirche verlassen und eine judenchristliche Sekte, wohl die Ebioniten, gegründet hat. In diese Zeit fiel die Belagerung durch die Römer 66 und schließlich 70 die Eroberung und die Zerstörung der Stadt und des Tempels. Es wird überliefert, dass die Christen, im Gedenken an Jesu Weissagung (Mt 24, 16) aus der Stadt geflüchtet sind und zwar nach Pella, jenseits des Jordan. Diese Flucht fand schon zu Beginn der Belagerung, also im Jahr 66 statt. Simeon hatte also die schwere Aufgabe, seine Jerusalemer Christen in den Einöden um Pella, also im Gilead und Baschan, zu suchen, zu besuchen und sie zum gläubigen Warten auf die Wiederkunft Christi zu bewegen (Mk 13, 14 ff.) Etwa 73/74 kamen sie wieder zurück in ihre Stadt und, soweit möglich, in ihre Häuser. Damals errichteten sie auf dem Zion genannten Hügel, auf den Trümmern des Abendmahlssaales, die kleine Synagogalkirche, deren Gebetsnische auf die Grabeskirche ausgerichtet ist, in der sich heute die Synagoge mit dem leeren Davidsgrab, genau unter dem Obergemach des Abendmahlssaales, befindet. Im hohen Alter von etwa 120 Jahren wurde er, in der Verfolgung unter Kaiser Trajan, gequält und gefoltert und schließlich gekreuzigt, wohl außerhalb der Stadtmauern vor Jerusalem; sein Grab wurde am Abhang des Ölbergs, im Tal Josaphats, verehrt.
Siehe auch 3. Mai, 1/zum heutigen Datum

2. † am Donnerstag, dem 27. April 304, wurde in Cibale in Pannonien, Vinkovci bei Osijek, lebendig verbrannt, der heilige Lektor und Märtyrer Pollion, der in der diokletianischen Verfolgung aufgegriffen und vom Praefekten Probus verhört wurde; da er Christus mit äußerster Ausdauer bekannte und den Götzen zu opfern abgelehnt hat, befahl er, ihn außerhalb der Stadtmauern lebendig in Feuerflammen zu verbrennen.

3. † am Sonntag, dem 27. April 368, entschlief in Tabennisi, in der thebäischen Wüste Ägyptens, der heilige Abt Theodor, ein Schüler des heiligen Pachomius (9. Mai 347/3), und selber auch ein Mönchsvater, der eine Gruppe von Mönchssiedlungen gründete, die, nach ähnlichen Lebensregeln, es förderten ganz für Gott zu leben.

4. † an einem 27. April um 400, entschlief in Altino gegenüber Venedig, der heilige Eremit Liberalis.

5. † wohl an einem 27. April, um 488, entschlief auf der Insel Man, nördlich vor der Küste der Bretagne, der heilige Bischof Macaldus, Maughold, von dem eine Ausstrahlung von Heiligkeit ausging.

6. † am Freitag, dem 27. April 837, entschlief auf der Insel Afusia im Propontis, Avsa im Marmarameer, der heilige HegumenosEin Hegumenos (griech.„ἡγούμενος, Führer / Leiter”) ist in den orthodoxen Kirchen der Vorsteher eines Klosters, entsprechend etwa dem westlichen Probst. Er steht hierarchisch unter dem Archimandriten. Johannes der Bekenner, der als junger KlerikerEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien. Begleiter seines Bischofs auf dem Zweiten Konzil von Nikaia 787 war, aber vor allem geprägt war vom Kampf gegen den Ikonoklasten Kaiser Leon V. den Armenier, der ihn sich persönlich in Ketten vorführen ließ, um ihn umzustimmen, nach drei Monaten Folter im Kerker verbannt ins Landesinnere und dort 18 Monate in Dunkelhaft eingekerkert, danach wieder in die Hauptstadt zurückgeholt und wegen seiner Glaubenstreue wieder in die Verbannung geschickt, diesmal auf die nahe Insel Afusia; dort ist er seinen Entbehrungen erlegen.

7. † am Mittwoch, dem 27. April 1278, entschlief in Lucca, die heilige Jungfrau Zita, 60 J., geboren in Monsagrati bei Lucca, die, als kleines Mädchen eine Hilfe den Eltern beim Verkauf von Gemüse auf dem Markt von Lucca, 12-jährig in den Dienst der vornehmen Familie Pagano di Fatinelli kam und ihr Leben lang dort das Dienstmädchen blieb, unbeirrt durch Spötteleien und Demütigungen, die ihr ihr frommes Leben einbrachten, weil sie morgens täglich so früh aufstand, dass sie an der Frühmesse teilnehmen konnte, und weil sie buchstäblich vom ihr zustehenden Brot sich vom Munde absparte, um es Armen geben zu können.

8. † am Montag, dem 27. April 1304, entschlief in Tarragona in Katalonien an Spaniens Küste, der heilige Pedro Armengol, Ermengol, der ein berüchtigter Räuberhauptmann gewesen, sich zu Gott bekehrt hat und eintrat in den Orden de la Madre de Dios de la Merced, los Mercedarios, Merzedarier, Orden Unserer Lieben Frau vom Loskauf der Gefangenen Christen aus der Sklaverei bei Muslimen. Er hat sich weiterhin sein Leben lang ganz eingesetzt, in Nordafrika, Algerien, christliche Sklaven freizukaufen. Sein Grab in Prats bei Tarragona wird hoch verehrt.

9. † am Mittwoch, dem 27. April 1485, entschlief in Bitecte in Apulien, der selige Ordensbruder Giacomo Varinguer de Jadere aus dem Orden der Minderen Brüder.

10. † am Freitag, dem 27. April 1565, entschlief in Cathara in Montenegro, die selige Jungfrau Catherina, die in der orthodoxen Kirche getauft wurde, die, als sie in den Orden der Büßerinnen vom heiligen Dominikus eintrat, den Klosternamen Hosana annahm, dasnn 51 Jahre als Reklusin, ganz der Meditation hingegeben, lebte und in den Türkenkriegen eine geachtete und liebenswürdige Fürsprecherin der christlichen Bevölkerung war.

11. † am Mittwoch, dem 27. April 1678, entschlief in Reims, der selige Priester Nicholas Roland, 36 J., der besorgt war um die christliche Erziehung der Kinder und darum Schulen für arme Kinder gegründet hat; er war ein Freund des heiligen Jean-Baptiste de la Salle (7. April 1719/1) und gründete für seine Schutzempfohlenen die Gemeinschaft der Sœurs de l’Enfant Jésus, Schwestern vom Kinde Jesus.

12. † am Sonntag, dem 27. April 1856, wurde in Ninh-Binh, Tongkin, enthauptet, der selige Priester und Märtyrer Laurenso Nguyen Van Huong, 54 J., der in der Nacht, unterwegs zu einem Kranken, aufgegriffen wurde und, unter Kaiser Tu Duc, gezwungen werden sollte, auf das Kreuz zu treten, als er dies ablehnte, wurde er ausgepeitscht und schließlich enthauptet.
Siehe auch 24. November, 1/73

13. † am Sonntag, dem 27. April 1919, entschlief in Salamanca, die selige Jungfrau Maria Antonia Bandrés y Elósegui, 21 J., geboren in Tolosa im Baskenland, die jung bei den Schwestern von Jesus, Hermanas de Jesús, eingetreten ist und ihr Leben, ganz Gott geweiht, früh vollendet hat.

Im deutschen Regionalkalender (von Gedenktag bis Hochfest): Petrus Canisius: 21. Dezember 1597/1


aus dem MARTYROLOGIUM ROMANUM 2004 übersetzt und in vielen Teilen ergänzt
von † Klaus Martin Reichenbach, Priester der Erzdiözese Köln




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Autor: Klaus Martin Reichenbach - zuletzt aktualisiert am 13.04.2015
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Klaus Martin Reichenbach: Artikel
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