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Ökumenisches Heiligenlexikon

Einführung Verzeichnis der Übersichten

29. Juni

1. † Hochfest der heiligen Apostel Petrus und Paulus.
Simon, Sohn des Jona und Bruder des Andreas, war der erste unter den Jüngern, der Jesus als den Messias, den Christus, und als den Sohn des lebendigen Gottes, bekannt hat (Mt 16, 16) und der daraufhin von Jesus zum Petrus, zum Fels, auf den Er Seine Kirche bauen werde und dem Er die Schlüsselgewalt und die Binde- und Lösegewalt übergeben werde, ernannt worden ist (Mt 16, 18 - 19).
Paulus jedoch, der Apostel der Heiden, hat den Juden und den Griechen den Christus als den Gekreuzigten gepredigt. Beide haben, in Glauben und Liebe zu Jesus Christus, das Evangelium in der Hauptstadt Rom verkündigt und sind dort, unter Kaiser Nero, als Märtyrer zugrundegerichtet worden: der erstere um das Jahr 64, so berichtet die Überlieferung, ist ans Kreuz geschlagen worden, mit dem Haupt nach unten, und auf dem Vatikanhügel, gleich an der Via Triumphalis, bestattet worden; der andere ist, um das Jahr 67, mit dem Schwert hingerichtet, an der Via Ostia begraben worden; ihren Sieg feiert am heutigen Tag der ganze Erdkreis, in gleicher Ehrerbietung und Verehrung. Der ChronographAls Chronograph (wörtlich „Zeitschreiber”, von altgriechisch χρόνος „Zeit” und γράφειν „schreiben”) wird - erstmals durch den Historiker Theodor Mommsen - der römischer Schreiber Furius Dionysius Filocalus bezeichnet, der 354 im Auftrag des christlichen Aristokraten Valentinus die Stadtgeschichte Roms verfasste. Darin waren erstmals im Westen ganzseitige Buchmalereien und erstmals wurde die Geburt Jesu auf den 25. Dezember datiert. 354 bringt zum heutigen Festtag Petri in catacumbas et Paulo Ostens. Petrus in den Katakomben (= an der Via Appia, später San Sebastiano genannt) und Paulus an der Ostia-Straße (siehe 17. August/3).

Paulus
• Paulus
• Apostel und Evangelisten
• Heilige und selige Päpste

Fortsetzung nach dem Einschub: 29. Juni/2


Der heilige Petrus

Simon, שׁמעון, der HERR) erhört (1. Mos 29, 33), Petrus, כיפא kepha, Kap, Fels (Mt 16, 18), ist der Felsen, auf den der Messias seine Kirche erbaut. Über seine Jüngerschaft berichten die Evangelien, über sein Apostolat nach Pfingsten die Apostelgeschichte. Zwei kanonische Briefe tragen seinen Namen. Er verließ Jerusalem 42 nach seiner wunderbaren Befreiung aus dem Gefängnis (Apg 12, 17), war aber wieder dort zum Apostelkonzil (Apg 15). Nach ältester Überlieferung ging er damals nach Rom und beginnt damit seine Zeit als Oberhirt der Kirche in der Hauptstadt des römischen Reiches. Während seiner Abwesenheit vertrat ihn der heilige Linus (23. September/3), dessen Zeit als Vertreter des heiligen Petrus später irgendwie mitgezählt worden ist. Der Liber Pontificalis (die Papstgeschichte nach ältesten Überlieferungen, zusammengestellt seit etwa 530) berichtet, er sei sieben Jahre Bischof von Antiochien gewesen (22. Februar /1, vgl. Gal 2, 11) und danach 25 Jahre und 2 Monate und 3 Tage Bischof von Rom. Er habe zwei Bischöfe geweiht, nämlich Linus und Cletus (26. April 88/1), für alle priesterlichen Dienste in Rom und dazu einen dritten, nämlich Clemens (23. November, um 98/1), für die Verwaltung des Lehramtes, damit er selber, Petrus, frei sei für das Gebet und die Glaubensverkündigung (vgl. Apg 6, 4). Außerdem weihte er zehn Priester und sieben Diakone. Er besiegelte in Rom seine Treue durch seinen Martertod am Kreuz, auf eigenen Wunsch mit dem Kopf nach unten, an einem 29. Juni, zur Zeit des Kaisers Nero, im achtunddreißigsten Jahr nach dem Leiden des Herrn (Lib. Pontif.), etwa im Jahr 67. Allgemein gilt der Todestag eines Blutzeugen als sein Geburtstag für die Ewigkeit, und wird im Jahrgedächtnis gefeiert. Als Tag des Martertodes des Petrus und des Paulus wird der 29. Juni schon im ältesten erhaltenen römischen Festkalender aus dem Jahr 354 genannt, entweder weil beide am gleichen Tag, aber nicht im selben Jahr, den Martertod erlitten; oder, möglicherweise, weil an einem 29. Juni um 258, unter der heftigen valerianischen Verfolgung, die beiden Hauptheiligen der römischen Kirche vorübergehend aus ihren Grabstätten am vatikanischen Hügel und an der Via Ostiensis heraus genommen und in die Katakomben des heiligen Sebastian an der Via Appia überführt wurden (translatio). (Im Liber Pontificalis allerdings wird die Rückführung der Reliquien von der Via Appia zurück auf den vatikanischen Hügel bereits Papst Cornelius (14. September/2, vom Juni 253) auf Vorschlag der Lucina, in einer Nacht des Jahres 253, zugeschrieben). Dort in der Vorkapelle ad catacumbas, wo nach der Überlieferung die Leiber der Apostelfürsten eine Zeit lang gemeinsam geruht haben, befindet sich noch der Anfang einer mittelalterlichen Kopie der Damasusinschrift, die eine andere Erklärung für diese Translation nahelegt.

HIC HABITASSE PRIVS SANCTOS COGNOSCERE DEBES
NOMINA QVISQVE PETRI PARITER PAVLIQVE REQVIRIS
discipulos oriens misit quod sponte fatemur
sanguinis ob meritum Christumque per astra secuti
aetherios petiere sinus regnaque piorum
Roma suos potius meruit defendere cives
haec Damasus vestras referat nova sidera laudes
Hier, sollst du wissen, verweilten einst die Heiligen;
fragst du nach ihrem Namen: Petrus und Paulus.
Der Orient entsandte sie als Jünger, was wir gern zugeben,
aber (Rom) hat die Verdienste ihres Blutzeugnisses - Christus sind sie nachgefolgt über die Sterne,
eingezogen in den Busen des Äthers und das Reich der Frommen
Rom verdient mehr, sie als seine Mitbürger bei sich zu bewahren.
Damasus möge dies euer Lob, aufleuchtendes Gestirn, verkünden dürfen.

Nach dieser Tradition scheint eine Entführung der Apostelreliquien in der existenzbedrohenden Kirchenverfolgung aus Rom nach Jerusalem von orientalischen Christen versucht worden zu sein. Beide Apostelgräber wären an ihren ursprünglichen Ruhestätten damals noch leicht zu berauben gewesen. (Vgl. Mt 14, 30; Joh 21, 18 f, vgl. auch die alte Legende Quo vadis an der Via Appia).

Die beiden kanonischen Petrus-Briefe.
• Der erste Brief 1,1 richtet sich an früheste Kirchen in der römischen Provinz Klein-Asien, die von Judenchristen (Apg 2, 9) und vom heiligen Paulus (Epheser, Galater u. a.) christianisiert worden waren.
• Der zweite Brief setzt einige Irrlehren als warnungswürdig voraus, außerdem mahnt er zur Geduld im Warten auf die Wiederkunft Christi, die bisher ausgeblieben ist, und sie setzt voraus, dass eine Sammlung von Paulusbriefen schon bestand (3, 15).

Gedenktage:
18. Januar, 1956; 2001: Petri Kathedra in Rom
22. Februar/1: Petri Kathedra in Antiochien
Schon im 3. Jahrhundert gab es in Rom am 22. Februar eine Totenmahlfeier am Grab des heiligen Petrus, nach dem üblichen römischen Totenmählern zum Jahrgedächtnis am Grab; dabei wurde ein Stuhl als Ehrenplatz leergelassen für den Verstorbenen. Seit dem Altertum aber war der Stuhl auch Zeichen für Herrscher, Richter und Lehrer. Die Καθεδρα, der Sitz, wurde bei Thronbesteigung, Antritt des Richteramtes und Lehramtes, am Katheder, und bei der Amtsausübung officium, offiziell. So wandelte sich das Verständnis in Rom am 22. Februar am Grab des Petrus für die Anwesenden: von leeren Petrusstuhl beim Totenmahl wurde er der Lehrstuhl des Lehramtes des heiligen Petrus. Um 450 schon ist in Rom ein Fest der Kathedra/Stuhlfeier nachweisbar, und zwar am 22. Februar. Etwa 42/44 verließ Petrus Jerusalem, nach dem Martertod des Apostels Jakobus (25. Juli/1) und seiner eigenen Befreiung aus dem Kerker (Apg 12, 1.17) und überließ die Leitung der örtlichen Kirche dem heiligen Jakobus, dem Bruder des Herrn (siehe zu 3. Mai/1). Zum Apostelkonzil (Apg 15), um 50, ist er aber wieder in Jerusalem und entscheidet an erster Stelle, Jakobus an zweiter Stelle, innerhalb des Apostelkollegiums. In Antiochien war Petrus auch die Autorität in der Kirche, gegen dessen Inkonsequenz Paulus seine Kritik richtete (Gal. 2, 7.11 ff). Spätestens danach wirkte Petrus in Rom, nach dem Liber Pontificalis insgesamt 25 Jahre lang. Bereits im liberianischen Kalender von 354 heißt es zum 22. Februar: VIII kal martis natale Petri de cathedra. Eine Kathedra Petri aus Antiochien wird in Venedig in der Kirche San Pietro al Castello verehrt.
In Gallien entstand im 6. Jahrhundert ein Gedenktag der Schlüsselübergabe, eine weitere Art der Amtsübergabe an Petrus (Mt 16, 19) zum 18. Januar. Daher sind die beiden gekreuzten Schlüssel ins Papstwappen gekommen und versinnbildlichen die dann mittelalterliche Vorstellung der beiden Herrschaftsbereiche, nämlich die geistliche und die weltliche Gewalt. Ebenfalls im 6. Jahrhundert entstand in Rom zum 18. Januar ein Gedenktag zu Petrus Kathedra in Antiochien 1558 führte Papst Paul IV. zwei solcher Gedenktage für die ganze Kirche ein, den 18. Januar: Kathedra Rom, den 22. Februar: Kathedra Antiochien. 1960 wurde der eine Gedenktag aufgehoben und der ältere Gedenktag vom 22. Februar des Amtsantritts in Rom wiederhergestellt.
Ein Bischofsstab des heiligen Petrus kam durch die heiligen Eucharius (8. Dezember, 3. Jahrhundert/4) und Valerius (29. Januar, 3. Jahrhundert/5) als Maternusstab nach Trier. Nach der erst früh-mittelalterlichen Eucharius-Legende (um 967) hatten sie damit den heiligen Maternus (14. September, nach 314/4) vom Tode auferweckt. Der hölzerne Stab selbst, vielleicht ein antiker Konsularstab, taucht erstmalig, als Beweismittel gedacht, im 10. Jahrhundert in Toul auf, von dort ging er nach Metz, von dort gelangte er durch den Kölner heiligen Erzbischof Bruno I. (11. Oktober 965/10), den Bruder Kaiser Otto I. (der Bruno auch zum Herzog von Lothrigen gemacht hatte) mit den Petruskettenteilen nach Köln. Erst Bischof Egbert von Trier holte sich den halben Stab 980 nach Trier und ließ ihn in ein kostbares Reliquiar einfassen und dies mit der Inschrift versehen:

BACULUM BEATI PETRI QUONDAM RESUSCITATIONE MATERNI AB IPSO TRANSMISSUM ET A SCO EUCHARIO HVC DELATVM. DIV HAEC AECLESIA TENVIT. POSTEA HVNORUM VT FERTVR TEMPORIBVS METTIS CVM RELIQVIS HVIVS AECLESIAE THESAVRIS DEPORTATVS. IBI VSQ AD TEMPORA OTTONIS PIISSIMI IMPERATORIS SENIORIS PERMANSIT. INDE A FRATRE EIVS BRVNONE ARCHIEPO EXPETITVS COLONIAE EST TRANSLATUS. IVNIORIS AVTE OTTONIS IMPERATORIS TEPORE PETENTE ECEBERTO TREVIRORUM ARCHIEPO ET ANNUENTE VENERABILI VVERINO COLONIAE ARCHIEPO. NE ET HAEC AECLESIA SECTUS. VNA SVPERIORI VIDELICET HVIC AECLESIAE REDDITA ET A DOMINO EPO IN HAC THECA RECONDITA. RELIQUA CV APICE EBVRNEO IBIDEM RETENTA.ANNO DOMINICAE INCARNAT DCCCCLXXX INDI.(VIII).
Den Stab des heiligen Petrus, der einst zur Auferweckung des Maternus von diesem selbst übersandt und vom hl. Eucharius hierher übertragen worden, hat diese Kirche lange besessen. Später, wie überliefert wird zur Zeit der Hunnen, wurde er mit den übrigen Schätzen dieser Kirche nach Metz verbracht, daselbst ist er bis zu den Zeiten des allerfrömmsten Kaisers Otto des Älteren verblieben. Von dort ist er, durch dessen Bruder den Erzbischof Bruno abgefordert, nach Köln gebracht worden. Aber zur Zeit des Kaisers Otto des Jüngeren, ist er auf Verlangen des Trierer Erzbischofs Egbert und unter Zustimmung des ehrwürdigen Erzbischofs Warinus von Köln, damit nicht auch diese Kirche eines solchen Schatzes beraubt würde, in zwei Teile zerschnitten worden. Einer, nämlich der obere, ist dieser Kirche zurückgegeben und von dem Herrn Bischof in diesem Behälter zur Aufbewahrung gegeben worden. Der übrige mit dem elfenbeinernen Knauf wurde dort zurückbehalten. Im Jahr der Menschwerdung des Herrn 980, Indiktion 8.

Egberts Reliquiar für diesen Stab war bemessen auf dessen volle Länge. Gestaltet ist es als Vollzepter mit Kugelknauf und langem Schaft. Im Kugelknauf sind dargestellt die vier Evangelisten und der heilige Petrus mit den drei ersten Trierer Bischöfen (Emaille teils 1955 erneuert). Im Halsring, zwischen Edelsteien, in zwei übereinander liegenden Bändern die Namen der zwölf Apostel. Im Schaft je zehn inschriftlich bezeichnete Medaillons von Päpsten, von Clemens (23. November, um 97/1) bis Benedikt VII. († 983) und Trierer Bischöfen, von Agritius (13. Januar, um 330/3) bis Egbert. - Im Februar 1354 hat Kaiser Karl IV. in Trier eigenhändig ein Stück von etwa 19 cm Länge abgesägt und dies nach Prag mitgenommen, in Gold gefasst mit dem Bischofsstab des hl. Adalbert vereinigt; die heutige Fassung ist etwa in der Barockzeit gefertigt worden. Der Trierer Petrusstab wurde 1792 beim Einfall der französischen Revolutionstruppen mit dem Flüchtlingsgut umhertransportiert, kam schließlich noch unter dem letzten Trierer Kurfürst Klemens Wenzeslaus (der bis zu seinem Tod 1812 Fürstbischof in Augsburg war, zugleich noch im rechts-rheinischen Trierer Teil Bischof blieb), unter Ausgleichgut an Nassau-Weilburg. Als 1827 das Bistum Limburg gegründet wurde, beteiligte sich Nassau an der Ausstattung, 1835 zur Weihe des zweiten Bischofs schenkte Nassau den Trierer halben Petrusstab dorthin; er wird dort noch heute in der Domschatzkammer verwahrt. In der Kölner Domschatzkammer wird noch heute der Unterteil dieses Stabes mit dem Elfenbein-Knauf verehrt.

1. August: 1956; 2001: Petri Kettenfeier in Rom
Der 1. August, Petrus’ Kettenfeier, geht zurück auf die von Papst Sixtus III. am 1. August 439 neu-eingeweihte Basilica Eudoxiana auf dem Esquilin, die seitdem Petrus und Paulus geweiht ist, aber San Pietro in Vinculi genannt wird; der Tag ist also der Kirchweihtag. Die Ausgrabungen 1956 - 1959 ergaben einen Vorgängerbau aus dem 3. Jahrhundert (domus und aula absidiata) und eine Basilika aus dem 4. Jahrhundert Welchen Namenspatron mag der Vorgängerbau der von Kaiserin Eudoxia erneuerten Kirche gehabt haben? Mit der Übertragung der Ketten des heiligen Petrus in diese Kirche durch Kaisein Eudoxia III. und deren Überreichung an Papst Sixtus III. (den Vorgänger Leo des Großen) erhielt sie den neuen Namen Peter und Paul. Die nach-damasianische Inschrift des Papstes Sixtus’III.:

Cede prius nomen, novitate cede vetustas
regia laetanter vota dicare libet
haec Petri Paulique simul nunc nomine signo
Xystus apostolicae sedis honore fruens
unum quaeso pares unum duo sumite munus
unus honor celebrat quos habet una fides
presbyteri tamen hic labor est et cura Philippi
postquam Ephesi Christus vicit utrique polo
praemia discipulus meruit vincente magistro
hanc palmam fidei rettulit inde senex.
Weiche früherer Name, dem neuen weiche der alte,
ein Königsgelübde muss man freudig erfüllen.
Dieses Gebäude benenne ich nun nach Petrus und Paulus gemeinsam,
Sixtus, Inhaber des Apostolischen Stuhles.
Nehmt beide bitte die eine Spende an,
einen Ehrentitel feiert, die der eine Glaube umfängt.
Dies Werk aber und die Sorge dafür ist zu danken dem Priester Philippus.
Nachdem Christus zu Ephesus (Konzil 431: Maria θεωτοκος Gottes-Gebärerin) an beiden Polen Sieger blieb,
gebührt wegen des Sieges des Meisters auch der Jünger ein Lob;
der Greis (Papst) brachte von dort die Siegespalme des Glaubens mit hierher.

Die beiden Ketten des hl. Petrus im Gefängnis von Jerusalem, aus denen er durch den Engel befreit wurde (Apg 12, 7), waren in Jerusalem aufgefunden worden. Die Mutter von Kaiserin Theodia III, nämlich Kaiserin Eudoxia II. (Ευφδοξια Guter Ruhmesruf) ist wohl zu unterscheiden von ihrer Schwiegermutter Eudoxia I., die keinen so guten Ruf genießt, weil sie zweimal die Verbannung des heiligen Johannes Chrysostomus (14. September 407/5) verschuldet hat: im Jahr 401 aus Ärger über seine hofkritischen Predigten, nach reumütiger Rückholung dann wieder 403 aus dem selben Grund, unter Zuhilfenahme der verleumderischen Anschuldigen der Eichensynode. Bald darauf starb sie, am 4. Oktober 404. Chrysostomus lebte noch drei Jahre, bis zu seinem Tod, in der Verbannung. Eudoxia II., Gemahlin Theodosius II., machte 438 eine Pilgerfahrt ins Heilige Land. Von dort brachte sie mit nach Konstantinopel die Reliquien des heiligen Stephanus (26. Dezember/1), über dessen Grab nördlich der Altstadt von Jerusalem sie 455 eine Kirche bauen ließ, die 614 von den Persern zerstört wurde, heute ist dort Neubau der Klosterkirche der Ecole Biblique der Dominikaner. Außerdem brachte sie die zwei aufgefundenen Ketten des heiligen Petrus, nach Apg 12, 7, aus Jerusalem mit und schenkte davon eine ihrer Tochter Eudoxia III., der Gemahlin Kaiser Valentinian III., für Rom. Die andere kam mit nach Konstantinopel und wurde aufbewahrt in der dortigen Peterskirche nahe des Hagia Sophia. Die eine (28-gliedrig und 5-gliedrig) kam also nach Rom in die erneuerte Kirche. Die Mutter Eudoxia II. wurde 440 vom Hof verstoßen und lebte bis zu ihrem Tod im Heiligen Land, stiftete dort Klöster und Kirchen und betätigte sich als hervorragende geistliche Schriftstellerin. So verfasste sie z. B. den Bericht über das Martyrium der heiligen Justina von Nikomedien (1956: 26. September; 2001). Sie ließ sich begraben in der von ihr erbauten Stephanuskirche in Jerusalem. Die römische Basilika Eudoxiana wurde später von Papst Hadrian I. (774 - 795) nochmals erneuert.
Im Trierer Domschatz werden heute zwei Ketten-Glieder in einem mittelalterlichen Reliquiar aufbewahrt.
Auch im Kölner Dom wird eine Peterskette verehrt, die der heilige Erzbischof Bruno (11. Oktober 965/10), zusammen mit dem Petrusstab, aus Metz nach Köln übertragen hat. Die Verehrung des hl. Petrus verbreitete sich besonders in Gallien (heiliger Gregor von Tours) und unter den Angelsachsen Willibrord (7. November 739/9), Bonifatius (5. Juni 754/1), Amandus (6. Februar 679/7). Besonders Bischofskirchen wurden ihm gewidmet, und es bildeten sich Legenden, nach denen der heilige Petrus persönlich den je ersten Ortsbischof von Rom aus ausgesandt hatte. So war der Kölner Dom von Anfang an dem heiligen Petrus geweiht, z. B. der von Erzbischof Hildebold († 819) geschmückte Hochaltar im von ihm begonnenen romanischen Dom, dann in der Urkunde 1248 von der Grundsteinlegung des gotischen Domes die Erwähnung als Basilica Sancti Petri. In der Dom-Schatzkammer wird der halbe Maternusstab verehrt, den Maternus (14. September, nach 314/4), der erste Kölner Bischof, vom heiligen Petrus aus Rom mitbekommen haben soll. Historisch und theologisch steht fest, dass der Amtsnachfolger des heiligen Petrus für die von ihm neugegründeten Bistümer ein Verhältnis wie Mutter zur Tochter begründet, also auch Anspruch hat auf die Glaubenstreue der Tochterkirche, nach dem alten Kölner Wahrspruch: Ecclesia Coloniensis, sanctae Romanae Ecclesiae semper fidelis filia, die Kölner Kirche als der Römischen allzeit getreue Tochter (innerhalb der Kölner Stadtmauern braucht man das vorletzte lateinische Wort nicht mit zu übersetzen, sondern sollte es in der Originalfassung aussprechen).

18. November/1: Kirchweihfest des Petersdomes in Rom
Nach der Rückführung der Reliquien der beiden Apostelfürsten an ihren ursprünglichen Bestattungsort auf dem Vatikanischen Hügel und an der Via Ostia wurden im Platonia-Mausoleum an San Sebastiano beigesetzt die nach Rom geflüchteten Reliquien des heiligen Quirinus (4. Juni/1), wie die Inschrift dort bezeugt.
Über Petrus' Armengrab am Rand eines Mausoleums auf dem Vatikanischen Hügel begann Konstantin der Große 324 die Petersbasilika, indem er den dort, den Römern heiligen, Friedhof fast ganz zerstörte. Am Abhang wurde der obere Teil abgetragen und planiert, der untere Teil mit einer Stützmauer versehen und mit dem Schutt des oberen Geländes verfüllt. Zentrum des Neubaugeländes war die Stelle des Petrusgrabes. Genau über dem Petrusgrab stand der Altar und zwischen Altar und Grab, also unter dem Hochaltar, hing ein überschweres Goldkreuz mit der Widmung:

CONSTANTINVS AVG ET HELENA AVG HANC DOMVM REGALEM (auro decorant quam) SIMILI FVLGORE CORVSCANS AVLA CIRCVMDAT
Konstantin der Augustus und die Augusta Helena umgeben diese königliche Kammer (mit goldener Zier), in gleichem Glanz erstrahlt die Halle.

Die Königskammer war die Grabkammer des Apostelfürsten, die Königshalle die darüberliegende Basilika (βασιλικη αυφλη). Das Petrusgrab war damals noch zugänglich und in Prozession umschreitbar, wie das vorher dort befindliche tropaion τροπαιον Grabmal, auf dem Friedhof es gewesen. Auf dem Triumphbogen darüber befand sich ein Mosaik: Christus zwischen Petrus und Konstantin. Die Inschrift:

Quod duce te mundus surrexit in astra triumphans - hanc Constantinus victor tibi condidit aulam
Unter deiner Anführung erstand triumphierend die Welt zu den Sternen; diese Halle errichtete dir Sieger Konstantin.

Sieger bezieht sich also zugleich auf beide: den Auferstandenen, Christus únd den Kaiser.
Die Einweihung erfolgte am 18. November 326 durch Papst Silvester (31. Dezember 335/1), fertig wurde die Basilika aber erst 349. Am 18. November 1626 weihte Papst Urban VIII. die heutige Peterskirche ein. Durch die Ausgrabungen unter Papst Pius XII. sind wir heute gut informiert über das ursprünglich äußerst einfache Petrusgrab, von seinen Anfängen bis zur Errichtung der konstantinischen Basilika. (Engelbert Kirschbaum S.J. Die Gräber der Apostelfürsten, Frankfurt 1957; Margherita Guarducci, Hier ist Petrus ΠΕΤΡΟΣ ΕΝΙ, Regensburg 1967).
Schon bald wurde die großenteils über antiken Mausoleen erbaute Basilika der Restaurierung bedürftig. Papst Damasus (11. Dezember 384/1) ließ Entwässerungsarbeiten am damaligen an Sankt Peter bestehenden Baptisterium durchführen und berichtete dies in Versen:

CINGEBANT LATICES MONTEM TENEROQVE MEATV
CORPORA MVLTORVM CINERES ATQVE OSSA RIGABANT
NON TVLIT HOC DAMASVS COMMVNI LEGE SEPVLTOS
POST REQVIEM TRISTES ITERVM PERSOLVERE POENAS
PROTINVS ADGRESSVS MAGNVM SVO ERARE LABOREM
AGGERIS IMMENSI DEIECIT CVLMINA MONTIS
INTIMA SOLICITE SCRVTATVS VISCERA TERRAE
SICCAVIT TOTVM QVIDQVID MADEFECERAT HVMOR
INVENIT FONTEM PRAEBET QVI DONA SALVTIS
HAEC CVRAVIT MERCVRIVS LEVITA FIDELIS
Es sickerten ringsum die Wasser in den Hügel
und feuchteten allmählich vieler Leiber und Asche und Gebeine.
Das ertrug Damasus nicht, dass die nach natürlichem Gesetz Bestatteten
nach ihrer Zur-Ruhe-Legung wieder trauriges Schicksal erfahren sollten.
Er packte zu, um das gewaltige Werk zu bewältigen;
er trug die Erdmassen der mächtigen Bergkuppe ab.
Er durchforschte den innersten Leib der Erde
und legte alles Feuchtigkeitsgetränkte trocken.
Er findet die Quelle, die das Heil als Gabe spendet.
Die Ausführung lag beim getreuen Leviten Merkur.

Auch vom Baptisterium selbst sind Fragmente einer Damasusinschrift erhalten:

Non haec humanis opibus non arte magistra
sed praestante Petro cui tradita janua caeli est
antistes Christi composuit Damasus
una Petri sedes unum verumque lavacrum
vincula nulla tenent quem liquor ille lavat.
Nicht durch menschliches Können und nicht von Kunst geleitet
sondern unter dem Beistand des Petrus, dem das Himmelstor übergeben ist,
hat Damasus, Christi Hoherpriester, dieses errichtet.
Einen Stuhl Petri gibt es und ein wahres Reinigungsbad,
keine Fesseln mehr halten gebunden, den diese Flüssigkeit wäscht.

In der Priszillakatakombe gibt es noch ein Epitaph von um 200, ubi Petrus baptizaverat - wo Petrus getauft hat: RVTA OMNIBVS SVBDITA ET ATFABI/LIS BIBET IN NOMINE PETRI IN PACE: Rutha allen untertänig und liebenswürdig lebt in Frieden im Namen des Petrus.
Gregor von Tours berichtet kurz über Alt-Sankt Peter am vatikanischen Hügel (Glor Martyr 28).

Der heilige Paulus

Saulus שׁאול = der Erbetene (1. Sam 9, 1 - 2; Röm 11, 1), der Christenverfolger gewesen (Apg 8, 1; 9, 4), wurde zum Paulus Παυλος der Geringe (Apg 9, 20 - 22) und zum Apostel (Röm 1, 1), αποστολος διδασκαλος εθνων, doctor gentium, Apostel und Lehrer der Heiden (1. Tim 2, 7). Über ihn berichtet Lukas (18. Oktober/1) in der Apostelgeschichte, seine Bekehrung gleich dreimal (Apg 9, 1 - 22; 22, 5 - 16; 26, 12 - 18), auch besonders ab 16, 10 in den Wir-Berichten. Schließlich über seine Ankunft in Rom (Apg 28, 16 - 31). Die dreizehn erhaltenen kanonischen Briefe bezeugen uns seine Zeugenschaft vom Evangelium. Nach uralter Tradition sind sie nicht chronologisch geordnet, sondern nach ihrer Wichtigkeit; darum steht der Brief an die Kirche in Rom, um 57 in Griechenland verfasst, an erster Stelle. In Rom vollendete auch er sein Leben im Martertod durch Enthauptung, an einem 29. Juni um 67 zur Zeit des Nero, an der Via Ostiensis. Dort wurde er an Ort und Stelle begraben. Am 29. Juni um 258 wurden seine Reliquien, wegen der Christenverfolgung, geborgen und mit denen des heiligen Petrus an der Via Appia in den Katakomben, beim späteren San Sebastiano, zusammen beigesetzt. Später erfolgte die Rücküberführung beider je in die ursprüngliche Grabstätte. Nach dem Liber Pontificalis allerdings wird die Rückführung bereits Papst Cornelius (14. September / 2. Juni 253) 253 zugeschrieben, müsste also die erste translatio aus den ursprünglichen Gräbern viel früher stattgefunden haben.

25. Januar/1 Gedenktag der Bekehrung des heiligen Paulus:
Dieser Gedenktag wird seit dem 8. Jahrhundert gefeiert und kommt aus der alt-gallikanischen Liturgie.
Schriftstellen: Gal 1, 13. 23; 1. Kor 15, 9; Apg 9, 1 - 22; 22 ,5 - 16; 26, 12 - 18.

18. November/1: Gedenktag der Kirchweihe der Paulus-Basilika
Kaiser Konstantin errichtete eine erste relativ kleine Basilika über der cella memoriae, die 386 von seinem Nachfolger Valentinian II. bereits erweitert wurde; vollendet wurde sie durch Theodosius und dessen Sohn Honorius. Über dem ursprünglichen Martyrion ist heute noch die konstantinische Inschrift erhalten: PAULO/APOSTOLO MART mit den Öffnungen (Katarakten-Stufen) zum Herablassen von Tüchern, um diese zu brandea, Berührungsreliquien, zu machen. Eine kleine Bronzetafel wurde aufgefunden: Α ΧΡ Ω AD BASILICA APOS/TOLI PAVLI ET/DDD NNN/ FILICISSIMI PECOR - Alpha Christus Omega, der Basilika des Apostels Paulus und unserer drei Herren (DDD dominorum, NNN nostrorum) Felicissimus der Hirt. -
Kaiserin Placida und Papst Leo der Große (10. November 461/1) setzten die Bilder der Apostelfürsten an den Triumphbogen und dazu die Verse:

Janitor hic caeli est, fidei petra, culmen honoris
sedis apostolicae rector et omne decus.
Hier ist der Türhüter des Himmels, der Fels des Glaubens, der Gipfel der Ehre,
Verwalter des apostolischen Stuhles und allumfassende Zier.
Persequitur dum vasa Dei fit Paulus et ipse
vas fidei electum gentibus et populis.
Während er die Gefäße Gottes verfolgt, wird Paulus selber
auserwähltes Gefäß des Glaubens für die Heiden und die Völker.

(vgl. Mt 16, 19 f. und Apg 9, 15)

1823 wurde die Paulus-Basilika durch Brand zerstört, am 10.Dezember 1854 durch Papst Pius IX.wieder eingeweiht.
Der frühere Gedenktag des heiligen Paulus am 30. Juni (1956: 30. Juni; 2001: -) wurde eingeführt, weil der Papst nicht an einem Tag, dem 29. Juni, in beiden Basiliken das Hochfest Peter und Paul feiern konnte. In der römischen Kirche nimmt Paulus von Anfang an, nach Petrus, den zweiten Platz ein. So rückte er auch in den liturgischen Texte an die zweite Stelle in die Zwölferliste der Apostel vor.

Apostel und Evangelisten

Apostel, αποστολοι שׁליחים Shlichim von Shiloach (vgl. Joh 9, 7), Missionare, sind die Gesandten Gottes und Jesu Christi (Jes 6, 8; Mt 10, 5; 28, 19; 1. Kor 14, 2; Röm 1, 1), als Zeugen der Auferstehung (Apg 1, 22; 1. Kor 15, 5), als Leiter der Kirche im Heiligen Geist (1. Kor 12, 1. 28). In den synoptischen Evangelien und in der lukanischen Apostelgeschichte gibt es je eine Apostelliste der Zwölf (Mt 10, 2 - 4; Mk 3, 16 - 19; Lk 6, 14 - 16; Apg 1, 13), die immer mit Petrus beginnt, sonst etwas unterschiedliche Reihenfolge der identischen Namen hat. Jesus sandte zur Zeit seines Erdenlebens seine Jünger und auch die Apostel zu Zweit aus wohin er selber gehen wollte (Lk 10, 1), daher sind sie in der matthäischen und in der lukanischen Apostelliste paarweise aufgeführt, also sechs mal zwei (vgl.auch Lk 10, 1 die 72 Jünger = 6 x 6 x2 ). Die Zwölfzahl der Apostel, die durch das Ausscheiden des Judas Iskarioth gemindert war, musste unbedingt wiederhergestellt werden; dies erfolgte durch die Wahl des Mathias (Apg 1,15-26). Die Zwölfzahl ist begründet durch die Zahl der zwölf Stämme Jakobs, die das eine Volk Israel bilden (2. Mos 24, 4; 1. Mos 49; 5. Mos 33). Bei der Landnahme wurde die Zwölfzahl der Stammesanteile am Heiligen Land der Verheißung beibehalten durch die Zweiteilung des Stammes Josephs, auf die Namen von dessen beiden Söhnen Ephraim und Manasse, denn der Stamm Levi erhielt keinen Landbesitz, weil er ganz frei für den Dienst im und am Heiligtum des HERRN sein sollte (Jos 18, 7). Die Zwölfzahl wurde zum Sinnbild: 12 Schaubrote (3. Mos 24,5), 12 Opfergaben (4. Mos 7, 84 - 88), zweimal 12 Priesterklassen (1. Chron 24, 7 ff), viermal 12 Priesterstädte (4. Mos 35, 7). Zwölfmal zwölf ist 144: älteste αφνδρας αφπο των πρεσβυτερων (70: 4. Mos 11, 24) und zwölftausend mal 12 Auserwählte (Apk 7, 4 ff). Zwölf ist auch die Zahl des neuen Jerusalem (Apk 21, 10 - 21): Die Stadtmauer mit 12 Toren mit den Namen der 12 Stämme der Söhne Israels, darauf 12 Engel; die Mauer hat 12 Grundsteine mit den 12 Namen der 12 Apostel des Lammes; das Maß der Mauer wird mit dreidimensional 12.000 Ellen, die Höhe wird mit 144 Ellen (12 x 12) angegeben. Das Ephod des Hohenpriesters hatte auch die (12) Namen der Söhne Israels, die Lostasche ebenfalls, nämlich auf je einem Edelstein ein Name der zwölf Stämme eingraviert (2. Mos 39, 6. 14). Die Zwölfzahl der Stämme des ganzen Volkes Israel wird auch betont in der Verheißung an die Apostel, sie sollen bei der Neu-Erschaffung im Reich Gottes auf 12 Richterstühlen als Richter über die 12 Stämme amtieren (Mt 19,28). - Schon von Paulus selbst wird der Aposteltitel über diese Zwölfzahl hinaus erweitert. Er nennt sich selber Apostel (Röm 1, 1 u. a.), den Barnabas (1. Kor 9, 6), die Brüder des Herrn (1 Kor 9,5), Jakobus den Herrenbruder (1. Kor 15, 7). Er unterscheidet zwischen Kephas und die Zwölf einerseits und anderseits allen Aposteln (1. Kor 15, 5. 7). Später wurde der Titel als besondere Auszeichnung großen Missionaren gegeben, z. B. Bonifatius (5. Juni 754/1), Patrick (17. März 461/1), Willibrord (7. November 739/1).
Evangelisten sind an erster Stelle die vier Verfasser der kanonischen Evangelien, von denen zwei, Matthäus und Johannes, auch Apostel waren, die beiden anderen, Markus und Lukas, nicht als Apostel bezeichnet werden. Paulus und Lukas gebrauchen diesen Titel in weiterem Sinne. Der heilige Lukas bezeichnet als Evangelisten den Diakon Philippus (Apg 21, 8; 6, 5), der heilige Paulus den Timotheus in der Diakonie (2. Tim 4, 5) und allgemein den Verkünder des Evangeliums (Eph 4, 11). Evangelium, ευφαγγελιον בשׂורה Frohbotschaft kommt etwa sechzigmal bei Paulus vor, sonst verhältnismäßig selten, (z. B. Jes 61, 1 / Mt 11, 5). Er ist schriftlich erhalten aus dem zweiten Jahrhundert, im Kap. 66 in der Apologie des heiligen Justin aus Nablus (1. Juni 165/1).

30. November/1: der heilige Apostel Andreas
Andreas, Ανδρεας der Mannhafte, Bruder des Simon Petrus, war zuerst Jünger des heiligen Johannes des Täufers und wurde mit Johannes dem späteren Evangelisten, von jenem auf das Lamm Gottes hingewiesen. Er gehörte, nach Joh 1, 36. 40, zu den beiden ersten Jüngern Jesu. Er führte, nach Joh 1, 41, seinen Bruder Simon Jesus zu, indem er ihm Jesus als den Messias bezeichnete. Vor der Brotvermehrung (Joh 6, 8) stellte er Jesus den Jungen mit den fünf Gerstenbroten und den zwei Fischen vor. Zwischen Palmsonntag und Karfreitag stellte er mit Philippus in Jerusalem griechisch-jüdische Proselyten auf deren Bitten Jesus vor (Joh 12, 22) Nach Pfingsten verkündete er das Evangelium in Pontus und Bithynien, in Thrakien, Epirus und Achaja. In Patras erlitt er den Martertod am Andreaskreuz, am 30. November 60. Im Jahr 356 war die Reliquienübertragung von Patras nach Konstantinopel, von dort gelangte die Hauptreliquie 1462 über Amalfi nach Rom in die Petersbasilika. 1964 schenkte Papst Paul VI. die Reliquien in einer ökumenischen Geste wieder zurück nach Patras. Der Festtag am 30. November wird seit dem 6. Jahrhundert begangen.

25. Juli/1: der heilige Apostel Jakobus
Jakobus יעקב Fersenhalter (1. Mos 25, 26) oder Überlistiger (1. Mos 27, 34 f,), der Ältere, war Bruder des Evangelisten Johannes und mit Petrus nach den synoptischen Evangelien (Mk 1, 19 pp) einer der vier ersten Jünger, vom Fischfang weg, berufen. Er war auch Zeuge der Verklärung auf dem Berg (Mk 9, 2 pp) und der Todesangst Jesu am Ölberg (Mk 14, 33 pp). Seine Mutter Salome, wegen ihrer ehrgeizigen Bitte von Jesus gerügt (Mt 20, 20ff), stand tapfer mit ihrem anderen Sohn, Johannes, unter dem Kreuz (Mk 15, 40) und entdeckte mit sein leeres Grab (Mk 16, 1). Als erster der Apostel starb Jakobus zu Pessach/Ostern 42/44 den Märtyrertod in Jerusalem (Apg 12, 2). An der Stelle seiner Enthauptung wurde eine Kirche gebaut, die heute die Patriarchatskirche der Armenier ist. Dort wird in einer Seitenkapelle seine Hauptreliquie verehrt. Die größte Verehrung ist seit dem neunten Jahrhundert in Santiago de Compostela.

27. Dezember/1: der heilige Apostel Johannes
Johannes, יוחנן der HERR ist gnädig, nennt sichselber in seinem Evangelium nicht mit seinem Namen, sondern eher verschlüsselt, z. B. als der Jünger, den Jesus liebte (Jo 13, 23). Er gehörte zu den zwei (Jo 1, 35) bezw.vier (Mk 1 ,19 pp) erstberufenen Jüngern Jesu. Sein Evangelium, die drei kanonischen Briefe und die ihm zugeschriebene Apokalypse erweisen ihn als den Theologen. Nach der Überlieferung lebte er lange in Ephesus und starb auch dort. Sein Grab in Ephesus ist bereits um 200 als Verehrungsstätte bezeugt.
Am 6. Mai (1956; 2001) um 680 wurde ihm zur Ehre in Rom an der Via Latina eine Kirche eingeweiht; in diesem Zusammenhang steht die Legende vom Aufenthalt und seinem Martyrium (in siedendem Olivenöl) in Rom.

3. Juli/1: der heilige Apostel Thomas (1956: 21. Dezember; 2001: 3. Juli/1)
Tomas תומא Zwilling (Joh 20, 24), wurde berühmt durch seinen kritischen Glauben an den Auferstandenen, als er ihn erkannte und bekannte als mein Herr und mein Gott, und Jesus antwortete mit Lob für die nicht sehen und doch glauben (Joh 20, 28). Nach der Überlieferung predigte er das Evangelium den Parthern, weiteren Völkern und schließlich bis nach Indien. Dort erlitt er, von Lanzen durchbohrt, das Martyrium in Kalamina bei Mailapur (heute einer Vorstadt von Madras). Ein großer Teil seiner Reliquien wurde bereits im 3. Jahrhundert nach Edessa überführt und kam dort an einem 3. Juli an. Weiter gelangten sie 1258 nach Chios und wenig später von dort nach Ortona an der Adria.

3. Mai/1: der heilige Apostel Jakobus (früher: Rom 1. Mai, dann 11. Mai; Jerusalem: 1. Mai: Hochfest)
Der Apostel Jakobus, der Sohn des Alphäus (Mk 3, 18), der Jüngere, wurde, seit Hieronymus (30. September 420/1), mit dem namensgleichen Bruder des Herrn verwechselt. Wir müssen also hier zwei namensgleiche Jakobus unterscheiden, die in der Überlieferung unter einem Namen zusammen genommen werden.
Dieser Apostel Jakobus, unterschieden von dem oben unter dem 25. Juli/1 genannten Apostel Jakobus, Sohn des Zebedäus, wird im Evangelium als Sohn des Alphäus genannt (Mk 3, 18) Außer seinem Namen in den Apostellisten ist nichts Sicheres über ihn bekannt. Er wird zum Unterschied der Jüngere genannt, obwohl dieser Titel einem anderen Namensvetter, dem dritten, zusteht.
• Der andere Jakobus, der Jüngere (μικρος der Kleine (Mk 15, 40), war der Sohn jener Maria, die, eine Schwester oder Cousine der Gottesmutter, mit unter dem Kreuz Jesu stand und ihres Mannes Klopas, eines Bruders oder Vetters des heiligen Josef (Mk 15, 40 .47; 16, 1; Joh 19, 25), daher genannt der Bruder des Herrn (Mk 6,3). Über ihn sind wir besser informiert. Er war der erste Bischof von Jerusalem (Gal 1, 19; Apg 15, 13 - 21; 1. Kor 15, 7) und Verfasser des kanonischen Jakobusbriefes (Jak 1, 1) Er wurde in Jerusalem zu Pessach / Ostern im Jahr 62 gesteinigt (Josephus Antiquitates XX 200) oder von der Tempelzinne hinabgestürzt und unten von einem Walker mit der Keule erschlagen (Eusebius Hist. Eccl. 23). Seine Hauptreliquie wird in Ancona verehrt.

3. Mai/1: der heilige Apostel Philippus (früher: 1. Mai, dann 11. Mai)
Philippus, Φιλιππος Pferdeliebhaber, war nach dem Johannesevangelium der erste Jünger, den der Herr selber unmittelbar berief (Joh 1, 43). Er stammte aus Bethsaida, wie Petrus und Andreas, Jakobus) und Johannes. Er predigte in Phrygien und erlitt dort das Martyrium in Hierapolis - Tambuk-Kalessi. Genaueres ist nicht sicher bekannt. Polykrates überliefert (in Eusebius HE III 31,2 f), dass Philippus, einer der zwölf Apostel, sich mit seinen prophetischen Töchtern in diesem Hierapolis niedergelassen habe. Wahrscheinlich verwechselt er den Apostel mit dem gleichnamigen Diakon und Evangelisten Philippus (11. Oktober/1: Apg 6, 5; 21 ,8; 8, 26 - 40). Seit der Einweihung der Zwölfapostelkirche in Rom am 1. Mai 570 wird dort namentlich nur seiner und des Jakobus gedacht. Wegen des von Pius XII. eingeführten Festes des heiligen Josef des Arbeiters auf den 1. Mai von Sozialisten eingeführten Tag der Arbeit, den dann auch die katholische Arbeiterbewegung übernahm, wurde das Apostelfest am 1. Mai 1955 auf den 11. Mai, dann 1969 auf den 3. Mai verlegt.

24. August/1: der heilige Apostel Bartholomäus
Bartholomäus, בר־תלמי Sohn des Talmaj, des Furchenziehers (Mk 3, 18), ist identisch mit dem Joh 1, 45 genannten Natanael, נתנאל Gottesgabe, so dass der Vorname Natanael und der Familienname Bar-Talmaj ist. Er stammte aus Kana in Galiläa. Er verkündete das Evangelium in Mesopotamien und Indien, schließlich in Armenien, wo er den Märtyrertod erlitt. Seine Reliquien wurden um 400 von Bischof Marutha in seine Bischofsstadt Martyropolis Maiperqat übertragen, um 507 von dort durch Kaiser Anastasios I. nach Mesopotamien überführt, um 580 auf die Insel Liparis vor Sizilien, 838 nach Benevent und schließlich 983 durch Otto III. nach Rom auf die Tiberinsel überführt. 1238 wurde die Hirnschale nach Frankfurt am Main übertragen, wo sie heute im Dom verehrt wird.

21. September/1: der heilige Apostel Matthäus
Matthäus, מתי Kurzform von מתת־יהו Mattat-Yahu Geschenk des HERRN óder Getreuer des HERRN (vom אמת Emet/Emuna/Amen) ist identisch mit dem Zöllner Levi, לוי Anhänglicher (1. Mos 29, 34) von Kapharnaum (Mk 2, 14, Mt 9, 9). Er schrieb sein Evangelium in hebräischer Sprache, besonders für die Judenchristen, daher auch die vielen Hinweise auf die Erfüllung alter prophetischer Weissagungen: Dies ist geschehen, damit in Erfüllung gehe. (z. B. Mt 1, 22; 2, 5. 15. 17. 23). Er verkündete das Evangelium im Heiligen Land und in Äthiopien, wo er auch den Martertod erlitt. Nach der Überlieferung wurden seine Reliquien aus Äthiopien nach Paestum übertragen und von dort sind sie im 10. Jahrhundert an einem 6. Mai (Martyrologium Romanum 1956) nach Salerno gekommen.

28. Oktober/1: der heilige Apostel Simon (dazu: früher 18. Februar, Jerusalem 27. April: Simeon, Bruder des Herrn)
Die Apostel Simon und Judas Thaddäus werden sowohl in den Apostellisten als auch an ihrem Gedenktag zusammen genannt. Gemeinsam aber auch die beiden anderen Simon und Judas, die Brüder des Herrn.
• Der Apostel Simon (Mk 3, 18 pp) wird in der Heiligen Schrift (Apg 1, 13) auch der Qananäer הקני Eiferer Zelót, Ζελωτης, genannt, möglicherweise weil er früher der fanatischen religiös-politischen Richtung der Zeloten angehört hatte. Er predigte zusammen mit Judas Thaddäus das Evangelium den Juden, schließlich in Mesopotamien und Persien, wo sie beide den Martertod erlitten.
• vor 1969: Rom 18. Februar; Jerusalem 27. April: Simeon, Symeon, Bruder des Herrn (Mk 6, 3; Mt 13, 55), war der zweite Bischof von Jerusalem (62 - 107). Er war Bruder und Nachfolger von Jakobus (3. Mai/2), Bruder auch des Judas (18. Februar; 27. April), war Sohn des Cleopas (25. September/1), vielleicht eines Bruders oder Vetters des heiligen Josef. Seine Mutter war wahrscheinlich die dritte Maria unter dem Kreuz (Joh 19, 25). Der heilige Bischof Gregor von Tours zählt nur wenige Märtyrer in seiner Liste der Christenverfolgungen unter den römischen Kaisern namentlich auf, so unter Trajan nur drei: Clemens (23. November/1), Ignatius (17. Oktober 107/1) und diesen Simeon, den Bischof von Jerusalem (Hist Franc I 25). Er wurde im Alter von 120 Jahren unter Trajan um 107 in oder nahe Jerusalem unter dem Proconsul Atticus nach vielerlei Folterungen gekreuzigt (Hegesippus nach Eusebius Hist Eccl III. 11,2-22; 32,3-6; IV.22,4).

28. Oktober/1: der heilige Apostel Judas (dazu: früher 18. Februar, Jerusalem 27. April: Judas, der Bruder des Herrn)
• Der Apostel Judas, יהודה Lob-Preisung (1. Mos 29, 35), Thaddäus תדי der Mutige, Sohn eines Jakobus (Mk 3, 18; Mt 10, 3; Joh 14, 22) ist, wie Simon, nur aus den Apostellisten bekannt (Lk 6, 16 pp; Apg 1, 13). Die Überlieferung sagt, dass er zusammen mit dem Apostel Simon das Evangelium verkündete (vgl. Lk 10, 1) und zwar in Mesopotamien und Persien, wo dann beide als Märtyrer starben. Die Armenier verehren ihn als den Apostel, der ihnen das Christentum gebracht hat. Über seinem Grab in Berytus / Aratus im heutigen Nordosten Irans steht noch eine alte Pilgerkirche. Der Gedenktag wurde immer der Verehrung beider Apostel gemeinsam gewidmet. In den meisten Litaneien wird die Nennung Thaddäus vorgezogen. Seine besondere Verehrung im Volk wurde erst im 19. Jahrhundert verbreitet.
• Judas, Sohn des Klopas, der Bruder des Herrn, wirkte in Judäa und Samaria. Er ist der Verfasser des kanonischen Judasbriefs (Judasbrief, Vers 1 Bruder des Jakobus, Mk 6, 3 .17: nicht Apostel). Zwei seiner Enkel wurden um 95 im hl. Land verhaftet und in Rom dem Kaiser Domitian vorgeführt; sie waren als Nachkommen Davids und Verwandte Jesu des Christ-Königs (vgl. Joh 19, 33 - 38) angezeigt worden, sie planten die Wiedererrichtung des Königreichs Davids in Israel (vgl. Apg 1, 6 f.), wurden aber, aufs Vorzeigen ihrer von vielem Arbeiten schwieligen Hände, als harmlose Bauersleute vom Kaiser freigelassen.

14. Mai/2; D 24. Februar: der heilige Apostel Matthias
Mathias, Kurzform von מתתיהו Mattatjahu Geschenk des HERRN, war einer der 72 Jünger (Lk 10, 1) und wurde anstelle des Judas Iskarioth nach der Himmelfahrt des Herrn zum Zwölften im Apostelkreis durch das Los gewählt (Apg 1 ,26). - Los גודל κληρος. - Klerus: Mathias war also der erste KlerikerEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien. der Kirche. Petrus im Kreis der etwa 120 Christen vereinbarte mit diesen die Doppelbedingung: der Anwärter musste Jünger Jesu seit der Taufe durch Johannes den Täufer und vor allem Zeuge Seiner Auferstehung sein; die Entscheidung aber fällte Gott, bezw. der Auferstandenen Herr, selber vom Himmel her, durch den Losentscheid der Kirche auf Erden (Apg 1, 26; 1, 21 - 22). Das Los spielt eine wichtige Rolle in der Heiligen Schrift. Am Versöhnungstag loste Aaron und sein Nachfolger, der Hohepriester, von den beiden Böcken den einen aus für den Herrn, den anderen für Asael: der eine wurde als Sündopfer geschächtet und auf dem Altar dargebracht, der andere lebendig in die Wüste in den Tod geschickt: Sündopfer der eine, Sündenbock der andere. (3. Mos 16, 8 - 10). Beide vereinen sich in Christus am Kreuz, dem Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt, der außerhalb der Stadt sein Leben zum Opfer darbrachte, als das Los über sein Gewand geworfen wurde (Joh 19, 24 nach Ps 22, 19). - Mathias verkündete das Evangelium im Heiligen Land und in Äthiopien, wo er auch den Martertod erlitt. Durch die heilge Helena (18. August 329/4) gelangten Reliquien über Rom (dort noch heute Verehrung in S. Maria Maggiore) nach Trier zur Zeit des hl. Bischofs Agricius (30. Januar 329/3). In den Wirren und Zerstörungen der Völkerwanderungszeit scheint sein Grab in Trier fast ganz vergessen worden zu sein. Erst am 1. September 1127 wurde beim Neubau der Abteikirche, in der ursprünglichen Johannes Evangelist-Kirche, die damals nach dem ersten Trierer Bischof Eucharius (8. Dezember, 3. Jahrhundert/4), der in ihr begraben liegt, benannt war, der alte Schrein des hl. Mathias wieder aufgefunden. Es musste ein Marienaltar zerstört werden, in diesem fand sich eine Lade mit den Reliquien des heiligen Mathias, ossa Matthiae apostoli (MG.SS.VIII, 227; ASS Feb III. 447). Sofort setzte die Mathiasverehrung ein. Papst Eugen III. weihte 1148 die neue Abteikirche ein, in der die Mathiasreliquien einen bevorzugten Platz erhalten hatten. Am 19. Juni 1786 wurde eine klassizistische Tumba zu Ehren des Apostels errichtet, die kurz darauf, vor 1800, der Zerstörung durch die Franzosen anheimfiel. 1912 wurde ein mächtiger Aufbau errichtet. Bis 1927 ruhten die Reliquien in dem zentralen Hochgrab, heute wieder vor und unter dem Hochaltar. 1127 setzte die große Verehrung ein und bald wurde ihm zur Ehren die Basilika Sankt Mathias genannt. Der angrenzende Friedhof behielt am längsten die ursprüngliche Bezeichnung bei: Coemeterium Eucharii-Matthiae. Auch das alte Benediktinerkloster nannte sich nach dem einzigen Apostel, der nördlich der Alpen bestattet liegt. Die Mathias-Wallfahrten sind seit dem Mittelalter bis heute weitverbreitete Tradition, ebenfalls die Sankt-Mathias-Bruderschaften. 1803 wurde auch das Trierer Kloster aufgehoben und Sankt Mathias zur Pfarrkirche. Die Wallfahrten wurden nie unterbrochen. 1922 wurde das Benediktinerkloster wieder errichtet und mit Mönchen aus Seckau und Maria-Laach neu besiedelt. So ist die Basilika heute Mönchskirche, Pfarrkirche und zugleich Wallfahrtskirche, an der Stelle der ältesten christlichen Kirche in Trier, im 2./3. Jahrhundert, an der Villa Albana und am Grab der Stifterin Albana und des von ihr geförderten ersten Bischofs Eucharius. Der hl.Mathias ist Patron des Bistums Trier.

1. Juni/1: der heilige Barnabas
Josef Barnabas, יוסף בר־נבא Josef: Hinzugefügter (1. Mos 30,23), Bar-Naba: Sohn-der-tröstenden Prophetie von נביא (Apg 13, 1) stammte von Zypern und besaß ein Grundstück in Jerusalem, das er der Kirche schenkte (Apg 4, 36 f). Sein Neffe in Jerusalem war der Evangelist Markus (25. April/1). Barnabas war ein treuer Begleiter des heiligen Paulus auf dessen Missionsreisen (Apg 9, 27). Er war eine wichtige Persönlichkeit auf dem Apostelkonzil in Jerusalem (um 50, Apg 15). Apg 15, 39 wird berichtet, dass er mit Markus nach Zypern zog. In Salamis fand er den Martertod durch Steinigung. Dort wurde seine Grabstätte im Jahr 485 aufgefunden. Von alters her trägt auch er, wie Paulus, den Ehrentitel Apostel, obwohl er nicht zu den Zwölf gehört hat.

18. Oktober/1: der heilige Evangelist Lukas
Lukas, Λουκας, Nicht-Israelit, war Arzt (Kol 4, 14) und wurde treuer Begleiter des heiligen Paulus. Während dessen zweijähriger Gefangenschaft in Jerusalem und Caesarea (Apg 20 - 21) sammelte er die Zeugenaussagen und wohl auch schriftliches Material für sein Evangelium, dem er später als zweiten Teil seine Apostelgeschichte anfügte. Von Apg 16, 10 an berichtet er darin im wir als Augenzeuge, bis zum zweijährigen Aufenthalt mit Paulus in Rom (Apg 27 - 28). Er verkündete später in Achaia das Evangelium und wurde dort zum Märtyrer. Seine Reliquien wurden von Konstantin II. aus Theben in Böótien am 3. März 357 feierlich in Konstantinopel eingeführt und dort in der Apostelkirche bestattet. Auch in Padua werden Lukasreliquien verehrt.

25. April/1: der heilige Evangelist Markus
Johannes Markus, מרקוס Μαρκος, stammte aus Jerusalem (Apg 12, 12), wo seiner Mutter Maria ein Versammlungssaal der jungen Kirche gehörte. Nach der Überlieferung war dieser der Raum schon des Letzten Abendmahles (Mk 14, 12 ff) und der Pfingstvorbereitung (Apg 1, 13) gewesen. Er begleitete kurz mit seinem Onkel Barnabas (1. Juni/1) den hl.Paulus auf dessen erster Missionsreise (Apg 13, 5. 13). Nach Apg 15, 37 - 39 zog er mit Barnabas nach Zypern. Später finden wir ihn wieder bei Paulus in Rom (Kol 4, 10). Dort war er auch mit Petrus so verbunden, daß dieser ihn seinen Sohn nannte (1. Petr 5, 13). Er war in Rom Dolmetscher des Petrus bei dessen griechisch-sprachiger Glaubensverkündigung. Als Sekretär des Petrus schrieb er dessen Predigten auf und so entstand das nach ihm genannte Markus-Evangelium, das eigentlich besser Petrus-Evangelium heißen könnte. Von Rom ging er nach Alexandrien und leitete die Kirche dort. Um 62 starb er dort den Martyrertod. Eusebius von Caesarea berichtet über den ersten Nachfolger des heiligen Markus als Bischof von Alexandrien, den heiligen Anianos octavo neronis anno - im achten Jahr des Nero (= 62/63; H.E. II. 24; vgl. seinen Namensvetter 17. November 453/5). Bischof Anianos starb im Jahr 84. Die Reliquien des heiligen Markus wurden 832 aus Alexandrien auf abenteuerliche Weise von venezianischen Kaufleuten den koptischen Christen gestohlen, im Hafen vor den Moslems unter Schweinefleisch versteckt aufs Schiff gebracht, und nach Venedig überführt, wo ihm zu Ehren der Markusdom errichtet wurde. Auf der Bodenseeinsel Reichenau wird seit 832 seine Schädeldecke als Reliquie verehrt.

Der heilige Petrus und seine heiligen und seligen Nachfolger im Amt

1. † vielleicht am Freitag, dem 29. Juni 64, nach alter Überlieferung, wurde in Rom am Vatikanischen Hügel, mit dem Kopf nach unten gekreuzigt, der heilige Apostel Petrus, der als Simon Bar-Jona von Jesus zur Nachfolge berufen und zum כיפא kefa (Joh 1, 42), πετρος Petrus, Felsen (Mt 16, 18) der Kirche bestimmt worden ist. Vom Pfingsttag, wohl dem Sonntag 28. Mai 30, an (Apg 2) trat er auf als Erster, primus inter pares, unter Gleichen im Kreis der Apostel. Nach seiner Befreiung aus dem Gefängnis in Jerusalem, wohl im Jahr 42, ging er an einen anderen Ort (Apg 12, 17), nach der Überlieferung zuerst nach Antiochien und dann nach Rom; zum Apostelkonzil im Jahr 50 hielt er sich wieder in Jerusalem auf (Apg 15, 7). Als Kaiser Nero seine Brandstiftung der Hauptstadt den Christen als Schuld zuschob, löste er die erste große Christenverfolgung aus, in der auch der heilige Petrus zum Märtyrer wurde. Sein, ursprünglich sehr einfaches, Grab fand er im nahen Friedhof am Abhang des Vatikanischen Hügels, genau dort, wo Kaiser Konstantin, ab 324, zentral über dem Petrusgrab, der confessio, die erste Peterskirche baute, die 330 eingeweiht und 349 fertiggestellt wurde; des Einweihungstags des heutigen Petersdomes am 18. November 1626 wird alljährlich in der ganzen katholischen Kirche gedacht.

Der heilige Petrus, von Jesus als Primus Apostolorum eingesetzt (Mt 16,18 - 19) und bestätigt (Joh 21,15 - 23), wird in den Apostellisten (Mt 10,1 - 4; Mk 3,13 - 14; Lk 6,13 - 16; Apg 1,13 - 14) an erster Stelle genannt. Vom Pfingsttag wird seine Predigt aufgezeichnet (Apg 2,14 - 36), seine führende Rolle in der Urkirche aufgezeigt (Apg 3 - 5); er erhielt als Erster den Auftrag, Nichtjuden in die Kirche aufzunehmen (Apg 10,1 - 11,18); über seine wunderbare Befreiung aus dem Kerker (Apg 12,1 - 19) und seine entscheidende Rolle auf dem Apostelkonzil (Apg 15,6 - 35), beides noch in Jerusalem, wird berichtet. Der erste Brief des heiligen Papstes und Märtyrers Clemens I. (23. November/1) an die Korinther bezeugt, dass in der Kirche gegen Ende des 1. Jahrhundert das Petrusamt bekannt, also erkannt und anerkannt, wurde.
Von den vielen Amtsnachfolgern des heiligen Petrus sind in den ersten Jahrhunderten viele Märtyrer und dadurch Heilige geworden, später sind nur verhältnismäßig wenige heilig- oder seliggesprochen worden.

2. † am Montag, dem 23. September/3 entschlief in Rom der erste Nachfolger des heiligen Petrus, der heilige Linus, Sohn des Herculanus aus Voltera in der Toskana, dessen Grüße der heilige Paulus von Rom aus seinem Schüler und Mitbischof Timotheus ausgerichtet hat (2. Tim 4, 21). Der heilige Irenäus (28. Juni um 202/1) berichtet, dass der heilige Apostel Petrus, nach der Gründung der Kirche in der Hauptstadt, ihm in Rom das Bischofsamt übertragen habe. Sein Name wird im Römischen Hochgebet, Kanon I., genannt.

3. † wahrscheinlich am Samstag, dem 26. April 88/1, entschlief in Rom der heilige Anenkletos Ανενκλητος, Berufener, kurz Cletus genannt, vermutlich ein in Rom freigelassener Sklave aus Griechenland, der, zweiter Nachfolger des heiligen Petrus, wahrscheinlich unter Kaiser Domitian den Märtyrertod erlitten hat. Sein Name wird im Canon Romanus I. genannt.

4. † am Sonntag, dem 23. November/1, im Jahr 867, übertrug der heilige Kyrillos (14. Februar 869/1) nach und in Rom, die von ihm am 30. Januar 861 in Chersones auf der Krim entdeckten Reliquien, nebst dem Schiffsanker als Marterwerkzeug, des um 101 in der Verbannung am Schwarzen Meer versenkten heiligen Papstes und Märtyrers Clemens I. in die Basilika San Clemente. Der heilige Clemens hatte bis etwa 97, als dritter Nachfolger des heiligen Petrus, die Kirche geleitet. An jenem Sonntag wurden die Reliquien und der Anker feierlich in die Kirche San Clemente, die heute deren Unterkirche ist, überbracht; sie, nach dem Stifter und Titelgeber genannt, erschien geeignet, die Gebeine des gleichnamigen Papstes aufzunehmen; sie ist dann wenig später, 869 auch Grabkirche des Kyrillos geworden. Clemens, auch Clemens Romanus genannt, war Sohn des Faustinus, in Rom geboren, vielleicht ein freigelassener judenchristlicher Haussklave, der Petrus und Paulus noch gekannt hat und, nach dem Liber Pontificalis, vom heiligen Petrus zum Bischof geweiht und mit der Verwaltung der Kirchengüter der Hauptstadt betraut, habe diese in sieben regiones, Bezirke, eingeteilt; diese Einteilung in 7 Bezirke geht aber wohl erst auf den heiligen Papst Fabian um 240 zurück; der heilige Irenaios (28. Juni, um 202/1) nennt ihn Apostelschüler (Adversus haereses, III, 3, 3). Er hat um 95 einen Brief an die Korinther geschrieben, in der er diese zu Frieden, Einigkeit und Ordnung aufrief; es drohte dort eine Spaltung, da eine Gruppe einige Presbyter abgesetzt hatte und diese sich hilfesuchend an ihn gewandt hatten; diese Petrus-Anhänger anerkannten dessen Nachfolger in Rom als Primus inter Pares, Ersten unter Gleichen im Kreis der Apostel Jesu Christi, eine Art Rechts-Kirche also, die Gegenpartei versuchte, sich auf den noch lebenden Apostel Johannes, den Lieblingsjünger zu berufen, um einer Art charismatisch bestimmter Liebes-Kirche den Vorzug geben zu können. Clemens verlangt, die zu Unrecht Abgesetzten wieder in ihrem Amt anzuerkennen und die Schuldigen, Buße zu tun und an einen ihnen bestimmten Ort auszuwandern, damit der Friede auf Dauer gesichert werde. Kaiser Trajan verbannte ihn auf die Krim. Sein Name wird im Römischen Hochgebet genannt.

5. † am Montag, dem 27. Oktober 105/1, entschlief in Rom der heilige Evaristos, Αριστος Ευχαριστος, der seit 97 die Kirche geleitet hat. Er war zwar gebürtig aus Griechenland, aber stammte eigentlich aus Bethlehem und war Sohn des Juda, also ein Judenchrist. Der vierte Nachfolger des Apostelfürsten lebte zur Zeit des Kaisers Trajan und wurde vor 1969 allgemein als auch Märtyrer verehrt.

6. † vielleicht doch am Montag, dem 3. Mai 116 (3 ?), entschlief in Rom, der heilige Papst Alexander I., ein gebürtiger Römer, der, wie sein Vater, Alexander Αλεξανδρος hieß. Er starb wahrscheinlich als Märtyrer und wurde möglicherweise begraben an der Via Nomentana am 7. Meilenstein. Im Martyrologium Romanum 1956 wird er noch zum 3. Mai als Papst und Märtyrer, mit 2 Gefährten, genannt; in den Neuausgaben 2001 und 2004 wird der Name Alexander, und seiner beiden Gefährten zum 3. Mai/3 und deren gemeinsame Grabstätte, noch aufgeführt, Alexander aber nicht mehr als Papst bezeichnet, weil angenommen wird, dass er mit einem gleichnamigen Märtyrer, dem vom 3. Mai, verwechselt wurde. Es gibt drei weitere frühchristliche römische Märtyrer namens Alexander, derer gedacht wird am 10. Juli/1, am 16. September/4 und am 21. September/5, unter denen aber der fünfte Nachfolger des heiligen Petrus nicht vermutet wird. Ein anderer Todestag als der 3. Mai aber ist nicht überliefert, daher wird im neuen Martyrologium des Märtyrerpapstes Alexander vorsichtshalber, unter Berücksichtigung strenger historischen Grundsätze, überhaupt nicht mehr gedacht, obwohl er sicher ehrenvoll die junge Kirche etwa 9 Jahre lang geleitet hat.

7. † am Montag, dem 3. April 125/1, entschlief in Rom der heilige Papst Xystos I., Ξιστος Sixtus I., ein gebürtiger Römer, der, sechster Nachfolger des heiligen Petrus, unter Kaiser Hadrian, vermutlich als Märtyrer, sein Leben auf Erden erfüllt hat.

8. † am Sonntag, dem 2. Januar 136/2, entschlief in Rom, der heilige Papst Telesphoros, Τελεσφορος, ein gebürtiger Grieche, der siebente Nachfolger des heiligen Petrus, der, wie der heilige Eirenaios (28. Juni, um 202/1 - Adversus haereses III. 3 , 3) bezeugt, unter Kaiser Hadrian zum Märtyrer wurde.

9. † am Mittwoch, dem 11. Januar 142/1, entschlief in Rom, der heilige Papst Hyginos, Υγινος, der Sohn eines griechischen Philosophen, geboren in Athen, der nach einer langen Sedisvakanz den Stuhl des Petrus als achter Nachfolger übernahm.

10. † am Donnerstag, dem 11. Juli 155/2, entschlief in Rom der heilige Papst Pius I., geboren in Aquilea als Sohn des Rufinus. Er leitete die Kirche 15 Jahre. Sein Bruder Hermas war der Verfasser der Schrift Ποιμην Libellus Sancti Pastoris, Der Hirt, die Irrlehrer, wohl Gnostiker, zum wahren Glauben heimführen wollte.

11. † am Samstag, dem 20. April 166/1, entschlief in Rom der heilige Papst Aniketos, Ανικητος, Unbesiegter, Anicet, ein gebürtiger Syrer, aus Emesa oder Anisa. Der heilige Polykarp (23. Februar, um 155/1) erfreute sich seiner Ganstfreundschaft, als sie miteinander über die Festlegung des Ostedatums berieten.

12. † am Freitag, dem 22. April 175/1, entschlief in Rom, der heilige Papst Soter, Σωτηρ Heiland, geboren in Fundis in der Campagna, dessen Freigebigkeit und Barmherzigkeit den Brüdern, Pilgern, Elenden und zu den Metallgruben Verurteilten, der heilige Dionysios von Korinth (8. April 180/3) beschrieben hat.

13. † am Montag, dem 26. Mai 189/2, entschlief in Rom der heilige Papst Eleutheros, Ελευθερος Freimann, geboren in Nikopolis im Epiros, als Sohn des Abundius, der ein Diakon des heiligen Papstes Anicet gewesen ist. An ihn sandten die glorreichen 48 Märtyrer von Lyon (2. Juni 177/2), aus ihrer Gefangenschaft um Christi willen, ihren Brief für die Christen in den Provinzen Asia und Phrygien, heute in der Türkei, über das Sorgen für den Frieden (Eusebius, Bischof von Caesarea, † 339, Kirchengeschichte V, 1 - 3).

14. † am Samstag, dem 28. Juli 199/2, entschlief in Rom der heilige Papst Victor I., Sieger, gebürtig aus Nord-Afrika, der die lateinische Sprache als zusätzliche Amtssprache durchsetzte, neben der bis dann vorherrschenden griechischen. Sein großes Verdienst ist es, dass er das Osterdatum endgültig festlegte, nämlich auf den ersten Sonntag nach dem jüdischen Pascha, das am ersten Vollmond im Frühling gefeiert wird (2. Mos 12, 1 - 13).

15. † am Samstag, dem 20. Dezember 217/1, wurde in Rom, in den Kallistuskatakomben an der Via Appia, beigesetzt, der heilige Papst Zephyrinos, Ζεφυρινος, ein gebürtiger Römer, der 18 Jahre die römische Kirche geleitet hat und seinem Diakon, dem heiligen Kallistos, die Aufgabe übertragen hat, an der Via Appia für die Kirche von Rom ein Coemeterium anzulegen.

16. † am Montag, dem 14. Oktober 222/1, wurde in Rom, an der Via Aurelia auf dem Coemeterium des Calepodius, beigesetzt, der heilige Papst Kallistos I., Καλλιστος, Calixtus, etwa 56 J., ein gebürtiger Römer aus der Familie der Domitia, wahrscheinlich ursprünglich ein Sklave, der, 22-jährig zur Bergswerksarbeit auf Sizilien verbannt, später begnadigt, nach Rom zurück gekehrt ist. Als Diakon des heiligen Papstes Zephyrinos und in dessen Auftrag, gründete und verwaltete er den Katakombenfriedhof der Christen an der Via Appia, nach ihm Kallistoskatakomben genannt. Er starb als Märtyrer. Sein Grab war nicht auf dem nach ihm genannten Friedhof, sondern in Trastevere, wohl seiner Familie wegen. Er wurde nach seinem Martertod in einen Brunnen in Trastevere geworfen, daraus geborgen und in die Basilika Santa Maria in Trastevere getragen, dann insgeheim möglichst in der Nähe beigesetzt, da die Via Appia zu weit entfernt war für eine geheime Bestattung; der ChronographAls Chronograph (wörtlich „Zeitschreiber”, von altgriechisch χρόνος „Zeit” und γράφειν „schreiben”) wird - erstmals durch den Historiker Theodor Mommsen - der römischer Schreiber Furius Dionysius Filocalus bezeichnet, der 354 im Auftrag des christlichen Aristokraten Valentinus die Stadtgeschichte Roms verfasste. Darin waren erstmals im Westen ganzseitige Buchmalereien und erstmals wurde die Geburt Jesu auf den 25. Dezember datiert. 354 nennt als seine Ruhestätte das Coemeterium Calepodii, am 3. Meilenstein der Via Aurelia; dieses hatte seinen Namen von Callistus erhalten, der es gegründet hatte, als er einen in den Tiber geworfenen Märtyrer namens Calepodius, schnell und unauffällig begraben hat, als ersten auf dieser Ruhestätte. Später wurde Papst Julius I. (12. April 352/2) dort beigesetzt.

17. † am Mittwoch, dem 19. Mai 230/1, entschlief in Rom, der heilige Papst Urban I., Hauptstadtbürger, geboren in der Urbs, Rom, als Sohn des Pontianus, der die Kirche 8 Jahre lang, nach dem Martyrium seines Vorgängers Kallistos I., erfüllt von Glauben und Gottvertrauen, geleitet hat. Er galt bis 1969 als Märtyrer. Er wurde in der Papstgruft der von seinem Vorgänger fertig übernommenen Kallistuskatakomben beigesetzt.

18. † wohl am Donnerstag, dem 13. August 235/1, entschlief in der Verbannung auf Sardinien, der heilige Papst Pontianus, Überbrückender, aus der vornehmen römischen Familie der Calpurnier. Er war, zusammen mit seinem Gegenspieler, dem heiligen und gelehrten Priester Hippolyt, den seine Anhänger in Rom seit 217 als Gegenpapst ansahen, in die Erzbergwerke auf Sardinien verbannt worden. Dort einigten sich beide darauf, um der Einheit der Kirche zu dienen, der eine auf sein Papstamt, der andere ausdrücklich auf den Papstanspruch, zu verzichten und so den Platz freizumachen für die Wahl eines neuen Papstes. Kurz darauf ist Urban an den Strapazen der Schwerstarbeit zugrundegegangen und gilt daher als Märtyrer. Sein Leichnam wurde nach Rom gebracht und in der Papstgruft der Kallistus-Katakombe beigesetzt; auch Hippolyt erlag zur selben Zeit seinen Leiden, wurde also auch Märtyrer und auch nach Rom zurück gebracht, aber auf einem anderen Friedhof, nämlichan der Via Tiburtina, beigesetzt. Die Kirche gedenkt beider heiligen Märtyrer am selben Tag.

19. † am Sonntag, dem 3. Januar 236/2, entschlief in Rom, der heilige Papst Antheros, Ανθερος, ein gebürtiger Grieche, Sohn des Romulus, der, als Nachfolger des heiligen Pontianus, nach einem nur kurzem Pontifikat entschlief und in der Papstgruft der Kallistuskatakomben beigesetzt wurde.

20. † am Sonntag, dem 20. Januar 250/1, wurde in Rom in der Papstgruft der Kallistuskatakomben an der Via Appia beigesetzt, der, nach 14-jährigem Pontifikat, unter Kaiser Decius zum Märtyrer gewordene, heilige Papst Fabianus, ein Römer aus der Familie der Favier, Fabianus hieß auch sein Vater. Eine Woche nach dem Tod seines Vorgängers, am 10. Januar 236, wurde er, noch Laie, zum Papst gewählt, also von Gott berufen, in Folge zum Bischof geweiht und inthronisiert. Er hat, in der Friedenszeit vor der decischen Verfolgung, die Kirche der Urbs Roma in 7 Verwaltungsgebiete, regiones, eingeteilt, in jedem dieser Bezirke einen Diakon für die Verwaltung eingesetzt, jedem Bezirk eine Hauptkirche und ein bestimmtes Coemeterium zugewiesen. Er war einer der ersten Märtyrer der Verfolgung des Kaisers Decius. Sein Sarkophag wurde in der Kallistuskatakombe 1915 aufgefunden.

21. † am Mittwoch, dem 14. September 253/2, wurde in Rom, in der Lucinagruft der Kallistuskatakomben an der Via Appia, beigesetzt, der heilige Papst und Märtyrer Cornelius, Horn, der im Juni 253 in Centumcellae, Civitavecchia, in der Verbannung durch Kaiser Gallus, entschlafen war, nachdem er in seinem Amt in Rom der spaltenden Irrlehre des Novatian tapfer widerstanden hatte, aber mit großer Liebe sehr viele der in der decischen Verfolgung Abgefallenen, lapsi, in die Gemeinschaft der Kirche wieder aufgenommen hatte. Der heilige Cyprian (14. September 258/3) schreibt über ihn, dass er alles durchlitten hat, was erlitten werden kann. Beider Gedenktag ist übermorgen, am 16. September/1.

22. † am Sonntag, dem 5. März 254/3, wurde in Rom in den Kallistuskatakomben an der Via Appia beigesetzt, der heilige Papst Lucius, Lichter, Sohn des römischen Bügers Porphyrios, Nachfolger des heiligen Cornelius, der um des Glaubens an Christus willen Verbannung erlitten hat und als äußerst treu im Glaubensbekenntnis in den Ängsten seiner Zeit sich durch Ausgewogenheit und Klugheit bewährt hat. Er wird vom ChronographAls Chronographen (wörtlich „Zeitschreiber”, von altgriechisch χρόνος „Zeit” und γράφειν „schreiben”) wird - erstmals durch den Historiker Theodor Mommsen - der römischer Schreiber Furius Dionysius Filocalus bezeichnet, der 354 im Auftrag des christlichen Aristokraten Valentinus die Stadtgeschichte Roms verfasste. Darin waren erstmals im Westen ganzseitige Buchmalereien und erstmals wurde die Geburt Jesu auf den 25. Dezember datiert. 354 bereits genannt (hier unter 17. August/3).

23. † am Sonntag, dem 2. August 257/4, entschlief in Rom der heilige Papst Stephanus I., Στεφανος, Siegeskranz, ein Römer aus dem Geschlecht der Julier, der ebenfalls in der Papstgruft der Kallistuskatakombe beigesetzt wurde. Er war es, der, um die Einmaligkeit der durch die Taufe entstandenen Einigung mit Christus nicht zu verfinstern, das Gesetz erlassen hat, dass wenn Häretiker um Wiederaufnahme in die Kirche baten ihnen eine Wiedertaufe unbedingt verboten werden musste. Der ChronographAls Chronograph (wörtlich „Zeitschreiber”, von altgriechisch χρόνος „Zeit” und γράφειν „schreiben”) wird - erstmals durch den Historiker Theodor Mommsen - der römischer Schreiber Furius Dionysius Filocalus bezeichnet, der 354 im Auftrag des christlichen Aristokraten Valentinus die Stadtgeschichte Roms verfasste. Darin waren erstmals im Westen ganzseitige Buchmalereien und erstmals wurde die Geburt Jesu auf den 25. Dezember datiert. 354 nennt sein Grab (hier unter 17. August/3).

24. † am Freitag, dem 6. August 258/2, wurde in Rom als Märtyrer enthauptet, der heilige Papst Xystos II., Sixtus II., ein gebürtiger Grieche, der im Coemeterium Callisti mit seinen Gefährten bei der Feier der heiligen Liturgie, während seiner Predigt, von Soldaten, auf Befehl des Kaisers Valerian, überfallen und sofort an Ort und Stelle hingerichtet wurde. Mit ihm wurden enthauptet vier seiner sieben Diakone, nämlich Januarius, Magnus, Innocentius (auch Vincentius genannt) und Stephanus; der heilige Diakon Laurentius (10. August 258/1)wurde unter Bewachung zurückgestellt, damit er die vermuteten Kirchenschätze ausliefern könnte; er wurde vier Tage später auf dem glühenden Rost zu Tode gemartert. Die beiden übrigen Diakone, Agapitus und Felicissimus, wurden am selben Tag auf dem ganz nahen Coemeterium Praetextati enthauptet und dort auch begraben. Der heilige Papst Damasus (11. Dezember 384/1) verfasste zwei Versinschriften zu Ehren des Papstes Xystos und seiner Gefährten, von denen die eine noch am Ort in der Papstgruft ist, die andere nur in Abschriften erhalten ist. Des Papstes Xystos II. Reliquien wurden im 9. Jahrhundert vom heiligen Papst Leo IV., aus der Papstgruft in den Kallistuskatakomben außerhalb der Stadtmauern, in die ihm geweihte Kirche San Sisto Vecchio innerhalb der Stadtmauern überführt. Obwohl Xystos II. nur etwa ein Jahr lang Papst war, ist er, durch sein spektakuläres Martyrium, einer der bekanntesten Päpste der vorkonstantinischen Zeit. Sein Name und der seines Diakons Laurentius werden im Römischen Kanon, Hochgebet I., genannt. Sein Gedenken wird am folgenden 7. August/1, gefeiert.

25. † am Samstag, dem 26. Dezember 268/2, entschlief in Rom, der heilige Papst Dionysios, Διονυσιος, ein gebürtiger Grieche, der Einsiedler gewesen war. Als Papst nach der valerianischen Verfolgung hat er Mitbrüdern und Hinterbliebenen persönlich und schriftlich Trost gespendet, Gefangene und Gefolterte für Lösegeld freigekauft, Unwissende in den Glaubenslehren unterrichtet; so war er allen ein leuchtendes Vorbild. Auch er fand seine Ruhestätte in den Kallistuskatakomben, wie der ChronographAls Chronograph (wörtlich „Zeitschreiber”, von altgriechisch χρόνος „Zeit” und γράφειν „schreiben”) wird - erstmals durch den Historiker Theodor Mommsen - der römischer Schreiber Furius Dionysius Filocalus bezeichnet, der 354 im Auftrag des christlichen Aristokraten Valentinus die Stadtgeschichte Roms verfasste. Darin waren erstmals im Westen ganzseitige Buchmalereien und erstmals wurde die Geburt Jesu auf den 25. Dezember datiert. 354 bereits berichtet (hier unter 17.August/3).

26. † am Mittwoch, dem 30. Dezember 274/1, entschlief in Rom, der heilige Papst Felix I., Glücklicher, Sohn des Constantius, ein Römer, der ebenfalls in den Kallistuskatakomben beigesetzt worden ist. Bis 1969 war sein Gedenktag der 30. Mai und er trug den Ehrentitel Märtyrer, obwohl bekannt war, dass er zwar unter der Regierung Kaiser Aurelianus viel erduldet, aber nicht den Martertod erlitten hatte. Er wird vom ChronographenAls Chronograph (wörtlich „Zeitschreiber”, von altgriechisch χρόνος „Zeit” und γράφειν „schreiben”) wird - erstmals durch den Historiker Theodor Mommsen - der römischer Schreiber Furius Dionysius Filocalus bezeichnet, der 354 im Auftrag des christlichen Aristokraten Valentinus die Stadtgeschichte Roms verfasste. Darin waren erstmals im Westen ganzseitige Buchmalereien und erstmals wurde die Geburt Jesu auf den 25. Dezember datiert. 354 genannt (siehe hier unter 17. August/3).

27. † am Samstag, dem 8. Dezember 283/3, wurde in den Kallistuskatakomben beigesetzt, der heilige Papst Eutychianos, Ευτυχιανος, Gut-Glück, Sohn des Marinus aus Lodi in der Toskana.
Siehe auch ChronographAls Chronograph (wörtlich „Zeitschreiber”, von altgriechisch χρόνος „Zeit” und γράφειν „schreiben”) wird - erstmals durch den Historiker Theodor Mommsen - der römischer Schreiber Furius Dionysius Filocalus bezeichnet, der 354 im Auftrag des christlichen Aristokraten Valentinus die Stadtgeschichte Roms verfasste. Darin waren erstmals im Westen ganzseitige Buchmalereien und erstmals wurde die Geburt Jesu auf den 25. Dezember datiert. 354, hier 17. August/3.

28. † am Mittwoch, dem 22. April 296/4, wurde in Rom auf dem Coemeterium Callisti, in einer eigenen Kammer, mit einer erhaltenen griechischen Inschrift, beigesetzt, der in Salona in Dalmatien entschlafene heilige Papst Gaius, Cajus. Der Liber Pontificalis schreibt ihm die Ordnung der sieben Weihestufen zur Priesterweihe zu, der vier Niederen Weihen, Ostiarier, Lektor, Exorzist und Akolyth, dann die vier Höheren Weihen, Subdiakon, Diakon und schließlich Priester. Diese Ordnung muss aber älter sein, denn sie findet sich bereits in einem Brief des heiligen Papstes Cornelius (14. September 253/2) an den Erzbischof Fabius von Antiochien (Eusebius, Kirchengeschichte VI. 43). Diese Ordnung hat sich in der Kirche bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil gehalten, das die Niederen Weihen und die Subdiakonatsweihe abgeschafft und das dreigliedrig geordnete Priesteramt, nämlich Diakon, Priester und Bischof, angeordnet hat. Anfangs der diokletianischen Verfolgung hat der Papst Gaius lange in Rom im Untergrund, von immer anderen Verstecken aus, die Kirche geleitet, ist aber dann aus Rom in seine Heimat Dalmatien geflüchtet, obwohl er mit diesem Kaiser sogar verwandt war, ist aber unbestritten als Confessor, tapferer Bekenner des Glaubens entschlafen; er ist sogar der erste Nicht-Märtyrer, der diesen Ehrentitel Confessor, der eigentlich nichts anderes ist als die lateinische Übersetzung des griechischen Wortes Märtyrer, μαρτυς, ausdrücklich erhalten hat.
Siehe auch 17. August/3 ChronographAls Chronograph (wörtlich „Zeitschreiber”, von altgriechisch χρόνος „Zeit” und γράφειν „schreiben”) wird - erstmals durch den Historiker Theodor Mommsen - der römischer Schreiber Furius Dionysius Filocalus bezeichnet, der 354 im Auftrag des christlichen Aristokraten Valentinus die Stadtgeschichte Roms verfasste. Darin waren erstmals im Westen ganzseitige Buchmalereien und erstmals wurde die Geburt Jesu auf den 25. Dezember datiert. 354.

29. † am Mittwoch, dem 25. Oktober 304 -, entschlief in Rom, der heilige Papst Marcellinus, ein Römer, dessen Vater Projectus hieß. Er war Presbyter in Rom. Er leitete die Kirche vom 30. Juni 296 bis zu seinem Tod. Er ist der erste Bischof von Rom, von dem der Titel Papa, Papst, überliefert ist. Sein Todestag ist bekannt, aber sein Grab ist nicht bekannt. Nach seinem Tod folgte eine über vier Jahre lange Sedisvakanz. Es war noch die Zeit der langen und grausamen diokletianischen Verfolgung. Im Martyrologium Romanum 1956 wird er noch gleich zweimal aufgeführt, nämlich am Sterbetag, dem 25. Oktober und an einem Gedenktag, dem 26. April. Nach der Überlieferung soll er Märtyrer geworden sein, weil er es, wie Tausende treue Christen seiner Zeit, ablehnte, den Göttern zu opfern. Für sein Blutzeugnis scheint es aber so, als sei der Nachweis nicht überzeugend zu erbringen. Das neue Martyrologium Romanum 2001 und 2004 hat ihn - vorsichtshalber? - ganz übergangen und nicht mehr unter seinem Namen Marcellinus, Papst, aufgenommen.
Siehe auch 17. August/3 ChronographAls Chronograph (wörtlich „Zeitschreiber”, von altgriechisch χρόνος „Zeit” und γράφειν „schreiben”) wird - erstmals durch den Historiker Theodor Mommsen - der römischer Schreiber Furius Dionysius Filocalus bezeichnet, der 354 im Auftrag des christlichen Aristokraten Valentinus die Stadtgeschichte Roms verfasste. Darin waren erstmals im Westen ganzseitige Buchmalereien und erstmals wurde die Geburt Jesu auf den 25. Dezember datiert. 354.

30. † am Sonntag, dem 16. Januar 309/1, wurde in Rom, in der Priszillakatakombe an der Via Salaria Nuova, beigesetzt, der in der Verbannung, vielleicht auf Sizilien, entschlafene heilige Papst Marcellus I., der, gebürtig aus Rom, in der diokletianischen Verfolgung nur kurze Zeit, vom 27. Mai 305 an, die Kirche geleitet, aber sehr viel gelitten hat. Er wurde von vielen lapsi, in der Verfolgung Abgefallenen, heftig angegriffen, weil er als Voraussetzung für ihre Wiederaufnahme in die Kirche nicht leichte Bußwerke forderte, ohne dieselben er sie zum Warten verurteilte. Papst Damasus (11. Dezember 384/1) hat für ihn eine Grabinschrift gedichtet, die in Abschrift erhalten ist.

31. † wahrscheinlich am Donnerstag, dem 17. August 310/3, entschlief auf Sizilien in der Verbannung durch Kaiser Maxentius, der heilige Papst Eusebius, Ευσεβιος der Fromme, gebürtiger Grieche und Sohn eines Arztes. Sein Leichnam wurde nach Rom überführt und in der Kallistuskatakombe beigesetzt. Papst Damasus (11. Dezember 384/1) verfasste ihm eine Grabinschrift in Versen. Siehe auch 17. August/3 ChronographAls Chronograph (wörtlich „Zeitschreiber”, von altgriechisch χρόνος „Zeit” und γράφειν „schreiben”) wird - erstmals durch den Historiker Theodor Mommsen - der römischer Schreiber Furius Dionysius Filocalus bezeichnet, der 354 im Auftrag des christlichen Aristokraten Valentinus die Stadtgeschichte Roms verfasste. Darin waren erstmals im Westen ganzseitige Buchmalereien und erstmals wurde die Geburt Jesu auf den 25. Dezember datiert. 354.

32. † am Sonntag, dem 10. Januar 314/1, wurde in Rom, auf dem Coemeterium des Kallistus an der Via Appia, (17. August/3: ChronographAls Chronograph (wörtlich „Zeitschreiber”, von altgriechisch χρόνος „Zeit” und γράφειν „schreiben”) wird - erstmals durch den Historiker Theodor Mommsen - der römischer Schreiber Furius Dionysius Filocalus bezeichnet, der 354 im Auftrag des christlichen Aristokraten Valentinus die Stadtgeschichte Roms verfasste. Darin waren erstmals im Westen ganzseitige Buchmalereien und erstmals wurde die Geburt Jesu auf den 25. Dezember datiert. 354) beigesetzt, der heilige Papst Miltiades, Melchiades, Μιλτιαδης, ein Nordafrikaner, der als Erster die Zeit des konstantinischen Friedens erlebte, aber, von den Sektierern die Donatisten genannt werden hart bedrängt, klug bemüht war um herzliche Einigkeit. Er gründete, auf dem vom Kaiser geschenkten Gelände, die Lateranbasilika und den Lateranpalast als Residenz der Päpste und begann mit der Errichtung; die Kirche war dem Allerheiligsten Erlöser, Salvator, später, unter Gregor dem Großen (12. März 604/6), den heiligen Johannes dem Täufer und Johannes dem Evangelisten, San Giovanni in Laterano, geweiht. Ihr Titel: Sacrosancta Lateranensis Ecclesia, Omnium Urbis et Orbis Ecclesiarum Mater et Caput, Mutterkirche und Hauptkirche aller Kirchen der Stadt Rom und der Erde.

33. † am Mittwoch, dem 31. Dezember 335/1, wurde in Rom, in den Priszillakatakomben (17. August/3: ChronographAls Chronograph (wörtlich „Zeitschreiber”, von altgriechisch χρόνος „Zeit” und γράφειν „schreiben”) wird - erstmals durch den Historiker Theodor Mommsen - der römischer Schreiber Furius Dionysius Filocalus bezeichnet, der 354 im Auftrag des christlichen Aristokraten Valentinus die Stadtgeschichte Roms verfasste. Darin waren erstmals im Westen ganzseitige Buchmalereien und erstmals wurde die Geburt Jesu auf den 25. Dezember datiert. 354), beigesetzt, der heilige Papst Silvester I., Waldmann, der unter Kaiser Konstantin die Zeit der Wende zugunsten der Kirche erlebt hat, nach der Verfolgung zuerst, 311, die Duldung, dann 321 die Bestimmung zur Reichsreligion, dazu den Bau der konstantinischen Basiliken in Rom, am Lateran und an den Apostelgräbern von Petrus und Paulus, dazu in Jerusalem und Bethlehem die Basiliken an den Orten der Geburt, des Kreuzestodes und der Auferstehung Jesu, dazu dort auf dem Ölberg an der Stelle der Himmelfahrt, der auf dem Konzil von Nikaia 325 Christus als den wahren Sohn Gottes, éines Wesens mit dem Vater, ομουσιος, und die Verurteilung der Irrlehre des Arius, ομοιουσιος, ähnlichen Wesens, veranlasst hat. Er residierte in dem vom Kaiser geschenkten und von seinem Vorgänger Melchiades begonnenen Lateranpalast, an der Erlöser-Basilika Sanctissimi Salvatoris.

34. † am Donnerstag, dem 7. Oktober 336/5, entschlief in Rom. der heilige Papst Marcus, der zuvor Bischof von Ostia gewesen, ein Sohn des römischen Bürgers Priscus. Er liegt begraben auf dem Friedhof Santa Balbina (ChronographAls Chronograph (wörtlich „Zeitschreiber”, von altgriechisch χρόνος „Zeit” und γράφειν „schreiben”) wird - erstmals durch den Historiker Theodor Mommsen - der römischer Schreiber Furius Dionysius Filocalus bezeichnet, der 354 im Auftrag des christlichen Aristokraten Valentinus die Stadtgeschichte Roms verfasste. Darin waren erstmals im Westen ganzseitige Buchmalereien und erstmals wurde die Geburt Jesu auf den 25. Dezember datiert. 354, 17. August/3), an der Via Ardeatina. 1992 wurden auf einer Wiese neben dieser Katakombe die Spuren der 336 von Kaiser Konstantin für den soeben verstorbenen Papst Marcus erbauten Marcus-Basilika entdeckt; die folgenden Ausgrabungen brachten eine seltene Umgangs-Basilika zutage. Sie wird bald für Besucher rekonstruiert sein. Zu seinen Lebzeiten stiftete Papst Marcus den Titulus in Pallacinis, als er die seinem Namenspatron, dem heiligen Evangelisten Markus, geweihte Basilika erbaute, die heute wie in den Palazzo Venezia eingebaut scheint.

34a. † am Sonntag, dem 12. April 352/2, entschlief in Rom, der heilige Papst Julius I., der Nachfolger des Papstes Marcus. Er kämpfte für die orthodoxe Lehre des Konzils von Nikaia und urteilte immer wieder zugunsten des heiligen Athanasius (2. Mai 373/1), der 339, aus Alexandria vertrieben, zu ihm flüchtete, 340 auf der vom Papst einberufenen SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. von über 50 Bischöfen gerechtfertigt, 341 auf einer von Antiochien angegriffen und abgesetzt, 343 auf der vom Papst nach Sardika, Sofia, einberufenen von den orientalischen Bischöfen abgelehnt, von den römischen Bischöfen verteidigt wurde, so dass die auseinander ging ohne eine Entscheidung zu fällen. 346 konnte Athanasius nach Alexandrien zurückkehren und reiste aus seinem Exil in Trier über Rom zurück, wo der Papst ihm ein herzliches Geleitschreiben mitgab. Schon zwei Jahre nach seinem Tod wurde er vom ChronographenAls Chronograph (wörtlich „Zeitschreiber”, von altgriechisch χρόνος „Zeit” und γράφειν „schreiben”) wird - erstmals durch den Historiker Theodor Mommsen - der römischer Schreiber Furius Dionysius Filocalus bezeichnet, der 354 im Auftrag des christlichen Aristokraten Valentinus die Stadtgeschichte Roms verfasste. Darin waren erstmals im Westen ganzseitige Buchmalereien und erstmals wurde die Geburt Jesu auf den 25. Dezember datiert. (siehe 17. August/3) mit Grabstätte, nämlich auf dem von Callistus für den Märtyrer Calepodius begonnenen Coemeterium Calepodii, an der Via Aurelia am 3. Meilenstein, genannt, schließlich steht dabei Callisti, weil dieser Papst ebenfalls dort bestattet worden ist. Später wurde Julius I. in die Basilika Santa Maria in Trastevere übertragen.

35. † am Mittwoch, dem 11. Dezember 384/1, entschlief in Rom, der heilige Papst Damasus, dessen Vater Antonius, ein Diakon der römischen Kirche, war. Als Diakon sorgte er für die Pflege der Gräber der Märtyrer und verfasste viele Gedenkverse zu ihrer Ehre. Er sandte seinen Sekretär, den heiligen Hieronymus (30. September 430/1) ins Heilige Land, mit dem Auftrag eine gute lateinische Bibelübersetzung, nach den Ursprachen hebräisch und griechisch, zu erstellen. Er hatte gegen sehr viele Schismata und Häresien zu kämpfen und berief hierzu öfters Bischofssynoden ein, besonders zur Durchsetzung des Nikänischen Glaubensbekenntnisses.

36. † am Donnerstag, dem 26. November 399/1, wurde in Rom, in den Priszillakatakomben an der Via Salaria Nuova, der Neuen Salzstraße, beigesetzt, der heilige Papst Siricius, ein gebürtiger Römer, den der heilige Ambrosius (4. April 397/3) lobt, weil er die Lasten aller Bischöfe trug, sie die Urkunden der Väter lehrte und diese durch seine apostolische Autorität bestätigte.

37. † am Donnerstag, dem 19. Dezember 401/1, wurde in Rom, auf dem Coemeterium des Pontianus an der Via Portuense, beigesetzt, der heilige Papst Anastasios I., Αναστασιος, der Auferstehung zugewandt, ein Römer aus dem Haus der Massimi, Vater seines Nachfolgers. Er war ein Mann von überreicher Armut und apostolischem Eifer, der häretischen Irrlehren mit Bestimmtheit entgegentrat. Er stand in Verbindung mit dem heiligen Hieronymus (30. September 420/1) und Paulinus von Nola (22. Juni 431/1).

38. † am Montag, dem 12. März 417/4, wurde in Rom, auf dem Coemeterium des Pontianus ad Ursum pileatum, Zum Zottigen Bären, beigesetzt, der heilige Papst Innozenz I., der Unschuldige, geboren in Alba bei Rom als Sohn des heiligen Papstes Anastasius I., seines Vorgängers im Petrusamt. Er erlebte 410 die Eroberung Roms durch Alarich und alles damit zusammenhängende Elend. Er war der große Vorkämpfer für den päpstlichen Primat, der etwa in Briefen an heilige Bischöfe Galliens, Victoricius von Rouen (7. August, um 410/6) und Exuperius von Toulouse (28. September, nach 411/6), in wichtigeren Angelegenheiten die schriftliche Bitte um Stellungnahme des Papstes zur Entscheidung einforderte. Sein Eintreten zugunsten des verbannten Patriarchen Johannes Chrysostomos (14. September 407/5) brachte ihm den zeitweiligen Streit mit den ostkirchlichen Patriarchen von Konstantinopel und Antiochien ein. Er tröstete den heiligen Hieronymus (30. September 420/1) und approbierte, gab seine Zustimmung zum Inhalt, den Werken des heiligen Augustinus (28. August 430/1).

39. † am Donnerstag, dem 26. Dezember 418/4, wurde in Rom, in der Basilika San Lorenzo sulla Via Tiburtina, beigesetzt, der heilige Papst Zosimus, Ζωσιμος, dem Leben zugewandt, ein gebürtiger Grieche, der als Presbyter in Rom gedient hatte. Er hatte sich nicht gut in die römische Mentalität eingelebt. Mit seiner Vorliebe für die Betonung seines auf den heiligen Petrus zurückgehenden Primats, verband er soviel Temperament und Spontaneität, dass er es fertigbrachte, durch Fehlbesetzung in Gallien mit den dortigen Bischöfen Streit zu bekommen, und durch krasse Fehlurteile in Nordafrika die dortigen Bischöfe gegen sich zu mobilisieren. Sein Nachfolger hatte die nicht leichte Aufgabe, statt Öl nun Wasser auf die Flammen zu gießen, was den ersehnten Frieden-in-der-Ordnung wieder herstellte.

40. † am Montag , dem 4. September 422/3, wurde in Rom, auf dem Coemeterium des Maximus an der Via Salaria, beigesetzt, der heilige Papst Bonifatius I., ein Romano di Roma, dessen Amtszeit hauptsächlich geprägt war durch seine erfolggekrönten Bemühungen, die kirchliche Disziplin, die vielfach durch die Ungeschicklichkeiten seines Vorgängers aus dem Gleichgewicht gekommen war, wieder zustimmungsfähig zu machen.

41. † am Mittwoch, dem 27. Juli 432/4, wurde in Rom, im Coemeterium der Priszilla an der Via Salaria, beigesetzt, der heilige Papst Coelestin I., dem Himmel verbunden, Sohn des Priscus, geboren in der Campagna. Er erwarb sich hohe Verdienste durch seinen missionarischen Glaubenseifer um die Ausbreitung und Festigung des Glaubens. Er weihte Bischöfe für England und Irland, sandte sie dorthin und gründete so dort die ersten Bistümer. Er befürwortete sehr die auf dem Konzil von Ephesus 431 erfolgte Dogmatisierung der Lehre von Maria als Gottesgebärerin, Θεοτοκος, und die Verurteilung des Nestorius, der diese Lehre ablehnte. Aus diesem Anlass fasste er den Plan zur Errichtung der Basilika Santa Maria Maggiore, den sein Nachfolger verwirklichte.

42. † am Montag, dem 19. August 440/6, wurde in Rom, in San Lorenzo sulla Via Tiburtina, beigesetzt, der heilige Papst Xystus III., Sixtus III., ein Römer, der in Rom als Presbyter gedient hatte. Er erreichte den Ausgleich zwischen den zerstrittenen Patriarchen von Antiochien und Alexandrien und schenkte dem Volk Gottes in der Urbs Roma die Marienbasilika auf dem Esquilin, Santa Maria Maggiore zur Ehren der auf dem Konzil von Ephesus 431 als Gottesgebärerin, Θεοτοκος, anerkannten Muttergottes. Die Basilika wurde das Bethlehem in Rom.

43. † am Freitag, dem 10. November 461/1, wurde, in Rom im Petersdom, beigesetzt, der heilige Papst und Kirchenlehrer Leo I. der Große, Sohn des Quintinian, geboren im Etruskischen, der als eifriger Archidiakon in Rom diente, 440 Legat in Gallien war und im selben Jahr am 19. August in Rom zum Bischof gewählt und am 29. August geweiht worden ist. Er wird mit Recht der Große genannt, denn er hat seine Kirche durch ausgezeichnete und kluge Glaubensverkündigung genährt und durch seine Legaten 451 auf dem Ökumenischen Konzil von Chalcedon die wahre Lehre von der Menschwerdung Gottes ausdrücklich bestätigt.

44. † am Donnerstag, dem 29. Februar 468/1, wurde in Rom, in der Krypta von San Lorenzo fuori le Mure an der Via Tiburtina, der heilige Papst Hilarius, gebürtig aus Cagliari, auf der Insel Sardegna, der in Rom Archidiakon war. Als solcher war er vom Papst Leo dem Großen als Legat nach Ephesus gesandt worden, wo er an der sogenannten Räubersynode 449 teilnahm. 461 wurde er der Nachfolger des heiligen Leo des Großen. Er verfasste Lehrschreiben über den katholischen Glauben, in denen er die Lehren der Ökumenischen Konzilien von Nikaia 325, von Ephesus 431 und von Chalkedon 451, bestätigte und den Primat des Heiligen Stuhles in Rom einleuchtend darstellte.

45. † am Donnerstag, dem 10. März 483/4, wurde in Rom, im Porticus von Alt-Sankt-Peter, neben dem heiligen Papst Leo dem Großen, beigesetzt, der nach langer Krankheit entschlafene, heilige Papst Simplicius, der Einfachere, der gebürtig war aus Tivoli. Der Untergang des weströmischen Reiches 476 und die Verwüstung auch Roms durch die siegreichen Barbaren forderten den Papst als Diplomaten und Restaurator vieler römischer Kirchen, die Gefahr der monophysitischen Irrlehre in den drei ostkirchlichen Patriarchaten forderten den Diplomaten als guten Theologen. Er wurde nicht müde, den Beschluss des Konzils von Chalkedon 451 den Patriarchen von Konstantinopel, Antiochien und Alexandrien in Erinnerung zu rufen, verbunden mit der Aufforderung, den Glauben ihrer Ortskirchen, vor allem der Bischöfe und Priester, entsprechend orthodox, ορθοδοξ, rechtgläubig durchzusetzen. In Konstantinopel neigten die Patriarchen und die Kaiser immer deutlicher danach, dem Bischof der Reichshauptstadt Konstantinopel eine Art Primat vor dem Nachfolger des heiligen Petrus in Rom zu zuerkennen. Die vielen und klugen Bemühungen des Papstes Simplicius ernteten nur wenig Erfolge.

46. † am Sonntag, dem 1. März 492/1, wurde in Rom, in der Basilika Sankt Paul an der Via Ostia, beigesetzt, der heilige Papst Felix III., Römer, Sohn des Presbyters Felix, aus der Adelsfamilie Anicia, der vormals verheiratet gewesen, auch Vorfahre des heiligen Papstes Gregor des Großen (12. März 604/6) war. Er setzte die Pro-Chalkedon-Politik seiner Vorgänger fort und ging soweit, wegen monophysitischer Einstellung die Absetzung des Patriarchen von Alexandrien zu verlangen und sogar den Kirchenbann über den Patriarchen von Konstantinopel zu verhängen, der 519 entfiel wegen des rechtgläubigen Bekenntnisses von Kaiser Justinian dem Großen und folglich des von ihm abhängigen Patriarchen.

47. † am Donnerstag, dem 21. November 496/5, wurde in der Petersbasilika beigesetzt, der zwei Tage vorher entschlafene heilige Papst Gelasius I., in Rom geborener Sohn des Afrikaners Valerius. Er war dictator, schriftführender Archidiakon, seines Vorgängers gewesen, hatte also dessen Schreiben formuliert. Mit allem Nachdruck forderte er von seinen ostkirchlichen Mitbischöfen die Durchsetzung der anti-monophysitischen Lehre des Konzils von Chalkedon 451. Dem Kaiser in Konstantinopel gegenüber formulierte er als Erster kurz und eindeutig die Lehre von den zwei Gewalten, der geistlichen und der weltlichen, mit den je eigenen Zuständigkeiten, in gegenseitiger Freiheit. In liebevoller Sorge für die Armen ging er am Ende so weit, dass er selber in äußerster Armut starb.

48. † am Samstag, dem 19. Juli 514/5, wurde in Rom, in der Vorhalle von Alt-Sankt-Peter, beigesetzt, der heilige Papst Symmachus, gebürtig von der Insel Sardegna, der in Rom als Diakon gedient hatte. Als er am 22. November 498 in der Lateranbasilika, umgeben von seinen dem Patriarchen und dem Kaiser von Konstantinopel kritisch-versöhnlich gesinnten Anhängern, geweiht wurde, weihte zur selben Stunde die byzanzabhängige Gegenpartei in Santa Maria Maggiore, den Laurentius als Gegenpapst. Die Spaltung ging erst 506 halbwegs zuende, als der Ostgotenkönig Theoderich der Große (456 - 526) Laurentius endgültig fallenließ und Symmachus als rechtmäßigen Papst wieder anerkannte. In all den Jahren entschied der arianische, in Byzanz ausgebildete, König sich abwechselnd für den Papst oder den Gegenpapst, jenachdem wie es der von ihm erstrebten möglichst unabhängigen Stellung zwischen Rom und Konstantinopel von Vorteil war. Es war für den Papst eine sehr schwere Zeit, in der er, hell wachend, jeweils den günstigsten Augenblick für die Wahrheit genutzt hat, etwa durch Einberufen von SynodenSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. 499, 501 und 502, auf denen er seine Leute zur Unterstützung seiner Linie motivierte und die Gegenpartei zum Einlenken einlud. In Gallien ordnete er die Verhältnisse neu, indem er Caesarius von Arles (27. August 542/7) das Pallium und damit den Vorsitz aller Bischöfe der Region übersandte, und indem er die Bekehrung des Königs Sigismund von Burgund (1. Mai 524/8) annahm und ihn möglichst unterstützte. Schließlich entschlief er, zwar ermattet, aber als wacher und treuer Bekennes des rechten Glaubens.

49. † am Sonntag, dem 6. August 523/4, wurde in Rom, in Alt-Sankt-Peter, beigesetzt, der heilige Papst Hormisdas, Sohn des Justus aus Frosinone in der Campagna. Er war, bevor er Priester wurde, verheiratet; sein Sohn Silverius (2. Dezember 537/5) wurde 536 kurz und schmerzreich einer seiner Amtsnachfolger. Er erntete die Früchte der Mühen seiner Vorgänger, er durfte 519 das rechte Glaubensbekenntnis des Kaisers Justinian I. zur Wiedervereinigung der Ostkirche mit Rom und bei einigen westeuropäischen Völkern eine neue Anerkennung der Rechte der Kirche erleben.

50. † am Montag, dem 18. Mai 526/1, entschlief in Gefangenschaft in Ravenna, der heilige Papst und Märtyrer Johannes I. Er war der Sohn des Constantinus aus Popolonia in der Toskana. Der Kirche von Rom diente er als Diakon, bevor er am 23. August 523 zum Bischof gewählt und geweiht wurde. Der König Theoderich schickte den sanftmütigen Papst zum Kaiser Justinian I. nach Konstantinopel, damit er dort seine königlichen Wünsche zu erfüllen helfe. Zur selben Zeit verhaftete er den römschen Staatsmann und Parteigänger des Papstes, den gelehrten Severinus Boëthius (23. Oktober 524/6), den er wegen angeblichen Hochverrates hinrichten ließ. Der Papst reiste an den Hof des Kaisers von Ostrom. Als erster Papst feierte er mit der Ostkirche, in der Kathedrale in Konstantinopel, die heilige Liturgie des Auferstandenen zum Osterfest. Auf seiner Rückreise wurde er in Ravenna vom unzufriedenen König ungnädig aufgenommen und in den Kerker eingesperrt, in dem er bald, für Christus den Herrn, seinen Entbehrungen erlegen ist. Er wurde nach Rom überführt und begraben in Sankt Peter. Der König befahl den Zuständigen in Rom, den Kardinalpriester Felix, der ihm gefiel, zum neuen Papst zu wählen.

51. † am Samstag, dem 12. Oktober 530/5, wurde im Petersdom beigesetzt, der am 22. September entschlafene heilige Papst Felix IV. Er stammte aus Samnium im Benevent und war Kardinalpriester in Rom. Er hatte 519 an der päpstlichen Delegation teilgenommen, die in Konstantinopel das Glaubensbekenntnis des Kaisers Justinian I. entgegennahm und die Kirchenspaltung beendete. Auf Befehl des Ostgotenkönigs wurde er zum Papst gewählt und am 12. Juli 526 zum Bischof konsekriert. Am 30. August 526 starb Theoderich. Felix IV. ließ die noch heute bestaunten Mosaiken in San Cosma e Damiano, an der Via Sacra auf dem Forum Romanum, anbringen. Er sandte an den Metropoliten von Süd-Gallien, Caesarius von Arles (27. August 542/7), die Capitula über das Verhältnis von göttlicher Gnade und menschlicher Freiheit zueinander, Texte aus der Heiligen Schrift und aus den Kirchenvätern, vor allem aus Augustinus, die auf der SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. von Orange 529 angenommen und publiziert wurden, die der Bekämpfung von semi-pelagianischen Strömungen dienten. Felix bestimmte, Bonifatius II. zu seinem Nachfolger zu wählen, was auch geschehen ist.

52. † am Dienstag, dem 22. April 536/6, entschlief in Konstantinopel, der heilige Papst Agapitus I., Agapet I., Αγαπητος, Geliebter, Sohn des römischen Priesters Gordianus, der als Archidiakon gedient hatte. Er bestand tapfer darauf, dass der Papst vom Klerus der Urbs Roma frei und unabhängig gewählt werden sollte, auch darauf, dass das Ansehen der Kirche überall zu respektieren sei. Der arianische Gothenkönig Theodotus schickte ihn nach Konstantinopel zum Kaiser Justinian, um den rechten, ορθοδοξια Glauben zu festigen, also gegen den Monophysitismus und für die Anerkennung des Konzilsbeschlusses von Chalkedon zu kämpfen. Er fand am kaiserlichen Hof den wohl von seinem Vorgänger dorthin entsandten Apokrisiar Vigilius vor, der schon im folgenden Jahr Papst werden sollte. Er setzte den monophysitisch infizierten Patriarchen Anthimos ab und konsekrierte den Patriarchen Menas für die Kirche von Konstantinopel. Er entschlief in der Hauptstadt von Ost-Rom und wurde nach West-Rom zurückgebracht; seine Grablege befindet sich im Petersdom.

53. † am Mittwoch, dem 2. Dezember 537/5, entschlief in der Verbannung, auf der Insel Palmarola, eine kleine Insel der Ponzagruppe im Tyrrhenischen Meer, westlich von Neapel, der heilige Papst und Märtyrer Silverius, Waldmann. Sein Vater war der heilige Papst Hormisdas (6. August 523/4; hier oben: 49), geboren war er in Frosinone in der Campagna. Er diente als Subdiakon der römischen Kirche. Der Ostgotenkönig erzwang seine Wahl zum Papst, gegen den Unwillen des römischen Klerus, der aber, nach seiner Konsekration am 8. Juni 536, das unvollständig signierte Wahldekret durch die noch fehlenden Unterschriften ergänzte. Im Dezember 536 besetzte der oströmische General Belisar kampflos die Urbs Roma und wurde vom Papst freundlich empfangen. Die Kaiserin Theodora von Konstantinopel schickte den im Auftrag des vorigen Papstes in Konstantinopel tätigen Apokrisiar (Αποκρισιαριος Responsalis, den verbindlich Verantwortlichen für zuverlässige Informationen hin und her, in etwa vergleichbar dem heutigen Nuntius), den Archidiakon Vigilius, nach Rom zurück, mit einem Brief an den Besatzungsgeneral Belisar und einem unzumutbaren Befehl an Papst Silverius: der General hatte Vigilius zu helfen und der Papst hatte, von Vigilius mündlich aufgefordert, den von seinem Vorgänger Agapitus I. abgesetzten monophysitisch infizierten Patriarchen Anthimos in Konstantinopel wieder ins Amt einzusetzen und anzuerkennen. Erwartungsgemäß lehnte der Papst das Ansinnen ab. Daraufhin organisierte Vigilius Unruhen in Rom, indem er das Gerücht verleumderisch ausstreute, der Papst Silverius sei in hochverräterischer Abhängigkeit vom Ostgotenkönig., errang mit Mühe die ungern gewährte Hilfe Belisars und ließ, im Namen der Kaiserin, den Papst Silverius kurzerhand für amtsenthoben erklären. Sie ließ ihn durch Belisar am 11. März 537 verhaften und nach Patara in Lykien in die Verbannung verschleppen. Am 29. März 537 ließ sich Vigilius zum Papst wählen und konsekrieren. Der Bischof von Patara setzte sich beimKaiser Justinianos I. zugunsten des bei ihm Verbannten ein und dieser entschied, dass der Papst nach Rom zurückgebracht und dort eine gerichtliche Klärung herbeigeführt werde, wer der rechtmäßige Papst sei. Vigilius erreichte bei Hof in Konstantinopel, dass Silverius, in Richtung Rom unterwegs, ihm übergeben würde, fing ihn bei der Landung auf italienischem Boden gleich ab und schickte ihn sofort weiter ins Exil auf die Insel Palmaria. Danach regierte er die Kirche ungestört bis 545, wurde aber, im Zusammenhang mit dem Dreikapitelstreit ab 544, am Caecilientag 545 von kaiserlichen Truppen in der Caecilienkirche in Trastevere, noch vor dem Schlusssegen der Papstmesse, verhaftet und nach Ost-Rom entführt, bis kurz vor seinem Tod; Papst und Kaiser übertrafen einander gegenseitig in Intrigen und deren Misslingen, so dass der Papst in Kirche und Kirchengeschichte ein sehr unerfreuliches Andenken hinterließ. Endlich, gebrochen freigelassen, starb er auf der Rückreise nach Rom, am 7. Juni 555 in Syrakus und sein Leichnam, nach Rom gebracht, wurde nicht in Sankt Peter, sondern nur in den Priszillakatakomben begraben. - Sein Vorgänger, Papst Silverius, aber hatte auf der Insel im Exil, seine Amtsverzichtserklärung am 11. November 537 unterschrieben und entschlief kurz danach, von Kummer und Entbehrungen zermürbt. Er wird als heiliger Papst und zurecht als Märtyrer verehrt; Papst Vigilius, der wenig wachsame Wächter, der in den letzten zehn Jahren seines Lebens durch Schaden und Schande für seinen Ehrgeiz und seine Intrigen hat büßen müssen, der aber schließlich doch der katholischen Wahrheit die Treue gehalten hat, sei der Barmherzigkeit empfohlen.

54. † am Donnerstag, dem 12. März 604/6, entschlief in Rom, der heilige Papst Gregor I., Γρηγοριος, der Wächter, der Große. Er war Sohn des Gordianos, aus der römischen Senatorenfamilie der Anicia. 572 war er Praefectus Urbi, höchster Staatsbeamter Roms. Nach dem Tod seines Vaters, zog er sich nach Sizilien zurück und gründete dort sechs Klöster, dann kehrte er 575 in sein Elternhaus auf dem Clivus Scauri zurück und verwandelte es in ein Kloster zur Ehren des heiligen Andreas. 578 wurde er zum Diakon geweiht und im Jahr darauf als solcher zum päpstlichen Apokrisiar am kaiserlichen Hof nach Konstantinopel entsandt. 585 in Rom zurück, wurde er Berater des Papstes Pelagius II.. Nach dessen Pest-Tod am 7. Februar 590 wurde er sofort vom Volk zum Papst ausgerufen und am 3. September 590/1 zum Bischof, Pontifex Urbi, geweiht; daher ist dieser Tag seit 1969 sein Gedenktag geworden. Ein Diakon aus Tours, der den Tod des Papstes und Wahl und Konsekration seines Nachfolgers in Rom als Augenzeuge erlebte, war die Quelle für den Bericht des Gregor von Tours (17. November 594/7) in seiner Historia Francorum X. 1. Dieser konnte sogar den Wortlaut des päpstlichen Dekretes zitieren, mit der der neue Papst, zur Abwendung der Pest, die große Bittprozession am 25. April 590, die Litaniae Majores, Siebenförmige Litanei, mit ihrer ganzen Ordnung eingeführt hat, die erste Allerheiligenlitanei; sieben Prozessionen bewegten sich von sieben Kirchen aus sternförmig zur Basilika Sancta Maria Major, wo feierlich die heilige Bitt-Messe gefeiert wurde, allerdings noch nicht vom Papst, der ja noch Diakon war. Der Papst sandte den Prior seines Andreasklosters, Augustinus (26. Mai 604/6) mit 40 Mönchen nach Canterbury zur Errichtung der Hierarchie in England. Er band die Kirche Spaniens an Rom, bekehrte die arianischen Langobarden und Westgoten zur Katholizität, beendete die Kirchenspaltung von Mailand. Viele seiner Homilien werden noch heute im Stundengebet der Kirche verwendet; im ganzen Mittelalter war sein Werk Moralia, ein Kommentar zum Buch Hijob in 35 Büchern, das Standardwerk der Moraltheologie. Sein Liber Regulae Pastoralis war für den Seelsorgspriester das, was die Regula Benedicti für Mönche war. Er entschlief im Vatikanischen Palast an Sankt Peter und liegt begraben im Petersdom. Er nannte sich servus servorum Die, Diener der Diener Gottes. Seit Papst Bonifaz VIII. um 1300 wird er als Vierter den drei großen abendländischen Kirchenvätern Ambrosius (4. April 397/3), Hieronymus (30. September 420/1) und Augustinus (28. August 430/1) zugezählt.

55. † am Donnerstag, dem 8. Mai 615/8, entschlief in Rom, der heilige Papst Bonifatius IV., Sohn des Arztes Johannes aus der Gegend um L’Aquila. In Rom war er Diakon und Schatzmeister. Vom Kaiser Phokas erwarb er das Pantheon und wandelte es um in eine Kirche, die er am 13. Mai 609 dem Einen und Dreifaltigen Gott weihte, zur Ehren der Allerseligsten Jungfrau und Gottesgebärerin Maria und aller heiligen Märtyrer, Sancta Maria ad Martyres. Er förderte auch sehr die Disziplin in der monastischen Lebensweise. Er wurde im Petersdom beigesetzt.

56. † am Mittwoch, dem 8. November 618/3, entschlief in Rom, der heilige Papst Adeodatus I., Deusdedit I., von Gott gegeben, Sohn eines römischen Subdiakons Stephanus. Er liebte seinen Klerus und sein Volk und war ein durch Schlichtheit und Weisheit berühmter Mensch. Er ruht im Petersdom.

57. † wohl am Mittwoch, dem 13. April 656/1, trafen in Rom die sterblichen Überreste von Papst Martin I. ein und wurden in San Martino ai Monti beigesetzt. Der Papst, der auch als Märtyrer verehrt wird, war in der Verbannung in Cherson auf der Krim am 16. September 655 seinen Enttäuschungen und Entbehrungen erlegen. Geboren war er 591 in Todi in Umbrien. Vor seiner Wahl zum Papst war er Diakon und päpstlicher Apokrisiar am Hof in Konstantinopel. Als er am 5. Juli 649 seinen Dienst im päpstlichen Amt begann, wurde er immer mehr in die steigenden Spannungen zwischen dem Kaiser in Konstantinopel, der zur Irrlehre des Mono-theletismus neigte und 648 per Gesetz jede Diskussion über diese Glaubensfrage, Typos genannt, unter Strafandrohung verboten hatte, und der katholischen Lehre von den zwei Willen im einen Christus, dem wahren Gott und wahren Mensch zugleich, in dem der göttliche Wille und der menschliche Wille untrennbar, ohne Vermischung miteinander vereint sind. Dazu kamen politische Spannungen zwischen dem Kaiser in Ost-Rom und seinem Exarch in Ravenna. Da Papst Martin schon für Oktober 649 die Lateransynode einberief und diese, unter seinem Vorsitz, den Monotheletismus als Irrlehre verurteilte, also im Glauben klar Stellung bezog, er sich in politischen Dinge nicht einmischte, konnten Papst und Exarch drei Jahre friedlich nebeneinander leben, sehr zum Ärger des Kaisers Konstnas II; dieser hatte dem Exarch Olympios aufgetragen, den Papst zu verhaften und vor sein Gericht nach Konstantinopel zu bringen, Olympios aber gehorchte nicht und baute in Ravenna sein Sondermachtstellung aus. Schließlich ließ der Kaiser den Papst, durch den von ihm eingesetzten neuen Exarchen Theodoros Kalliopas, am 13. Juni 653 in der Lateranbasilika verhaften, erklärte ihn durch kaiserliches Dekret am 17. Juni 653 als abgesetzt und ließ ihn nach Konstantinopel verschleppen, wo er am 17. September 653 ankam, öffentlich ausgepeitscht und dann eingekerkert wurde. Der Kaiser machte ihm den Prozess wegen Hochverrat. Der Patriarch Paulos II. konnte seine Verurteilung zum Tode abwenden und erreichte, dass er, am 26. März 654, nur zur Verbannung auf die Krim verurteilt wurde. Im Frühjahr 654 kam er in Cherson an. In Rom wurde bereits sein Nachfolger gewählt und dieser, der heilige Eugen I., am 10. August 654 feierlich inthronisiert. Der Verbannte wehrte sich nicht und fand sich damit ab, aber auf sein Amt verzichtet hat er nicht. Die traurigen Briefe des Verbannten, über seine Enttäuschungen durch frühere Freunde und Untergebene, sind teilweise erhalten. Er vollendete sein Martyrium am 16. September 655 am Ort seiner Verbannung. Sein Nachfolger in Rom nahm von der Überführung seiner Reliquien am 13. April 655 nach Rom keine Notiz. Der Mono-theletismus wurde auf der römischen SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. 680 vom Papst Agatho und auf dem 6. Ökumenischen Konzil in Konstantinopel im Jahr 681 unter Vorsitz des Kaisers, nach einem vom päpstlichen Legaten dem Konzil feierlich vorgelesenen Dogmatischen Brief von Papst Agatho, als Irrlehre verurteilt.

58. † am Freitag, dem 2. Juni 657/4, entschlief in Rom, der heilige Papst Eugen I., ein gebürtiger Römer, der schon ein Jahr vor dem Tod seines verbannten Vorgängers, des heiligen Papstes Martin I., sein Amt als Papst antrat, der bei der Einholung von dessen Leichnam in Rom nichts tat um ihn ehrenvoll, etwa in Sankt Peter, bestatten zu lassen, und der ihn schließlich nur um knapp zwei Jahre überlebte. Er ruht im Petersdom.

59. † am Dienstag, dem 27. Januar 672/6, entschlief in Rom, der heilige Papst Vitalianus, gebürtig aus Segni, der am 30. Juli 657 die Nachfolge des heiligen Papstes Eugen I. antrat. Er bemühte sich besonders um das Heil der Engländer. Er wurde im Petersdom beigesetzt.

60. † am Donnerstag, dem 10. Januar 681/9, wurde in Rom im Petersdom, beigesetzt, der heilige Papst Agatho, Αγαθος, der Gute, ein gebürtiger Sizilianer. Er hatte gegen die Irrlehren der Monotheleten, μονοθελητοι, zu kämpfen, bewahrte die Unversehrtheit des Glaubens und förderte die Einheit der Kirche durch Abhaltung von SynodenSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet.. Die römische Synode 680 nahm unter seinem Vorsitz vorweg, was ein Jahr später das 6. ökumenische Konzil, das 3. von Konstantinopel dogmatisiert wurde, nämlich die Lehre von den Zwei Willen, dem göttlichen und dem menschlichen, die, untrennbar und ohne Vermischung miteinander vereint, in dem Einen Christus da sind; dies Dogmatisierung war zugleich die Verurteilung des Monotheletismus als eine Irrlehre.

61. † am Sonntag, dem 3. Juli 683/7, entschlief in Rom, der heilige Papst Leo II., gebürtig aus Messina auf Sizilien, der Ende Januar 681 als Nachfolger des heiligen Agatho gewählt, aber erst anderthalb Jahre später, am 17. August 682 feierlich inthronisiert wurde, weil Kaiser Konstantinos IV. Pogonatos, bevor er die Papstwahl bestätigte, die Zustimmung des Gewählten zur 680 - 681 auf dem 3. Konzil von Konstantinopel beschlossenen Dogmatisierung der Lehre von den Zwei Willen im Einen Christus, dem göttlchen und dem menschlichen, und damit die Verurteilung des Monotheltismus, mit Nachdruck verlangte. Der sanftmütige Papst ertrug das kaiserliche Kirchenregiment, weil es diesmal der Wahrheit und dem Frieden diente. Er beherrschte die griechische wie die lateinische Sprache, übersetzte alle Konzilsbeschlüsse von 680 - 681 aus dem Griechischen ins Lateinische und sandte die wichtigsten Abschnitte des Konzilstextes an die Kirche in Spanien. Er setzte den des Monotheletismus schuldigen Patriarchen Makarios von Antiochien zwar ab und ließ ihn mit seinen Anhängern vor seinen Richterstuhl bringen, behandelte ihn aber mit Ehrfurcht und Güte. Für die griechischsprechenden Christen erbaute er eine eigene Kirche in Rom, nämlich San Giorgio in Velabro. Er war ein Freund der Armen und der Armut. Die Basilika Santa Sabina hat er restauriert. Er wurde beigesetzt in Alt-Sankt-Peter.

62. † am Montag, dem 8. Mai 685/9, entschlief in Rom, der heilige Papst Benedikt II., aus der römischen Familie der Savelli, der bereits Ende Juni 683, kurz vor dem Tod seines Vorgängers, gewählt, erst ein Jahr später, am 26. Juni 684, inthronisiert wurde, weil Kaiser Konstantinos IV. die Wahl bestätigen musste, wie er meinte. Der Bestätigte erreichte, durch seine kluge und gütige Diplomatie, dass derselbe Kaiser ihm das Zugeständnis machte, dass in Zukunft der von ihm abhängige Exarch von Ravenna an seiner Statt einer Papstwahl die kaiserliche Zustimmung erteilen durfte. Auch Benedikt II. musste gütig und fest die eigenwillige Kirche Spaniens ermahnen, der Verurteilung des Monotheletismus durch das Konzil von Konstantinopel 680 - 681 äußerlich und auch innerlich zuzustimmen. Er hat als Papst kaum ein Jahr lang die Kirche geleitet und doch verhältnismäßig viel erreicht. Er liegt begraben im Petersdom.

63. † am Donnerstag, dem 8. September 701/5, entschlief in Rom, der heilige Papst Sergius I., ein Syrer, gebürtig aus Palermo auf Sizilien, der als Presbyter der römischen Kirche gedient hatte. Als Papst förderte er besonders die Mission unter den Sachsen und Friesen. Viele Streitigkeiten und Meinungsverschiedenheiten konnte er beilegen, obwohl jedem klar war, dass er eher sich zum Sterben entschieden hätte, als Irrtümern seine Zustimmung zu geben. Auch er wurde im Petersdom beigesetzt.

64. † am Sonntag, dem 11. Februar 731/7, wurde in Rom an Sankt Peter beigesetzt, der heilige Papst Gregor II., ein gebürtiger Römer aus der Familie der Savelli, der in Rom als Diakon diente, dann, am 19. Mai 715 als Papst inthronisiert wurde. Er verteidigte in schweren Zeiten, als der oströmische Kaiser Leo III. der Isaurier, der Syrer, sonst ein tüchtiger Herrscher, als Bilderstürmer, Ικονοκλαστος, wütete, die Verehrung heiliger Bilder, auch in Schreiben an den Kaiser. Am 30. November 722 weihte er den heiligen Winfried-Bonifatius (5. Juni 754/1) zum Bischof für ganz Germanien östlich des Rheines und beauftragte ihn mit der Evangelisierung der germanischen Stämme. Daher gedenkt seiner das Bistum Fulda am 11. Februar.

65. † am Sonntag, dem 10. Dezember 741/4, wurde im Petersdom beigesetzt, der am 28. November 741 entschlafene heilige Papst Gregor III., ein gebürtiger Syrer, der eine kirchenpolitisch sehr schwere Zeit erlebte. 730 hatte Kaiser Leo III. der Syrer offen die Zerstörung aller Darstellungen von Heiligen befohlen. Im November 731 verurteilte der Papst feierlich den Bildersturm und die Bilderfeinde. In Roms Kirchen förderte er, als Gegner der Ikonoklasten, die Verehrung der Bilder von Christus, Maria und den Heiligen, hat sie aufstellen und in Malereien darstellen lassen. Zwar verzichtete der Kaiser darauf, seine Befehle mit Gewalt in Rom und Umgebung durchzusetzen, aber er nahm dem Papst in Rom die Jurisdiktion in überwiegend griechischsprechenden Gebieten ab, in ganz Griechenland, Illyrien, und Süditalien, und unterstellte diese alle seinem Patriarchen von Konstantinopel. So brach die Verbindung zwischen Alt-Roms und Neu-Rom immer mehr zusammen, und eine neue Bindung an die fränkischen Herrscher war noch nicht gegeben. Im Jahr 732 verlieh er dem heiligen Bonifatius (5. Juni 754/1) das Pallium und beauftragte ihn mit der Errichtung von Bistümen und der Weihe von Bischöfen.

66. † am Mittwoch, dem 15. März 752/2, entschlief in Rom, der heilige Papst Zacharias, Ζαχαριας, זכריה, der HERR gedenkt, etwa 72 J., ein gebürtiger Grieche, entweder aus Athen oder aus Siberena in Kalabrien, der am 3. Dezember 741, noch vor der Beisetzung seines Vorgängers, als Papst inthronisiert wurde. Er leitete die Kirche mit äußerster Wachsamkeit und Klugheit. Die Verbindung zum kaiserlichen Hof, vor allem aber zu den griechisch-sprechenden Gläubigen in Süditalien und Griechenland; pflegte er so gut wie eben möglich. Er richtete die ersten Hilferufe an die Machthaber der Franken und förderte sie durch seine Anerkennung ihrer Stellung, aber erhielt noch kaum eine auch nur geringe Unterstützung. Er förderte die Missionsarbeit des heiligen Bonifatius und seiner Mitarbeiter in den vielen östlich des Rheines neugegründeten Bistümern. Die ihn bedrängenden Langobarden konnte er zwar aufhalten, aber nicht besiegen.

67. † am Sonntag, dem 28. Juni 767/3, entschlief in Rom, der heilige Papst Paulus I., aus der römischen Familie der Orsini, ein Bruder des Papstes Stephan II. und 757 dessen unmittelbarer Nachfolger. Er hat in Rom der Kirche als Diakon gedient und so Erfahrung in der Verwaltung gewonnen. Als Papst setzte er die kirchenpolitische Linie seines Bruders und Vorgängers fort, der 756 durch die Gründung des Kirchenstaates, aufgrund der Konstantinischen Schenkung, die nicht entdeckt, sondern erfunden worden war, aber ohne Mitschuld der Päpste und aus der Not der Zeit heraus zu verstehen. Er war der erste Papst, der seine Wahl nicht mehr dem Kaiser in Byzanz anzeigte, stattdessen aber dem Herrscher der Franken, Pippin dem Jüngeren; als erster Papst auch schickte er diesem ein Schwert, als Gabe und Aufgabe, zur Verteidigung der Rechte der Kirche. Er nannte den Frankenherrscher Ecclesiae Romanae defensor, Verteidiger, patronus, Schutzherr, et advocatus, und Rechtsanwalt. Zu kämpfen hatte er gegen Überfälle der Byzantiner und der Langobarden. In der Stadt Rom restaurierte er viele Kirchen, vor allem aber übertrug er, aus vielen Märtyrergräbern auf den außerhalb der schützenden Stadtmauern liegenden Coemeterien, die Reliquien der Heiligen ehrfürchtig und feierlich in Kirchen innerhalb der Stadtmauern, damit die Gräber nicht so leicht von Angreifern geschändet werden konnten.

68. † am Donnerstag, dem 12. Juni 816/6, wurde in Rom im Petersdom beigesetzt, der heilige Papst Leo III., ein Römer, der KlerikerEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien. im Lateran und Presbyter in Santa Susanna gewesen war. Er wurde einstimmig gewählt am Tag der Beisetzung seines Vorgängers Hadrian I., am 26. Dezember 795 und tags darauf inthronisiert. Dann sandte er sofort Boten an Karl den Großen um diesem seine Wahl anzuzeigen, zugleich schickte er ihm den Schlüssel zum Grab des heiligen Petrus und das Banner der Stadt Rom mit. Seine Stellung in Rom war so schwach, dass er, nachdem er 799 bei einer öffentlichen Prozession überfallen und misshandelt worden war, mit knapper Not von griechischen Mönchen gerettet, zu Karl nach Paderborn flüchtete und ihm um Hilfe bat. Karl entließ ihn und gab ihm eine kleine Truppe zum sicheren Geleit mit nach Rom. Im Jahr 800 kam Karl selber nach Rom und hielt Gericht über die Attentäter. Der Papst nützte den günstigen Augenblick, dass der Kaiserthron in Byzanz kurzfristig vakant war, und krönte Weihnacht 800 in Alt-Sankt-Peter Karl zum Römischen Kaiser. Es wurde Karl so dargestellt, alsob er der einzige Kaiser des ganzen und éinen römischen Reiches wäre. Als aber der Thron in Byzanz wieder besetzt wurde, versuchte Karl so gut wie nur möglich mit Byzanz in quasi kollegiale Verbindung zu kommen. Von den vielen anderen Ereignissen im langen Pontifikat abgesehen, ist noch wichtig, dass, als der Streit um das Filioque, und vom Sohne, im Glaubensbekenntnis wieder aufflammte, der Papst dem dogmatischen Inhalt dieses einen Wortes ausdrücklich zustimmte, der es aber, wohl aus kirchengeschichtlichen Gründen, ablehnte, es nachträglich in das Glaubensbekenntnis von Nikäa 325 und Konstantinopel 381 einzufügen: Wir glauben an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht, der aus dem Vater (und dem Sohn) hervorgeht, der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird. Et in Spiritum Sanctum, Dominum et vivificantem, qui ex Patre (Filioque) procedit, qui cum Patre et Filio simul adoratur et conglorificatur. Da sofort auf das éine, noch heute zwischen der Kirche von Rom und den autokephalen Ostkirchen umstrittene Wort, der Sohn mit dem Vater genannt wird, sah Leo III. wohl keine Notwendigkeit zur Ergänzung des alten Textes.

69. † am Donnerstag, dem 11. Februar 824/8, wurde in Rom im Petersdom beigesetzt, der heilige Papst Paschalis I., Πασχαλις פסח Österlicher, aus der römischen Familie der Massimi, der Abt von San Stefano, hinter Sankt Peter, gewesen war, der Am Beisetzungstag seines Vorgängers Stephan IV., dem 24. Januar 817, gewählt und tags darauf zum Bischof geweiht wurde. Von Kaiser Ludwig I. dem Frommen wurde also kein Einspruch erwartet und es folgte auch nichts dergleichen. Mit ihm schloss der Papst 817 den Pactum Ludovicum, in dem der Kaiser den Kirchenstaat als Konstantinisches Vermächtnis anerkannte und seine Schutzpflichten wahrzunehmen versprach. Im selben Jahr ernannte der Kaiser seinen Sohn Lothar I. zum Kaiser, ließ ihn aber erst 823 in Rom vom Papst nochmals krönen.Er setzte tatkräftig das Werk Pauls I. fort und holte sehr viele Märtyrerreliquien aus den Krypten von außerhalb der Mauern und setzte sie ehrenvoll bei in innerstädtische Kirchen, damit sie der Verehrung der Gläubigen leichter und sicherer zugängig waren. Seine Lieblingskirche war Santa Prassede, in der er das Grab seiner Mutter besonders ausschmückte.

70. † am Mittwoch, dem 17. Juli 855/10, wurde in Rom im Petersdom beigesetzt, der heilige Papst Leo IV., ein Römer, der als Kardinalpriester an Santi Quattro Coronati gedient hatte. Er hat seine Stellung als Nachfolger Petri im Primat und auch seine Hauptstadt tapfer verteidigt.

71. † am Donnerstag, dem 13. November 867/12, entschlief in Rom, der heilige Papst Nikolaus I., Νικωλαος Volks-Sieger, 47 J., ein Römer. Er beanspruchte nachdrücklich die dem Römischen Bischof zustehende Apostolische Autorität und bestand auf deren Anerkennung in allen Teilen der einen Weltkirche. Er wurde beigesetzt im Atrium von Alt-Sankt-Peter.

72. † am 8. Juli/10, gedenkt die Kirche des heiligen Papstes Hadrian III., aus der römischen Familie der Colonna, der, nach gut einjährigem Pontifikat, am Freitag, dem 17. September 885, unterwegs zum Reichstag nach Worms, wohin der Kaiser Karl III. ihn eingeladen hatte, um über die Neubesetzung von Bistümen und die Erbfolge im Kaisertum zu beraten, in Spilamberto entschlafen ist und in der nahen Abtei Nonantola, nahe Modena, beigesetzt worden ist. Papst. Er versuchte die Verbindung mit Konstantinopel wieder herzustellen und zeigte seine Papstwahl offiziell dem Patriarchen Photius an, um ihm seinen guten Willen zu zeigen. Leo XIII. legte 1891 seinen Gedenktag auf den 8. Juli.

73. † am Dienstag, dem 19. April 1054/6, entschlief in Rom, der heilige Papst Leo IX., 52 J., Sohn des Grafen Bruno von Egisheim im Elsass, wurde in Toul erzogen, wurde HofkaplanEin Kaplan (von lateinisch capellanus, „der einer Hofkapelle zugeordnete Kleriker”) ist im deutschen Sprachraum ein römisch-katholischer Priester in den ersten Jahren nach seiner Weihe, der in der Regel noch einem erfahrenen Pfarrer unterstellt ist. In manchen Bistümern wird er Vikar genannt - dies ist die Bezeichnung des kanonischen Kirchenrechts von 1983 - in anderen Kooperator. bei Kaiser Konrad II. und wurde von diesem 1026 zum Bischof von Toul bestimmt, im Dezember 1048 von Heinrich III. in Worms zum Papst nominiert, machte er sich abhängig von der kanonischen Wahl durch Klerus und Volk von Rom, die wie gewünscht verlief, so dass er in Rom am 12. Februar 1049 inthronisiert wurde. Sein Bistum Toul behielt er noch bis 1051 bei. Er liegt begraben in Sankt Peter.

74. † am Sonntag, dem 25. Mai 1085/2, entschlief in Salerno, der heilige Papst Gregor VII., etwa 60 J. Geboren als Hildebrand von Sovana-Pitigliano in Soana, in der Nähe des Bolsener Sees in der Toskana, war er KlerikerEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien. im Marienkloster am Aventin in Rom, Benediktinermönch in der Reformabtei Cluny, in Rom Kardinal-Subdiakon, begleitete 1047 Gregor VI. in die Verbannung nach Deutschland, wurde 1049 von Leo IX. nach Rom zurückgeholt und zum Abt des Klosters Sankt Paul vor den Mauern ernannt. 1054 und 1056 war er in Frankreich Legat, 1057 Legat am deutschen Hof, 1058 Archidiakon für die Finanzverwaltung in Rom; er wurde, am Ende der Beisetzungsfeier für Alexander II., am Montag, dem 21. April 1073 in der Lateran-Basilika, per acclamationem, durch Zuruf, in einer tumultuarischen Weise vom Volk zum Papst ausgerufen, aber es folgte, auf seinen Wunsch, die kanonische Wahl durch die Kardinäle, in der nach damaligem Kirchenrecht vorgeschriebenen Form. Am 22. Mai 1073 wurde er zum Priester geweiht und am Sonntag, dem 30. Juni 1073 im Petersdom zum Bischof konsekriert. Die nach ihm benannte gregorianische Reform war nicht ausschließlich die seine, aber er hat sie klar formuliert und am meisten für ihre Durchsetzung erlitten. Hauptthema war der Investiturstreit: immer mehr weltliche Potentaten, kleine und größere, vor allem der Kaiser, ernannten und investierten, vesta = Amtsgewand, setzten ins kirchliche Amt ein, Bischöfe und Äbte, möglichst sogar den Papst. Gregor VII., geprägt durch das Reformkloster Cluny, entwarf ein Reformkonzept für eine klar gegliederte und von äußeren Mächten unabhängigen kirchliche Hierarchie, mit dem Papst an der Spitze. Abgesehen davon bekämpfte er die Simonie (Apg 8, 18 - 23), den Kauf der Priesterweihe nur um eine Pfründe zu erlangen, und ebenfalls die Pflichtvergessenheit vieler lascher Priester. Der Papst ordnete nicht im Alleingang die Verhältnisse, sondern berief, nach dem Reformkonzil 1074, noch SynodenSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. ein. Den Höhepunkt erreichte der Investiturstreit, als Kaiser Heinrich IV. weitermachte mit dem Ernennen von Bischöfen, schließlich für Mailand einen ihm genehmen Mann einsetzte, und der Papst ihn daraufhin exkommunizierte; er konnte sich noch vorübergehend halten, indem er in Worms von 30 deutschen Bischöfen den Papst für abgesetzt erklärte. Als wenige Monate später sich eine Aussöhnung dieser Bischöfe mit dem Papst näherte, gab der Kaiser nach und er kam als Büßer im Schnee, am 25. Januar 1077, vor das Schloss Canossa, wo der Papst sich aufhielt. Der Papst nahm den Büßer am 28. Januar auf, sprach ihn frei vom Bann und ermöglichte ihm so sein Amt als Kaiser wieder auszuüben. Aber der Kaiser setzte weiter Äbte und Bischöfe ein. So wurde er wieder vom Papst gebannt. Er fühlte sich stark genug, gegen den Papst erfolgreich zu kämpfen, setzte am 25. Juni 1080 in Brixen einen Gegenpapst ein, Wibert, Guiberto, Erzbischof von Ravenna, der sich Clemens III. nannte; er war zwar vom Kaiser 1072 mit dem Erzbistum Ravenna belehnt worden, aber vom Papst Alexander II. zum Bischof geweiht worden, auf Fürsprache des Mönches Hildebrand; ein eigentlich integerer Mann, der aber auf die Macht des Kaisers, an dessen Hof er gedient hatte, ganz vertraute. Er zog mit nach Rom, als der Kaiser seine Truppen auf Rom marschieren ließ; diese überfielen und plünderten die Stadt. Der Gegenpapst ließ sich am 24. März 1084 von zwei irregulären Bischöfen inthronisieren und krönte eine Woche später, am 31. März, Heinrich IV. zum Kaiser. Der wahre Papst, Gregor VII., konnte nur mit knapper Not in das Hadriansmausoleum, seit Gregor dem Großen nach dem Erzengel Michael Engelsburg genannt, flüchten. Robert Guiscard mit einem kleinen Trupp Normannen konnte nur in einem Überraschungscoup den Papst aus seiner sonst hoffnungslosen Lage befreien und ihn aus Rom herausholen. In der Stadt versuchte nun der Gegenpapst, mit deutscher und auch einiger römischer Unterstützung, zu regieren. Gregor VII. ließ sich nieder in Salerno, in der Campagna. Bitter änderte der Papst, kurz vor seinem Tod, einen Satz aus einem der Königspsalmen: Dein Thron, o Gott, steht immer und ewig; das Zepter deiner Herrschaft ist ein gerechtes Zepter. Du liebst das Recht und hassest das Unrecht, darum sterbe ich in der Verbannung (Ps 45, 7 - 8). Er wurde in der Kathedrale von Salerno beigesetzt und nie nach Rom heimgeholt; er hatte zwar recht, aber bekam kein Recht; stillschweigend wurde er rehabilitiert, indem die Kirche den Investiturstreit gewann, und 1606 Gregor VII. heiliggesprochen wurde.

75. † am Donnerstag, dem 16. September 1087/10, entschlief in der Abtei Montecassino, der selige Papst Viktor III., etwa 60 J., stammte aus langobardischem Adel in Benevent und hieß ursprünglich Dauferio. Nach dem Tod seines Vaters wurde er Eremit, dann wurde er in Montecassino Benediktiner und nahm den Namen Desiderio an. Er wurde 1058 Abt von Montecassino, 1059 Kardinalpriester an Santa Cecilia in Trastevere, zog aber nicht nach Rom sondern blieb in seiner Abtei. Ein Jahr nach dem Tod seines Vorgängers wurde am 24. Mai 1086 zum Papst gewählt, floh am 28. Mai nach Montecassino, nahm erst auf der SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. von Capua, am 7. März 1087, seine Wahl und den Namen Victor an, wurde am 9. Mai 1087 in Sankt Peter in Rom inthronisiert, aber konnte sich in Rom nur unter normannischem Schutzgeleit bewegen, da die Stadt teils vom Gegenpapst beherrscht wurde; so kam es vor, dass an einem Tag der Papst in Sankt Peter zelebrierte, am anderen Tag der Gegenpapst. Der Papst hielt es nicht aus und kehrte wieder nach Montecassino zurück. Dort suchte ihn Mathilde von Canossa auf und überredete ihn, mit zu kommen, auf die Tiberinsel, dann auf die Engelsburg, schließlich dann eben nach Ostia. Er exkommunizierte den Gegenpapst und erklärte alle dessen Ernennungen für ungültig. Im Sommer 1087 berief er eine Synode nach Benevent ein, nahm auch an dieser noch teil, allerdings von Montecassino aus. Da er sein Ende nahen spürte, schlug er den Synodalen vor, nach seinem Tod den Kardinal Odo de Lagérie zum Papst zu wählen. Dann kehrte er zurück nach Montecassino und entschlief, dort auch liegt er begraben.

76. † am Freitag, dem 29. Juli 1099/9, entschlief in Rom, der selige Papst Urban II., etwa 64 J., gebürtig aus Chatillon-sur-Marne, als Eudes, Odo, de Lagérie, der, zuerst Schüler in Reims, erzogen mit vom heiligen Bruno (6. Oktober 1101/1), dem Gründer der Kartäuser (1084), dann Archidiakon in Reims war, dann wurde er Mönch in Cluny. Im Januar 1077 finden wir ihn auf Canossa, in der Begleitung von Papst Gregor VII. , mit ihm sein Abt Hugo von Cluny (29. April 1109/5). 1080 wurde er Kardinalbischof von Ostia, Nachfolger des heiligen Pier Damiani (22. Februar 1072/5) und 1084 Legat in Deutschland. Nach dem Tod des Papstes Gregors VII. in Salerno, hielt er dem rechtmäßigen Papst, dann Victor III., die Treue und wurde von diesem auf der SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. von Benevent, wenige Monate vor dessen Tod in Montecassino, als Nachfolger vorgeschlagen. Er wurde in Terravina bei Velletri gewählt und am 12. März 1088 als Papst inthronisiert; er konnte nicht in Rom einziehen sondern lebte einstweilen auf der Tiberinsel, übrigens von Almosen. Als der Gegenpapst 1098 aus Rom, vertrieben durch die Familie Pierleoni, nach Tivoli flüchtete, konnte der rechtmäßige Papst endlich am 3. September 1089 seinen triumphalen Einzug in Rom halten. Aber bald zog er sich zurück nach Süditalien; 1090 rief er eine Synode ein nach Melfi in Potenza, an der 70 Bischöfe teilnahmen. Verabschiedet wurden 16 Canones, darin das Verbot der Simonie und der Laieninvestitur, für die KlerikerEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien. die Zölibatsverpflichtung vom Subdiakonat an und für die Mönche eine Reform zu einer strengeren Mönchsdisziplin. Nach der Synode weihte er die Klosterkirche der Abtei in Cava die Tirreni, dann machte er eine Wallfahrt nach Montecassino und danach weihte er die neue Nikolausbasilika in Bari, für die er dessen Reliquien aus Myra hatte kommen lassen. Nach einer Synode 1091 in Benevent hielt er eine weitere Synode 1093 in Troia, zog er wieder nach Rom. Als 1092 Heinrich IV. seine Macht im Norden Italien verloren hatte, zog der Gegenpapst Clemens III. sich zwangsläufig auch mehr und mehr zurück, war oft in Ravenna, blieb aber meist in dem ihm zugeneigten Teil in Rom; erst 1098 verließ er Rom endgültig; er starb schließlich am 8. September 1100 in Civita Castellana in Latium, nahe Viterbo. - Das Osterfest am 9. April 1094 feierte der wahre Papst überaus festlich in der Lateranbasilika, dazu fähig durch eine sehr große zweckgebundene Spende des Abtes Gottfried von Vendôme. Dann besuchte er Pisa, Pistoia, Florenz und Cremona, berief im März 1095 eine große Synode nach Piacenza ein, das unter freiem Himmel stattfand und an dem 4.000 Kleriker und 30.000 Laien teilnahmen. Er bekräftigte öffentlich und feierlich, dass durch Simonie erkaufte Ämter nichtig waren, ebenfalls solche, die von Quasi-Bischöfen des Gegenpapstes als verliehen behauptet worden waren, bannte erneut den Gegenpapst Clemens III. und alle seine Förderer. Anfangs seines Pontifikates ging er noch behutsam vor, so weihte er selber zum Bischof den vom Kaiser gewählten Ivo von Chartres (23. Dezember 1116/4); nachdem sich aber seine Autorität gefestigt hatte, ging er unerbittlich vor gegen Laieninvestitur. Er war der erste Papst, der sich ein Wappen nahm, der erste auch, der die Kardinäle an der Leitung der Kirche beteiligte. Im August 1095 begab er sich in sein heimatliches Frankreich und berief für das folgende Jahr ein Konzil nach Clermont. Auf ihm verurteilte er noch einmal feierlich die Laieninvestitur und rief auf zum Ersten Kreuzzug zur Befreiung Jerusalems und der Heiligen Stätten, der zur Eroberung Jerusalems am 15. Juli 1099 führte, wenige Tage vor seinem Tod, so dass ihn die Nachricht nicht mehr erreichte. Inzwischen reiste er unermüdlich von Stadt zu Stadt in Frankreich und ab 1096 durch ganz Italien, vom Norden über die Mitte bis in den Süden. Er lebte persönlich äußerst anspruchslos und war erfüllt von Begeisterung für die Erfüllung seines Dienstes. Er weihte den Samstag der Muttergottes und führte das Kleine Marianische Offizium ein. Seine Verehrung begann sofort nach seinem Tod, breitete sich aber besonders und nicht endend in Frankreich aus; als der Bischof von Reims an Papst Leo XIII. herantrat, mit der Bitte um päpstliche Gutheißung dieser Verehrung, gestattete am 14. Juli 1881 der Papst seine Verehrung als Seliger in der ganzen Weltkirche.

77. † am Mittwoch, dem 8. Juli 1153/11, entschlief in Tivoli, der selige Papst Eugen III., geboren als Pier Bernardo in Montemagno bei Pisa, wurde Zisterzienserabt, ein Lieblingsschüler des heiligen Bernhard (20. August 1153/1), vor seiner Wahl zum Papst Abt der Abteikirche San Vincenzo e Anastasio in Tre Fontane, Acque Salvie, an der Via Ostiense, nahe Sankt Paul vor den Mauern. Er war selber nicht Kardinal, als er am 15. Februar 1145 im Petersdom von Klerus und Volk zum Papst gewählt wurde, musste aber sofort, mitten in der Nacht, aus Rom fliehen und ließ sich drei Tage später, am 18. Februar, in der Abtei in Farfa inthronisieren. Arnold von Brescia und seine Anhänger hetzten das römische Volk auf gegen die Herrschaft der Päpste und verlangten die alten Freiheiten zurück, gemäß denen das Volk frei seine Senatoren wählen konnte, SPQR, Senatus PopulusQue Romanus. Der Papst bemühte sich, das Volk zu überzeugen, dass seine christliche Macht in der Stadt, moralisch der früheren heidnischen weit überlegen war. Dazu bemühte er sich um Wiederherstellung der ursprünglichen kirchlichen Disziplin, vor allem an der Curia Romana. Er lud ein und führte den Vorsitz in vier SynodenSynode (altgriech. für Zusammenkunft) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden "Konzil" und "Synode" synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. in Paris, Trier, Reims und Cremona. Er wurde im Petersdom beigesetzt.

78. † am Freitag, dem 10. Januar 1276/15, entschlief in Arezzo, der selige Papst Gregor X., etwa 66 J., geboren als Tedaldo Visconti in Piacenza, der Archidiakon von Lüttich war, dann kurz nebenbei päpstlicher Legat in England. Er war selber nicht Kardinal, als das Konklave in Viterbo bereits über zwei Jahre dauerte, da sich die Parteigänger von Anjou und von Schwaben sich nicht über diese Machtposition in Italien einigen konnten. Die Bürger von Viterbo kürzten den Kardinälen die Lebensmittelrationen und deckten schließlich das Dach der Kathedrale, in der das Konklave stattfand, ab, um die Papstwahl etwas zu beschleunigen. Schließlich wurde er am 1. September 1271 von den 20 noch anwesenden Kardinälen zum Papst gewählt, nachdem der heilige Bonaventura (15. Juli 1274/1) vorgeschlagen hatte, einen Nicht-Kardinal zu wählen. Da der Gewählte sich eben auf Pilgerreise im Heiligen Land befand, musste zusätzlich noch seine Rückkehr abgewartet werden. Er wurde am 19. März 1272 zum Priester geweiht und am 27. März 1272 als Papst inthronisiert. Als großer Freund des Heiligen Landes und der Ostkirchen, berief er das II. Ökumenische Konzil von Lyon ein und erreichte dort tatsächlich die offizielle Wiedervereinigung mit der griechischen und der armenischen Kirche, der allerdings leider keine Dauer beschieden war. Kurz darauf entschlief er, auf der Rückreise nach Rom, in Arezzo Er liegt begraben in der Kathedrale seines Sterbeortes Arezzo. Sein Nachfolger wurde sofort gewählt, am 21. Januar, noch in Arezzo, nämlich der selige Innozenz V.

79. † am Montag, dem 22. Juni 1276/8, entschlief in Rom, der selige Papst Innozenz V., etwa 52 J., gebürtig aus Savoyen, ein Dominikaner, 1264 Provinzialoberer im Predigerorden, 1272 Erzbischof von Lyon, 1273 Kardinalbischof von Ostia, der mit dem heiligen Bonaventura (15. Juli 1274/1) auf dem Konzil von Lyon federführend für die Wiedervereinigung der Kirchen gearbeitet hat. Die zur Beisetzung seines Vorgängers in Arezzo noch versammelten Kardinäle begannen dort am 20. Januar 1276 ein Konklave und wählten bereits am nächsten Tag den neuen Papst, den sie am folgenden 22. Januar 1276, ebenfalls in Arezzo, inthronisierten. Kaum in Rom, erkrankte er an Malariafieber, so schwer, dass er daran starb. Von ihm gilt Romanae Ecclesia potius ostensus quam datus, der Römischen Kirche eher gezeigt als geschenkt. Er liegt begraben in der Lateranbasilika.

80. † am Samstag, dem 19. Mai 1296/6, entschlief in Castello di Fumone, Frosinone, bei Alatri im Lazio, der heilige Pietro di Morrone, der amtsentpflichtete Papst Coelestin V., etwa 86 J., gebürtig aus Molise. Er wurde Benediktiner in Faifoli, nahe Benevent, in Rom Priester und, um 1231, Eremit im Murone-Gebirge bei Sulmona in den Abruzzen und Gründer der Eremiti di San Damiano, Eremiten vom heiligen Damian, und der Fratelli di Santo Spiritu, Kleinen Brüder vom Heiligen Geist, nach seiner Papstwahl alle Coelestiner genannt, für die er persönlich in Lyon auf dem Konzil 1274 vom seligen Papst Gregor X. (10. Januar 1276/15) die Approbation erhalten hat, die erst 1807 untergegangen sind. Er war nicht Kardinal. Das Konklave fand in Perugia statt und dauerte weit über zwei Jahre, nämlich vom 5. April 1292 bis zum 5. Juli 1294. Letztendlich einigten sich die Kardinäle auf die Wahl des berühmten und frommen Eremiten Pietro di Morrone am 5. Juli 1294. Eine Delegation suchte ihn in seiner Einsiedelei auf und überredete ihn mitzukommen. Seine Inthronisation erfolgte in Aquila, am 29. August 1294. Dass er seinem Amt nicht gewachsen war, sahen bald diejenigen ein, die ihn gewählt hatten, aber erfreulicherweise auch er selber. Am 13. Dezember 1294 unterschrieb er in Neapel seine Abdankungsurkunde. Gerne wäre er wieder in seine vertraute Einsiedelei zurück gegangen, aber, weil er beim Volk als heiligmäßig lebenden Mann, überaus beliebt war, befürchteten die Kardinäle, vor allem der gewählte Nachfolger, Papst Bonifaz VIII., möglicherweise eine Kirchenspaltung. Darum setzte der neue Papst ihn fest in der Festung Fumone, nahe Anagni. Nach seinem Tod wurde er begraben in der Kirche Santa Maria di Collemaggio in Aquila, der Stadt, in der er nicht lange vorher als Papst inthronisiert worden war. Er wurde, weil hoch verehrt, eilig heiliggesprochen, nämlich bereits 1313.

81. † am Dienstag, dem 7. Juli 1304/7, ntschlief in Perugia, der selige Papst Benedikt XI., 64 J., geboren in Treviso als Niccoló Boccasini; seine Mutter war Wäscherin im Dominikanerkloster, so war er schon als Kind gerne mit ihr dorthin gekommen. Er wurde 1296 Generalmagister der Dominikaner und erreichte als solcher durch sein Verhandlungsgeschick eine Aussöhnung der beiden zerstrittenen Könige von Frankreich und von England. Papst Bonifaz VIII. erhob ihn daraufhin im Jahr 1300 zum Kardinalbischof von Ostia. Am 22. Oktober 1303 wurde er in Sankt Peter im Konklave zum Papst gewählt und fünf Tage später dort inthronisiert. Er erreichte bald die Versöhnung des Königs von Frankreich mit ihm, dem neuen Papst. Er bevorzugte den Aufenthalt in Perugia vor der Residenz in Rom, weil er sich dort leichter den Konflikten und Intrigen entziehen konnte. In seinem kurzen Pontifikat erließ er das Kirchengebot, dass jeder Christ mindestens einmal im Jahr seine Sünden beichten sollte. Er erkrankte in Perugia an der Ruhr und starb; beigesetzt wurde er in der Dominikanerkirche San Domenico in Perugia.

82. † am Donnerstag, dem 19. Dezember 1370/4, entschlief in Avignon, der selige Papst Urban V., etwa 60 J., geboren als Guillaume de Girard auf der Burg Grisac, Gévaudan, der Benediktinerprior von Chirac war, Legat in Neapel, 1352 Abt von Saint-Germain in Auxerre, 1361 Abt von Saint-Victor in Marseille. Er war nicht Kardinal. Am 28. Oktober 1362 wurde er in Avignon zum Papst gewählt und am 6. November 1362 im dortigen Papstpalast inthronisiert. Er führte weiter sein anspruchsloses, demütiges und friedenförderndes Leben. Trotz größter Widerstände, auch der französischen Kardinäle, setzte er seine Rückkehr nach Rom durch und kam dort am 16. Oktober 1367 an. Die Korruption der KurieAls römische Kurie (von lateinisch curare = „pflegen, sich kümmern”) werden seit dem 11. Jahrhundert die Leitungs- und Verwaltungsorgane der katholischen Weltkirche in Rom genannt. Die Kurie ist für die Gesamtkirche zuständig, nicht für die Regierung des Staates Vatikan. und der Feindseligkeit von vielen Seiten machten ihm so schwer zu schaffen, dass er am 1. Oktober 1370 wieder nach Avignon zurückkehrte. Kurz darauf ist er entschlafen. Er liegt begraben in seiner Abtei Saint-Victor in Marseille. Papst Pius IX. (7. Februar 1878/16) hat ihn 1870 seliggesprochen.

83. † am Donnerstag, dem 1. Mai 1572/19, entschlief in Rom, der heilige Papst Pius V., 68 J., geboren als Antonio Michele Ghislieri in Bosco bei Alessandria in Piemont; er war Dominikaner, Inquisitor der Diözese Como, dann Generalkommissar der Inquisition in Rom; 1556 wurde er Bischof von Sutri und Nepi, 1557 Kardinal, 1558 Großinquisitor der römischen Kirche, 1560 Bischof von Mondovi; am 7. Januar 1566 wurde er im Vatikan zum Papst gewählt und am 17. Januar inthronisiert. Er veröffentlichte im Auftrag des Trienter Konzils 1566 den Catechismus Romanus, 1568 das Breviarium Romanum und 1570 das Missale Romanum. Zum Dank für den, vor allem dem Rosenkranzgebet zu verdankenden, Seesieg über die muslimischen Türken bei Lepanto, am 7. Oktober 1571, führte er das Rosenkranzfest für die ganze Kirche ein. Er erließ viele Vorschriften, vor allem für die Bischöfe und den Klerus, die der Seelsorge in der katholischen Reform dienten. Er liegt begraben im Petersdom. Seine Memoria ist am 30. April/1.

84. † am Freitag, dem 12. August 1689/9, entschlief in Rom, der selige Papst Innozenz XI., 78 J., geboren als Benedetto Odescalchi in Como, der 1545 Kardinal wurde, 1650 Bischof von Novara, 1556 an die KurieAls römische Kurie (von lateinisch curare = „pflegen, sich kümmern”) werden seit dem 11. Jahrhundert die Leitungs- und Verwaltungsorgane der katholischen Weltkirche in Rom genannt. Die Kurie ist für die Gesamtkirche zuständig, nicht für die Regierung des Staates Vatikan. kam, der am 21. September 1576 im Vatikan zum Papst gewählt und am 4. Oktober inthronisiert wurde. Er bekämpfte den Nepotismus indem er den Nepote-Cardinale abschaffte und erließ ein Verbot für die Bischöfe in Luxus zu leben und zu bauen. Mit dem Roi de Soleil, dem Sonnenkönig Louis XIV. legte er sich an, wegen dessen absolutistischer Regierung, das brachte ihm aber nur den Verlust der päpstlichen Ländereien in und um Avignon. Er setzte sich besonders ein für die Glaubensverbreitung in Lateinamerika und in Asien, zugleich für die Glaubensvertiefung bei Jugendlichen und Erwachsenen. Er litt viel, unter Krankheit und Alter. Er liegt begraben in Sankt Peter. Papst Pius XII. hat ihn am Rosenkranzfest 1956 seliggesprochen.

85. † am Donnerstag, dem 7. Februar 1878/16, entschlief in Rom, der selige Papst Pius IX., 85 J., geboren als Graf Giovanni Maria Mastai-Ferretti, in Senigallia; er wurde 1819 zum Priester geweiht, 1823 ging er für zwei Jahre nach Chile, um dem dortigen Nuntius Helfer zu sein; 1827 wurde er ernannt zum Erzbischof von Spoleto, wo er ausgleichend bemüht war, in den Wirren des sich einigenden Italien, Frieden durch Versöhnung zu schaffen; ab 1832 Bischof von Imola, setzte er dort seine ausgleichenden Bemühungen fort; 1840 wurde er zum Kardinal kreíert; am 2. Tag des Konklave im Quirinal, dem 16. Juni 1846, wurde er zum Papst gewählt und 5 Tage später inthronisiert. Als erste Amtshandlung erließ er eine Amnesty für alle, die im Kirchenstaat gegen den Papst als weltliches Oberhaupt und für Groß-Italien eingesetzt hatte. Obwohl er zunehmend autoritär seines Amtes waltete, war er beim katholischen Volk sehr angesehen. In politischen Dingen hatte er nach seinen Enttäuschungen von 1847 nicht mehr die glückliche Hand, wie vor seiner Papstwahl; 1847 hatte er von sich aus im Kirchenstaat viele politische Freiheiten und Mitbestimmungsrechte angeordnet, in der Meinung, auf deren Grundlage könne der Kirchenstaat unabhängig vom sich vereinigenden Italien Bestand haben; nach der Ermordung seines Regierungschefs Pellegrino Rossi am 15. November 1848, musste er am 24. November aus Rom fliehen, zuerst nach Gaêta, dann nach Portici, konnte aber am 12. April 1850 unter dem Schutz französischer Truppen zurückkehren; im Juli 1870 verließen ihn die französischen Schutztruppen, um gegen Deutschland in den Krieg zu ziehen; am 20. September 1870 besetzte Garibaldi mit den Truppen des Risorgimento Rom und erklärte es zur Hauptstadt des Vereinigten Italien; der Papst exkommunizierte alle daran Beteiligten und zog sich zurück nach Sankt Peter, als Gefangener im Vatikan; alle Kompromissversuche seiner Gegner scheiterten an seiner Kompromisslosigkeit. Für das innerkirchliche Leben waren seine wichtigsten Taten, die beiden Dogmen-Verkündigungen, nämlich am 8. Dezember 1854 der Glaubenssatz von der Unbefleckten Empfängnis der Allerseligsten Jungfrau und Gottesgebärerin Maria. 1869 feierte die ganze Welt mit ihm sein Goldenes Priesterjubiläum. Am 18. Juli 1870, am letzten Sitzungstag des danach unterbrochenen Ersten Vatikanischen Konzils, verkündete er die Dogmatisierung des Päpstlichen Jurisdiktions-Primats und der Päpstlichen Unfehlbarkeit, in der Konstitution De Ecclesia Christi: Pastor Aeternus. 1871 wurde er von den Katholiken in Europa, anlässlich seines 25-jährigen Papstjubiläums, überschwenglich gefeiert, war aber kirchenpolitisch sehr isoliert, etwa durch den Kulturkampf in Deutschland. Seine Gesundheit verschlechterte sich; seine letzten Wünsche gingen am 2. Februar 1878 vom Petersdom aus an alle Pfarrer von Rom, fünf Tage später entschlief er, nach dem längsten Pontifikat, Brückenbau, 11110 eines Nachfolgers des heiligen Petrus. Er ruht im Petersdom. Am 3. September 2000 wurde er von Papst Johannes-Paul II. seliggesprochen.

86. † am Donnerstag, dem 20. August 1914/9, entschlief im Vatikan, der heilige Papst Pius X., 79 J., geboren als Giuseppe Sarto in Riëse, Treviso. 1858 empfing er die Priesterweihe und war anschließend neun Jahre Vikar in Tombolo, wo er den kranken Pfarrer mehr ersetzte als ihm bloß zu helfen. 1875 wurde er Domkapitular an der Kathedrale, Spiritual am Priesterseminar, dann Generalvikar; 1878 wurde er, nach dem Tod seines Bischofs, Kapitularvikar, bis zur Amtsübernahme des neuen Bischofs von Treviso. 1884 wurde er Bischof von Mantua und im Juni 1893 Kardinal, drei Tage darauf von Leo XIII. zum Patriarchen von Venedig ernannt; daraufhin gab es erheblichen Ärger in der Öffentlichkeit: der italienische Staat verweigerte dieser Ernennung sein exequatur, genehmigt, und bestand darauf, von sich aus das Ernennungsrecht zu haben, wie dies bis vor kurzem der Kaiser von Österreich über die bis dahin zu Österreich gehörenden italienischen Gebiete gehabt hatte; der Streit zog sich hin und mit der Zeit waren über 40 Diözesen im umstrittenen Gebiet vakant; Sarto erhielt in seiner bisherigen Diözese Mantua das Amt als Apostolischer Administrator und wartete wegen Venedig ab; nach 18 Monaten kam ein Kompromiss zustande und der Patriarch konnte in Venedig einziehen. Am 5. Tag des Konklave in der Sixtinischen Kapelle wurde er am 4. August 1903 mit 55 von den 60 stimmberechtigten Kardinälen zum Papst gewählt und fünf Tage später in Sankt Peter inthronisiert. Seine erste Enzyklika fing an mit seinem Wappenspruch Omnia instaurare in Christo, alles in Christus zusammenführen (Eph 1, 10). Er versuchte auf verschiedene Weise die katholische Wahrheit klar zu formulieren und praktisch durchzusetzen. Er ordnete die Liturgie neu und schenkte den Kindern die Frühkommunion und förderte die tägliche Kommunion, als Ausdruck der vollständigen Mitfeier des heiligen Messopfers. Am 22. November 1903 schon, dem Cäcilientag, ordnete er an, dass der Gregorianische Choral in Messe und Offizium in der gesamten Kirche maßgebend ein- und ausgeübt werde. Er förderte das Studium der Heiligen Schrift auf manche Weise, 1907 im Dekret Lamentabile in den meisten der 65 Verbote, aber schon 1904 durch Förderung der Bibelkommission und 1909 durch Errichtung des Päpstlichen Bibelinstituts. Ebenfalls 1907 gab er die Enzyklika Pascendi heraus, in der er den Modernismus verurteilte. Das Kirchenrecht ließ er ganz neu strukturiert formulieren; schon am 19. April 1904 setzte er hierzu eine päpstliche Kommission, unter Leitung von Kardinal Gasparri, ein, erlebte aber nicht mehr seine Herausgabe zu Pfingsten 1917. Am 29. Juni 1908, dem Hochfest Peter und Paul, veröffentlichte er die Konstitution Sapienti Consilio, durch die die KurieAls römische Kurie (von lateinisch curare = „pflegen, sich kümmern”) werden seit dem 11. Jahrhundert die Leitungs- und Verwaltungsorgane der katholischen Weltkirche in Rom genannt. Die Kurie ist für die Gesamtkirche zuständig, nicht für die Regierung des Staates Vatikan. ganz neu geordnet wurde, außerdem neue Richtlinien für die Pflichtbesuche der Bischöfe beim Papst, ad-limina-Besuche, festgelegt wurden. Er errichtete in seinem relativ nicht langen Pontifikat 28 neue Bistümer, 16 Apostolische Vikariate und 15 Apostolische Präfekturen. Er versuchte zuletzt mit allen Kräften den Ausbruch des Ersten Weltkriegs zu verhüten, dessen Ausbrechen brach ihm das Herz. Er liegt begraben in Sankt Peter. Seine Memoria ist am 21. August/1. Er wurde von Papst Pius XII. am 3. Juni 1951 selig- und am 29. Mai 1954 heiliggesprochen.

87. † am Montag, dem 3. Juni 1963/19, entschlief im Vatikan der selige Papst Johannes XXIII., 82 J., geboren als Angelo Giuseppe Roncalli in Sotto il Monte bei Bergamo. Da die Priesterausbildung in Bergamo nicht zufriedenstellend möglich war, wurde er nach Rom zu Ergänzung geschickt; dort promovierte er am 13. Juli 1904, erst 22-jährig, zum Doktor der Theologie und empfing schon am 10. August 1904 die Priesterweihe, in der römischen Kirche Santa Maria di Monte Santo, und feierte tags darauf im Petersdom seine Primiz. 1905 wurde er in Bergamo Sekretär seines Bischofs, nebenbei lehrte er als Professor am Priesterseminar. 1915 - 1918 nahm er am Krieg teil, als Sanitätssoldat und Militärseelsorger in Bergamo. 1920 ernannte der Papst ihn zum Präsidenten der Propaganda Fide, des Päpstlichen Werkes für die Glaubensverbreitung. Auf vielen Reisen muste er, mit viel diplomatischen Geschick, erreichen, dass die überall regional tätigen Missionswerke mit der römischen Zentrale irgendwie koordiniert wurden. Anfang 1925 wurde er zum Apostolischen Visitator in Bulgarien ernannt und dazu am 19. März 1925 zum Bischof geweiht. Von 1935 bis 1944 diente er als Apostolischer Delegat in Griechenland und in der Türkei, am 30. Dezember 1944 begann er seinen Dienst als Apostolischer Nuntius in Paris. 1953 wurde er Patriarch von Venedig und kurz darauf Kardinal. Am 3. Tag des Konklaves in der Sixtinischen Kapelle wurde er am 28. Oktober 1958 zum Papst gewählt und eine Woche später im Petersdom inthronisiert. Er berief, nach erster Ankündigung am 25. April 1959, dem Fest des Evangelisten Markus, in der Basilika Sankt Paul vor den Mauern, das Zweite Vatikanische Konzil ein und eröffnete es am 11. Oktober 1962, dem Fest der Mutterschaft Mariens. Zur Förderung des Friedens auf Erden veröffentlichte er 1961 seine Enzykliken Mater et Magistra und 1962 Pacem in terris. Er erlag einem Krebsleiden und wurde in der Krypta von Sankt Peter beigesetzt. Am 3. September 2000 wurde er, zusammen mit Pius IX., seliggesprochen. Seit dem 4. Juni 2001 ruht er in einer Seitenkapelle oben im Petersdom.


2. † an einem 29. Juni, um 330, oder um 500, entschlief in Genua, der heilige Syrus, der dort als Bischof verehrt wird. Papst Gregor der Große (12. März 604/6) erwähnt die Genueser Kathedrale als Sancti Syri Episcopi et Martyris. Diese Kirche blieb bis ins 10. Jahrhundert Kathedrale, wurde dann Apostelkirche genannt, aber auch San Siro nach dessen Grabstätte.

3. † am Samstag, dem 29. Juni 558, entschlief in Narni in Umbrien, der heilige Bischof Cassius, der, so berichtet der heilige Papst Gregor der Große (12. März 604/6), täglich Gott Sühnopfer darbrachte, ganz in Tränen aufgelöst, und, alles was er hatte, zur Unterstützung anderer ausgab; schließlich, am Todestag der Apostelfürsten, an dem er Jahr für Jahr nach Rom zu kommen gewohnt gewesen, hat er nachdem er in seiner Stadt noch die heilige Messe des Hochfestes gefeiert und allen den Leib des Herrn dargereicht hatte, seine Pilgerschaft zum Herrn vollendet.

4. † am Samstag, dem 29. Juni 1045, entschlief in Gurk in Kärnten, die heilige Gräfin Hemma, die vierzig Jahre lang als Witwe gelebt hat und ihr großes Vermögen den Armen und der Kirche verschenkt hat.

5. † am Freitag, dem 29. Juni 1316, wurde in Tunis, mit Aussicht übers Meer auf seine Heimatinsel Mallorca, zum Blutzeugen, der heilige Bekenner und Märtyrer Ramón Llull, 80 J., Mitglied des Dritten Ordens des heiligen Franziskus, ein Mann außergewöhnlicher Kenntnis, genannt doctor illuminatus, erleuchteter Glaubenslehrer, ein großer Dichter, Philosoph und Theologe, der, um das Evangelium Christi zu verbreiten, mit den Sarazenen in brüderliche Dialoge eingetreten ist. Auf Mallorca gründerte er eine Schule zum Studium der arabischen Sprache, Kultur und Philosophie, vor allem des Averrhoes. Mehrmals setzte er über nach Tunis und disputierte mit den dortigen Gelehrten. Sein Ziel war die Bekehrung der Mohammedaner. Eine kurze Professur in Paris gab er auf, weil dort kein Interesse an seinen Plänen war. 1311 ging er nach Wien, um auf dem dortgien Regionalkonzil für seine Pläne zu werben. 1315 ging er wieder nach Tunis, wo er schließlich von fanatischen Moslems an deren heiligem Freitag zu Tode gesteinigt worden ist.

6. † am Freitag, dem 29. Juni 1900, wurden im Dorf Xiaolüyi bei Shenxian in der chinesischen Provinz Hebei, zu Blutzeugen,
• der heilige Märtyrer Paulus, Baolu Wu Juan, 62 J., dazu sein Neffe und sein Sohn,
• der heilige Märtyrer Johannes Baptist, Ruohan Wu Mantang, 17 J., und dessen Vetter,
• der heilige Märtyrer Paulus, Baolo Wu Wanshu, 16 J.,
die, während der Verfolgung der Partei der Yihetuan, im Boxeraufstand, weil sie sich als Christen bekannt hatten, gemeinsam die Kröne des Martyriums verdient haben.
Siehe auch 9. Juli, 1/44 - 46

7. † am selben Freitag, dem 29. Juni 1900, wurden im Dorf Dujiadum ebenfalls bei Shenxian in Hebei, zu Blutzeuginnen
• die heilige Märtyrin Maria, Mali Du Tianshi, 42 J., und ihre Tochter
• die heilige Jungfrau und Märtyrin Magdalena, Delian Du Fengju, 19 J.,
die in derselben Verfolgung aus dem Schilf, in dem sie sich versteckt hatten, hervorgezerrt, wegen des christlichen Namens zugrundegerichtet worden sind, die Tochter wurde noch atmend ins Grab hineingeworfen.
Siehe auch 9. Juli, 1/42 - 43

Allgemein: die Apostel Petrus und Paulus, Hochfest: 1
In Berlin: Petrus, Patron des Bistums
In Osnabrück: Hochfest, Patrozinium
In Genf-Lausanne-Fribourg: in Genf: Petrus, erster Patron der Kathedrale von Genf und zweiter Patron von Stadt und Kanton Genf.


aus dem MARTYROLOGIUM ROMANUM 2004 übersetzt und in vielen Teilen ergänzt
von † Klaus Martin Reichenbach, Priester der Erzdiözese Köln




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Autor: Klaus Martin Reichenbach - zuletzt aktualisiert am 04.08.2016
korrekt zitieren:
Klaus Martin Reichenbach: Artikel
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