Ökumenisches Heiligenlexikon

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20. April

1. † am Samstag, dem 20. April 166, entschlief in Rom, der heilige Papst Anicet, Aniketos, Ανικητος, Unbesiegter, bei dem sich sein Mitbruder, der heilige Polykarp (23. Februar, um 155 / 1) als Ehrengast sehr wohl fühlte, als beide miteinander über die Festlegung des Osterdatums sprachen.
Siehe auch 29. Juni, 1/11

2. † wohl an einem 20. April im 1. Jahrhundert ebenfalls in Rom, wurden die beiden heiligen Märtyrer Sulpicius und Servitianus an zweiten Meilenstein der Via Latina beigesetzt.

3. † an einem 20. April im 4. Jahrhundert wurde in Cordoba, im Gebiet Guadalquivir in Südspanien, der heilige Secundinus zum Märtyrer.

4. † an einem 20. April, um 374, entschlief in Embrun, der heilige Bischof Marcellinus, Saint Marcellin, der erste Bischof dieser Stadt, der aus Nordafrika kam und den der heilige Eusebius von Vercelli (1. August 371/5) zum Bischof geweiht hat, der den größten Teil der Bevölkerung des Gebiets der französischen Alpen am Mittelmeer zu Christus bekehrt hat.

5. † an einem 20. April um 488, entschlief in Auxerre, der heilige Mönch Marcianus, Saint Marcien.

6. † an einem 20. April im 5. Jahrhundert, entschlief bei Konstantinopel, der heilige Einsiedler Theodoros, der, wegen seines Gewandes aus Ziegenhaar, der Haarige, Trichinas, Τραχειας genannt wurde, der sein ganzes Leben in tiefster Einsamkeit zugebracht hat.

7. † am Sonntag, dem 20. April 609, wurde in Antiochien, Antakya, gelyncht, der heilige Patriarch und Märtyrer Anastasios II., der, ursprünglich Mönch des Katharinenklosters auf dem Sinai, 599 Patriarch von Antiochien geworden war; als, auf des Kaisers Phokas aus Konstantinopel Befehl, alle Juden der Stadt getauft werden mussten, wurde dies dem Patriarchen zur Last gelegt; ein großer Aufstand aller Juden der Stadt brach aus und sie bemächtigten sich des Bischofs, verprügelten und verstümmelten ihn, schleiften ihn an einem Strick durch die Straßen und Gassen, errichteten schnell einen Scheiterhaufen und verbrannten darauf, was von ihm übriggeblieben war. Phokas starb im Jahr darauf. Der Pariarchalsitz Antiochien blieb 30 Jahre vakant.

8. † an einem 20. April im 7. Jahrhundert, entschlief in ihrer Grotte in Laurino bei Paestum in der Capania, die heilige Jungfrau und Einsiedlerin Heliéna, die, eifrig in guten Werken Christi, diesen einsamen Ort aufgesucht hatte, um ohne Unterlass zu Gott zu beten in den Anliegen der Ordensleute und der Kranken.

9. † am Samstag,dem 20. April 804, entschlief in Osnabrück, der heilige Bischof Viho, ein gebürtiger Friese, der zuerst als Abt zur Evangelisation der Gegend von Karl dem Großen ausgesandt, dann der Bischof von Osnabrück wurde und viel für Christus gelitten hat.

10. † am Dienstag, dem 20. April 1120, entschlief im Kanonikerstift Aurillac, der selige Gérald de Salis, Bienheureux Géraud de Salles, Herr von Salles, bei Bergerac in der Dordogne, der weder zum Klosterleben, noch zur Ehe berufen war, der sein überaus großes Vermögen eingesetzt hat zum Errichten von Kanoniker-Stiften; er wurde armer Stiftsherr und noch ärmerer Eremit, der ein strenges Büßerleben führte; in einem seiner Stiftungen starb er, als einfacher Messdiener der Stiftskirche.

11. † am Freitag, dem 20. April 1218, entschlief in Pisa, der selige Priester Domenico Vernagalli aus dem Kamaldulenserorden, der ein Waisenhaus gegründet hat.

12. † am Mittwoch, dem 20. April 1317, entschlief in Montepulciano, die heilige Jungfrau Agnes von Montepulciano, die 9-jährig das Gewand gottgeweihter Jungfrauen angenommen hat und die, erst 15 Jahre alt, gegen ihren Willen, bereits als Vorsteherin des Klosters Proceno gewählt worden ist, aber bald in diesem, vom heiligen Dominikus (6. August 1221/7) persönlich gegründeten Kloster, ein wunderbares Vorbild wahrer Demut geworden ist. Die heilige Katharina von Siena (29. April 1380/1) hat sie noch gekannt und sie sehr verehrt.

13. † am Dienstag, dem 20. April 1322, entschlief in Bologna, der selige Priester Simone da Todi Rinalducci, aus dem Orden der Augustiner-Eremiten, der durch sein Wort und sein lebendiges Beispiel die studentische Jugend und das Volk Gottes gelehrt hat.

14. † am Freitag, dem 20. April 1584, wurden in Lancaster gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt,
• der selige Priester und Märtyrer James Bell, 64 J., der etwa 20 Jahre als anglikanischer Geistlicher der Krone diente, dann katholisch wurde und, da seine Weihe als gültig anerkannt wurde, etwa zwei Jahre den verfolgten katholischen Christen im Untergrund dienen konnte. Am 17. Januar 1584 wurde er verhaftet und eingekerkert, schließlich zum Tode verurteilt und hingerichtet. Mit ihm wurde ums Erdenleben gebracht
• der selige Märtyrer John Finch, 36 J., Gutsbesitzer von Eccleston in Lancaster, von Haus aus katholisch, aber anglikanisch erzogen, wurde in London katholisch, kehrte nach Hause zurück und öffnete sein Haus für verfolgte Priester, tat auch persönlich viel zur Verbreitung und Vertiefung des Glaubens in seiner Umgebung; Weihnachten 1581 wurde er in eine Falle gelockt und verhaftet, verleumdet, umschmeichelt und gefoltert; erst am 18. April 1584 wurde er endlich vor Gericht gestellt und verurteilt. Beide wurden 1886 seliggesprochen.
Siehe auch 4. Januar, 10/27 - 28

15. † am selben Freitag, dem 20. April 1584, wurden in London-Tyburn gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt,
• der selige Priester und Märtyrer Richard Sargeant, der sich in Reims auf die Priesterweihe vorbereitet hat und diese in Lyon empfangen hat, dann nach England zurückgekehrt, nur kurz als Seelsorger dienen konnte, da er bald zum Blutzeugen geworden ist; mit ihm zusammen
• der selige Priester und Märtyrer William Thomson, 25 J., der in Reims studiert und dort auch die Priesterweihe empfangen hat, der ebenfalls nur kurz in England wirken konnte, da er als Blutzeuge seiner Berufung folgen durfte. Beide sind am 22. November 1987 von Papst Johannes-Paul II. seliggesprochen worden.
Siehe auch 12. Februar, 7/3 - 4

16. † am Samstag, dem 20. April 1585, wurde in Clonmel enthauptet, der selige Priester und Märtyrer Maurice MacKeraghty, Priester der Diözese Limerick, der Hausgeistlicher des Grafen von Desmond war; zwei Jahre lang wurde er immer wieder im Kerker aufgefordert, den Suprematseid anzuerkennen; schließlich wurde er alsein Hochverräter verurteilt und hingerichtet. Papst Johannes-Paul II. hat ihn, mit anderen irischen Märtyrern, am 27. September 1992 seliggesprochen.
Siehe auch 20. Juni, 5 - 6/9

17. † am Dienstag, dem 20. April 1593, wurde in York gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt, der selige Priester und Märtyrer Anthony Page, 28 J., bekannt als sanftmütig und geradlinig, studierte in Reims und Rom, empfing 1591 die Priesterweihe und kehrte nach England als Heimat-Missionar zurück, wurde aber bald aufgegriffen, verurteilt und grausam hingerichtet. Papst Johannes-Paul II. hat ihn am 22. November 1987 seliggesprochen.
Siehe auch 12. Februar, 7/48

18. † am Samstag, dem 20. April 1602, wurden in London-Tyburn gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt
• der selige Priester und Märtyrer Francis Page, konvertierte zur katholischen Kirche, bereitete sich in Douai auf die Priesterweihe vor, empfing dort die Weihe 1600 und reist bald nach England zurück, wurde verhaftet und eingekerkert, wurde im Gefängnis in die Gesellschaft Jesu aufgenommen, dann bald verurteilt und hingerichtet; mit ihm
• der selige Priester und Märtyrer Robert Watkinson, 23 J., studierte in Douai und Rom; er wurde in Arras 1602 zum Priester geweiht und sofort nach England ausgesandt; er war erst einen Monat Priester, als er schon verhaftet wurde; im Gefängnis war er zusammen mit Francis Page und dem Buchhändler James Duckett (19. April 1602/8). Alle drei wurden 1929 seliggesprochen. Noch nicht mit seliggesprochen wurde der mit ihnen zusammen am 20. April 1602 hingerichtete Priester und Märtyrer Thomas Tichborne.
Siehe auch 4. Januar, 10

19. † am Mittwoch, dem 20. April 1887, entschlief in Pianello Lario, Bistum Como, die selige Jungfrau Chiara Dina Bosatta, 29 J., die, zusammen mit dem seligen Don Luigi Guanella (24. Oktober 1915/11), die Figlie di Santa Maria della Provvidenza, Vorsehungsschwestern, gegründet hat.

20. † am Montag, dem 20. April 1942, ging, unterwegs vom Konzentrationslager Dachau in das Lager Hartheim bei Linz, zugrunde, der selige Ordensbruder und Märtyrer Jakub Anastazy Pankiewicz aus dem Minderbrüderorden, der in seiner Heimat die Schwesternkongregation Siostry Antonianki od Chrystusa Króla, Antonius-Schwestern von Christus dem König, gegründet hatte; er wurde von der kirchenfeindlichen Besatzungsmacht verschleppt und blieb Christi des Königs Zeuge bis in den Tod. Er wurde von Papst Johannes-Paul II. am 13. Juni 1999, zusammen mit 107 Leidensgefährten, in Warschau seliggesprochen.
Siehe auch 28. Mai, 14/41


aus dem MARTYROLOGIUM ROMANUM 2004 übersetzt und in vielen Teilen ergänzt
von † Klaus Martin Reichenbach, Priester der Erzdiözese Köln




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Autor: Klaus Martin Reichenbach - zuletzt aktualisiert am 04.04.2015
korrekt zitieren:
Klaus Martin Reichenbach: Artikel
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