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Ökumenisches Heiligenlexikon

Einführung Verzeichnis der Übersichten

8. November

1. † am Freitag, dem 8. November 306, wurden in Sirmium, Mitrovicza, im Fluss versenkt, die heiligen Märtyrer Simpronianus, Claudius, Nicostratus, Castor und Simplicius, die, so wird überliefert, als Bildhauer in den Marmorsteinbrüchen, sich weigerten, ein Götzenbild von Aesculap anzufertigen, aus Ehrfurcht vor dem Namen Jesu Christi, die daraufhin, auf Befehl des Kaisers Diokletian, zum Ertränktwerden verurteilt und von Gott mit den Märtyrerkronen gekrönt worden sind. Sie werden in Rom von Alters her in der Basilika auf dem Celimontano unter dem Namen Quattro Coronati, die Vier Gekrönten verehrt.
Normalerweise ist beim Entstehen der Verehrung der Heiligen die Reihenfolge so: zuerst der Heilige mit seinem Namen, dann der Ruhe-Ort wo er verehrt wird, schließlich sein Todestag als Geburtstag für die Ewigkeit, dazu möglichst das Sterbejahr. Fast umgekehrt ist diese Reihenfolge bei den hier Angerufenen, wie auch bei den Kölner heiligen Jungfrauen, die jahrhunderte lang anonym, seit dem Mittelalter Ursula und Gefährtinnen genannt werden. Hier steht am Anfang ein Tag, oder zwei: der 8. November und der 8. Juli, dann der Ort, oder zwei, Sirmium oder Rom, Celimontana, dann die Gruppenbezeichnung Vier Gekrönte und zuletzt die vier, fünf, acht Namen. Schlüssel zur Lösung ist die Kenntnis des Jahres 353 und des damals erfolgten großen Umzugs des weströmischen kaiserlichen Hofes von Sirmium nach Rom, unter Kaiser Constantius. Zur Zeit um 870, zur Zeit des heiligen Ado (16. Dezember 875/5), der als Mönch in Prüm war und als Bischof von Vienne sein Martyrologium verfasste, kommen hier zwei bis drei Gruppen infrage, zwei zum 8. November, die dritte zum 7. Juli. Dieser Text ist entstanden lange vor dem Erscheinen des Martyrologium Romanum 2001 - also unter Berücksichtigung der Traditionen, die ihren Niederschlag im bisher gültigen Martyrologium Romanum 1956 gefunden hatten, in welchem beide Daten, sowohl der 8. November als auch der 7. Juli, ihre alten Eintragungen hatten. Im Martyrologium Romanum 2001 ist nur noch ein Eintrag gegeben, nämlich der zum 8. November; der andere zum 7. Juli ist spurlos verschwunden. Der Text zum 8. November Nr. 1:

Commemoratio sanctorum Simproniani, Claudii, Nicostrati, Castorii et Simplicii, martyrum, qui, ut traditur, fabri marmorarii apud Sirmium in Pannonia, cum simulacrum die Aesculapii propter nomen Jesu Christi fingere renuissent, a Diocletiano imperatore in fluvium praecipites dari jussi sunt et a Deo martyrii gratia coronati; quorum Romae sub titulo Quattuor Coronatorum in basilica Caelimontana veneratio ab antiquitus floruit.

Schon nach der ältesten erhaltenen Märtyrerliste, der Depositio Martyrum des ChronographenAls Chronograph (wörtlich „Zeitschreiber”, von altgriechisch χρόνος „Zeit” und γράφειν „schreiben”) wird - erstmals durch den Historiker Theodor Mommsen - der römischer Schreiber Furius Dionysius Filocalus bezeichnet, der 354 im Auftrag des christlichen Aristokraten Valentinus die Stadtgeschichte Roms verfasste. Darin waren erstmals im Westen ganzseitige Buchmalereien und erstmals wurde die Geburt Jesu auf den 25. Dezember datiert. aus dem Jahr 354, werden in Rom verehrt: Vidus nou Clementis Semproniani Claui Nicostrati in comitatum: am Fünften vor den Iden des November: Clemens, Sempronianus, Clavis, Nicostratus am (kaiserlichen) Hofe. Im Jahr vorher, 353, hatte Kaiser Konstantius den kaiserliche Hof, comitatus, von Sirmium nach Rom verlegt und die Reichseinheit wiederhergestellt. Sein Hofstaat begleitete den Herrscher. Die Einheit kam zum Ausdruck durch die Einführung auch der lateinischen Amtssprache, und die Vergabe möglichst vieler Staatsämter an Christen. So brachten wohl damals vom Hof in Sirmium christliche Beamte die hohe Verehrung von fünf pannonischen Steinbildhauern und Märtyrern vom 8. November 306, mit an den Hof nach Rom. Der ChronographAls Chronograph (wörtlich „Zeitschreiber”, von altgriechisch χρόνος „Zeit” und γράφειν „schreiben”) wird - erstmals durch den Historiker Theodor Mommsen - der römischer Schreiber Furius Dionysius Filocalus bezeichnet, der 354 im Auftrag des christlichen Aristokraten Valentinus die Stadtgeschichte Roms verfasste. Darin waren erstmals im Westen ganzseitige Buchmalereien und erstmals wurde die Geburt Jesu auf den 25. Dezember datiert. scheint sich noch nicht sicher gewesen zu sein, weder über das Datum (V: idus = 9. November), noch über die ihm noch neuen Namen; so steht an erster Stelle ein Clemens. Der Text ist möglicherweise so zu korrigieren: VI idus nou Castoris Semproniani Claudii Nicostrati in comitatum. Die Reliquien waren in Sirmium zurückgeblieben, wohl aber etwa brandea genannte Berührungstücher mitgenommen worden. Als Verehrungsstätte wäre dann in Rom die, nahe dem kaiserlichen Hof gehörender Grundstücke gelegene neue Basilika, der alte titulus Aemilianae, die Stiftungskirche der Aemilia, auf dem Monte Coelio, gewählt worden, und dieser Titel der Einfachheit halber in titulus Quatuor Coronati, Kirche der Vier Gekrönten, umbenannt worden. Sicher ist eine im Jahr 354 in Rom auf den 9. November datierte Verehrung auf dem zum kaiserlichen Hof gehörendem Gelände mit Angabe von vier Namen. Das Martyrologium Hieronymianum gedenkt in der ersten Hälft des 5. Jahrhundert am 8. November: Romae ad Caelio monte Simproniani, Claudi, Nicostrati et Castoris. Die pannonischen Märtyrer wurden damals, mit vier der fünf Namen, auf dem Celio verehrt. Die Apsis der Basilika behielt die Grundgestalt aus dem 4. Jahrhundert Im 5. Jahrhundert wurden die Reliquien der in Sirmium hochverehrten fünf pannonischen Steinmetzen aus Dalmatien nach Rom überführt, um sie vor den Barbareneinfällen in Sicherheit zu bringen. In Rom wurden sie damals, weil ihre Identität mit den Quatuor Coronati auf dem Coelio nicht im Bewusstsein war, noch nicht in die Stadt gebracht, sondern an der Via Labicana auf dem Coemeterium bei Marcellinus und Petrus beigesetzt. Im 5. Jahrhundert wurden in der Passio des heiligen Sebastian (20. Januar/2) als die Namen dieser Vier Gekrönten genannt: Clemens, Simpronianus, Claudius und Nicostratus. Im Jahr 499, auf der römischen SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. unter Papst Symmachus, wird ein Priester als Teilnehmer erwähnt, der am Titulus Aemilianae adskribiert war. An der römischen Synod 595, unter Papst Gregor dem Großen (12. März 604/6), nimmt ein Priester namens Fortunatus teil, dessen Kirche auf dem Coelio als titulus sanctorum Quatuor Coronatorum bezeichnet wird. An einem 8. November hat Papst Honorius I. (625-638) nach Renovierungsarbeiten diese Kirche neu geweiht, möglicherweise wegen der Tagesheiligen zur ecclesia beatorum martyrum Quatuor Coronatorum. Dieser Titel findet sich zuerst im Sacramentarium Leonianum als erster des Monats November, aber ohne Tagesangabe, in den Orationen sind keine Einzelnamen genannt. Desgleichen im Sacramentarium Gregorianum, diesmal unter dem 8. November. Agostino Amore dagegen nimmt an (LThK 1965 X 781; Biblioteca Sanctorum Quattro Coronat 1276-1286), dass im 6. Jahrhundert ein aus Pannonien stammender KlerikerEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien. an der Basilika, die Passio der pannonischen Märtyrer verfasst hat. Diese Passio könnte aber doch auf die Zeit um 306 zurückgehen, vor allem auch, weil in ihr der in Sirmium (im kaiserlichen Ruhestand lebende) Diokletian noch nicht, wie später allgemein, als der wütende Christenverfolger, sondern als Kunst liebender und sehr menschlicher Herrscher und Mäzen der Künstler dargestellt wird. Außerdem ist der Name und Beruf des Verfassers am Schluss angegeben: Censualis a gleba actuarius nomine Porfyreus gestam scripsit: der Verfasser Porphyreus war in der Residenz Sirmium ein einfacher Kataster-Steuer-Beamter, ein Amt, das es dort 306 noch gab, aber mit fortschreitender Kontrolle des Landes durch die Barbaren, in Pannonien und Dalmatien seit etwa Mitte 4. Jahrhundert dort so nicht mehr gab. Nun also der Inhalt der Passio der fünf pannonischen Steinbildhauer-Märtyrer. Darin steht zu lesen (legendum), dass Kaiser Diokletian in Pannonien in einem Steinbruch vier besonders tüchtige Bildhauer hatte, mit Namen Claudius, Castorius, Simpronianus und Nicostratus. Sie waren spezialisiert auf Kunstgegenstände, aus Marmor und Porphyr, aus den Steinbrüchen in der Gegend von Fruschka-Gora, nördlich von Sirmium, Mitrovitza. Die vier waren Christen, Simplicius war ihr Künstlerkollege und wurde durch sie für Christus gewonnen, getauft von einem Bischof Cyrillus von Antiochien, der zusammen mit anderen Christen, als Zwangsarbeiter in diese Steinbrüche verbannt worden war. Die fünf Künstler arbeiteten zur höchsten Zufriedenheit Diokletians und erhielten immer neu bevorzugt seine Aufträge. So arbeiteten sie aus einem Block eine große Statue der Sonne nebst Sonnenwagen und Rossen. Natürlich zog die Bevorzugung des Kaisers den Neid von Arbeitskollegen, besonders auch der Vorgesetzten, auf diese Künstler. Als sie beobachteten, dass diese immer vor Beginn ihrer Arbeit heimlich das Kreuzzeichen der verbotenen Christen machten, legten sie dies als magisches Zeichen und den Erfolg der Künstler als Magie aus. Als der Kaiser schließlich für einen neuen Tempel eine Aeskulapstatue in Auftrag gab, weigerten sie sich, ein Götzenbild, zur kultischen Verehrung bestimmt, anzufertigen. Daraufhin wurden die fünf Steinmetze vor Diokletian geführt, der den Grund ihrer Ablehnung wissen wollte. Sie sagten, es sei ihnen unmöglich, etwas anzubeten, was sie mit eigenen Händen geschaffen hätten (vgl. Ps 115,4.8) Die Gegner klagten sie vor dem Kaiser als Magier an. Daraufhin wurden sie zum Sonnentempel geführt, damit sie dort opferten; dort bekannten sie sich zu Christus, der ewigen Sonne, empfangen vom Heiligen Geist, geboren aus der Jungfrau Maria. Schließlich ließ Diokletian sie, nachdem sie die Folter der Geißelung überstanden hatten (dagegen der befehlshabende Tribun Lampadius nach Durchführung seines Befehls hierzu plötzlich gestorben war), lebendig in Bleisärge einsperren und in den Fluss versenken; das war an einem 8. November um 306. Ihre Reliquien hat ein Nicomedes 42 Tage später geborgen und in seinem Haus beigesetzt. Diokletian ist elf Monate später in Rom beim Bau des Aeskulaptempels, bei den Trajansthermen, wieder von Christen enttäuscht worden. Bei der Einweihung in Rom haben vier christliche Soldaten, corniferi, Hörnchenträger, d. h. etwa Gefreite, dem Aesculap zu opfern den Gehorsam verweigert; diese Vier sind zu Tode gegeißelt worden. Der heilige Sebastian (20. Januar/2) habe sie geborgen und, im Beisein des Papstes Miltiades (310 - 10. Januar 314/1), am dritten Meilenstein an der Via Labicana bestattet. Auf Geheiß des Papstes sind die bekannten Namen der pannonischen Märtyrer (ohne Simplicius) auf die unbekannten Vier Gekrönten an der Via Labicana übertragen worden. Die späte Sebastianuslegende ihrerseits nennt fünf römische Märtyrer, namens Claudius, Nicostratus, Castorius, Symphorianus und Victorinus, die nach ihrem Martertod ins Meer geworfen wurden - also waren keine Reliquien zur Verehrung da. Dagegen waren die Pannonier in Bleisärgen aus dem Fluss geborgen worden und, sehr viel später als der Umzug des Hofes von Sirmium nach im Jahr 352, vor den Barbaren in Sirmium nach Rom geflüchtet worden. Im 9. Jahrhundert verwechselte Beda (25. Mai 735/1), und nach ihm auch Florus, diese fünf Märtyrer aus der Sebastianuslegende mit den fünf Bildhauern aus Pannonien. Der heilige Ado (16. Dezember 875/5), Mönch in Prüm, danach seit 860 Erzbischof von Vienne, versuchte in seinem Martyrologium die Probleme so zu lösen, indem er schließlich drei Gruppen unterschied. Die Namen aus der Sebastianuslegende verlegte er auf den 7. Juli, auf dem 8. November beließ er die fünf pannonischen Steinmetzen, zum selben Tag fügte er die vier römischen corniculari aus der Passio der Pannonier unter der Bezeichnung Quatuor Coronati hinzu und gab ihnen neue Namen: Severus, Severianus, Carpophorus und Victorinus. - Davon abhängig berichten die späteren Martyrologien, bis zum Martyrologium Romanum, Daten, Namen und Orte. - Schon im 7. Jahrhundert wird den Rompilgern im Pilgerführer de locis sanctis martyrum, von den heiligen Stätten der Märtyrer, empfohlen: Juxta viam Lavicanam.isti dormiunt.IIII Coronati, id est Claudius, Nicostratus, Simpronianus, Castorius, Simplicius - vier Märtyrer aber fünf Namen. - Papst Honorius I. (625 - 638) restaurierte die Basilia Quatuor Coronati. Das Pontificale Romanum berichtet, Papst Hadrian I. (772-795) hat das Dach der Basilika auf dem Coelio erneuern lassen. Papst Leo IV. (847 - 17. Juli 855/10), den sein Vorgänger Sergius II. (Januar 844 - Jan. 847) damals zum Kardinalpriester in seinem Benediktinerkloster Quattro Coronati (er war dessen Abt gewesen) ernannt hatte, wurde nach seiner Papstwahl in Prozession von dort aus zum Lateran zu seiner Bischofsweihe geleitet. Wegen der Sarazeneneinfälle hatte er in seiner Amtszeit viele Kirchen und Klöster wieder aufzubauen. Da er natürlich besonders an seiner alten Abtei auf dem Coelio hing, sorgte er besonders gut für deren Wiederaufbau. Dann der interessante Vermerk, dass der Papst die in der Basilika noch nicht befindlichen Reliquien der Vier Gekrönten hat suchen lassen, und als sie aufgefunden waren, sie in diese Basilika hat übertragen lassen (Lib.Pont.II. 115 f). Wo mag er die Reliquien gesucht - und wo sie gefunden haben? Wohl an der Via Labicana nahe Marcellinus und Petrus. Nach Ado berichtet immer noch das Martyrologium Romanum, unter Verlegung des Martyriums nach Rom:

Romae, via Lavicana, tertio ab Urbe milliario, passio sanctorum Martyrum Claudii, Nicostrati, Symphoriani, Castorii et Simplicii, qui, primo in carcerem missi, deinde scorpionibus gravissime caesi, tandem, cum ex fide Christi dimoveri non possent, a Diocletiano jussi sunt in fluvium praecipites dari
In Rom, an der Via Labicana, am dritten Meilenstein vor der Stadt, das Leiden der heiligen Märtyrer Claudius, Nicostratus, Symphorianus, Castorius und Simplicius, die, zuerst in den Kerker geworfen, dann danach mit Skorpiongeißeln schwerst ausgepeitscht, schließlich, da sie vom Glauben an Christus nicht abzubringen waren, auf Diokletians Befehl hin, kopfüber in den Fluss gestürzt worden sind.

Unmittelbar folgt:

Ibidem, via Lavicana, natalis sanctorum Quatuor Coronatorum fratrum, id est Severi, Severiani, Carpophori et Victorini; qui, sub eodem Imperatore, ictibus plumbarum usque ad mortem caesi sunt. Horum autem nomina, quae postea, interjectis annis, Domino revelante, ostensa sunt, cum minime reperiri tunc potuissent, statutum fuit, ut anniversaria dies ipsorum, una cum illis quinque, sub nomine sanctorum Quatuor Coronatorum recoleretur; qui mos, etiam postquam revelata sunt, in Ecclesia perseveravit.
Ebenfalls dort an der Via Labicana, Geburtstag der heiligen vier gekrönten Brüder, nämlich Severus, Severianus, Carpophorus und Victorinus; die, unter demselben Kaiser, mit Schlägen von Bleigeißeln zu Tode gepeitscht wurden. Deren Namen allerdings sind erst später, nach Ablauf von Jahren, durch Offenbarung Gottes bekannt geworden; damals, als sie noch gar nicht namentlich erfasst werden konnten, ist festgelegt worden, dass der Tag ihres Jahrgedächtnisses, zugleich mit dem der oben genannten Fünf, unter der Bezeichnung von den heiligen Vier Gekrönten begangen werde; diese Gewohnheit ist, auch nachdem die Namen bekannt geworden, in der Kirche beibehalten worden.

Wie oben aufgezeigt, gehen diese Eintragungen, zuletzt im Martyrologium Romanum 1956, zu zwei Tagen, zum 8. November, und ebenfalls die hier folgenden zum 7. Juli, die im neuen Martyrologium Romanum 2001 nicht mehr zu finden sind, auf den heiligen Ado von Vienne in dessen Martyrologium zurück. Romae sanctorum Martyrum Claudii Commentariensis, Nicostrati primiscrinii, qui fuit vir beatae Zoae, Castorii, Victorini et Symphoriani; quos omnes sanctus Sebastianus ad fidem Christi perduxit, et beatus Polycarpus Presbyter baptizavit. Eosdem, in perquirendis sanctorum Martyrum corporibus occupatos, Fabianus Judex comprehendi jussit, et, cum eos, per decem dies minis et blanditiis exagitans, in nulla penitus posset commovere, jussit tertio torqueri, ac postea in mare praecipites dari. Hier wird erinnert an Claudius, den Commentariens Kontrolleur der Soldatenlisten, an Nicostratus, den primiscrinius, militärischer Expeditionsleiter, den Ehemann der heiligen Märtyrin Zoe (2. Mai, 2. Jahrhundert, 2), an Castor, an Victorinus und an Symphorianus, die alle vom heiligen Sebastian dem Glauben zugeführt und von einem heiligen Priester Polykarp getauft wurden. Es wird berichtet, dass sie aufgegriffen wurden, als sie die Leichname von Märtyrern zum Beerdigen aufsammelten. Nach zehntägiger Haft, nachdem weder Drohungen noch schmeichlerische Versprechungen erfolgreich waren, wurden sie dritten Grades gefoltert und schließlich ins Mittelmeer versenkt. Quelle hierzu ist, wie oben ausgeführt, die Sebastianus-Legende.

2. † an einem 8. November um 396 entschlief im Gebiet um Tours der heilige Priester Clarus, Saint Clair, ein Schüler des heiligen Martin (11. November 397/1) und von diesem beauftragt, das Noviziat zu leiten, der ganz in der Nähe des bischöflichen Hauses eine Unterkunft errichtete und dort viele Mitbrüder anzog, der das Kloster Mar-Moutier, Martins-Münster nannte.

3. † am Mittwoch, dem 8. November 618, entschlief in Rom der heilige Papst Deusdedit I., der seinen Klerus und sein Volk lieb gehabt hat und dessen Schlichtheit und Weisheit gerühmt wurde. Von ihm ist ein Blei-Siegel erhalten, auf der Vorderseite Α Ω und auf der Rückseite DEUSDEDIT PAP
Siehe auch 29. Juni, 1/56

4. † am Sonntag, dem 8. November 789, entschlief in Bremen, der heilige Bischof Willehad, gebürtig aus Northumberland, der ein Freund des Alkuin war, nach dem heiligen Bonifatius (5. Juni 754/1) Missionar bei den Friesen und Sachsen war und das Bistum Bremen gegründet und als erster Bischof gut geleitet hat.

5. † am Montag, dem 8. November 1115 wurde in Soissons beigesetzt, der heilige Bischof Gottfried, Saint Geoffroy, Bischof von Amiens, der schon als fünfjähriger Knabe ins Mönchsleben eingeführt, Abt über nur 6 Mönche in Nogent, Marne, bald viele Berufungen hatte, wurde Bischof von Amiens, bemüht zu vermitteln in den Streitigkeiten zwischen Herren und Bürgern der Stadt und im Erneuern der Lebensführung von Klerus und Volk, viel Leid erduldet hat. Da zog er sich zurück zu den Kartäusern in die Grande Chartreuse. Zurückgerufen auf seinen Bischofsstuhl, kämpfte und litt er weiter. Er starb bei einem Besuch in der Abtei Saint Crépin in Soissons. Er wurde dort begraben, weil sich aus Amiens keiner seiner KlerikerEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien. rührte, ihn etwa in seiner Bischofsstadt zu begraben.

6. † am Freitag, dem 8. November 1308, entschlief in Köln, der selige Priester Johannes Duns Scotus, 42 J., aus dem Orden der Minderbrüder-Conventualen, der, aus Schottland gebürtig, Professor der Philosohie und Theologie in Canterbury, Oxford, Paris und Köln war, der ein fein-nerviger Geist von staunenswerter Inbrunst, ein hervorragender Meister gewesen ist. Er lehrte als Erster ausführlich die Lehre von der Unbefleckten Empfängnis der Allerseligsten Jungfrau und Gottesgebärerin Maria.

7. † am Montag, dem 8. November 1745, entschlief in Montenuovo im Piceno, die selige Äbtissin Maria Crocifissa, Elisabetta Maria Satellico aus dem Orden der Clarissen, die auffallend liebevoll das Geheimnis des Kreuzes betrachtete und mit mystischen Gnadengaben begabt war.

8. † am Sonntag, dem 8. November 1840, wurden in Nam Dinh, Tunquin, für Christus enthauptet
• der heilige Priester und Märtyrer Paulus, Phaolo Nguyen Nhan, 69 J.,
• der heilige Priester und Märtyrer Joseph, Giuse Nguyen Dinh Nghi, 69 J.,
• der heilige Priester und Märtyrer Martin, Martinho Ta Duc Thinh, 80 J.,
• der heilige Märtyrer Johannes Baptist, Gioan Bautixta Con, 35 J., ein junger Bauer
• der heilige Märtyrer Martin, Martino Tho, 53 J., ebenfall ein Bauer
Siehe auch 24. November/1 Ziffer 59 - 63

Jerusalem, Patriarchat: alle Heiligen der Kirche von Jerusalem
Hildesheim, Münster, Osnabrück, Groningen: Willehad 4
Utrecht: Alle heiligen Bischöfe von Utrecht


aus dem MARTYROLOGIUM ROMANUM 2004 übersetzt und in vielen Teilen ergänzt
von † Klaus Martin Reichenbach, Priester der Erzdiözese Köln




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Autor: Klaus Martin Reichenbach - zuletzt aktualisiert am 27.09.2015
korrekt zitieren:
Klaus Martin Reichenbach: Artikel
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