Ökumenisches Heiligenlexikon

Einführung Verzeichnis der Übersichten

22. April

1. † am Freitag, dem 22. April 175, entschlief in Rom, der heilige Papst Soter, dessen außerordentlicher Liebe zu den Mitbrüdern, zu eintreffenden armen oder notleidenden Pilgern, zu den in die Erzgruben Verurteilten, der heilige Dionysios Corinthius, Dionysios von Korinth (8. April 180/3) lobend niederschrieb. Seine Entscheidung, das Osterfest auf den Sonntag nach dem 14. Nisan zu legen, ergab seinerzeit einige Verwirrung.
Siehe auch 29. Juni, 1/12

2. † am Dienstag, dem 22. April 178, wurde in Lyon enthauptet, der heilige Epipodius, der, nach dem glorreichen Martyrium der 48 Blutzeugen (2. Juni 177/2) in dieser Stadt, mit seinem besten Freund Alexander (24. April 178/3) aufgegriffen, am heutigen Tag sein Martyrium vollendet hat.

3. † am Sonntag, dem 22. April 204, wurde in Alexandria enthauptet, der heilige Märtyrer Leonides, Leonidas, der, Rhetor, Philosoph und Professor, unter Kaiser Septimius Severus, für den Namen Christi mit dem Schwert hingerichtet worden ist, der seinen 17-jährigen Sohn Origenes, dem er die Grundlagen der Bibel und griechischen Rhetorik beigebracht hatte, als jungen Mann zurückließ, der später ein so großer Theologe werden sollte.

4. † am Mittwoch, dem 22. April 296, wurde in Rom, an der Via Appia im Koimeterion des Kallistus, in der Papstkapelle, beigesetzt, der heilige Papst Cajus, Gajus, dem die Flucht vor der diokletianischen Verfolgung gelang, der aber als Bekenner, Confessor, sein Erdenleben in Salona in Dalmatien, der Heimat des Kaisers, mit dem der Papst verwandt war, beendet hatte; er ist der erste Heilige unter diesem Titel Confessor. Ihm wird die Stufenordnung der sieben heiligen Weihen zugeschrieben, obwohl sie älter ist und schon vom heiligen Papst Cornelius (14. September 253/2) bekannt ist. Er war ein Onkel der hl. Susanna (11. August/4). Er leitete die Kirche vom 17.12.282 bis zu seinem Tod und seiner Beisetzung in Rom, am 22.4.296, also auch in der Zeit der numerianischen Verfolgung, in der Zeit des Martyriums der heiligen Chrysanthus und Daria (25. Oktober, um 283/1) sowie ihrer Gefährten. Der Liber Pontificalis schreibt ihm die Einführung der aufsteigenden sieben Weihestufen zu: Ostiarier Türhüter, Lektor Vorleser, Exorzist Teufelaustreiber, Akolyth Messdiener, Subdiakon, Diakon, Priester und schließlich Bischof. Diese Ordnung war gültig bis zum II.Vatikanischen Konzil. Sie muss aber älter sein, denn sie wird bereits um 252 von Papst Cornelius (14. September 253/2) in seinem Brief an Bischof Fabius von Antiochien erwähnt (Eusebius Hist Eccl VI 43). Wegen der vielen von ihm überlebten Leiden - er leitete die Kirche lange Zeit aus dem Untergrundversteck - erhielt er, wohl als erster, den Ehrentitel Confessor, Bekenner. Beigesetzt wurde er in einer Kammer der Kallistuskatakombe und sein Grab mit einer griechischen Inschrift geschmückt:

ΓαιοΥ ΕΠΙΣΚοπου / ΚΑΤαθεσις / Προ ι ΚΑΛ ΜΑΙΩν
Gajus des Bischofs/Ruhestätte,/an den 10. Kalenden des Mai (22. April)

Siehe auch 29. Juni, 1/28

5. † am Ostermittwoch, dem 22. April 341, wurde in Persien zum Blutzeugen, der heilige Landbischof und Märtyrer Maryahb, der Name bedeutet Gottesgabe.
Siehe auch 17. April, 3/4

6. † am Dienstag, dem 22. April 536, entschlief in Konstantinopel, der heilige Papst Agapetos I., ein gebürtiger vornehmer Römer, Sohn des Priesters Gordianos, der kraftvoll durchgesetzt hat, dass der Bischof von Rom vom Klerus der Hauptstadt Rom frei gewählt wird und die Würde der Kirche überall respektiert wird; danach wurde er vom Gotenkönig Theodehad nach Konstantinopel zum Kaiser Justinian geschickt; dort hat er den orthodoxen Glauben gestärkt, den häretischen Bischof Antimos zurücktreten lassen und statt dessen den heiligen Menas (25. August 552/6) zum Bischof von Konstantinopel geweiht, und ist dann dort in Frieden entschlafen. Sein Leichnam wurde nach Rom in die alte Peterskirche überführt.
Siehe auch 29. Juni, 1/52

7. † am Montag, dem 22. April, 541, entschlief in Sens, der heilige Bischof Leo, der die 3. SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. von Orleans mit unterschrieben hat.

8. † am Sonntag, dem 22. April 613, entschlief in seinem Geburtsort Sykeon in Galatien, der heilige Hegoumenos und Bischof Theodoros, Bischof von Anastasiopolis in Galatien, heute in Ankara. Von Kind an liebte er die Einsamkeit und wählte für sich eine anspruchslose Lebensweise; 15-jährig pilgerte er nach Jerusalem, besuchte das Grab des von ihm lebenslang hochverehrten heiligen Georg (23.April im 4. Jahrhundert/1) in Lod, Lydda und nahm im nahen Chozibakloster, Sankt Georgs-Kloster, im Wadi Quelt in der Wüste Juda, das Mönchsgewand an; nach Hause zurück lebte er als eine Art Rekluse auf äußerst engem Raum und unter extrem schweren Umständen; zum Bischof wurde er gegen seinen Willen gewählt und fand keine Ruhe, bis schließlich der Patriarch in Konstantinopel ihn von seiner Residenzpflicht entband und er so wieder in seine Einsamkeit zurückgehen konnte. Eine etwas andere Überlieferung lässt ihn zweimal nach Konstantinopel gehen um beim Patriarchen die Annahme des Bischofsamtes abzulehnen und auf der zweiten Reise sterben, aber von seinen Verehrern in bischöfliche Gewänder gekleidet begraben werden.

9. † am Sonntag, dem 22. April 770, entschlief in Almenêches bei Argentan, Séez, die heilige Jungfrau und Äbtissin Opportuna von Montreuil-Bellay, die bekannt war für ihre extreme Abstinenz und Anspruchslosigkeit. Sie war die Schwester des heiligen Chrodegang von Séez (6. März 766/7), der ihr den Jungfrauenschleier überreicht hatte.

10. † am Samstag, dem 22. April 982, entschlief in Braga, in Portugal, die heilige Äbtissin Senorina von Braga, von der berichtet wird, dass, auf ihre Fürbitte hin, den notleidenden Ordensschwestern in kürzester Zeit von Gott Brot gegeben wurde.

11. † am Donnerstag, dem 22. April 1322, entschlief in Fabriano im Piceno, der selige Priester Francesco Venimbeni aus dem Orden der Minoren, der ein großer Prediger des Wortes Gottes gewesen ist.


aus dem MARTYROLOGIUM ROMANUM 2004 übersetzt und in vielen Teilen ergänzt
von † Klaus Martin Reichenbach, Priester der Erzdiözese Köln




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Autor: Klaus Martin Reichenbach - zuletzt aktualisiert am 13.04.2015
korrekt zitieren:
Klaus Martin Reichenbach: Artikel
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