Ökumenisches Heiligenlexikon

Einführung Verzeichnis der Übersichten

11. August

1. † am Dienstag, dem 11. August 1253, entschlief in San Damiano bei Assisi die heilige Jungfrau Clara, Chiara, Klara, die, etwa 12 Jahre jünger als der heilige Franziskus (4. Oktober 1226/1), im unruhigen Revolutionsjahr 1200 in Assisi, mit ihren Eltern nach Perugia auswich und erst etwa 6 Jahre später zurückkam, als Franziskus schon einige Zeit lang seine Ideale predigte und verwirklichte. Als sie ihn predigen hörte, ist sie, am Abend des Palmsonntags 1212, 18-jährig aus ihrem adligen Elternhaus in Assisi entflohen, vom heiligen Franziskus im Portiunculakirchlein eingekleidet worden und seine erste Schülerin und die Gründerin der unzähligen aktiven Franziskanerinnen und der kontemplativen Klarissen geworden ist, die alle ihrem und seinem christlichen Armutsideal nachfolgen. Seit 1224 war sie meist bettlägerig krank und Nachfolgerin Christi auch in Seinem Leiden. Wie der heilige Franziskus hat sie sich mit Ausdauer gewehrt gegen auch päpstliche Versuche, statt der absoluten Armut ihr eine vernünftigere Regel aufzudrängen. 1252 erhielt sie und ihr Kloster den Besuch des Papstes Innozenz IV. persönlich, der daraufhin ihre Regel approbierte; die päpstliche Bulle kam am 9. August 1253 bei Klara an und sie ist mit vor Freude darüber entschlafen. Sie wurde begraben im Kirchlein San Giorgio, zwei Jahre nach ihrem Tod heiliggesprochen und 1260 in die zu ihrem Gedenken erbaute neue Kirche Santa Chiara überführt, wo sie noch heute in einem Glassarg unter dem Altar ruht.

2. † an einem 11. August, im 3. Jahrhundert, wurde in Comana, bei Tokat, im Pontus, heute Soukhoumi in Abghasien, zum Blutzeugen, der heilige Bischof und Märtyrer Alexander Carbonarius, der Köhler, so genannt wegen seiner Askese, der aus dem Philosophieren heraus sein hervorragendes Wissen von der christlichen Demut abgeleitet hat, der vom heiligen Bischof Gregor Thaumatourgos, Θαυματουργος Wundertäter (17. November, um 270/2), dem Bischof von Neocaesarea im Pontus, zum Bischof von Comana erhoben, nicht nur mit Worten da Evangelium verkündet hat, sondern auch durch sein Martyrium, als er lebendig verbrannt worden ist, berühmt worden ist.

3. † an einem 11. August, um 303, wurde in Rom am dritten Meilenstein der Via Labicana, ad duas LauraEine Laura (von griech.„Λαύρα, enge Gasse”) ist eine Art Einsiedlergemeinschaft, bei der die Mönche während der Wochentage jeweils für sich alleine in Höhlen lebten und nur am Wochenende zur Feier der „Göttlichen Liturgie”, zum Gebet, zum gemeinsamen Mahl und zum brüderlichen Beisammensein zusammenkommen.s beigesetzt, der heilige Märtyrer Tiburtius, vom Tiber. Er soll vom heiligen Sebastian (20. Januar/2) bekehrt worden sein.
Sein Grab ad duos laureos, zu den beiden Lorbeerbäumen, an der Via Labicana, wurde von Papst Damasus (11. Dezember 384/1) mit einer Inschrift geehrt:

Tempore quo gladius secuit pia viscera matris
egregius martyr contempto principe mundi
aethera altia petit Christo comitante beatus
ic tibi sanctus honor semper laudesque manebunt
care Deo ut foveas Damasum precor alme Tiburti.
Zur Zeit da das Schwert das zärtliche Herz der Mutter (Kirche) durchschnitt,
enteilt der auserlesene Märtyrer in Verachtung des Fürsten der Welt
nach den Himmelshöhen, selig im Gefolge Christi;
hier werden dir immer heilige Ehrung und Lob bleiben,
Gott-lieb hoher Tiburtius, empfiehl Damasus.

Papst Gregor IV. (824 - 844), der Freund des Kaisers Lothar I., überführte die Reliquien in den Petersdom. Zur etwa gleichen Zeit, um 821, tauchen Tiburtiusreliquien auch nördlich der Alpen auf: Einhard übertrug sie, mit Marcellinus und Petrus (2. Juni 304/1) nach Seligenstadt am Main; sie kamen auch nach Paris in die Basilika Saint-Dénis (9. Oktober/1) und nach Soissons in die Kirche Saint-Médard (8. Juni 561/3). Wahrscheinlich zur selben Zeit gelangten sie auch in die Abtei Prüm, in deren Reliquienverzeichnis von 1003 sie aufgeführt werden.

4. † am 11. August ist in Rom der Gedenktag der heiligen Susanna, die in alten Quellen als Jungfrau und Märtyrin verehrt wird, unter deren Namen im 6. Jahrhundert die Basilika des Titels Gajus an den Diokletians-Thermen Gott geweiht worden ist. Susanna, שׁושׁנה Lilie (vgl. Dan. 13; in biblischen Liedern: Ps 45, 1; 60 ,1; 69, 1; 80 ,1; Hoheslied 2, 1 - 2. 16; 4, 5; 5, 13; 6, 2 - 3; 7, 3; Mt 6, 28; Lk 12, 27), war nach der Überlieferung eine Nichte des heiligen Papstes Gajus (22. April 296/4). Sie wurde in der diokletianischen Verfolgung in Rom enthauptet. Begraben wurde sie in der Nähe der heiligen Chrysanthus und Daria (25. Oktober 283/1): juxta corpora sanctorum Chrysanthi et Dariae, via Salaria, in arenario juxta sanctum Alexandrum in civitate figlina -bei den Leibern der heiligen Chrysanthus und Daria, an der Via Salaria, in den Erdgruben, nahe dem heiligen Alexander bei der Ziegelei-Stadt (Acta Sanctorum Aug. II. 632).
Ihre Verehrung auf diesem Coemeterium ist aber nicht bezeugt. Vielleicht wurden ihre Reliquien nach dem Gotensturm 410 schon in die Gajus-Doppelkirche, die bei den Diokletiansthermen errichtete Titelkirche, überführt, wo die älteste Verehrung überliefert ist. Vielleicht aber ist diese benannt nach einer namensgleichen Stifterin. Von alters her ist der Namen des Titulus ad duos domos, zu den zwei Häusern, nämlich des heiligen Gajus und der heiligen Susanna.

5. † an einem 11. August, im 4. Jahrhundert, wurde in Assisi zum Blutzeugen, der heiligen Bischof und Märtyrer Rufinus, der als erster Bischof der Stadt gilt.

6. † an einem 11. August, im 4. Jahrhundert, entschlief in Benevent, in der Campagna, der heilige Bischof Cassianus.

7. † an einem 11. August, im 5. Jahrhundert, entschlief in Evreux, der heilige Bischof Taurinus, der dort als der erste Ortsbischof gilt.

8. † an einem 11. August, im 5. Jahrhundert, entschlief in Irland, die heilige Äbtissin Attracta, die aus den Händen des heiligen Patrick (17. März 461/1) den Schleier der gottgeweihten Jungfrauen erhalten haben soll.

9. † an einem 11. August, vor 571, entschlief in der Provinz Valeria nahe Rom, der heilige Abt Equitius, der, wie der heilige Papst Gregor der Große (12. März 604/6) schreibt, dank seiner Heiligkeit der Vater für Viele Mönchsklöster wurde und, wo immer er war, die Quellen der Heiligen Schrift zu sprudeln begannen.

10. † am Sonntag, dem 11. August 625, entschlief in Cambrai, der heilige Bischof Gaugericus, Saint Géry, der von römischen Eltern in Yvois, Carignan bei Sedan, geboren, vom heiligen Bischof Magnerich von Trier (25. Juli, um 596/6) erzogen und zum Diakon geweiht, 586 Bischof von Cambrai und Arras wurde. Er gründete außerhalb der Stadt das Kloster Saint Médard (8. Juni um 560/3) zu dessen ehrendem Andenken. Er ist Mitpatron von Brüssel, wo in der Kirche Saint-Géry auch Reliquien von ihm ruhen; auch Patron von Braine-le-Comte in Hainot. Wandelbert von Prüm erwähnt ihn bereits zum 11. August in seinem Martyrologium 848.

11. † am Dienstag, dem 11. August 632, entschlief in Arles, in der Provence, die heilige Äbtissin Rusticula, die ihre Schwestern fast 60 Jahre heiligmäßig geleitet hat.

12. † am 11. August wird in Gloucester dreier Märtyrer von Gloucester gedacht, deren genaues Todesdatum nicht mehr bekannt ist; sie wurden unter Elizabeth I. auf die übliche grausame Weise umgebracht, gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt
• zum Montag, 1586, der selige Priester und Märtyrer John Sandys,
• zum Dienstag, 1587, der selige Priester und Märtyrer Stephen Rowsham, 35 J., und
• zum Donnerstag 1588 der selige Priester und Märtyrer William Lampley, ein Handschuhmacher.
Siehe auch 12. Februar, 7/11 und 18 und 24

13. † am Montag, dem 11. August 1794, erlag vor Rochefort, auf dem Häftlingsschiff Deux Associées, den Entbehrungen, der selige Priester und Märtyrer Jean Georges Jaques Rhem, 42 J., aus dem Predigerorden, ein Elsässer.
Siehe auch 27. August, 16/32

14. † am Dienstag, dem 11. August 1936, wurden zu Blutzeugen, in Agullent bei Valencia,
• der selige Märtyrer Rafael Alonso Guttiérez, 46 J., Vater von sechs Kindern, der sein Blut für Christus gab, und
• der selige Märtyrer Carlos Diaz Gandia, 29 J., des Vaters eines Töchterchens.
Siehe auch 29. Dezember, 11/48 - 48

15. † am selben Dienstag, dem 11. August 1936, wurde in Prat de Compte, Tarragon, umgebracht, der selige Märtyrer Miguel Domingo Cendra, 27 J., Salesianer, der versucht hatte, im Bürgerkrieg sich irgendwo in Sicherheit zu bringen.
Siehe auch 29. Dezember, 11/50

16. † am Donnerstag, dem 11. August 1949, wurde in China an der Grenze zu Tibet, zum Blutzeugen, der selige Priester und Märtyrer Maurice Tornay, 39 J., geboren in La Rosière im Wallis, Schüler der Abtei Saint Maurice, der 1931 ins Kloster auf dem Großen Sankt Bernhard eintrat und dort 1935 seine Profess als Regular-Kanoniker ablegte. Mit einigen Mitbrüdern zog er 1936 nach Tibet, um dort ein Hospiz zu gründen. 1938 empfing er in Hanoi die Priesterweihe. Er übernahm sofort ein kleines Priesterseminar und leitete die Ausbildung einheimischer Priester. 1945 übernahm er die Pfarrstelle in Yerkalo, die einzige in ganz Tibet, wurde aber von den Lamaisten schon im nächsten Jahr vertrieben. Er suchte vergeblich Hilfe bei den diplomatischen Vertretungen, besonders in Nanking und ebenfalls beim Apostolischen Nuntius. 1949 schloss er sich einer Karawane nach Lhasa an, um den Dalai Lama persönlich um eine Aufenthaltsgenehmigung zu bitten. Durch die Spannungen des drohenden Einmarschs der Chinesen nach Tibet überreizt, hat ihn sein tibetanischer Diener vor der Grenze, noch in China, am Choula-Pass, erschlagen. Er wurde in Yerkalo begraben. Papst Johannes-Paul II. hat ihn am 16. Mai 1993 als Märtyrer ernannt und seliggesprochen.

Luxemburg: Schetzel: 6. August/6


aus dem MARTYROLOGIUM ROMANUM 2004 übersetzt und in vielen Teilen ergänzt
von † Klaus Martin Reichenbach, Priester der Erzdiözese Köln




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Autor: Klaus Martin Reichenbach - zuletzt aktualisiert am 04.08.2015
korrekt zitieren:
Klaus Martin Reichenbach: Artikel
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