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Ökumenisches Heiligenlexikon

Einführung Verzeichnis der Übersichten

9. Oktober

1. † an einem 9. Oktober um 250 oder 258 wurden in Lutetia, Paris, zu Märtyrern der heilige Bischof Dionysius, Διονυσιος, von Zeus Gezeugter, Διου Νυσα: nach dem Mythos wurde er von Zeus gezeugt und im Waldgebirge Nysa von Nymphen aufgezogen; Nysa lag nach Homer in Böothien, nach Herodot in Äthiopien, nach anderen woanders; dem Dionysios, Bacchus geweiht, Saint Dénis, der erste Bischof von Paris, mit seinen Gefährten, dem Priester Eleutherius, Saint Eleuthère, und dem Diakon Rusticus, Saint Rustique. Die beiden Gefährten werden auch als Adjective gedeutet, da Dionysios als Bischof zugleich auch Priester und Diakon war, außerdem ein Ελευθερος, ein freier Mann und ein Rusticus, weil er die Landbevölkerung missionierte. Um 520 taucht in der Schrift Vita Genovefae, Vie de Sainte Geneviève (3. Januar um 500/8) erstmalig eine Nachricht auf, dass der heilige Märtyrerbischof Dionysius ihr Vorbild und ihr Vater im Glauben war und dass sie beim Klerus von Paris um 485 die Errichtung einer Kirche auf seinem Grab, 6 km nördlich der Seine, auf dem Vicus Catulliacus, dem Gräberfeld der gallo-römischen Siedlung, an der Stelle der heutigen Basilika Saint-Dénis erbeten und erreicht hat. 626 wurden die Reliquien der drei Märtyrer in der neugegründeten Abteikirche der Benediktiner beigesetzt, indem sie vom ersten Abt, namens Dodo, feierlich aus der Innenstadt hinaus dorthin überführt wurde. Im Stadtkern gab es auch eine alte Kirche mit dem Titel Ad Sanctum Dionysium, an der Stelle der heutigen Basilika auf dem Montmartre, Berg der Märtyrer, die später der hl. Genovefa geweiht, 475 zu Ehren der Apostel Petrus und Paulus errichtet worden. Das Martyrologium Hieronymianum meldet zum 9. Oktober die depositio des heiligen Dionysius und seiner Gefährten. Der heilige Venantius Fortunatus (14. Dezember, nach 600/9) bezeugt seine Verehrung bis nach Bordeaux. Der heilige Gregor von Tours (17. November 594/7) nennt ihn unter den 250 vom Papst Fabian (20. Januar 250/1) aus Rom nach Gallien ausgesandten sieben Kirchen gründenden Bischöfen, die alle angekommen sind, alle in je ihrer wichtigen Stadt die Kirche gegründet haben und alle den Märtyrertod gestorben sind (De Gloria Martyrum 71 und Historia Francorum I, 28; V, 32. 34). Die 626 eingeweihte Benediktiner-Abtei Saint-Dénis wurde das vornehmste Kloster Frankreichs. Zur Zeit des heiligen Abtes Fulrad (16. Juli 784/-) wurde, im Jahr 754, in ihr von Papst Stephan II. der Fürst Pippin der Jüngere mit seinen Söhnen Karl und Karlemann zum König gesalbt. 775 wurde im Beisein Karls des Großen der Neubau eingeweiht. Saint-Dénis war bereits seit 639 die Grabeskirche Dagoberts I. und wurde es schließlich für 25 Könige, 10 Königinnen, 84 Prinzen und Prinzessinnen. Die Abtei wurde 1789 aufgehoben und 1793 wurden alle Königsgräber geschändet. 1816 wurden die Königsgräber soweit möglich restauriert und aus anderen Grablegen die Gebeine der Könige Frankreichs hinzugefügt, z. B. die Chlodwigs († 511) und Henri III. († 1580), so dass jetzt dort 72 Könige ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Der hl. Dionysius ist der Patron Frankreichs. - Deren Abt Hilduin von Saint-Dénis verbreitete um 835 die Legende, der erste Bischof von Paris sei identisch mit dem in der Apostelgeschichte genannten Dionysius Areopagita (Apg 17, 34; 3. Oktober/1), dieser aber sei identisch mit einem altchristlichen Verfasser mystischer Schriften, also einem dritten Dionysius, Pseudo-Areopagita, zugeschrieben, die dieser gelehrte Abt aus dem Griechischen übersetzte. Der Patron von Stadt und Erzbistum Paris wird vielerorts verehrt. Die Legende zählt Dionysius unter die κεφαλοφοροι, Märtyrer, die ihren eigenen Kopf nach ihrer Enthauptung zum Grab tragen. Es soll sich um etwa 50 Heilige handeln. Unter ihnen die Heiligen Alban (22. Juni um 287/4), Minias, Miniato (25. Oktober um 250/3), Placidus (11. Juli im 7. Jahrhundert/7), Regula (11. September/2) und Tancha (10. Oktober 620/10).

2. † am Freitag, dem 9. Oktober 1609, entschlief in Rom, der heilige Priester Johannes Leonardi, Giovanni Leonardi, 68 J., der in seiner Heimatstadt Lucca Apotheker gewesen ist. Beeinflusst durch das Konzil von Trient verlegte er sich ganz auf das Glaubensapostolat. 1572 zum Priester geworden, bemühte er sich um Mitarbeiter in der Jugenderziehung, Priesterausbildung und Ausbildung von Missionaren für fremde Länder und Völker. Dazu gründete er für Laien die Compagnia della Dottrina Christiana, dann 1574 den Orden der Regularkleriker, der später den Zusatz von der Muttergottes erhielt, und drittens, 1603, zusammen mit Giovanni Battista Vives, eine Bildungsstätte für zukünftige Missionare, die 1627 unter Papst Urban VIII. zum Päpstlichen Collegium pro Propaganda Fide wurde. 1584 musste er Lucca verlassen, weil er sich durch seinen großen Eifer viele Feinde in der Heimat gemacht hatte, daher ging er nach Rom. Er schloss sich dem heiligen Filippo Neri (26. Mai 1595/1) an und übernahm von diesem das Haus für seine eigenen Gefährten. Dort wurde er auch von Papst Clemens VIII. in die Arbeit der Inquisitionsgerichte eingespannt und beauftragt mit der Klöster- und Ordensreform. Er starb bei einer Pestepidemie in Rom, in der er sich bei der Krankenpflege selber die Seuche einfing. Er liegt begraben am Fuß des Kapitolinischen Hügels, in Santa Maria in Campitelli, wo auch das Generalat seines Ordens sich befindet.

3. † Gedenktag des heiligen Patriarchen Abram, אברם, hoher Vater, Abraham, אברהם, des Vaters vieler Völker (1. Mos 17, 5), des Vaters der Glaubenden (Hebr 11, 8 - 19), der, aus Ur Chasdim, der alten sumerischen Stadt in Süd-Babylonien, in Chaldäa, heute im Irak, gebürtig war (1. Mos 11, 27 - 31), auf den Ruf Gottes hin (1. Mos 12, 1 - 9) 75-jährig, mit seiner kinderlosen Frau Sarai, Sara, und dem Neffen Lot, zuerst nach ins Land der Verheißung zog und bei Sichem und Bet-El je einen Altar baute, dann weiter zog in den Negev, das Südland. Gott schloss mit ihm den Bund: alle seine Kinder, alle acht Tage alten Knaben, werden durch die Beschneidung zu Bundesgenossen Gottes; Gott versprach dem Abraham zahllose Nachkommen und das Land Kanaan, dazu, in seiner Nachkommenschaft, den Segen für alle Völker der Erde (1. Mos 17, 10 - 12 und 22, 18); Bund und Segen gelten auch für seinen ersten Sohn Ismael, den Sohn der Dienerin Hagar (1. Mos 17, 20 - 22 und 25, 12 - 18), vor allem aber dem Sohn Saras, dem Isaak (1. Mos 18, 10 - 15; 21, 1 - 8; 22, 1 - 19). Auf Gottes Ruf hin war er bereit, diesen seinen einzigen Sohn von seiner Frau Sara, auf dem Berg Morija zu opfern, ersetzte ihn aber im letzten Augenblick, auf Gottes Weisung hin, durch das Opfern eines Widders (1. Mos 22, 1 - 19). Er war Wanderhirt, aber sein fester Wohnsitz war Mamre bei Hebron, wohin er immer wieder zurückkehrte. Abraham kaufte für seine im Alter von 127 Jahren verstorbene Frau Sara in Hebron, auch mit für seine Familie, die Grabstätte, Grundstück und Höhle, Machpela (1. Mos 23, 1 - 19). Im Alter von 175 starb auch er und wurde neben Sara beigesetzt (1. Mos 25, 7 - 11). Sein Ehrenname ist Freund Gottes (2. Chron 20, 7; Jes 41, 8; Dan 3, 35; Jak 2, 23); die Israeliten nennen ihn אבינו unser Vater. Das wird auch in der Bibel anerkannt (Lk 13, 16; 19, 9; Röm 9, 5); der Hebräerbrief lobt seinen Glaubensgehorsam (Hebr 11, 8 - 10).
Siehe auch Melchisedek, 26. August/1

4. † an einem 9. Oktober, wahrscheinlich um 364 wurden in Laodicea, heute Ladikiyeh in Syrien, zu Märtyrern die heiligen Diodoros, Diomedes und Didymus, über die, außer ihren Namen und dem Ort ihres Martyriums, kaum etwas bekannt ist, nicht einmal ein gesichertes Datum ihres Blutzeugnisses.

5. † an einem 9. Oktober um 303, wurde in Fidenza bei Parma zum Märtyrer, der heilige Domninus, Donnino. An der Stelle seines Martyriums wurde bereits im 6. Jahrhundert eine Kapelle, darauf später eine Basilika errichtet.

6. † an einem 9. Oktober um 365 entschlief in Antiochia in Syrien, heute Antakiye in der Türkei, die heilige Publia, die Mutter des späteren Erzpriesters Johannan von Antiochien, der mehrmals zum Bischof gewählt, aus Demut abgelehnt hat, die, damals schon eine alte Frau, den Kaiser Julian bei dessen Besuch in der Stadt provozierte, indem sie laut die passenden Psalmverse zur Nichtigkeit der Götzenbilder (Psalm 115, 4 - 8 und 135, 15 - 18) im in die Ohren sang: Die Götzen der Völker sind Silber und Gold, Machwerk von Menschenhänden. Die sie gemacht haben sollen ihrem Machwerk gleichen, alle die den Götzen vertrauen. Auf die wütenden Drohungen des Kaisers antwortete sie: Gott steht auf, seine Feinde zerstieben (Psalm 68, 1). Der Kaiser drohte, sie und die ganze Bevölkerung der Stadt umzubringen. So berichtet der heilige Priester und Märtyrer Theodoret (23. Oktober 362/3) als Augen- und Ohrenzeuge am Ende seiner Kirchengeschichte, kurz bevor er selber durch Kaiser Julian zum Märtyrer wurde. Bald danach starb der Kaiser im Krieg gegen die Perser. Publia aber entschlief später, satt an Jahren und Leben, in Frieden.

7. † an einem 9. Oktober, im 5. oder im 8. Jahrhundert, entschlief bei Baguères-de-Bigorre im Lavedan am Abhang der Pyrenäen, der heilige Sabinus, Saint Savin. Er stammte aus der Catalongne, zog zu seinem Onkel, dem Grafen von Poitiers und wurde der Erzieher von dessen Sohn Forminius. Als dieser ins Kloster Saint Martin de Ligugé in Poitiers eingetreten war, zog er selber ins Lavedan und führte dort ein strenges Einsiedlerleben, hatte aber etwas Verbindung mit einem nahen Kloster. Heute trägt dort ein Ort seinen Namen Saint-Savin.

8. † am Freitag, dem 9. Oktober 610, entschlief in Tiferno Tiberini, auch Castrum Felicitatis, heute Città di Castello, der heilige Eremit Domninus, Donnino di Città di Castello. Er arbeitete, nach der Zerstörung der Stadt im griechisch-gotischen Krieg, zusammen mit dem Bischof Florido und dem Priester Amanzio am Wiederaufbau der Stadt. Nach dem Tod der beiden zog er sich zurück in die Einsamkeit, unweit Castello, und lebte dort als Eremit, wo heute das Dorf San-Donino seinen Namen trägt und in deren Kirche seine Reliquien verehrt werden.

9. † an einem 9. Oktober nach 680, entschlief im Hennegau, im heutigen Saint-Ghislain bei Mons, Bergen in Belgien, der heilige Gislenus, Saint Ghislain, ein Grieche aus Athen, der um 650 in die Wallonie kam und hier Eremit wurde, der zuerst für sich allein eine Zelle baute, dann baute er für seine Schüler das Peter-und-Pauls-Kloster, in dem Ort Ursidong, aus dem der Ort Saint-Ghislain, nahe Mons, und Maubeuge, entstanden ist. Er war Berater der heiligen Äbtissinen Aldegonda von Maubeuge (30. Januar 684/5) und Waltrudis von Mons (9. April 688/7). 930 haben die Nonnen von Maubeuge seine Reliquien gestohlen und in ihr Kloster genommen; dem Befehl des Bischofs, sie nach Saint-Ghislain zurückzugeben, sind sie erst 1647 nachgekommen.

10. † am Freitag, dem 9. Oktober 834, entschlief der heilige Abt von Montecassino namens Deusdedit, Gottgegeben, in einem Kerker des Sicardo, des Herzogs von Benevent, zugrundegegangen an Hunger und Schmutz. Er wurde in Montecassino begraben und blieb dort hoch verehrt.

11. † am Mittwoch, dem 9. Oktober 1045, entschlief in Hartmannitz, Hartmanice, im Böhmerwald, und wurde in Brevnov, heute einem Stadtteil von Prag, beigesetzt, der heilige Einsiedler Gunther, Günther. Er war ein thüringischer Gaugraf. Weihnachten 1005 verschenkte er viele seiner Güter an die Klöster Hersfeld und Gellingen. Unter dem Einfluss des heiligen Bischofs Godehard von Hildesheim (5. Mai 1038/10) wurde er Mönch. Nach einer Romfahrt trat er in die Abtei Niederaltaich ein und legte dort als Benediktiner die Gelübde ab. Seit 1008 lebte er als Einsiedler auf dem Ranzinger Berg bei Lalling. 1011 zog er tief in den Bayerischen Wald, sammelte Gefährten um sich, lebte mit ihnen nach der Benediktinerregel und rodete den Wald um ein Kloster zu errichten. Bischof Berengar von Passau weihte am 29. August 1019 das Kloster Rinchnach am Regen ein, das später zum Kloster Niederaltaich gegeben wurde. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in Hartmannitz im Böhmerwald. Herzog Bretislav ließ seinen Leichnam ins älteste Benediktinerkloster Böhmens, nach Brevnov überführen. Dies wurde 420 von den Hussiten ganz zerstört. Ein berühmter Wanderweg im Grenzgebiet von Bayerischem Wald und Böhmerwald heißt noch heute Gunthersweg um den Gunthersberg.

12. † am Sonntag, dem 9. Oktober 1110, entschlief im Kloster Mont-Sauve, der heilige Abt Bernard von Rodez. Er hatte eine hervorragende weltliche und geistliche Bildung erhalten. Er zog sich zurück ins Kloster Saint Amance in der Auvergne. Auf Einladung des heiligen Abtes Gausbert (27. Mai 1079/6) siedelte er über ins Kloster Mont-Sauve bei Clermont, wo er 35 Jahr Abt der Regular-Kanoniker war.

13. † am Montag, dem 9. Oktober 1581, entschlief in Valencia, der heilige Priester Luis Bertran aus dem Dominikanerorden. Er war ein tieffrommer und hoch gelehrter Mönch, der in die von Spanien neu eroberten Lande zog, um den Einheimischen das Evangelium zu verkünden. So wirkte er in Peru und in San Tomé in der Karibik. Weil er die Bevölkerung sehr tatkräftig gegen die Willkür von spanischen Conquistadores unterstützte, erreichten seine Gegner, dass er von seinen Oberen ins Heimatland zurückberufen wurde. In Valencia war er Novizenmeister und Prior. Seine Mitbrüder berichteten, dass er entschlafen sei, wie eine Kerze still verlöscht.

14. † am Dienstag, dem 9. Oktober 1934/14, wurden in Turón in Asturien ermordet
• 1. der heilige Priester und Märtyrer Inocéncio de la Immaculada, Manuel Canoura Arnau, 46 J., geboren in Santa Lucia del Valle d’Oro, Mondoneo, der im Alter von 14 Jahren in das Kloster der Passionisten Peñafil bei Valladolid ging und so früh wie erlaubt ins Noviziat eintrat, danach seine philosophischen und theologischen Studien aufnahm und 1905 seine Ordensgelübde ablegte; am 20. September 1913 empfing er die Priesterweihe. Danach nahm er seine Lehrtätigkeit auf, in den Fachgebieten Philosophie, Theologie und Literatur, in verschiedenen Klöstern des Ordens, in Daimiel in Ciudad Real, in Cortella in Navarra, in Peñaranda in Burgos, 1934 in Mieres in Asturien; von diesem letzten Standort war er auch ein eifriger apostolischer Prediger in den Industriegebieten von Ponferrada und Santander, schließlich war er in Turón so etwas wie ein Hausgeistlicher bei den Christlichen Schulbrüdern im Kloster, obwohl er nicht im Kloster wohnte; er kam täglich zur Feier der hl. Messe und regelmäßig zum Beichthören dorthin. Während der so genannten Revolution von Asturias 1934 wurde er, während der Feier der heiligen Messe, mit acht Brüdern überfallen, verhaftet und eingekerkert; sie erlangten gemeinsam die Krone des Martyriums.
• 2. der heilige Bruder und Märtyrer Cirilo Bertrán, José Sanz Tejedor, 46 J., geboren in Lerma, Burgos, der im Alter von 17 Jahren ins Noviziat bei den Schulbrüdern von La Salle (gegründet 1680 vom heiligen Jean-Baptiste de la Salle, 7. April 1719/1) in Bujedo eintrat. Nach Abschluss seiner Ausbildung im Jahr 1909 wurde er eingesetzt in der Kommunität in Deusto bei Bilbao in der Biskaya, dort legte er auch seine ersten Gelübde ab. Von dort wurde er nach Madrid gesandt, um dort im Waisenhaus Sagrado Corazón de Jesús, Herz-Jesu-Heim, als Erzieher tätig zu sein, danach war er in mehreren Internaten, in Madrid und an anderen Orten, tätig; 13 Jahre lang war er Direktor verschiedener Schulen, schließlich 1933 Direktor der Schule der Christlichen Schulbrüder in Turón. Diese Schule, Escola Nossa Senhora de Cavadonga, war erst 1919 neu von den Brüdern gegründet worden.
• 3. der heilige Bruder und Märtyrer Marciano José, Filomeno López y López, 33 J., geboren in El Pedregal, Guadalajara, der schon im Alter von 12 Jahren in Bujedo ins Kloster der Schulbrüder kam, vermittelt durch seinen Onkel, der als heiligmäßiger Krankenpfleger im Haus dienste; José war von Kindheit an so schwerhörig, dass er nur für praktische Tätigkeiten im Haus zu gebrauchen war, allerdings für diese besonders gut; er wurde zwar 15-jährig ins Noviziat der Brüdergemeinschaft aufgenommen, später aber nicht zur Ablegung der Gelübde zugelassen; 1928 wurde er zum ersten mal von Bujedo weg versetzt und zwar nach Jerán in Santander, danach auch in andere Häuser; von Mieres wechselte er im April 1934 nach Turón, ein halbes Jahr vor seinem Lebensopfer.
• 4. der heilige Bruder und Märtyrer Victoriano Pío, Claudio Bernabé Cano, Cavo, 29 J., geboren in San Millan de Lora, Burgos, der 16-jährig in Bujedo bei den La-Salle-Brüdern eintrat und 18-jährig seine ersten Gelübde ablegte. Nach seiner Ausbildung wirkte er als Schulbruder in Valencia, später wurde er in die Gegend von Valladolid versetzt. 1930 legte er seine Ewigen Gelübde ab. Schließlich wurde er eigentlich nur vorübergehend zur Vertretung nach Turón gesandt, zwanzig Tage vor seinem Märtyrertod.
• 5. der heilige Märtyrer Bruder und Märtyrer Julián Alfredo, Vilfrido Fernández Zapico, 31 J., geboren in Cifuentes de Rueda, León, der 17-jährig in den Kapuzinerorden eintreten wollte und in deren Noviziat aufgenommen wurde, aber wegen einer plötzlich aufgetretenen Erkrankung nach Hause zurückkehren musste; 22-jährig trat er in Bujedo ins Noviziat der Christlichen Schulbrüder eintrat und dort 1927 die ersten Gelübde ablegte. Seine erste Wirkungsstätte nach der Ausbildung war die Schule in Caborana in Asturien; zu seinen bevorzugten Aufgaben gehörte die Vorbereitung der Jungen auf ihre Erste Heilige Kommunion. 1932 legte er die ewigen Gelübde ab und wurde 1933 nach Turón versetzt.
• 6. der heilige Bruder und Märtyrer Benjamín Julián, Vicente Alonso Andrés, fast 26 J., geboren in Jamarillo de la Fuente, Burgos, der 12-jährig in das Internat in Bujedo kam; er hatte ziemliche Lernschwierigkeiten und dies verzögerte zeitlich seine Ausbildung, er konnte aber 16-jährig doch sein Noviziat beginnen und 1926 seine ersten und 1933 seine ewigen Gelübde ablegen. Inzwischen war er zuerst in Santiago de Compostela an einer Schule tätig, dann wurde er versetzt und wirkte seit 1933 in Turón.
• 7. der heilige Bruder und Märtyrer Benito de Jesús, Héctor Valdivielso Sáez, 24 J., geboren in Buenos Aires, dessen Eltern Argentinier waren; er hatte in der Kirche des heiligen Nikolaus in Bari das Sakrament der Taufe empfangen, war dann mit den Eltern nach Spanien gekommen, nach Briviesca bei Burgos; 12-jährig kam auch er zu den Brüdern nach Bujedo; sein Vater hatte Spanien wieder verlassen um nach Mexiko zu ziehen. Weil er einen so weiten Horizont hatte und so weltweit interessiert war und Verbindungen hatte, dachten seine Oberen daran, ihn in einer der Missionsgebiete der Schulbrüder einzusetzen und schickten ihn zur Vorbereitung nach Belgien, wo er sechzehnjährig 1926 sein Noviziat begann und seine ersten Gelübde ablegte. 1929 kam er nach Bujedo zurück um seine Ausbildung abzuschließen und wurde im selben Jahr an die Schule nach Astorga in León gesandt. 1933 wurde er nach Turón versetzt und setzte sich dort besonders ein in der Katholischen Aktion und im Eucharistischen Kreuzzug, für die er die Jugendlichen begeistern konnte. Er ist der erste Heilige Argentinier.
• 8. der heilige Bruder und Märtyrer Aniceto Adolfo, Manuel Seco Guitérrez, erst fünf Tage 22 Jahre jung, geboren in Celada Marlantes, Santander, der auch mit zwölf Jahren in Bujedo eintraf und mit 16 Jahren sein Noviziat begann und zwei Jahre später seine ersten Gelübde ablegte. Im August 1932 begann er seinen Dienst in der Schule Ntra. Sra. de Lourdes, U. L. Frau von Lourdes, in Valladolid, im Frühjahr des folgenden Jahres wurde er nach Turpin versetzt.
• 9. der heilige Bruder und Märtyrer Augusto Andrés, Román Martínez Fernández, 24 J., geboren in Santander, kam auch 12-jährig nach Bujedo, trat 16-jährig bei den Schulbrüdern ein, beendete seine Ausbildung und wurde 1933 in der Schule in Turón eingesetzt.
Turón liegt in einer Bergarbeitergegend mit damals einem hohen Anteil an Immigranten. Die politische Macht lag bei von Freimaurern und Kommunisten ermächtigten Kirchenfeinden. Die acht Brüder bildeten die Kommunität der Schule Nuestra Señora de Covadonga, de etwa 400 Schüler hatte, fast alle Söhne aus Bergmannsfamilien der Gegend. Am 2. Oktober, dem Herz-Jesu-Freitag, wurden die Schulbrüder überfallen, unter dem Vorwand, sie haben im Kloster Waffen versteckt, zusammen mit ihrem Priester festgenommen und im casa del pueblo, Volkshaus festgesetzt, dort warteten sie auf eine Entscheidung des Comité Revolucianrio, Revolutionskomittees. Da die Brüder in der Stadt großen Einfluss hatten, weil viele Eltern ihre Söhne in deren Schule schickten, fasste das Revolutionskommittee in aller Heimlichkeit den Beschluss, diese Gefangenen heimlich zum Tod zu verurteilen und dieses Urteil dann schnell zu vollstrecken. Sie sollten auf dem örtlichen Friedhof mit Pistolen erschossen werden. Da sich keine einheimischen Parteigänger zu diesem Morden bereit fanden, mussten von auswärts Freiwillige herbeigeschafft werden. Die Märtyrer ahnten ihr Los und bereiteten sich bestmöglich vor, in Gebet, Beichte und gegenseitigem Zuspruch. Sie mussten mitten in der Nacht zum Friedhof marschieren und wurden dort, vor einem ausgehobenen Graben aufgestellt, erschossen. Ihre Fügsamkeit und opferbereite Gelassenheit hat die Mörder und die wenigen kirchenfeindlichen Zeugen so beeindruckt, dass sie selber nach ihrer Tat nur Lobendes über die Märtyrer verbreitet haben. Nach wenigen Monaten ergab sich die Gelegenheit die Märtyrer auszugraben und in einem würdigen Grabdenkmal in Bujedo in Burgos beizusetzen.
Zusammen mit ihnen wurde am 21. November 1999 in Rom heiliggesprochen der heilige Schulbruder und Märtyrer Jaime, Jacobus, Hilario, Manuel Barbal Cosín, der am 28. Juli 1937/12 in Tarragon hingerichtet worden ist.
Die Reliquien der Brüder von Turón ruhen in Rom, im Generalat, in der Kapelle der Märtyrer, wo der bisher über 200 Blutzeugen der Genossenschaft gedacht wird.

Paderborn, Fulda, Berlin: Gunther von Thüringen: 11
Jerusalem: Abraham: 1


aus dem MARTYROLOGIUM ROMANUM 2004 übersetzt und in vielen Teilen ergänzt
von † Klaus Martin Reichenbach, Priester der Erzdiözese Köln




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Autor: Klaus Martin Reichenbach - zuletzt aktualisiert am 21.09.2015
korrekt zitieren:
Klaus Martin Reichenbach: Artikel
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