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Ökumenisches Heiligenlexikon

Einführung Verzeichnis der Übersichten

17. April

1. † an einem 17. April im 4. Jahrhundert, wurden in Melitene im damaligen Armenien, heute Matataya, die heiligen Märtyrer Petrus Diaconus und sein Diener Hermogenes ums Lebens gebracht.

2. † am Karfreitag, dem 17. April 341/2, das ist hier, am 13. Nisan, wurde in der Hauptstadt Seleukeia-Ktesiphon am Euphrat, im damaligen Persien, unter der Herrschaft des Königs Sapor II., Schapur II., beim Ausbruch der heftigen Christenverfolgung zum Märtyrer, der heilige Ober-Bischof, Katholikos, Simeon bar Sabas, Simon bar-Sabâ’e, Bischof der Metropole Seleukeia-Ktesiphon, der Doppelstadt an beiden Ufern des Euphrat; er weigerte sich die Sonne und das Feuer anzubeten, verkündete dagegen Gott als den Schöpfer der Sonne und aller Dinge; außerdem weigerte er sich, von den Christen das geforderte doppelte Kopfgeld und die doppelte Steuer einzutreiben, die ihnen, wegen der Kriegskosten gegen die Römer, abverlangt wurden. Mit etwa hundert Gefährten, Bischöfen, Priestern, KlerikernEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien. und Laien wurde der Groß-Bischof Simeon zum Tode durch Enthauptung verurteilt; er musste der Enthauptung jedes Einzelnen der mit ihm Verurteilten zusehen, betete für jeden, ermunterte jeden Märtyrer zur Treue und wurde dann selber als Letzter, am Tag der Kreuzigung Christi, durch Enthauptung hingerichtet.

Die Kirche im Gebiet des alten Persien wurde gegründet durch jene Judenchristen, die in der Apostelgeschichte beim Pfingstfest in Jerusalem anwesend waren: Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien (Apg 2, 9). Viele Juden hielten sich in diesem Gebiet auf, seit 722 v. Chr. die aus Israel um Samaria von den Assyrern verschleppten Zehn Stämme, seit 386 v. Chr. die aus Jerusalem und Judäa verschleppten Juden. Sie blieben großenteils glaubenstreu und pilgerten nach Jerusalem. Nach den ersten Judenchristen vom Pfingstfest im Jahr 30 kamen, so wird überliefert, drei Apostel, Thomas (3. Juli/1) auf der Durchreise nach Indien, (im 3. Jahrhundert wurden Teile seiner Reliquien an einem 3. Juli aus Mailapur, heute Vorstadt von Madras, Indien, nach Edessa überführt; von dort 1258 nach Chios, von dort später nach Ortona an der Adria, wo sie heute verehrt werden), auch Simon und Judas Thaddäus (28. Oktober/1) kamen, aber um zu bleiben und dort ihr Leben als Blutzeugen hinzugeben; auch die Armenier verehren beide Apostel als Gründer ihrer Kirche; Judas Thaddäus’ Grab wird heute verehrt in einer Kapelle in Berytus/Aratus, heute im nordöstlichen Iran. Außerdem gilt als Mitbegründer der Kirche einer der 72 Jünger (Lk 10, 1 ff.), namens Addai, Taddaeus, der Apostel von Edessa, mit seinen Schülern Aggai und Mari. Addai werden zugeschrieben die Acta Addaei und die Doctrina Addaei. Mari gilt als der Apostel der Kirche in Kóke, dem späteren Seleukeia-Ktesiphon, wo der heilige Bischof Papas (16. März/2) zur Zeit Kaiser Konstantins die Kirche leitete. Addai und Mari wird auch die ostsyrische Apostelliturgie zugeschrieben. Addai war der erste Bischof von Arbela, heute Erbil, im 1. Jahrhundert der Hauptstadt des kleinen Königreichs Adiabene (dessen König um 36 zum Juden konvertiert war und dessen Frau in Jerusalem eine große Begräbnisanlage nördlich vor der Altstadt im Fels aushauen ließ); es war eine lebendige Kirche, deren Bischofsliste in der Chronik von Arbela, verfasst im 6. Jahrhundert eine lange Bischofsliste enthält, in der die apostolische Sukzession genau nachgewiesen wird. Auf Addai folgte Pekidha, auf diesen Simson, der um 123 Märtyrer wurde; von 123 bis 316 folgten neun Ortsbischöfe. Die Kirche lebte auch in Nisibis, wo es eine alte jüdische Akademie gab. Mari soll bereits im 1. Jahrhundert Kôkê, am Euphrat, (später Seleukeia genannt, dem gegenüber am anderen Ufer Ktesiphon erbaut wurde, daher der Doppelname für die Doppelstadt,) zum Hauptbischofssitz erhoben haben. Die verschiedenen Namen der Christen gaben Hinweise auf ihre Herkunft: die Misihaye waren Judenchristen, die an den Massih, Messias, Gesalbten, glaubten; die einheimischen nannten sich Nasray, Nazarener, die aus Syrien erzwungen Angesiedelten waren die Krestyane, Christen (Apg 11, 26). Bis 226 konnte die Kirche sich in relativ große Freiheit ausbreiten. Als die Sassaniden (von 226 bis 641, der Eroberung durch den Islam) die Macht übernahmen, führten sie die alte Zoroaster-Religion wieder als Staatsreligion ein und beteten die Sonne und das Feuer an. Gegen die Eroberungskriege der Römer verteidigten sie ihr Unabhängigkeit, mit wechselndem Kriegsglück. König Schapur I. eroberte 252 große Teile Ciliciens, Cappadociens und Syriens mit Antiochien und deportierte die Bevölkerung, unter denen viele Christen, Bischöfe, Priester und Laien, waren, ostwärts in das Innere seines Reiches. Neue Städte wurden von ihnen gebaut, wie Khuzistan und Meshan, vor allem Jundai-shapour, benannt nach dem König, mit einer berühmten Bibliothek und einem Lehrhaus, in dem auch jüdische und christliche Gelehrte lehrten. Anfang des 4. Jahrhundert wurde der Bischof der Hauptstadt Seleukeia-Ktesiphon auch Oberbischof, Metropolit. Auf dem Konzil von Nikeia 325 war der Bischof Yohannan bar Maryan von Arbela, Erbil, das inzwischen mit Mosul und Nisbis zum Persereich gehörte, anwesend. Als 311 und 321 unter Konstantin die Kirche im römischen Reich die Freiheit erhielt, herrschte in Persien König Sapor II., Schâpûr II., Schah-Pur, König-sein ist mein-Los, vgl. Ester 9,26.29.32: פור ‪(309 - 379), als König der Könige, Schah-an-Schah (Esra 7, 12; Dan 2, 37; 1. Tim 6, 15; Offb 17, 14 u. 19, 16) der sein Reich gegen Neu-Rom, Konstantinopel, verteidigen musste. Als ihm immer wieder von den Priestern und Magiern der Staatsreligion gemeldet wurde, dass die in seinem Land wohnenden Christen mit ihren im römischen Reich in Freiheit lebenden Glaubensgenossen sympathisierten, ließ er sich, nach dem Tod seines mächtigen Gegners Kaiser Konstantin (337) schließlich zu einer großen Christenverfolgung hinreissen (341 - 379). Erstes Opfer wurde der Oberbischof der Kirche in Persien, der Katholikoas von Seleukeia-Ktesiphon, der heilige Simeon bar Sabas und seine 102 Gefährten. Die erhaltenen, zum Teil originalen, persischen Märtyrerakten, die vom heiligen Bischof Marutha (16. Februar, vor 420 / 3) gesammelt wurden, enthalten viele Namen und historische Einzelheiten über die Märtyrer und ihre Martyrien aus der Verfolgungszeit. Der lange Bericht in den persischen Märtyrerakten, über das Martyrium des heiligen Simeon bar Sabas und seiner vielen Gefährten, beginnt so:

Wir kommen zu der Geschichte der traurigen Hinrichtung des heiligen Zeugen Gottes, Mâr Simon, des Hauptes der Bischöfe und Katholikos der orientalischen Kirche, der zuerst im Orient im guten Zeugnisse Gottes sich hervortat, des Gadjahb und Saîinâ, der Bischöfe von Bêt Lâpat, des Johanan, Bischofs von Hôrmizd Ardaschîr, des Bôlîda, des Bischofs von Prât de Maischân, des Johannes, des Bischofs von Karkâ de Maischân, der siebenundneunzig Priester und Diakone, des Obereunuchen Gûhaschtazâd, der seinem Range nach Arzabed, Palasthauptmann, war, des Karogbed Pûsai, der seinem Range nach Aufseher über alle königlichen Werke war, und seiner Tochter, einer Tochter des Bundes, welche mit dem seligen Simon in gutem Zeugnisse Gottes gekrönt wurden. Wir sagten in unserem ersten Buche, dass von dem Regierungsantritt des seligen Constantin bis zu seinem Tode - er regierte 33 Jahre über die Römer - das Abendland keine Zeugen hatte. Sobald der herrliche Constantin starb, begann Schâpûr, der Schah der Perser, das Christenvolk zu bedrängen, die Priester und den Bund zu quälen und die Kirchen in seinem ganzen Gebiet zu zerstören. Gott ließ aber zu, dass die Verfolgung über uns komme, damit nicht Satan und seine Knechte und Diener unter den Menschen sagen könnten: Der Friede hat das Volk Gottes groß gemacht. Da Wohlergehen macht die Kirche wachsen. Die Könige reichten ihr die Hand und erhöhten sie. Sieh, beiderseits herrscht Frieden; es ist kein Verfolger noch Bedränger. So verleumdeten sie den seligen Hijob bei Gott: Nicht umsonst fürchtet Dich Hijob. Sieh, Du ließest Deine Hand auf ihm ruhen, sowie auf seinem Haus, seinen Kindern und allem, was er irgendwo besitzt. Sein Händewerk hast Du gesegnet und sein Besitz ist viel auf Erden. Aber strecke Deine Hand aus und tritt an alles heran, was er hat, so wird er Dich ins Angesicht lästern (Hijob 1, 9 - 11) Gott ließ nun die Verfolgung zu, damit der Satan nicht zu ihm spreche: Du hast die Christen in dieser Welt geehrt. Es sind Könige, Fürsten, Machthaber, Richter, Beamte unter ihnen. Deshalb hatten sie Erfolg; deshalb wurden sie viel im Lande deshalb haben sie sich vermehrt und wurden sie stark gar sehr. Der Friede gewährte ihnen Wachstum; die Ruhe gab ihnen Raum zum Erstarken. Wer sollte nicht den Königen sich nachziehen lassen? Wer sollte nicht den Fürsten nachgehen? Wer sollte nicht lieben den Ruhm der Welt? Wer nicht Freude und Üppigkeit? Wer sollte nicht Reichtum begehren? Wer nicht den Ruhm dieser begehrenswerten Welt ersehnen? Wer sollte sich mühen statt der Ruhe, Plagen statt des Vergnügens, Schimpf statt Ehre, Schmach statt Lob erwählen? - Damit nicht der Verleumder solches vorbringen könne, ließ der angebetete Gott, der alles in seiner Weisheit lenkt, dreihundert Jahre im Land der Römer die Verfolgung zu. Die Gläubigen wurden durch die Verfolgung geprüft, die Treue der Verfolgten geoffenbart und Satan der Mund gestopft. Dann gab Gott ihnen Ruhe; er sandte ihnen den Engel des Friedens, den siegreichen König Constantin, und ließ sie in Ruhe wohnen. Dadurch wurde der Verleumder überführt, dass Jesus nicht aus Unvermögen seine Verehrer hatte verfolgen lassen.In seinem Leiden räumte er unser Leiden weg, in seiner Hinrichtung unseren Tod und durch die Schwäche seines Kreuzes wurde seine Kraft offenbar. Ebenso wurde durch die Verfolgung seiner Diener seine Wahrheit offenbar; durch ihre Qualen wurde der Glaube an ihn bekräftigt; durch ihre Peinen wurde seine Erkenntnis verkündet; durch ihre Todesarten wurde sein Leben geoffenbart, durch ihre Geduld seine Kraft angesagt.Und durch all das wurde der Trug aufgedeckt, Satan niedergeschlagen, der Mund desVerleumders gestopft. Das in kurzem, damit niemand, der diese Geschichten findet, denke und sage: Es war nicht schön, dass Gott es zuließ, dass wir in die Hände der Verfolger überliefert wurden. - Beginnen wir nun die Erzählung der Verfolgungen und Hinrichtung der obengenannten heiligen Zeugen. Im Jahre 655 seit der Regierung Alexanders, dem Jahre 296 seit der Kreuzigung, dem Jahre 117 der Herrschaft der Perser und dem Jahre 31 der Regierung des Schah Schâpûr, des Sohnes des Hormizd, nachdem der selige Constantin, König der Römer, gestorben war, fand Schâpûr Gelegenheit, seine Söhne ihrer Tugend halber anzugreifen und beständig räuberische Einfälle in das römische Gebiet zu machen. Deshalb entbrannte er besonders in Hass gegen die Diener Gottes in seinem Reiche und ging daran, einen Grund zur Verfolgung der Gläubigen zu suchen. Er ersann eine List, um die Christen in Persien durch doppelte Steuer zu drücken. Er schrieb folgendes Edikt aus Bêt Hûzâjê an die Beamten von Bêt Arâmâje: Sobald ihr diesen unseren, der Götter, Befehl in diesem von uns gesandten Schreiben seht, so ergreifet Simon, das Haupt der Nazarener, und lasset ihn nicht frei, bis er eine Urkunde besiegelt, dass er es auf sich nimmt, von dem ganzen Volk der Nazarener, das in unserem, der Götter, Land sich aufhält und in unserem Reiche wohnt, doppeltes Kopfgeld und zweifache Steuer zu erheben und zu bezahlen. Denn wir, die Götter, sind in Kriegsnöten; sie sind in Freuden und Vergnügen. Sie wohnen in unserem Land, sind aber Gesinnunggenossen des Kaisers unseres Feindes.

Der Schah Schâpûr schickte also eine Gesandtschaft aus der von ihm gegründeten Stadt Karkâ de Lêdan (von Schapur II. erbaut, bei Susa, heute Ruinen von Iwan-i Kerch) mit einem Edikt, einem Schreiben an den Katholikos Simon, in dessen Residenz Kôkê, Seleukeia-Ktesiphon am Euphrat, mit der Aufforderung, von allen seinen Christen doppeltes Kopfgeld und zweifache Steuer einzutreiben, als Beitrag für die Kriegskosten gegen die Römer, nämlich das Neu-Rom Konstantinopel. Der Bischof wies das Ansinnen höflich aber wohlbegründet zurück. Die Gesandtschaft ging hin und her. Beim dritten Mal wurde der Katholikos verhaftet, konnte sich noch von seinen Priestern, Diakonen und Laien verabschieden und mit ihnen beten, wurde aber dann in Ketten abgeführt; nur zwei alte Priester begleiteten ihn, Abdchaikla, Abdechalas, und Channanja, Ananias. Vor dem Schah in Karkâ de Lêdan lehnte er es ab, die Sonne anzubeten, bekannte seinen christlichen Glauben und weigerte sich die Gelder einzutreiben. Daraufhin wurden fünf Bischöfe, alle Metropoliten, verhaftet und in den Gefängnissen der Residenz des Königs eingekerkert: Bischof Gadjahb von Bêt Lâpad, einer vom König neu erbauten Stadt für Verschleppte aus Antiochien, auch genannt Weh Antijôk Schapûr, aus derselben Stadt der Bischof Sâbinâ, der eine wohl Stadtbischof, der andere Landbischof, weiter Bischof Johannan von Hôrmizd Ardaschir, Bischof Bûlîda von Prat, heute Bosra, und Bischof Johannan von Karka de Maischân, an der Mündung von Euphrat und Tigris. Mit ihnen wurden 97 Priester und Diakone verhaftet und in der königlichen Residenz eingekerkert.

Fortsetzung nach dem Einschub


Die 31 seligen Märtyrer von Persien (17. April 341 - 22. Januar 628)

3. † zum Vortag, dem Donnerstag, dem 16. April 341/-, 12. Nisan: Hier wird in den Bericht eingeschoben, dass der Palastvorsteher,
• 1. der Obereunuch Gûhaschtâzâd, Usthazanes, als Christ angezeigt und dem Schah vorgeführt wurde und, schwach geworden, sich zum Sonnenkult verführen ließ; bei mehreren Begegnungen mit dem Katholikos erfuhr er dessen Ermahnungen und zog schließlich vor dem König seinen Abfall vom christlichen Glauben zurück; daraufhin wurde er als erster der Märtyrer, am Donnerstag vor dem Karfreitag, am 16. April 341, dem 12. Nisan, enthauptet. - Im Martyrologium Romanum 2004 wird der heilige Hof-Ober-Eunuch und Märtyrer Usthazades, Gûhaschtâzâd, am selben Karfreitag, genannt, aber sein Martyrium ist demnach an einem anderen Ort, nämlich in in Adiabene, vom damaligen Kleinkönig Ardaschir, Artaxerxes, einem Stiefbruder des Schah Schâhpur, der nach dessen Tod als Ardaschir II. wenige Jahre, 379 - 383, als alter Mann ganz Persien regierte.
• Der Katholikos (siehe 2/1) mit seinen Mitgefangenen betete die ganze Nacht durch. In der ersten Stunde des Karfreitags wurden sie aus dem Gefängnis vor die Pforte des königlichen Hofes geführt; der Großmôpêd, Oberster Richter, leitete die Sache; eine letzte Aufforderung zum Sonnenkult lehnten sie ab. Um die dritte Stunde wurde der Katholikos allein dem König vorgeführt und ihm von diesem angeboten, stellvertretend für alle die Sonne anzubeten und aller Freilassung zu erreichen. Um die sechste Stunde, also mittags, erging für alle das Todesurteil und Bischof Simon ging allen voran zur Hinrichtungsstätte, betete und ermunterte sie alle. Zehn Henker begannen mit der Enthauptung der Märtyrer. Um die neunte Stunde waren nur noch die beiden Priester Hannanja und Abdchaikla mit dem Bischof Simon übrig. Da fuhr Pûsai, der Aufseher über alle königlichen Werkleute, dazwischen und sprach Hannanja Mut zu; er wurde sofort verhaftet und abgeführt. Als Letzter wurde Katholikos enthauptet. In der Nacht kamen christliche Gefangene Römer, die in der Residenzstadt wohnten, die diese aber nicht verlassen durften, trugen die Leichen der Märtyrer vom Hinrichtungsort weg und haben sie ehrfürchtig und so ehrenvoll wie möglich begraben. Viele Jahre später hat der heilige Bischof Marutha (16. Februar, vor 420/3) die Reliquien in seine Stadt Martyropolis, Μαρτυροπολις, übertragen.

† am Karsamstag, dem 18. April 341/2, am 14. Nisan, wurde zum Märtyrer
• 2. der ehrwürdige Pûsai, Pusicius. Er hatte am Karfreitag dem vorletzten Märtyrer Mut zugesprochen, er hatte dem vor Alter zitternden Hannanja zugerufen: Sei stark, Hannanja, fürchte dich nicht; schließe deine Augen ein wenig und du siehst das Licht Christi (vgl. unser dreimaliges Lumen Christi in der Osternacht); er hatte dessen Alters-Zittern als Zeichen der Furcht missdeutet; jedenfalls hatte es ihm die sofortige Verhaftung eingebracht. Der Großmôpêd war unverzüglich zum Schah gegangen um Meldung zu machen. Pusai war ein gebürtiger Christ, dessen Vater aus Antiochien verschleppt worden war, der eine Perserin geheiratet und bekehrt hatte und seine Kinder christlich erzogen hatte. Pusai war ein besonders tüchtiger Handwerker, Weber und Goldsticker, der seine Werkstatt nahe beim Palast des Königs hatte; der König schätzte ihn und machte ihn zum Oberaufseher über alle Handwerksbetriebe in der Stadt, schließlich auch in allen Provinzen. Er war unterwegs den 103 Verurteilten, an deren Spitze der Katholikos und die Metropoliten, begegnet und hatte sich dann dem Zug angeschlossen. Bei der Hinrichtung am Karfreitag war er einer von vielen hundert Zuschauern, von denen die meisten gefangene Christen waren. Nach seinen mutigen Worten also war er verhaftet worden. Am nächsten Morgen, dem Karsamstag, besprach sich der Großmôpêd mit dem Schah über Pusai; der Schah war überrascht, dass er einen Christen so hoch geehrt hatte und befahl zu versuchen, ihn zum Sonnenopfer zu bewegen. Die Akten berichten ausführlich über die Dialoge zwischen Pusai und dem Großmôpêd, sowie über dessen kurze Meldungen an den Schah und dessen Entscheidungen. Schließlich entschied der Schah, die Todesstrafe auf besonders grausame Weise vollstrecken zu lassen. So wurde Pusai, zur selben Zeit, da er am Vortag Hannanja Mut zugesprochen hatte, an die Hinrichtungsstätte geführt, vornüber auf die Erde gelegt, ihm vom Henker, der auf seinem Rücken kniete, der Hals ganz aufgeschnitten und dann die ganze Zunge von deren Wurzel an nach rückwärts herausgerissen. Dabei starb der Märtyrer. Seine Leiche wurde bewacht, damit sie nicht, wie in der vergangenen Nacht die der 103 Märtyrer vom Vortag, gestohlen würde. Da entstand ein solches Unwetter, dass es ganz finster wurde und dicke Hagelkörner fielen, die die Wächter vertrieben. Es kam einer der Christen, die in der Nacht mit die Märtyrer begraben hatte, nahm Pusais Leiche in einen Sack und lud sie auf seinen Esel. Unterwegs machte er Halt bei einer Frommen, einer christlichen Jungfrau, einer Reklusin, die eine kleine Klause im Hause ihrer Familien bewohnte, dort wurde Pusai begraben.

† am Ostersonntag, dem 19. April 341/2, dem 19. Nisan, wurde zur Märtyrin
• 3. die ehrwürdige Jungfrau Marta, die Tochter des Pusai, Pusicius, der am Vortag zum Märtyrer geworden war, die eine gottgeweihte Jungfrau, Bundeschwester genannt, eine Braut Christi war. Sie wurde verraten und am Ostersonntag angeklagt und vom Großmôpêd verhört. Der Schah entschied, sie solle entweder die Sonne anbeten oder heiraten, um ihre Freiheit zu erlangen. Der König verachtete die Religion der Manichäer, die das Heiraten überhaupt verbieten, und ebenfalls den Zölibat der christlichen Bischöfe und Mönche. Die Akten geben ausführlich den Disput zwischen Großmôpêd und Marta wieder. Schließlich entschied der Schah, Marta sei hinzurichten und zwar am selben Ort wo tags zuvor ihr Vater so grausam getötet worden war. Vor Tausenden, so heißt es, Zuschauern, meist Christen, wurde die Jungfrau zum Richtplatz geführt, wo eine kleine Grube, ihr Blut aufzufangen, gegraben war. Sie legte sich freiwillig und froh für den Henker zurecht. Nach ihrer Enthauptung wurde der Leichnam bewacht. Es dauerte zwei Tage, bis Osterdienstag, bis ein Christ die Wächter bestechen und die Leiche mitnehmen konnte; sie wurde neben ihrem Vater begraben, beim Haus der Familie der Reklusin. Viele Jahre wurde das Doppelgrab in Ehren gehalten, bis in der Familie ein Streit entstand. Dies kam dem damaligen Ortsbischof Saumai von Karka zu Ohren und er übertrug die Reliquien der beiden Märtyrer in eine seiner Kirchen, in der schon viele Reliquien gesammelt waren und verehrt wurden; dies war im Jahr 428.

† am Ostermontag, dem 20. April 341/-, dem 16. Nisan, kamen aus allen Orten der Provinz Bêt Hûzâje, Husistan, Susa, in die Residenzstadt des Schah Schâpur II. nach Bêt Lâpat, Weh Antijok-i Schapur, die örtlichen Môpêts mit tausenden gefangenen Christen, Priestern, Diakonen, Söhnen des Bundes, Geheiligten, heiligen Frauen, Töchter des Bundes und eine unzählige Zahl von Laien, letztere unter dem Vorwand auch sie wären Söhne des Bundes, mit Ketten beladen und wurden in den großen Hof des Schah gebracht. Der Groß-Môpêt meldete ihre Ankunft beim Schah und erhielt den Befehl, allen mitzuteilen, dass sie nur der Sonne zu opfern brauchten, um so ihr Leben zu retten. Da alle dies ablehnten, erging das Todesurteil und sie wurden zur Hinrichtungsstätte vor der Stadt, im Süden, an den Hügel gebracht, wo die vorigen Märtyrer enthauptet worden waren. Tausende Zuschauer hatten sich eingefunden, die meisten von ihnen selber Christen. Da es zu wenig Henker gab, wurden Mörder aus dem Gefängnis geholt um beim Enthaupten als Hilfshenker zu helfen. Da diese alle ermüdeten, konnten nicht alle Märtyrer an dem Montag getötet werden; die restlichen wurden über Nacht schwer bewacht.

† am Osterdienstag, dem 21. April 341/-, dem 17. Nisan, kamen noch mehr Môpêts aus anderen Orten mit ihren tausenden gefangenen Christen, die sich der Sonne zu opfern weigerten, verurteilt wurden und nun enthauptet werden mussten. Aber weder die Henker, noch die Hilfshenker, noch die Schwerter reichten aus. Das Durcheinander war unbeschreiblich.

† am Ostermittwoch und Osterdonnerstag ging das Ermorden der Märtyrer unvermindert weiter.

† am Ostermittwoch, mitten in der Osteroktav, dem 22. April 341/5, wurde, am selben Ort, zum Märtyrer,
• 4. der heilige Landbischof Maryab, Gottesgabe.

† vom Osterdonnerstag, dem 23. April 341, dem 19. Nisan, wird ein Beispiel berichtet. Einer der hochrangigsten Eunuchen bei Hof, namens Azad, war Christ. Er legte seine Amtsgewänder ab und verkleidete sich als Bruder des Bundes und vermummte sein Gesicht. Dann mischte er sich im Durcheinander unter die Verurteilten und erlitt den Martertod. Am Freitag ließ der König ihn zu einer Besprechung rufen; er war unauffindbar, im Palast und zu Hause; niemand wußte, wo er war. Nach zwei Tagen erinnerte sich einer der Magier, der Aufseher bei den Hinrichtungen gewesen war und Azad persönlich gut kannte, er habe ihn wahrscheinlich unter den Verurteilten, aber ganz verkleidet, gesehen, aber nicht gewagt ihn anzusprechen, weil er sich nicht durch einen großen Irrtum blamieren und selber gefährden wollte. Die Berge von Leichen wurden abgesucht, der Kopf des Azad gefunden und dem König gebracht. Der König war tief traurig über den Verlust dieses von ihm so hoch geschätzten Eunuchen und ordnete an, dass in Zukunft keine solch chaotische Hinrichtung mehr erfolgen solle, sondern dass die Personalien jedes einzelnen Todeskandidaten genau erfragt und schriftlich festzuhalten seien. Dieses Gesetz wurde am zweiten Sonntag der Osterzeit veröffentlicht. Da unzählige christliche Familien und Nachbarschaften ausgerottet worden waren, gab es keine Überlebenden, die die Namen von etwa Vermissten nennen konnten. So sind nur ganz wenige der Märtyrer dieser vier Tage bekannt. Unter ihnen waren zwei Bischöfe, Amarjâ und Mekkajjemâ und der Priester Hormizd aus Schûschter. Die örtlichen Christen gedenken seitdem in jedem Jahr an drei Tagen der Märtyrer aus jenen zehn Tagen, vom Donnerstag in der Großen Woche der Ungesäuerten Brote bis zum zweiten Sonntag der Osterzeit, und zwar in der Osterwoche am Freitag und Samstag und am darauffolgenden zweiten Sonntag., also vom 20. bis zum 22. Nisan. Heute wird ihr Gedenktag in der chaldäischen Kirche begangen am Freitag in der Osterwoche.

† am Dienstag, dem 5. Mai 341, dem 5. Ijjar, wurden in Seleukeia-Ktesiphon grausam verstümmelt und ermordet, die Märtyrin Tarbô, Tarbula, zusammen mit ihr eine Schwester des Bundes und außerdem ihre Dienerin. Tarbô war de Schwester des heiligen Katholikos und Märtyrers Sime’on bar Sabâ’ê. Als die Mutter des Schah Schâpûr II. krank wurde, redeten die Magier ihr ein, das sei wegen eines bösen Zaubers der Schwester des getöteten Bischofs. Tarbô, eine Bundestochter, eine geheiligte Schwester und deren Dienerin wurden der Königin vorgeführt. Der Groß-Môpêd und zwei alte vornehme Herren sollten ihre Richter sein. Da Tarbô überaus schön war, begehrte jeder der drei Richter sie heftig. Da das Verhör absichtlich sich länger hinzog, wurden sie über Nacht im Kerker eingesperrt. Am nächsten Morgen bot der Groß-Môpêd der Tarbô an, seine Ehefrau zu werden; sie lehnte ab. Auch das Anbeten der Sonne lehnten sie ab. Aufgehetzt durch die Magier wurden sie verurteilt, zerstückelt aufgehängt zu werden, damit die Königin, um den Fluch zu löschen, zwischen den Stücken hindurchgehen könnte. Sie wurden hinausgeführt, ihre Teile an je drei Kreuzen rechts und links aufgehängt und die Königin schritt durch die Mitte, nach ihr der König und viele Soldaten. Zum Opfer vgl. 1. Mos 15, 10 und zu den Richtern Dan 13, Susanna.

† am 9. Mai, im 4. Jahrhundert/4 wird
• 5. der 310 persischen Märtyrer gedacht,die dort zusammen umgebracht worden sind, möglicherweise in der Osterwoche 341 (siehe oben 1).

† am Samstag, dem 10. November 260/2, entschlief in Persien,
• 6. der heilige Bischof Demetrianos von Antiochien, der 15. Nachfolger des heiligen Apostelfürsten Petrus auf dem Bischofsstuhl von Antiochien, den der Schah Schâpûr I., Sapor I., nach der Eroberung von Antiochien, in sein Reich verschleppt und in dieser Verbannung festgehalten hat.

† am Dienstag, dem 29. März 326/- und tags darauf, wurden in Persien zu Märtyrern, die beiden leiblichen Brüder und Mönche Barachisos und Jona, die, unter der Herrschaft des Schah Schâpûr II., sich unter zum Märtyrertod verurteilte Christen mischten umihnen Trost und Mut zuzusprechen. Deswegen wurden sie selber mit verhaftet und aufgefordert. Sonne, Wasser und Luft anzubeten. Unter den folgenden Folterungen sind sie zugrundegegangen, zuerst Jona, tags darauf Barachisos.

† im Jahr 339, wurden, im 30. Regierungsjahr des Schah Schâpûr II., aber im Machtbereich von dessen Stiefbruder und späteren Nachfolger, Ardaschir, Arthaxerxes, in der Provinz Hdajab, dem früheren Kleinfürstentum Adiabene, zu Märtyrern, der heilige Bischof Schâpûr von Bêt Nîkátôr, der heilige Landbischof, χωρεπισκοπος Yochanan von Karkâ de Bêt Slok, heute Karkuk, und der heilige Bischof Isaak, von der Stadt Karkâ de Bêt Slok, der vorher genannte als für das Umland, der letztgenannte für das Stadtgebiet, und mit ihnen die Laien Ma’nâ, der heilige Märtyrer Abraham und der heilige Märtyrer Simon. Die Magier beschwerten sich beim Herrscher, dass die Nazarener frei zum Spenden für schöne Neubauten von Kirchen verführten und dadurch den staatlichen Sonnenkult beeinträchtigten. Zuerst wurden die drei Laien verhaftet, dann, innerhalb von drei Tagen, durch schnelle Tag und Nacht im Eiltempo reitende Boten, die drei Bischöfe herbeigeschafft und nach Bêt Pârsâjê gebracht. Ardaschir, Artaxerxes, leitete das Verhör persönlich und sprach über die Angeklagten das Todesurteil aus, da diese sich auf keine Weise zur Anbetung der Sonne führen liessen. Bischof Yohannan wurde umgebracht im Dorf Hzin; Bischof Schâpûr starb im Gefängnis, aber der Herrscher ließ sich zum Beweis für seinen Tod sein Haupt bringen; Bischof Isaak wurde in der Station Nikatôr durch dazu gezwungene Christen gesteinigt; dem Ma’anâ wurde die Haut abgezogen; dem Abraham wurden mit glühenden Eisenstäben die Augen ausgebrannt; Simon wurde bis zum Hals eingegraben und sein Kopf dann als Ziel für Pfeilschützen freigegeben und zerschossen. Christen kamen und stahlen heimlich die Leichen der Märtyrer. Später wurden sie in Edessa im neugebauten Martyrium beigesetzt.

† am Donnerstag, dem 18. Februar 342/1, oder, nach den persischen Märtyrerakten, am Samstag, dem 20. Shevat, also zwei Tage später, das wäre am 20. Februar 342, wurde in Bêt Lâpat (Weh-Antijok-i-Schâpur, die von Schah Schâpur II. für die aus Antiochien Verschleppten, meist Christen, gebaute Stadt, später Gunde Schapur genannt, heute eine Ruinenstätte bei Schahabad; im Jahr 410 bereits Sitz eines Metropoliten) zum Märtyrer,
• 7. der geheim gewählte und geweihte Nachfolger des heiligen Katholikos Simeon Bar Saba’e, der heilige Katholikos Schâhdôst, Schah-Dôst, Königs-Freund, Sadot,
zusammen mit 128 Gefährten, Priester und Diakone, Bundessöhne und Bundestöchter. Da er und seine vielen Gefährten dem Befehl des Schah Schâpûr II. nicht gehorchen wollten, also nicht bereit waren die Sonne anzubeten, wurden sie fünf Monate lang in Ketten eingekerkert, immer wieder versucht zum Götzendienst zu verführen, dreimal gefoltert, schließlich aus der Stadt herausgeführt und enthauptet.

† am Montag, dem 5. April 342/3, wurde in Seleukia-Ktesiphon, unter dem Schah Schâpur II. zur Märtyrin,
• 8. die heilige Witwe Pherbutha, eine Schwester des Katolikos und Märtyrers Simeon (17. Apri 341/2).

† am Mittwoch, dem 5. Oktober 343/3, dem 5. Tischrin-I., wurde zur Märtyrin
• 9. die heilige Jungfrau Mamlacha, Mamelchta, unter der Regierung des Schah Schâpûr II.

† am Donnerstag, dem 10. November 343/5, dem 5. Tischrin-II.,wurden zu Märtyrern
• 10. der heilige Greis Bischof Narses und
• 11. sein junger Schüler Yusuf, Joseph

-† am Dienstag, dem 23. Oktober 344/3, wurden zu Märtyrern
• 12. der heilige Bischof Yohannan, Johannes, und
• 13. der Priester Yakub, nachdem sie ein Jahr lang im Kerker vielfache Aufforderungen zur Sonnen- und Feueranbetung abgelehnt und grausame Folterungen erlitten hatten, wurden sie schließlich lebendig dem Feuer übergeben.

† am Donnerstag, dem 31. Januar 345/6, wurde in Arbela, Erbil, enthauptet,
• 14. der heilige Bischof und Märtyrer Abraham II., Bischof dieser Stadt Arbela, die früher in Adiabene, dann aber im persischen Machtbereich lag; er hat sich standhaft geweigert, die Sonne anzubeten.

† am Samstag, dem 2. November 345/5, wurden in Persien zu Märtyrern,
• 15. der heilige Märtyrer Akindynos,
• 16. der heilige Märtyrer Pegasias,
• 17. der heilige Märtyrer Aphtonios,
• 18. der heilige Märtyrer Elpidiphoros und
• 19. der heilige Märtyrer Anempodstos,
dazu viele ihrer Gefährten. Sie waren Höflinge am Hof des Schah Schâpûr II.. Acindynos, Pegasias und Anempodistos waren insgeheim Christen. Von Magiern angezeigt wurden sie verhört und bekannten sich zu Christus, dem abzuschwören sie nicht bereit waren. Sie erduldeten schwere Folterungen. Dabei bekehrte sich einer der Henker, nämlich Aphtonios. Auch der Höfling Elpidiphoros bekehrte sich zu Christus. Sie wurden verbrannt und danach enthauptet, oder sofort enthauptet. Das selbe Los teilten viele der anwesenden Zuschauer, alle jene, die sich zu Christus bekannten.

† am Freitag, dem 22. November 345/6, entschlief in Arbela, Erbil,
• 20. der heilige Märtyrer Hanania, der zur Zeit des Schah Schâpur II. unter dem Ober-Môpêt Ardisag, festgenommen, dreimal mit Fäusten so grausam zerschlagen wurde, dass die Henker ihn, in der Meinung er sei tot, auf dem Boden liegend zurückließen; in der folgenden Nacht aber wurde er von Christen in sein Haus getragen und hat dann dort seine Seele ausgehaucht.

† am Sonntag, dem 6. April 346, dem 6. Nisan, wurden vom Schah in Seleukeia-Ktesiphon 120 Christen zu Märtyrern, 111 Männer und 9 Frauen, Priester, Diakone, Bundessöhne und Bundestöchter. Sie waren bereits im Herbst 345 gefangen und eingekerkert worden und hatten den ganzen Winter über schwer gelitten. Die Magier kamen immer wieder, um sie zur Sonnenanbetung zu verführen und zu quälen. Eine edle Dame namens Jazdândôcht, Tochter Gottes, erfuhr von der bevorstehenden Hinrichtung und lud alle 120 als ihre Gäste am Vorabend des Martyriums zu sich ein, begrüßte jeden einzeln am Eingang und küßte jedem die Hände und die Füße; dann erhielten sie eine festliche Mahlzeit, nachdem sie gewaschen und mit festlichen neuen Gewändern eingekleidet worden waren (vgl. Mt. 22, 11 - 12). Die Gäste waren ahnungslos und die Dame erklärte ihnen, sie erfülle mit diesem Gastmahl ein Gelübde, wohltätig zu sein. Am folgenden Tag war die Hinrichtung, die Enthauptung der Märtyrer. Für die Nacht darauf mietete die Dame viele Leichenträger, die zu Zweit die Leichen der Märtyrer zum Begräbnisplatz trugen, jedem neue, weiße, Leinengewänder anzogen und sie bestatteten, jeweils fünf Märtyrer in eine der vorher ausgehobenen Gruben.

† am Freitag, dem 9. Januar 348, dem 9. des Monats Zweiter-Adar, wurde der Katholikos Barba’schmîn, Sohn des Herrn des Himmels, mit 16 KlerikernEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien. zum Märtyrer. Er war der Sohn einer Schwester des heiligen Katholikos und Märtyrers Simeon bar Sabas. Auch er war geheim gewählt und geweiht worden, nach dem Tod des Katholikos Schâhdôst am 20. Februar 342. Er erlaubte den Klerikern, wegen der Verfolgung, weiße Gewänder zu tragen wie die Laien, damit sie nicht auffielen. Im Februar 347 wurden sie verhaftet und eingekerkert. Der Bischof wurde ab August mehrmals dem Schah vorgeführt, der gegen Sonnenanbetung die Freiheit versprach. Schließlich erfolgte die Hinrichtung am 9. des Monats Zweiter-Adar im Jahr 348. Danach gab es 20 Jahre lang keinen Katholikos mehr in Persien und keinen Bischof von Seleukeia-Ktesiphon.

† am Donnerstag, dem 17. März 348, dem 17. Adar, wurden in Tell-Darâ enthauptet,
die beiden Märtyrer Yakub, ein Priester des Dorfes Tellâ Schallîlâ, und seine Schwester Maryam. Den Befehl dazu gab der Potentat Narsê Tamschâbôr einem vornehmen christlichen Laien, namens Mâhdâd, der sich durch diese doppelte Enthauptung als guter Perser erweisen sollte.

† am Dienstag, dem 6. Juni 349, dem 6. Haziran, wurde in Hazzâ, einem Dorf vor Arbela, zur Märtyrin, die Bundestochter Tekla mit vier Gefährtinnen, deren Namen Maryam, Marta, Maryam und Emmi waren. Im selben Dorf lebte ein böser Mann, namens Paulâ, der ein Priester gewesen war; er war sehr reich. Der Richter Narsê Tamschâpûr in Hazzâ ließ ihn verhaften, seinen Besitz beschlagnahmen und sein Haus zerstören; dann versprach er, ihm seine Reichtümer zurückzugeben, wenn er die Sonne anbeten und die fünf Jungfrauen enthaupten würde. Als Tekla und ihre Gefährtinnen standhaft die Sonnenanbetung ablehnten, ließ er ihnen je hundert Rutenschläge geben und sie wieder vorführen. Als sie standhaft blieben, wurden sie zum Tod durch Enthauptung verurteilt und Paulâ wurde zu ihrem Henker. Danach verspottete der Richter ihn als untreuen Priester und ließ ihn ins Gefängnis zurückbringen. Er fand einige Gesinnungsgenossen, die für ihn mit einem Strick ins Gefängnis gingen, dem Paulâ hinterrücks die Schlinge um den Hals warfen und ihn insgeheim aufhängten. Die Akten enthalten einen längeren Vergleich mit Judas Iskariot (Lk 22, 3 - 6 und Apg 1, 15 - 26).

† am Freitag, dem 16. Juli 359, wurde in seiner Burg Melki, von persischen Truppen belagert und gesteinigt, der heilige Märtyrer Kardaq, der Befehlshaber der Grenzprovinz Hdajab, ehemals im Königreich Adiabene, damals Provinzhauptstadt im persischen Reich. Kardaq hatte mit großem Erfolg seine Provinz gegen die Römer und gegen die Araber verteidigt. Er wurde durch den Mönch Abd-Iso, Diener Jesu, zu Christus bekehrt. Als dies bekannt wurde, wurde er vom Ober-Môpêt, dem Groß-Magier, beim Schah Schâpûr II. angeklagt und von diesem zum Tode verurteilt. Sein Amt übernahm der Stiefbruder des Schah, nämlich Ardaschir, Artaxerxes, der später, von 379 bis 383, als Schah Ardaschir II. das persische Reich regieren würde.

† am Sonntag, dem 4. August 362/5, wurde, in Seleukia-Ktesiphon, nach langer Gefangenschaft, enthauptet,
• 21. die heilige Märtyrin Ia, die als Gefangene sehr viele zum Christentum bekehrt hat, von denen der Schah Schâpur II. dann etwa 9.000 als Märtyrer hat umbringen lassen. Die Reliquien der heiligen Ia wurden nach Konstantinopel gebracht und dort, in einer ihr geweihten Kirche, bis 1204 verehrt; nach der Zerstörung durch die lateinischen Kreuzfahrer wurden die Reliquien ins dortige Mangana-Kloster gebracht.

† Im Jahr 363 zog Schah Schâpûr wieder gegen die Römer (Ost-Rom, Neu-Rom, Konstantinopel) in den Krieg und belagerte das Kastell Bêt Zabdai, Fenek, Phoenicia, am oberen Tigris. Kaiser Jovinian trat das Gebiet an ihn ab und erreichte so einen Waffenstillstand, der Frieden genannt wurde. Dem Schah fielen etwa 9000 Menschen, Kriegsgefangene und andere Neubürger, zu, die alle, mit dem Wechsel der politischen Zuständigkeit, den Religionswechsel vollziehen sollten, also Sonnen- und Feueranbeter werden sollten. Unter ihnen war der Bischof Heliodor, die beiden Priester Daûsa und Mârjab und viele Bundesbrüder und Bundesschwestern. Die nicht Sonnenanbeter werden wollten wurden ins Gebiet Bêt Hûzâjê, Hûzistan, Susiana, in dessen Hauptstadt Bêt Lâpat abgeführt. Unterwegs erkrankte der Bischof Heliodor und weihte den Priester Dausa zum Bischof, zu seinem Nachfolger. Danach ist er unterwegs entschlafen. Von 300 Christen sind, am Berg Mâsabadân, 25 vom Glauben abgefallen, die übrigen 275 zu Märtyrern gemacht worden. Ein Diakon namens Abdischô, Diener Jesu, kam mit dem Leben davon, weil er, nur schwer verwundet, unter den Leichen lag, aber nach Sonnenuntergang herauskriechen und ins nächste Dorf gehen konnte; dort traf er auf einen Mann mit zwei Söhnen, die ihm halfen und dann an die Hinrichtungsstätte gingen und, noch in der Nacht, da sie ortskundig waren, die Leichen der Märtyrer in einer nahen Felshöhle bestatteten. Abdischô war nicht bange, sondern predigte 30 Tage lang, gegen die Verfolger und für die Wahrheit des Glaubens der Christen. Schließlich wurde er zwangsweise an den Ort der Hinrichtung der Märtyrer geführt und, da sonst niemand bereit war ihn zu enthaupten, für Geld, 50 Silberlinge, ein Henker gefunden und Abdischô, bei diesem zweiten mal, erfolgreich hingerichtet. Der Mann mit den beiden Söhnen kam in der Nacht und sie richteten einen großen Steinhügel über dem Leichnam des Abdischô auf (vgl. 2 Sam 18, 17). Später kam ein Sohn jenes Helfers, betete am Eingang zur Höhle und gelobte, jährlich zu kommen und dort das Gedächtnis zu feiern. Danach baute er sich dort ein Haus und ließ sich dort nieder. So feierte er das Gedächtnis und, da dort Wunder geschahen, kamen Pilger und ließen sich mehr Christen dort nieder. Schließlich kam ein Klostervorsteher und baute ein Martyrion, Μαρτυριον, eine Gedenkstätte zum Zeugnis der Blutzeugen, nahm die Reliquien aus der Höhle und legte sie in der Wallfahrtskapelle nieder, in der sie im Gottesdienst geehrt werden.

† am Samstag, dem 16. Mai 375/3, wurden in Persien erschlagen,
• 22. die beiden heiligen Bischöfe und Märtyrer Abda, Diener, der Bischof von Kaschkar-Stadt, Bêt Kaschkraje,
• 23. und Ebed-Isa, Diener Jesu, Abd-Iso, der Chorbischof von Kaschkar-Land, zusammen mit ihnen gewannen 38 Gefährten, 16 Priester, 9 Diakone, 6 Mönche und 7 gottgeweihte Frauen, die Märtyrerkrone. Verantwortlich war der Schah Schâpur II.

† am Dienstag, dem 10. Oktober 377, dem 10. Tischri, starb, nach dreijähriger Gefangenschaft, der Bischof und Märtyrer Apeksimas, Akebschemâ, der 374, zusammen mit dem Priester Yusuf und dem Diakon Haiphal, Aitillâshâ, festgenommen worden war. Diese beiden Gefährten starben erst sechs Monate nach ihm, im Nisan, im April 378.
In jenem Jahr 374 brach eine schwere Verfolgung aus, in der die Môpêts alle Gewalt über alle Christen ausüben konnten, sie foltern, steinigen und umbringen sollten.
Damals wurde der Bischof Akebschemâ ergriffen, der aus dem Dorf Pakâ stammte, und Bischof des Gebietes Naesson, Hnaitâ, war. Er war schon 80 Jahre alt, aber ein stattlicher und sehr starker Mann, ein Mann des Fastens und Betens. Er wurde gefesselt nach Arbel gebracht und dem Môpêt Adôrkorkschîr vorgeführt. Als er zur Sonnenanbetung nicht bereit war, wurde er gegeißelt und in Ketten gelegt.
Zur selben Zeit wurde der Priester Yusuf aus dem Dorf Bêt Kâtôbâ, 70 J. alt, und der Diakon Aitillâhâ, 60 J., ausdem Gebiet Bêt Nûhadrâ, beide gefesselt nach Arbel gebracht und dem Môpêt Adôrkorkschîr vorgeführt. Yusuf war nicht bereit, die Sonne anzubeten, die nur ein Geschöpf des wahren Gottes ist; so wurde er gegeißelt und gefesselt zum Bischof in den Kerker eingesperrt. Da der Diakon auch nicht zur Anbetung der Sonne verführt werden konnte, wurde er sofort mit der grausamen persischen Folter gequält; danach wurde auch er gefesselt zum Bischof und dem Priester in den Kerker gesperrt.
Nach fünf Tagen wurden sie in den Garten beim Feuertempel geführt, verhört, gefoltert und ohne Wasser und Brot gelassen; sie durften keinerlei Besuch aus der Stadt empfangen, da dieser ihnen etwas Trinkbares oder Essbares hätte zustecken können; aber mitleidige Mitgefangene erbaten die Erlaubnis, kurz in die Stadt zu gehen, bettelten dort um Essen und Trinken, schmuggelten es in den Kerker ein und hielten so die drei Bekenner notdürftig am Leben. In vielen Verhören wurde den drei Gefangenen die Freiheit versprochen, falls sie Sonnenanbeter würden; vor allem wurde ihnen vom Groß-Môpêt immer wieder erklärt, er würde schon dafür sorgen, dass sie nicht von ihren Qualen durch den Tod erlöst würden, er würde sie quälend so lange wie eben möglich am Leben und im Leiden erhalten.
Nach drei Jahren, also 377, kam der Schah in die Provinz Mâdai, Bêt Mâdâjê, und ließ sich die drei Elendsgestalten, die noch eben lebten, vorführen. Der Groß-Môpêt des ganzen Orients , Adarschâpûr, forderte den Bischof auf, die Sonne anzubeten. Als dieser sich, wie bisher, standhaft weigerte, wurde er mit sieben neuen Peitschen zu Tode geprügelt. Das geschah am Dienstag, dem 10. Oktober 377, dem 10. Tischri. Seine Leiche wurde hinausgeworfen. Nach drei Tagen kam heimlich eine armenische Königstochter, die als christliche Geisel in der Festung Mâdai festgehalten wurde, suchte und fand den Leichnam, nahm ihn mit und bestattete ihn.
Yusuf wurde auch vorgeführt, lehnte auch ab die Sonne anzubeten und wurde durch grausame Folter so verstümmelt, dass er wie eine Leiche hinausgeworfen wurde; da er aber noch leise Lebenszeichen gab, wurde er vorläufig streng bewacht.
Aitillâhâ wurde auch vorgeführt, weigerte sich auch sich am Sonnenkult zu beteiligen, wurde dann grausam gegeißelt und ihm alle Gebeine ausgerenkt, aber er lebte noch immer.
Da verurteilten der Groß-Môpêt und der Môpêt die beiden zur Steinigung. Sie besorgten zwei Esel, banden sie so fest darauf, dass sie nicht herabfielen und trugen sie wieder ins Gefängnis von Arbel.
Als letzte Grausamekeit hatten sie sich ausgedacht, die reichen und vornehmen Christen der Stadt, die Privilegien hatten weil sie unentbehrlich nützlich waren, aufzufordern, die Steinigung der beiden Bekenner zu übernehmen.
Unter ihnen war auch wieder die Dame Jazdândôcht, Tochter Gottes, die im Jahr 346 in der Nacht vor dem 6. April die 120 Märtyrer so feierlich bewirtet hatte und in der darauffolgenden Nacht ihre Leichen so ehrfurchtsvoll hatte bestatten lassen. Nur mit großer Mühe gelang es ihr, den Gefängnisaufseher so überzeugend zu bestechen, dass er es übersah, dass in der Nacht die beiden Elenden von ihren Dienern abgeholt, ein paar Stunden so gut wie möglich versorgt und gepflegt, dann aber vor Morgengrauen zurückgebracht wurden.
Ihre Steinigung erfolgte erst nach sechs Monaten, im Nisan, im April 378. Denn der Groß-Môpêt gab seinen Plan nicht auf, die Steinigung durch Christen vornehmen zu lassen. Aber plötzlich waren alle in Aussicht genommenen Christen verreist, die meisten Hals über Kopf in die Berge und Steppen geflüchtet. Der neue örtliche Môpêt, namens Zardhûscht, führte den Plan aus. Einen letzten Versuch unternahm Schâpur Tam-Schâpur, dessen Heimatdorf Bêt Tabâhâ, Metzgershausen, genannt wurde. Er forderte die beiden Bekenner, die kaum noch lebten, auf, Blut zu trinken (vgl. Apg 15, 20), was diese aber ablehnten.
Der Priester Yusuf wurde von Christen in Abel gesteinigt am Freitag in der Pfingstwoche, am 25. Mai 378, dem 25. Ijjar.
Der Diakon Aitillâhâ wurde eigens von Schâpur Tamschâpûr in ein großes Dorf Patrias, Dastegard, im Gebiet Bêt Nûhadrâ, gebracht, damit die Christen dort die Gelegenheit erhielten, ihn zu steinigen. Auf dem großen Dorfplatz häuften sich über ihm die Steine, bis er schließlich, von einem besonderes großen Stein am Kopf getroffen, sein Leben aushauchte. Es war am Mittwoch in der letzten Pfingstwoche des Jahres, dem 28. November 378, dem 25. des Monats Zweit-Tischrin.
Die Berichte aus den persischen Märtyrerakten über die Märtyrer zwischen dem 16. April 341 und dem 28. November 378 gehören zusammen. Am Ende steht:

Von den Märtyrern, deren gesamtes Blutzeugnis, Gericht und Hinrichtung, wir niedergeschrieben haben, haben manche in unseren Tagen ihr Zeugnis abgelegt und wir haben es selber gesehen. Die genaue Geschichte derer, die vor uns waren, haben wir aus dem Mund greiser, wahrheitsliebender und vertrauenswürdiger Bischöfe und Priester niedergeschrieben; diese haben sie nämlich mit eigenen Augen gesehen und in ihren Tagen gelebt.

† am Freitag, dem 29. Januar 378/6, entschlief in seiner Einsiedelei bei Antiochia,
• 24. der heilige Anachoret Aphraates, Aphrahat, ein Flüchtling aus Persien. Er war der gelehrteste Wortführer der persichen Christen, der allein zwischen 337 und 345 dreiundzwanzig Traktate über die christliche Religion und gegen den persischen Staatskult geschrieben hat.

† an einem 16. März/2, im 4. Jahrhundert, wurde in Seleukeia zum Märtyrer,
• 25. der heilige Papas, der aus Lykaonien stammte, der um des Glaubens an Christus willen, nach vielen Folterungen, zugrundegegangen ist.

† am Montag, dem 16. Februar 420/3, entschlief in Persien
• 26. der heilige Bischof und Katholikos Marutha, der an der Grenze zwischen Byzanz und Persien seine Bischofsstadt neu gründete, genannt Maiperqat, Tagrit, in dieser wie eine Kleinstadt Martyropolis, Μαρτυροπολις, Stadt der Blutzeugen, wo er die Reliquien der Blutzeugen und die Märtyrerakten sammelte. Er nahm an verschiedenen Bischofssynoden teil, vor allem auch am Ökumenischen Konzil 381 in Konstantinopel. Zweimal, 399 oder 403 und 404 oder 408 , war er Römischer Gesandte am Persischen Hof, das heißt als Vertreter der Christen in Persien wurde er von Neu-Rom, Ost-Rom, dem kaiserlichen Hof in Konstantinopel, anerkannt und zu seinem eigenen politischen Landesherrn, dem König von Persien, gesandt, um beim Großkönig zu vermitteln in kirchlichen und politischen Interessen, nämlich auf beiden Gebieten um Frieden zu werben; er hatte also auch das Vertrauen des persischen Königs Izdegerd, Yazdegar I., Jezdegerd I., der eine Jüdin zur Frau hatte, und er sicherte bei diesem den Frieden zwischen den beiden damaligen Weltreichen. 410 hat er die SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. von Seleukeia-Ktesiphon organisiert, auf der der Ortsbischof, Mar Isaac, den Vorsitz führte und offiziell den Titel Katholikos erhielt. Auf ihr wurde die gesamte Organisation der persischen Kirche erneuert .Seine Kirche war autokephal und erhielt ihre Bestätigung durch den König Yazdegerd, der in einem Dekret die Kirche und ihr Oberhaupt, den Katholikos, den die wählte und der König dann ernannte, anerkannte. Aus Rom und Konstantinopel aber wurde ausdrückliche das Πιστευομεν, Credimus, Glaubensbekenntnis des Konzils von Nikeia 325, in syrischer, aramäischer Sprache (weil so viele Christen von dort nach Persien deportiert worden waren) anerkannt. Antiochien wurde nicht genannt. 410 - 415 war Achai Katholikos. Im Jahr 414 gelang es Marutha, vom Schah eine relative Freiheit für die Kirche zu erreichen, so dass Kirchen und Klöster in großer Zahl wieder aufgebaut werden konnten. Die Verfolgung flammte wieder kurz auf, als Bischof Abda (420 Märtyrer; siehe unten zum Jahr 420/-) von Susa in seiner Stadt den Zoroastrischen Feuer-Tempel zerstörte und sich weigerte, dem königlichen Gebot zu gehorchen, nämlich auf eigene Kosten den Tempel wieder aufzubauen. Mehrere Schriften werden Marutha zugeschrieben, so ein Evangelienkommentar, ein Band Gedichte, eine Marutha-Liturgie, eine Schrift über die 73 Canones des Konzils von Nikeia (325).
Im Jahr 420 wurde der Bischof Dad-Yeshu, Diener Jesu, Dadischo, als Nachfolger des Marutha zum Katholikos in Seleukia-Ktesiphon gewählt; Persien hatte fünf Metropolien und viele Bistümer. Schon 421 wurde der neue Katholikos verhaftet, aber wieder freigelassen auf Fürsprache des heiligen Bischofs Acacius von Amida (siehe unten 9. April 422/6). Er durfte sich zurückziehen in sein Kloster, das Archenkloster (weil dort eine Planke der Arche Noachs verehrt wurde) und plante abzudanken. Auf der SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. von Markabta 423 überzeugten ihn die Mitbischöfe, seine Amtsgeschäfte in Seleukia-Ktesiphon wieder aufzunehmen. 424 wurde das Jahr der Unabhängigkeit: Dad-Yeshu berief die in Markabta, unter seinem Vorsitz, wieder ein und setzte es durch, dass er absolutes Oberhaupt der Kirche wurde, dass nämlich keine Beschwerde den vier westlichen Patriarchen, an erster Stelle dem nahen Antiochien, dann auch Rom, Konstantinopel und Alexandrien, vorgelegt werden durfte, sondern dass, wenn der Katholikos etwas entschieden hatte, nur der Richterstuhl Christi das Revisionstribunal sei. Der Tradition getreu blieb die Liturgie- und Schriftsprache das Syrische. Damals mehrten sich die, hauptsächlich theologischen, Streitereien innerhalb der Kirche in Persien. Dad-Yeschu starb, nach 35-jähriger Regierung, im Jahr 457.

† an einem 31. März um 420/1, wurde in Argol zum Märtyrer,
• 27. der heilige Diakon Beniamin, der, da er es nicht aufgab, das Wort Gottes zu verkündigen, und darum, unter Schah Vararan V., an Finger- und Zehen-Nägeln mit scharfen Dornen gefoltert, sein Glaubenszeugnis vollendet hat.

† im Jahr 420, dem 22. Jahr des Schah Jezdegerd I., also seinem letzten, wurden zu Märtyrern der heilige Bischof Abdâ, die Priester Hâschû und Isaak, der KlerikerEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien. Aprûn, der Subdiakon Pâpâ, der ein Bruder des Bischofs Abdâ war, und die Laien Dâduk und Dûrtan. Der Bischof Mâr Abdâ hatte sich dazu hinreissen lassen, ein Pyreum, einen Feuertempel, zu zerstören und weigerte sich die Kosten für eine Wiederherstellung zu übernehmen. Das löste eine kurze aber heftige Christenverfolgung aus. Der Bischof wurde gefesselt dem Schah vorgeführt, zusammen mit seinen Gefährten. Wortführer war der Priester Hâschû, sehr um Missvergnügen des Schah, der wusste, dass der Bischof der Höherrangige war. Der Bischof wurde von vier Männern mit Geißeln aus Dornenruten getötet.

† am Dienstag, dem 5. September 421/-, dem 5. Elul, zur Zeit des Schah Warharân V., vollendete im Gebiet von Schahrazûr sein Martyrium der Märtyrer Pêrôz aus Bêt Lâpat. Er war sehr reich. Als die Christenverfolgung aufflammte, wurde er vor den Ober-Magier Mihrschâpûr gebracht und zum Glaubensabfall verführt. Seine Frau und seine Eltern schrieben ihm einen traurigen Brief über seine Sünde; er bereute und bekehrte sich. Der Schah ließ ihn vorführen und versuchte ihn wieder umzustimmen, dann verurteilte er ihn bedingungsweise zum Tode. Unterwegs zur Richtstätte bekam er wieder Gelegenheit die Anbetung der Sonne und des Feuers zu versprechen und sofort freigelassen und in seine Reichtümer wieder eingesetzt zu werden. Als er standhaft blieb, wurde ihm die Zunge ganz herausgerissen und er enthauptet.

† am Samstag, dem 27. November 421/4, dem 27. Tischrin-II., im zweiten Jahr des Schahs von Persien Warahrâan, Bahram V., vollendete in Persien sein Martyrium
• 28. der heilige Jakobus Intercisus, Jakub der Zerschnittene, der Eunuch, der, aus vornehmer christlicher Familie in Bythlaba geboren, zur Zeit des oströmischen Kaisers Theodosius des Jüngeren, ein hoher Beamter am Hof des Schah Jezdegard I., Jasdigerd (regierte 399 - 420), war. Als er, auf Befehl des Schah, seinem christlichen Glauben abgeschworen hatte, wurde er von seiner Frau und seiner Mutter in einem Brief bitter heftig gerügt; daraufhin ging er in sich und bekannte sich vor Schah Varame, Bahrâm V.(421 - 438), dem Sohn und Nachfolger des Jasdigerd, Jezdegerd I., wieder öffentlich zu Christuse; daraufhin wurde er vom erzürnten Schah zu einem besonders grausamen Tode verurteilt und ihm, bei Fingern und Zehen angefangen, Glied für Glied zerstückelt, bis er schließlich enthauptet worden ist. Vor vielen Zuschauern legte er so sein Zeugnis ab; seine letzten Worte waren Dir, o Herr, Deinem Christus und Deinem Heiligen Geist sei Lob und Ehre in die Ewigkeit der Ewigeiten. Seine Leiche wurde insgeheim von Christen freigekauft und, mit den 28 eingesammelten Teilen, heimlich ehrenvoll begraben.

† am Sonntag, dem 9. April 422/6, entschlief in Amida in Mesopotamien,
• 29. der heilige Bischof Acacius von Amida, Diarbekir im Irak, der ein außergewöhnlicher Heiliger war, Perser und Christ, dem es gelang, die Christenverfolgung zu beenden. Als im Jahr 420 der Schah Yazdegird I. (399 - 420) starb, trat Schah Vararanes, Bahram V. die Regierung an. Er hörte auf die Einflüsterungen der Môpêds und Zauberer und begann, nach Jahrzehnten des Friedens, den Sonnen- und Feuerkult zu fördern durch Verfolgung der Christen in seinem Reich, seien es einheimische oder aus Syrien und Ost-Rom Verschleppte und Zugezogene. So flüchteten viele Christen nach Konstantinopel und fanden dort Aufnahme beim Patriarchen Attikos und dem Kaiser Theodosios. Außerdem weigerte der neue Schah, die von Ost-Rom gemieteten christlichen Arbeiter in den Goldminen zurückkehren zu lassen, ja begann sie als Sklaven zu behandeln; als er zusätzlich eine Gesandtschaft nach Konstantinopel entsandte, die eine Rückführung der christlichen Flüchtlinge nach Persien verlangte, war das Maß voll und der Kaiser schickte seine Truppen gegen Persien. General Ardaburios überfiel, nachdem er durch das christliche Armenien gezogen war, das persisches Gebiet Azazene; Narsaeos, der General der Perser, wich Ardaburios aus und zog durch Mesopotamien westlich ins christliche Reichsgebiet und belagerte Nisibis, besetzten es, aber fanden sich dann von Ardaburios dort eingeschlossen. Der Schah rief sarazenische Söldner zur Hilfe und diese kamen in großer Zahl nach Mesopotamien. Plötzlich aber brach unter den Sarazenen eine solche Panik aus, dass sie kopflos in den Euphrat flüchteten und darin umkamen; aber auch die Römer gaben die Belagerung zur Befreiung Nisibis auf und zogen sich zurück. Sie nahmen 7.000 Gefangene der Perser mit, konnten diese große Anzahl aber nicht am Leben erhalten; trotzdem, freilassen wollten sie sie auf keinen Fall. Da sic hall dies in der Gegend um Amida abspielte, erfuhr der Bischof Acacios davon. Er berief sofort seine KlerikerEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien. ein und sprach zu ihnen: Unser Gott, geliebte Brüder, bedarf keiner Teller und keiner Becher, denn er braucht weder zu Essen noch zu Trinken, er bedarf nichts der Art, aber die Kirche besitzt, durch die Großzügigkeit ihrer Gläubigen, viele Gefäße aus Gold und Silber, die brauchen wir nur zu verkaufen, dann können wir die Gefangenen auslösen und ich werde sie mit Lebensmitteln versorgen. So erreichte er, dass sein Klerus großherzig goldene und silberne Gefäße, sogar die nicht unbedingt erforderlichen heiligen Gefäße, einschmolzen und das Edelmetall dem Bischof brachten; dieser händigte es aus an die oströmischen Offiziere, diese wieder kauften Überlebensnotwendiges für die vielen Gefangenen, bis sie wieder zu Kräften gekommen waren; dann gaben sie und der Bischof diesen noch Wegzehrung mit, als sie sie freiließen. Der Schah war so überrascht, dass die Christen, so tapfer sie im Krieg waren, so großzügig im Sieg waren und wünschte, dass der Bischof Acacius zu ihm an den Hof gebracht werde, damit er ihm danken könnte; dieser Wunsch wurde Theodosius mitgeteilt und dieser sandte dem Bischof ehrenvolles Geleit an den persischen Hof. Die Angelegenheit wurde so ruhmvoll bekannt, dass viele Dichter Loblieder auf den Kaiser schrieben; sogar die Kaiserin, eine hochgebildete gebürtige Heidin, Tochter des berühmten Athener Rhetoriklehrers Leontios, namens Athenais war, die, wegen und vor der Hochzeit mit dem Kaiser, vom Patriarchen Attikos auf den Namen Eudokia getauft worden war, verfasste ein Lobgedicht. (Sie brachte aus Jerusalem Petri Ketten und baute in Rom die Kirche auf dem Esquilin, Sancti Petri ad Vincula (vor 1969 Fest am 1. August), baute in Jerusalem die Kirche über den am 3. August 415 vom Priester Lucian entdeckten Reliquien des heiligen Erstmärtyrers Stephanus (früher 3. August) und zog sich 441 ganz nach Jerusalem zurück). So berichtet uns über Acacius, in seiner Kirchengeschichte, der zeitgenössische Scholastikos Sokrates von Konstantinopel (380 - 450).

† um das Jahr 430 /-, wurde in Seleukeia-Ktesiphon, heute Ruinenstätte südöstlich von Bagdad, zum Märtyrer der heilige Jakob, der Notar. Er war ein hoher Beamter am persischen Hof und, wie viele andere am Hof, insgeheim Christ. Als die Magier sie beim Schah anzeigten, wurden 15 Notar als Christen erkannt und schwer gefoltert, um sie zur Sonnenanbetung gefügig zu machen. Jakob war der einzige, der nicht abfiel, sondern so standhaft blieb, dass er als einzig Übriggebliebener noch versuchte, den Schah von der Verfolgung der Christen abzubringen; daraufhin wurde er enthauptet.

† um das Jahr 430 /-, zur Zeit des Schah Jezdegerd II. wurde ein vornehmer und reicher Christ namens Narses zum Märtyrer, nachdem er lange Folterungen und Zwangsarbeit überlebt hatte. Später wurden seine Reliquien in Martyropolis beigesetzt.

† am Dienstag, dem 25. September 445, dem 25. Elul, wurde als Letzter von tausenden Märtyrern von Karkâ de Bêt Slok, von denen einige hier genannt werden, gekreuzigt, der verantwortliche Richter Tahmjezdegerd, der in der Verfolgung der Môgandarzpat, Oberster der Magier, der Sonnenpriesterschaft, gewesen war, der sich aber am Ende bekehrt hatte. Diese Verfolgung begann am Sonntag, dem 15. Juli 445, dem 15. Tammuz, unter dem Schah Yazdegerd II. Nach dem Tod des Bischofs Schâhpûrbarâz von Karkâ wurde sein Nachfolger Bischof Mâr Yohannan. Als die Verfolgung begann, schrieb der Bischof Yohannan an den Patriarchen von Antiochien, er und die ganze Kirche möge für sie beten, damit sie in der Verfolgung treu blieben; daraufhin verliess der Patriarch Domnus II. vom 25. Juli, 25. Tammuz, bis zum 20. August, dem 20 Ab, seine Kirche nicht, sondern betete, mit seiner Herde, ohne Unterlass für die Kirche in Persien. Der Bischof Yohannan wurde gefangen genommen; als er sein Haus verließ und Tahmjezdegerd sah, sagte er zu ihm: Sei gegrüßt, du Richter und Gerichteter, du Züchtiger und Gezüchtigter, sei gegrüßt, Magier, Bekenner und Zeuge; mach dir viel die Schar, mit der du dem Bräutigam entgegengehst, der uns in sein Reich geladen hat. Ich sehe dich dem Simon Petrus gleich geworden: kopfüber wirst du um des Namens Christi willen ans Kreuz gehängt werden. So wurde er ins Gefängnis gebracht; mit ihm viele vornehme Christen, unter ihnen Isaak bar Hormizdgerd, Ardaschir bar Arzanja, Abraham und sieben andere, von denen einige treu blieben, andere abfielen. Auf Befehl des Tahmjezdegerd wurden nun die Güter der Christen von Heiden und Manichäern geplündert. Von überall her wurden sie zusammengebracht, der Metropolit von Arbel, die Bischöfe von Nûhadrâ und Ma’altâ, die Metropoliten von Schargerd, Bêt Garmai, der von Karka, namens Yohannan, der von Lâschôm, der von Mâhôzê, der von Harbat Glâl, der von Darâ bei Zâb; diese sechs Metropoliten kamen mit ihrem Klerus und der Mehrzahl ihrer Herden froh nach Karka, um die Krone der Zeugenschaft mit großer Freude zu empfangen. Sie zogen in Karkâ ein, das Kreuz an der Spitze, mit Psalmengesang; es waren etwa hundertdreißigtausend Christen, abgesehen von den zwanzigtausend in der Stadt Karkâ. Die Verfolger aber waren bestürzt, weil sie einen Aufstand gegen sich befürchteten. Tahmjezdegerd stieg hinauf an den Ort, der Bêt Tittâ , Feigenhausen, heißt, nach dem Feigenbaum, der aus dem Blut der sechs Jungfrauen und Märtyrinnen gesprossen sind, der vorher Hôrâ genannt wurde, an dem in den Tagen des Schah Schâhpûr II. die Zeugen getötet worden waren, setzte sich auf den Richterstuhl, ließ die Folterwerkzeuge ausbreiten und sprach: Der Befehl des Schah Yezdegerd: Wenn ihr auf die Befehle des Herrschers nicht hört, seinen Willen nicht tut, die Sonne, den großen Gott, nicht anbetet, und Feuer und Wasser, die Kinder des Hormizd, nicht ehrt, so wird euer Leben durch diese Folterwerkzeuge und diese sechzehn Elefanten ausgelöscht. Da antwortete ihm Isaak, indem er Folterwerkzeuge küsste: Seid gegrüßt, ihr Eisen, durch die wir in den Palast des Reiches in der Höhe Einzug halten und uns in Lichtzelten erfreuen, die uns von Christus, dem Herrn, vor Gründung der Welt bereitet sind. Sofort wurde Isaak auf den Boden gelegt, mit Nägeln an Händen und Füßen auf dem Boden befestigt und mit eisernen Kämmen sein Fleisch von den Knochen gezogen. Die umstehenden Christen lobten Gott und sprachen dem sterbenden Isaak Mut zu. Der Richter befahl, ihn mit Naphta zu übergießen und anzuzünden. So wurde Isaak als Zeuge gekrönt. Dann wurde der Bischof Yohannan von Karka herbeigebracht und an der Stelle des Martyriums Isaaks wurden ihm die Hände abgehackt; dann wurde er mit sechzig Gefährten in die nahe Schlucht geführt, östlich von Bêt Tittâ. Nochmals wurde den dem Schah Gehorsamen das Leben, Reichtümer und Ehren angeboten, ihre Antwort war: Die Geschenke des Schah möge er behalten, wir haben einen Schatz im Himmel, der in Ewigkeit nicht vergeht. Von dort erwarten wir unseren Lebendigmacher, unseren Herrn Jesus Christus, der den Leib unserer Niedrigkeit verwandeln wird nach dem Bild des Leibes seiner Herrlichkeit (Phil 3, 20 - 21). Nach grausamen Folterungen verschiedener Art wurden sie mit Naphta übergossen und angezündet, an ihrer Spitze Bischof Yohannan, mit ihm die Priester Dâdischô, Schûbhâlischô und Bôchtischô, dazu 28 angesehene Laien aus Karka selbst. Diese wurden am ersten Tage gekrönt, am Freitag, dem 24. August 445, dem 24. Ab. Am folgenden Samstag, dem 25. Ab. wurden 3000 Christen aus Karka an denselben Ort geführt; es wurde ein Altar für den Sonnenkult gebaut um die Menschen zum Opfern zu zwingen. Die meisten von ihnen riefen: Ferne sei es uns, Christus zu verlassen, der für uns zum Opfer wurde, und den abtrünnigen Teufeln zu opfern. Die KlerikerEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien., unter ihnen die Priester Isaak und Stephanos, wurden gesteinigt, zwei Bundestöchter gekreuzigt und dann zu Tode gesteinigt. Für Abraham, Simon und Ma’anâ wurde eine Grube ausgehoben, sie hineingesetzt, dann quälten Soldaten mit glühenden Eisen und mit auf sie geschossenen Pfeilen sie bis zum Tode. Am Sonntag, dem dritten Tag der Krönung, wurden 8940 Menschen herbeigeschleppt, unter ihnen der Metropolit von Schargerd und die Bischöfe von Lâschôm, Mâhôzê, Harbatglâl und Darâ. Die Bischöfe wurden extra gesetzt und mussten zusehen. Dann wurden 3000 rohe und grausame Magier, Sonnenpriester, die die Gläubigen umbrachten, teils mit dem Schwert, teils mit Sägen, teils mit Feuer, teils durch Steinigung. Als Letzte wurden die Bischöfe umgebracht. Da öffnete der Herr dem Tahmjezdegerd die Augen und er schaute eine Leiter bis zum Himmel, auf der die von ihm Getöteten hinaufstiegen. Da rief er laut: Ich bin Christ! Und jammerte über seine bösen Taten. Als der Schah davon hörte, dass er das Magiertum abgeworfen und das Christentum angenommen hatte, befahl er, ihn mit all den Folterarten, mit denen er die Christen gequält hatte, zum Magiertum zurückzuzwingen. Als alles nichts nützte, befahl er, dass er kopfüber gekreuzigt werde. So wurde schließlich auch Tahmjezdegerd in gutem Zeugnis gekrönt, am Dienstag, dem 25. September 445, dem 25. Elul.

† am Freitag, dem 1. März 552, dem 1.Azar, dem Freitag der zweiten Fastenwoche, entschlief der Katholikos Mâr Abâ. Er war ursprünglich Heide und ein gelehrter Literaturwissenschaftler. Als er eines Tages auf einem Schiff den Tigris befuhr, traf er den Judenchristen Yusuf-Moses, wurde dessen Taufschüler und ließ sich taufen. In Nisibis besuchte er dann eine theologische Schule und hörte seinen Lehrer Mâr Ma’anâ, der später Bischof wurde. In Edessa hörte er Mâr Toma von Edessa. Auch in Athen und Korinth, in Konstantinopel und Antiochien, besuchte er theologische Schulen. Dann kehrte er zurück nach Nisibis und wurde dort Lehrer an der theologischen Schule. Anfang 540 wurde er von den Metropoliten, den Bischöfen und vom Volk zum Katholikos gewählt und erbte so den Bischofssitz des heiligen Katholikos und Märtyrers Simeon bar Saba’ê (oben 17. April 341). Er sorgte für Frieden innerhalb der Kirche, indem er von Februar bis Oktober 540 Visitationsreisen unternahm. Der Satan löste eine politische Verfolgung aus, die der Katholikos aber 7 Jahre überlebte, allerdings im Exil in Adorbeigan, vom Frühjahr 541 bis in den Winter 549. Dann geriet er am persischen Hof in Gefangenschaft, bis ins Früjahr 551. Im Sommer und Herbst 551 unternahm er eine Reise nach Huzistan. Zurück an seinem Bischofssitz erlag er den Entbehrungen seiner langen Haft und den Strapazen seiner Reise nach ihr. Er wurde von seinem Haus in die Kathedrale von Kokê getragen. Sieben Tage lang wurden dort Schriftlesungen und geistliche Gesänge gehalten. Dann wurde er durch die ganze Stadt zur Beisetzung ins Kloster in Seleukeia getragen. Auch die Magier waren als staunende Beobachter bei den beiden Prozessionen und in der Kathedrale in großer Zahl und in Ehrfurcht vor dem Entschlafenen anwesend.

† am Donnerstag, dem 13. März 559/3, vollendete in Persien
• 30. die heilige Christina ihr Martyrium, unter dem Schah Chosroe I.

† am Dienstag, dem 14. Januar 615, dem 14. des Monats Kanon-II., wurde in Seleukeia gekreuzigt der Mönch und Märtyrer Giwargis, Georg. Er stammte aus dem Dorf Pkwri Dbnschibil bei Ur in Chaldaea aus vornehmer und reicher heidnischer Familie. Als er und seine Schwester Waisen wurden, erzog sie ihr Großvater. Er wurde als Magier und Literat ausgebildet und durfte schon im Alter von sieben Jahren im Tempel das Opfergebet sprechen und die Barschômzweige schwingen. Der Schah Hormizd V. hörte von ihm, ließ ihn rufen und aus den Religionsschriften vorlesen, staunte über sein Aussehen und sein Können und nahm ihn auf unter seine Pagen. Nach der Gewohnheit der Heiden heiratete er seine Schwester. Damals brach die Pest aus und er flüchtete auf eines seiner Landgüter. Der Verwalter war ein Christ. Er beobachtete das Fasten der Christen und befragte seinen Verwalter nach dessen Sinn und Zweck. Dann ließ er sich die Heiligen Schriften geben und erklären. Auch wurde ihm gegeben die Geschichte eines Groß-Märtyrers namens Giwargis, Georg. Er begeisterte sich so sehr, dass er bei seiner Taufe dessen Namen annehmen wollte. Er trennte sich von seiner Schwester, in beiderseitigem Einvernehmen; sie heiratete, nach der Gewohnheit der Heiden, die Ehescheidung und Wiederverheiratung leicht nehmen, einen vornehmen Herrn. Er nahm sich eine christliche Frau. Er trennte sich auch vom Magiertum. Zum Segnen des Brotes sprach er fortan: Heiliger Gott, heiliger Starker, heiliger Unsterblicher, erbarme dich meiner und machte darüber das Kreuzzeichen. Dann reiste er nach Hîra der Araber und ließ sich vom dortigen Bischof Simon feierlich taufen. Dann kaufte er sich ein Maultier und ritt nach Bâlâd bei Nisibis. Dann ging er in eine Jüngergruppe, eine Schule, in ein Dorf Bêt Rastak, im Gebiet von Hdajab, verkaufte sein Maultier und nahm sich eine Zelle, lernte den Psalter und verbrachte alle Zeit mit Fasten und Beten. Er schickte einen der Brüder zu seiner Schwester und ließ sie fragen, was der Schah bei Hof über ihn sagte, da es bekannt geworden war, dass er Christ geworden war. Seine Schwester ließ ihm ausrichten, dass der Schah nur gesagt habe, er sei zur Hölle gefahren, aber ihm wahrscheinlich seine Besitzungen nicht wegnehmen würde. So kehrte er zurück zu seinen Gütern und zu seiner Frau und sie gebar ihm einen Sohn. Seine Schwester ließ sich aber nicht überreden Christin zu werden. Schließlich erhörte Gott doch seine Gebete und sie wurde Christin, gab ihr ausschweifendes Leben auf und fing an wie eine Christin zu leben. Sie war noch nicht 20 Jahre alt. Am Ostersonntag wurde sie vom Katholikos feierlich getauft und nahm den Namen Maria an. Um von alten Bindungen frei zu werden, flüchteten beide nach Nisibis und er ließ sich von Mâr Abraham und seinen Mönchen in ihre Lebensart einführen und wurde zum Priester geweiht von dem Bischof Simon von Hirtâ, der ihn getauft hatte, als dieser in Nisibis war. Seine Schwester Maria trat einer Schwesterngemeinschaft bei. Er lebte in der Mönchsgemeinschaft in seiner Zelle und bekampfte in schweren Kämpfen seine Leidenschaften und die Versuchungen des Teufels. Gegen verschiedene Irrlehren, die sich in seiner Zeit in seiner Umgebung ausbreiteten, kämpfte er in Wort und Schrift, vor allem verteidigte er die Lehre von Christus, der in einer Person in zwei Naturen, der göttlichen und der menschlichen, dá ist und só da ist. Da baten ihn die Bischöfe, er möge zum Schah gehen, was er wegen seiner früheren Verbindungen wohl wagen könne, und ihn bitten, den wahren Glauben zu beschützen und die Irrlehrer zu verurteilen. Die Christen bei Hofe aber fürchteten sich, ihm zu helfen. Nur einer half ihm, nämlich Farruchân, ein hoher Hofbeamter, auch Schahrbaraz, Reichs-Eber, genannt (wahrscheinlich derselbe, der, nachdem 614 Chosrhoê Jerusalem erobert und das heilige Kreuz erbeutet hatte, im Jahr 630 Seleukeia eroberte und, nach der Ermordung des unmündigen Thronfolgers, Schah von Persien wurde, dem oströmischen Kaiser Heraklius das Heilige Kreuz zurückgab, aber schon nach 40 Tagen vom Volk ermordet wurde). Der Schah verlangte von Farruchân, er solle dem Giwargis und den Bischöfen sagen, sie sollen ihm ihr Glaubensbekenntnis schriftlich vorlegen, damit er über die Wahrheit richten könne. Mâr Giwargis übersetzte aus dem Syrischen das orthodoxe Glaubensbekenntnis ins Persische und gab es Farruchân, der es dem Schah vorlegte und erklärte, außerdem die Irrlehren der Nestorianer. Der Königkam nicht zur Entscheidung. Als er, nach seiner Gewohnheit, in die Provinz Bêt Mâdâjê reiste, baten die Bischöfe und Mâr Giwargis, ebenfalls dorthin reisen zu dürfen, um seine Entscheidung zu erwarten. Sie blieben dort längere Zeit, ohne dass jemand von kirchlichen Dingen redete. Dort war ein berühmtes Kloster, ein von einem Mâr Sergius gebauten Martyrion. Das besetzte mit Gewalt die nestoriansiche Gegenpartei unter ihrem Anführer, einem Arzt, der sich Gabriel nannte. Dieser verschaffte sich Zugang zum Schah und klagte Mâr Giwargis an, er habe gegen ihn, den Schah, einen Mordanschlag geplant; er sei eben früher Magier gewesen und nun Christ geworden, nun wolle er auch an die Macht. Der Schah ließ daraufhin den Mâr Giwargis von einem seiner Großen genau ausfragen und dieser erzählte seine ganze Lebensgeschichte. Der Schah verlangte dann, dass er seinen Lebensbericht ihm auch schriftlich vorlege. Daraufhin wurde er von einem persischen Oberpriester namens Rad genau verhört und es ergab sich ein Disput über die Wahrheit der christlichen gegenüber der heidnischen persischen Religion. Er beeindruckte diesen Rad so sehr, dass sich die heidnische Priesterschaft zusammentat um den Konvertiten unschädlich zu machen. Da ließ ihn der Schah verhaften und einkerkern. Sieben Monate blieb er in Haft, war aber trotzdem sehr geachtet. Dann wurde er auf eine Burg Akrâde Kôkê gebracht und dort acht Monate lang schwer gefoltert. Dann wurde er auf den Marktplatz herausgeführt um dort gekreuzigt zu werden; er begrüßte mit lautem Jubel das Kreuz, küsste es und begann ein langes Dankgebet an Christus, für seine Bekehrung, seinen Glauben und die Gelegenheit zum Blutzeugnis. Er betete syrisch, damit die christlichen Zuschauer es verstehen könnten, dann aber auch persisch, damit auch diese ihn verstehen könnten. Der Befehlshaber seiner Hinrichtung erfüllte seine letzte Bitte um etwas mehr Zeit für das Gebet. Heilig, heilig, heilig, Herr, erfüllt sind Himmel und Erde von deiner Herrlichkeit. Heiliger Gott, heiliger Starker, heiliger Unsterblicher, erbarme dich meiner; dieses letzte Gebet betete er dreimal, fügte aber dann, da ihm noch Zeit gelassen wurde, noch einige Bitten an, für die Christen um Standhaftigkeit, für die Häretiker um Bekehrung und für sein Kloster um Freiheit. Schließlich wünschte er sich noch, kopfüber gekreuzigt zu werden, weil er nicht würdig sei Christus am Kreuz ähnlich zu sehen; diese Bitte wurde ihm aber abgeschlagen. Dann zog er sich auf Befehl aus und ließ sich ans Kreuz festbinden und das Kreuz wurde aufgerichtet. Dann schoss der Henker vier Pfeile auf ihn und traf ihn in die Leber und ins Herz. Da hauchte er seine Seele aus. Drei Tage und Nächte ließ man ihn am Kreuz hängen und bewachte ihn schwer. Am dritten Tage versammelten sich sehr viele Christen, um ihn um die neunte Tagesstunde vom Kreuz abzunehmen und mitzunehmen. Das verhinderten aber so viele Soldaten, dass die Christen nur abwarten konnten. Erst um Mitternacht gingen die Soldaten daran, ihn abzunehmen, trennten aber zuerst Arme, Beine und den Kopf ab. Da entstand ein solcher Aufruhr in der Stadt, dass die Soldaten die Leichenteile nur mit großer Mühe durch das Stadtttor hinausschaffen konnten, das Stadttor sofort schlossen und sich dann draußen von einer großen Schar von Christen umgeben sahen, die dort gewartet hatten und die sie mit brutalen Schlägen auf Abstand hielten, bis sie sich schließlich schnell in der Dunkelheit der Nacht entfernten und den Leichnam an einsamer und verborgener Stelle wegwarfen. Zufällig hatte ein kleiner Junge, der allein und auf Abstand gefolgt war, die Stelle gesehen und konnte sie am nächsten Morgen einem Diakon zeigen. Zusammen gingen sie hin, fanden dort auch einen anderen Leichnam, über den sich Hunde hermachten, und bargen den Leichnam des Mâr Giwargis in eine Decke und trugen ihn zusammen in die Stadt. Unterwegs kamen immer mehr Christen, die auch nach dem Leichnam suchen wollten, und es entstand eine große Prozession, die mit Psalmengesang den Märtyrer ins Martyrion des heiligen Märtyrers Sergius begleitete. Aus Furcht vor den Behörden aber vereinbarten sie, diesen Ort einstweilen niemandem bekanntzugeben. Die vielen, die vegebens nach dem Leichnam suchten, gingen zum Hinrichtungsort und sammelten dort blutgetränkte Erde am Ort der Kreuzigung. Diesen, im Original sehr langen, Bericht verfasste Rabban Mâr Bâbai, Abt der Mönche auf dem Berg Izalâ, der den Märtyrer persönlich gut gekannt hat. Er war während der 20 Jahre der Sedisvakanz des Bischofsstuhles des Katholikos in Seleukeia-Ktesiphon, von 608 bis 620, unermüdlich als Visitator der Klöster unterwegs und galt als Leitende Persönlichkeit der orthodoxen Kirche in jenen Jahren.

† am Donnerstag, dem 22. Januar 628/4, vollendete sein Martyrium in Bêt-Saluê, Sergiopolis, in Persien,
• 31. der heilige Mönch Anastasius, Αναστασιος, (der sich in der) Auferstehungs-(Basilika in Jerusalem bekehrt hat), ursprünglich ein Perser namens Magundat, der ein Priester und Magier des Sonnenkultes gewesen ist, der 614 als Teilnehmer an der Eroberung von Jerusalem, Mitkämpfer und Zeuge beim Raub des Heiligen Kreuzes war, dann das Heer des Schah Chosrhroë verließ und Christ wurde, daraufhin in Caesarea am Meer in Palästina, heute in Israel, vom abziehenden Perserheer grausame Folterungen erlitt, diese aber überlebte, nach Jerusalem hinaufging und dort Mönch wurde. Nach sieben Jahren brach er in seine Heimat auf, um dort für Christus zu werben. Er wurde erkannt und der Schah versprach ihm hohe Ehrenämter, wenn er wieder zur alten Religion zurückzukehren bereit wäre. Da er im christlichen Glauben treu blieb, erlitt er wieder viele Folterungen. Schließlich erlitt er, als Letzter, nach seinen 70 Gefährten, den Märtyrertod, als er, in der Nähe des Euphrat, erdrosselt und enthauptet worden ist. Seine Reliquien wurden ins Heilige Land und später nach Rom gebracht.


4. † am Dienstag, dem 17. April 350, entschlief in Tortona, der heilige Bischof Innocens.

5. † am Mittwoch, dem 17. April 435, entschlief in Melitene, damals in Armenien, Malatya, der heilige Bischof Acacius, der auf dem Konzil von Ephesus 431 gegen den Nestorius die wahre Lehre mit durchgesetzt hat und daraufhin zu unrecht von seinem Bischofssitz vertrieben worden ist.

6. † am Dienstag, dem 17. April 540, entschlief in Vienne, der heilige Bischof Pantagathus, der als Konsul der Stadt zum Bischof gewählt wurde und 5 Jahre sein Hirtenamt gut ausgeübt hat.

7. † am Ostersonntag, dem 17. April 617, wurden, in ihrem Kloster auf der Insel Eigg, Loch Ewes in den Inneren Hebriden vor Schottland, ums Erdenleben gebracht, der heilige Abt und Märtyrer Donnan, der aus Irland gekommen war, mit seinen 52 heiligen Mönchen und Märtyrern, die bei ihrer hochfestlichen Feier der Osternacht von Piraten überfallen, ausgeplündert, ins Refektorium eingesperrt wurden, das sofort angezündet wurde, in dem die meisten lebendig verbrannt, die aus ihm Flüchtenden mit dem Schwert umgebracht worden sind.

8. † am Freitag, dem 17. April 856, wurden in Cordoba enthauptet, der heilige Priester und Märtyrer Elias, Helia, der schon alt war und aus West-Spanien stammte, der heilige Mönch und Märtyrer Pablo und der heilige Mönch und Märtyrer Isidor, die alle drei, als Christen unter den Mauren, der Blasphemie angeklagt und zum Tod durch das Krumschwert verurteilt wurden.
Siehe auch 3. Juni, 9/40 - 42

9. † am Dienstag, dem 17. April 1067, entschlief im Kloster Casa Dei, Maison Dieu, bei Auvergne, Clermont, der heilige Abt Robert, der hier als Einsiedler angefangen hatte, aber immer mehr Brüder um sich versammelt hat, bis schließlich für eine nicht geringe Anzahl das Kloster gebaut werden musste, für jene, die er durch sein Wort der Verkndigung und das Vorbild seines Lebens für den Herrn gewonnen hatte.

10. † am Montag,dem 17. April 1111, entschlief im Kloster Molesmes, der heilige Abt Robert, der ein einfacheres und strengeres monastisches Leben suchte, der bereits Gründer und unermüdlicher Leiter von Koinobiten war, außerdem Oberer von Eremiten und hervorragender Erneuerer der monastischen Disziplin, der in Citeaux das Zisterzienserkloser gegründet und als erster Abt geleitet hat, später als Abt nach Molesmes zurückkehrte und dort in Frieden heimgegangen ist.

11. † am Samstag, dem 17. April 1367, entschlief in Perugia, der selige Priester Giacomo di Cerqueto aus dem Orden der Augustiner-Eremiten, der ein guts Beispiel gegeben hat, indem er fröhlich schwere Krankheit ertragen hat.

12. † am Montag, dem 17. April 1419, entschlief in Pisa, die selige Chiara Gambacorti, die bereits 14-jährig, noch unter ihrem Namen Thora, Simon de Massa, einen jungen Adligen der Stadt zu heiraten verpflichtet wurde, der aber nach schon wenigen Monaten starb; als sehr junge Frau Witwe geworden, wollte sie bei den Clarissen eintreten, aber ihr Vater und ihr Bruder sperrten sie in hr Zimmer ein, damit sie nicht weggehen konne; schließlich gestatten sie ihr doch bei den Dominikanerinnen einzutreten, wohl auch weil dies auf Anraten der heiligen Caterina von Siena (29. April 1380/1) geschah; es war, das erste Dominikanerinnenkloster in Pisa, das unter einer strengeren Regel gegründet hat, und deren Schwestern sie in Klugheit und Liebe führte. Berühmt wurde sie auch, weil sie den Mörder ihres Vaters und ihres Bruders verschont und sogar belohnt hat; als Pisa von den Visconti erobert wurde, ermordeten diese ihrenVater und ihr beiden Brüder; als das Schicksal sich wendete, wurde Appiano Visconti ermordet; sie nahm dessen Witwe und zwei Tchter im Kloster auf und schützte sie so vor der wütenden Rache des Volkszons.

13. † am Mittwoch, dem 17. April 1624, entschlief in ihrer Geburtsstadt Madrid, die selige Jungfrau Mariana de Jesús Navarro de Guevara y Romero, 59 J., als sie, 20-jährig, verheiratet werden sollte, konnte sie die Pläne ihres Vaters und ihrer Mutter überzeugend widerlegen und so in das Kloster de las religiosas descalzas de Nuestra Señora de la Merced, en el Santuario de la Virgen de los Remedios, Unbeschuhte Schwestern von Unserer Lieben Frau vom Freikauf der Gefangenen, im Kloster de Allerseligsten Jungfrau von den Erlösten. Wegen ihrer schwachen Gesundheit, wurde sie nicht zur Profess zugelassen, deswegen nahm sie sich 1616 eine Wohnung neben dem Kloster und widmete sich dem Gebet, der Sühne und der Fürsorge für Elende und Geschlagene. La azucena de Madrid, die Lilie von Madrid, wurde von Papst Pius VI. am 18. Januar 1783 seliggesprochen.

14. † am Freitag, dem 17. April 1643, wurde in London-Tyburn gehenkt, der selige Priester und Märtyrer Henry Heath, 43 J., aus dem Orden der Minderbrüder, der in Cambridge studierte, 1622 in die katholische Kirche aufgenommen wurde und im selben Jahr nach Douai ging, um sich auf die Priesterweihe vorzubereiten, aber nur kurz im English College war, dann in derselben Stadt ins Kloster Saint Bonaventura eintrat und Franziskaner wurde. Im Frühjahr 1643 konnte er erreichen, dass er als home-missioner nach England gehen durfte, schiffte sich in Dünkirchen, Dunkerque, ein, wo ein Deutscher für ihn die Überfahrt bezahlte und ihm auch Geld zumWeiterkommen anbot, das er aber, im Geist des heiligen Franziskus, nicht annahm; er konnte in Dover an Land gehen unter der Tarnung als Matrose; dann ging er aber zufuß nachLondon und erbettelte unterwegs, was er zum Überleben brauchte. Am Abend seiner Ankunft in London saß er vor einer Haustür um sich etwas auszuruhen, da ergriff ihn der Hausherr und schleppte ihn zur Polizei, weil er meinte, in ihm einen Ladendieb wieder zu erkennen. Dort stellte sich heraus, dass er Papiere bei sich trug, die ihn als Priester auswiesen. Schon am nächsten Tag wurde er an zwei Stellen verhört, bekannte, dass er Priester war undwurde daraufhin zum Tode verurteilt, nach dem noch gültigen Gesetz Elizabeth I. 27, 2. Auf dem Hinrichtungskarren nach Tyburn bekehrte er einen Schwerverbrecher, der mit ihm zur Hinrichtung hinausgefahren wurde. Als Entgegenkommen wurde ihm gewährt, dass der Henker mit der Fortsetzung der Prozedur warten durfte, bis er am Galgen gestorben war.
Siehe auch 1. August, 14/19

15. † am Mittwoch in der Karwoche, dem 17. April 1680, entschlief in Saltu, Caughnawaga, am Saint Laurence River, Quebec in Canada, die selige Jungfrau Catherine Tekakwitha, Kateri Tegakouita, 24 J., die Tochter eines heidnischen Häuptlings der Mohawks und dessen Frau, einer christlichen Algonquin, die von Irokesen geraubt worden war. Geboren war sie in Osserneon, heute Auriesville im Staat New York. Durch eine Pocken-Epidemie wude sie früh Waise und behielt Gesichtsnarben. Um der üblichen frühen Verheiratung zu entgehen, nahm sie viele Unannehmlichkeiten auf sich; sie legte, noch nicht getauft,ich privates Jungfräulichkeitsgelübde ab. Als die Schwierigkeiten unüberbrückbar wurden, flüchtete sie über 200 km zufuß in ein Gebiet, in dem auch Jesuiten-Missionare und chrisltiche Indianer lebten. Sie erreichte mit viel Geduld und durch ihre strahlende Beliebtheit bei den meist noch heidnischen Menschen ihrer Umgebung, und bei den Jesuiten, dass sie Ostern am 18. April 1677, mit anderen Katechumenen die Taufe empfangen durfte. Sie pflegte eine besondere Andacht zur Muttergottes und vor alem zum Allerheiligsten Atarssakrament. Sie litt viel unter Kranheiten. Schließlich ist sie am Mittwoch in der Karwoche heiligmäßig entschlafen. Sie wird sehr verehrt im Umkreis ihres Lebens und ihr Leichnam ist eine vielbesuchte Wallfahrtstätte geworden. Papst Johannes-Paul II. hat sie, als erste Indianerin, am 22. Juni 1980 in Rom seliggesprochen.


aus dem MARTYROLOGIUM ROMANUM 2004 übersetzt und in vielen Teilen ergänzt
von † Klaus Martin Reichenbach, Priester der Erzdiözese Köln




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Autor: Klaus Martin Reichenbach - zuletzt aktualisiert am 04.08.2016
korrekt zitieren:
Klaus Martin Reichenbach: Artikel
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