Ökumenisches Heiligenlexikon

Einführung Verzeichnis der Übersichten

5. Oktober

1. † in Trier: Gedenktag der in der diokletianischen Verfolgung in Trier für Christus ermordeten siegreichen Märtyrer, die unter Maximianus Herculeus und dem Gouverneur Rictiovarus für Christus gestorben sind. Namentlich sind überliefert Thyrsus von der Thebäischen Legion, Palmatius mit vielen Gefährten und einige andere, vor allem aber zahllose namenlose christliche Bürger der Stadt.

2. † an einem 5. Oktober um 300 wurde in Corycios in Cilicien, heute Ruinenstätte nahe Kizkalesi in der Türkei, die heilige Märtyrin Charitina grausam gefoltert und umgebracht; sie war Sklavin bei einem Herrn Claudius, der sie als Christin anzeigte beim Gouverneur Dometius, der ihr die Kopfhaut abziehen, die Zähne ausschlagen und sie schließlich ermorden ließ.

3. † an einem 5. Oktober um 343, starb in Persien die heilige Jungfrau und Märtyrin Mamlacha. Mamelcha, die aus der Provinz Beth-Germa nach Persien kam und dort, unter dem König Sapor II., den Märtyrertod gestorben ist. Nach der Überlieferung war sie als Priesterin im Artemis-Tempel, oder im Tempel des Sonnengottes, beim Volk sehr bekannt und wurde deshalb, als sie Christin geworden und sich im weißen Gewand ihrer Taufe zeigte, vom zusammengelaufenen Volk gesteinigt.
Siehe auch 17. April, 3/9

4. † am Montag, dem 5. Oktober 520, entschlief in Valencienne, der heilige Bischof Apollinaris, Saint Apollinaire, Bischof und Patron der Stadt Valenciennes, ein Schüler des heiligen Bischofs Mamertus von Vienne (11. Mai um 475/4) und Bruder des heiligen Bischofs Avitus von Vienne (5. Februar 518/3).

5. † etwa Mitte des 6. Jahrhundert entschliefen im Mutterkloster der Benediktiner auf dem Monte Cassino die heiligen Mönche Maurus und Placidus, die zu den ersten Jüngern des heiligen Benedikt (21. März 547/5) im Santo Speco, der heiligen Grotte, in Subiaco gehörten und mit ihm Monte Cassino gründeten. Der heilige Gregor von Tours (17. November 594/7) berichtet über sie. Beide wurden später verwechselt, Placidus mit einem gleichnamigen Märtyrer aus dem Placiduskloster von Messina auf Sizilien; Maurus aber mit dem gleichnamigen Gründer der Abtei Glanfeuil im Jahr 543, dessen Reliquien nach dem Normannensturm mit dem Kloster zusammen verlegt wurden nach Saint-Maur-de-Fossés, der später so berühmten Mauriner-Abtei, in der die dortigen Benediktinermönche von 1621 bis zu ihrem Untergang im September 1792, kirchengeschichtliche Standardwerke veröffentlichten, vor allem die Äbte Mabillon und Montfaucon.

6. † am Sonntag, dem 5. Oktober 816, entschlief in Nevers, der heilige Bischof Hieronymus, Saint Jérôme, der die Kathedrale von Nevers und viele Kirchen und Klöster nach den Kriegswirren wieder aufbaute und 813 an der SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. von Tours teilnahm, die unter Karl dem Großen, die kirchliche Disziplin wiederherzustellen sich bemühte.

7. † an einem 5. Oktober um 857 entschlief bei Paderborn, der heilige Diakon Meinulph, Meinolf, der das Kloster Böddeken errichtete und mit Leben erfüllte, indem er dort heilige Jungfrauen wachsen ließ.

8. † am Samstag, dem 5. Oktober 905, entschlief in León in Spanien, der heilige Bischof Froilan, der, vom Eremiten zum Bischof geworden, den von den Mauren befreiten Spaniern das Evangelium verkündete, der berühmt war durch seinen Eifer das monastische Leben und die Wohltätigkeit zugunsten der Armen zu fördern.

9. † am Mittwoch, dem 5. Oktober 1009, entschlief in Zamora in Spanien der heilige Bischof Attilanus, der, wie der heilige Froilan, zuerst Eremit und dann Bischof wurde, und, wie dieser, die vorher von den Mauren verwüsteten Gegenden wieder dem Leib Christi einverleibt hat.

10. † am Sonntag, dem 5. Oktober 1320, entschlief in Florenz, der selige Pietro de Imola, der als Ritter des Johanniterordens von Jerusalem, sich mit frommer Liebe der Krankenpflege gewidmet hat.

11. † am Freitag, dem 5. Oktober 1347, entschlief in Beaulieu bei Cahors, die heilige Jungfrau Flora, die sehr jung in den Hospitalorden der Ritter vom heiligen Johannes von Jerusalem im Hôpital-Beaulieu, in Quercy, eintrat und dort Pilger und Kranke liebevoll pflegte und von Herzen und körperlich Anteil hatte am Leiden Christi.

12. † am Samstag, dem 5. Oktober 1392, entschlief in Cora im Latium, der heilige Sanctus, Priester aus dem Augustiner-Eremitenorden, dem viele gefolgt sind, denen er das Evangelium gepredigt hat.

13. † am Sonntag, dem 5. Oktober 1399, entschlief in Nürnberg, der selige Priester Raymund de Vineis, Raimund von Capua, Generalmagister des Predigerordens, der kluger Beichtvater und später Biograf der heiligen Katharina von Siena (29. April 1380 / 1) war; er entschlief auf einer Visitationsreise im Dominikanerkloster Nürnberg.

14. † am Freitag, dem 5. Oktober 1470, entschlief in Vigevano in der Lombardei, der heilige Matteo, Giovanii Francesco, Carreri, der 20-jährig in den Predigerorden in seiner Heimatstadt Mantua eintrat, der durch seine Predigten, besonders über das Leiden Christi, unzählige Sünder wieder auf den rechten Weg und auf den Pfad zur Heiligkeit brachte, unter ihnen die selige Stefana Quinzani (2. Januar 1530/13). Er ruht in Vigevano in der Kirche des heiligen Petrus des Märtyrers und ist dort auch Stadtpatron.

15. † am Mittwoch, dem 5. Oktober 1588, wurden an verschiedenen Orten in London, grausam hingerichtet, gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt, die seligen Märtyrer William Hartley, John Hewett und Robert Sutton, weil sie, unter der Königin Elizabeth I., standhaft am katholischen Glauben festhielten.
• der selige Priester und Märtyrer William Hartley, 31 J., wurde hingerichtet in Shoreditch.
• der selige Priester und Märtyrer John Hewett wurde in Mile End Green öffentlich hingerichtet.
• der selige Märtyrer Robert Sutton, 44 J., wurde in Stafford ums Erdenleben gebracht.
Siehe auch 4. Januar, 10/53 - 55

16. † am Montag, dem 5. Oktober 1925, entschlief in Mindelstetten, zwischen Regensburg und Ingolstadt, die selige Jungfrau Anna Schäffer, 43 J. Sie wäre gerne Missionsschwester geworden und bemühte sich als Dienstmädchen die für den Eintritt ins Kloster erforderliche Aussteuer zu verdienen. Beim Wäschewaschen fiel sie mit den Beinen in die kochendheiße Lauge, konnte keine Heilung finden und wurde allmählich immer hilfloser und kränker; dazu kam bitterste Armut. Ihr Pfarrer brachte ihr täglich die heilige Kommunion. Außer ihren großen Schmerzen trug sie auch zeitweise die Wundmale Christi an ihrem Leib. Sie opferte ihr Leiden auf und konnte vielen Menschen Trost und geistliche Hilfe spenden. Am Ende war sie ganz gelähmt, voller Krebs und so kopfverletzt, dass sie nur noch schweigend leiden konnte. An ihrem Namenstag, dem 26. Juli 1972, wurden ihre Gebeine vom Friedhof in die Pfarrkirche überführt und der Seligsprechungsprozess eröffnet. Am 7. März 1999 wurde sie von Papst Johannes-Paul II. seliggesprochen.

17. † am Dienstag, dem 5. Oktober 1926, entschlief in Pompeji bei Neapel, der selige Bartolomeo, Bartolo Longo, Fratel Rosario genannt, 85 J., der, vielseitig begabt, seine Jurisprudenzstudien an der Universität Neapel erfolgreich beendete. Als Schüler der Philosophie bei einem abgefallenen Priester wurde er Kirchenhasser, nahm an Satanskulten teil und wurde selber Satanspriester. 30-jährig fand er zurück zur Kirche unter der Leitung des Dominikanerpaters Radente und wurde Drittordensmitglied unter dem Namen Fratel Rosario. Um für seine Sünden zu sühnen hielt er viele Vorträge gegen den Okkultismus und gründete im nahen Pompeji ein Zentrum des Rosenkranzgebetes, das sich bald zur viel besuchten Pilgerstätte entwickelte. Er baute eine Kirche zur Ehren Unserer Lieben Frau vom heiligen Rosenkranz, die vom Papst Leo XIII. zur Basilika erhoben wurde. Zusammen mit der Witwe Mariana Gräfin De Fusco, die großen Grundbesitz um Pompeji besaß, errichtete er einen ganzen Stadtteil karitativer Einrichtungen und gründete die Rosenkranzschwestern von Pompeji, Suore Dominicane Figlie del Rosario, dazu zwei Schulen für Kinder, besonders aus kriminellen Familien, die Mädchenschule geleitet von seinen Schwestern, die Knabenschule geleitet von den Schulbrüdern de La Salle. Er heiratete Mariana, um Verleumdungen abzuwehren, erfüllte aber 1905 dem Befehl des Papstes, die Leitung seiner Stiftung abzugeben; er übergab sie dem Papst und übernahm eine kleinere Angestelltenarbeit in der Nähe. 1925 erhielt er das Ehrenkreuz der Ritter vom Heiligen Grab. Er starb an einer Lungenentzündung und wurde in der Krypta seiner Rosenkranzbasilika neben seiner Frau Mariana beigesetzt. 1980 hat Papst Johannes-Paul II. ihn seliggesprochen. Der Papst besuchte zum zweiten Mal diese Rosenkranzbasilika um dort im Herbst 2003 den Abschluss des von ihm verkündeten Rosenkranzjahres zu feiern.

18. † am Freitag, dem 5. Oktober 1928, wurde in Tepatitlán, Mexiko, an einem Baum erhängt, der heilige Priester und Märtyrer Tranquillinus Ubiarco, 29 J.
Siehe auch 21. Mai, 1/24

19. † am Mittwoch, dem 5. Oktober 1938, entschlief in Krakau, die heilige Jungfrau Maria Faustina, Helena Kowalska, Siostra Faustyna, 33 J., geboren in Glogowiec, die im Alter von 20 J. in Warschau bei den Barmherzigen Schwestern eintrat und diente in der Küche, im Garten und an der Klosterpforte, in Warschau, Wilna und Krakau. Sie war auch Mystikerin und Visionärin; ihre Tagebuchaufzeichnungen sind in vielen Sprachen veröffentlicht worden. Am 22. Februar 1931 erschien ihr Christus, bekleidet mit einem weiten weißen Gewand, die Rechte zur Absolution erhoben, die Linke auf dem Herzen; ein weißes und ein rotes Strahlenbündel gingen von ihm aus; dazu hörte sie Jesu Stimme Male ein diesem Vorbild ähnliches Bild und schreib darunter: Jesus, ich vertraue auf dich, Jezu ufam tobie. Ich wünsche, dass dieses Bild zunächst in eurer Kapelle, dann in der ganzen Welt verehrt wird. Papst Johannes-Paul II. hat sie am 18. April 1993 selig- und am 30. April 2000 heiliggesprochen. Das von ihr in der Krakauer Klosterkirche so hoch verehrte Herz-Jesu-Bild von der Barmherzigkeit des Herzens Jesu hat er der ganzen Kirche zur Verehrung empfohlen, als er an diesem 30. April 2000 den bisher Weißen Sonntag genannten Oktavtag von Ostern umbenannt hat in Sonntag der Barmherzigkeit. Sie liegt begraben in der neuen vom Papst am 17. August 2002 eingeweihten Basilika der Göttlichen Barmherzigkeit in Krakau-Lagiewniki, in die sie aus ihrer Klosterkapelle in deren Nähe überführt worden ist.

20. † am Donnerstag, dem 5. Oktober 1939, wurde in Plonkowo, Kujasko-Pomorski, erschossen, der selige Priester und Märtyrer Marianus Skrzypczak, Priester des Erzbistums Gniezno, Gnesen.
Siehe auch 28. Mai, 14/5.

21. † am Samstag, dem 5. Oktober 1946, entschlief in Rimini, der selige Alberto Marvelli, 28 J., geboren in Ferrara, nach dem Universitätsstudium Ingenieur. Er war oft im Oratorium der Salesianer und eifrig tätig in der Katholischen Aktion. 1941 war er kurz beim italienischen Militär. 1943, während der deutschen Besetzung Italiens, gehörte er den Widerstandsgruppen an; er befreite einige male aus versiegelten Eisenbahnzügen die in die Konzentrationslager unterwegs waren, die Gefangenen, nachdem der Zug zum Stillstehen gezwungen worden war, so dass diese entfliehen konnten, und half dann den Entflohenen weiter. 1945 wurde er vom Bischof zum Vorsitzenden des katholischen Akademikerverbandes Rimini ernannt. Er war Mitglied der Stadtverwaltung in Rimini und, obwohl parteilos, politische aktiv. Nach einer Wahlveranstaltung mit dem Fahrrad auf dem Heimweg, wurde er abends spät von einem Lastwagen angefahren und so schwer verletzt, dass er, ohne das Bewusstsein wieder zu erlangen, noch in derselben Nacht gestorben ist. Er wurde am 5. September 2004 seliggesprochen.

Trier: Gedenktag der Trierer Märtyrer: 1
Paderborn: Meinolf: 7
Straßburg: Leodegar von Autun: 2. Oktober/4


aus dem MARTYROLOGIUM ROMANUM 2004 übersetzt und in vielen Teilen ergänzt
von † Klaus Martin Reichenbach, Priester der Erzdiözese Köln




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Autor: Klaus Martin Reichenbach - zuletzt aktualisiert am 21.09.2015
korrekt zitieren:
Klaus Martin Reichenbach: Artikel
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