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Ökumenisches Heiligenlexikon

Einführung Verzeichnis der Übersichten

27. Juli

1. † Gedächtnis der heiligen Sieben Schläfer von Ephesus, die, so wird erzählt, nachdem sie das Martyrium vollendet hatten, in Frieden ruhen, den Tag der Auferstehung erwartend.
Eine alte Legende erzählt, dass sieben christliche römische Soldaten dem Kaiser Decius dienten und, weil sie den Götzen zu opfern sich weigerten, zusammen den Dienst verlassen haben, um durch die Flucht ihr christliches Leben zu retten. In der Gegend um Ephesus und Smyrna, Izmir, versteckten sie sich in einer Grotte und schliefen ein. Als sie erwachten, waren zweihundert Jahre vergangen. Sie predigten in Christus die Auferstehung der Toten, gingen wieder in ihre Grotte zurück und entschliefen dort, in der Erwartung am Jüngsten Tag vom Auferstandenen auferweckt zu werden. Die Moslems haben das Gedenken und Feiern übernommen. In der Bretagne, bei Lannion im Trégor, wird alljährlich am heutigen Gedenktag groß ein interreligiöses Fest gefeiert um die Fontaine des Sept Dormants, Springbrunnen der Sieben Schläfer.

2. † an einem 27. Juli, um 305, wurde in Nikomedien in Bithynien zum Blutzeugen, der heilige Märtyrer Pantaleon, Παντα λεων Ganz-ein-Löwe, später: Παντα ελημων Sich-Aller-Erbarmender, der verehrt wird als der Arzt im Orient, der seine Kunst ohne irgendeine Forderung ausübte.
Nach der Überlieferung war er Leibarzt des Kaisers Maximian Galerius. Als er sich zur Zeit der Verfolgung weigerte, sich anzupassen und das Christentum zu verleugnen, erlitt er mancherlei Folter. Als er an einen Olivenbaum gefesselt und seine Hände über seinem Kopf festgenagelt waren, betete er laut um Vergebung für seine Peiniger; da hörte er eine Stimme vom Himmel, dass sein Name nicht mehr Pantaleon sei, sondern Panta-elemon Allerbarmer. Seine Verehrung ist weitverbreitet und seine Märtyrergeschichten gibt es in griechisch, koptisch, armenisch, georgisch und arabisch. Er wird gefeiert als Μεγαλομαρτυς Großmärtyrer, wie Georg (23. April/1) und Theodor (Martyrologium Romanum 1956 und 2001: 9. November;), außerdem als Θαυματουργος Wundertäter, wie Nikolaus (6. Dezember 1) und dazu als ’Αναργυρος ohne-Geldforderung-helfender-Arzt, wie Kosmas und Damian (26. September/1). Mit letzteren gemeinsam ist er bereits 708 abgebildet in Santa Maria Antiqua in Rom. Von mehreren alten Kirchen in Rom, die nur noch aus Überlieferungen bekannt sind, ist heute nur noch die 1216 geweihte kleine Kirche an der Piazza San Pantaleo übrig; sie wird auch San Pantaleo al Pasquino genannt, wegen der Nähe des bekannten Volks-Orakels. - Kaiser Justinian (527-565) errichtete schon ein Martyrion über seinem Grab in Nikomedien und erneuerte ein Mönchskloster zu seiner Ehren in der judäischen Wüste am Jordan. Im Jahr 802 kamen unter Karl dem Großen, der Überlieferung nach aus Afrika, Reliquien des Heiligen nach Aachen, von dort kam am 17. Juli 807 seine Hauptreliquie nach Lyon. In Köln ist 866 die Pantaleonskirche bezeugt; dieses Patrozinium ist möglich, wenn dort bereits Reliquien waren. Diese Kirche, damals noch vor der Stadt, wurde 881 von den Normannen verwüstet. Der Titel blieb erhalten bei der Klostergründung des Erzbischofs Bruno. (12. Oktober 965/10) Erzbischof Gero brachte 971 von einer Reise nach Konstantinopel aus Nikomedien neue Pantaleon-Reliquien mit, verschenkte aber eine Armreliquie, die dann ins Kloster St. Vannes nach Verdun kam. Um 1100 erbaten die Mönche von Sankt Pantaleon in Köln aus Verdun Reliquien und erhielten diese auch.
In der Volksfrömmigkeit wird der heilige Pantaleon als einer der seit dem Mittelalter verehrten Vierzehn Nothelfer angerufen. Bei gleichbleibender Anzahl der 14 Heiligen werden mehrere Namen ausgetauscht.

• 1. der heilige Märtyrer Achatios oder Akakios, (im Martyrologium Romanum 1956 und 2001 wurde er noch unter dem 22 Juni genannt), ein primicerius, Soldatenanführer, der um das Jahr 120 auf dem Berg Ararat in Armenien mit 10.000 Soldaten unter Kaiser Hadrian mit ihm gekreuzigt wurden und so den Martertod erlitten haben sollen Er wird angerufen gegen Todesfurcht und Verfolgungsangst.
• 2. der heilige Abt Aegidius (1. September, um 600/9), der einzige Nicht-Märtyrer unter den Vierzehn, er wird angerufen gegen Epilepsie und Unfruchtbarkeit bei Mensch und Vieh.
• 3. die heilige Jungfrau und Märtyrin Barbara (4. Dezember/2) wird angerufen gegen jähen Tod, Pest und Gewitter.
• 4. der heilige Bischof Blasius (3. Februar, um 320/1) wird angerufen vor allem gegen Halsleiden.
• 5. der heilige Märtyrer Christophorus (25. Juli/2) wird angerufen gegen jähen Tod und jede Art von Unfällen.
• 6. der heilige Märtyrer Cyriacus (8. August, um 300/3) wird angerufen gegen Besessenheit und bei Versuchungen.
• 7. der heilige Bischof und Märtyrer Dionysius (9. Oktober, 3. Jahrhundert/1), wird angerufen gegen jähen Tod und gegen Raubüberfälle.
• 8. der heilige Bischof und Märtyrer Erasmus (2. Juni 303/3) wird angerufen gegen Koliken.
• 9. der heilige Soldat Eustachius (20. September/3) wird angerufen gegen Jagdunfälle.
• 10. der heilige Soldat und Märtyrer Georg (23. April, 4. Jahrhundert/1) wird angerufen gegen Pest, Lepra und Schlangenbiss.
• 11. die heilige Jungfrau und Märtyrin Katharina von Alexandrien (25. November/1) wird angerufen in vielerlei Krankheiten und als Fürsprecherin um die Beharrlichkeit im Glauben bis in den Tod.
• 12. die heilige Jungfrau und Märtyrin Margareta (20. Juli/4) wird angerufen gegen Angriffe des Teufels und bei Geburtsnöten.
• 13. der heilige Arzt und Märtyrer Pantaleon (27. Juli, um 305/2) wird angerufen gegen jedwede Schmerzen.
• 14. der heilige Märtyrer Vitus (15. Juni/3) wird angerufen gegen Epilepsie, Veitstanz.

Anstelle des einen oder anderen der obigen klassischen Nothelfer wird, örtlich verschieden, verehrt:
• der heilige Eremit Antonios der Große (17. Januar 356/1)
• der heilige Einsiedler Leonhard (6. November, 6. Jahrhundert/5)
• der heilige Einsiedler Magnus (6. September, 8. Jahrhundert/7)
• der heilige Märtyrer Oswald (5. August 642/9)
• der heilige Pilger Rochus (16. August, um 1379/8)
• der heilige Bischof Wolfgang (31. Oktober 994/5)
Die Verehrung der Vierzehn, zweimal die heilige Siebenzahl der Vollkommenheit und Vollständigkeit, setzte schlagartig ein in der Mitte des 15. Jahrhundert und verbreitete sich sofort, besonders im süd-ost-deutschen Raum. Zentrum der Wallfahrt zu allen 14 Nothelfern wurde 1445 die Kirche Vierzehnheiligen, durch die dort überlieferte Erscheinung des Jesuskindes mit allen vierzehn Nothelfern auf einmal, an einer alten Kultstätte aus dem Jahr 830. Bereits 1448 wurde dort die erste Kapelle errichtet, 1466 die Bruderschaft gegründet, 1543 die Wallfahrtkirche vergrößert und 1743 bis 1772 als prachtvolle Barockkirche erneuert, so wie sie bis heute dort steht. An vielen Orten wurden Kapellen und Bruderschaften zu den 14 Nothelfern gegründet.

3. † an einem 27. Juli, im 5. Jahrhundert, entschlief in Lons-le-Saunier im Juragebirge in Frankreich, der heilige Desideratus, von dem man glaubt, er sei Bischof von Besançon gewesen.

4. † am Mittwoch, dem 27. Juli 432, wurde in Rom auf dem Coemeterium der Priscilla an der Via Salaria, beigesetzt, der heilige Papst Coelestin I., der eifrig darauf bedacht den Glauben der Kirche zu schützen und ihre Grenzen zu erweitern, als erster das Bischofsamt für Britannien und Irland eingeführt hat und, durch seine Zustimmung, Maria auf dem Konzil von Ephesus, gegen Nestorius, als Gottesgebärerin gegrüßt hat.
Seine Grabschrift:

Praesul apostolicae sedis uenerabilis omni
quem rexit populo decimum dum conderet annum
Caelestinus agens uitam migrauit in illam
debita quae sanctis aeternos reddit honores
corporis hic tumulus: requiescunt ossa cinisque
nec perit hinc aliquid domino, caro cuncta resurgit
terrenum nunc terra tegit, mens nescia mortis
uiuit et aspectu fruitur bene conscia Christi.
Als Coelestin, der dem ganzen regierten Volk ehrwürdige Fürst auf dem apostolischen Stuhl, in seinem zehnten Jahr regierte, ging er hinüber in das Leben, das den Heiligen geschuldet die ewigen Belohnungen bringt. Hier ist des Leibes Grab: es ruhen Gebein und Asche und nichts geht dem Herrn hier verloren: alles Fleisch erwartet die Auferstehung. Nun deckt die Erde das Irdische, der Geist, der den Tod nicht kennt, lebt und nimmt klarbewusst teil an der Anschauung Christi.

Siehe auch 29. Juni, 1/41

5. † am Montag, dem 27. Juli 459, entschlief nahe Antiochien in Syrien, heute Latakia in der Türkei, der heilige Mönch Simeon oder Symeon, 69 J., der viele Jahre lang auf einer Säule stehend verbracht hat, daher den Beinamen Στυλιτης Stylites der Säulensteher, der Ältere, zum Unterschied seines Namensvetters Simeon des Jüngeren (24. Mai 592/8) erhalten hat, Seub Leben und Umgang bewundernswürdig gewesen ist.
Symeon von Antiochien, der Säulensteher, der Ältere. Geboren um 390 in Sis in Cilicien, nahe Nikopolis in Syrien (heute Ajazzo in der Türkei). Sein Vater war Hirt und so wurde auch er als Kind Hirt. 13-jährig trat er in ein nahes Kloster ein,das ihm aber nicht streng genug war. Er wechselte unter die Leitung des Abba Heiliodoros ins nahe Kloster Eusebona, bei Antiochien. Ab 412 lebte er als Einsiedler am Fuß des Berges Teleanissa, Dar Sema’an bei Antiochien. Nach drei Jahren zog er auf den Berg hinauf. Wegen der Störungen durch Pilger und Ratsuchende setzte er sich 422 auf eine gemauerte Säule, die zuerst 3 m hoch, immer höher gemauert wurde, bis sie schließlich 20 m hoch war und oben ein kleines Geländer hatte. Eine Leiter war für Ratsuchende angelegt. Viele Beduinen-Stammesoberhäupter kamen zu ihm und bekehrten sich. Bischof Theodoret von Kyros in Syrien, einer der gelehrtesten Theologen seiner Zeit, berichtet: Ich war Zeuge, wie sie ihrer ererbten Gottlosigkeit abschworen und die Lehre des Evangeliums annahmen. Bei aller Strenge gegen sich warer ein äußerst gütiger Ratgeber. Er predigte täglich zweimal. Er empfing viele Briefe von Ratsuchenden und diktierte ihnen eine Antwort. So bekämpfte er stark Neigungen zum Monophysitismus und vertrat den Inhalt der Konzilsbeschlüsse von Chalcedon 451, vor und nach der Dogmatisierung: In Jesus Christus sind zwei Naturen, die göttliche und die menschliche Natur, unvermischt und ungetrennt, in Einer Person. Er war Ratgeber für Kaiser Theodosius II. (401 - 408 - 450) und dessen Gattin Kaiserin Eudokia († 460) in Jerusalem, wo sie die Reliquien des heiligen Erzmärtyrers Stephanus (26. Dezember/1) und die Ketten des heiligen Petrus (29. Juni/1) aufgefunden hatte), sowie des Kaisers Markian (450 - 457), der ihn persönlich einfach verkleidet aufgesucht hat und dem er zur Einberufung des Konzils von 451 geraten hat, danach auch Kaiser Leon I. (457 - 474).

6. † an einem 27. Juli, um 510, entschlief im Kloster Loches-sur-Indres, auf dem Land bei Tours in Frankreich, der heilige Abt Ursus, Saint Ours, Bär, Vater vieler Zönobiten, von bewunderter Abstinenz und berühmt durch andere Tugenden. Mit ihm gemeinsam wird auch des heiligen Leobatius (16. Januar, um 500/7) gedacht, der sein Gefährte und Abt von Sennevières gewesen ist, das Urs in der Nähe von Loches neu gegründet hatte.

7. † an einem 27. Juli, um 532, entschlief in Ravenna in der Romagna, der heilige Bischof Ecclesius, der sein Schicksal mit Papst Johannes I. (18. Mai 526/1) geteilt hat und mit ihm die Grausamkeiten des Königs Theoderich, Dietrich, ertragen hat, aber diese als einziger auch überlebt und dann seine Kirche zu neuer Blütenzier emporgeführt hat.

8. † an einem 27. Juli, um 506, entschlief im alten Béarn, heute Lescar, an den Pyrenäen in der Gascogne, der heilige Galactorius, der als erster Bischof von Lescar und als Märtyrer verehrt wird.

9. † an einem 27. Juli, Ende 8. Jahrhundert, entschlief in ihrem Kloster Mantinea in Klein-Asien, die heilige Jungfrau und Äbtissin Anthysa, Anthousia, eine Nonne, die in ihrem Kloster 900 Schwestern leitete. Unter Kaiser Konstantin V. Kopronymos (741 - 775) wurde sie, wegen ihrer Verehrung der heiligen Ikonen, mit Geißeln ausgepeitscht, danach in die Verbannung geschickt; freigelassen ist sie schließlich in ihr Heimatkloster zurückgekehrt und in sehr hohem Alter in Frieden entschlafen.

10. † am Mittwoch, dem 27. Juli 852, wurden in Córdoba in Andalusien zu Blutzeugen,
• der heilige Diakon und Märtyrer Georgios, ein in Bethlehem geborener Mönch aus dem Kloster Mar Saba im Kidrontal,
• der heilige Ehemann und Märtyrer Aurelius, und
• seine heilige Ehefrau und Märtyrin Sabigothone, auch Nathania genannt, dazu
• der heilige Ehemann und Märtyrer Felix und
• seine heilige Ehefrau und Märtyrin Liliosa,
die in der Verfolgung durch die Mauren, ergriffen von der Sehnsucht, für den Glauben Christi Zeugnis abzulegen, im Kerker unaufhörlich das Lob Christi gesungen haben und schließlich enthauptet worden sind.
Siehe auch 3. Juni, 9/17 - 21

11. † am Samstag, dem 27. Juli 916, entschlief in Achrida, Ochrid, im Alt-Illyrischen, heute in Bulgarien, der heilige Clemens, Kliment von Ochrid, etwa 80 J., der erste Bischof Bulgariens, Bischof von Vaili, Drembitza-Welitza, ein Schüler des heiligen Methodios (6. April 885/6), mit dem er ins Kloster eintrat und den er auf Missionsreisen begleitete, etwa 860 auf die Chasarenmission von Cyrill und Method auf die Krim, bei der sie die Reliquien des heiligen Papstes Clemens I. (23. November/1) entdeckten und diese nach Rom brachten; dann 862 auf der mährisch-pannonischen Mission, zusammen mit Angelarij und Naum; wahrscheinlich begleitet er die Slawenapostel 868 nach Rom und nahm, anlässlich seiner Priesterweihe dort, den Namen des Papstes Klemens an. In der auf den Tod Methods folgenden harten Auseinandersetzung zwischen den slawischen Missionaren und den vom Papst geförderten deutschen, schloss er sich den Slawen an und es kam zu Glaubenspaltung, da Papst Stephan VI. die slawische Sprache in der Liturgie verbot und auf Einfügung des Filioque in das Credo bestand, was Kliment und seine Partei ablehnten. Er war hochgebildet und konnte perfekt griechisch, lateinisch und slawisch, vor allem aber Theologe der, ausgezeichnet durch seine Gelehrtheit und seine Kenntnis der Heiligen Schriften, das Licht des Glaubens zu den Bulgaren gebracht hat. Auf der Flucht vor den deutschen Konkurrenten, die vor Morden nicht zurückschreckten, Klemens nach Folterungen freigelassen, aber einige seiner Begleiter als Sklaven nach Venedig verkauft hatten, erreichte er mit dem Rest seiner Gefährten die bulgarische Grenzfestung Belgrad. Vom Bulgarenherrscher Boris, Michael I., ehrenvoll empfangen und gefördert, blieb er etwa ein Jahr in der Hauptstadt Pliska. Kliment wurde vom Fürsten in den Westen seines Reiches gesandt, in das Komitat Kutmitschewitza, heute etwa Mazedonien, gesandt und mit drei Gebäuden im Zentrum Dewol, dazu Grundstücken zur Errichtung von Klöstern in Ochrid und Kefalonia beschenkt und vor allem mit der Ausbildung des slawischen Klerus und der Leitung von Klöstern beauftragt, wozu in glagolitischer Schrift die Herstelung der für die Liturgie erorderlichen Bücher gehörte. Er gründete bei Ochrid das Pantaleimon-Kloster, das Zentrum des kirchlichen Lebens wurde. So konnte er in siebenjähriger Arbeit, auf die von Cyrill und Method gelegten Grundlagen aufbauen. 893 wurde Symeon vom Vater auf den Thron erhoben und Preslaw zu neuen christlichen Metropole ausgebaut. Kliment wurde zum Bischof von Dremwitza-Velitza ernannt und Naum übernahm als sein Nachfolger Dewol. Im Alter zog er sich in sein Pantaleimon-Kloster in Ochrid zurück und ist dort auch schließlich begraben worden. Er trägt den Ehrentitel apostelgleicher. Mit Kliment gemeinsam wird gedacht der heiligen Bischöfe Gorazd, Nahum, Sabas und Angelarios, die in Bulgarien das Werk der heiligen Cyrillos und Methodios (14. Februar/1) weitergeführt haben. In Bulgarien wird am heutigen 27. Juli der heiligen sieben Slawenerleuchter, οι αγιοι υπτοριθμοι, Heptarithmen, gedacht: Kyrill, Method, Kliment, Gorazd, Naum, Savva und Angelarij. Gorazd war in Mähren als Bischof der Nachfolger Methods, wurde aber 907 von dort vertrieben. Angelarij ist mit Kliment in Belgrad angekommen, aber bald darauf gestorben; Naum blieb bei Kliment als enger Mitarbeiter und entschlief 910, was Kliment veranlasste, den Zar Symeon um Entpflichtung zu bitten, was aber damals noch nicht gewährt wurde. Die Reliquien von Gorazd und Angelij ruhen bei Berat in Albanien, die des Naum in dem nach ihm benannten Kloster am Ochrid-See.

12. † am Montag, dem 27. Juli 1142, entschlief in der Abtei Garsten in der Steiermark, der selige Berthold von Rachez, dort der erste Abt, bei dem für ratsuchende Büßer und um Almosen Bettelnde der Zugang leicht gewesen ist.

13. † am Donnerstag, dem 27. Juli 1200, entschlief in Piacenza in der Emilia, der selige Familienvater Raymund Palmerio, der, vereinsamt durch den Tod der Frau und der Söhne, ein Hospiz gegründet hat, um Arme aufzunehmen.

14. † am Samstag, dem 27. Juli 1280, entschlief in Faénza, ebenfalls in der Emilia, der selige Nevolonus, ausgezeichnet durch seine heiligen Pilgerreisen, seine Lebensstrenge und seine Beobachtung der eremitischen Lebensweise.

15. † an einem 27. Juli, um 1350, entschlief in Amelia, bei Terni in Umbrien, die selige Jungfrau Lucia Bufalari, die Schwester des seligen Giovanni de Reate (9. August, um 1350), Priorin der Augustiner-Oblatinnen, berühmt durch ihr Fasten und ihren Seeleneifer.

16. † am Mittwoch, dem 27. Juli 1588, wurde in Stafford in England, auf die übliche grausame Weise umgebracht, der selige Priester und Märtyrer Robert Sutton, 43 J., der wegen seines Priestertums, unter Königin Elizabeth I., gehenkt worden ist.
Siehe auch 12. Februar, 8/23

17. † am Dienstag, dem 27. Juli 1593, wurde in Beaumarish auf der Wales vorgelagerten Insel Anglesey, zugrunde gerichtet, der selige Priester und Märtyrer William Davies, der, in derselben Verfolgung, nur wegen seines Priesterseins, noch für die ihn Umstehenden betend, die gleiche Hinrichtungsart erlitten hat.
Siehe auch 12. Februar, 8/49

18. † am Samstag, dem 27. Juli 1737, entschlief in Brescia in der Lombardei, die selige Äbtissin Maria Maddalena Martinengo di Barco aus dem Orden der Kapuziner-Klarissen, ausgezeichnet durch ihre Verzichtleistungen.

19. † am Montag, dem 27. Juli 1936, wurde in der Stadt Olleria, im Gebiet von Valencia, zugrundegerichtet, der selige Priester und Märtyrer Joaquin Vilanova Camallonga, 48 J., der, in der Verfolgungszeit um des Glaubens willen, die himmlische Herrlichkeit erlangt hat.
Siehe auch 29. Dezember, 11/4

20. † am selben Montag, dem 27. Juli 1936, wurde im Dorf Llisà bei Barcelona, umgebracht, der selige Priester und Märtyrer Modesto Vegas Vegas, 24 J., aus dem Orden der Minderbrüder-Konventualen, der während dieselbe Verfolgung gegen den Glauben wütete, sein Blut für Christus vergossen hat.
Siehe auch 29. Dezember, 11/5

21. † am selben Tag, dem 27. Juli 1936, wurden in Barcelona, zugrundegerichtet,
• der selige Bruder und Märtyrer Felipe Hernandez Martinez, 23 J.
• der selige Bruder und Märtyrer Zacarias Abadía Buesa, 23 J., und
• der selige Bruder und Märtyrer Jaime Ortiz Alzueta, 23 J., aus der Gesellschaft der Salesianer Don Boscos,
die, in derselben Verfolgung, den Martertod erlitten haben.
Siehe auch 29. Dezember, 11/6 - 8

22. † am Dienstag, dem 27. Juli 1943, wurde im Vernichtungslager Auschwitz, Oswiecim, bei Krakau in Polen, zugrundegerichtet, die selige Jungfrau und Märtyrin Maria Klemensa vom Gekreuzigten Jesus Staszewska aus dem Orden der heiligen Ursula, eine Ursuline, die, während der Krieg wütete, um des Glaubens willen, weil sie jüdische Mädchen in ihrem Kloster versteckt hatte, in harte Haft ins Vernichtungslager geraten, durch Marterqualen gebrochen, zugrundegegangen ist.
Siehe auch 28. Mai, 14/96

Trier: der heilige Magnerich: 25. Juli/6
Metz: Alle heiligen Klosterfrauen von Metz, besonders die heiligen Äbtissinen Glodesind, diese auch Klostergründerin: 25. Juli/8; und Waldrada (um 563).
Linz, Salzburg und St. Pölten: der selige Bertold: 13


aus dem MARTYROLOGIUM ROMANUM 2004 übersetzt und in vielen Teilen ergänzt
von † Klaus Martin Reichenbach, Priester der Erzdiözese Köln




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Autor: Klaus Martin Reichenbach - zuletzt aktualisiert am 05.07.2015
korrekt zitieren:
Klaus Martin Reichenbach: Artikel
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