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Ökumenisches Heiligenlexikon

Einführung Verzeichnis der Übersichten

4. Dezember

1. † am 4. Dezember, kurz vor 754, entschlief im Wüstenkloster Mar Saba im Kidrontal, im Alter von 104 Jahren, der heilige Priester und Kirchenlehrer Johannes Damascenus, Johannes Mansur von Damaskus. Er wurde um 650 in Damaskus geboren, als Sohn des Sargun ibn Mansúr, Finanzministers, des Kalifen. Als Jugendlicher zog er sich in die Einsamkeit der judäischen Wüste zurück, in das schon alte Kloster des heiligen Sabas (5. Dezember 532/2), Mar Saba im Kidrontal. Der Patriarch von Jerusalem, Johannes V. weihte ihn zum Priester und bediente sich seiner als Ratgeber in theologischen Fragen. Seine winzige Zelle im Fels wird noch heute in Mar Saba gezeigt. Dort verfasste er große und kleine theologische Schriften, zu Themen, die meist veranlasst waren durch Anfragen von Bischöfen. Seine Πηγη Γνωσεως Quelle der Erkenntnis führt ein in die Kunst des Denkens, seine Doctrina Patrum widerlegt in einem Kapitel Nr. 34, über 100 Irrlehren einzeln, übrigens unter Nr. 100 den Islam; in seiner Εκδοσις της ορθοδοξου Πιστεως, legt er das Glaubensbekenntnis aus; auch viele Predigten von ihm sind erhalten; er verfasste die Texte zur Osterliturgie und bearbeitete die meisten Hymnen des liturgischen Buches Οκτω εχοι Okto-echoi, Acht-Tonarten, die an acht aufeinander folgenden Sonntagen je nach einem der acht Kirchentonarten gesungen werden. Er starb in Mar Saba; bis Ende 12. Jahrhundert zeigte man dort sein Grab; danach wurde es wahrscheinlich nach Konstantinopel übertragen. Er wird in der griechischen Kirche schon sehr lange als Kirchenvater verehrt, in Rom wurde er am 18. September 1890 zum Kirchenlehrer ernannt.

2. † an einem 4. Dezember um 306, wurde in Nikomedien die heilige Jungfrau Barbara zur Märtyrin. Seit dem 5. Jahrhundert wird sie im Volk der Ostkirche und der Westkirche hoch verehrt und gehört zu den 14 Nothelfern. Nach der Überlieferung wurde sie vom heidnischen Vater in einen Turm eingesperrt um die junge Christin zum Heidentum zurückzukehren zu bewegen, und schließlich vom Vater umgebracht; nach anderer Darstellung den wilden Tieren vorgeworfen, von den christlichen Zuschauern zwar als Christin erkannt und ihre Reliquien ehrfürchtig begraben, aber als Ortsfremde ohne bekanntem Namen, die Barbarin genannt.

3. † an einem 4. Dezember, um 248, entschlief in Alexandria, der heilige Bischof Heracles, der des Origenes Schüler, Kollege und Nachfolger als Leiter der alexandrinischen Schule geworden ist und mit großer Zustimmung zum Bischof gewählt worden ist.

4. † an einem 4. Dezember um 330, entschlief in Sewastopol am Schwarzen Meer, der heilige Bischof Meletios, Bischof von Attika, der berühmt war wegen seiner Erkenntnisse, aber noch weit berühmter durch sein tugendreiches Gemüt und seine geradlinige und bescheidene Lebensführung.

5. † an einem 4. Dezember um 431, entschlief in Bologna, der heilige Bischof Felix, der unter de heiligen Ambrosius (4. April 397/3) als Diakon gedient hatte.

6. † an einem 4. Dezember im 7. Jahrhundert, entschlief bei Vienne, der heilige Priester Aper, Aprus, der sein Vaterland verließ und sich eine winzig Einsiedelei baute und dort ein Büßerleben führte.

7. † an einem 4. April. um 655, entschlief in im Aquitaine der heilige Eremit Longoretun, Sigiramnus, Saint Cyran, der vom Erzdiakon von Tours, dann zum Eremiten, schließlich zum Klostergründer geworden ist.

8. † an einem 4. Dezember nach 692, entschlief in Le Mans, die heilige Äbtissin Adrehildis, Ada, Leiterin des dortigen Konvents Saint Marie.

9. † am Donnerstag, dem 4. Dezember 794, entschlief in Ellwangen, der heilige Priester und Eremit Sola, sein Grab wird verehrt in dem nach ihm benannten Solnhofen im Altmühltal.

10. † an einem 4. Dezember im 9. Jahrhundert, entschlief in Polybotum in Phrygien, der heilige Bischof Johannes Thaumatourgos, θαυματουργος - Wunderwirker, der gegen den Kaiser Leo den Armenier und seine Bilderfeindlichkeit gekämpft hat, indem er die Verehrung der heiligen Ikonen stark gefördert hat.

11. † am Freitag, der 4. Dezember 1075, entschlief in der Abtei Siegburg, der heilige Bischof Anno II., 65 J., gebürtig aus Schwaben, aufgewachsen in Bamberg, 1054 Propst in Goslar, 1056 gegen den Willen der Kölner investiert als Erzbischof von Köln, gegen dessen willkürliche Herrschaft die Kölner 1074 den Aufstand riskierten. Er hat zahlreiche Klöster gegründet, in Köln unmittelbar vor das Südtor der Stadt auf die Straß nach Bonn das Sankt Georgskloster, als Anbau an den Dom das Kloster Sancta Maria ad gradus, zu den Stufen, sein Lieblingskloster Siegburg auf dem Michaelsberg. Dort liegt er auch begraben. Wenige Jahre nach seinem Tod wurde, wohl in Siegburg, in mittelfränkischer Mundart das Annolied verfasst, in dem sein Leben in die Weltgeschichte, als Heilsgeschichte gesehen, als Heldenepos dargestellt wurde.

12. † am Sonntag, dem 4. Dezember 1099, entschlief in Salisbury, der heilige Bischof Osmund, der mit dem König Wilhelm dem Eroberer, William, aus der Normandy herübergekommen war und bald zum Bischof von Salisbury geworden war, auch leuchtendes Vorbild war beim Aufbau der Kathedrale und der Kirche aus lebendigen Steinen.

13. † am Montag, dem 4. Dezember 1133, entschlief in Parma, der heilige Bischof Bernardo, der aus Florenz stammte, der Mönch und Generaloberer der Vallumbroser-Benediktiner war, zur Vollkommenheit in der Lebensführung und 1097 Kardinal zum Wohl der Kirche (weil die Stadt gegen den Papst war), und als Bischof für die Heilssorge da war, wofür er zweimal in die Verbannung gegangen und beide male aus ihr zurückgekommen ist.

14. † am Sonntag, dem 4. Dezember 1289, entschlief in Siena, der selige Ordensbruder Pietro Pectinarius, Mitglied des Dritten Ordens des heiligen Franziskus, der eine Vorliebe für Elende und Arme, ausgezeichnet durch Demut und Stillschweigen.

15. † am Montag, dem 4. Dezember 1622 wurden in Edo, Tokyo, lebendig langsam verbrannt
• der selige Priester und Märtyrer Francisco Galvez, 55 J., ein Spanier aus dem Orden der Minderbrüder,
• der selige Priester und Märtyrer Jerolamo degli Angeli, 55 J., ein Sizilianer aus dem Jesuitenorden, und
• der selige Bruder und Märtyrer Simon Yempo, 42 J., aus der Gesellschaft Jesu, die von Glaubenshassern den Flammen zum langsamen Verbranntwerden übergeben worden sind.
Siehe auch 10. September 11/119 - 121

16. † am Dienstag, dem 4. Dezember 1865, entschlief in Köln, der selige Priester Adolph Kolping, fast 52 J., der Gesellenvater, Bahnbrecher des katholischen sozialen Vereinswesens. Er wurde in Kerpen bei Köln einer kinderreichen Schäfer- und Taglöhnerfamilie geboren und erlernte das Schusterhandwerk. Auf Wanderschaft lernte er die leiblichen und seelischen Nöte der Handwerksgesellen kennen, bereitete er sich auf die Priesterweihe vor und empfing diese 32-jährig im Kölner Dom. An seiner ersten KaplansEin Kaplan (von lateinisch capellanus, „der einer Hofkapelle zugeordnete Kleriker”) ist im deutschen Sprachraum ein römisch-katholischer Priester in den ersten Jahren nach seiner Weihe, der in der Regel noch einem erfahrenen Pfarrer unterstellt ist. In manchen Bistümern wird er Vikar genannt - dies ist die Bezeichnung des kanonischen Kirchenrechts von 1983 - in anderen Kooperator.stelle an Sankt Laurentius in (Wuppertal-) Elberfeld lernte er den dort im folgenden Jahr, 1846, von dem Lehrer Johann Georg Breuer gegründeten katholischen Jünglingsverein kennen und wurde dessen zweiter Präses. Als Domvikar gründete er in Köln am 6. Mai 1849 einen solchen katholischen Gesellenverein, für den ein so großer Bedarf war, dass er sich von Ort zu Ort als Kolpingsfamilie unter den Handwerksgesellen in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz, ja bald über ganz Europa und sogar in Amerika verbreitete. 1853 hatte er ein eigenes Haus, nahe der Minoritenkirche, das erste Kolpinghaus. Er hat von Anfang an für die päpstliche Erlaubnis, die sich dann als eine wichtige Förderung herausstellte, gesorgt. 1862 wurde er Päpstlicher Geheimkämmerer und Rektor der Minoritenkirche in Köln. Seine Ideen hat er veröffentlicht in Der Gesellenverein (1849). Er hat nicht systematisch geordnet, aber je nach dem großen Bedarf, enorm viel veröffentlicht, vor allem in den Rheinischen Volksblättern (1854 - 1865) und in den Mitteilungen für die Präsides des Gesellenvereins (1863 - 1865). Das nach ihm benannte Internationale Kolpingswerk hat seine Zentrale in Köln, nahe dem erweiterten ersten Kolpinghaus von 1853 an der Minoritenkirche. Er liegt in ihr begraben. 1960 wurde sein Grab geöffnet und seine Gebeine umgebettet. Sein schon 1926 begonnener Prozess erreichte sein vorläufiges Ziel in seiner Seligsprechung durch Papst Johannes-Paul II. in Rom am 27. Oktober 1991.

17. † am Samstag, dem 4. Dezember 1954, entschlief in seiner Geburtsstadt Verona, der heilige Priester Giovanni (Johannes) Calabria, 81 J., geboren als siebtes Kind einer armen Familie, der sein 4. Jahr Grundschule abbrechen und sich schon als Junge als Hausknecht verdingen musste; der Rektor an San Lorenzo entdeckte seine Frömmigkeit und seine Begabungen, daher bereitete er ihn in seiner Freizeit privat auf die Aufnahmeprüfungen des Gymnasiums vor; da er diese bestand, konnte er als Externer den Kursen folgen und den Abschluss bestehen, wurde gleich danach ins Priesterseminar aufgenommen. Zwischendurch musste er seinen Militärdienst absolvieren. Danach, in einer kalten Nacht 1897, fand er bei seiner Rückkehr von einem Krankenhausbesuch, vor seiner Tür einen kleinen Jungen, der den Zigeunern entflohen war; er nahm ihn auf und sorgte für ihn; das war der Anfang seiner Lebensarbeit für Waisenkinder und Verlassene. Am 11. August 1901 empfing er die Priesterweihe und wurde KaplanEin Kaplan (von lateinisch capellanus, „der einer Hofkapelle zugeordnete Kleriker”) ist im deutschen Sprachraum ein römisch-katholischer Priester in den ersten Jahren nach seiner Weihe, der in der Regel noch einem erfahrenen Pfarrer unterstellt ist. In manchen Bistümern wird er Vikar genannt - dies ist die Bezeichnung des kanonischen Kirchenrechts von 1983 - in anderen Kooperator. an San Stefano und Beichtvater im Priesterseminar. 1907 wurde er Rektor an San Benedetto al Monte und übernahm zugleich die Militärseelsorge. Am 26. November 1907 eröffnete er im Vicole Case Rotte das Haus Casa Buoni Fanciulli, Gute Jungen, das im Jahr darauf in die Straße San Zeno in Monte verlegt wurde und das Mutterhaus seiner ersten Gründung, der Congregazione dei Poveri Servi e delle Povere Serve della Divina Providenza, Arme Diener der Göttlichen Vorsehung, der 1910 die Gründung der Congregazione delle Povere Serve della Divina Providenza, der weibliche Zweig also, folgte. Beide Gemeinschaften waren sehr fruchtbar in guten Werken, aber es dauerte recht lange, bis sie die kirchenrechtliche Anerkennung fanden, der männliche Zweig wurde bischöflicherseits 1932 und päpstlich 1949 anerkannt, der weibliche 1952 bezw. 1981 approbiert. Unvergessen ist, dass er, als er im Sterben lag, am Vorabend seines Todes, als er hörte, dass Papst Pius XII. auch im Sterben liege, laut gesagt hat, dass er sein Leben Gott anbiete als Preis für den Erhalt des Lebens des für die Welt so guten Papstes - und dass er tags darauf entschlafen ist und der Papst noch fast vier Jahre die Kirche leiten durfte. Papst Johannes-Paul II. hat ihn am 17. April 1988 in Verona seliggesprochen und am 18. April 1999 in Rom heiliggesprochen.

Köln: Adolf Kolping: 16


aus dem MARTYROLOGIUM ROMANUM 2004 übersetzt und in vielen Teilen ergänzt
von † Klaus Martin Reichenbach, Priester der Erzdiözese Köln




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Wikipedia: Artikel über Martyrologium Romanum - Flori-Legium: 4. Dezember

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Autor: Klaus Martin Reichenbach - zuletzt aktualisiert am 21.11.2015
korrekt zitieren:
Klaus Martin Reichenbach: Artikel
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