Ökumenisches Heiligenlexikon

Einführung Verzeichnis der Übersichten

26. September

1. † an einem 26. September um 303, wurden in Cyrrha in Euphratesien für Christus gefoltert und enthauptet, die beiden heiligen Zwillingsbrüder Kosmas und Damian, die beide Ärzte waren und in Aegea in Cilicien, heute Ajass, ihre Patienten ohne Entgelt oder Honorar behandelten und so sehr viele leidenden Arme heilten. In der diokletianischen Verfolgung wurden sie vom Statthalter Lysias verhört und gefoltert, schließlich erlitten sie den Märtyrertod durch Enthauptung. Begraben wurden sie in Kyros, Qurus, Nebi Huri in Syrien, nahe der türkischen Grenze. Kaiser Justinian (527 - 565) schrieb ihnen seine Heilung von schwerer Krankheit zu und erbaute auf der Ruinenstätte zu ihren Ehren eine prachtvolle Stadt Kurus neu auf, außerdem eine große Kirche in Konstantinopel. Schon früher kamen Reliquien nach Rom. Ihre Namen werden im Römischen Hochgebet der heiligen Messe genannt. Um 500 weihte Papst Symmachus ihnen ein Oratorium in S. Maria Maggiore. Um 528 weihte Papst Felix IV. (12. Oktober 530/5) ihnen die durch Umbau zweier Tempelreste (dem templum sacrae urbis und dem Tempel des Maxentius-Sohnes Romulus) entstandene Kirche am Forum. Die Mosaiken mit der ursprünglichen Apsisinschrift sind dort noch erhalten:

AVLA DEI CLARIS RADIAT SPECIOSA METALLIS
IN QVA PLVS FIDEI LVX PRETIOSA MICAT
MARTYRIBVS MEDICIS POPVLO SPES CERTA SALVTIS
VENIT ET EX SACRO CREVIT HONORE LOCVS
OBTVLIT HOC DNO FELIX ANTISTITE DIGNVM
MVNVS VT AETHERIA VIVAT IN ARCE POLI
Gottes kostbare Halle schimmert in leuchtender Pracht auf,
in ihr noch mehr des Glaubens kostbares Licht,
den Märtyrerärzten zur Ehre. Dem Volke wurde die Hoffnung auf die Heilung gewiss,
die heilige Stätte nahm zu an Ausschmückung.
Papst Felix brachte dem Herrn diese würdige Gabe dar,
damit er auflebe in der Himmelsburg in der Höhe.

Um 855 übertrug Bischof Altfrid von Hildesheim einen Teil ihrer Reliquien in seine Bischofsstadt und außerdem in seine Essener Stiftung, das Kanonissenstift. Letztere alte Stiftskirche ist seit 1959 Kathedrale des Bischofs von Essen. 965 gelangten auch Reliquien nach Bremen, von dort um 1400 nach München, wo ihre Häupter in einem kostbaren mittelalterlichen Schrein in der Michaelskirche ruhen. Auch in Köln werden die heiligen Ärzte verehrt.

2. † Gedenken an den heiligen Richter Gideon, גדעון, den Sohn Joaschs aus dem Stamm Manasse, der, von Gott berufen (Ri 6, 11f.), den Altar des Baal zerstörte und, daher den Beinamen ירבעל, Baal-Kämpfer (Ri 6, 32) erhielt; als er beide Mal das Zeichen Gottes vom Tau und der Schafswolle erhalten, hatte (Ri 6, 38. 50), wagte und gewann er den Kampf gegen die Midianiter und befreite so die Israeliten. Es wird lobend Ri 8, 23 erwähnt, dass er, als ihm die Königswürde angeboten wurde, zugunsten Gottes des Herrn, abgelehnt hat: der Herr soll über euch herrschen. Er wird Hebr 11, 32 mit genannt unter den siegreichen Glaubenden. Die Kirchenväter deuten das doppelte Zeichen mit Gideons Vlies als Zeichen für die Jungfräulichkeit der Gottesgebärerin Maria.

3. † an einem 26. September um 303, wurde in Albano in Latium der heilige Senator zum Märtyrer.

4. † an einem 26. September im 4. Jahrhundert entschlief in Bologna, der heilige Bischof Eusebius, der zusammen mit dem heiligen Ambrosius (4. April 397/3) für den rechten Glauben, die Orthodoxie, gegen den Arianismus gekämpft hat und viel Eifer darauf verwendet hat, Gemeinschaften von gottgeweihten Jungfrauen zu fördern.

5. † am Freitag, dem 26. September 1001, entschlief in Serperi in Lazio, der selige Mönch Stefano da Rossano, 76 J., geboren in Rossano, 18 Jahre jünger als sein großes Vorbild, der heilige Nilo von Rossano (siehe folgende Beschreibung), den er in seinem weltlichen Glanz noch gekannt hat und seine Hinwendung zum Mönchtum miterlebt hat. Er wurde dessen Gefährte und zog mit ihm von Kloster zu Kloster. Er starb vier Jahre vor seinem Lehrmeister.

6. † am Mittwoch, dem 26. September 1005, entschlief auf dem Gebiet von Tusculum, der heilige Abt Nilus der Jüngere, Nilo di Rossano, 94 J., ein gebürtiger Grieche namens Nikolaus, Νικολαος, Volks-Sieger, der ein hoher Beamter in Rom war und in Rossano wohnte. Er heiratete und hatte eine Tochter. Nach dem Tod seiner Ehefrau, kaum 30-jährig, änderte er sein ganzes Leben. Er wurde Schüler des heiligen Zacharias (21. Januar um 950/7) auf dem Monte Mercurio in Lucenia, trat ein in das Kloster San Nazario bei Salerno als Basilianermönch unter dem Klosternamen Nilo, kehrte nach Kalabrien zurück und perfektionierte sein geistliches Leben so, dass er ein gesuchter Meister der koinobitischen Lebensweise wurde, fastend und betend, berühmt wegen seiner prophetischen Begabung und seiner tiefen Weisheit, darum ein zweiter Paulus (10. Januar um 341/2) genannt wurde. Um den Sarzeneneinfällen auszuweichen begab er sich in die Gegend um Capua, ging dann nach Montecassino und blieb dann eine Weile in Vallelucio. 1004 gründete er bei Tusculum das Kloster Grottaferrata. Nach nur wenigen Monaten dort, gab er seinen Geist seinem Schöpfer zurück, in einem Oratorium seines Klosters. Er wurde in der Klosterkirche begraben. Zwar sind seine Reliquien nicht mehr auffindbar, aber sein Geist lebt an diesem Ort weiter: sein Basilianer-Kloster besteht dort noch heute.

7. † am Sonntag, dem 26. September 1400, entschlief in Salerno, die selige Jungfrau Lucia de Caltagirone, Mitglied des Dritten Ordens des heiligen Franziskus.

8. † am Donnerstag, dem 26. September 1839, wurden am westlichen Kleinen Stadttor von Seoul, zu Märtyrern der heilige Sebasutiano Nam I-gwan, und acht Gefährten; außerdem dazu drei weitere Märtyrinnen, die in demselben Kerker im September desselben Jahres, an welchen Tagen ist unbekannt, für den Glauben zugrunde gerichtet worden sind
• 1. der heilige Märtyrer Sebasutiano Nam I-gwan, 59 J., Katechist, Ehemann der Barubara Cho Chung-i, die ihm am 29. Dezember 1839 in den Martertod gefolgt ist. (20. September, 1/49)
• 2. der heilige Märtyrer Inyashio, Ignatius, Kim Che-jun, 43 J., Vater des heiligen Priesters Andurea Kim Tae-gon, der ihm am 16. September 1846 in den Martertod gefolgt ist (20. September, 1/71)
• 3. der heilige Märtyrer Karollu Cho Shin-ch’ol, 44 J.
• 4. die heilige Jungfrau und Märtyrin Kollumba Kim Hyo-im, 25 J.
• 5. die heilige Witwe und Märtyrin Magdallena Pak Pong-son, 43 J.
• 6. die heilige Witwe und Märtyrin Perupetua Hong Kum-ju, 35 J.
• 7. die heilige Märtyrin Yuliaeta, Julietta, Kim Yuridae, 55 J.
• 8. die heilige Märtyrin Agata Chon Kyong-hyob, 49 J.
• 9. die heilige Märtyrin Magdallena Ho Kye-im, 66 J., Ehefrau
• 10. die heilige Märtyrin Luchia Kim Kop-ch’u, 70 J., Ehefrau
• 11. die heilige Witwe und Märtyrin Katarina Yi, 56 J., Mutter von Magdallena Cho die mit ihr zusammen die Siegeskrone errang; ihre Schwester, die heilige Magdallena Yi Yong-doc, folgte ihnen im Martyrium am 29. Dezember 1839 (20. September, 1/55)
• 12. die heilige Jungfrau und Märtyrin Magdallena Cho, Tochter der Katarina Yi
Siehe auch 20. September, 1/35 - 46

9. † am Samstag, dem 26. September 1885, entschlief in Lyon, im Cénacle de Fourvière, die heilige Jungfrau Thérèse, Marie-Victoire Couderc, 80 J., geboren in einem winzigen Dorf namens Sablières; daher wurde sie ihr Leben lang La Petite Paysanne, die kleine vom Land, genannt; ihren ersten Unterricht erhielt sie von einer Wanderlehrerin, die sich eine Weile im Dörflein niedergelassen hatte. 21-jährig kam sie nach Aps, dann nach La Louvesc, bei Annecy, durch einen Abbé Etienne Terme, der für seinen kleinen Wallfahrtsort ein kleines Hotel für Pilger einrichtete und sie engagierte, dann 1828 zur Chefin des kleinen Unternehmens machte. Sie wurde mit der Zeit zur Oberin mehrerer kleiner Schwesterngemeinschaften, die Pilger aufnahmen, Einkehrtag und Exerzitien anboten und Arme betreuten. Die Pilger besuchten das Grab des heiligen Jesuiten Jean-François Régis (31. Dezember 1640/8). So wurde sie zur Gründerin des Cénacle, Letztes Abendmahl. 1834 war der Abbé plötzlich verschwunden, davon unabhängig große finanzielle Fehlbeträge offensichtlich geworden. Die Jesuiten nahmen sich ihres Heiligen an, hielten aber La Paysanne für zu ungebildet, die Sache in Ordnung zu bringen; die Neue scheiterte, Thérèse blieb und arbeitete weiter. 1852 wurde vom zuständigen Bischof von Viviers eine neue Oberin eingesetzt, Mère de Larochenégly, die aber ihre Vorgängerin sehr schätzte und auf ihren Rat hörte. 1855 wurde Mère Thérèse zu einem längeren Aufenthalt nach Paris versetzt; dort sorgte sie für die Veröffentlichung von Leitfäden für katechetische Kurse, verschieden für Kinder und für Jugendliche, für einfache unwissende Gläubige und für Glaubensvertiefung. Ohne amtliche Stellung, prägt sie trotzdem das geistliche Leben der Gemeinschaft. Nach dem Tod der Gründerin Mère Thérèse, teilte die Gemeinschaft sich in zwei Zweige, die sich beide auf sie beriefen. So wurde sie Gründerin zweier Zweige: der Congrégation des Sœurs de Saint Régis, Schulschwestern nach dem Vorbild des in La Louvesc begrabenen heiligen Jean-Francois Régis, und die Congrégation des Sœurs de Notre Dame du Cénacle, die Exerzitien anbieten.

10. † am Dienstag, dem 26. September 1899, entschlief in Gars am Inn, der selige Kaspar Stanggassinger, 28 J., der 18-jährig in den Redemptoristenorden eintrat und 1895 die Priesterweihe empfing; er war ein hervorragender Seelsorger und Erzieher; sein Orden setzte große Hoffnungen auf sein Wirken, sein Schöpfer rief ihn liebevoll früh zu sich.

11. † am Mittwoch, dem 26. September 1923, entschlief in Lima, Peru, der selige Priester Luigi Tezza, 81 J., geboren in Conegliano in Nord-Italien, trat 15-jährig in den Orden der Kamillianer (14. Juli 1614/1) ein, empfing die Priesterweihe, wünschte sich eine Aussendung in die Missionen, aber diente gehorsam zuerst in der Ausbildung junger Ordensmitglieder, dann als Novizenmeister im Kamillianerkloster in Rom. 1871 wurde er als Novizenmeister in die französische Ordensprovinz gesandt, aber von dort 1880 unter antikirchlicher Gesetzgebung als Ausländer ausgewiesen. Er kehrte zurück nach Rom als Prokurator und Generalvikar des Ordens. 1892 gründete er mit der seligen Giuseppina Vannini (23. Februar 1911/8) die Congregazione delle Figlie di San Camillo, Kamillianerinnen, für die Krankenpflege. Im Jahr 1900 reiste er, 59 J., als Visitator nach Peru, um die seit etwa einem Jahrhundert, vor allem durch die politischen Verhältnisse, isolierten Kamillianer zu reformieren. Da er, nach dem Urteil des Apostolischen Delegaten Erzbischof Pietro Gasparri, in Lima unersetzbar war, blieb er vorläufig dort, das heißt 23 Jahre, bis zu seinem Tod. Er wirkte segensreich, nicht nur in seinem Orden, sondern weit darüber hinaus, als Seelsorger in Seminaren und Gefängnissen, als Ratgeber für unzählige Menschen. Sein Leichnam wurde überführt in das Mutterhaus seiner Kamillianerinnen in Grottaferrata bei Rom und ruht dort, neben der seligen Giuseppina Tannini.

12. † am Samstag, dem 26. September 1936, gingen im Gefängnis Carlet, Valencia, zugrunde
• die selige Jungfrau und Märtyrin, Schwester Maria del Refugio, Teresa Rosat Balasch Amparo, fast 63 J.
• die selige Jungfrau und Märtyrin, Schwester Maria del Calvario, Josefa Romero Clariana, 65 J.
beide Schwestern von der Kongregation der Christlichen Lehre, die mit brennenden Lampen dem Bräutigam, Christus, entgegengingen.
Siehe auch 20. November, 15/16 - 17.

13. † am Samstag, dem 26. September 1936, wurden in Azud de Oro, Ribero del Turia, an der Strasse von Valencia nach Nazaret, erschossen, der selige Märtyrer Rafael Pardo Molina, 37 J., Bruder im Predigerorden, diente besonders als Sakristan und es gelang ihm noch, die heiligen Gefäße zu verstecken und so vor Profanierung zu bewahren, als die roten Milizen das Kloster überfielen.
Am selben Tag wurde in Barcelona erschossen, der selige Priester und Märtyrer José Maria Vidal Segú, 24 J., der erst am Karsamstag 1936 die Priesterweihe empfangen hatte, ebenfalls ein Mitglied des Dominikanerordens, der, zu Begin der Revolution mit allem Mitbrüdern aus dem Kloster Valencia geflüchtet, bei seiner Familie untergetaucht war, bis er, wahrscheinlich verraten, aufgespürt und, nach kurzer Haft, erschossen wurde.
Siehe auch 29. Dezember, 11/144 - 145.

14. † am selben Tag wurde im Dorf Puerto de Canals ermordet, die selige Jungfrau und Märtyrin Crescentia Valls Espi, 73 J., aktiv in der Katholischen Aktion ihrer Pfarrei, von Beruf Kunststickerin; mit ihr wurden drei ihrer leiblichen Schwestern für Christus umgebracht.
Siehe auch 29. Dezember, 11/146.

15. † am selben Tag wurde im Dorf Benifairó de Valldigna ermordet, die selige Jungfrau und Märtyrin Maria del Olvido Noguera Albelda, 33 J., aktiv in der Katholischen Aktion in ihrer Pfarrei.
Siehe auch 29. Dezember, 11>

16. † am selben Tag wurde im Dorf Gilet umgebracht, der selige Priester und Märtyrer Buenaventura de Puzol, Julio Esteve Flors, 39 J., aus dem Kapuzinerorden.
Siehe auch 29. Dezember, 11/148.

17. † am selben Tag wurde im Dorf Benifallím, auf dem Land bei Lucena, Alicante, für Christus ermordet, die selige Jungfrau und Märtyrin Maria Jordá Botella, 31 J., die sich in ihrer pfarrlichen Katholischen Aktion besonders karitativen Aufgaben widmete.
Siehe auch 29. Dezember, 11/149.

18. † am selben Tag, wurde auf der Landstrasse von Madrid nach Francia, erschossen, der selige Priester und Märtyrer León Maria de Alacuás, Manuel Legua Martí, 61 J., Drittordens-Kapuziner, der 1892 seine ersten Gelübde in die Hände des Gründers Luis Amigó Ferrer ablegte, Erzieher, dann Direktor der eigenen Schule für Schwererziehbare wurde und schließlich auf der Flucht vor den republikanischen Milizionären, für Christus sein Leben gegeben hat.
Siehe auch 29. Dezember, 11/150,

Essen: Hochfest der Patrone der Kathedrale, Kosmas und Damian: 1


aus dem MARTYROLOGIUM ROMANUM 2004 übersetzt und in vielen Teilen ergänzt
von † Klaus Martin Reichenbach, Priester der Erzdiözese Köln




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Autor: Klaus Martin Reichenbach - zuletzt aktualisiert am 13.08.2015
korrekt zitieren:
Klaus Martin Reichenbach: Artikel
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