Ökumenisches Heiligenlexikon

Einführung Verzeichnis der Übersichten

10. Juli

1. † an einem 10. Juli, zur Zeit einer der Kirchenverfolgungen, wurden in Rom beigesetzt,
die heiligen Märtyrer
• Felix und
• Philippus auf dem Coemeterium der Priscilla
• Vitalis,
• Martialis und
• Alexander auf dem der Jordaner
• Silanus auf dem des Maximus, und
• Januarius auf dem des Praetextatus
über deren miteinander verbunden Gedenktag freut sich die Römische Kirche, die an einem Tag durch so viele Triumphe verherrlicht wird, weil sie, mit dem vervielfachten Vorbild, auch durch vervielfachte Fürbitte, beschützt wird.

Zu Felix und Philippus schrieb Damasus eine Grabschrift:

Cultores Domini Felix pariterque Philippus
hinc uirtute pares contempto principe mundi
aeternam petiere domum regnaque piorum
sanguine quod proprio Christi meruere coronas
his Damasus supplex uoluit sua reddere uota
Die Anbeter des Herrn, Felix und gleicherweise Philippus,
enteilten, gleich an Tugend, den Fürsten der Welt verachtend,
zur ewigen Heimat ins Reich der Frommen,
da sie sich mit eigenem Blut die Siegeskrone Christi verdient.
Ihnen will Damasus, ergeben, sein Versprechen erfüllen.

Silanus heißt einer der sieben Märtyrer, die vom ChronographenAls Chronograph (wörtlich „Zeitschreiber”, von altgriechisch χρόνος „Zeit” und γράφειν „schreiben”) wird - erstmals durch den Historiker Theodor Mommsen - der römische Schreiber Furius Dionysius Filocalus bezeichnet, der 354 im Auftrag des christlichen Aristokraten Valentinus die Stadtgeschichte Roms verfasste. Darin waren erstmals im Westen ganzseitige Buchmalereien und erstmals wurde die Geburt Jesu auf den 25. Dezember datiert. im Jahr 354 zum 10. Juli, mit ihren Ruhestätten, genannt werden. Deren passio nennt sie sieben Brüder und Söhne der heiligen Felicitas (23. November/3). Das Martyrologium Romanum nennt ihn schon Silvanus. Das Münstereifeler Graduale, eine Handschrift von 1456, nennt zum 10. Juli den Gedenktag septem fratres, also ohne Einzelnamen und ohne die Mutter Felicitas. Das Römische Missale bis 1969 zum Gedenktag sanctorum septem fratrum, ebenfalls zwar ohne Erwähnung von Felicitas im Titel, aber mit den Texten der auf Felicitas ausgerichteten Messtexte der alten römischen statio. Da die Namen der Sieben im Einzelnen wenig bekannt waren, ähnlich derer ihrer biblischen Vorbilder, der sieben makkabäischen Brüder und deren Mutter (2. Makk 7,1 - 42; Hebr 11, 35; 1.August/2; Reliquien in Köln, Sankt Andreas), fehlen diese Namen auch meist in den Litaneien. Besondere Verehrung, vor allem in der stadt-römischen Kirche, wurde der Mutter Felicitas zuteil. Der einzige der Sieben, die auf vier Coemeterien verteilt ruhen, neben dem auch die Mutter beigesetzt wurde, ist Silanus. So erhielt dieser eher Anteil an der Mutter allgemeineren Verehrung.
Der Text des Chronographen von 354 (siehe auch 17. August/3):

VI idus (julii) Felicis et Filippi in Priscillae,
et in Jordanorum Martialis,
Vitalis, Alexandri, et in Maximi Silani - hunc Silanum martirem Novati furati sunt
et in Praetextatae Januari.
Am sechsten Tag vor den Iden (des Juli = 10. Juli) Felix und Philippus im (Coemeterium der) Priscilla,
und im (Coemeterium der) Jordani Martialis,
Vitalis, Alexander, im (Coemeterium des) Maximus Silanus - diesen Märtyrer Silanus haben die Novatianer geraubt,
und im (Coemeterium des) Praetextatus Januarius.

Silanus also, erlitt am 10. Juli den Martertod durch Hinabgestürztwerden von einem Hügel.
Im Martyrologium Romanum 1956 steht noch:
Januarius wurde mit Bleigeißeln zu Tode ausgepeitscht
Felix und Philippus mit Knüppeln erschlagen
Alexander, Vitalis und Martialis wurden enthauptet.
Sub Antonino wird angegeben; Antoninus Pius regierte als milder Kaiser 138 - 161, also wohl im letzten Jahr von dessen Regierung
Silanus wurde im nahen Maximus-Coemeterium beigesetzt
Am 23. November/3 des Jahres 162, unter Mark-Aurel, wurde die Mutter Felicitas enthauptet und neben Silanus beigesetzt. Maximus hieß wohl der Stifter des Coemeteriums, das später den Namen Coemeterium der Felicitas erhielt. Es liegt an der Via Salaria, unweit der heute verschollenen Grabstätten der heiligen Chrysanthus und Daria (25. Oktober 283/1). Die von den Novatianern gestohlenen Reliquien des Silanus wurden später zurückgebracht in sein ursprüngliches Grab in der unterirdischen kleinen Basilika. Nach der Übertragung der Reliquien der Felicitas aus der Unterkirche in die oberirdische Basilika, am gleichen Ort, im Jahr 418, wurde Silanus ebenfalls dort oben beigesetzt; seit 795 ruhen beider Reliquien innerhalb der Stadt in der Basilika Santa Susanna. In der unterirdischen Basilika von Maximin/Felicitas sind Reste einer byzantinischeWandmalerei von um 600 entdeckt worden: der Erlöser segnet die heilige Felicitas mit ihren sieben Söhnen, die mit Nimbus und Siegespalme dargestellt sind, darunter fragmentarisch die Namen Phili PPVS MARTIA lis Silanus Ja NVA rius.

2. † an einem 10. Juli im 1. Jahrhundert, wurden an der Via Cornelia beigesetzt, am neunten Meilenstein vor der Hauptstadt Rom, die heiligen Märtyrinen Rufina und Secunda.

3. † an einem 10. Juli um 306, wurden in den Sabinerbergen zu Blutzeugen, die heiligen Märtyrinnen Anatolia und Victoria.

4. † an einem 10. Juli, wurden in Nordafrika zu Blutzeugen, die heiligen Märtyrer Januarius und Marinus.

5. † an einem 10. Juli im 1. Jahrhundert, wurde in Ikonien in Lykaonien, heute Konya in der Türkei, gekreuzigt, der heilige Märtyrer Apollonius von Sardes, der nach der Überlieferung sein Martyrium durch das Kreuz vollbracht hat.

6. † an einem 10. Juli, um 301, wurden in Nikopolis in Armenien, zu Blutzeugen, die heiligen Märtyrer
• Leontius,
• Mauritius,
• Daniel,
• Antonius,
• Anicetus,
• Sisinnus,
und noch weitere, die, unter Kaiser Licinius und dem Statthalter Lysias, auf vielerlei Weisen bis zum Äußersten gequält worden und schließlich lebendig verbrannt worden sind.

7. † an einem 10. Juli, um 304, wurden in Pisidien ermordet, die heiligen Märtyrer Bianoros und Slivanus.

8. † an einem 10. Juli um 660, entschlief in Nantes in der Bretagne, der heilige Bischof Pascharius, der von seinem Freund, dem Abt von Fontenelle, Wandregisl, Saint Wandrille (22. Juli 668/6) den heiligen Hermelandus (25. März, um 720/7) mit zwölf Mönchen erbeten und aufgenommen hat und sie auf der Loire-Insel Antra angesiedelt hat, um dort sein Kloster Indre zu gründen.

9. † am 10. Juli gedenkt die Kirche in Belgien zweier namensgleicher Heiligen, beide namens Amalberga, Amalia, Emmalia, die oft miteinander verwechselt werden.
• Die heilige Amalberga von Maubeuge, Sainte Amelie, Emmalia, entschlief am 10. Juli, um 690; sie stammte aus vornehmer Familie im Hennegau, Hainot, und heiratete den heiligen Grafen Witger von Lothringen (10. Juli, um 690); sie hatten drei heilige Kinder, den heiligen Bischof Emebert oder Ablebert (15. Januar, um 710/7), Bischof von Cambrai-Arras, die heilige Gudela von Brüssel (8. Januar, um 712/10) und die heilige Reinhildis von Kontich (16. Juli, um 680/6). Als ihr Mann Witger in Lobbes Benediktiner wurde, trat sie bei den Benediktinerinnen in Maubeuge ein.
• Die heilige Amalberga von Munsterbilsen, Sainte Amelie, Emmalia, auch Amalberga von Gent genannt, entschlief am 10. Juli, um 772, in Villa Tempsica, Temse, Tamise in Flandern; sie lehnte einen Heiratsantrag Karl Martells ab und flüchtete ins Kloster Munsterbilsen zur heiligen Landrada (8. Juli, um 690/7) und trat dort als Jungfrau ins Kloster ein. Der heilige Willibrord (7. November 739/1) legte ihr den Jungfrauenschleier auf. Aus ihrem Grab in Munsterbilsen wurde sie 1073 übertragen nach Gent in die Abtei Sint Pieter. In Temse wird noch heute am Samstag vor und am Dienstag nach Pfingsten ihr zur Ehren eine Prozession mit Volksfest abgehalten.

10. † am Donnerstag, dem 10. Juli 1007, entschlief in Perugia in Umbrien, der heilige Priester und Abt Petrus Vincioli, der die verfallende uralte Peterskirche neu aufgebaut und ihr ein Kloster angeschlossen hat, in dem er, unter hartnäckigen Widerständen, aber mit viel Geduld, die Lebensregeln von Cluny eingeführt hat.

11. † am Freitag, dem 10. Juli 1086, wurde bei Odense in Dänemark zum Blutzeugen, der heilige König und Märtyrer Knud, der, von Eifer entflammt, in seinem Reich die Göttliche Liturgie sehr gefördert, auch den KlerikerEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien.stand gefördert hat und, nachdem er die Kirchen Lund (heute in Schweden) und Odense gegründet hatte, schließlich von einigen aufständischen Bürgern ermordet worden ist.

12. † am Donnerstag, dem 10. Juli 1794, wurden in Orange auf dem Schafott enthauptet
• die selige Jungfrau und Märtyrin, Schwester Sainte-Sophie, Marie-Gertrude de Ripert d’Alauzin, 36 J., Ursuline in ihrer Geburtsstadt Bollène, und
• die selige Jungfrau und Märtyrin, Schwester Agnès de Jésus, Sylvie-Agnès de Romillon, 44 J., Ursuline in ihrer Geburtsstadt Bollène, zur Zeit der Stürme der Französischen Revolution.
Siehe auch 6. Juli, 12/5 - 6

13. † am Freitag, dem 10. Juli 1840, wurden in der Großstadt Dong Hoi in Annam zu Blutzeugen,
• der heilige Katechist und Märtyrer Antonius Nguyen Hutu, Nam Quynh, 72 J., und
• der heilige Katechist und Märtyrer Petrus Nguyen Khac Tu, 29 J.,
die, wegen ihres Glaubens an Christus, unter dem Kaiser Minh Mang, erdrosselt worden sind.
Siehe auch 24. November, 1/56 - 57

14. † am Dienstag, dem 10. Juli 1860, wurden in Damaskus in Syrien zu Blutzeugen,
• der selige Priester und Märtyrer Emmanuel Ruiz y Lopez, und seine Gefährten, sieben aus dem Orden der Minderbrüder und drei aus den einheimischen Gläubigen aus der Maronitischen Kirche, die, von einem Verräter hinterlistig an die Feinde ausgeliefert, wegen ihres Glaubens gequält, mittels durch verschiedenartiger Strafmaßnahmen, in ihrem glorreichen Tod ihr Martyrium zur Vollendung gebracht haben.
• der selige Priester und Märtyrer Carmelus Volta,
• der selige Priester und Märtyrer Petrus Soler,
• der selige Priester und Märtyrer Nicolaus Alberga,
• der selige Priester und Märtyrer Engelbert Kolland,
• der selige Priester und Märtyrer Ascanius Nicanor; und
• der selige Bruder und Märtyrer Franciscus Pinazo und
• der selige Bruder und Märtyrer Johannes Jacobus Fernandez,
• der selige Bruder und Märtyrer Franciscus,
• der selige Bruder und Märtyrer Mootius und
• der selige Bruder und Märtyrer Raphael Massabki.

Allgemein: die heiligen Könige und Märtyrer Knud von Dänemark (11), Erich von Schweden, (18. Mai, um 1160/7), und Olaf von Norwegen (29. Juli 1030/8), besonderer Gedenktag in Osnabrück und Hamburg
Hildesheim: der heilige Bischof Oliver Plunkett, Erzbischof von Armagh, Märtyrer in London (11. Juli 1681/10)
Salzburg, Graz-Seckau und Innsbruck: der heilige Engelbert Kolland aus Ramsau im Zillertal aus dem Orden der Minderbrüder, Märtyrer in Damaskus: 14, 4
Lüttich: die heilige Missionsschwester Maria Amandina Jeuris und ihre Gefährtinnen, Märtyrinnen in China, 9. Juli/1, 72


aus dem MARTYROLOGIUM ROMANUM 2004 übersetzt und in vielen Teilen ergänzt
von † Klaus Martin Reichenbach, Priester der Erzdiözese Köln




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Autor: Klaus Martin Reichenbach - zuletzt aktualisiert am 01.07.2015
korrekt zitieren:
Klaus Martin Reichenbach: Artikel
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