Ökumenisches Heiligenlexikon

Einführung Verzeichnis der Übersichten

30. Dezember

1. † Mittwoch, dem 30. Dezember 274 entschlief in Rom der heilige Papst Felix I. Er wurde im Jahre 269 Papst. Es wird angenommen, er habe die Zustimmung gegeben, dass man die alten Praktiken, sich am Todestag der Märtyrer an deren Gräbern zu versammeln und dort die Heilige Messe zu feiern. Er verurteilte die Irrlehre vom Paul von Samosata, hinsichtlich der heiligen Dreifaltigkeit. Von alten Schriften ausgehend glaubte man, dass Felix als Märtyrer gestorben sei. Darum wurde er schon sehr bald in die Schar der kanonisierten Heiligen aufgenommen. Später jedoch stelle sich heraus, dass es hier um eine Verwechslung ging mit dem heiligen Felix, Priester und Märtyrer. (Priester und Märtyrer † um 287 in Rom: 30. August/1)
Siehe auch 29. Juni, 1/26

2. † der Heilige und Märtyrer Hermes gab seine Seele seinem Schöpfer zurück an einem 30. Dezember um 300. Hermes stammte aus Bononia in Moesien (Ungarn) ist bekannt als Hermes der Exorzist. Er starb in der Christenverfolgung unter Kaiser Aurelian in Rom.

3. † an einem 30. Dezember entschlief im Herrn um das Jahr 406 der heilige Bischof Anysios. In Illyrium war er Generalvikar und wurde Bischof von Thessalonica, (Saloniki) um das Jahr 383. Er war verwickelt in die politischen und religiösen Auseinandersetzungen seiner Zeit. Anysios war ein eifriger Verteidiger des heiligen Johannes Chrysostomus (13. September/1) während dieser im Exil in Kukusus in Armenien weilte.

4. † am Montag, dem 30. Dezember 491 entschlief der heilige Perpetuus, Bischof von Tours. Nach Gregor von Tours (17. November/2) hat Bischof Perpetuus eine vierwöchige Adventsfastenzeit nach dem Vorbild der österlichen Fastenzeit eingeführt.

5. † heute, am 30. Dezember gedenkt die Kirche des heiligen Bischofs Jucundus von Aosta, nach 502, (Giocondode die Aosta Vescovo), der im 6. Jahrhundert im Herrn entschlafen ist. Er ist einer jener Heiligen, der der schönen Stadt (eine römische Siedlungsstadt, die 24 v. Chr. gegründet wurde) und dem malerischen Aosta-Tal durch ihr Leben ein würdiges Ansehen geschenkt haben. Jucundus lebte Ende des 5. Jahrhundert und Anfang des 6. Jahrhundert als Eremit. Später wurde er der dritte Bischof von Aosta. Seinen Vorgänger, den hl. Bischof Gratus (7. September/5), begleitete er auf einer Reise ins Heilige Land. In den Jahren 501 und 502 nahm er Teil am Konzil von Rom. Viel mehr ist von seinem Leben nicht mit Sicherheit zu belegen. Die Namen Jucundus und Jucunda werden heute noch viel gebraucht. Sie kommen aus dem Lateinischen und bedeuten: der/die Friedfertige, Glückliche oder auch Heitere. Heutzutage hat der Name leider auch ein wenig den Beigeschmack von der/die Komische.
Jucundus wird als Schutzpatron von Aosta (zusammen mit seinem Vorgänger, dem hl. Bischof Gratus) verehrt. Dort wird sein Gedenktag am 7. September gefeiert.

6. † an einem 30. Dezember um 660 entschlief der heilige Abt Germer-de-Fly (Germar). Er lebte als eingeheirateter Verwandter am fränkischen Königshof unter Dagobert I und Chlodwig II. Zusammen mit ihnen gründete er auf Anraten des heiligen Audoin, Ouen von Rouen, († 24. August 684/3), in Wardes das Kloster Isle, heute Saint-Pierre-auy-Bois. Mit Zustimmung seiner Frau Domana wurde er Mönch und Abt im Benediktinerkloster Pentale an der Seine bei Brionne, heute Saint-Samson-sur-Risle. Er lebte so streng, dass einige Mönche ein Attentat auf ihn verübten. Danach zog er sich als Einsiedler zurück in eine Einsiedelei nahe der Abtei Fly, heute Saint-Germer-de-Fly und wurde dort der erste Abt.

7. † am Donnerstag, dem 30. Dezember 717 entschlief im Kloster Evesham der heilige Mönch und Bischof Egwin von Worcester. Er stammte ab aus dem Hause der mericianischen Könige, war Benediktinermönch und von 692 - 711 Bischof von Worcester. Wegen einiger Missstände in seiner Diözese war er gezwungen seine Priester streng zu behandeln. Da er später glaubte, er habe sie ungerecht behandelt machte er eine Bußwallfahrt nach Rom. Die Legende weiß zu berichten, er habe selber seine Füße gefesselt und den Schlüssel in den Avon geworfen. Als er in Rom ankam wurde der Schlüssel wundersamerweise im Bauch eines Fisches gefunden.
Zurück in England gründete er die Benediktinerabtei Evesham. Dieser Ort wurde gewählt, weil die Jungfrau einem Hirten erschienen war und diesen Platz angewiesen hat.

8. † am Samstag, dem 30. Dezember 1077 gab seine Seele dem Schöpfer zurück der heilige Bischof Rainerius von Aquila. Er war Bischof von Forconium, dem heutigen Aquila. Er war bekannt wegen seiner administrativen Fähigkeiten. Weitere Einzelheiten über ihn sind nicht bekannt.

9. † an einem Donnerstag, dem 30. Dezember 1120 entschlief in Cannes der heilige Bischof Rogerius von Canne, Provinz Bari (Ruggero, Ruggiero von Barletta, Rogerius Cannensis, Rogerius Barolensis). Eine Legende erzählt, dass er 493 gegen seinen Willen zum Bischof gewählt wurde. Dem widersprechen die historischen Fakten: Canne war nicht vor dem 11. Jahrhundert Zum Bistum erhoben worden. Auch ist der Name Rogerius typisch normannisch so dass eine frühchristliche Datierung mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann. Zahlreiche Dokumente belegen seine Tätigkeit Anfang des 12. Jahrhundert Die Päpste Paschalis II (1099 - 1118) und Gelasius II (1118 - 1119) setzten den juristisch ausgebildeten Rogerius als Vermitler in rechtlichen Streitigkeiten zwischen Kirche und weltlicher Herrschaft ein. Im September 1102 assistiert er dem Papst bei der Weihe von San Sabina in Canosa di Puglia. Weitere Urkunden nennen Rogerius in nden Jahren 1113, 1116 und 1117. Der Kult ist früh bezeugt. Schon 1192 wird ein locus Sancti Rogeriierwähnt. Doch die Verehrung wurde von der Sacra Congregazione dei Riti aufgrund der 1918 erfolgten Eingabe der Kanoniker von Barletta erst 1942 genehmigt. Die Congrgazione per il Culto divino bestätigte am 8. Februar 1990 die nach den Vorschriften des 2. Vatikanums erneuerte Liturgie.

10. † an einem 30. Dezember um 1162 gab seine Seele dem Schöpfer zurück der heilige Laurentius (Lorenzo) Frazzanò (Frainos), auf Sizilien. Er wurde um das Jahr 1116 in dem kleinen Ort Frazzzanò auf Sizilien geboren. Schon früh verlor er seine Eltern. Loerenzo wurde der jungen Amme Lucia, einer Nachbarin, anvertraut. Als Lorenzo sechs Jahre alt war kam er zum ersten Mal in Berührung mit der Liturgie und der heiligen Schrift. Er bat Lucia ob er Menschenkenntnis und Gotteswissenschaft studieren dürfe. Er kam in ein Kloster, Heiliger Erzengel Michael, der Basilianer, in Troina. Hier konnte der Junge alle seine menschlichen und göttlichen Talente entwickeln. Der Bischof von Troina ermunterte ihn bei den Basilianer Patres einzutreten und Priester und die heiligen Weihen zu empfangen. Lorenzo war erst 20 Jahre alt, als er zum Priester geweiht wurde. Er wirkte in der Umgebung des Klosters Algira und konnte die Menschen für den Glauben begeistern. Sein guter Ruf verbreitete sich in der ganzen Region. 1155 trat Lorenzo in das Kloster San Filippo in Fragalà ein. Um diese Zeit bemühte er sich eine kleine Kirche bauen zu lassen, die dem heiligen Filadelfio geweiht sein sollte. Im Herbst des Jahres 1162 (am Allerheiligentag) wurde die neue Kirche, deren Bau er zu Ehren der Heilgen Dreifaltigkeit angeregt hatte, vollendet. In eben diesem Jahr 1162 am 30. Dezember kehrte Lorenzo heim zu seinem Schöpfer.

11. † am Montag, dem 30. Dezember 1280 entschlief die heilige Jungfrau Margarita Colonna. Sie war die Tochter des Prinzen Odo von Colonna oder Palestrina. Früh verlor sie ihre Eltern und musste für ihre beiden Brüder sorgen. Der jüngste, Jacobus, wurde 1278 Kardinal. Nachdem sie eine Heirat mit dem ersten Richter Roms verweigert hatte zog sie sich in das Schloss der Familie zurück und führte ein Leben der Abgeschiedenheit und der Buße. Tatkräftige Liebe zu den Armen, die manchmal wundersam erwidert wurde, zeichnete sie aus. Durch den Einfluss ihres Bruders erhielt Margarita die Erlaubnis des Papstes die Gemeinschaft der Urbanistinnen zu gründen, deren Oberin sie wurde. In den letzten sieben Jahren ihres Lebens litt sie an einem äußerst schmerzhaften Geschwür. Dies gab ihr den Anlass ihre Resignation einzureichen. Nach ihrem Tod zog ihre Kommunität um in den Konvent von San Silvestro in Capite. Von dort wurden sie vertrieben zum Kloster von Santa Cecilia in Trastevere.

12. † am Sonntag, dem 30. Dezember 1900, entschlief in Genua, die selige Jungfrau Eugenia Ravasco, 55 J., geboren aus alter und vornehmer Genueser Familie in Mailand, 10-jährig als Waise in Genua von gut christlichen Verwandten aufgenommen, die sich schon in jungen Jahren, gemäß ihrer Berufung, ganz dem Heil der Mitmenschen widmete und 23-jährig die Ordensgemeinschaft des Figlie die Sacri Cuori di Gesù e di Maria, Töchter der Heiligsten Herzen, gegründet hat, mit als einzigem Ziel fare il bene, Gutes zu tun, besonders der Jugend. Nun hatte sie Helferinnen in dem, was sie seit Jahren getan hatte, nämlich in den Pfarreien und Schulen Katechismusunterricht geben und Exerzitien, Besinnungstage und Kurse zur Glaubensvertiefung anbieten, Kranke und Gefangene besuchen, Sterbenden beistehen. In jenen Jahren hatte sie viel zu leiden durch die antikirchliche, laizistische Atmosphäre und Presse im sich einigenden Italien. 1882 wurde ihre Gemeinschaft diözesanen Rechtes anerkannt, 1909 wurde sie päpstlichen Rechtes. 1884 legte sie mit den ersten Mitschwestern die Ewigen Gelübde ab. 1892 errichtete sie an der großen Piazza Carignano ein großes Haus für die Arbeiterjugend, Casa per le giovani operaie; es war das Jahr der großen Sozialenzyklika Leo XIII. Rerum Novarum. 1898 gründete sie für die weibliche Arbeiterjugend die Associazione di Santa Zita. An dem Tag ihres frühen Heimgehens aus dem irdischen Mutterhaus ins himmlische Vaterhaus sagte sie zum Abschied Vi lasci tutte nel Cuore di Gesù, Euch alle empfehle ich in das Herz Jesu. Papst Johannes-Paul II. hat sie am 27. April 2003 seliggesprochen.

13. † am Dienstag, dem 30. Dezember 1913, entschlief in Pancalieri, bei Turin, der selige Priester Giovanni Maria Boccardo, 65 J., gebürtig aus Moncalieri bei Turin, aus einer armen, frommen Familie. Da er, 16-jährig, zum Einzug ins Priesterseminar die erforderliche Kleidung sich nicht leisten konnte und seine Familie nicht belasten wollte, wollte er aufs Schloss in seinem Dorf gehen und die Schlossherrin um eine kleine Beihilfe bitten; am Schloss angekommen, wurde er von einem großen freilaufenden Hund angefallen, der ihm die Kleidung in Fetzen riss; die Prinzessin Clotilde von Savoyen wurde zufällig Zeugin des Geschehens und lief schnell auf den ihr unbekannten Jungen zu und steckte ihm eine größere Geldsumme zu mit der Bitte, sich schnell etwas Neues zu kaufen und niemandem von dem Hund zu erzählen; so konnte er es doch nicht lassen, zu erzählen, dass er seine erste Soutane einem Hund verdankte, Ecco la veste me l'ha procurata un cane. Am 3. Juni 1871 empfing er in Turin die Priesterweihe. Er wurde zum Erzieher am Seminar, dann zum dortigen Spiritual ernannt. Trotz der kirchenpolitisch schwierigen Zeit, erfreute sich Turin einiger bekannter Heiliger, die miteinander in reger Verbindung standen, der heilige Don Giovanni Bosco (31. Januar 1888/1), der heilige Don Leonardo Murialdo (30. März 1900/13) und der selige Don Giuseppe Allamano (16. Februar 1926/6), alle Gründer von segensreich wirkenden Ordensgemeisnchaften. 1882 wurde Don Giovanni Pfarrer von Pancalieri. Dort fand er schon zu Beginn seiner Tätigkeit eine kleine Gruppe junger, frommer und opferbereiter Mädchen vor. Sie richteten ein altes Bauernhaus so ein, dass sie dort in Gemeinschaft, nach einer zuerst improvisierten Lebensordnung vom Padre, leben und eine kleine Anzahl hilfsbedürftiger kranker und alter Männer aufnehmen konnten. Das war der Anfang der Congregazione delle Povere Figlie di San Gaetano, Arme Töchter vom heiligen Kajetan. Der Padre hegte eine besondere Verehrung für den heiligen Kajetan von Thiene (7. August 1547/2). Aus der noch jungen Postulantin Carlotta Fontana wurde die Schwester Gaetana. Durch den Fleiß des Pfarrers nahm die Zahl der Kirchenbesucher zu, die der Kommunikanten, die zur Stillen Anbetung vor den Tabernakel Kommenden - Gesú vi vuolo vedere, dovete amarlo, Jesus will euch sehen, so müsst ihr ihn liebhaben - und auch die der Helfer und Helferinnen. 1911 wurde Don Giovanni ganz gelähmt und lebte so noch mehr als zwei Jahre, voller Geduld und Liebe. Papst Johannes-Paul II. hat ihn in Turin am 24. Mai 1998 seliggesprochen. Übrigens läuft parallel ein Seligsprechungsverfahren für den 13 Jahre jüngeren Bruder des Seliggesprochenen, Don Luigi Boccardo, der 1932 ebenfalls eine Ordensgemeinschaft gegründet hat und am 9. Juni 1936 selig entschlafen ist.


aus dem MARTYROLOGIUM ROMANUM 2004 übersetzt und in vielen Teilen ergänzt
von † Klaus Martin Reichenbach, Priester der Erzdiözese Köln




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Autor: Klaus Martin Reichenbach - zuletzt aktualisiert am 22.11.2015
korrekt zitieren:
Klaus Martin Reichenbach: Artikel
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