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Ökumenisches Heiligenlexikon

Einführung Verzeichnis der Übersichten

27. Januar

1. † am Samstag, dem 27. Januar 1540, entschlief in Brescia die heilige Jungfrau Angela Merici, etwa 70 J., geboren in Desenzano am Gardasee. 16-jährig wurde sie Waise; ihr Onkel erzog sie in allen heidnischen Reizen der Renaissance-Kultur. Um ihre Unabhängigkeit zu betonen, ging sie nach Brescia und verdingte sich bei einer vornehmen Familie als Hausmädchen; dort konnte sie in ihrer Freizeit auf ihrem Zimmer ungestört in Stille ihr christliches Leben entfalten. Sie trat in den Dritten Orden des heiligen Franziskus ein. Über 50-jährig unternahm sie 1524 eine Pilgerreise ins Heilige Land, ein Jahr später nach Rom zum Gewinnen des Jubiläumsablasses zum Heiligen Jahr. 1529 unternahm sie allein eine Pilgerreise zum Sacro Monte di Varallo, um dort das Leiden und Sterben Christi zu betrachten. Dort in Piemont ist Ende des 15. Jahrhundert durch den Mailänder Mönch Bernardo Caini, der viele Jahre im Heiligen Land gelebt hatte, eine Reihe Jerusalem und anderen Heiligen Stätten nachempfundener Pilgerstätten errichtet worden, die erlebnismäßig Ersatz bieten sollten, da das Heilige Land damals nur schwer erreichbar war. Es ist noch heute berühmtes Pilgerziel. Angela lebte meist in Brescia. 60-jährig umgab sie sich mit zwölf jungfräulich ganz für Gott lebenden Frauen und begann mit diesen gemeinsam ein sinnvoll erfülltes christliches Leben zu gestalten. Dies wollten sie auch praktisch erfüllen, durch das Sorgen für eine gute christliche Erziehung für Mädchen. Ihr Ideal blieb, auch in der Gemeinschaft Gleichgesinnter individualistisch, ganz Gott geweiht und zugleich ganz in der Welt zu leben. Mit ihren Gefährtinnen pilgerte sie 1532 wieder zum Sacro Monte di Varallo, um in der Schule des gekreuzigten Christus zu lernen. Zurückgekehrt nahmen sie Wohnung nahe der Sankt Afra Kirche und dort blieb sie wohnhaft bis an ihr irdisches Lebensende. Am Katharinentag, Donnerstag dem 25. November 1535, begaben sich 28 Frauen in die Sankt Afra Kirche zur heiligen Messe und gründeten anschließend den Frauenorden der Ursulinen, zur Ehren der heiligen Jungfrau und Märtyrin Ursula (21. Oktober/2), im Jahr darauf erhielt ihre Regel die bischöfliche Approbation und ein Jahr später, 1537, wurde sie zur ersten Generaloberin gewählt. Bei ihrem Tod umringten sie ihre 150 Mitschwestern. Nach den feierlichen Exequien in Sankt Afra bewarben sich um ein würdiges Begräbnis die Kanoniker vom Lateran an Sankt Afra und die Franziskaner; der fromme Streit dauerte einen Monat, während ihr offener Sarg in Sankt Afra stand und keinerlei Anzeichen von Verwesung auftraten. Schließlich entschied das Kapitel von Sankt Afra für sich und sie wurde neben dem Märtyrergrab der Blutzeugen von Brescia beigesetzt.

2. † um 150 wurde in Sora im Latium, der heilige Märtyrer Julian von Sora, der sich zu Christus bekannte, durch Enthauptung hingerichtet, zur Zeit des Kaisers Antoninus Pius.

3. † in Le Mans Gedenktag des ersten Bischofs dieser Stadt, des heiligen Julian von Le Mans. Die späte Legende machte ihn zu einem der 72 Jünger des Herrn (Lk 10,1) und ließ ihn vom heiligen Petrus ausgesandt werden; vielleicht wurde er mit vom heiligen Papst Fabian (20. Januar 250/1) mit ausgesandt; wahrscheinlich lebte er aber erst im 4. Jahrhundert 616 wurde über seinem Grab eine Basilika errichtet, 835 seine Reliquien in die Kathedrale überführt. Seine Verehrung verbreitete sich bis nach Paderborn, nachweisbar dort 1205, darum wurde ein Teil seiner Reliquien 1246 nach Paderborn übertragen und er dort zum Stadtpatron ernannt. Er war kein Märtyrer.

4. † am Dienstag, dem 27. Januar 303, wurde in Mariana auf Korsika, die noch sehr junge heilige Jungfrau und Märtyrin Devote für Christus zugrundegerichtet. Sie ist auch die Patronin von Monaco.

5. † am Samstag, dem 27. Januar 610, entschlief in seiner Abtei Bodon, der heilige Abt Marius von Bodon, Saint Maire, der aus Orléans in dieses Alpenkloster gekommen war, das in La-Val-Benoît gegründet worden war; vielleicht war er auch Abtbischof vom nahen Sisteron.

6. † am Samstag, dem 27. Januar 672, entschlief in Rom an Sankt Peter, der heilige Papst Vitalianus, der sich besonders für das Heil der Engländer eingesetzt hat.
Siehe auch 29. Juni, 1/59

7. † am Sonntag, dem 27. Januar 1022, entschlief in Tonnerre in Burgund, der heilige Bischof Theodoric II. von Orléans, der dort unterwegs nach Rom gestorben ist.

8. † am Samstag, dem 27. Januar 1077, entschlief in Chartres, der heilige Diakon Gilduin, Diakon von Dol in der Bretagne, wurde Kanoniker, dann trotz seiner Jugend zum Bischof gewählt, in Rom bei Papst Gregor VII. (25. Mai 1085/2) persönlich die Annahme dieser hohen Ehrung verzichtete und, auf der Rückreise, vom Fieber überfallen im gastlichen Benediktinerkloster hier gestorben ist.

9. † am Montag, dem 27. Januar 1130, entschlief in Therouanne, Terwaan, der selige Bischof Jean de Varneton, Bischof von Therouanne, Terwaan, im Gebiet der Moriner, ein Schüler des heiligen Bischofs Ivo von Chartres (23. Dezember 1116/4), der als Regular-Kanoniker das Bischofsamt übernahm und in ihm in fast 30 Jahren die Simonie bekämpfte und acht Klöster, für Mönche und für Kanoniker, gegründet hat. Er kämpfte um die Disziplin des Klerus auch auf Regionalsynoden, in Saint Omer, Beauvais, Reims und Chalons.

10. † am Mittwoch, dem 27. Januar 1430, entschlief in Riva San Vitales bei Como, der selige Priester und Eremit Manfredo di Settala.

11. † am Montag, dem 27. Januar 1794, wurde in Angers durch die Guillotine enthauptet, die selige Märtyrin Rosalie du Verdier de la Sorinière, 50 J., die 17-jährig Benediktinerin geworden war, nach zehn Jahren in der Abtei in Oréans zurückgekehrt, wurde sie Äbtissin unter ihrem Namen Mère Céleste. Als am 28. September 1792 ihr Kloster konfisziert wurde, begab sie sich zu ihrer Schwägerin in Longeron Marie de la Dive (26. Januar, 14/7 und 2. Januar, 14 / 14). Mit ihr wurde sie am 19. Januar 1794 dort verhaftet, am 24. Januar zum Tode verurteilt und am 27. Januar hingerichtet.
Siehe auch 2. Januar, 14/15.

12. † am Donnerstag, dem 27. Januar 1887, wurde zwischen Mengo und den Hügeln von Namierembe bei Mpigi in Uganda, enthauptet, der heilige Märtyrer Joannes Maria, Yohana Maria Muzzi, etwas über 30 J., der wegen seiner Weisheit Muzeyi, der Alte genannt wurde. Er stand im Dienst des Königs und wollte nicht fliehen in der Zeit der Verfolgung; so bekannte er sich zu Christus, vor dem höchsten Beamten des Königs. Daraufhin wurde er enthauptet und sein Leichnam in einen See versenkt. Er ist der letzte dieser Gruppe von Märtyrern von Uganda.
Siehe auch 3. Juni,1/22

13. † am Montag, dem 27. Januar 1896, entschlief in der Stadt Gilet bei Valencia, der heilige Priester Enrique de Ossó y Cervelló, der zur Förderung der christlichen Erziehung von Mädchen im Geiste der heiligen Teresa von Avila (15. Oktober 1582/1), die Ordensgemeinschaft Congregación de las Hermanas de la Compania de Santa Teresa de Jesús, Schwestern der Gesellschaft der heiligen Teresa von Jesus, gründete, die ihn später verstoßen hat; seine letzten Lebensjahre verbrachte er in einem Franziskanerkloster.

14. † am Donnerstag, dem 27. Januar 1927, entschlief in Kaunas, Kovno, Litauen, der selige Erzbischof Georgius, litauisch: Jurgis Matulaitis-Matulevicius, polnisch: Jerzy Matulevicz, 55 J., Erzbischof von Wilna, Vilnius, geboren in Lugine, bei Marijampole, im Grenzgebiet Polen-Litauen, unter seinem litauischen Namen, den er 1891 polonisieren ließ. Er studierte an der Katholischen Akademie in Sankt Petersburg und empfing dort im Jahr 1902, 27-jährig, die Priesterweihe; im selben Jahr wurde er an der Universität Fribourg in der Schweiz zum Dr. theol. promoviert, mit seiner Doktorarbeit über die Theologie des Russisch-Orthodoxen Kirche. Dann wurde er Professor am Priesterseminar in Kielce. Danach wirkte er in Warschau und gründete dort, zusammen mit einem polnischen Priester, den Katholischen Arbeiter Verein, für den er auch eine Zeitschrift gründete, den Polnischen Arbeiter. 1907 wurde er Professor für Soziologie an der Katholischen Akademie in Sankt Petersburg. 1909, zurück in Mariampolis, heute wieder in Litauen, der Stadt der Marijaner, entschied er sich für das klösterliche Leben und legte in einer Privatkapelle die drei Gelübde ab; das letzte Marijanerkloster der Gründung von 1673 war 1904 von den russischen Behörden geschlossen worden, fast alle Mitglieder waren ausgewichen und hatten sich dem Diözesanklerus angeschlossen; nur der Generalobere Vincent Sekowski war noch da. Als er diesen Freund und Professor als quasi Novizen annahm und einen zweiten Kandidaten hinzu, entdeckte die zaristische Geheimpolizei seine verbotene Aktivität und er musste fliehen, zuerst in die Gegend um Warschau, wo er in Mariansca Puscza, Marienbusch, polnische Mitglieder der Marijaner annahm, dann 1911 in die Schweiz nach Fribourg, von dort aus ging er 1913 nach Chicago in USA. Kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs war er zurück in Polen, im damals zu Russland gehörenden Teil, und konnte das Land einstweilen nicht mehr verlassen. Seit er 1910 die Ordensregel nach der alten von 1673 ganz neu überarbeitet hatte und 1911 als Generaloberer galt, wuchs wieder der Orden der Marijaner, Regularkleriker von der Unbefleckten Empfängnis der Allerseligsten Jungfrau Maria, Marianiten, Mnichow Marianóv. Er gründete 1918 die Schwestern von der Unbefleckten Empfängnis der Allerseligsten Jungfrau Maria: Nekalta Mergelès Marijos Prasidéjimo Seserys; dann die Schwestern der Armen Jesu Christi, dann 1923 die Dienerinnen Jesu in der Heiligsten EucharistieDie Eucharistie - von griechisch „ευχαριστειν, Dank sagen” - vergegenwärtigt das heilvolle Sterben Jesu Christi. Die Römisch-Katholische, die Orthodoxe und die Anglikanische Kirche nennen diese Mahlfeier im Anschluss an 1. Korintherbrief 11, 24 Eucharistie, die Evangelischen Kirchen sprechen von „Abendmahl” im Anschluss an Markusevangelium 14, 17 und 1. Korintherbrief 11, 23., Eucharistinnen. Erzbischof von Wilna war er von 1918 bis 1925; er musste sein Bischofsamt aufgeben, weil Wilna politisch Polen zugeordnet worden war und in Polen ein Litauer als Bischof für untragbar gehalten wurde. Er musste den Titel Erzbischof von Wilna abgeben und erhielt dafür den Titel Erzbischof von Adulis in Aethiopien. Dann wurde er von Papst Pius XI. zum Visitator für das neu entstandene Litauen ernannt und erhielt den Auftrag, ein Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und der Republik Litauen vorzubereiten. Er starb unerwartet auf einer Dienstreise. Er wurde von Papst Johannes-Paul II. am 28. Juni 1987 seliggesprochen, aus Anlass der 600-Jahr-Feier der Christianisierung Litauens. Heute ist das Priesterseminar in Marijampolis nach dem seligen Jurgis Matulaitis benannt.

Paderborn: Julian von Le Mans: 3
Strassburg: Amarin, Leiter der Zelle von Doroangus, Märtyrer: vgl. 25. Januar/8


aus dem MARTYROLOGIUM ROMANUM 2004 übersetzt und in vielen Teilen ergänzt
von † Klaus Martin Reichenbach, Priester der Erzdiözese Köln





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Autor: Klaus Martin Reichenbach - zuletzt aktualisiert am 04.08.2016
korrekt zitieren:
Klaus Martin Reichenbach: Artikel
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