Ökumenisches Heiligenlexikon

Einführung Verzeichnis der Übersichten

25. Januar


1. † Fest der Bekehrung des heiligen Apostels Paulus, dem, unterwegs nach Damaskus, als er noch mit Drohungen und Mord gegen die Jünger des Herrn wütete (Apg 9,1), Jesus persönlich sich als der siegreich Auferstandene, auf dem Weg offenbart hat und ihn dazu auserwählt hat, dass er, erfüllt mit Heiligem Geist, das Evangelium des Heils den Heiden verkünde, dabei viele Leiden für den Namen (Apg 9,15 - 16) Christi, des Messias, ertragen werde. Der von Haus aus Saulus שׁאול Erbetener, Gerufene, nannte sich von da an Paulus, Παυλος, Geringer.(Apg 9,1 - 22; 22,5- 16)
Siehe auch 29. Juni/1

2. † Gedenken an den heiligen Ananias, Hananias, חנניה, der Herr ist Gnade, den Jünger des Herrn, dem in Damaskus Jesus erschien und ihn beauftrage, den bekehrten Saulus zu taufen. (Apg 9,10 - 19; 22,12 - 16)

3. † am heutigen Tag gedenkt die Kirche von Puteoli, Pozzuoli, des heiligen Märtyrers Arthemas aus dem 3. Jahrhundert

4. † wohl an einem 25. Januar, dem Jahrestag des um 400 erfolgten Martyriums des heiligen Märtyrers Agiléus von Karthago, hat der heilige Augustinus (28. August 430/1) in seiner Basilika in Karthago eine Predigt über ihn gehalten.

5. † am Freitag, dem 25. Januar 390, entschlief in seiner Geburtsstadt Azianz bei Nazianz, der heilige Bischof Gregorios Γρηγοριος der Wächter (vgl. Ezech 3,17), von Nazianz, der Jüngere, etwa 60 J., auch Θεολογος der Theologe genannt. Sein Gedächtnis wird am 2. Januar/1 gefeiert. Er war der Sohn des heiligen Bischofs Gregorios von Nazianz, des Älteren (1. Januar 374/-) und der heiligen Nonna von Nazianz (5. August 374 / 5), ein Bruder des heiligen Hofarztes Kaisareios, Caesarius von Nazianz (25. Februar 369/-) und der heiligen Familienmutter Gorgonia (9. Dezember 369/3). Er studierte in Kaisareia in Kappadoken, heute Eskikaisarje, danach in Kaisareia, Caesarea am Meer in Palästina, danach in Alexandria und schließlich zehn Jahre lang in Athen, zusammen mit seinem Freund, dem heiligen Basileios dem Großen (1. Januar 389 / 2). Mit diesem lebte er dann in dessen Klostergründung im Pontus zurückgezogen und studierte die Heiligen Schriften. Zu Weihnachten 361 in Nazianz, ließ er sich überreden, die Priesterweihe zu empfangen, zog sich aber wieder gleich zurück und begann seinen Dienst erst Ostern 362. Zehn Jahre später ließ er sich von seinem Freund Basileios überreden, sich von diesem die Bischofsweihe für Sasima spenden zu lassen, trat aber seinen Dienst dort nicht an, sondern zog sich zurück in das Kloster Sankt Thekla in Seleukeia, heute Selefkije. Nach dem Tod seines Vaters 374 trat er sehr kurze Zeit dessen Nachfolge an, war fünf Jahre später kurz Bischof von Nikaia vor Konstantinopel, übernahm 381 das urchristliche Bistum Antiocheia, Antakije, (vgl. Apg 11, 26) zog sich aber zwei Jahre später ganz zurück in seinen Geburtsort Azianz bei Nazianz und lebte ganz für seine Schriften, 245 Briefe, die Übersetzung der Werke des Origenes aus dem Koptischen ins Griechische, und seine Autobiographie. Er wurde begraben in seinem Heimatort, später aber wurden seine Reliquien in Konstantinopel verehrt. Im 8. Jahrhundert, zur Zeit des Bildersturms in Konstantinopel, nahmen griechische Mönche aus dem Kloster Hagia Anastasia seine Reliquien mit sich nach Rom, wo sie Zuflucht vor der Verfolgung fanden; sie kamen ins Benediktinerkloster Santa Maria in Campo Marzio und dort ins Oratorium Sanctus Gregorios Nazianzenus, das spätere Benediktinerinnenkloster Santa Maria e San Gregorio. Am 12. Februar 1578 weihte Papst Gregor XIII. den ersten Teil des neuen Petersdomes ein und erbat von den Nonnen die Reliquien des von ihm so hoch verehrten Namensvetters, die er am 11. Juni 1580 feierlich in den Petersdom übertrug und im ihm geweihten Gregoriusaltar beisetzte. Am 19. August 2004 wurde der Altar geöffnet und die Reliquien verifiziert. Am 27. November 2004 wurden sie, zusammen mit den Reliquien des heiligen Johannes Chrysostomos (14. September 407 / 5), von Papst Johannes-Paul II. im Petersdom feierlich dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaeos I. von Konstantinopel übergeben und von diesem am folgenden Tag in den Phanar nach Konstantinopel, Byzanz, Istanbul übertragen; sie wurden in der Sankt Georgs Kirche des Ökumenischen Patriarchates aufgestellt und am Vorabend des Festes des heiligen Apostels Andreas (30. November/1) in einer feierlichen Liturgie willkommen geheißen.
• Der ihm befreundete Gregor, Γρηγοριος, war Bischof von Sasima, danach von Konstantinopel, von dort vertrieben schließlich Bischof von Nazianz, heute Nenizi. Er verteidigte mit großer Inbrunst die Gottheit des Wortes, deswegen wird er auch mit Beinamen ό θεολογος, theologus, der Theologe, genannt. Er starb am 25. Januar 390 (Siehe 25. Januar/6).

6. † an einem 25. Januar im 4. Jahrhundert, zur Zeit des arianischen Kaisers Valens, um 370, lebte der heilige Bischof Bretannion, Bischof von Tomi in Skythien, heute in Rumänien, der den arianischen Bestrebungen des Kaisers festen Widerstand entgegenbrachte und durch seine heiligmäßige Lebensführung in seinem Bistum den wahren Glauben aufblühen ließ.

7. † an einem 25. Januar um 325 entschlief in seiner Einsiedelei in Tabenna in der ägyptischen Thebaeis, der heilige Anachoret Palaemon, der sich beständig um ein Leben im Gebet und unter härtesten Bedingungen bemühte und der Lehrer des heiligen Pachomius (9. Mai 347/3) gewesen ist.

8. † am Dienstag, dem 25. Januar 676, wurden in Volvic von Leuten aus der eigenen Stadt, wegen einer Familienfehde, ermordet, der heilige Bischof und Märtyrer Praejectus, Vornübergeworfener, Saint Prix, Preils, der, Helfer des Bischof Genesius (3. Juni, um 650 / 8) von Clermont, dessen Nachfolger als Bischof von Clermont war. Mit ihm fiel den Mördern zum Opfer der heilige Diener, Abt und Märtyrer Amarinus, Abt von Doroangue. Im 8. Jahrhundert kamen seine Reliquien nach Flavigny und nach S. Quentin.

9. † am Freitag, dem 25. Januar 1084, entschlief in Marciennes in Flandern der heilige Abt Poppo von Stablo, Stavelot, 50 J., geboren als flämischer Ritter, der, nach einer Pilgerfahrt nach Jerusalem und eine nach Rom, in Reims in das Benediktinerkloster Saint Thierry eintrat und bald nach Verdun in das Kloster Saint Vannes wechselte; dort war sein Lehrer der selige Abt Richard von Saint Vannes (14. Juni 1046/-), der große Vertreter der lothringischen Klosterreform; nach einigen Jahren als Prior in Saint Vaast in Arras und in Beaulieu in den Argonnen, wurde er vom Kaiser ernannt zum Abt von Stablo und Malmedy; als führender Abt der benediktinischen cluniazensischen Klosterreform erhielt er schließlich die Oberaufsicht über viele Abteien im ganzen Reich. Er wurde beigesetzt in seiner Abtei in Stablo.

10. † am Samstag, dem 25. Januar 1366, entschlief in Ulm, der selige Priester Heinrich Seuse, Henricus Suso, bereits 13-jährig in seiner Heimatstadt Konstanz ein Mitglied des Predigerordens, 18-jährig aufgrund eines inneren Erlebnisses zeitlebens Diener der Weisheit war, 1322 als Student des Studium Generale in Köln Schüler des berühmten Dominikaners und Erfurter Mystikers Meister Eckehart († 1328), ab 1326 zurück in Konstanz sein Büchlein der Weisheit verfasste, der groß war im geduldigen Ertragen von unzähligen Widerwärtigkeiten und Ärgerlichkeiten, im Zusammenhang mit der behutsamen päpstlichen Verurteilung einiger Sätze des Eckehart, die aber zugegebenermaßen auch katholisch verstanden werden konnten. Er wurde um 1348 ins Kloster Ulm versetzt und hat dort unauffällig gelebt bis zu seinem Heimgang.

11. † am Freitag, dem 25. Januar 1450, entschlief in Mondola im Piceno, der selige Priester Antonio di Mondola aus dem Orden der Augustiner-Eremiten.

12. † am Freitag , dem 25. Januar 1495, entschlief in Mantua in der Lombardei, die selige Jungfrau Archangela, Eleonora Girlani aus dem Orden der Karmeliterinnen, die Priorin im Karmel von Parma war und den Karmel in Mantua gegründet hat.

13. † am Montag, dem 25. Januar 1909, entschlief in Tortosa, seiner Geburtsstadt, in Tarragona in Spanien der selige Priester Manuel Domingo y Sol, 73 J.; 24-jährig wurde er 1860 zum Priester geweiht, KaplanEin Kaplan (von lateinisch capellanus, „der einer Hofkapelle zugeordnete Kleriker”) ist im deutschen Sprachraum ein römisch-katholischer Priester in den ersten Jahren nach seiner Weihe, der in der Regel noch einem erfahrenen Pfarrer unterstellt ist. In manchen Bistümern wird er Vikar genannt - dies ist die Bezeichnung des kanonischen Kirchenrechts von 1983 - in anderen Kooperator. in La Aldea, schon ein Jahr später Pfarrer in Santiago de Tortosa, arbeitete mit großem Eifer als Seelsorger, als Beichtvater dreier Klöster klausurierter Ordensschwestern, als Jugendseelsorger der ein Jugendzentrum baute; am 17. Mai 1884 gründete er die Hermandad Sacerdotes Operarios Diocesanos del Sacro Corazón de Jesús, Solidarität, Brüdergemeinschaft von Diözesanpriestern zur Förderungen für Priesterberufungen, approbiert vom Bischof von Tortosa; diese Arbeitsgemeinschaft verbreitete sich schnell in spanischen Priesterseminaren: 1884 war Valencia das Seminar der Gründergruppe, 1888 folgte das Seminar in Murcia, im folgenden Jahr das in Orthuele, 1893 in Placencia, im folgenden Jahr in Bugos, im darauf folgenden Jahr in Almeria; inzwischen hatte er 1892 in Rom as Collegio Pontificio Espagnol, Colegio Pontificio Español, für Los Operarios de sacerdotes que se dedicara a la formacion del clero, für die Arbeiter unter den Priestern, die sich der Bildung des Klerus widmeten. Viele Bischöfe forderten Mitglieder der Sodalität an für ihr Priesterseminar. In der spanischen Revolution wurden 30 von deren Mitgliedern zu Märtyrern; bisher sind neun von ihnen seliggesprochen worden (23. Juli/10).

14. † am Dienstag, dem 25. Januar 1944, entschlief in Alessandria in Piemont die selige Teresia Grillo Michel, Schwester Maria Antonia Grillo, 88 J., eine glückliche Ehefrau seit 1877, Witwe geworden 1891, die Ordensfrau wurde um in ihrer Barmherzigkeit die Möglichkeit zu haben, sich ungeteilt einzusetzen für die Linderung der Nöte der Armen; sie verkaufte ihren ganzen Besitz und gründete die Piccole Suore della Divina Providenza, Kleinen Schwestern von der Göttlichen Vorsehung, die sich in ihrem langen Leben und durch ihre aufopferungsvollen Reisen, vor allem nach Brasilien, schnell und segensreich ausbreiteten.

15. † am Donnerstag, dem 25. Januar 1945, wurde im Konzentrationslager Dachau ermordet, der selige Priester und Märtyrer Antun Swiadek, 35 J., Priester der Diözese Gniezno, Gnesen, der von den gottfeindlichen Besatzern seines Heimatlandes aufgegriffen und in Lagerhaft gehalten wurde, der in seinem Durchhalten den unverwelklichen Siegeskranz verdient hat.
Siehe auch 28. Mai, 14/104


aus dem MARTYROLOGIUM ROMANUM 2004 übersetzt und in vielen Teilen ergänzt
von † Klaus Martin Reichenbach, Priester der Erzdiözese Köln





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Autor: Klaus Martin Reichenbach - zuletzt aktualisiert am 17.01.2015
korrekt zitieren:
Klaus Martin Reichenbach: Artikel
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