Ökumenisches Heiligenlexikon

Einführung Verzeichnis der Übersichten

8. September

1. † Fest der Geburt der allerseligsten Jungfrau Maria, aus dem Samen Abrahams (1. Mos 12, 3; 22, 18), dem Stamm Juda entsprossen (1. Mos 49, 10), aus der Nachkommenschaft des Königs David (Mt 1, 1 - 17), aus der der Sohn Gottes geboren ist, Mensch geworden vom Heiligen Geist (Mt 1, 18 - 25 und Lk 1, 26 - 38), damit er die Menschen aus der alten Knechtschaft der Sünde befreie (1. Mos 3, 15; vgl. Lk 10, 18 - 19; Röm 5, 12 + 21; 6, 12 + 14; 7, 17 + 20; 8, 21; Hebr 2, 15; Offb 12, 13 - 17). Über die Geburt der Muttergottes berichten die biblischen Schriften nichts Genaueres. Nur das außerbiblische Protoevangelium Jakobus (5, 2) berichtet ihre Geburt und die Namen ihrer Eltern Joachim und Anna. Dass sie aus der Familie Davids des Königs stammt, ist durch Analogieschluss, also indirekt, aufzuzeigen möglich: Mt 1, 16: Jakob zeugte den Joseph, den Mann Marias; von ihr wurde Jesus geboren, der der Christus genannt wird, ist die Schlüsselstelle, Lk 1, 36 und Röm 1, 3 sind ähnlich deutbar. Die liturgische Tradition in Ost- und Westkirche möge uns helfen zu feiern, ohne dass wir durch überflüssige Diskussionen allzu nörglerisch nur kritisieren. So helfe sie uns, an ihrem Geburtstag froh zu gratulieren: Deo gratias.

2. † etwa Anfang September 306, wurden in Nikomedien in Bithynien, Izmit, zu Blutzeugen, der heilige Märtyrer Hadrian, Offizier des kaiserlichen Heeres, und seine Gefährten, Soldaten im römischen Heer, die, in der Christenverfolgung unter Kaiser Maximian lange Zeit eingekerkert, ausgehungert und verprügelt, zu einem qualvollen Sterben verurteilt waren, als ihnen Arme und Beine abgeschlagen wurden. Papst Honorius I. hat um 630 die Curia, den Sitzungssaal des Römischen Senates auf dem Forum Romanum, in eine Kirche umgewandelt und nach diesem heiligen Hadrian benannt. Im Martyrologium Romanum 1956 wird noch der 4. März als Todestag und der 8. September als Tag der Translation seiner Reliquien nach Rom genannt.

3. † an einem 8. September um 311, wurden in Alexandria in Ägypten zu Blutzeugen, die heiligen Priester und Märtyrer Faustus, Dius und Ammonius, die in der Verfolgung durch Kaiser Diokletian, gemeinsam mit dem heiligen Bischof Petrus, die Siegeskrone des Martyriums empfangen haben.

4. † am Donnerstag, dem 8. September 438, entschlief in der Stadt Bagrevand im damaligen Groß-Armenien, der heilige Bischof Isaac, der um das christliche Leben im Volk zu fördern die Heilige Schrift und die Liturgie in die armenische Sprache übersetzt hat; er war Anhänger der auf der SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten. In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet. von Ephesus verkündeten Glaubenslehre von der Gottesgebärerin, wurde aber bald von seinem Bischofsstuhl vertrieben und ist als Verbannter entschlafen.

5. † am Donnerstag, dem 8. September 701, war in Rom an Sankt Peter, die Beisetzung des heiligen Papstes Sergius I., ein gebürtiger Syrer, der sich viel Mühe gegeben hat, die Sachsen und die Friesen zu evangelisieren und der viele Widersprüche und Streitigkeiten geschlichtet hat, der lieber gestorben wäre, als das er Irrlehren seine Zustimmung gegeben hätte.
Siehe auch 29. Juni, 1/63

6. † am Samstag, dem 8. September 725, entschlief in Kains, bei Mais-Meran, in dem von ihm gegründeten Klösterchen, der heilige Wanderbischof Korbinian, der hauptsächlich in Freising gewirkt hat. Geboren war er in Arpajon, das früher Châtres hieß und bei Melun, unweit von Paris liegt; sein Vater Waltekis war Franke, seine Mutter Corbiniana kam aus Irland. Er lebte lange in der Nähe seiner Heimatstadt an der Kirche Saint-Germain, machte dann eine Wallfahrt nach Rom und wollte sich als Eremit sociare cum sanctis, in die Gesellschaft der heiligen (Märtyrer) begeben, also an einer der Katakomben niederlassen. Der heilige Papst Gregor II. (11. Februar 731/7) aber weihte ihn zum Wanderbischof und sandte ihn aus nach Bayern, um die dortige Bevölkerung zu christianisieren. Der Herzog Grimoald, dessen Residenz in Freising war, nahm ihn wohlwollend auf und schenkte ihm Ländereien auch in Kains, bei Mais-Meran, wo er ein Klösterchen gründete, in das er sich gerne zeitweise zurückzog. Als er den Herzog auf seine nach damaligem Kirchenrecht unrechte Ehe ansprach und dieser auf ihn hörte, bekam er mit der betroffenen Frau Pilitrud, Plektrudis, der Witwe seines Bruders, großen Ärger und flüchtete ganz nach Kains. Als Hugibert Herzog in Freising wurde, holte dieser ihn wieder zurück und half ihm 725 bei der Gründung des Freisinger Oratoriums Sankt Stephan (Weihen-Stephan). Entschlafen ist er in seiner Lieblingsgründung Kains und begraben, seinem alten römischen Wunsch sociare cum sanctis entsprechend, neben dem Grab des heiligen Wanderbischofs Valentinus (7. Januar um 475/4) auf der Zenoburg in Mais bei Meran. Bischof Arbeo von Freising († 783) entsprach der Bitte des irisch-stämmigen heiligen Virgil von Salzburg (27. November 784/11) und verfasste die Lebensbeschreibung Korbinians, außerdem holte er um 767 seinen Leichnam von Mais ab und setzte ihn am 20. November in der Freisinger Domkrypta bei. Um dieselbe Zeit, vielleicht wenige Jahre früher, hatte Herzog Tassilo III. die anderen Reliquien aus der Zenoburg, den heiligen Valentinus, nach Passau übertragen, wo dieser Bistumspatron ist. Korbinian ist Bistumspatron von München-Freising. Korbinian wird dargestellt in Begleitung eines Bären; nach der Legende riss ein Bär in den Alpen am Brenner das Lasttier des Rompilgers Korbinian und wurde zur Strafe vom Geschädigten im Namen Christi veranlasst, sein Gepäck bis Rom zu tragen, wo er vor der Stadt in seine wilde Freiheit entlassen wurde; so kam der Bär ins Wappen der Stadt Freising; Papst Benedikt XVI., der 1977 - 1981 Erzbischof von München-Freising war, übernahm 2005 den Bären in sein Papstwappen.

7. † am Dienstag, dem 8. September 1080, entschlief in Pébrac bei Puy in Gallien, der heilige Priester Petrus, Pierre de Chavanon, der, ausgerichtet auf ein Leben größerer Vollkommenheit, sich verborgen hat in dieser Zurückgezogenheit, um eine Koinobitengemeinschaft von Regularkanonikern aufzubauen, der dann auch deren Vorgesetzter geworden ist.

8. † am Dienstag, dem 8. September 1478, entschlief in Pesaro im Piceno in Italien, die selige Seraphine Sforza, die in ihrem Eheleben viele Widerwärtigkeiten erlebt hat, die, Witwe geworden, die restlichen Jahre ihres Lebens unter der Regel der heiligen Klara verbracht hat.

9. † am Sonntag, dem 8. September 1555, entschlief in Valencia in Spanien, der heilige Bischof Tomas de Villa Nova, der, Eremit unter der Regel des heiligen Augustinus, als er das Bischofsamt im Gehorsam auf sich genommen hatte, unter anderen oberhirtlichen Tugenden, durch eine so glühende Liebe zu den Armen hervorragte, dass er alles für die Bedürftigen ausgegeben hat, kaum dass er ein kleines Bett für sich behalten hätte.

10. † am Freitag, dem 8. September 1600, wurden in Durham, gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt, die seligen Märtyrer Thomas Palaser, ein Priester, John Norton und John Talbot, die, unter Königin Elizabeth I., zum Tode verurteilt worden sind, der eine weil er als Priester nach England zurückgekehrt war, die anderen weil sie ihn unterstützt hatten.
Siehe auch 12. Februar, 8/63 - 65

11. † am Dienstag, dem 8. September 1654, entschlief in Cartagena in Kolumbien, der heilige Priesters Petrus Claver, dessen Gedenktag morgen begangen wird.

12. † am Freitag, dem 8. September 1628, wurden in Nagasaki hingerichtet, die seligen Märtyrer Antun de San Bonaventura, Priester aus dem Orden der Minderbrüder, Domingo Castellet, Priester aus dem Orden der Prediger, und zwanzig Gefährten, Laien,(s. u.) die meisten noch Kinder, die alle entweder durch das Krummschwert oder durch Feuer für Christus das Martyrium auf sich genommen haben.
• 1. (171) der selige Märtyrer Antun de San Bonaventura de Tuy, 40 J., Priester aus dem Orden der Minderbrüder, wurde enthauptet
• 2. (168) der selige Märtyrer Domingo Castellet, 36 J., Priester aus dem Orden der Prediger, Dominikaner, wurde lebendig verbrannt
• 3. (172) der selige Märtyrer Dominicus von Nagasaki, Laienbruder aus dem Orden der Minderbrüder, wurde lebendig verbrannt
• 4. (169) der selige Märtyrer Tomas de San Jacinto, vom heiligen Hyazinthus, Mitglied des Predigerordens, wahrscheinlich Priester, wurde lebendig verbrannt
• 5. (170) der selige Märtyrer Antonius vom heiligen Dominikus, 20 J., Japaner, Laienbruder aus dem Predigerorden; wurde enthauptet
• 6. (189) die selige Märtyrin Lucia Ludovica, Louise von Omura, eine Witwe
• 7. (173) der selige Märtyrer Joannes Tomachi und seine vier Söhne wurden enthauptet:
• 8. (174) der selige Märtyrer Dominikus, 16 J.
• 9. (175) der selige Märtyrer Michael, 15. J.
• 10. (176) der selige Märtyrer Tomas 10 J. und
• 11. (177) der kleine selige Märtyrer Paul, 7. J.
• 12. (178) der selige Märtyrer Joannes Imamura wurde enthauptet
• 13. (179) der selige Märtyrer Paulus Sadayu Aybara wurde enthauptet
• 14. (180) der selige Märtyrer Romanus Aybara und sein Sohn Leo wurden beide enthauptet:
• 15. (181) der selige Märtyrer Leo Aybara
• 16. (182) der selige Märtyrer Jacobus Hayashida wurde enthauptet
• 17. (183) der selige Märtyrer Matteus Anjin Alvarez wurde enthauptet
• 18. (184) der selige Märtyrer Michael Yamada und sein Sohn wurden enthauptet:
• 19. (185) der selige Märtyrer Laurentius Yamada
• 20. (186) der selige Märtyrer Ludovicus Higashi und seine beiden Söhne wurden enthauptet:
• 21. (187) der kleine selige Märtyrer Franciscus Higashi, 5 J. und
• 22. (188) der kleine selige Märtyrer Dominicus Higashi, 2 J.
Siehe auch 10. September 11/168 - 189

13. † am Donnerstag, dem 8. September 1853, entschlief in Marseille, der selige Friedrich, Antoine-Frederic Ozanam, der, ein Mann berühmt wegen seiner Bildung und seiner Frömmigkeit, durch seine überragende Gelehrtheit, die Glaubenswahrheiten verteidigt und verbreitet hat, der den Vinzenz-Verein, nach dem heilige Vincent von Paul (27. September 1660/1) benannt, gegründet und selber beharrlich den Armen in karitativen Werken beigestanden hat, und der als ein ausgezeichneter Familienvater seine Familie zu einer Hauskirche gemacht hat.

14. † am Dienstag, dem 8. September 1936, wurden bei Almeria, an der Küste Andalusiens, am Straßenrand erschossen, die seligen Märtyrer José Caecilio, Bonifacio Rodriguez Gonzáles, 51 J., Teodemiro Joaquin, Adriano Sainz Sainz, 29 J., und Evencio Ricardo, Eusebio Alonso, Urjurra, 29 J., die als Christliche Schulbrüder, zur Zeit des Bürgerkrieges, wegen der Religionsverfolgung, die Siegespalme der Märtyrer erlangt haben.
Siehe auch 30. August,11/6 - 8

15. † am selben Dienstag, wurde im Dorf Alcoy bei Alicante erschossen,der selige Märtyrer Marino Blanes Giner, 48 J., der als Familienvater von neun Kindern, zur Zeit derselben Verfolgung, von Menschen den Tod, von Gott aber das ewige Leben angenommen hat.
Siehe auch 29. Dezember, 11/105

16. † am selben Tag, wurde in der Stadt Picardo di Paterna, erschossen, der selige Märtyrer Ismael Escrihuela Esteve, 34 J., ein Familienvater von drei Söhnen, der durch sein Martyrium Anteil am Sieg Christi erhalten hat.
Siehe auch 29. Dezember, 11/106

17. † am selben Tag, wurde in seiner Geburtsstadt, in Villareal de los Infantes bei Valencia, mit Bajonettstichen ermordet, der selige Märtyrer Pascual Fortuño Almela, 50 J., Priester aus dem Minderbrüderorden, der um des Zeugnisses für Christus willen die Siegeskrone erhalten hat.
Siehe auch 229. Dezember, 11/107

18. † ebenfalls am selben Tag, wurden in der Stadt Buñol bei Valencia, erschossen, die seligen Jungfrauen und Märtyrinnen Josefa de San Juan de Dios, Ruano García, 82 J., und Maria Dolores de Santa Eulalia, Puig Bonany, 79 J., Kleine Schwestern aus der Kongregation der Verlassenen Greise, Hermanitas de los Ancianos Desamperados, die in derselben Glaubensverfolgung die Krone der Herrlichkeit, durch das Vergießen ihres Blutes, erlangt haben.
Siehe auch 29. Dezember, 11/108 - 109

19. † am Dienstag, dem 8. September 1942, wurde nahe München im Konzentrationslager Dachau umgebracht, der selige Priester und Märtyrer Adam Bargielski, 39 J., Priester der Diözese Lomzá, der sich im Krieg spontan anstelle seines Pfarrers den Feinden des Glaubens angeboten hat und in der Haft Härten durchlitten hat und so unbesiegt die Pilgerschaft zur ewigen Herrlichkeit vollendet hat.
Siehe auch 28. Mai, 14/72

20. † am Freitag, dem 8. September 1944, wurde in einem Außenlager von Groß-Rosen in Deutschland, ermordet der selige Märtyrer Wladyslaw Bladzinski, 36 J., ein Priester aus dem Michaelitenorden, der in demselben Sturm, von den Kirchenfeinden aus seinem Vaterland Polen in die Steinbrüche verschleppt, dort zugrundegegangen ist.
Siehe auch 29. Dezember, 11/102


aus dem MARTYROLOGIUM ROMANUM 2004 übersetzt und in vielen Teilen ergänzt
von † Klaus Martin Reichenbach, Priester der Erzdiözese Köln




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Autor: Klaus Martin Reichenbach - zuletzt aktualisiert am 12.08.2015
korrekt zitieren:
Klaus Martin Reichenbach: Artikel
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