Ökumenisches Heiligenlexikon

Einführung Verzeichnis der Übersichten

27. September

1. † am Montag, dem 27. September 1660, entschlief in Paris der heilige Priester Vinzenz von Paul, Saint Vincent de Paul, 79 J., auf dem Land geboren, der als kleiner Junge Schweinehirt war, der schon 19-jährig in Paris die Priesterweihe empfangen durfte. Er lernte den berühmten Priester, den späteren Kardinal, Pierre de Bérulle (Gründer eines Oratoriums in Paris, auch politisch einflussreich; † 1629) kennen. Auf dessen Vorschlag er Pfarrer in Clichy bei Paris wurde, dort auch Seelsorger der Königin Margot und Hausgeistlicher bei der Familie de Gondi, von denen einer der General für die königlichen Galeeren war. 1617 wurde er Pfarrer in Châtillon-les-Dombes und begann für die Landbevölkerung Volksmissionen zu halten und zu organisieren. 1625 gründete er für diese Volksmissionen in Paris die Congregatio Missionum, deren Sitz zuerst das Collège des Bons Enfants war, aber bald das viel geräumigere alte Priorat Saint Lazare; daher wurden die Volksmissionare bald Lazaristes, und nach ihrem Gründer Vinzentiner genannt. Er gründete Priesterseminare und hielt in Saint-Lazare jeden Dienstag Einkehrtage für Priester; daher kannte er sehr viele geistlich hervorragende Priester und konnte solche, als er von 1643 bis 1652 Mitglied im königlichen Conseil de Conscience war, für Bischofsernennungen empfehlen. Seit 1617 war er auch besonders fleißig im Aufspüren von Helferinnen für die mannigfachen Aufgaben der Caritas in den einzelnen Pfarreien. Er gründete damals die Confrérie des Dames de la Charité, die in Paris schließlich 1633 zur Gründung der Filles de la Charité führte, dies unter Mitwirkung der heiligen Louise de Marillac (15. März 1660/6). Es war der erste Orden in der Kirche, der keine Klausur und keine ewigen Gelübde kennt, sondern nur jeweils auf ein Jahr befristete Gelübde einführte. Auch sie werden nach ihm meist Vinzentinerinnen genannt. Er blieb immer sanftmütig und demütig. Er starb, am Kaminfeuer sitzend, mit den leise gemurmelten Worten Confiance! Jésus! - Vertrauen! Er wurde 1729 seliggesprochen, 1737 heiliggesprochen und 1885 vom Papst zum Patron aller Vereinigungen zur Ausübung von Werken der Barmherzigkeit ernannt.

2. † an einem 27. September im 3. Jahrhundert entschlief in Mailand, der heilige Bischof Cajus.

3. † an einem 27. September im 3. oder 5. Jhdt, wurden in Castro Seduno, bei Brémur in der Bourgogne, die heiligen Soldaten-Märtyrer Florentinus, Saint Florentin, Hilarius, Saint Hilaire, und Aphrodisius, Saint Aphrodise, entweder in einer römischen Christenverfolgung enthauptet, oder später von den Vandalen mit dem Schwert erschlagen; sie liegen begraben im nachbarlichen Dekanatsdorf Brémur.

4. † an einem 27. September um 789, entschlief nahe beim Kloster Liessies bei Avesnes im Hennegau, die heilige Jungfrau Hiltrudis, Helmtrudis, Tochter des Grafen Wibert vom Hof Pippins, die, zu einer vornehmen Ehe gedrängt, erreichte, dass ihre Schwester diese einging; so war sie frei für ihren Bräutigam Christus. Sie wurde von ihrem Bruder Gunthard, Gontrand, dem ersten Abt der Benediktinerabtei von Liessies, die ihr Vater gegründet hatte, versteckt und lebte 17 Jahre ganz in der Nähe in der Einsamkeit ihrer Klause.

5. † an einem 27. September um 825 wurden in Cordoba für Christus hingerichtet, die heiligen Märtyrer Adolphus und Johannes, Brüder von einander, Söhne eines muslimischen Vaters und der christlichen Mutter Artemia, die mit ihrer Tochter, der heiligen Jungfrau und Märtyrin Aurea (19. Juli 856/6), über 30 Jahre im Kloster Cuteclara, versteckt vor ihren muslimischen Verwandten, lebten. Anlass für ihre Flucht in dieses Kloster war die Hinrichtung der beiden Brüder, weil diese nach Auffassung des Sultans, vom Islam Abgefallene waren.
Siehe auch 3. Juni, 9/zum heutigen Datum

6. † am Sonntag, dem 27. September 1125, entschlief in Fara im Bistum Cingoli, der heilige Bonfilius, der, schon Bischof von Foligno, nach zehn Jahren im Heiligen Land, nach Italien zurückgekehrt ist, um Mönch zu werden im Kloster, dessen Abt er früher gewesen war, der schließlich in der Einsamkeit entschlafen ist.

7. † am Dienstag, dem 27. September 1323, entschlief in Paris, der heilige Elzear de Sabran, Graf von Ariano im Benevent, 37 J., gebürtig aus Ansous in der Provence, der 13-jährig die zwei Jahre ältere selige Delphina (26. November 1360/8) geheiratet hat und mit ihr zusammen 24 Jahre lang ein heiligmäßiges Leben führte, in Gebet und Buße, in Wahrung der Jungfräulichkeit, in allen Tugenden, ohne dass nach außen etwas aufgefallen wäre oder die Pflichten vernachlässigt worden wären. Er war Erzieher des Herzogs Karl von Kalabrien und Vertrauensmann des Königs Robert des Weisen von Neapel und sein Gesandter am Hof in Paris. Er wurde 1324 nach Apt überführt, wohin ihm seine Witwe folgte, die dort in Bescheidenheit und eifrig in guten Werken gelebt hat. Sein Patenkind, der selige Papst Urban V. (19. Dezember 1370/4), der in Avignon residierte, hat für beide Eheleute das Heiligsprechungsverfahren eingeleitet, aber erst kurz vor seinem Tod Elzears heiliggesprochen, was aber erst drei Jahre später von seinem Nachfolger veröffentlicht worden ist. Delphina, die neben ihm in Apt beigesetzt worden, wurde damals nur allgemein als Selige verehrt, aber diese Verehrung ist erst 1694 anerkannt.

8. † am Dienstag, dem 27. September 1457, entschlief in Pistoia in der Toskana der selige Priester Lorenzo da Ripafratta aus dem Dominikanerorden, der sechzig Jahre im Orden lebte, vor allem als Beichtvater bekannt und gesucht. Im Orden reformierte er still, voller Liebe und Frieden, mit größter Diskretion. Er führte den seligen Fra Angelico (18. Februar 1455/6) ins Ordensleben ein. Er war lange Jahre Generalvikar des Predigerordens.

9. † am Samstag, dem 27. September 1794, erlag seinen Entbehrungen, auf dem Sträflingsschiff Deux-Associés vor Rochefort, der selige Diakon und Märtyrer Jean-Baptist Laborier du Vivier, 60 J., Diakon der Diözese Maçon.
Siehe auch 27. August, 16/58.

10. † am Sonntag dem 27. September 1936, wurden in Sagunt für Christus ermordet
• der selige Priester und Märtyrer José Fenollosa Alcayna, 33 J., Professor am Priesterseminar und Kanoniker an San Bartolomé in Valencia, und
• der selige Märtyrer Fidel de Puzol, Mariano Climent Sanchés, 80 J., Kapuzinerbruder, erst seit 1936 in Valencia.
Siehe auch 29. Dezember, 11/151 - 152.

11. † am selben Tag wurden auf dem Friedhof im Dorf Gilet Valencia, erschossen
• die selige Jungfrau und Märtyrin Francisca Javier de Rafelbuñel, Maria Fenollosa Alcaina, 35 J., Kapuzinerin von der Heiligen Familie, und
• die selige Märtyrin Hermina Martinez Amigoó, 49 J., Familienmutter, die mit ihrem Ehemann zusammen die Märtyrerkrone errungen hat.
Siehe auch 29. Dezember, 11/153 - 154.


aus dem MARTYROLOGIUM ROMANUM 2004 übersetzt und in vielen Teilen ergänzt
von † Klaus Martin Reichenbach, Priester der Erzdiözese Köln




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Autor: Klaus Martin Reichenbach - zuletzt aktualisiert am 13.08.2015
korrekt zitieren:
Klaus Martin Reichenbach: Artikel
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