Ökumenisches Heiligenlexikon

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31. Mai

1. † Fest Maria Heimsuchung, als sie bei ihrer Verwandten Elisabeth ankam, die trotz ihres Alters den erbeteten Sohn empfangen hatte, und sie ihre Begrüßungsworte austauschten. Im Schoß der beiden glücklichen werdenden Mütter begegneten einander der kommende Erlöser, der seinen kommenden Vorläufer heiligte; Maria beantwortete die Begrüßung Elisabeths, indem sie, aufjauchzend im Heiligen Geist, im Loblied des Magnificat den Herrn lobpries (Lk 1, 39 - 56). - Im deutschen Sprachgebiet wird das Fest, wie bis 1969 in der Gesamtkirche, weiterhin am 2. Juli gefeiert.

2. † an einem 31. Mai im 1. Jahrhundert, vielleicht in Jahr 81, wurde in Rom die heilige Jungfrau und Märtyrin Petronilla beigesetzt im Koimeterion κοιμητηριον Entschlafungsstätte der Domitilla an der Via Ardeatina. Sie war durch Titus Flavianus Petronius Glied des christlichen Zweiges der Kaiserfamilie der Flavier, nach der Überlieferung von heiligen Petrus getauft und so nach ihm benannt, daher als seine geistliche Tochter angesehen.
Ihre Ruhestätte in den Domitilla-Katakomben ist neben der der heiligen Nereus und Achilleus (12. Mai/1) bezeugt. Eine dort gebaute Basilika trug im 7. Jahrhundert ihren Namen. 757 wurde der Sarkophag mit ihren Gebeinen in die konstantinische Petersbasilika überführt und dort in der Frankenkapelle aufgestellt, da die Franken sie als Nothelferin besonders verehrten. Im neuen Petersdom steht ihr Altar an der Abschlussmauer des rechten Seitenschiffs. In Frankreich war sie lange Jahrhunderte Nationalpatronin, weil sie, nach der Tradition, verkörperte, was Gallien und Frankreich sein wollte: la fille ainée de l’Eglise - la fille aimée de l’Eglise, die älteste und die geliebte Tochter der Kirche.

3. † an einem 31. Mai, im 3. Jahrhundert, wurde in Comana im Pontus, beim heutigen Tokana, der heilige Soldat Hermias zum Märtyrer.

4. † an einem 31. Mai, im 4. Jahrhundert, wurden in Aquilaea, Venedig, die heiligen Märtyrer Cantius, Cantianus und Cantianilla, von Verfolgern ergriffen, als sie eben die Stadt in einem Fahrzeug verließen, und schließlich doch der ihnen zugedachten Todesstrafe zugeführt.

5. † an einem 31. Mai, um 400, entschlief in Toulouse, der heilige Bischof Silvius, der mit dem Bau der Basilika über dem Grab seines Vorgängers und Märtyrers Saturninus (29. November, um 250/2) begonnen hat.

6. † am Freitag, dem 31. Mai 1314, entschlief in Forli in der Emilia, der selige Priester Giacomo Salomoni, der, als Heranwachsender, nach dem Tod seines Vaters und nachdem seine Mutter bei den Zisterzienserinnen eingetreten war, seine Güter an die Armen verteilte und, in den Dominikanerorden aufgenommen, 45 Jahre lang als ein mit hohen charismatischen Gaben Begabter, Freund der Armen und Mann des Friedens eine Leuchte war.

7. † am Dienstag, dem 31. Mai 1524, entschlief in Camerino, im Piceno, die selige Äbtissin Battista Camilla Varano, die das von ihrem Vater gestiftete Klarissenkloster leitete und große Unannehmlichkeiten und zugleich mystische Tröstungen erfahren hat.

8. † am Freitag, dem 31. Mai 1591, wurde in York, gehenkt, ausgewaidet und gevierteilt
• der selige Priester und Märtyrer Robert Thorpe, der in Reims studierte und im April 1585 die Priesterweihe durch Kardinal Guise empfing, wurde schon am 9. Mai danach als Heimat-Missionar nach England ausgesandt und konnte dort im Verborgenen in Yorkshire, seiner Heimat, wirken; in der Nacht auf den Palmsonntag 1591 kam er in das Haus Watkinsons in Menthorpe in East Riding, Yorkshire, um dort den Palmsonntag zu feiern; aufgefallen war aufmerksamen Nachbarn, dass Palmzweige von Watkinson ins Haus geschafft worden waren; so erstatteten sie Anzeige und so wurden beide in aller Frühe des Palmsonntags verhaftet und ins nahe Howden dem Friedensrichter John Gates vorgeführt; es folgte die Verurteilung beider, des Priesters wegen Hochverrats, daher traf ihn die volle Wucht der grausamen Todesstrafe; der Laie wegen nur Beihilfe, daher wurde er nur gehenkt.
• der selige Märtyrer Thomas Watkinson, ein Familienvater, alter frommer Katholik, der bei jeder sich bietenden Gelegenheit katholisch gebliebene Priester bei sich aufnahm, hat in der Nacht auf den Palmsonntag Robert Thorpe aufgenommen und für den Sonntag die Liturgie zum Beginn der Karwoche in seinem Haus geplant, dafür bereits Samstagnachmittag Palmzweige in sein Haus getragen. Ein abgefallener Priester, der ihn kannte, John Cecil, hat beide verraten und so dem Tode ausgeliefert; er berichtete später, auch Watkinson sei ein clerc, KlerikerEin Kleriker ist in der orthodoxen, katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche ein geweihter Amtsträger, der eine der drei Stufen des Weihesakraments - Diakon, Priester oder Bischof - empfangen hat. Im Unterschied zu den Klerikern bezeichnet man die anderen Gläubigen als Laien. Angehörige von Ordensgemeinschaften gelten, wenn sie nicht zu Priestern geweiht sind, als Laien und in der Orthodoxie als eigener geistlicher Stand. In den protestantischen Kirchen gibt es keine Unterscheidung von Klerus und Laien., gewesen; vielleicht war er Minorist, hatte die Tonsur und die Niederen Weihen empfangen; darüber ist aber sonst nichts bekannt.
Beide wurden am 22. November 1987 von Papst Johannes-Paul II. in Rom, mit 83 weiteren Märtyrern, seliggesprochen.
Siehe auch 12. Februar, 7/42 - 43

9. † am Freitag, dem 31. Mai 1686, entschlief in Paris, der selige Priester Nicolas Barré, 64 J., geboren in Amiens, studierte bei den Jesuiten und trat in den Orden der strengen Franziskaner, Minimen, ein; er wurde ein gefeierter Theologe und berühmter Seelenführer nach dem Geist des Evangeliums; er begann in Rouen und dann in Paris mit dem Sorgen für Brot und geistliche Nahrung für arme Jugendliche; er warb um Helferinnen und gründete über ganz Frankreich Armenschulen; es bildete sich um ihn die Schar derer, mit denen er dann die Sœurs de l’Enfant Jésus, de Saint Maur, Schwestern vom Armen Kinde Jesus, vom heiligen Maurus, gründete, damit im einfachen Volk kostenlos christliche Erziehung und Bildung ermöglicht und verbreitet werde. Papst Johannes-Paul II. hat ihn am 7. März 1999 seliggesprochen.

10. † am Donnerstag, dem 31. Mai 1787, entschlief in Nicosia auf Sizilien, der der selige Ordensmann Felice Giacomo Amoroso, der zehn Jahre lang abgewiesen, schließlich doch in den Kapuzinerorden aufgenommen wurde und die niedrigsten Aufgaben in Schlichtheit und Unschuld des Herzens erfüllt hat.

11. † am Donnerstag, dem 31. Mai 1866, entschlief in Bellegra, in der Romagna, der selige Ordensmann Mariano di Roccacasale, Domingo Di Nicolantonio aus dem Orden der Minderbrüder, der den Dienst an der Klosterpforte versah und das Tor der Ordensbrüder weit öffnete für Arme und für Pilger, die er mit größter Liebe rundum betreute.

12. † am Montag, dem 31. Mai 1886, fiel in Mityana, Mpigi in Uganda, dem Hass des Königs gegen die Kirche zum Opfer, der heilige Noë, Nowa Mawaggali, der, im Dienst des Königs als die Verfolgung begann, furchtlos ablehnte zu fliehen, seine Brust den Soldaten hinhielt und, von Lanzen durchbohrt, zusätzlich an einem Baum aufgehängt wurde, bis er seinen Geist für Christus aushauchte.


aus dem MARTYROLOGIUM ROMANUM 2004 übersetzt und in vielen Teilen ergänzt
von † Klaus Martin Reichenbach, Priester der Erzdiözese Köln




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Autor: Klaus Martin Reichenbach - zuletzt aktualisiert am 26.04.2015
korrekt zitieren:
Klaus Martin Reichenbach: Artikel
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