Ökumenisches Heiligenlexikon

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Madelberta


S. Madelberta (Maldeberta), V. Abbat. (7. Sept.) [Der Name Madelberta bedeutet (Weinhold, die deutschen Frauen des M.-A., S. 8) die »Redeglänzende«, wenn nicht etwa die Deutung »glänzende Jungfrau« richtiger ist.] Als Geburtsstätte der hl. Madelberta findet sich der Ort Courtsore (Villa Curtisobra) angegeben. Ihr Vater war nach der Legende ein vornehmer Mann, Namens Vincentius, der auch Madelgarius (Mauger) heißt und am 14. Juli verehrt wird. Ihre Mutter Wadeltrudis oder Wadetrudis (Vaudru) steht gleichfalls unter den Heiligen, am 9. April. Als kleines Mädchen wurde sie mit ihrer ältern Schwester Adeltrudis, die am 25. Febr. in den Heiligenkalendern angemerkt ist, ihrer Base Adelgunda, Abtissin zu Maubeuge (Malbodium), welche am 30. Jan. verehrt wird, zur Erziehung übergeben. Auch ihr erstgeborner Bruder Landricus genießt kirchliche Verehrung, am 17. April. Diese heiligen Geschwisterte hatten auch heilige Großeltern, Walbertus und Bertilia, die am 11. Mai verehrt werden. Die hl. Madelberta war »in diesem Blumengarten« ewissermassen die Rose: »Sie wuchs aus spitzigen Zweigen«, d.i. aus dem Zusammenwirken innerer und äußerer Abtödtung hervor. Das Kloster blieb ihr freigewählter, lieber Aufenthalt. Der beständige Umgang mit Gott, das gemeinsame Gebet zu den festgesetzten Stunden des Tags und der Nacht schien ihr annehmlicher, als alle Reize der Erde, ein Vorgeschmack des Himmels. Als aber der böse Feind sah, daß sie täglich mehr vom heiligen Feuer der göttlichen Liebe erglühe, bereitete er ihr schwere Nachstellungen; sie aber trat, im Vertrauen auf die Hilfe der Gnade Christi, muthig auf den Kampfplatz, in der sichern Hoffnung, »auch den Kampfpreis zu erringen«. Besonders liebte sie die hl. Armuth: Entbehrung leiden wegen Christus, der um unsertwillen arm geworden, war ihr jederzeit willkommen, denn im Himmel hoffte sie desto reicher zu werden. Ihr Streben war, das Joch Christi vollständig zu tragen, um in seiner Herrlichkeit sich dereinst erfreuen zu können. Sie betete viel, oft unter Thränen, stets aber mit ergebenem Herzen. Heilige Gesänge entquollen der innigen Liebe, die sie zu ihrem himmlischen Bräutigam trug. Unter ihren Beschäftigungen nennt ihre Lebensgeschichte die Anfertigung der sogenannten Chrysamhemdchen oder weißen Kleider, die damals wie jetzt den Neugetauften gereicht wurden. Als ihre Base Adelgundis gestorben war, mußte sie, nach Migne wahrscheinlich im J. 697, die Leitung des ganzen Hauses übernehmen. Madelberta, die im Kleinen treu gewesen, zeigte sich nun eben so treu im Großen. Sie leuchtete als Vorsteherin durch ihr Beispiel Allen voran und erreichte hiedurch mehr als durch strenge Befehle die Fortdauer klösterlicher Zucht und Frömmigkeit. Ungefähr ums J. 705 befahl sie ihre fromme Seele dem Herrn. Ihr Vater war ihr bereits vorausgegangen, und fand, nachdem er in dem von ihm gestifteten Kloster Aumont (monasterium Altimontis) tugendhaft geendet, in Soignies (Sonegias) seine Ruhestätte. Auch die Mutter war von dem hl. Autbert, Bischof von Cambrai, mit dem Schleier bekleidet worden und hatte an dem Orte, wo jetzt die Stadt Mons steht, und welcher damals Castrilocus genannt wurde, e. Kloster errichtet. Ihr hl. Leib wurde (Gall. chr. III. 829) vom hl. Hubertus von Maubeuge um das J. 722 nach Lüttich übertragen, wo er sich (Mg.) noch befindet. Vgl. H.-L. II. 233. Bezüglich der Chronologie dieser Heiligen gelangen die Acta SS. Belgii V. 490 ff. theilweise zu andern Ergebnissen, als die Boll. nach dem damaligen Stande der historischen Forschung gelangen konnten. (Geburt: 650; Boll. vor dem J. 638. Gründung von Maubeuge: 661. Eintritt ins Kloster daselbst zur Erziehung u. d.J. 665. Abtissin: 697. Tod: 706. Diesen Daten folgten auch Migne und die Neuern überhaupt.) Sie wird als Klosterfrau mit geöffnetem Buche dargestellt. (III. 103-111. A. SS. Bg. V. 490-503).




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zuletzt aktualisiert am 00.00.2014
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