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Ökumenisches Heiligenlexikon

Hinweise zu Stadlers »Heiligen-Lexikon« Abkürzungen

Monika


S. Monica, Vid. (4. Mai al. 9., 20., 28. April). Diese Heilige war die Mutter des großen hl. Augustinus, den sie, wie er selbst sagt, zweimal gebar; nach dem Fleische für dieses zeitliche Leben und mit dem Herzen für das Licht der Ewigkeit. Sie war geboren im J. 332 von christlichen und frommen Eltern. Ihre Erziehung war in der Furcht und Liebe des Herrn. Es lebte in ihrem heimatlichen Hause eine alte gar fromme Dienerin, die Monica's Vater, als er noch Kind war, getragen hatte. Aus dieser Ursache und wegen ihres Alters und ihres vorzüglich guten Betragens ward sie in diesem christlichen Hause sehr geehrt und wurde ihr die Aufsicht über die Töchter des Hauses übergeben. Hiebei bewies sie, wo es nothwendig war, eine heilige Strenge und zugleich wohl überlegte Klugheit. Monica's Lieblingsneigung war der Wein. Da sie öfter ganze Becher voll austrank, ward sie ernstlich gescholten und zu heilsamer Reue gebracht. Als sie erwachsen war, wurde sie an Patritius, einen Heiden von Tagaste, verheirathet. Sie diente ihm, »wie dem Herrn« und war emsig bemüht, ihn christlich zu machen. Sie trug die Ungemächlichkeiten des Ehebettes mit Geduld und zankte nie mit dem Gatten ob seiner Sinnlichkeit. War er zornig, so verstand sie sich so zu mäßigen, daß sie ihm nicht ein Wort entgegensagte. Erst wenn er durch ihre Sanftmuth überwunden und ruhig geworden war, gab sie ihm Red und Antwort. Auch ihre böse Schwiegermutter besiegte sie durch Gefälligkeiten. So lehrte sie auch Andere. Wenn Frauen die Spuren der Schläge zeigten und ihren Gatten anklagten, so sagte sie ihnen, sie möchten die Schuld nur ihrer eigenen Zunge beilegen, man dürfe den Männern nicht hochmüthig begegnen. Ueberhaupt versöhnte sie, wo sie immer nur konnte, alle entzweiten Gemüther. Sie gewann endlich im J. 370 ihren Gatten für das Christenthum; im folgenden Jahre starb er. Der durch die Bemühungen Monica's zuletzt ganz glücklichen Ehe waren drei Kinder entsprossen: Augustinus, Navigius und eine Tochter, deren Namen uns unbekannt ist. Wie sie als Mutter wirkte, hat uns Augustinus an sich selbst geschildert. Sie sprach oft zu ihm »vom ewigen Leben«, sie drückte ihm oft das heilige Zeichen der Erlösung auf die Stirne, sie trug die Geheimnisse des Glaubens wie ein süßes Lied zu den Ohren seines Geistes. Bekanntlich entsprach der Sohn dieser mütterlichen Liebe nicht; ihre Ermahnungen verachtete er als Weibergeschwätz (monitus muliebres mihi videbantur), dem zu folgen er sich geschämt haben würde. Da wendete sie sich von den Ermahnungen zum Gebete und zu Thränen. Sie weinte mehr über den Sohn als sonst Mütter über den Tod der Kinder zu weinen pflegen. Wo sie immer ein Gebet verrichtete, befeuchtete sie es mit ihren Thränen. Gott tröstete sie in einem Gesichte: sie sah ihren Sohn neben sich stehen! Sie war auch gewohnt, Bischöfe und Priester zu bitten, ihrem Sohne zuzusprechen. Einer von ihnen sagte: »Bitt' den Herrn für ihn!« Und als sie nicht aufhörte zu weinen, setzte er hinzu: »Sei getrost und fahre so fort, denn es kann nicht geschehen, daß der Sohn dieser Thränen verloren gehe.« Dieses Wort, sagt Augustinus, habe seine Mutter ergriffen, als wäre es eine Stimme vom Himmel gewesen. Um d.J. 383 ging Augustinus nach Rom. Die Mutter weinte bitter über die Trennung; sie lag ihm dringend an, nach Tagaste zurückzukehren vom Strande oder sie mitzunehmen. Da beredete er sie mit Mühe in einer dem hl. Cyprianus geweihten Capelle, unfern vom Meere, zu übernachten. Während aber die Mutter die Nacht durch zu Gott betete, daß Er die Fahrt verhindern möchte, schiffte der Sohn sich ein. Als Monica früh Morgens ans Ufer eilte, war das Schiff schon weit auf hoher See. Dieß war ihr ein großer Schmerz, für Augustinus aber ein großer Segen: »Du hast, o Gott,« ruft dieser aus, »nur das Ziel und Wesen ihrer Wünsche erhört, und hast nicht gethan, um was sie damals bat, damit du an mir thätest, was sie stets erbat.« Monica reiste ihm nach. Ihre Gegenwart war dem Sohne heilsam: er erkrankte schwer, genas aber wieder durch Gottes Hilfe und der guten Mutter Pflege. Bald ging er nach Mailand als Lehrer der Beredtsamkeit; hier erfolgte seine Bekehrung. Bemerkenswerth ist aus dem Aufenthalte zu Mailand die Gewissenhaftigkeit der hl. Monica in Beobachtung der kirchlichen Gebräuche, die hier andere waren als zu Rom und in Africa, so z. B. das Fasten am Samstag und die Opfergaben an den Gräbern. Auf der Rückreise erkrankte sie und erkannte bald, daß ihr Ende nahe. Schon fünf oder sechs Tage vorher hatte sie zu Augustinus gesagt: »Sohn, was mich betrifft, so hat nichts mehr in diesem Leben einen Reiz für mich. Was ich hier noch thun soll und weßhalb ich hier bin, weiß ich nicht, denn jede Hoffnung der Zeitlichkeit ist verzehrt. Eines war, weßhalb ich noch zu leben wünschte, daß ich dich als einen gläubigen Christen sehen möge, ehe ich sterbe. Dieß hat mir nun Gott über die Massen reichlich gewährt. Was thue ich hier noch?« Sie war ganz unbekümmert über ihre Grabstätte. »Nichts«, sprach sie, »ist ferne von Gott; auch ist nicht zu besorgen, daß Er am Ende der Zeiten nicht wissen sollte, wo Er mich aufwecken solle«; sie klagte nicht, daß sie fern vom vaterländischen Boden ihre Seele aushauchen müsse, sie hatte nur den einen Wunsch, daß ihrer am Altare des Herrn gedacht werde, wo das heilige Opfer gefeiert wird, durch welches »der Schuldbrief« unserer Sünden getilgt worden ist. »An dieses Geheimniß unsers Erlösungspreises band deine Magd ihre Seele durch das Band des Glaubens.« Sie verschied am 9. Tage ihrer Krankheit im 56. Jahre ihres Lebens zu Ostia. Auch Navigius, ihr zweiter Sohn, und ihr Enkel Adeodatus war bei ihrem Tode. Der Leichnam ward bestattet »und siehe! wir gingen und kamen ohne Thränen«. Erst zu Hause »vergoß ich die verhaltenen Thränen, daß sie flossen so viel sie wollten und legte sie meinem Herzen unter und dasselbe ruhete auf ihnen«, erzählt Augustinus. Ihre Reliquien wurden im J. 1162 von Ostia nach Arouaise (Aroasia) übertragen; ihr Haupt befindet sich im Douai, ein Theil der Hirnschale in Bologna. Eine zweite Uebertragung nach Rom unter Papst Martin V., von welcher auch Butler (VI. 137) berichtet, wird von Papebroche bestritten. Hier wird indessen in der schönen und viel besuchten Kirche St. Agostino ihre Uebertragung am 9. April begangen (sed falso, sagen die Boll.). Da Augustinus' Bekehrung am 5. Mai gefeiert wird, setzte man ihr Fest, zuerst in Aronaise, dann auch anderwärts auf den 4. Mai. Ihre Beisetzung soll nach Einigen am 28. April stattgefunden haben. Es ist dieß kaum möglich, wenn sie noch, wie allgemein angenommen wird, im J. 387 gestorben ist. Um Ostern dieses Jahres war sie noch in Mailand bei der Taufe ihres Sohnes. Auf diese folgte ein längerer Landaufenthalt, der jedenfalls einige Monate dauerte. Erst nachher wurde die Heimreise angetreten. Abbildungen stellen sie dar als Matrone, weinend und inständig betend, oder in einem Buche lesend, oder auf dem Krankenlager im Beiseyn ihres Sohnes, oder gleichsam in der Verzückung, die Bekehrung ihres Sohnes schauend u. dgl., öfter auch in dunklem Gewande, ein Kreuz in der Hand. Das Fest ihrer Uebertragung feiert man zu Arouaise am 20. April. (I. 473-492).




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zuletzt aktualisiert am 00.00.2014
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