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Ökumenisches Heiligenlexikon

Hinweise zu Stadlers »Heiligen-Lexikon« Abkürzungen

Symphorianus von Autun


S. Symphorianus, M. (22. Aug.). Der hl. Martyrer Symphorianus (Sinsurianus) von Autun genießt seit ältester Zeit hohe Verehrung. Er litt (nach Ruinart) ungefähr ums J. 180 unter der Verfolgung des Kaisers Marcus Aurelius (nicht Aurelianus), und ist Hauptpatron des Bisthum Autun (Aedua, Augustodunum). Er war in dieser Stadt als der Sohn eines vornehmen, reich begüterten Rathsherrn, Namens Faustus geboren. Seine Mutter, deren Name in den ächten Acten nicht angegeben ist, wird in der Legende Augusta, d. i. die Erhabene genannt. Die Eltern waren Christen und hatten mit ihrem Sohne von dem hl. Benignus14 (s. d.) die Taufe empfangen. Sie gaben ihm ihrem Stande gemäß eine Erziehung, welche den Knaben nicht bloß mit reichen Kenntnissen in den Wissenschaften, sondern auch mit Liebe zu Gott und zur Tugend ausstattete. Man bewunderte an dem aufblühenden Jüngling neben einer außerordentlichen Reinheit der Sitten das Urtheil und die Klugheit des gereiften und erfahrenen Mannes. Als er sich weigerte, den verbrecherischen und götzendienerischen Cult der Berecynthia (Cybele, Rhea) mitzumachen, wurde er festgenommen und vor den Präfecten (Proconsul) Heraclius geführt. Dieser begann sogleich das peinliche Verhör. Auf die Frage nach Namen und Stand erwiderte der Heilige: »Ich bin Christ und heiße Symphorianus.« Du bist Christ? erwiderte der Richter; wie es scheint, hast du es gut verstanden, dich zu verbergen, denn diese Secte hat hier nur wenige Anhänger. Warum hast du das Bildniß der großen Göttermutter verachtet, ihm den Rücken gewendet, und die Anbetung verweigert? Der heil. Symphorianus antwortete: »Ich habe dir schon gesagt, daß ich Christ bin. Ich bete nur den wahren Gott an, der im Himmel regiert, ein Teufelsbild bete ich so wenig an, daß ich es vielmehr, sofern ich dürfte und könnte, mit Hämmern zerschlüge.« Der Richter sagte: Der Mensch gebährdet sich nicht bloß als ein Gottloser, sondern sogar als Rebell; die Ortsbehörde gebe an, ob er Bürger dieser Stadt ist. Sie erwiederte: Er ist von hier und zwar aus vornehmer Familie. Der Richter sagte: Du machst dir einen Scherz, und willst uns täuschen. Adeliger Abkunft, stellest du dich zum Scheine unter Menschen zweifelhaften und dunkeln Rufes. Weißt du vielleicht nicht, was unsere Fürsten beschlossen und verordnet haben? Man verlese das Gesetz! Es geschah. Ein beisitzender Beamter vollzog den Auftrag: »Aurelius, der Kaiser, an alle seine Verwaltungs- und Gerichtsbehörden. Wir haben erfahren, daß von denjenigen, welche sich in gegenwärtiger Zeit Christen nennen, die Vorschriften der Gesetze verletzt werden. Nehmet sie fest und strafet sie, wenn sie unsern Göttern nicht opfern, durch verschiedene Peinen, so daß die gegebene Anordnung mit Gerechtigkeit vollzogen und die Ausübung der Verbrechen durch strenge Strafe abgeschnitten und beendet werde.« Nach Verlesung dieser kaiserlichen Anordnung sprach der Richter: Was antwortest du hierauf, Symphorianus? Können wir etwa diese Decrete umstoßen oder umgehen? Du bist eines zweifachen Verbrechens beschuldiget; es hat nämlich den Anschein, du seiest ein Verächter der Götter und des Sacrilegiums fähig, und zugleich mißachtest und verachtest du die Gesetze. Wenn du also denselben nicht Genüge leistest, so muß dieses Alles durch dein Blut gesühnt werden. Der Heilige antwortete: »Ich werde von diesem Bilde niemals anders urtheilen, als daß es ein gemeines Bild, ein leidiger, durch teuflischen Betrug entstandener Götze sei, der öffentlicher Verfluchung und Vernichtung werth ist. Jeder Christ hat den Leidenschaften und dem verdorbenen Leben widersagt; wenn er also sich rückwärts wendet zu den frühern Uebelthaten, so wird er auf dem jähen Abhange immer tiefer und tiefer stürzen, die Gnade des ihm zudereileten Lohnes verlieren, in die offenen Netze des alten Feindes gerathen und in den Rachen des Verderbens fallen. Unser Gott weiß die Verdienste zu belohnen, aber auch die Sünden zu strafen. Wer seinem Namen gehorcht, dem gibt Er das Leben; wer es nicht thut, verfällt dem Tode. Ich will also fest ausharren in seinem Bekenntnisse, und lieber den sichern Hafen des ewigen Königes erlangen, als todtbringenden Schiffbruch leiden und der Wuth des Teufels anheimfallen.« Der Richter, welcher hieraus erkannte, daß der hl. Symphorianus seinen Befehlen den Gehorsam vorsätzlich und beharrlich verweigere, befahl den Lictoren, ihn zu schlagen und dem Gefängnisse zu übergeben. Es war ein tief gelegener, dunkler, erschrecklicher Ort, in welchen der Heilige eingesperrt wurde. Die Fesseln wurden ihm so eng an die Glieder geschlossen, daß aus den gefesselten Theilen das Blut hervordrang. Aber er dachte, daß es viel besser sei, das eigene, als das Blut Anderer zu vergießen, und im Dunkel des Kerkers, in dem durch Wunden zerrissenen Leibe sah er bereits das Licht der Verklärung im Himmel. Am drittfolgenden Tage sagte der Richter zum ihm, er handle wohl recht thöricht, statt der militärischen Belohnungen und Ehrenämter, die seiner harrten, ein so elendes Leben zu wählen, denn sofern er heute wieder das Bild der Göttermutter sich anzubeten weigere, und den Bildern des Apollo und der Diana die verlangte Ehre nicht erweise, sei sein Untergang gewiß; doch dürfe er sich nur aussprechen, so lasse er die Altäre neuerdings bekränzen, Weihrauch und Wohlgerüche herbeischaffen, damit er den Göttern die schuldigen Opfer zu bringen vermöge. Darauf entgegnete der hl. Symphorianus: »Ein Richter, dem eine öffentliche Angelegenheit übergeben ist, darf nicht mit leichtfertigen Worten spielen, sondern muß einfach das Urtheil sprechen, welches die Verhandlung heischt. Ist es schon gefährlich, nicht alle Tage etwas zu thun, geistig vorwärts zu schreiten, um wie gefährlicher ist es, vom Heile sich zu entfernen und an den Felsenriffen der Sünden das Schiff zerschellen zu lassen!« Der Richter sagte: Opfere den Göttern, auf daß du an den Ehren des Palastes Theil nehmen könnest. Nochmal entgegnete der Martyrer: »Ein Richter, der die Gesetze als Schwerter gebraucht, um die Unschuld öffentlich zu rauben, befleckt seinen Richterstuhl, bringt seine Seele in das Unglück des ewigen Todes und beraubt sich selbst durch seine schmachvollen Aussprüche des immer dauernden Lebens. Sollen wir das Leben, welches wir für Christus zu opfern schuldig sind, nicht gerne hingeben? Die Reue käme zu spät, wenn wir den Anblick des Richters fürchteten. Eure Geschenke sind mit gefälschtem Honig versüßt; sie vergiften jene, die leichtgläubig davon genießen. Unsere Reichthümer suchen wir immer nur in Christus; sie altern nicht mit der, Zeit und werden nicht hinfällig durch lange Dauer. Ihr wollet Alles haben und besitzet nichts, denn es betrügt euch die teuflische List; sie verbirgt das Unglück eines nur scheinbaren Gewinnes. Uns kann selbst das langsame Hinsterben, das gemeinsame Loos aller Menschen in dieser Welt, nichts nehmen. Eure Freuden zersplittern sich wie die Sonnenstrahlen auf dem Glase. Nur das ist dem Unglück verfallen, was bei seinem Ende zu Grunde geht, während die Zeit den immer wiederkehrenden Schwindel der Welt räuberisch verdunkelt. Einzig unser Gott besitzt und gibt die Seligkeit. Der Anfang seiner Herrlichkeit, weil vor allen Dingen, weiß von keinem Alier; sein Ende wird auch den spätesten Jahrhunderten unbekannt bleiben, weil Er kein Ende hat.« Nun sprach der Richter: Ich habe dich bereits zu viel und zu lange die Größe, ich weiß nicht was für eines Christus, preisen lassen, wie meine Nachsicht es mit sich bringt. Nun sag' ich dir aber: Wenn du heute der Göttin Mutter nicht opferst, so werde ich dich mit allen Strafen zerfleischen und durch die Verurtheilung zum Tode zu Boden werfen. Der Heilige entgegnete: »Ich fürchte nur den allmächtigen Gott, der mich erschaffen hat, und Ihm allein diene ich. Du hast freilich für einige, Zeit die Gewalt über meinen Leib, meine Seele aber ist nicht in deiner Hand. Ich sehe deßhalb jetzt in der Verehrung dieses Götzenbildes euren durchaus unvernünftigen Aberglauben; du ehrst es zu deiner Schande und zu deinem Verderben. An seinen Festen zerschellen entmannte Jünglinge die letzten Körperkräfte frohlockend an dem Unglück bringenden Bilde, und ihr haltet diese fluchwürdige That für ein großes Opfer. Gottesschänderische Priester verhüllen unter dem Vorwande der Frömmigkeit das grauenvolle Verbrechen. Da ertönen die Flöten und Trompeten, die mit rasender Wildheit geblasen werden und der falsche Priester schlägt dazu die Cymbeln. Und wer weiß nicht, daß jener Apollo beim Flusse Amphrysus (in Thessalien) ein Hirte des Königs Admetus gewesen ist? Nun weckt er aufs Neue die Reizungen seiner Wollüste und liedt mit Lorbeeren geflochtene Kränze. Wenn dann seine Höhle mit teuflischen Stimmen unverständliche Worte brüllt, sagt man, er habe geweissagt, obwohl er hundertmal gelogen hat. Daß auch die Diana ein aus dem Süden eingeführter teuflischer Götze ist, ist längst durch die Nachforschung der Heiligen an den Tag gekommen. Sie durcheilt die Scheidewege, durchsucht die geheimen Orte der Wälder, streut in die ungläubigen Gemüther mit List die Wegdisteln und das Unkraut ihrer Lasterhaftigkeit, und hat den Namen Trivia (die den Dreiwegen Vorgesetzte) erhalten, weil sie den Scheidewegen nachstellt.« Da er dieses sagte, gerieth der Richter in Wuth und fällte das Urtheil: Symphorianus ist schuldig. des öffentlichen Verbrechens, daß er sich unsern Göttern zu opfern weigert, die kaiserliche Majestät entheiligt, und die Altäre beschimpft hat; deßhalb soll er mit dem Schwerte hingerichtet werden, damit die beklagenswerthen Folgen des Verbrechens abgeschnitten und zugleich die den Göttern und den Gesetzen zugefügte Beleidigung gerächt werde. Nachdem so das Todesurtheil gesprochen war, wurde er zur Opferbank geführt. Seine ehrwürdige Mutter sprach ihm von der Mauer herab Muth zu: »»Sohn, Sohn! o Symphorianus, mein Sohn! stelle dir Gott, den Lebendigen, vor Augen. Sei standhaft! Wir können ein Sterben nicht fürchten, das ohne allen Zweifel zum Leben führt. Hefte dein Herz nach oben, mein Sohn, siehe auf Den, welcher im Himmel herrscht! Man nimmt dir heute dein Leben nicht, sondern verwandelt es in ein besseres. Heute noch wirst du, o Sohn, durch einen glücklichen Tausch ins höhere Leben hinüberwandeln!« Nun wurde der Heilige vor die Mauer hinausgeführt und vom Nachrichter enthauptet. Das purpurrothe Blut umfloß seinen Leib, und fromme Personen entfernten ihn heimlich von dem Platze und brachten die Leiche in eine kleine Höhle außerhalb des Burgfriedens nahe bei einer Quelle. Der Ort wurde von den Christen fleißig besucht, und bald geschahen Wunder, welche auch von den Heiden nicht geleugnet werden konnten. Gegen das Ende des 4. Jahrh. soll der heil. Bischof Simplicius15 hier eine Kapelle erbaut haben. Im folgenden Jahrh. entstand neben derselben eine durch den heil. Bischof Euphronius1 gegründete Abtei und eine große Kirche, wo die hl. Reliquien beigesetzt wurden. In der letzten Hälfte des 7. Jahrh. fand unter dem heil. Bischofe Leodegar2 (vgl. H.-L. III. 762) eine neue Erhebung statt. Der hl. Martyrer und die Gebeine seiner Eltern wurden in der neu erbauten Krypta beigesetzt. Im J. 1467 wurde ein Theil der Reliquien in Silber gefaßt, und in der Oberkirche beigesetzt. Der Admiral Coligny ließ sie ins Feuer werfen, es wurde aber gleichwohl ein Theil derselben gerettet. Im J. 1803 kamen dieselben in die Kathedrale und haben also die Schreckenszeit der Revolution überdauert. Viele Kirchen in Frankreich stehen unter der Anrufung des hl. Martyrers. Auf Bildnissen sieht man (nach Guerin) die fünf Hauptmomente seines Lebens: er empfängt die hl. Taufe, er steht vor dem Richter, er hört die letzten Ermahnungen seiner Mutter, er wird enthauptet, er empfängt im Himmel die Siegeskrone. Sonst sieht man ihn (Hack, S. 301) als Jüngling, geharnischt, mit Palme und Schwert. (IV. 491-498.)




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zuletzt aktualisiert am 00.00.2014
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