Ökumenisches Heiligenlexikon

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Wilhelm von Æbelholt (von Paris)


S. Guilielmus (Gulielmus), Abb. (6. April, al. 16. Juni). Dieser hl. Guilielmus, auch Wilhelmus und Gulielmus genannt, Abt von Eskil (Eschil) in Dänemark, war zu Paris um das J. 1105 von vornehmen Eltern geboren. Seine Erziehung erhielt er im berühmten Kloster St. Germain des Près, unter den Augen des Abtes Hugo, seines Oheims, der im J. 1116 diese Würde erlangt hatte. Nach Vollendung seiner Studien er hielt er ein Canonicat an der Genovefakirche. Da seine Lebensweise den Grundsätzen seiner Mitbrüder nicht entsprach, gaben sie ihm die Pfarrei Epinay (Spinolium) zur Verwaltung, dessen Pfarrer den Titel »Propst« (Praepositus) führte. Bald darauf wurde das Canonicat durch Papst Eugen III. aufgelöst und regulirten Chorherrn übergeben, die man aus St. Victor genommen hatte. Guilielmus trat in diese neue Pflanzschule und erwarb sich durch seinen mit Milde gepaarten Eifer das Vertrauen der neuen Genossenschaft, so daß Bischof Absalon von Roskilde (Rothschild) ihn zur Reformation der dänischen Regularpriester nach Dänemark berief, wo er im Kloster Eskil (heute Ise-Fjord) viel wirkte und duldete (seit dem J. 1171). Damals regierte in Dänemark König Waldemar († 1182), der Sohn und Nachfolger des hl. Canut († 1133), der ihn kräftig in seinen heilsamen Bestrebungen unterstützte. Umsonst nannten sich damals, nach der Bemerkung des Biographen, die Kanoniker »Regularen«, da sie keine Regel befolgten und von klösterlicher Zucht nichts wissen wollten. Sie hatten keine Clausur, zogen an Festtagen Männer und Frauen ohne Unterschied zu Tisch und zechten und tanzten. Man kann sich denken, welche Mühen und Beschwerden der hl. Guilielmus auf sich nahm, als er am Feste Mariä Himmelfahrt nach Seeland kam. Er fing das schwere Werk im Namen Gottes muthig an, entließ zwei Kanoniker auf ihr Verlangen und gewann die übrigen durch Geduld und Liebe für das süße Joch Jesu Christi. Vor seinem Ende wurde er durch heftige und schmerzvolle Krankheiten geprüft. Sein ganzer Körper, vom Scheitel bis zu den Füßen, war mit Wunden bedeckt. Als er fühlte, daß der Tod nahe, ließ er sich die heil. Sacramente reichen und dann den Boden mit Asche bestreuen, um darauf zu sterben. Es geschah am 6. April 1203. Auf die Fürbitte des Heiligen geschahen viele Wunder, weßhalb Papst Honorius III. ihn im J. 1224 in die Zahl der Heiligen versetzte. Die Erhebung seiner Reliquien erfolgte im J. 1238 durch den Bischof Nicolaus Stig von Roskilde. Wir haben von ihm ein Opuscolum de S. Genovefae miraculis. Ob es gedruckt ist, wissen wir nicht: im J. 1733 lag es noch zu Paris auf der kgl. Bibliothek als Mannicript. (I. 620.)




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zuletzt aktualisiert am 00.00.2014
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