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Sound: Kleppers Adventslied |
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Jochen Klepper, um 1929
Jochen Klepper wurde als Sohn eines evangelischen Pfarrers geboren. Sein Verhältnis zum Vater und dessen Kirche blieb zeitlebens schwierig und führte ihn in heftige innere Kämpfe. Das angefangene Theologiestudium brach er ab und wurde Redakteur beim evangelischen Presseverband in Breslau - dem heutigen Wrocław -, wo er sich bald einen guten Ruf mit seinen Rundfunkbeiträgen erwarb.
Ende März 1931 heiratete Klepper gegen den Willen seiner Eltern und als
bewusstem Akt des Widerstandes gegen den heraufziehenden Nationalsozialismus die
deutlich ältere jüdische Witwe Johanna Stein, die die beiden Töchter Renate und
Brigitte in die Ehe einbrachte. Nach der Übersiedelung nach Berlin
wurde er dort beim Rundfunk angestellt. 1932 erschien sein Roman Der Kahn der fröhlichen
Leute
. 1933 verlor er wegen seiner jüdischen Frau die Anstellung beim Rundfunk
und wurde Lektor im Ullstein-Verlag, bis er 1935 aus demselben Grund auch diese
Anstellung gekündigt bekam. 1937 erschien Kleppers bedeutender Roman Der Vater
über den preußischen Soldatenkönig
Friedrich Wilhelm I., der ihm finanzielle
Unabhängigkeit und vor allem in Kreisen des Militärs hohes Ansehen verschaffte.
Die kleine Sammlung geistlicher Gedichte mit dem Titel Kyrie
erschien 1938;
sie enthält Liedtexte, von denen viele noch heute in hohem Ansehen stehen, weil
sie in zeitgemäßer Sprache um die Beschwerden des Lebens wissen, aber voll Trost
und Hoffnung sind.
In dieser Zeit wurde der Druck der Nationalsozialisten immer stärker, das
beachtliche Vermögen seiner Frau wurde beschnitten. Sie hatte ihrem Mann die
Scheidung angeboten, um ihn von den Belastungen ihrer jüdischen Abstammung zu
befreien, was Klepper energisch zurückwies. 1939 konnte die ältere Tochter nach
England emigrieren. 1940 wurde Klepper zum Militär eingezogen, nach 10 Monaten
aber als wehrunwürdig
entlassen; damit hatte sich seine Hoffnung, als Soldat
Frau und Tochter vor der Deportation bewahren zu können, zerschlagen.
Tochter Reni, Jochen und Frau Hanni auf der Terrasse ihres Hauses in Berlin-Nikolassee, in das sie im Mai 1939 eingezogen waren
Mit Hilfe von Bewunderern beim Militär kämpfte Klepper um eine Ausreisegenehmigung für die jüngere Tochter Renate; als diese Anfang Dezember 1942 endlich erteilt wurde, verbot Adolf Eichmann persönlich deren Emigration. Klepper und seine Frau mit Tochter Renate wählten angesichts des bevorstehenden Abtransports der beiden jüdischen Frauen ins KZ in der folgenden Nacht den Freitod.
Seit 1931 hatte Klepper Tagebuch geführt, das ein Dokument der Bedrückungen
im Dritten Reich und eines in Anfechtung bewahrten Glaubens wurde. Vor seinem
Selbstmord schrieb er: Über uns steht in den letzten Stunden das Bild des
segnenden Christus, der um uns ringt. In dessen
Anblick endet unser Leben.
Jochen
Kleppers letzte Tagebucheintragung: 10. Dezember 1942 - Nachmittags die
Verhandlung auf dem Sicherheitsdienst. Wir sterben nun, ach, auch das steht bei
Gott. Wir gehen heute Nacht gemeinsam in den Tod. Über uns steht
der in
den letzten Stunden das Bild des Segnenden Christus,
der um uns ringt. In dessen Anblick endet unser Leben.
Das Evangelische Gesangbuch enthält die wichtigsten Lieder von Jochen Klepper,
auch das katholische Gotteslob enthält drei seiner Lieder: das Adventslied Die
Nacht ist vorgedrungen
(EG 16, GL 111), das Weihnachtslied Du Kind, zu dieser
heilgen Zeit
(EG 50), das Lied zum Jahreswechsel Der du die Zeit in Händen
hast
(EG 64, GL 157), das Tauflied Gott Vater, du hast deinen Namen
(EG 208),
das Lied zur Trauung Freuet euch im Herrn allewege
(EG 239), die Lieder zum
Gottvertrauen Gott wohnt in einem Lichte
(EG 379, GL 290) und Ja, ich will
euch tragen
(EG 380), die Morgenlieder Er weckt mich alle Morgen
(EG 452) und
Schon bricht des Tages Glanz hervor
(EG 453), das Mittagslied Der Tag ist
seiner Höhe nah
(EG 457), das Abendlied Ich liege, Herr, in deiner Hut
(EG
486) sowie das Lied zur Bestattung Nun sich das Herz von allem löste
(EG 532).
Jochen Klepper: Trostlied
am Abend
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon
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