
Hinweise zu Stadlers Heiligen-Lexikon
Abkürzungen
S. Mamertus, Ep. Conf. (11. Mai al. 13. Oct. u. 14. Nov.) Dieser hl. Bischof
von Vienne in der Dauphiné blühte in der zweiten Hälfte des fünften Jahrh. Er
galt als der größte und unabhängigste Geist seines Jahrhunderts. Man sagte, daß
er Alles wisse, was dem Menschen zu wissen möglich sei, und daß es keine Frage
gebe, die er nicht beantworten könne. Seine Eltern und sein Geburtsjahr, sowie
seine Lebensverhältnisse vor dem Episcopat sind nicht bekannt. Möglich, daß er
(W. W. K.-L. VI. 788) vor dem Antritte desselben verheirathet war. Daß er als
Taufpathe und geistlicher Vater des hl. Avitus
diesen erzog und zu einem vorzüglichen Kirchenlicht heranbildete, gehört zu
seinen größten Verdiensten. Avitus selbst verkündete aus Dankbarkeit sein Lob
(Febr. I. 661). Auch sein gelehrter Bruder Mamertus Claudianus war von ihm
gebildet und geweiht worden. Durch unbefugte Ordinationen von Bischöfen zog er
sich öfter den schweren Tadel des Papstes Hilarius
(nach dem J. 463) zu, wobei der Erzbischof Leontius von Arles die Untersuchung
zu leiten hatte. Zweimal dankte ihm die Stadt Vienne die Errettung von
furchtbarem Brandunglück. Bekannt ist, daß ihm die Einführung der Bittgänge an
den drei Tagen vor Christi Himmelfahrt zugeschrieben wird. Nach dem Zeugnisse
des Apollinaris Sidonius bestanden sie zwar
schon früher, aber sie wurden ohne Andacht gehalten und die Theilnahme an
denselben war sehr gering. Als der Heilige dieselben erneuerte, um Erdbeben,
vulkanische Eruptionen, Blitz und Ungewitter, das Einbrechen wilder Thiere von
seiner Heerde abzuwenden, und sie zur Bekehrung und Besserung des Lebens zu
bewegen, wurde gefastet, gebetet, gesungen, geweint.
Die Wirkungen waren
wunderbar, so daß die alljährliche Wiederholung dieser Bittgänge und deren
Ausdehnung auf weitere Kreise wünschenswerth erschien. Bald folgten mehrere
gallische Kirchen dem gegebenen Beispiele, ohne jedoch anfänglich die Rogationen
gerade auch immer an den genannten drei Tagen abzuhalten. Aber bald hörten diese
Verschiedenheiten auf. Die erste SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten.
In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet.
von Orleans schreibt deßhalb (can. 28)
vor: Die Bittgänge, d.i. die Litaneien mit dreitägigem Fasten vor Christi
Himmelfahrt sind von allen Kirchen (Galliens) zu beobachten. Dieser SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten.
In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet.
,
meint Henschen (Febr. I. 784), könnte der hl. Vedastus
beigewohnt haben. Durch sie ist die Anordnung des hl. Mamertus auf ganz Gallien
ausgedehnt worden. Bekanntlich wurden dieselben auch anderwärts, selbst in
Britannien eingeführt und bestehen bis auf den heutigen Tag. Der hl. Mamertus
stand (Febr. I. 661) mit den bedeutendsten Männern seiner Zeit im Briefwechsel.
Er erbaute auch zu Ehren des hl. Ferreolus
eine Kirche und setzte in derselben seinen hl. Leib bei. Ebenso das Haupt des hl.
Julianus. Der hl. Mamertus wurde nach
der Sitte jener Zeit (er starb im J. 477, oder nach den Boll. 475) außerhalb der
Stadt, in der Apostelkirche, bestattet. Später wurde er nach Orleans übertragen,
wo man seiner dreimal im Jahre gedenkt. Sein Todestag wird am 11. Mai, an
welchem seiner auch das Mart. Rom. gedenkt, die Uebertragung seines Leibes am 13.
Oct. und die seines Hauptes am 14. November begangen. (II. 629-632. cf. VII.
683).

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