
Hinweise zu Stadlers Heiligen-Lexikon
Abkürzungen
S. Hilarus (Hilarius), Papa. (10. Sept. al. 21. Febr. 17. Juli). Der hl.
Papst Hilarus war der Nachfolger des hl. Papstes Leo
des Großen. Nach dem Catalogus Pontificum (Apr. I. XXXIV) regierte er vom 12.
Nov. 461 bis 21. Febr. 467; nach dem Bollandisten Stilting aber (Sept. III. 455)
vom 17. Nov. 461 bis zum 10. Sept. 467. Er soll aus Sardinien gewesen seyn; sein
Vater hieß Crispinus oder Crispinianus. Aus seiner Jugendzeit ist nichts bekannt.
In der Geschichte finden wir ihn das erste Mal als Legaten Leo's auf der
Räuber-SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten.
In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet.
zu Ephesus im Jahr 449. Damals war er Diakon der römischen
Kirche. Mit ihm waren der Bischof Julius von Puzzuolo (Puteoli), welcher auch
Julianus genannt wird, der Presbyter Renatus und ein Notar, Namens Dulcitius,
nach Ephesus abgegangen; der Presbyter Renatus starb auf der Insel Delos, die
Uebrigen kamen glücklich in Ephesus an und wurden von dem hl. Erzbischof
Flavianus5 in Ehren aufgenommen.
Hieraus nahm der häretische Patriarch Dioskorus von Alexandria Anlaß, den
Vorwurf der Parteilichkeit auf sie zu wälzen; obgleich er andererseits keine
Worte sparte, ihnen heuchlerische Ehrfurcht zu beweisen. In Folge seiner
Gewaltthätigkeit und seiner Intriguen konnten die Legaten des Papstes weder den
ihnen gebührenden Vorsitz, noch selbst die Verlesung des Briefes Leo's an die
Versammlung und jenes an Flavian durchsetzen. Der hl. Flavian fand an den
Legaten des apostolischen Stuhles und namentlich an Hilarus zwar unerschrockene
Vertheidiger; aber sie konnten die gegen ihn begangenen Ungerechtigkeiten nicht
hindern (vgl. S. 220). Hilarus
entging mit Mühe der drohenden Gefahr durch den Schutz des Patrons von Ephesus,
des hl. Evangelisten Johannes, den er in seiner Noth
angerufen hatte und dem er deßhalb auch eine Kapelle baute. Nach Rom
zurückgekehrt, schrieb er der Kaiserin Pulcheria,
es sei ihm nicht möglich gewesen, nach Constantinopel zu kommen, um Leo's
Sendschreiben an sie zu übergeben; nur mit größter Gefahr, durch unbekannte und
unwegsame Gegenden wandernd, sei es ihm gelungen, von Dioskorus unbehelliget
nach Rom zurückzukehren, wo er dem Papste getreuen Bericht erstattet habe;
derselbe mißbillige Alles, was in Ephesus gegen die Kanones geschehen sei. Wir
können uns nicht versagen, aus diesem Briefe jene Stelle wörtlich hervorzuheben,
welche seine unüberwindliche Glaubensfestigkeit am deutlichsten kennzeichnet:
Christus, unser Gott, verlieh mir die Stärke,
mich von der Verdammung dieses verehrungswürdigsten und heiligen Mannes (Flavian)
rein und unbefleckt zu bewahren; es hätte mich keine Geißel, keine Marter
bewegen können, dieser ungerechten Verurtheilung beizustimmen. Mehr noch als
seine eigenen Worte überzeugt uns hievon das Zeugniß des Papstes Leo selbst, der
mit seinem Verhalten durchaus zufrieden war. Einige Jahre später wurde Hilarus
Archidiakon und als solcher erhielt er den Auftrag, den Streit über die rechte
Zeit der Osterfeier, welcher um das J. 455 neuerdings zu entbrennen drohte,
beizulegen. Ein Brief, den er in dieser Angelegenheit an Victorius von
Aquitanien schreibt, zeugt deutlich, daß es ihm nicht um eitle Rechthaberei,
sondern lediglich um die Wahrheit zu thun war. Forsche eifrig,
schrieb er ihm,
wie über den Ursprung der Verschiedenheit, so auch über die Mittel, die
Wahrheit aufzufinden, damit hernach Irrthum und Zwiespalt beseitigt, und in der
ganzen Kirche stetsfort dasselbe festgehalten werde.
Als Leo der Große im J.
461 starb, wurde Hilarus sein Nachfolger. Die Summe seiner Thätigkeit bestand
darin, die Autorität der Concilien von Nicäa, Ephesus und Chalcedon aufrecht zu
erhalten, die Eutychianische Ketzerei und deren Anhänger von der Kirche Gottes
fern zu halten, das Ansehen und den Vorrang des römischen Stuhls allerwärts zu
schützen und zu vertheidigen, die kirchliche Zucht und Ordnung zu bewahren und
namentlich die Wahl und Amtsführung der Bischöfe streng zu überwachen. Im
November 465 hielt er eine SynodeSynode (altgriech. für „Zusammenkunft”) bezeichnet eine Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten.
In der alten Kirche wurden „Konzil” und „Synode” synonym gebraucht. In der römisch-katholischen Kirche sind Synoden Bischofsversammlungen zu bestimmten Themen, aber mit geringerem Rang als Konzile. In evangelischen Kirchen werden nur die altkirchlichen Versammlungen als Konzile, die neuzeitlichen Versammlungen als Synode bezeichnet.
zu Rom, auf welcher die Decrete der
allgemeinen Concilien eingeschärft, die Nichtzulassung zweimal Verheiratheter zu
kirchlichen Aemtern neuerdings ausgesprochen, die zur öffentlichen Buße
Verurtheilten oder in den Wissenschaften nicht Unterrichteten oder körperlich
Krüppelhaften der höhern Weihen unfähig erklärt, die Freiheit der Bischofswahlen,
gegenüber der allmälig einreißenden Gewohnheit einzelner Bischöfe, vor ihrem
Tode ihren Nachfolger zu bezeichnen, festgestellt wurde. Auch die
Macedonianische Häresie fand ihn als muthigen Streiter für die Reinheit des
Glaubens. Unter seinen Ordinationen ist die der hhl. Albeus
(Alveus) und Declanus1, welche durch den hl.
Patricius, den Zweiten oder Jüngern, auch
Sen-Patricius
genannt, bekehrt worden waren, zu erwähnen. (Aug. VI. App. 835.)
Auch Kirchen, Klöster, Bibliotheken gründete oder bereicherte der hl. Hilarus.
So starb er endlich, reich an Verdiensten, am 10. Sept., nach Andern am 17. Juli
467 (nach W. W. irrig am 21. Febr. 468) und wurde bei St. Laurentius,
neben dem hl. Sixtus (Xistus) III. beigesetzt. Im
Mart. Rom. steht sein Name am 10. Sept. In einem alten Martyrologium des
Klosters St. Martin zu Trier wird er (Febr. III. 170) irriger Weise als S.
Hilarius Martyr am 20. Febr. erwähnt; Andere gedenken seiner am 21. Febr. In der
Abbildung (Propyl. ad Acta Sanctorum Maji) trägt er die einfache, unten mit
einer kronartigen Verzierung versehene Tiara; das Meßgewand fängt erst tief bei
den Schultern an, das Humerale sieht beinahe wie ein weit umgeschlagenes
Halstuch aus; der Gesichtsausdruck ist der eines frommen mit vielen Sorgen
belasteten Mannes; die Augen sind groß, die Lippen weit hervorspringend; die
Nase ist verhältnißmäßig klein, das Kinn bartlos. (III. 553-574.)
