
Hinweise zu Stadlers Heiligen-Lexikon
Abkürzungen
Narr in Christus(von Emesa)
S. Simeon (Symeon) Salus, Conf. (1. al. 21. Juli). Wenn man im Ernste sagen
dürfte, dieser oder jener sei ein besonderer Heiliger
, so müßte es von diesem
hl. Simeon gesagt werden. Was von ihm erzählt wird, scheint nicht selten eine
Ueberschreitung des Erlaubten zu sein, so auffallend ist es, wenn nicht sein
heiliges Leben durch andere Thatsachen unzweifelhaft erwiesen wäre. Er hat wie
andere Heilige die Strenge gegen sich selbst, die Liebe zur Weltverachtung und
den Haß gegen sich selbst bis auf's Aeußerste getrieben. Da jedoch seine
Lebensbeschreibung erst allmählich durch Sammlung der über ihn umlaufenden
Erzählungen entstanden und durch den Cyprischen Bischof Leontius von Limasol
(Neapolis) gesammelt ist, so darf man vielleicht manche der anstössigsten, z. B.
die Badgeschichte, für unwahr ansehen. Aus dieser Ursache lassen wir uns hier
auf Einzelnheiten nicht ein. Der Heilige ist entweder zu Edessa in Mesopotamien
oder (nach Andern) in einem unbekannten Orte in Aegypten geboren und machte in
seinen Jünglingsjahren eine Wallfahrt ins heil. Land. Die zahlreichen Zellen,
noch mehr aber das andächtige und abgetödtete Leben der Einsiedler am
Jordanflusse und in der Umgegend des rothen Meeres, erweckten in ihm und seinem
Begleiter den Wunsch, gleichfalls Einsiedler zu werden. Nachdem er 29 Jahre lang
mit seinem Genossen am rothen Meere in dieser Lebensweise zugebracht hatte,
bezog er eine Zelle bei Emesa (jetzt Hems) in Syrien. Hier begann er das
Eingangs erwähnte Leben, in welchem er sich wie ein Blödsinniger benahm, und von
Vielen auch für blödsinnig gehalten wurde. Da es Gott gefallen hat, durch ihn
augenscheinliche Wunder zu thun, auffallende Bekehrungen zu bewirken,
Irrgläubige zur wahren Kirche zurückzuführen, zukünftige Ereignisse zu
offenbaren, und ihn nach seinem Hinscheiden sogar durch Wunder zu verherrlichen,
weßhalb auch seine Verehrung durch die katholische Kirche gut geheißen und sein
Name ins Mart. Rom. als Thor um Christi willen
aufgenommen ist, so besteht
kein Zweifel, daß die Liebe Jesu Christi, des
Verachteten, von seinem Volke Verstossenen und als Narren Verspotteten, ihn zu
seiner äußerst sonderbaren Lebensweise angetrieben hat. Das Jahr seines
Hinscheidens ist unbekannt, wird aber von den Boll. noch ins 6. Jahrh. gesetzt.
Bildnisse zeigen ihn mit den Knaben spielend oder von denselben verspottet. (I.
129-169.)
